Kurz zu mir: Ich bin 29, m und würde mich laut Definition als SC-AB bezeichnen, wobei sich die Erfahrungen eher aus Vorspiel, Petting etc. speisen, die Jungfräulich(-männlich)keit trage ich nachwievor in meinem Rucksack mit mir.
Was suche ich? Primär einen konstruktiven und positiven Austausch mit Menschen, die in der gleichen Situation wie ich sind und eventuell in manchen Fragen/Situationen Hilfestellungen geben können bzw. denen ich vielleicht auch Hilfestellung geben kann.
Nun zu meiner Geschichte:
Die erste Jugendromanze hatte ich mit, glaube ich zumindest, 14. Sie meinte, sie ruft mich an und meldete sich danach nie wieder. Irgendwie bin ich aus diesem Loch nie wirklich heraus gekommen. Nun ja, ich war als Jugendlicher (und eigentlich auch noch als Erwachsener) aus einer subjektiven Sichtweise heraus nicht wirklich attraktiv, hatte einige Kilos mehr drauf und schob die nie zustande kommenen (ersten) Erfahrungen stets darauf.
Fairerweise muss ich auch zugeben, dass mich diese ganze Partnerschaftsthematik bis eigentlich vor naja 2 bis 3 Jahren auch nicht wirklich interessiert hat. Ich hatte/habe Freunde, war in meinem Studentenwohnheim stets sehr eingebunden und griff bis vor 3 Jahren auch lieber zur Flasche als mich zusammen zu reißen und die Sache aktiv anzugehen.
Jedenfalls begann im Jahr 2010 mein Lebenswandel, der mit einer radikalen Abkehr meiner bis dato bekannten Lebens- und Ernährungsweise (viel Fleisch, helles Getreide, Schokolade, Alkohol. Die ganze Palette eben...) begann und mittlerweile bei einem zwei-dreiviertel-jährigem Alkoholverzicht und einer vegetarischen Lebensweise angekommen ist. Ich habe begonnen sehr viel Sport zu treiben und habe in der Spitze 25 Kilo abgenommen. Mittlerweile ist Kraftsportbedingt wieder etwas drauf, aber das ist für mich kein Problem. Ich laufe mittlerweile auch Marathons und bin ein bekennender Anhänger der Straight-Edge-Bewegung. Alles in allem würde ich sagen, dass ich nun mehr Chancen auf dem Partnermarkt habe als noch vor 5 Jahren. Und keine Angst: Ich bin mir um die übertriebene gesellschaftliche Bedeutung des Aussehens einer Person durchaus bewusst!
Zu meinem geringen Selbstvertrauen in meiner "fetten" Zeit kam "zu allem Übel" eine (durch meine Figur bedingte?!) Schüchternheit hinzu, welche ich bis heute nicht ablegen konnte. Bin ich bei Freunden und in der Arbeit eine Quasselstrippe, die mit Witz, Ironie und Sarkasmus Unterhaltungen führt, so bin ich beim Weggehen in Clubs, Bars, Discos ein schüchterner Kerl, der keine Frau ansprechen kann. Ich habe hier schon mal im Forum gelesen, dass jemand gesagt, dass die Welt des Datens bzw. des realen Kennenlernens eine Welt mit kleinen, ungeschriebenen und dadurch unsichtbaren Gesetzen ist. Die Unkenntnis dieser Gesetze und meine Schüchternheit beim Ansprechen von Menschen macht es mir unglaublich schwer, jemand kennenzulernen. Das ich durchaus bereit bin, diese Gesetze kennenzulernen, ist für mich vollkommen klar. Allerdings kommt dabei natürlich die bange Frage auf: Ist es dafür nicht eigentlich schon zu spät?! Dementsprechend war dann auch meine Ausbeute beim realen Kennenlernen: 0.
Also was bleibt einem schüchternen AB-ler übrig? Natürlich, er meldet sich bei Singlebörsen an. Ja, ich bin in mehreren Singlebörsen angemeldet. Neben dem aus meiner Erfahrung heraus oftmals enttäuschenden Versuch, sich in seiner ersten Mail ganz auf die Person einzulassen, in seinem Text möglichst alle Facetten der Dame, welche sie im Profil offenbart hat, einzubauen ergaben sich auch hin und wieder belanglose Konversationen ohne Ziel und Sinn. 2 weitere führten zu realen Treffen, denen dann aber keine weiteren folgten. Nur bei bisher 2 Damen ergab sich mehr und hier beginnt auch meine eigentliche Geschichte, welche mir momentan sehr zu schaffen macht.
Mit einer Dame traf ich mich letztes Jahr von Februar bis Mai. Sie war die erste bei der ich sagte: "Ja, da könnte ich mir ein weiteres Treffen vorstellen." Die Chemie stimmte, man hatte sich einiges zu erzählen, sie entsprach nicht unbedingt meinen optischen Vorstellungen, aber das ließ ich schnell hinter mir und man traf sich öfters. Nachdem ich mir nicht sicher war, ob ich sie weiter treffen will und der dazugehörigen Frage der Dame "Willst du dich eigentlich noch treffen?" begann ein Reflektionsprozess bei mir, der im Rückblick sowohl durch das "Abchecken" der eigenen Gefühle gegenüber der Dame als auch durch den Gedanken "Was passiert, wenn du sie gehen lässt?" geprägt war. So ließ ich dann meine Zweifel fallen und gab mich dem weiteren Verlauf der Dates hin. Nachdem sie am letztjährigen Karfreitag bei mir war und nichts passierte, schrieben wir am Samstag und es war ein "heißer" Austausch, an dessen Ende wir gedanklich nicht mehr allzu viel anhatten. Also fuhr ich Ostersonntag zu ihr. Allerdings war mir natürlich die ganze AB-Situation bewußt und ich dachte: "Vielleicht passiert es heute endlich!" Ich erwartete also, "es" endlich zu tun anstatt "es mit ihr" zu tun. Dementsprechend nervös war ich als sie vorschlug, dass ich nicht im Wohnzimmer auf der Couch schlafen soll, sondern bei ihr im Bett. Vorher erzählte ich ihr von meinem AB-tum und nach einem ungläubigen Blick und einer nervösen Stille meinte sie, dass es sie wundert, dass ausgerechnet mich dies trifft, da ich doch eigentlich so aufgeschlossen und redselig bin und das es für sie aber kein Problem ist.
So lagen wir also bei ihr im Bett und nach ein paar Minuten ergriff sie die Initiative und begann, nach meinem Mund zu suchen. Wie gesagt, Jungfrau/Jungmann bin ich immer noch. Am nächsten Tag teilte sie mir mit, dass sie erst mal ihre Gedanken ordnen muss. Nach Konsultation meiner entsprechenden Ansprechpartner ein klares Zeichen dafür, dass es nicht weitergeht. Am Ende der - ja was eigentlich?! - "Datingrunde" mit ihr sagte sie mir, dass einfach keine Schmetterlinge da seien und wir ja Freunde bleiben können (haha, das wird bei der zweiten Dame noch besser!). Ob es an meinem AB-Sein lag, habe ich nicht gefragt und war auch nicht Gegenstand unseres letztens Gesprächs.
1 Jahr und 24 Tage vergingen...
Nun zu der zweiten, aktuellen Geschichte, die letztlich der Auslöser für meine Anmeldung hier war. Ich lernte sie auch wieder im Internet kennen. Wir verstanden uns super, sie meinte, dass ich der erste sei, mit dem sie drei Sätze geradeaus schreiben kann. Dann kam eine Komponente hinzu, die ich bis dahin noch gar nicht kannte: Wir telefonierten! Und wir verstanden uns von Anfang sehr gut! Wir trafen uns letzten Sonntag vor einer Woche und waren insgesamt 8,5 Stunden zusammen. Wir waren in einer Kunstausstellung, waren zusammen etwas Trinken und Essen und gingen am Abend auseinander. Wir schrieben uns am gleichen Abend, dass wir es beide total schön fanden und wir uns gegenseitig auf ein Wiedersehen freuen. Danach begann die auf dieser emotionalen Ebene vielleicht bis dato beste Woche meines Lebens! (Und ich wünsche sie mir zurück...
Es kam zum Treffen am Samstag und wir gingen gemeinsam Essen, im Park spazieren und wollten noch was Trinken gehen. Da draußen ab 23 Uhr nicht mehr bedient wurde, schlug sie unverbindlich vor, doch bei ihr auf dem Balkon etwas zu trinken. Also fuhren wir zu ihr und tranken etwas auf dem Balkon und redeten wieder stundenlang. Und dann kam irgendwann die Frage: "Also entweder du gehst jetzt oder du schläfst hier?" Es ist halb 2 in der Nacht, was tust du?! Da ich einfach eine gute Chemie zwischen uns wahrnahm und ich mir auch (vielleicht in meinem AB-ler Leichtsinn) dachte: "Naja, wenn sie mich schon fragt, dann wird sie es ja auch wollen!" blieb ich also bei ihr. Es war zwar erst das 2. Date, aber nachdem wir bereits so lange telefoniert und auch geschrieben hatten, fühlte ich einfach eine gewisse Nähe.
So lagen wir dann bei ihr im Bett und es passierte, was passieren musste?! Sie schmiegte sich mit ihrem Körper an mich. Meine körperlichen Reaktionen (sowohl das Streicheln der Arme als auch andere "natürliche" Reaktionen) ließen nicht lange auf sich warten. Und es war fast ein Automatismus der mich sagen ließ: "Du, ich muss dir etwas sagen." "Oh mein Gott, was kommt jetzt?" Wie sich später herausstellen sollte, haute sie die Beichte, dass ich bisher wenig Erfahrung gesammelt habe, komplett aus den Socken. Auch sie meinte, dass sie es gar nicht verstehen kann. "Du kannst reden, bist nett und schaust auch nicht Scheiße aus. Woran liegt das?" "Tja, wenn ich das wüßte, würde ich es abstellen." Jedenfalls verständigten wir uns beide darauf, dass in dieser Nacht nichts passieren würde und sie meinte, dass sie das jetzt erst mal sacken lassen muss und wir schauen, ob wir das gemeinsam hinbekommen. Allerdings "beichtete" sie mir auch etwas, was mir unglaublich im Magen lag: Stichwort "friends with benefits". Ein ehemaliges Date von ihr kommt vorbei, wenn sie Lust hat.
Zumindest bescheinigte sie mir, dass ich nicht ihr schlechtester Küsser war, ein am Ende schwacher Trost.
Nach einer schlaflosen Nacht für beide begann ab 10 Uhr eine Aussprache, die sich 2,5 Stunden ziehen sollte und mit den Worten begann: "Du, ich glaube das wird nichts." Die Dame, in die man sich vielleicht verliebt hat, da so unglaublich viele Gemeinsamkeiten vorhanden waren und mit der man tags zuvor noch wie ein pubertierender Teenager geschrieben hat, serviert einen ab/macht Schluss/beendet es?! Ich war konsterniert, aber es kam noch schlimmer. Alle Begründungen, die sie vor brachte, liefen immer wieder auf das Eine hinaus: fehlende Erfahrung. Sie berichtete davon, dass sie seit 16 Jahren regelmäßig Sex hat, in der Teenager-Beziehung aber darauf natürlich nicht so viel Wert gelegt hat wie in den letzten Jahren. Und mit ihrem friend with benefit versteht sie sich zwar, allerdings auf einer Ebene besonders gut. Ihre Ausführungen zogen mich an und stießen mich gleichzeitig ab. Es wurde mir alle Unzulänglichkeiten aufgezeigt. Sie ist nicht bereit, mich dorthin zu begleiten, wo sie jetzt bereits ist bzw. sie weiß nicht, ob sie es kann. Sie weiß, was sie will und sie weiß genau, dass ich ihr es nicht geben kann. Des Weiteren meinte sie, dass sie ein von Grund auf negativer Mensch ist und wir so auch nicht zusammenpassen würden. Sie hat den Glauben an die Institutionen Ehe (gut, ich halte von Ehe jetzt auch nicht unbedingt viel) und Beziehungen verloren und ich wüßte ja auch gar nicht, wie man eine Beziehung führt. Sie will nichts investieren und nicht an einer Beziehung arbeiten. Entweder es läuft von Beginn an gut und wenn es nicht mehr so rund läuft, ist sie weg. Eigentlich will sie auch lieber ein Kind als eine Beziehung. Auf die Nachfrage, ob ich dann Mittel zu Zweck gewesen wäre, meinte sie "vielleicht"...Ich versuchte natürlich, für mich zu argumentieren, dass man gemeinsam arbeiten kann und ich ihr vielleicht doch das geben kann, was sie braucht. Sie meinte, dass sie sich auch vor dem zweiten Date schon nicht sicher gewesen sei, ob es passt. Wie bitte?! Sie schreibt mir am Samstag vor unserem zweiten Date, ob wir am Sonntag in den Zoo gehen wollen und sagt mir 16 Stunden später, sie war sich vor dem zweiten Date nicht sicher?! Hallo?! Das nekische Schreiben?! Der Kuchen?! Alles für jemanden, mit dem man sich nichts vorstellen kann?! Sie meinte, dass ich ihr natürlich sympathisch wäre und sie auch ein wenig verknallt wäre, aber das es nicht "Boom" gemacht hat. Ich erwiderte, dass ich durchaus das Gefühl hatte, dass es bei ihr Boom gemacht, schon allein geäußert durch ihren Schreibstil. Mit Freunden, die nichts von meinem AB-tum wissen, habe ich gesprochen und sie meinten: "Was?! Das muss sich doch erst entwickeln!" All das verstärkt in mir den Verdacht, dass es nicht an den konträren Ansichten über Kinder lag (sie will sofort, in meine Lebensplanung passt es momentan nicht), auch nicht an ihrer selber prognostizierten Beziehungsunfähigkeit, sondern sie wollte - lapidar gesagt - lieber den Spatz in der Hand als die Taube auf dem Dach. Natürlich geht das Wissen über das AB-tum des Partners mit Gedanken zu den eigenen Rucksäcken (Kinderwunsch, selbst diagnostizierte Beziehungsunfähigkeit) einher, aber deswegen nach einer so herrlichen Woche gleich alles wegschmeißen? Da ich nicht wußte, wie man in solch einer Situation reagiert, haben wir einfach darüber geredet. Ich meinte irgendwann: "Jeder andere wäre nach dem ersten Satz aufgestanden und gegangen, oder?" Und sie meinte: "Die meisten wahrscheinlich schon, ja."
Nun ja, wie habe ich es im Freundeskreis kund getan? "Unterschiedliche Auffassungen und Interpretationen". Ich war am Sonntag tot. Tot und leer. Ich war wieder nah dran (auch wenn ich es selbst nicht gewollt habe, dass es in dieser Nacht passiert) und nun stehe ich wieder vor meinem Herzen, dass auf dem Boden liegt, zertreten und in tausend Scherben gesprungen...Ich war mir SO sicher, dass sie die Richtige ist. Die Gemeinsamkeiten, der Humor. Am Ende waren wir wieder so offen in der Kommunikation, dass sie mir sogar noch Tipps gab, wie ich es das nächste Mal anders machen könnte! Achso und um den Kreis mit dem "Freunde bleiben" zu schließen: "Du bist ein Kumpeltyp."... Also selbst ich als AB-ler weiß, dass dies kein Mann hören will! Wir saßen mehr oder minder Hüfte an Hüfte bei der Aussprache. 50 cm von etwas entfernt, was für immer unerreichbar bleibt...Ich bitte um Entschuldigung an die Frauen in der Runde! Natürlich ist das nicht die primäre Intention, aber es gehört zu diesen Gedankengängen dazu.
Nach meinem Auskotzen will ich allerdings die Dame auch in Schutz nehmen. Sie hatte zumindest den Mut, mir das Angesicht zu Angesicht zu sagen und dies auch noch ausführlich zu erklären. Sie meinte auch, man hätte es noch ein paar Wochen laufen lassen können und sie hätte sich dann nicht mehr gemeldet, aber sie findet diese Vorgehensweise jetzt fairer.
Nachdem mir nun meine gesamten beziehungstechnischen und sexuellen Unzulänglichkeiten aufgezeigt wurden, schießen mir tausend Gedanken durch den Kopf. Nach diesem Gespräch besteht in mir der Zwang, endlich diese Erfahrungen auch zu machen. Ich habe dafür keine 16 Jahre mehr und will mich ausprobieren. Aber will ich das wirklich?! Auch ein friend with benefit? Oder doch noch länger warten und auf die große Liebe (vielleicht auch eine AB-ine?!) hoffen, mit der der Sex die Glückseligkeit in Reinkultur ist? Ich verspüre momentan immer mehr eine dunkle Seite in mir hervor drängen. Der unbedingte Wunsch/Zwang nach der Entjungferung, der mit allen Mitteln, auch derer des ONS, befriedigt werden soll.
So, nun erst mal genug von meiner Geschichte. Vielleicht findet sich ja jemand in den Beschreibungen wieder, hat Ähnliches erlebt oder will vielleicht auch noch andere Dinge erfahren. Dafür bin ich hier, fragt gerne nach! Vielleicht fällt mir auch noch etwas ein.