"noch zu Hause wohnen" - wirklich ein KO-Kriterium?

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Melli
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Re: "noch zu Hause wohnen" - wirklich ein KO-Kriterium?

Beitrag von Melli » Dienstag 16. Juli 2019, 00:38

eggi hat geschrieben:
Montag 15. Juli 2019, 16:44
Warum ist hier eigentlich nie was über Nesthockerinnen zu lesen?
Meine Überlegungen:
- Gibt es keine/ deutlich weniger?
- Sehen potentielle männliche Partner diesen Zustand weniger als ein KO-Kriterium?
- Werden die Nesthockerinnen deshalb regelmäßig von Nicht-Nesthockern verführt, bei ihnen einzuziehen und sind daher "weg vom Markt"?
Ich hatte schonmal erwähnt, daß ich in D sogar sehr regelmäßig Matrilokalität beobachten konnte. Also Fälle, in denen die Frau zuhause bei den Eltern wohnen blieb, der Mann dann zu denen zog.

Interviewt habe ich die natürlich nicht :oops: Man könnte aber sagen, daß das für die Männer anscheinend nicht das schlechteste war. Die kamen günstig an eine Wohnung, die sie sich sonst nicht hätten leisten können, und die Eltern der Frau waren auch sonst eher auf den spendablen Seite. Dazu kommt nicht-finanzielle Unterstützung in Fragen der (teils gemeinsamen) Haushaltsführung und Kindererziehung.

Ich denke, es ist für die Frau angenehmer als Patrilokalität, wo sie die ganze Zeit mit Leuten verbringen muß, die ihr zunächst Fremde waren. Wie das dann so alles weitergeht, naja... das steckt man eh nicht drin.

Nebenbei habe ich in D auch öfters gesehen, daß Bruder und Schwester gemeinsam lebten.

Oder auch andere Lebensgemeinschaften, z.B. mit einer verwitweten Tante zusammen. Die haben sich schon gut verstanden.
Löcher in die Wand starren ist nur eine weitere Art, Mauern einzureißen.

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Re: "noch zu Hause wohnen" - wirklich ein KO-Kriterium?

Beitrag von Onkel ABobert » Dienstag 16. Juli 2019, 08:56

Melli hat geschrieben:
Dienstag 16. Juli 2019, 00:38

Ich hatte schonmal erwähnt, daß ich in D sogar sehr regelmäßig Matrilokalität beobachten konnte. Also Fälle, in denen die Frau zuhause bei den Eltern wohnen blieb, der Mann dann zu denen zog.

[...]

Ich denke, es ist für die Frau angenehmer als Patrilokalität, wo sie die ganze Zeit mit Leuten verbringen muß, die ihr zunächst Fremde waren. Wie das dann so alles weitergeht, naja... das steckt man eh nicht drin.
Hat in meiner Familie mütterlicherseits Tradition. Mindestens seit meiner Ur-Urgroßmutter (weiter zurück gehen die mir überlieferten Erzählungen nicht) ist immer die Tochter bei den Eltern geblieben, nach der Heirat zog der Mann dazu und es lebten 3 Generationen unter einem Dach. Weder meine Oma noch meine Mutter ist jemals tatsächlich bei den Eltern ausgezogen, lediglich die Umstände nach 1945 (Annexion der deutschen Ostgebiete) bewirkte, daß meine Mutter in den 60er Jahren illegal aus dem inzwischen polnischen Oberschlesien flüchtete und vorübergehend zwei Jahre alleine in Berlin (West) lebte. Dann konnte ihre Mutter, meine Oma, legal ausreisen und zog in Berlin wieder zu ihrer Tochter in die gemeinsame Wohnung. Inzwischen hatte meine Mutter meinen Vater kennengelernt, und alle drei zogen zunächst in Berlin zusammen. Etwa 1 Jahr später zogen alle drei (bzw. 4; meine Mutter war inzwischen mit mir schwanger) nach Süddeutschland in die Heimat meines Vaters, aber immer mitsamt ihrer Mutter.

Wohlgemerkt waren das immer nur normale Wohnungen (3 Zimmer), keine großen Häuser mit viel Platz. Ich habe bis ich 14 Jahre alt war noch mit meiner Oma ein Schlafzimmer geteilt, danach zogen wir in eine 4-Zimmer-Wohnung um. Ein echtes Kinderzimmer hatte ich als Kind gar nicht. Hausaufgaben wurden zusammen mit meiner Oma am Küchentisch erledigt, gespielt habe ich im Wohnzimmer oder eben draußen im Garten. Und das war sehr schön, ich habe überhaupt nichts vermißt.

Meine Mutter erzählte mir mal, dass die zwei Jahre, die sie alleine ohne ihre Mutter in Berlin lebte (da war sie 26 Jahre alt) die schlimmste Zeit ihres Lebens war und sie in dieser Zeit laufend überlegte, trotz strafrechtlicher Konsequenzen (Republikflucht) wieder nach Polen zurückzugehen, um ihrer Mutter wieder nahe zu sein. Aber wahrscheinlich wäre sie dann ins Gefängnis gekommen. Meine Oma musste sehr viel Aufwand betreiben, um ihr das (telefonisch) auszureden.

Ob ich diese Mutterbezogenheit nun in den Genen habe, oder es einfach nur daher kommt, dass ich als Kind - genauso wie die Generationen zuvor - einfach gar nicht anders kannte und es somit anerzogen und nicht angeboren ist, weiß ich natürlich auch nicht. Wahrscheinlich eher letzteres.
Es grüßt euch

Onkel ABobert

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Re: "noch zu Hause wohnen" - wirklich ein KO-Kriterium?

Beitrag von fifaboy1981 » Donnerstag 18. Juli 2019, 07:49

yes_or_no hat geschrieben:
Montag 15. Juli 2019, 21:39
Manchmal schreib ich sogar betrunken vom Handy aus :P Das sind die aller besten Nachrichten :D
Etwas das es bei mir nie gibt :mrgreen:
Vom Smartpghone aus schreibe ich zwar auch manchmal, aber betrunken bin ich nie :mrgreen:
Onkel ABobert hat geschrieben:
Dienstag 16. Juli 2019, 08:56
Melli hat geschrieben:
Dienstag 16. Juli 2019, 00:38

Ich hatte schonmal erwähnt, daß ich in D sogar sehr regelmäßig Matrilokalität beobachten konnte. Also Fälle, in denen die Frau zuhause bei den Eltern wohnen blieb, der Mann dann zu denen zog.

[...]

Ich denke, es ist für die Frau angenehmer als Patrilokalität, wo sie die ganze Zeit mit Leuten verbringen muß, die ihr zunächst Fremde waren. Wie das dann so alles weitergeht, naja... das steckt man eh nicht drin.
Hat in meiner Familie mütterlicherseits Tradition. Mindestens seit meiner Ur-Urgroßmutter (weiter zurück gehen die mir überlieferten Erzählungen nicht) ist immer die Tochter bei den Eltern geblieben, nach der Heirat zog der Mann dazu und es lebten 3 Generationen unter einem Dach. Weder meine Oma noch meine Mutter ist jemals tatsächlich bei den Eltern ausgezogen, lediglich die Umstände nach 1945 (Annexion der deutschen Ostgebiete) bewirkte, daß meine Mutter in den 60er Jahren illegal aus dem inzwischen polnischen Oberschlesien flüchtete und vorübergehend zwei Jahre alleine in Berlin (West) lebte. Dann konnte ihre Mutter, meine Oma, legal ausreisen und zog in Berlin wieder zu ihrer Tochter in die gemeinsame Wohnung. Inzwischen hatte meine Mutter meinen Vater kennengelernt, und alle drei zogen zunächst in Berlin zusammen. Etwa 1 Jahr später zogen alle drei (bzw. 4; meine Mutter war inzwischen mit mir schwanger) nach Süddeutschland in die Heimat meines Vaters, aber immer mitsamt ihrer Mutter.

Wohlgemerkt waren das immer nur normale Wohnungen (3 Zimmer), keine großen Häuser mit viel Platz. Ich habe bis ich 14 Jahre alt war noch mit meiner Oma ein Schlafzimmer geteilt, danach zogen wir in eine 4-Zimmer-Wohnung um. Ein echtes Kinderzimmer hatte ich als Kind gar nicht. Hausaufgaben wurden zusammen mit meiner Oma am Küchentisch erledigt, gespielt habe ich im Wohnzimmer oder eben draußen im Garten. Und das war sehr schön, ich habe überhaupt nichts vermißt.

Meine Mutter erzählte mir mal, dass die zwei Jahre, die sie alleine ohne ihre Mutter in Berlin lebte (da war sie 26 Jahre alt) die schlimmste Zeit ihres Lebens war und sie in dieser Zeit laufend überlegte, trotz strafrechtlicher Konsequenzen (Republikflucht) wieder nach Polen zurückzugehen, um ihrer Mutter wieder nahe zu sein. Aber wahrscheinlich wäre sie dann ins Gefängnis gekommen. Meine Oma musste sehr viel Aufwand betreiben, um ihr das (telefonisch) auszureden.

Ob ich diese Mutterbezogenheit nun in den Genen habe, oder es einfach nur daher kommt, dass ich als Kind - genauso wie die Generationen zuvor - einfach gar nicht anders kannte und es somit anerzogen und nicht angeboren ist, weiß ich natürlich auch nicht. Wahrscheinlich eher letzteres.
Das war bei uns ende 94 auch so als wir das Haus gekauft hatten und einzogen, unten meine Großeltern, im 1 Stock haben/hatten meine Eltern Wohn und Schlafzimmer mit Bad und hier oben hatte meine Schwester und ich unser Zimmer inkl. der Küche. Damals waren wir 6 personen, die Maklerin staunte damals auch nicht schlecht, als sie hörte das wir alle hier einziehen würden :mrgreen:
Aber es war schön. Nun sind wir nur noch zu 3. :mrgreen:
Aber ein eigenes Zimmer hatte ich bis ich 13 war auch nicht, deswegen damals auch der Umzug, da wo wir vorher wohnten hatten wir zwar schöne große Zimmer in eine Kellerwohnung, war im Sommer auch angenehm kühl, aber eben nur Küche, Esszimmer, Wohnzimmer und Schlafzimmer plus Bad sowie einen langen flur :mrgreen:
Ich war dann schon froh endlich mein eigenes Zimmer zu haben. Bereits mit 13 habe ich dann mein Zimmer selber geputzt, Bettwäsche frisch bezogen usw.

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