Männliche Absolute Beginner Dissertation

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Wailer
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Männliche Absolute Beginner Dissertation

Beitrag von Wailer » Mittwoch 21. Mai 2014, 21:37

Ich bin heute in einem anderen Thread auf die dieses Jahr bei Springer erschienene Dissartation "Männliche Absolute Beginner- Ein kommunikationswissenschaftlicher Ansatz zur Erklärung von Partnerlosigkeit" von Robin Sprenger gestoßen. Da ich über meine Uni auf Springer Publikationen zugreifen kann, hab ich sie mir mal runtergeladen...
Hab jetzt mal das Kapitel "Diskussion und Ausblick" gelesen und den Methodenteil überfolgen. Die Untersuchung finde ich sehr dünn um daraus wirklich belastbare Schlüsse zu ziehen, dennoch sind einige interessante Tendenzen abzusehen. Wer hat denn auch bereits einen Blick reingeworfen oder hat Lust sich das mal anzuschauen? Würde hier gerne mal mit interessierten Leuten darüber diskutieren...
Ich zitiere jetzt mal aus der Zusammnfeassunf ab S. 311
"Zusammenfassend lässt sich mit Blick auf die Ergebnisse von Neyer et al.
(1999; 2001; 2007) festhalten, dass auch die für diese Untersuchung
rekrutierten Männer ohne partnerschaftliche Erfahrungen (Absolute Beginner)
über fundamental andere Persönlichkeitsprofile verfügen als Männer mit
partnerschaftlichen Erfahrungen. Zudem kann diese Untersuchung zum ersten
Mal empirisch belegen, dass und wie sich die unterschiedlichen
Persönlichkeitsprofile (auch) kommunikativ äußern und in dieser
Äußerungsform eine hohe Relevanz für die Frage haben, ob die
Anbahnungsversuche der Probanden als erfolgreich gewertet werden.
Darüber hinaus arbeitet diese Untersuchung erstmals eine Auswahl von kommunikativen Fähigkeiten heraus, über welche insbesondere die
partnerschaftlich erfahrenen Männer verfügen und die ihnen helfen, das
Kontaktanbahnungsgespräch mit einer potentiellen Partnerin zu ihren Gunsten
zu gestalten."

Ich bin an einer erntshaften Diskussion über die Dissertation interessiert, die auch nach Lösungen für die in der Arbeit angesprochenen Probleme von Abs sucht und auch über die von mir zitierte Stelle hinausgeht.

Naimed
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Re: Männliche Absolute Beginner Dissertation

Beitrag von Naimed » Mittwoch 21. Mai 2014, 21:40

Es stellt sich wieder die Frage, wer wissenschaftlich genau als Absoluter Beginner gilt.

Das mit dem Erfolg von Kommunikationsstrategien kann ich aus eigener Erfahrung bestätigen. Ich frage mich nur, ob da noch auf eine Besserung zu hoffen ist. Nach Überschreiten des 30. Lebensjahrs ist wohl kaum mit grossen Änderungen darin zu rechnen...das bedeutet dann, dass man im schlimmsten Fall den schwarzen Peter gezogen hat und sich schon einmal in einem künftigen Leben in trauter Einsamkeit einrichten kann?

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Re: Männliche Absolute Beginner Dissertation

Beitrag von Wailer » Mittwoch 21. Mai 2014, 21:49

Naimed hat geschrieben:Es stellt sich wieder die Frage, wer wissenschaftlich genau als Absoluter Beginner gilt.

Das mit dem Erfolg von Kommunikationsstrategien kann ich aus eigener Erfahrung bestätigen. Ich frage mich nur, ob da noch auf eine Besserung zu hoffen ist. Nach Überschreiten des 30. Lebensjahrs ist wohl kaum mit grossen Änderungen darin zu rechnen...das bedeutet dann, dass man im schlimmsten Fall den schwarzen Peter gezogen hat und sich schon einmal in einem künftigen Leben in trauter Einsamkeit einrichten kann?
Naja, ich bin auf der Suche nach einer konstruktiven Diskussion über Lösungen, nicht nach "es ist eh alles zu spät" Kommentaren... Zur Definition: Ich würde mich hier ungerne an Definitionen aufhängen.

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Re: Männliche Absolute Beginner Dissertation

Beitrag von Naimed » Mittwoch 21. Mai 2014, 21:52

Denkst du denn, man kann Kommunikationsstile bewusst verändern und dann anwenden?

Nicht das ich denken würde, es sei unmöglich, aber stelle es mir eben nicht ganz einfach vor. Vor allem, wenn es um sehr basale Dinge wie Schüchternheit, Offenheit gegenüber anderen Menschen geht.

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Re: Männliche Absolute Beginner Dissertation

Beitrag von Blue Sky » Mittwoch 21. Mai 2014, 21:57

Wailer hat geschrieben:Ich bin an einer erntshaften Diskussion über die Dissertation interessiert, die auch nach Lösungen für die in der Arbeit angesprochenen Probleme von Abs sucht und auch über die von mir zitierte Stelle hinausgeht.
Wenn das Abo von unserem Verein das hergibt, schaue ich mal rein.

Weekend-Reading...

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Re: Männliche Absolute Beginner Dissertation

Beitrag von sandrine » Mittwoch 21. Mai 2014, 22:02

Naimed hat geschrieben:Denkst du denn, man kann Kommunikationsstile bewusst verändern und dann anwenden?

Nicht das ich denken würde, es sei unmöglich, aber stelle es mir eben nicht ganz einfach vor. Vor allem, wenn es um sehr basale Dinge wie Schüchternheit, Offenheit gegenüber anderen Menschen geht.
Ich habe die Diss jetzt nicht gelesen, denke aber ich weiß ungefähr, was mit dem anderen Kommunikationsstill gemeint ist. Wahrscheinlich kommunizieren beziehungsunerfahrene Menschen eher auf sachlicher Ebene und versuchen alles zu vermeiden, was auf Interesse an der anderen Person hindeuten könnte. Ich kenne das von mir selbst, irgendwie ist das ein präpubertäres Verhalten, sicherlich spielt Scham eine Rolle - "der soll doch nicht merken, dass ich ihn sexy finde" ;-) oder so. Wenn dann doch Interesse geäußert wird, kommt es ad hoc und steht nicht mit dem bisherigen Verhalten in Einklang.

Ändern kann man das wohl nur von innen heraus, denke ich, indem man seine Schamgefühle abbaut und zu sich selber steht und zu dem was man will.

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Re: Männliche Absolute Beginner Dissertation

Beitrag von Cylon » Mittwoch 21. Mai 2014, 22:08

Wailer hat geschrieben:Naja, ich bin auf der Suche nach einer konstruktiven Diskussion über Lösungen, nicht nach "es ist eh alles zu spät" Kommentaren... Zur Definition: Ich würde mich hier ungerne an Definitionen aufhängen.
Tja, dann bist du hier falsch. In diesem Forum geht es darum, sich gegenseitig zu erklären, wie schlecht alles ist.
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Re: Männliche Absolute Beginner Dissertation

Beitrag von Der Essi » Mittwoch 21. Mai 2014, 22:16

sandrine hat geschrieben:Wahrscheinlich kommunizieren beziehungsunerfahrene Menschen eher auf sachlicher Ebene und versuchen alles zu vermeiden, was auf Interesse an der anderen Person hindeuten könnte. Ich kenne das von mir selbst, irgendwie ist das ein präpubertäres Verhalten, sicherlich spielt Scham eine Rolle - "der soll doch nicht merken, dass ich ihn sexy finde" ;-) oder so. Wenn dann doch Interesse geäußert wird, kommt es ad hoc und steht nicht mit dem bisherigen Verhalten in Einklang.
Ich schätze, genau daran ist mein letzter Beziehungsanbahnungsversuch gescheitert.
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Re: Männliche Absolute Beginner Dissertation

Beitrag von Sorcier Vaudou » Mittwoch 21. Mai 2014, 22:25

sandrine hat geschrieben:
Naimed hat geschrieben:Denkst du denn, man kann Kommunikationsstile bewusst verändern und dann anwenden?

Nicht das ich denken würde, es sei unmöglich, aber stelle es mir eben nicht ganz einfach vor. Vor allem, wenn es um sehr basale Dinge wie Schüchternheit, Offenheit gegenüber anderen Menschen geht.
Ich habe die Diss jetzt nicht gelesen, denke aber ich weiß ungefähr, was mit dem anderen Kommunikationsstill gemeint ist. Wahrscheinlich kommunizieren beziehungsunerfahrene Menschen eher auf sachlicher Ebene und versuchen alles zu vermeiden, was auf Interesse an der anderen Person hindeuten könnte. Ich kenne das von mir selbst, irgendwie ist das ein präpubertäres Verhalten, sicherlich spielt Scham eine Rolle - "der soll doch nicht merken, dass ich ihn sexy finde" ;-) oder so. Wenn dann doch Interesse geäußert wird, kommt es ad hoc und steht nicht mit dem bisherigen Verhalten in Einklang.

Ändern kann man das wohl nur von innen heraus, denke ich, indem man seine Schamgefühle abbaut und zu sich selber steht und zu dem was man will.
This.

Genau dieses Verhalten kenne ich von mir selber auch. Es kommt für mich nicht nur nicht in Frage mein Interesse gegenüber der betreffenden Frau zu zeigen, ich würde auch niemals vor Dritten zugeben, irgendwelches Interesse an irgendjemandem zu hegen und streite das sogar ab, wenn ich von denen gezielt darauf angesprochen werde. Manchmal ist man eben zu auffällig unauffällig :?

Wie ich das ändern kann? Keine Ahnung. Wahrscheinlich müsste ich mich "einfach" erstmal selbst davon überzeugen, dass es überhaupt nichts peinliches daran gibt, in jemanden verknallt zu sein. Aber irgendwie... Ach, ich weiß auch nicht :mrgreen:
- Männer sind... und Frauen auch! Überleg' Dir das mal! ... Frauen haben auch ihr Gutes...

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Re: Männliche Absolute Beginner Dissertation

Beitrag von Genosse Premier » Mittwoch 21. Mai 2014, 22:48

Die zusammenfassung verspricht ja einiges. Ich werd die Diss bei Gelegenheit mal überfliegen. Weiß aber nicht, ob ich da als komplett Fachfremder groß schlau draus werde, ich befürchte fast nicht.
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Re: Männliche Absolute Beginner Dissertation

Beitrag von Cylon » Mittwoch 21. Mai 2014, 22:53

Genosse Premier hat geschrieben:Die zusammenfassung verspricht ja einiges. Ich werd die Diss bei Gelegenheit mal überfliegen. Weiß aber nicht, ob ich da als komplett Fachfremder groß schlau draus werde, ich befürchte fast nicht.
Die kostet 50 Euro!
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Re: Männliche Absolute Beginner Dissertation

Beitrag von Kief » Mittwoch 21. Mai 2014, 23:06

Naimed hat geschrieben:Denkst du denn, man kann Kommunikationsstile bewusst verändern und dann anwenden?
Ja, das denke ich. Ich erlebe es an mir.

Ich habe jetzt anderthalb Jahre an meiner Kommunikation und an meinem Auftreten gearbeitet.
Mir selbst ist die Aenderung in der Aussenwirkung kaum bemerkbar, ausser ich vergleich meine Filmaufnahmen von anfangs und von jetzt.

Ansonsten merke ich nur, dass ich mehr Sicherheit habe in vielen Situationen, ich habe weniger Stress - und ich habe dadurch mehr Konzentration uebrig fuer bessere Beobachtung, fuer besseres Anpassen auf die emotionale Situation des Gegenuebers ... und ich habe mehr Routine, andere Menschen schneller und besser zu verstehen.
Und ich habe weniger Totalausfaelle, dass ich brachiale Fettnaepfchen erwische, und bemerke es frueher.

Allerdings habe ich in dieser Zeit auch so zwei oder drei Abende im Monat investiert, plus Vor- und Nachbereitung, also ziemlich viel Zeit.

Ich bin der Ueberzeugung, dass jeder davon profitiert, der einen solchen Kommunikationsclub besucht wie ich - auch wenn die individuellen Huerden andere sind. Zumindest wenn man das Angebot ernsthaft nutzt.
Ich habe es auch schon ein paar Leuten empfohlen, wenn das Angebot jeweils verfuegbar ist.
Allerdings habe ich noch keine Rueckmeldung erhalten, ob schonmal jemand sich das angeschaut hat, oder gar sich als Mitglied an die ersten Schritte gewagt hat.


CU, Kief
Deeskalation, ohne danach die Probleme anpacken zu wollen,
das ist wie Ablenkung, oder Hinhalte-Taktik/Aussitzen wollen:
als Gespraechsverweigerung die getarnteste Form von Eskalation.

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Re: Männliche Absolute Beginner Dissertation

Beitrag von Wailer » Mittwoch 21. Mai 2014, 23:40

Kief hat geschrieben: Ich habe jetzt anderthalb Jahre an meiner Kommunikation und an meinem Auftreten gearbeitet.
Mir selbst ist die Aenderung in der Aussenwirkung kaum bemerkbar, ausser ich vergleich meine Filmaufnahmen von anfangs und von jetzt.

Ansonsten merke ich nur, dass ich mehr Sicherheit habe in vielen Situationen, ich habe weniger Stress - und ich habe dadurch mehr Konzentration uebrig fuer bessere Beobachtung, fuer besseres Anpassen auf die emotionale Situation des Gegenuebers ... und ich habe mehr Routine, andere Menschen schneller und besser zu verstehen.
Und ich habe weniger Totalausfaelle, dass ich brachiale Fettnaepfchen erwische, und bemerke es frueher.

Allerdings habe ich in dieser Zeit auch so zwei oder drei Abende im Monat investiert, plus Vor- und Nachbereitung, also ziemlich viel Zeit.

Ich bin der Ueberzeugung, dass jeder davon profitiert, der einen solchen Kommunikationsclub besucht wie ich - auch wenn die individuellen Huerden andere sind.
Das hört sich schon sehr interessant an, finde ich. Gerade was du sagts bzgl. mehr Konzentration für und Anpassung an das Gegenüber, sich besser auf andere einlassen und generell souveräner, ohne Ausfälle (ich denke mal damit meinst auch, keine Gesprächspausen entstehen zu lassen) zu kommunizieren, beschreibt mehr oder weniger, die positiven Eigenschaften, die auch in der Untersuchung bei den Menschen mit Beziehungserfahrung festgestellt wurde.
Interessant fand ich aber, dass das vor allem Menschen betroffen hat, die aktuelle in einer Beziehung waren. Menschen die aktuell Single waren, waren den ABs nicht mehr so unähnlich. Muss das aber auch nochmal in Ruhe lesen, habs heute Mittag nur überflogen, musste eigentlich arbeiten...Wenn ich mal mehr Zeit habe zitiere ich auch nochmal ein Paar interessante Stellen.
Ich finde es auch interessant, dass du beschreibst, dass dir die Veränderungen erst auf Video so richtig aufgefallen sind. Ich hatte neulich auch schon den Gedanken, dass ich mich mal auf Video sehen will, weil ich keine Ahnung wie "live" so wirke. Ich kenne mich eigentlich nur aus dem Spiegel und von Fotos, aber das ist ja nicht das gleiche. Auch das war glaub ich kurz angesprochen worden, dass Menschen mit Beziehungserfahrung mehr Erfahrungen in sozialer Interkation im Allgemeinen aber natürlich auch mit dem anderen Geschelcht haben und sich deshalb besser selbst einschätzen können und nicht so sehr mit ihrer Wirkung beschäftigt sind und sich deshalb mehr auf das Gegenüber konzentrieren können und deshalb interessierter und dadurch attraktiver wirken. Naja, aber wie gesagt, muss nochmal in Ruhe lesen und würde mich freuen, wenn einige mitlesen.

Zu dem Kommentar bzgl. der Verständlichkeit der Diss: Ich fand sie auch für Laien gut lesbar geschrieben. Den Methodenteil muss man ja nicht verstehen, der ist dann eher für Leute, die sich damit auskennen, um die Studie besser einschätzen zu können.

Tirak

Re: Männliche Absolute Beginner Dissertation

Beitrag von Tirak » Mittwoch 21. Mai 2014, 23:48

Mich interessiert es auch. Leider habe ich darauf keinen unbeschränkten Zugang, aber ich werde es mir demnächst zulegen. So ins Blaue mag ich vorher kaum etwas schreiben.

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Re: Männliche Absolute Beginner Dissertation

Beitrag von Wailer » Mittwoch 21. Mai 2014, 23:53

Wird bestimmt auch bald in Uni-Bibs zur Verfügung stehen...

Kief
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Re: Männliche Absolute Beginner Dissertation

Beitrag von Kief » Donnerstag 22. Mai 2014, 00:16

Wailer hat geschrieben:
Kief hat geschrieben:Und ich habe weniger Totalausfaelle, dass ich brachiale Fettnaepfchen erwische, und bemerke es frueher.
Das hört sich schon sehr interessant an, finde ich. Gerade was du sagts bzgl. mehr Konzentration für und Anpassung an das Gegenüber, sich besser auf andere einlassen und generell souveräner, ohne Ausfälle (ich denke mal damit meinst auch, keine Gesprächspausen entstehen zu lassen) zu kommunizieren, beschreibt mehr oder weniger, die positiven Eigenschaften, die auch in der Untersuchung bei den Menschen mit Beziehungserfahrung festgestellt wurde.
Das habe ich anders gemeint.

Vermutlich durch meinen Autismus trete ich oftmals in Fettnaepfchen.
Frueher habe ich das oftmals gar nicht bemerkt, und selbst wenn ... habe ich es oftmals erst nach dem Gespraech gemerkt.
Mittlerweile bemerke ich es fast immer schon im Gespraech selbst, und kann mich noch entschuldigen, bevor die Person weg ist.
Solche Situationen meinte ich mit "Totalausfaellen".

Nichts sagen zu koennen ist allerdings auch seltener geworden.
Eine der Trainingsdisziplinen sind spontane Kurzreden.
Und dabei habe ich herausgefunden, wie ich meine Gedanken in Worte fassen kann, ohne den Gespraechsfluss zu unterbrechen.
Ich kann also halbwegs sinnvoll labern - wenn ich das will.
Meistens jedoch ist mir der Anspruch wichtiger, so dass ich dann doch kurze Denkpausen mache.
Immerhin - auch diese sind kuerzer, da ich jetzt mehr Routine damit habe.

Der einzige Haken: ich nutze diese Faehigkeiten kaum zur Partnerfindung, da ich meine Lebens-Prioritaeten auf andere Ziele gelegt habe, und fuer Partnerfindung jetzt kaum noch Zeit uebrig bleibt.


CU, Kief
Deeskalation, ohne danach die Probleme anpacken zu wollen,
das ist wie Ablenkung, oder Hinhalte-Taktik/Aussitzen wollen:
als Gespraechsverweigerung die getarnteste Form von Eskalation.

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Re: Männliche Absolute Beginner Dissertation

Beitrag von Wailer » Donnerstag 22. Mai 2014, 02:46

S. 26
"Diese Arbeit nimmt zum Ausgangspunkt eine psychologische Studie, in der
Neyer et al. (1999; 2001; 2007) über mehrere Messzeitpunkte hinweg
nachweisen können, dass Männer (und Frauen) durch das Eingehen einer
Partnerschaft gewisse „Reifungseffekte“ erfahren, die sich in Form von
veränderten Persönlichkeitsprofilen nachweisen lassen."

So hart es klingt, aber ich glaube, dass wir als ABs eben genau diese "Reifungeffekte" selbstständig erarbeiten müssen. Genau dehsalb sind solche Studien auch so wichtig, weil man dann genauer weiß, woran ich als Ab arbeiten arbeiten muss. Darüber will ich auch diskutieren: Aufgrund solcher Studien gemeinsam Strategien zur Selbsthilfe entwicklen. Natürlich kann eine Studie nicht alle Probleme lösen, aber es ist ein Teil des Puzzles.

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Re: Männliche Absolute Beginner Dissertation

Beitrag von NBUC » Donnerstag 22. Mai 2014, 03:07

Steht darin auch, was diese "gewissen" Reifungseffekte dann sind?

Unreife wird gerade männlichen Singles ja des öfteren vorgeworfen.
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Alle gesellschaftlichen Betrachtungen enthalten zwangsläufig Verallgemeinerungen und werden daher Ausnahmen und Einzelfälle enthalten, denen sie nicht gerecht werden können.

wenn ich nicht antworten sollte heißt das nicht, dass du Recht hast, sondern ich kein Internet!

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Re: Männliche Absolute Beginner Dissertation

Beitrag von Wailer » Donnerstag 22. Mai 2014, 03:34

Hmm gute Frage. Ist auf der ersten Blick und querlesen etwas schwammig und nicht klar herausgearbeitet. Das beschreibts vlt. ganz gut: "Ohne „identitätsbestätigende“, partnerschaftliche Erfahrungen bleiben Persönlichkeits-eigenschaften wie erhöhte Schüchternheit und Neurotizismus bestehen und werden nicht zugunsten einer höheren Extraversion, Gewissenhaftigkeit und eines gesteigerten Selbstwertgefühls kompensiert." S.127
Er trennt Schüchterneheit und Introversion auch nicht klar ab. Auch find ich komisch, dass er Selbstwertgefühl als Persönlichkeitseigenschaft einstuft. Da müsste man mal die Originalquelle anschauen
http://onlinelibrary.wiley.com/doi/10.1 ... x/abstract (habe keinen Zugriff)
Ich würds so interpretieren, dass Beziehungserfahrungen eine Persönlichkeitsentwicklung mit sich führen, die zu einer Persönlichkeit führen, die bei der Partnersuche vorteilhafter ist, wie z.B. höhere Extraversion. Das ist halt aber auch wieder nur im Durchschnitt zu sehen. Und es heißt nicht, dass Introvertierte keine Partner finden, sonst wären ja 50% der Menschen Partnerlos. Naja, ich bin total übermüded und weiß schon nicht mehr was ich eigentlich schriebne wollte, gute Nacht :-)

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Re: Männliche Absolute Beginner Dissertation

Beitrag von m13ab » Donnerstag 22. Mai 2014, 09:08

NBUC hat geschrieben:Steht darin auch, was diese "gewissen" Reifungseffekte dann sind?

Unreife wird gerade männlichen Singles ja des öfteren vorgeworfen.
Man darf nicht vergessen, dass die Verachtung (männlicher) Unerfahrenheit bis hinein in wissenschaftliche Studien immer zu finden ist.

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