Schüchternheit größter Makel?

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Justus

Re: Schüchternheit größter Makel?

Beitrag von Justus » Samstag 24. Oktober 2015, 20:27

Ich bin selbst auch ehr introvertiert und nach einer Woche Asien wünsche ich mich irgendwie dorthin zurück. Das erste was mir in Deutschland aufgefallen ist als ich zurückkam, war wie unfreundliche die Menschen hier sind. Wo ich war, waren die Menschen einfach harmoniebedürftiger. Diese Ellbogen Mentalität und hier komme ich gefällt mir nicht.

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Re: Schüchternheit größter Makel?

Beitrag von Versingled » Samstag 24. Oktober 2015, 21:26

Justus hat geschrieben:Ich bin selbst auch ehr introvertiert und nach einer Woche Asien wünsche ich mich irgendwie dorthin zurück. Das erste was mir in Deutschland aufgefallen ist als ich zurückkam, war wie unfreundliche die Menschen hier sind. Wo ich war, waren die Menschen einfach harmoniebedürftiger. Diese Ellbogen Mentalität und hier komme ich gefällt mir nicht.
Ich wage die Behauptung, dass sobald man D mal verlässt man mit bekommt, dass es auch anders geht ...
In Gedenken an all das Leben, das heute zu Ende ging. Es ist ein unwiederbringlicher Verlust ... :sadman:

Gott, gib mir die Gelassenheit, Dinge hinzunehmen, die ich nicht ändern kann, den Mut, Dinge zu ändern, die ich ändern kann, und die Weisheit, das eine vom anderen zu unterscheiden.

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Re: Schüchternheit größter Makel?

Beitrag von Montecristo » Sonntag 25. Oktober 2015, 00:50

Mondstaub hat geschrieben:Da gab es jeden Tag Beleidigungen und ich bin in dem Moment einfach zu geschockt für eine schlagfertige Antwort. Diese Beleidigungen wurden als "Witze" verpackt oft, aber nun sieht man ja, dass es eben doch sehr wohl ernst war.
Darauf braucht es keine schlagfertige und subtile Antwort. Auf einen groben Klotz gehört ein grober Keil.
An der Stelle muss man nur zeigen, dass man nicht alles mit sich machen lässt. Freunde kann man an der Stelle sowieso keine verlieren.
Strange Lady hat geschrieben:Notfalls solltest du alles schriftlich fixieren und an die Vorgesetzten senden, mit der Drohung, rechtliche Schritte einzuleiten.
Bringt ja eigentlich nur im Extremfall was. Wenn man sowieso kurz vor dem Abschuss steht und vielleicht noch was retten muss/kann.

@Mondstaub:
Was ist denn der Ausgangspunkt des Mobbings/der Schwierigkeiten? Ist es wirklich nur die Schüchternheit oder hast Du Probleme mit dem Job selbst? Ein wenig selbstbewusster Mensch kann solche Probleme deutlich schwerer ausbügeln. Da haben es dann extrovertierte Typen einfacher.
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Re: Schüchternheit größter Makel?

Beitrag von Montecristo » Sonntag 25. Oktober 2015, 00:59

Fuzzi hat geschrieben:Ich glaube, dass wenn man eine Klappe hat und sich gut ausdrückt und eben im richtigen Moment das richtige sagt und sich entsprechend darstellt dann hat man mit allem Erfolg. Egal ob jetzt beruflich oder privat.
Naja, mit Klappe kommt man erstmal weiter. Dauerhafter Erfolg ist sicher noch etwas anderes.
Fuzzi hat geschrieben:Aber ich finde es nicht schlimm wenn man eine ruhige Person ist. Ich empfinde schrille und ununterbrochen redende Leute extrem anstrengend und will solche Leute wenig um mich haben. Ich glaube auch hier muss man halt die Balance finden.
Das empfinden alle Menschen ähnlich. Wenn man nicht völlig introvertiert ist, dann sehe ich auch keine grundsätzlichen Probleme.
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Re: Schüchternheit größter Makel?

Beitrag von Nonkonformist » Sonntag 25. Oktober 2015, 08:21

Montecristo hat geschrieben:
Fuzzi hat geschrieben:Aber ich finde es nicht schlimm wenn man eine ruhige Person ist. Ich empfinde schrille und ununterbrochen redende Leute extrem anstrengend und will solche Leute wenig um mich haben. Ich glaube auch hier muss man halt die Balance finden.
Das empfinden alle Menschen ähnlich. Wenn man nicht völlig introvertiert ist, dann sehe ich auch keine grundsätzlichen Probleme.
Nein, HSPs zum beispiel ertragen so etwas wesentlich schlechter als nicht-HSPs.
(So wie laute musik, zu schrelles licht, usw).

HSPs sind in der regel auch harmoniebedürftiger als nicht-HSPs; dauerhafte machtstreit
ist für mich extremst erschöpfend, und gruppen die zu bemüht sind um den hackordnung
vermeide ich am liebsten wo möglich.
Mal ein ausseindersetzung um zu verhindern das ich ausgenutzt wird ist ein ding;
dauerhafte konfrontationen mit idioten den es normal ist den schwächeren aus zu
beuten ist mir zu viel; in sofern es möglich ist bleibe ich solche menschen fern.
(Leider belohnt unseres jetziges wirtschaftsystem gerade solche menschen.)

Hat weiter weniger mit schüchternheit zu tun, als mit der wünsch nicht das halbe
leben an unsinnigen und erschöpfenden machtskämpfe zu verschwenden.
Manche menschen finden es vielleicht spannend so zu leben wie in der Denver Clan,
(und ich habe es in der werbewelt fast so schlimm miterlebt, inklusieve fehden); ich
kann gerne drauf verzichten....
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Re: Schüchternheit größter Makel?

Beitrag von Montecristo » Sonntag 25. Oktober 2015, 10:29

Nonkonformist hat geschrieben:Hat weiter weniger mit schüchternheit zu tun, als mit der wünsch nicht das halbe
leben an unsinnigen und erschöpfenden machtskämpfe zu verschwenden.
Manche menschen finden es vielleicht spannend so zu leben wie in der Denver Clan,
Konflikte bei der Arbeit haben doch irgendeine Ursache. Typischerweise klemmt bei der Arbeit irgendwas. Dann hat derjenige, der das nicht hinkriegt ein Problem. Allerdings ist die genaue Ursache meist schwerer zu finden. Dann gibt es Streit (X liefert Bericht zu spät, weil die Computer nicht laufen oder Y keine Daten zuarbeitet. Wer hat dann schuld?)

Mitarbeiter, die direkt um bessere Positionen konkurieren sind etwas völlig anderes. Manche JObs sind so gestrickt, dass das passieren MUSS. (Da möchte ich auch nicht arbeiten.) In anderen Jobs gibts das praktisch nicht. Dann braucht auch niemand Intrigen spinnen.

Spinner, die alle Mitmenschen ärgern müssen, gibts Gottseidank sehr wenige.
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Re: Schüchternheit größter Makel?

Beitrag von Nonkonformist » Sonntag 25. Oktober 2015, 10:58

Montecristo hat geschrieben:
Nonkonformist hat geschrieben:Hat weiter weniger mit schüchternheit zu tun, als mit der wünsch nicht das halbe
leben an unsinnigen und erschöpfenden machtskämpfe zu verschwenden.
Manche menschen finden es vielleicht spannend so zu leben wie in der Denver Clan,
Konflikte bei der Arbeit haben doch irgendeine Ursache. Typischerweise klemmt bei der Arbeit irgendwas. Dann hat derjenige, der das nicht hinkriegt ein Problem. Allerdings ist die genaue Ursache meist schwerer zu finden. Dann gibt es Streit (X liefert Bericht zu spät, weil die Computer nicht laufen oder Y keine Daten zuarbeitet. Wer hat dann schuld?)

Mitarbeiter, die direkt um bessere Positionen konkurieren sind etwas völlig anderes. Manche JObs sind so gestrickt, dass das passieren MUSS. (Da möchte ich auch nicht arbeiten.) In anderen Jobs gibts das praktisch nicht. Dann braucht auch niemand Intrigen spinnen.

Spinner, die alle Mitmenschen ärgern müssen, gibts Gottseidank sehr wenige.
Ich rede hier weniger von mal ein praktisches problem das gelöst werden müß, aber von das algemeine
arbeitsklima. Sogar in der trickfilmwelt gab es mal intrigen - was meist das arbeitsklima vollkommen
versaut hat, in diese studios fühlte ich mich unwohl.

Ich habe mein ganzes leben als trickfilmzeichner gearbeitet, und kenne die unterschiede in den branchen.
In der welt der fernsehwerbung hatte ich mit werbeagenturen zu tun; da gibt es extrem viel streit um den
internen hierarchie, und sind status und geld wichtiger als qualität. Alles auch mehr playboys als künstler.
So einige der art directors womit ich zusammen arbeiten müßte waren ziemlich inkompetent, aber sehr
geschickt darin, sichselbst zu verkaufen, und mit den ellbogen zu arbeiten.

Ein werbung-regisseur mit wem ich regelmäßig zusammen gearbeitet habe, fasste seine ständige und von
ihm verhasste konferenzen in seinen firma mal so zusammen: "Wir haben mal wieder stunden über gar nichts
geredet, es würde nur der hackordnung überprüft und neu definiert. Wie fast immer."
Meist haben nicht die beste ideeen sich durchgesetzt, nur die aggressivsten und politisch meist geschickten
mitarbeitern. Mehr politik als kompetenz, in vielen fälle. Da empfand ich durchsetzungsvermögen häufig
als etwas ganz negatives. (Leider haben die politischen tiere kreativ eher wenig drauf, und es gab da eine
menge fehlentscheidungen, ich war am ende froh aus der werbung ausgestiegen zu sein.)

In der kino-trickfilmwelt gibt es das alles viel, viel weniger, und gibts es mehr zusammenarbeit als
konkurrenz. Harmonie statt machtskämpfe. Qualität ist da wichtiger als das große gewinn. Oder
hierarchie. Und da müß man tatsächlich was können um weiter zu kommen.

Ich bevorzüge das letzte.
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Re: Schüchternheit größter Makel?

Beitrag von Mark29 » Sonntag 25. Oktober 2015, 17:31

Als Mann ist es definitiv DAS Anti-Attraktivitäts-Merkmal.

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Re: Schüchternheit größter Makel?

Beitrag von Girassol » Sonntag 25. Oktober 2015, 19:34

Mark29 hat geschrieben:Als Mann ist es definitiv DAS Anti-Attraktivitäts-Merkmal.
Ich bin selbst eher zurückhaltend und finde schüchterne Männer eigentlich ganz süß. Wenn ich den Mann wirklich mag, kann ich meine Schüchternheit ihm gegenüber recht schnell ablegen und mich öffnen.
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Re: Schüchternheit größter Makel?

Beitrag von Der Essi » Sonntag 25. Oktober 2015, 21:32

Ich denke, es ist nicht die Schüchternheit selbst, die unattraktiv macht. Man hört ja oft, dass sie sogar positiv erscheinen kann, bei Männern wie Frauen. Nämlich dann, wenn man dem schüchternen Menschen anmerkt, dass er sich für eine bestimmte Aktion selbst überwinden muss.
Was unattraktiv macht, sind die Begleiterscheinungen der Schüchternheit wie Unsicherheit, Distanzierung, Rückzug, allgemein Passivität. Die werden aber oft nicht als Schüchternheit verstanden, sondern als mangelnde Kommunikationsfähigkeit, Verklemmtheit, Desinteresse oder Ablehnung.

Also: Ein Hemmschuh ist Schüchternheit immer dann, wenn sie Handlungen verhindert. Sobald sie bei Handlungen sichtbar wird, kann sie durchaus positiv ankommen.
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Re: Schüchternheit größter Makel?

Beitrag von Lisa » Sonntag 25. Oktober 2015, 22:48

Mark29 hat geschrieben:Als Mann ist es definitiv DAS Anti-Attraktivitäts-Merkmal.
Nein, ist es nicht. :)
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Re: Schüchternheit größter Makel?

Beitrag von Siegfried » Sonntag 25. Oktober 2015, 23:09

Girassol hat geschrieben:
Mark29 hat geschrieben:Als Mann ist es definitiv DAS Anti-Attraktivitäts-Merkmal.
Ich bin selbst eher zurückhaltend und finde schüchterne Männer eigentlich ganz süß. Wenn ich den Mann wirklich mag, kann ich meine Schüchternheit ihm gegenüber recht schnell ablegen und mich öffnen.
Und wie lang bleibt die Schüchternheit noch süß wenn man sie nach eben nicht ablegen kann und verschlossen bleibt weil man eben nicht kann oder die Mauer doch sehr dick ist ?

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Re: Schüchternheit größter Makel?

Beitrag von Lisa » Sonntag 25. Oktober 2015, 23:34

Siegfried hat geschrieben:Und wie lang bleibt die Schüchternheit noch süß wenn man sie nach eben nicht ablegen kann und verschlossen bleibt weil man eben nicht kann oder die Mauer doch sehr dick ist ?
Dann wäre das aber vielleicht keine Schüchternheit mehr, sondern was anderes (z.B. Verschlossenheit), oder sehe ich das falsch? :gruebel:

Ich war mir jetzt gerade nicht so sicher und habe deshalb Wikipedia befragt, wo Schüchternheit wie folgt definiert wird: "Unter Schüchternheit versteht man die Ängstlichkeit eines Menschen beim Anknüpfen zwischenmenschlicher Beziehungen [...] die allgemeine Neigung eines Menschen, auf die Begegnung mit nicht vertrauten Menschen mit Verunsicherung oder Furcht zu reagieren."
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Re: Schüchternheit größter Makel?

Beitrag von Siegfried » Montag 26. Oktober 2015, 00:04

Lisa hat geschrieben:
Siegfried hat geschrieben:Und wie lang bleibt die Schüchternheit noch süß wenn man sie nach eben nicht ablegen kann und verschlossen bleibt weil man eben nicht kann oder die Mauer doch sehr dick ist ?
Dann wäre das aber vielleicht keine Schüchternheit mehr, sondern was anderes (z.B. Verschlossenheit), oder sehe ich das falsch? :gruebel:

Ich war mir jetzt gerade nicht so sicher und habe deshalb Wikipedia befragt, wo Schüchternheit wie folgt definiert wird: "Unter Schüchternheit versteht man die Ängstlichkeit eines Menschen beim Anknüpfen zwischenmenschlicher Beziehungen [...] die allgemeine Neigung eines Menschen, auf die Begegnung mit nicht vertrauten Menschen mit Verunsicherung oder Furcht zu reagieren."
"Eigenschaft einer Person, sich gegenüber anderen verlegen/distanziert zu verhalten" sagt Wiktionary einfach dazu...von nur nicht vertrauten Menschen steht da nix.

Es ist halt ein großes Problem das bei diesen ganzen Begriffen die im sozialen Kontext benutzt werden doch alle recht schwammig in ihrer Bedeutung sind so das jeder etwas anderes drunter verstehen kann.

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Re: Schüchternheit größter Makel?

Beitrag von Bloom » Montag 26. Oktober 2015, 06:09

Siegfried hat geschrieben:Und wie lang bleibt die Schüchternheit noch süß wenn man sie nach eben nicht ablegen kann und verschlossen bleibt weil man eben nicht kann oder die Mauer doch sehr dick ist ?
Das ist denke ich schon ein großes Problem und würde auch bei einer Frau abschreckend wirken.
Ein Bekannter von mir (übrigens normalo) hat mal ne Frau gedated die im Verlauf der Dates auch nicht wirklich aus sich rauskam und während den Dates immer sehr zurückhaltend und still war. Obwohl sie seiner Meinung nach eine 8 auf der Skala war (Aussehens mäßig), hat er trotzdem den Kontakt zu ihr abgebrochen.
Ich selber habe solche Frauen auch schon erlebt und ich muss auch ganz klar sagen das es einfach abfuckt wenn jemand beim Date mal so gar nicht auftaut (vor allem wenn man selbst eher ruhig und zurückhaltend ist). Sicher eine Person kann absolut nichts dafür, trotzdem verringert es die Chance auf eine Beziehung ungemein. Ganz egal, ob Frau oder Mann. Wenn er/sie nicht redet, kann man die Person einfach nicht richtig kennen lernen. Und man will ja schließlich keine Beziehung mit Jemandem den man eigentlich gar nicht wirklich kennt. :?

Ansonsten sehe ich es ähnlich wie Essi,
Schüchternheit wirkt auf andere Leute oft arrogant oder distanziert und abweisend und wird oftmals gar nicht als eigentliche Schüchternheit erkannt.

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Re: Schüchternheit größter Makel?

Beitrag von Girassol » Montag 26. Oktober 2015, 07:33

Siegfried hat geschrieben:Und wie lang bleibt die Schüchternheit noch süß wenn man sie nach eben nicht ablegen kann und verschlossen bleibt weil man eben nicht kann oder die Mauer doch sehr dick ist ?
Dann wird die Sache wohl eher doch schwierig, weil das auf mich dann eher den Eindruck machen würde, dass der andere mir nicht vertraut und mich nicht so wirklich an seinem (Gefühls-) Leben teilhaben lassen will. Wie bereits gesagt, anfängliche Schüchternheit kann ganz süß sein, aber auf Dauer stellt Schüchternheit wohl bei der Beziehungsanbahnung oder in einer Beziehung ein Problem dar.
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Re: Schüchternheit größter Makel?

Beitrag von klecks » Montag 26. Oktober 2015, 17:41

Mir stellt sich dann auch die Frage, wie sich denn die schüchterne Person eine Beziehung vorstellt. Welche Menschen sie anziehend findet. Ob überhaupt ... Und wie sie Interesse bei sich selbst spürt - und wie sie sie anderen zeigt.

Eine Beziehung ist eben eine Beziehung. Etwas, das zwischen zwei Menschen geschieht. Wenn es da nicht zu einer Verbindung kommt, die BEIDE spüren können, wird es halt keine Beziehung ... :?

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Re: Schüchternheit größter Makel?

Beitrag von Montecristo » Montag 26. Oktober 2015, 20:01

Lisa hat geschrieben:
Mark29 hat geschrieben:Als Mann ist es definitiv DAS Anti-Attraktivitäts-Merkmal.
Nein, ist es nicht.
Das Problem ist nicht nur schüchtern oder nicht schüchtern. Die AB-Problematik ist multikausal.

Der Schüchterne pflegt eben keinen sozialen Umgang. Als Gesprächsthemen bleiben dann nur der Star-Wars-Kanon und der letzte Ego-Shooter. Im Schrank hängt eine zweite Jeans, die auch völlig verwaschen ist und die T-Shirt-Sammlung mit den lustigen Nerd-Motiven ergänzt. Sport ist sowieso ungesund und Haare schneiden was für Spießer. Man ist eben originell und unangepasst. Im Beruf klappt es dann oft auch nicht. Es versteht halt niemand das ganze ungenutzte Potential.
Wenn noch die eigenen Ansprüche ein bisschen höher liegen, ist dann eben Ende Gelände.

Das ganze nur beispielhaft. Es ist eben harte Arbeit das ABtum zu beenden. Natürlich kann man mit großem Glück auch eine Frau finden, die auf schüchterne Jungs steht. Nur muss man dann auch signalisieren, dass man in ganzen Sätzen reden kann und ein bisschen was drauf hat.

Es zahlt sich dann eben aus TV und Spielekonsole wegzuschmeissen und mal ein bisschen unter Leute zu gehen.
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Re: Schüchternheit größter Makel?

Beitrag von Ringelnatz » Montag 26. Oktober 2015, 20:29

Montecristo hat geschrieben:Es versteht halt niemand das ganze ungenutzte Potential.
:lach:
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Re: Schüchternheit größter Makel?

Beitrag von Catesby » Montag 26. Oktober 2015, 21:55

Ich denke Schüchternheit ist kein Makel, sondern nur eine Erschwernis. Habe ich gerade eben selbst wieder gemerkt.

Ich habe gesehen, dass ein nettes Mädchen, mit dem ich mich zuvor nett unterhalten hatte, und die mich auch in gewisser Weise eingeladen, alleine in einem Raum saß. Ich habe mir gesagt, dass ich da hin gehen muss und reden, irgendetwas sagen. Ich laufe, immer weiter, und schnurstracks vorbei. Als ich die nächste Tür passiert habe, denke ich mir: "Du bist so ein feiger Vollidiot, lass dir mal ein paar Eier wachsen!"

Dann hab ich kurz später gesagt "scheiß drauf" und bin einfach wieder zurückgegangen und hab mich wieder super eine halbe Stunde unterhalten, hab die Handynummer und bin auf Samstag auf eine WG-Party eingeladen :hammer:

Da stell ich mir die Frage, warum ich immer wieder so reagiere wie zuerst und vor allem weglaufe, wo doch alles so wahnsinnig einfach sein kann! :gruebel:

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