Soziale Phobie (F40.1) - Es hat endlich einen Namen

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Kief
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Re: Soziale Phobie (F40.1) - Es hat endlich einen Namen

Beitrag von Kief » Mittwoch 7. Dezember 2016, 23:45

Wenona hat geschrieben:In dem Thread geht es um Soziale Phobie.
Und in dem bemaengelten Satz lese ich die thematische Abgrenzung heraus ...
Dass ihr das auf die Phobie bezieht, das ist mir voellig unverstaendlich.


CU, Kief
Deeskalation, ohne danach die Probleme anpacken zu wollen,
das ist wie Ablenkung, oder Hinhalte-Taktik/Aussitzen wollen:
als Gespraechsverweigerung die getarnteste Form von Eskalation.

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Re: Soziale Phobie (F40.1) - Es hat endlich einen Namen

Beitrag von Movement » Donnerstag 8. Dezember 2016, 01:05

Wenona hat geschrieben:In dem Thread geht es um Soziale Phobie. Die kann man nicht durch Routine beseitigen. Und oben wurde es ja schon mehrfach beschrieben, dass es eben nicht nur "Unsicherheit" ist, sondern dass man von der Angst völlig vereinnahmt wird. Diese Verharmlosungen können einen schon manchmal wütend machen.
Naja die kognitive Verhaltenstherapie, die bei sozialer Phobie meist angewendet wird, setzt aber eben doch erfolgreich (bestätigen viele Studien) auf Routine und Erfolgserlebnisse.

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Re: Soziale Phobie (F40.1) - Es hat endlich einen Namen

Beitrag von Morningstar » Donnerstag 8. Dezember 2016, 01:11

Wenona hat geschrieben:In dem Thread geht es um Soziale Phobie. Die kann man nicht durch Routine beseitigen. Und oben wurde es ja schon mehrfach beschrieben, dass es eben nicht nur "Unsicherheit" ist, sondern dass man von der Angst völlig vereinnahmt wird. Diese Verharmlosungen können einen schon manchmal wütend machen.
Verharmlosen will ich da gar nix, da ich ja selbst nicht frei von diesen Ängsten bin und weiß wie sie einen einschränken können. Nur das es bei mir zumindest partiell besser geworden ist, durch Konfrontation derselben.

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Re: Soziale Phobie (F40.1) - Es hat endlich einen Namen

Beitrag von Siegfried » Donnerstag 8. Dezember 2016, 10:53

Verallgemeinern kann man wohl bei physischen Störungen schlecht.
Ich würde mal sagen, das der Auslößer und die Auswirkungen für eine soziale Phobie ja auch mehere Ursachen haben kann ebenso wie das beim AB ja auch der Fall ist. Entsprechend müßte man sich dann genau im Einzelfall anschauen wo die Probleme liegen und danach dann eine Behandlungsstrategie entwickelt werden.

Wenn ich das so lese scheint es ja im professionellen Bereich auch wenig Therapie zu geben was wirklich hilft außer das es im Endeffekt darauf hinausläuft irgendwelche gute Laune Pillen ewig fressen zu müssen.

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Re: Soziale Phobie (F40.1) - Es hat endlich einen Namen

Beitrag von Mit müden Augen » Donnerstag 8. Dezember 2016, 11:51

Siegfried hat geschrieben:Wenn ich das so lese scheint es ja im professionellen Bereich auch wenig Therapie zu geben was wirklich hilft außer das es im Endeffekt darauf hinausläuft irgendwelche gute Laune Pillen ewig fressen zu müssen.
Das ist Blödsinn. Es gibt sehr effektive Therapien, aber jeder Mensch ist anders und man muss manchmal lange suchen um die passende Therapie und den passenden Therapeuten zu suchen (und Therapien brauchen Zeit, manchmal sehr viel davon). Und gute-Laune-Pillen gibt es nicht. Medikamente können unterstützend wirken, aber es sind keine Wundermittel. Außerdem gilt auch hier dass man erstmal den passenden Wirkstoff finden muss der einem hilft und den man verträgt. Wenn das passiert ist sollte es kein großes Problem sein jeden Tag eine Tablette zu nehmen finde ich.
Psychische Probleme sind unter Umständen deutlich schwerer zu behandeln als eine Grippe oder ein gebrochenes Bein, aber von vorne herein zu sagen "Es gibt sowieso keine Lösung" finde ich fatal. Es kann viel Zeit und Anstrengung kosten aber die ist es wert wenn das Leben dadurch erträglicher wird. Ist irgendwie schon komisch dass ausgerechnet _ich_ sowas predige...
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Re: Soziale Phobie (F40.1) - Es hat endlich einen Namen

Beitrag von Morningstar » Donnerstag 8. Dezember 2016, 12:55

Mit müden Augen hat geschrieben:
Siegfried hat geschrieben:Wenn ich das so lese scheint es ja im professionellen Bereich auch wenig Therapie zu geben was wirklich hilft außer das es im Endeffekt darauf hinausläuft irgendwelche gute Laune Pillen ewig fressen zu müssen.
Das ist Blödsinn. Es gibt sehr effektive Therapien, aber jeder Mensch ist anders und man muss manchmal lange suchen um die passende Therapie und den passenden Therapeuten zu suchen (und Therapien brauchen Zeit, manchmal sehr viel davon). Und gute-Laune-Pillen gibt es nicht. Medikamente können unterstützend wirken, aber es sind keine Wundermittel. Außerdem gilt auch hier dass man erstmal den passenden Wirkstoff finden muss der einem hilft und den man verträgt. Wenn das passiert ist sollte es kein großes Problem sein jeden Tag eine Tablette zu nehmen finde ich.
Psychische Probleme sind unter Umständen deutlich schwerer zu behandeln als eine Grippe oder ein gebrochenes Bein, aber von vorne herein zu sagen "Es gibt sowieso keine Lösung" finde ich fatal. Es kann viel Zeit und Anstrengung kosten aber die ist es wert wenn das Leben dadurch erträglicher wird. Ist irgendwie schon komisch dass ausgerechnet _ich_ sowas predige...
Danke dür den Beitrag, sehe ja an mir das ich mit meinem neuen Therapeuten durchaus Fortschritte mache, mit meiner vorherigen Therapeutin jedoch so gut wie keine. Kommt eben immer darauf an wie Person und die verwendeten Methoden zusammenpassen oder nicht. Da das individuell sehr unterschiedlich ist kann man dann auch nicht sagen das ein Therapeut besser oder schlechter ist als ein anderer. Da lässt sich nix generalisieren.

Wenn man natürlich in eine Therapie geht und von Anfang an davon überzeugt ist das das alles sowieso nix bringt dann wird dem auch so sein. Ein Grund warum bei mir in der Vergangenheit Therapie Versuche so oft fehlgeschlagen sind. Die innere Einstellung dazu scheint mir da sehr wichtig zu sein. Wenn man für eine Therapie nicht bereit ist, dann kann der Therapeut noch so professionell sein, es wird nicht viel nützen.

Und ja man braucht Gedult bis sich Resultate zeigen. Und zu hohe Erwartungen sollte man auch nicht haben. Aus einem Introvertierten AB wird sicherlich kein Partylöwe werden der jeden zweiten Tag einen ONS hat. Unmöglich. Dennoch kann man seine Situation doch erheblich verbessern wenn man sich darauf einlässt so das man dann eben offen mit anderen Menschen umgehen kann ohne das einen die Ängste völlig im Griff haben. Die Angst wird vielleicht nie ganz verschwinden, diese aber sagen wir mal um 50-80% zu reduzieren wäre aber schon für sich gesehen ein Frotschritt der sich sehr lohnt und auch evtl schon völlig ausreichend ist um dann so mit anderen Menschen umgehen zu können das es auch mal für eine Partnerschaft reicht.

Bei einer Therapie geht es ja nicht darum ein völlig neuer Mensch zu werden sondern seine eigenen Resourcen und Möglichkeiten zu erkennen und diese dann auch einsetzen zu können um im Leben voran zu kommen.

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Re: Soziale Phobie (F40.1) - Es hat endlich einen Namen

Beitrag von soukous » Donnerstag 8. Dezember 2016, 14:14

Man kann schon seine Uhr danach stellen: Jedes Mal, wenn ein User in diesem Forums über eine vereinnahmende Angst berichtet, kommt ein anderer daher, der behauptet, der einzige und ausschließliche Behandlungsweg führe über die traditionelle oder die kognitive Verhaltenstherapie.
Mystery hat geschrieben:Angst kann man nur abbauen oder überwinden, wenn man sich der Angst auch stellt. Die Angst wird mit der schrittweisen Konfrontation mit den eigenen Ängsten weniger werden.
Movement hat geschrieben: Naja die kognitive Verhaltenstherapie, die bei sozialer Phobie meist angewendet wird, setzt aber eben doch erfolgreich (bestätigen viele Studien) auf Routine und Erfolgserlebnisse.
Und jedes Mal fehlt es nicht an Gegenstimmen, die berichten, dass die schrittweise Desensibilisierung und die veränderten Glaubenssätze es nicht geschafft haben, das lähmende Angstgefühl zu beseitigen.
Wenona hat geschrieben: Das ändert aber nichts am Gefühl, das konstant bestehen bleibt.
Diese Gegenstimmen werden dann nicht so recht ernst genommen.


In der heutigen Gesellschaft scheint es weitgehend in Vergessenheit geraten zu sein, dass es andere Behandlungsmöglichkeiten für diese Leiden gibt.
Ich habe anlässlich eines ähnlichen - aber harmloseren - Falles etwas dazu geschrieben:

viewtopic.php?f=11&t=18257&p=660212&hil ... 12#p660212

Finde ich weiterhin zutreffend.

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Re: Soziale Phobie (F40.1) - Es hat endlich einen Namen

Beitrag von Sonnenklar » Donnerstag 8. Dezember 2016, 15:56

Dennoch kann man seine Situation doch erheblich verbessern wenn man sich darauf einlässt so das man dann eben offen mit anderen Menschen umgehen kann ohne das einen die Ängste völlig im Griff haben.
Bis auf diese Aussage kann ich Deinen Beitrag noch vertreten.

Allerdings oben stört mich sehr das fettgedruckte Wort, denn da kommt es für mich wieder so rüber, wer sich nicht darauf einlässt, der ist dann selber schuld.

Aber auch da sollte man Verständnis für Menschen mitbringen, die sich leider wegen extremsten Ängsten, Überforderungen und totale Blockaden in den entsprechenden Situationen sich nicht darauf einlassen können,

Das alles hat nun mal sehr viel auch mit Scham zu tun, wenn man in den Momenten nicht funktioniert, sondern damit völlig überfordert ist und dies dann auch noch für die Mitmenschen erkennbar wird und diese dann dafür gerade kein Verständnis für haben und denjenigen dann noch Vorwürfe macht oder ihn deswegen lächerlich macht.

Was Soukous dazu sagt kann ich auch gut vertreten, aber auch Schematherapie wird nicht für alle das Nonplusultra sein, die schon mit der kognitiven Verhaltenstherapie nicht weiterkamen.

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Re: Soziale Phobie (F40.1) - Es hat endlich einen Namen

Beitrag von Teetrinker » Donnerstag 8. Dezember 2016, 21:17

soukous hat geschrieben: Und jedes Mal fehlt es nicht an Gegenstimmen, die berichten, dass die schrittweise Desensibilisierung und die veränderten Glaubenssätze es nicht geschafft haben, das lähmende Angstgefühl zu beseitigen.
Da liegt dann meist die Frage bzw. Vermutung sehr nahe, ob es überhaupt zu ausreichend Desensibilisierung und Denkveränderung kam. Da ich wenig Lust auf Riesendiskussionen habe und auch nicht an deren Fruchtbarkeit glaube, räume ich erstmal ein, dass meine Argumentation ggf. zirkulär ist oder fehlt und es nur Behauptungen sind bzw mein Standpunkt vielleicht eher Glaube (zum Glück kann man sich das auch erlauben, weil das für die Alternativen erst recht gilt).

soukous hat geschrieben: In der heutigen Gesellschaft scheint es weitgehend in Vergessenheit geraten zu sein, dass es andere Behandlungsmöglichkeiten für diese Leiden gibt.
Ich habe anlässlich eines ähnlichen - aber harmloseren - Falles etwas dazu geschrieben:

viewtopic.php?f=11&t=18257&p=660212&hil ... 12#p660212

Finde ich weiterhin zutreffend.
Vergessenheit? Absolut nicht - Analyse/Tiefenpsychologie sind das dominante Klischee, Sofa dürfte nach wie vor die "toppe Antwort" sein, fragt man 100 Leute nach ihrer Ersten Assoziation mit Psychotherapie.

Und was Wirksamkeit angeht, wie gesagt, ist KVT nach Stand der Dinge auch vorne, noch besser könnte ggf. sogar die "neuere" Entwicklung sein, die weniger auf Denkinhalte (Bewertungen) sondern auf Denkweisen oder Gedanken auf einer höheren Ebene zielt, sein und viel mit der angesprochenen "mindfulness" arbeitet. Dauert sicher noch. Und ja, natürlich hängen Ergebnisse von Maßstäben also Prämissen hab und natürlich gibt es immer Zweifel und Verfälschungsverdacht, ob nicht zB untersuchte Gruppen zB besonders motiviert gearbeitet haben u.ä.

Interessanter wäre tatsächlich die Frage, wann und warum auch manchmal oder oft die Wirksamkeit (sehr) gering ist. Tja, wenn man das wüsste.

Ich freue mich über jeden Fall, bei dem irgendwas letztlich zu Abhilfe oder Linderung geführt hat, gerade wenn es um anscheinend hoffnungslose Fälle geht (Von Erfolgen bei bisher hoffnungslosen Fällen wird wahrscheinlich über jede Therapiemethode berichtet. Interessanter wären aber ganz andere Daten, Effektstärken, relative Häufigkeit der Erfolge, follow-ups und vor allem Klein-klein darüber, ob auch wirklich die Therapiemethode für die Effekte verantwortlich war). Rein sachlich ist die Fokussierung, erst recht die zwingende, auf irgendwelche emotionalen Ur-Erlebnisse eher fragwürdig oder überflüssig. Mag Vergangenes, Kindheit usw auch ursprünglich ursächlich sein (und recht sicher ist das so), entscheidend sind jetzige Verhaltens- und Erlebensweisen.

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Re: Soziale Phobie (F40.1) - Es hat endlich einen Namen

Beitrag von Mystery » Donnerstag 8. Dezember 2016, 21:51

soukous hat geschrieben:Man kann schon seine Uhr danach stellen: Jedes Mal, wenn ein User in diesem Forums über eine vereinnahmende Angst berichtet, kommt ein anderer daher, der behauptet, der einzige und ausschließliche Behandlungsweg führe über die traditionelle oder die kognitive Verhaltenstherapie.
Mystery hat geschrieben:Angst kann man nur abbauen oder überwinden, wenn man sich der Angst auch stellt. Die Angst wird mit der schrittweisen Konfrontation mit den eigenen Ängsten weniger werden.
Movement hat geschrieben: Naja die kognitive Verhaltenstherapie, die bei sozialer Phobie meist angewendet wird, setzt aber eben doch erfolgreich (bestätigen viele Studien) auf Routine und Erfolgserlebnisse.
Und jedes Mal fehlt es nicht an Gegenstimmen, die berichten, dass die schrittweise Desensibilisierung und die veränderten Glaubenssätze es nicht geschafft haben, das lähmende Angstgefühl zu beseitigen.
Wenona hat geschrieben: Das ändert aber nichts am Gefühl, das konstant bestehen bleibt.
Diese Gegenstimmen werden dann nicht so recht ernst genommen.


In der heutigen Gesellschaft scheint es weitgehend in Vergessenheit geraten zu sein, dass es andere Behandlungsmöglichkeiten für diese Leiden gibt.
Ich habe anlässlich eines ähnlichen - aber harmloseren - Falles etwas dazu geschrieben:

viewtopic.php?f=11&t=18257&p=660212&hil ... 12#p660212

Finde ich weiterhin zutreffend.

Selbst wenn man diese neue Therapiemethode ausprobiert, wird man anschließend an den Punkt kommen, wo man sich seinen Ängsten im wirklichen Leben stellen muss. Auch die bei einer klassischen Psychoanalyse wird man sich mit den in der Therapie erarbeiteten Fortschritte erst im Alltag austesten müssen. Jede Therapie ist nur Theorie, die vom Einzelnen im Alltag auf deren (personenbezogene!) Wirksamkeit getestet werden muss. Nicht jede Therapieform ist für jede Person geeignet. Dieses Suchen nach Schlupflöchern, um sich einer Angst nicht zu stellen, wird von vielen Therapeuten als Vermeidungsverhalten bezeichnet.
Die besten und idealste Therapieform (die es auf alle Personen bezogen nicht geben kann) wird nicht verhindern, dass sich Ängste nur von Therapiesitzungen auflösen. Leider.

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Re: Soziale Phobie (F40.1) - Es hat endlich einen Namen

Beitrag von Teetrinker » Donnerstag 8. Dezember 2016, 23:16

Jede Therapie ist nur Theorie, die vom Einzelnen im Alltag auf deren (personenbezogene!) Wirksamkeit getestet werden muss. Nicht jede Therapieform ist für jede Person geeignet. Dieses Suchen nach Schlupflöchern, um sich einer Angst nicht zu stellen, wird von vielen Therapeuten als Vermeidungsverhalten bezeichnet.
Die besten und idealste Therapieform (die es auf alle Personen bezogen nicht geben kann) wird nicht verhindern, dass sich Ängste nur von Therapiesitzungen auflösen. Leider.
Daher sollte die Alltagsexposition quasi zur Therapie gehören, jedenfalls zeitlich (also während der Behandlungszeit). Anders geht es doch auch nicht, sei denn Patienten erwarten ernsthaft von etwas Unterhaltung durchschlagende Effekte. Ergibt sich auch schon aus didaktischen Grundlagen: Man lernt doch nicht nur, und fängt erst reichlich später (etwa nach Ende vom Lernen) mit dem Üben/Trainieren an.

Dummerweise kann ein Therapeut nicht immer dabei sein - fast nie. Deswegen ist die wöchentliche Stunde so enorm auf die Mitarbeit des Betroffenen angewiesen, woran es leider extrem oft scheitert.

Wenona

Re: Soziale Phobie (F40.1) - Es hat endlich einen Namen

Beitrag von Wenona » Donnerstag 8. Dezember 2016, 23:18

Siegfried hat geschrieben: Wenn ich das so lese scheint es ja im professionellen Bereich auch wenig Therapie zu geben was wirklich hilft außer das es im Endeffekt darauf hinausläuft irgendwelche gute Laune Pillen ewig fressen zu müssen.
Und das funktioniert auch nur, wenn die wirken. :?
Teetrinker hat geschrieben:Ergibt sich auch schon aus didaktischen Grundlagen: Man lernt doch nicht nur, und fängt erst reichlich später (etwa nach Ende vom Lernen) mit dem Üben/Trainieren an.
Das nennt sich Studium.

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Re: Soziale Phobie (F40.1) - Es hat endlich einen Namen

Beitrag von Kafeu » Mittwoch 14. Dezember 2016, 22:01

So, ich melde mich nochmal.

Inzwischen hat sich bei mir ein Wirkstoffpegel aufgebaut und die antidepressive Wirkung ist deutlich zu spüren. Leider scheint das Sertralin aber bei mir die Wirkung zu verfehlen. Für mich ist es deutlich wahrnehmbar, dass ich seit Einnahmebeginn mich immer weniger für Sex interessiere. Frauen machen mich überhaupt nicht mehr an. Zumindest zum jetzigen Zeitpunkt hat es nicht die prmäre Angst abgeschaltet sondern den Trieb abgetötet.
Also kann ich garnicht ausprobieren, ob ich in solchen Situationen noch panisch werde. :regen:
Jetzt kann ich auch nachvollziehen, warum Flouxetin (auch SSRI wie Sertralin) als "Reproduktionsgift" bezeichnet werden.

Am 19. habe ich wieder einen Termin bei meinem Psychiater. Ich werde weiter berichten.
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Re: Soziale Phobie (F40.1) - Es hat endlich einen Namen

Beitrag von Morningstar » Mittwoch 14. Dezember 2016, 22:18

Kafeu hat geschrieben: Am 19. habe ich wieder einen Termin bei meinem Psychiater. Ich werde weiter berichten.
Wünsche dir viel Erfolg bei der Therapie :)

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Re: Soziale Phobie (F40.1) - Es hat endlich einen Namen

Beitrag von klex » Freitag 16. Dezember 2016, 21:43

Kafeu hat geschrieben:Leider scheint das Sertralin aber bei mir die Wirkung zu verfehlen. Für mich ist es deutlich wahrnehmbar, dass ich seit Einnahmebeginn mich immer weniger für Sex interessiere. Frauen machen mich überhaupt nicht mehr an. Zumindest zum jetzigen Zeitpunkt hat es nicht die prmäre Angst abgeschaltet sondern den Trieb abgetötet.
Ja, dann ist die erwünschte Wirkung gleich Null und eine unerwünschte Nebenwirkung volle Kanne. Sag das am besten deinem Psychiater, wenn du ihn am Montag wieder triffst. Mach ihm klar, dass du darunter leidest. ;-) Bitte ihn, das Medikament umzustellen (also ein anderes zu nehmen), wenn er es nicht gleich von sich aus vorschlägt. Möglicherweise verträgst du dieses Flouxetin, das du meintest, sogar besser. Die (Neben-)Wirkungen sind nicht bei allen Menschen gleich.

Ich wünsche dir alles Gute!
Es ist nicht das Gefühl, auf dem letzten Platz zu stehen, sondern das Gefühl, nicht mitspielen zu dürfen.

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Re: Soziale Phobie (F40.1) - Es hat endlich einen Namen

Beitrag von klex » Sonntag 18. Dezember 2016, 14:58

Morningstar hat geschrieben:Wenn man für eine Therapie nicht bereit ist, dann kann der Therapeut noch so professionell sein, es wird nicht viel nützen.
Da gibt es doch so einen Glühbirnenwitz: "Wieviele Psychologen braucht man, um eine Glühbirne einzuschrauben?" Antwort: "Nur einen, aber die Glühbirne muss auch wirklich wollen!" ;-)
Es ist nicht das Gefühl, auf dem letzten Platz zu stehen, sondern das Gefühl, nicht mitspielen zu dürfen.

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Re: Soziale Phobie (F40.1) - Es hat endlich einen Namen

Beitrag von Tyralis Fiena » Sonntag 18. Dezember 2016, 19:20

Morningstar hat geschrieben:
Und ja man braucht Gedult bis sich Resultate zeigen. Und zu hohe Erwartungen sollte man auch nicht haben. Aus einem Introvertierten AB wird sicherlich kein Partylöwe werden der jeden zweiten Tag einen ONS hat. Unmöglich. Dennoch kann man seine Situation doch erheblich verbessern wenn man sich darauf einlässt so das man dann eben offen mit anderen Menschen umgehen kann ohne das einen die Ängste völlig im Griff haben. Die Angst wird vielleicht nie ganz verschwinden, diese aber sagen wir mal um 50-80% zu reduzieren wäre aber schon für sich gesehen ein Frotschritt der sich sehr lohnt und auch evtl schon völlig ausreichend ist um dann so mit anderen Menschen umgehen zu können das es auch mal für eine Partnerschaft reicht.
Hmmm, ich glaube, das werfen auch manche Therapeuten in einen Topf. Eigentlich haben diese Therapien lediglich als Ziel, dass man die Ängste in den Griff bekommt. Nun lese ich aber etwas von Introvertiertheit. So tief sollen diese Therapien doch erstmal eh nicht in die Persönlichkeitsstruktur eingreifen. Oder? Es muss ja nicht sein, dass einem die Introvertiertheit selbst Probleme bereitet. Und von diesen Ängsten können auch mehr extrovertiert agierende Menschen betroffen sein.


Was die Schematherapie angeht, damit bin ich schon in Berührung gekommen. Die könnte durchaus interessant sein. Allerdings verblieb mir während meines Aufenthaltes nicht mehr genug Zeit zur ausgiebigen Beschäftigung. Zudem bin ich auch mit den Vorstellungen von den Modi (wie Kindmodi, Elternmodi...) nicht zurechtgekommen, weil sie zu meinem eigenen Vorstellungen inkompatibel sind. Vorstellungen von einem Elternwesen oder inneren Kind existiert da nicht. Für eine passende Übersetzung war die Zeit doch zu knapp.

Morningstar hat geschrieben:Bei mir ist es eher so das ich meist sehr selbstbewusst sein kann, nicht viele Ängste habe. Mit einer einzigen Ausnahme: Wenn es darum geht Frauen anzusprechen welche ich interessant finde.....

Hab schon auf Parteitagen gesprochen, auf Politischen Veranstaltungen und auf Demos, teils sogar im Radio (k.a wie viele tausend zuhörer). Hat mir irgendwie kaum was ausgemacht, war recht selbstsicher, nur wenig nervös. Aber dann, einer Frau hallo sagen, diese todesartige Panik. Völlig unlogisch und irrational und das obwohl ich doch immer so sehr Wert auf meine Rationalität lege. Vermutlich könnte ich mich leichter dazu durchringen ein feindliches Maschinengewehrnest mit bloßen Händen zu stürmen als offen auf eine für mich interessante Person zuzugehen.

Ist das nicht völlig verrückt ?
Nicht so sehr. Bei mir sieht es halt so aus, dass ich in Bereichen, wo ich quasi ein "inneren Script" dazu habe, zurechtkomme. Was halbwegs klar abgegrenzt ist, auch thematisch, ist für mich ohne allzu grosse innerliche Regungen zu bewältigen. Probleme bekomme ich nur, wenn es sich um eine offene Situation handelt. Ich weiss halt, das ich geistig nicht sehr wendig bin und mir eben Esprit fehlt. Schlimmer noch, ich weiss noch nicht mal wirklich, was einem Anderen gut tut könnte und was eher nicht. Ich habe dazu stets nur völlig unbelegbare Vermutungen, mehr nicht. Deshalb meide ich das Ansprechen auch und überhaupt offene Gespräche mit anderen. Ausser oberflächlicher Belanglosigkeiten wird dabei eh nichts herumkommen.

Gesehen wurde bei mir nur die Vermeidung. Ich würde kaum Blickkontakte aufnehmen und mich absondern. Auch mein rascher Abbruch der Musik- und der Kunsttherapie wurde Vermeidung und dementsprechend als Ausdruck von Sozialphobie gewertet. So urteilten die Therapeuten während meines kurzweiligenTherapieaufenthaltes über mich. Dabei würde mich schonmal mal interessieren, wie sich das anfühlt.

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Re: Soziale Phobie (F40.1) - Es hat endlich einen Namen

Beitrag von Morningstar » Montag 19. Dezember 2016, 14:31

Tyralis Fiena hat geschrieben:
Morningstar hat geschrieben: Nicht so sehr. Bei mir sieht es halt so aus, dass ich in Bereichen, wo ich quasi ein "inneren Script" dazu habe, zurechtkomme. Was halbwegs klar abgegrenzt ist, auch thematisch, ist für mich ohne allzu grosse innerliche Regungen zu bewältigen. Probleme bekomme ich nur, wenn es sich um eine offene Situation handelt. Ich weiss halt, das ich geistig nicht sehr wendig bin und mir eben Esprit fehlt. Schlimmer noch, ich weiss noch nicht mal wirklich, was einem Anderen gut tut könnte und was eher nicht. Ich habe dazu stets nur völlig unbelegbare Vermutungen, mehr nicht. Deshalb meide ich das Ansprechen auch und überhaupt offene Gespräche mit anderen. Ausser oberflächlicher Belanglosigkeiten wird dabei eh nichts herumkommen.

Ja, das trifft auch auf mich zu. Ist dann aber keine Phobie mehr sondern eher Folge meiner Introvertiertheit. Wenn ich mich in Gedanken Grübelnd mit irgendwelchen Nerd Themen beschäftige dann fällt mir eben nicht mehr wirklich auf welche Bedürfnisse/Emotionen die Menschen in meiner Umgebung haben. Hängt meiner Selbstbeobachtung damit dann stark zusammen das man so selbst kaum in Kontakt mit seinen eigenen Emotionen steht und daher dann auch schlecht anderen auf einer emotionalen Ebene begegnen kann.
Tyralis Fiena hat geschrieben: Schlimmer noch, ich weiss noch nicht mal wirklich, was einem Anderen gut tut könnte und was eher nicht. Ich habe dazu stets nur völlig unbelegbare Vermutungen, mehr nicht.
Du hast also Vermutungen, du Denkst also darüber nach was in den anderen vorgeht. Ja, das kenne ich. Bei den "Normalos" ist das ja eher so das das auf einer emotionalen Gefühlsebene läuft und daher quasi automatisch erkannt und darauf reagiert wird ohne das diese viel vermuten oder nachdenken. Vielleicht ist das ja einfach die negative Seite eines starken intellekts, alles zu zerdenken und die Sache damit so komplex zu machen bis sie einem als nicht mehr beherrschbar erscheint und man damit nicht mehr zurecht kommt.
Tyralis Fiena hat geschrieben:Gesehen wurde bei mir nur die Vermeidung. Ich würde kaum Blickkontakte aufnehmen und mich absondern. Auch mein rascher Abbruch der Musik- und der Kunsttherapie wurde Vermeidung und dementsprechend als Ausdruck von Sozialphobie gewertet. So urteilten die Therapeuten während meines kurzweiligenTherapieaufenthaltes über mich. Dabei würde mich schonmal mal interessieren, wie sich das anfühlt.
Hast du das denn abgebrochen weil du mit den anderen Leuten in der Gruppe nicht zurecht gekommen bist oder weil du für dich keinen Sinn in dieser Therapieform gesehen hast ?

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Re: Soziale Phobie (F40.1) - Es hat endlich einen Namen

Beitrag von Tyralis Fiena » Mittwoch 21. Dezember 2016, 04:23

Morningstar hat geschrieben: Ja, das trifft auch auf mich zu. Ist dann aber keine Phobie mehr sondern eher Folge meiner Introvertiertheit. Wenn ich mich in Gedanken Grübelnd mit irgendwelchen Nerd Themen beschäftige dann fällt mir eben nicht mehr wirklich auf welche Bedürfnisse/Emotionen die Menschen in meiner Umgebung haben. Hängt meiner Selbstbeobachtung damit dann stark zusammen das man so selbst kaum in Kontakt mit seinen eigenen Emotionen steht und daher dann auch schlecht anderen auf einer emotionalen Ebene begegnen kann.
In Bezug auf Grübeln erkenne ich mich auch wieder. Manchmal klinke ich mich auch gedankenlos aus und werde damit unempfänglich für äussere Reize (was manchmal wohl komisch wirkt)
Morningstar hat geschrieben: Du hast also Vermutungen, du Denkst also darüber nach was in den anderen vorgeht. Ja, das kenne ich. Bei den "Normalos" ist das ja eher so das das auf einer emotionalen Gefühlsebene läuft und daher quasi automatisch erkannt und darauf reagiert wird ohne das diese viel vermuten oder nachdenken. Vielleicht ist das ja einfach die negative Seite eines starken intellekts, alles zu zerdenken und die Sache damit so komplex zu machen bis sie einem als nicht mehr beherrschbar erscheint und man damit nicht mehr zurecht kommt.
Für mich ist es ein Krückstock, um überhaupt zurechtzukommen. Ohne diese teilweise Kompensation übers Denken wäre ich halt ziemlich aufgeschmissen. Ausser es geht um sehr starke Emotionen wie Wut. Dann muss ich aber Abstand nehmen, weil sich sowas ziemlich in mir auflädt, kaum zu kontrollieren ist und ich dafür zu empfänglich bin.
Morningstar hat geschrieben: Hast du das denn abgebrochen weil du mit den anderen Leuten in der Gruppe nicht zurecht gekommen bist oder weil du für dich keinen Sinn in dieser Therapieform gesehen hast ?
Mit den Menschen dort hatte ich kein Problem. Bei beiden Therapien wurde mir aber als Aufgabe gegeben, etwas davon zu malen und zu spielen, was in mir gefühlsmässig so los ist. Blöderweise fiel mir nix ein. Was malt man denn, wenn da nichts ist? Die ersten Male saß ich halt nur da und schaute aufs leere Blatt. Andere sollten dann auch interpretieren, was sie darin sahen. Irgendwann habe ich was gemalt und danach weggeworfen oder gleich dazu gesagt, dass das Bild keinerlei Bezug zu mir hat und es nichts zu interpretieren gibt. Einzig der Druck der Erwartung stieg in mir an.

Bei der Musiktherapie ging das noch schneller, bis für mich schluss war.Ein analytischer Zugang war mir dabei nicht möglich, weil ich dafür schlichtweg nicht genug auskenne. Und was gefühlsmässig zum Spielen gab es nicht. Dennoch wurde es erwartet und meine Ansage, dass es da nichts zu spielen gibt, wurde halt ignoriert.
Beides habe ich abgebrochen, weil es für mich kein Sinn ergab und ich dafür auch schlicht unzugänglich bin. Da lasse ich mich lieber stundenlang aufs Gedanken zerlegen ein und kann dabei vielleicht noch einen Lerneffekt erzielen.

Jomaster

Re: Soziale Phobie (F40.1) - Es hat endlich einen Namen

Beitrag von Jomaster » Mittwoch 21. Dezember 2016, 08:39

Morningstar hat geschrieben: Im grunde genommen musst du genau das tun wovor du Angst hast. Also wenn du wegen deiner Sozialphobie Angst davor hast fremde Leute anzusprechen dann musst du genau das tun. Dadurch das du das tust merkt dann dein Gehirn das da gar nichts schlimmes dabei ist und die Angst verschwindet langsam.

Du kannst ja Anfangen z.B. nach dem Weg zu fragen oder einfach nur lächeln und Hallo sagen oder so.
Später dann wenn dir das dann keine Probleme mehr macht kannst du auch anfangen Attraktive Männer in der Fußgängerzone anzusprechen und mit ihnen zu flirten. So steht es jedenfalls in einigen Psychologiebüchern als Herangehensweise beschrieben.
Denke, dass ist der richtige Weg. Klar mit Medikamenten und Psychodock geht das bestimmt wesentlich leichter und vermutlich schneller, aber dazu müsste ich sowas meinem Arzt erzählen und davor hab ich mindestens genausoviel Angst, wie vor fremde Leute anzusprechen. :mrgreen:

Ich versuche es auch aktuell mit lächeln und Hallo sagen, bin aber noch nicht ganz durch, bei den alten klappt das, aber bei den jungen Mädels noch nicht. Immer noch komische Hintergedanken, da wir ein kleines Städtchen sind, wo anonymität nicht unbedingt so gegeben ist.

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