Welchen Anteil haben eure Eltern daran, dass ihr AB wurdet?

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Welchen Anteil haben eure Eltern daran, dass ihr AB wurdet?

Ich war nie AB
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Das ist kompliziert, das muss ich im Text erklären ...
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Ich will nur was anklicken!
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Abstimmungen insgesamt: 131

Reinhard
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Welchen Anteil haben eure Eltern daran, dass ihr AB wurdet?

Beitrag von Reinhard » Sonntag 9. Juli 2017, 19:50

In letzter Zeit habe ich darüber nachgedacht, warum ich vor ganz gewöhnlichen Freizeitbeschäftigungen zurückschrecke. Es könnte auch daran liegen, dass ich die nie als normale Betätigung wahrgenommen habe, sondern etwas ganz Seltenes und Besonderes ... zum Beispiel war ich in den letzten zwei Jahren öfter oder genausooft im Zoo, im Freibad, beim Minigolf oder auf Weihnachtsmärkten wie während meiner gesamten Kindheit. :shock: Zumindest des Teils, an den ich mich noch erinnern kann. Oder meine Erinnerung ist schlecht. :gruebel: Dann frage ich mich noch, ob ich gewisse Defizite im sozialadäquaten Verhalten irgendwo mal erworben habe, und noch ein paar andere Sachen.

Naja, und bei den Überlegungen bin ich irgendwann mal bei den Eltern gelandet ... ich will jetzt nicht mit Schuldzuweisungen um mich werfen, und dass man nach dem 20sten Lebensjahr auch AB bleibt, hat man irgendwann schon vor allem sich selbst zuzuschreiben ... aber jetzt würde mich eben schon interessieren, wie das bei euch war, ob bei euch die Eltern dazu beigetragen haben, euch auf das Gleis zum ABtum gesetzt zu haben.

Mir ist eingefallen, dass ich seinerzeit schon mal in einem thematisch passenden Thread gepostet hatte, aber den wollte ich nicht reaktivieren. Aber wer möchte, kann nachlesen.

Die Antwortmöglichkeiten sind natürlich Schätzfragen, beziehungsweise ihr könnt einfach von "schwacher Einfluss der Eltern" bis "starker Einfluss" irgendwas auswählen.
Mag ja sein, dass jeder seines Glückes Schmied ist.

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Re: Welchen Anteil haben eure Eltern daran, dass ihr AB wurdet?

Beitrag von Versingled » Sonntag 9. Juli 2017, 20:26

Reinhard hat geschrieben: Naja, und bei den Überlegungen bin ich irgendwann mal bei den Eltern gelandet ... ich will jetzt nicht mit Schuldzuweisungen um mich werfen, und dass man nach dem 20sten Lebensjahr auch AB bleibt, hat man irgendwann schon vor allem sich selbst zuzuschreiben ... aber jetzt würde mich eben schon interessieren, wie das bei euch war, ob bei euch die Eltern dazu beigetragen haben, euch auf das Gleis zum ABtum gesetzt zu haben.
Ich denke ja ... eine gefühlskalte und ständig prügelnde Mutter und ein Vater, der eigentlich nie da war (und wenn, dann lebten sie nebeneinander her) ... Bestätigung oder das Gefühl auf der Welt willkommen zu sein gab's nicht. Mit der Verwandschaft oder den Nachbarn wurde kein besonderer Kontakt gepflegt ... es war wie auf einer Insel. Viel "sozial adäquates" Verhalten habe ich als Kind nicht erlebt. Was ich da heute weiß, habe ich mir versucht selber beizubringen. Mit mäßigen Erfolg würde ich meinen ...
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Re: Welchen Anteil haben eure Eltern daran, dass ihr AB wurdet?

Beitrag von NeC » Sonntag 9. Juli 2017, 20:28

Naja, meine Eltern waren vermutlich schon auch ein Puzzle-Teil; genau wie bei Dir auch unter anderem durch sehr wenige externe Unternehmungen und beim frühzeitigen beibringen sozialadäquatem Verhaltens. ;) Das hatte aber alles sehr gut nachvollziehbare Gründe, und ich würde daher in meinem Fall auch keinesfalls von einer "Mitschuld" sprechen. Meine Eltern haben das getan, was sie für vernünftig und richtig hielten, und sie haben mir damit auch einiges an Erfahrungen ermöglicht, die ein heutiges, wohl- und strengbehütetes Kind gar nicht machen kann.

Zudem kommt noch, dass es in meinem Fall eben noch ganz ganz viele andere Gründe gab bzw. gibt, die alle für sich allein genommen gar nicht so tragisch wären. In Kombination hat sich das alles aber dann doch ausgewirkt.

Daher finde ich es auch schwierig, mich in der Umfrage oben für etwas zu entscheiden. "Gefühlt" wäre es wohl eher unter 10%. Aber da es in Deiner Abstufung gleichzusetzen wäre mit "...haben gar keinen Einfluss gehabt", und ich mit meiner Stimme demonstrieren möchte, dass da vermutlich schon auch ein Zusammenhang existiert, habe ich mich mal für die 10%..30% entschieden.

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Re: Welchen Anteil haben eure Eltern daran, dass ihr AB wurdet?

Beitrag von Elli » Sonntag 9. Juli 2017, 20:39

Meine Eltern waren sehr liebevoll, meistens jedenfalls - ich erinnere mich auch an ein paar wüste Szenen, aber das gibt es vermutlich in fast jeder Kindheit -, ich sehe also keinen Zusammenhang zwischen ihrem Erziehungsstil und der späteren Entwicklung. Allerdings sind sie beide sexuell ziemlich verklemmt und führen eine ziemlich unkörperliche Beziehung, und entsprechend habe ich das natürlich auch vorgelebt bekommen. Möglich, dass sich da etwas "vererbt" hat sozusagen. Ich würde vielleicht so auf 10 bis 15 Prozent tippen.

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Re: Welchen Anteil haben eure Eltern daran, dass ihr AB wurdet?

Beitrag von Esperanza » Sonntag 9. Juli 2017, 20:54

Ich denke schon dass meine Kindheit (meine Erziehung) ihren Teil dazu beigetragen hat.
Aber halt nur einen Teil. Die Hauptursache liegt in meinem unsicheren Selbstwertgefühl, dass durch die etwas verklemmte und ängstliche Erziehung sich von allen möglichen Gefahren fern zu halten verstärkt wurde. Dazu gehörten halt auch die "bösen Jungs" an denen meine Mutter kein gutes Haar ließ. Das hat sich leider bei mir eingebrannt.
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Re: Welchen Anteil haben eure Eltern daran, dass ihr AB wurdet?

Beitrag von Nonkonformist » Sonntag 9. Juli 2017, 20:57

Wie groß deren anteil ist kann ich nicht sagen, aber ein anteil werden sie schon drann gehabt haben.
Meine eltern haben null zu einander gepasst und sich gegenseitig meist unglücklich gemacht, auch wann sie zusammen geblieben sind. Geistigen gewalt, leichten körperlichen gewalt, gehörten schon dazu. Mein vater, baujahr 1923, war das selbstbenannte famielienhaupt und hat absoluten gehorsam von allen anderen verlangt, inklusive meine mutter. Die hat eher ja geschüttelt und heimlich ihren sachen gemacht. Wie auch mein bruder und ich. Unsichtbar sein war daheim eine überlebungsstrategie. Ich vermute, das hatte seine folgen.
Wann ich mich meinen religionsfanatischer vater gegenüber als atheist geoutet habe wollte er mich zuerst ermorden; stattdessen hat er elf jahre lang nicht mehr mit mir reden wollen, seit der Satan in mich leben würde. (Er hat dann vergeblich versucht meinen mutter, die sich kurz nach mir auch als atheistin geoutet hat, über jahren lang zu zwangskonvertieren, in der hoffnung das ich ihr beispiel folgen würde.)

Die folgen so wie ich sie einschätze - ich graue von dominanz und macho-tum und bin davon selbst immer so weit wie möglich geblieben.
Ich bin sehr vorsichtig wo es zu großen unterschiede mit frauen angeht und wünsche mir eine frau die mir eher sehr ählich ist.
Familie hat für mich einen negativen nebengeschmack; viel freude hat sie mir nicht bereitet.
Religion, sicher fundamentalismus, wirkt auf mich wie einen roten tuch.
Und ich vermute das es auch einen grund für meinen vorliebe für meinen escapismus ist. Ich verbringe lieber zeit in fantasiewelten als in der realität, die in meinen jugend für mich häufig unangenehm war - was am ende dazu geführt hat das ich trickfilmzeichner geworden bin.

Alles sachen die meinen partnersuche bestimmt beeinflüßt haben.

(Nebenbei waren meine beide eltern auch eher AB-spätzunder, und habe ich sie eigentlich nie mit einander kuscheln sehen; wie eine normale ehe ausseiht habe ich daheim nie gelernt.)
I Yam What I Yam & Dats What I Yam - (Popeye the Sailorman.)

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Re: Welchen Anteil haben eure Eltern daran, dass ihr AB wurdet?

Beitrag von Seb-X » Sonntag 9. Juli 2017, 21:08

"Wenn man aus einem protestantischen Land kommt, ist man immer etwas beschämt, wenn man bei der Arbeit nicht gelitten hat." (Lars von Trier)

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Re: Welchen Anteil haben eure Eltern daran, dass ihr AB wurdet?

Beitrag von Berglöwe » Sonntag 9. Juli 2017, 21:23

Wenn es einen Anteil gibt, wird er womöglich gering sein. Bei mir ist es durch Eigenverschulden zustanden gekommen. Ich bin zu 100% meinen introvertierten Indoor-Hobbies nachgegangen, konnte perfekt für mich allein (ohne einsam zu) sein und hab mich lange Zeit bis auf meine Freunde kaum andere gekümmert oder bin großartig in meiner Freizeit vor die Tür gegangen. Lange Zeit habe ich die Verantwortung nicht für mich übernommen und hatte auch eine naive Vorstellung davon, wie das so später mal (ganz beschissen) für mich laufen könnte. Ich habe abseits im Rahmen meiner damals bestehenden Hobbies kaum etwas neues ausprobiert, nichts gewagt, nichts experimentiert, nichts entdeckt, nicht durch Scheitern gelernt und vor mich hin gelebt. Jahrelanger totaler Stillstand bei der Persönlichkeitsentwicklung. Zwar wurde ich das eine oder andere mal angefutzt von meiner Mutter, warum ich soviel meinen Indoor-Hobbies nachgehe und ich solle doch mal rausgehen aber das war es auch schon. Für mich war das halt normal so und ich wusste damals auch nicht wohin ich (raus) gehen sollte um Spaß zu haben. Zudem hatte ich erst spät überhaupt sexuelles Interesse am anderen Geschlecht und nachdem ich mit dem Großteil der Mädels in der Schulzeit auch nicht wirklich klar kam, hatte ich bis in die frühen Zwanziger hinein kaum ernsthafte Absicht, was mit Mädels anzufangen. Dann noch technisches Umfeld in Studium und Arbeit und die AB-Sache nahm seinen Lauf. Vieles ist aus Befindlichkeiten zustande gekommen aber da kann man sich Fragen, wie diese Zustande gekommen sind... nichts kommt von ungefähr.
Reinhard hat geschrieben:Naja, und bei den Überlegungen bin ich irgendwann mal bei den Eltern gelandet ... ich will jetzt nicht mit Schuldzuweisungen um mich werfen, und dass man nach dem 20sten Lebensjahr auch AB bleibt, hat man irgendwann schon vor allem sich selbst zuzuschreiben ...
Ich bin mir nicht ganz sicher, ob man das ohne Einschränkungen so sagen kann. Die Kindheit ist nunmal sehr prägend und es besteht nun einmal die Gefahr, dass hier wirklich nachhaltige psychische Schäden entstehen, die einen in ganz krassen Fällen garnicht mehr ermöglichen für sich die Verantwortung zu übernehmen bzw. die Mechanismen beschädigen, welche im späteren Leben u.U. Besserung herbeizuführen können. Für die meistens von uns wird das sicher nicht in dieser extremen Form zutreffen aber die Möglichkeit möchte ich nicht ausschließen.

Wenona

Re: Welchen Anteil haben eure Eltern daran, dass ihr AB wurdet?

Beitrag von Wenona » Sonntag 9. Juli 2017, 21:45

Da ich ein Unfall bin, und auch so behandelt wurde ... und meine Eltern Psychopathen sind .. würd ick sagen ... joah ... scho ein großer Anteil .. :brille1: :cooler: :D :hammer:


https://www.youtube.com/watch?v=QpCAwMtPDRg
Die bildlich überspitzt dargestellte Misshandlung von Harry durch Onkel und Tante (welche hier in den zusammengestellten Ausschnitten nur zu nem Bruchteil dargestellt ist), ist für viele Kinder und Jugendliche Alltag, und oft noch viel schlimmer. Es ist prägend für das gesamte Leben.
Zuletzt geändert von Wenona am Sonntag 9. Juli 2017, 21:54, insgesamt 2-mal geändert.

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Re: Welchen Anteil haben eure Eltern daran, dass ihr AB wurdet?

Beitrag von Nell The Sentinel » Sonntag 9. Juli 2017, 21:48

Ich kann nicht genau sagen, wie viel meine Eltern dazu beigetragen haben. Allerdings bin ich auf eine mögliche nature/nurture Komponente gestoßen. Sowohl nein Großvater als auch meine Mutter waren in ihrer Kindheit hauptsächlich einzelgängerisch veranlagt und sind es auch heute noch. Meine Eltern hatten nur einzelne wenige Bekannte, alle Aktivitäten fanden fast ausschließlich innerhalb der Familie statt und Individualismus in der Freizeitgestaltung stand nicht mal zur Debatte. Und dieses "was brauch ich Freunde, die Familie ist ja da" ist so auf mich übergegangen. Ich hab auch eher die Tendenz mich allein zu verlustieren.
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Re: Welchen Anteil haben eure Eltern daran, dass ihr AB wurdet?

Beitrag von Reinhard » Sonntag 9. Juli 2017, 22:29

Alexas hat geschrieben:Wenn es einen Anteil gibt, wird er womöglich gering sein. Bei mir ist es durch Eigenverschulden zustanden gekommen. Ich bin zu 100% meinen introvertierten Indoor-Hobbies nachgegangen, konnte perfekt für mich allein (ohne einsam zu) sein und hab mich lange Zeit bis auf meine Freunde kaum andere gekümmert oder bin großartig in meiner Freizeit vor die Tür gegangen.
Das kann ich über meine späten Teen- bis 20er Jahre hinein auch sagen. Aber es kann auch sein, dass es in dem Alter schon nicht mehr "Eigenverschulden" war, sondern (schlechte) Gewohnheit. Ich hätte mich auch auf den Roller schwingen können und mich in die Eisdiele setzen oder ins Bad gehen können. Auf die Idee kam ich aber gar nicht ... das Verhalten in der Jugend war dann Fortsetzung von dem der Kindheit. Und in der Kindheit sucht man es sich halt weniger selber aus. Zu Sportveranstaltungen wurde ich in der Kindheit eigentlich auch nie mitgeschleppt. :gruebel:
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Re: Welchen Anteil haben eure Eltern daran, dass ihr AB wurdet?

Beitrag von Reinhard » Sonntag 9. Juli 2017, 22:31

Wenona hat geschrieben:Da ich ein Unfall bin, und auch so behandelt wurde ... und meine Eltern Psychopathen sind .. würd ick sagen ... joah ... scho ein großer Anteil .. :brille1: :cooler: :D :hammer:
Denk von dir selbst doch nicht als Unfall! :umarmung2:
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Re: Welchen Anteil haben eure Eltern daran, dass ihr AB wurdet?

Beitrag von Firechris » Sonntag 9. Juli 2017, 22:39

Das ist eine sehr gute Frage, die ich auf die Schnelle nicht wirklich beantworten kann.
Ich weiß nur, dass meine Eltern, genau wie mein Bruder, nicht wirklich groß Kontakt zu anderen haben. Wirklich die Freunde mit denen dann mal groß was unternommen wird, gibts nicht. Bei mir ähnlich.
Mir wurde da wohl in der Hinsicht vorgelebt, dass es das alles in der Form nicht braucht. Bis ich dann realisiert habe, dass ich doch lieber etwas mit gleichaltrigen unternehmen würde, wars dann eigentlich schon zu spät. Ich bin aufm Dorf aufgewachsen. Und mit 17 / 18 haben sich dann die wirklichen Freundeskreise schon gebildet. Daran Anschluss zu finden war für mich dann nicht mehr wirklich möglich.
Ich würde sagen, dass mir das, was mir meine Eltern vorgelebt haben doch auch mit Maßgebend in der Entwicklung zum AB war. Welchen Anteil, das kann ich beim bessten Willen nicht sagen.

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Re: Welchen Anteil haben eure Eltern daran, dass ihr AB wurdet?

Beitrag von Tintenmalerin » Sonntag 9. Juli 2017, 22:47

Der Anteil meiner Eltern tendiert gegen 0.
Sie haben mich von Anfang an meine eigenen Erfahrungen machen lassen, meinen eigenen Weg suchen lassen und mich dabei gelegentlich unterstützt. Sie haben mit Sicherheit auch Fehler gemacht, aber es waren keine dabei, durch die ich tiefe seelische Wunden davongetragen hätte.
Und sie hatten eine funktionierende, liebevolle Beziehung zueinander. Von diesem Vorbild habe ich einige meiner Vorstellungen, wie ich mir selbst eine Beziehung wünsche.
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Re: Welchen Anteil haben eure Eltern daran, dass ihr AB wurdet?

Beitrag von Maverick » Sonntag 9. Juli 2017, 22:53

Nell The Sentinel hat geschrieben:Ich kann nicht genau sagen, wie viel meine Eltern dazu beigetragen haben. Allerdings bin ich auf eine mögliche nature/nurture Komponente gestoßen. Sowohl nein Großvater als auch meine Mutter waren in ihrer Kindheit hauptsächlich einzelgängerisch veranlagt und sind es auch heute noch. Meine Eltern hatten nur einzelne wenige Bekannte, alle Aktivitäten fanden fast ausschließlich innerhalb der Familie statt und Individualismus in der Freizeitgestaltung stand nicht mal zur Debatte. Und dieses "was brauch ich Freunde, die Familie ist ja da" ist so auf mich übergegangen. Ich hab auch eher die Tendenz mich allein zu verlustieren.
Ja, das kann ich fast 1:1 unterschreiben mit Ausnahme der Tatsache, dass es sich hierbei um meine Großmutter und meinen Vater handelt. Mein Vater hat keine eigenen Bekannten und die Bekannten die meine Eltern haben, hat er ausschließlich über meine Mutter kennengelernt.

Meine Mutter hat mich so erzogen, dass ich vor Konflikten zurückschrecke. Meine Mutter gibt immer klein bei, nur um keinen Streit zu provozieren, selbst wenn sie weiss, dass sie im Recht ist. Außer in der Familie. Da kann sie sehr aufbrausend sein und rumschreien, auch heute noch.

Das war für mich als Kind sehr prägend, zumal sie immer mir die Schuld gegeben hat, wenn es in der Grundschule mal Streit gab etc. (Ein Beispiel: Ich wurde beleidigt. Habe ich zurückbeleidigt und meine Mutter bekam das mit, wurde ich zuhause bestraft, weil es sich ja nicht gehört - auch wenn sie mitbekommen hat, dass ich nicht angefangen habe).
Die Bestrafung sah dann so aus, dass ich Zimmerarrest bekam (ich durfte nur auf die Toilette und musste selbst alleine essen) oder sehr, sehr früh ins Bett musste, um über meine Missetaten nachzudenken. Geschlagen wurde ich aber nur ganz, ganz selten, viel häufiger wurde geschrien. Meine Mitschüler haben das natürlich mitbekommen und haben immer versucht mich zu provozieren, was dann häufig zu Erfolg geführt hat. Haben Mitschüler behauptet, dass ich irgendwas getan habe, hat meine Mutter immer diesen geglaubt, mir nur ganz selten. Das führt noch heute dazu, dass ich vielen Menschen misstraue.

Das hat dann dazu geführt, dass ich den Kontakt zu meinen Mitschülern ab der weiterführenden Schule (ich habe mir eine Schule gesucht, auf die keiner meiner alten Mitschüler gegangen ist) nur sehr oberflächlich geführt habe, damit es nicht zu Streit kommen konnte und ich immer Angst hatte, zuhause wieder mit Stubenarrest, Taschengeldkürzung usw. bestraft zu werden. Das hat super geklappt und seitdem war es auch zuhause viel, viel ruhiger. Streit gab es nur noch wegen natürlichen pubertierenden Schwachsinns, wie er wahrscheinlich in jedem Haushalt vorkam. Das Verhältnis zu meiner Mutter hatte sich folglich entspannt und ist auch heute noch anders als im Grundschulalter mittlerweile sehr gut. Sie hatte selbst auch keine einfache Jugend, sodass ich nachbetrachtend glaube, dass sie häufig verzweifelt und hilflos war.

Mein Vater war immer sehr zurückhaltend und hat die Erziehung fast komplett meiner Mutter überlassen, hat aber mehrmals die Woche und an den Wochenenden gelegentlich etwas mit mir unternommen, woran ich noch gute Erinnerungen habe.

Das mit der Oberflächlichkeit mache ich noch heute. Viele Leute mögen mich und finden mich sympathisch, ich halte sie aber auf Distanz. So treffe ich mich beispielsweise immer nur in meinen Bekanntenkreisen (ich habe viele Hobbys, deshalb bin ich kaum alleine und viel unterwegs), sehr selten aber mit einzelnen Personen aus diesen Kreisen. Dies führt natürlich zwangsläufig dazu, dass beispielsweise an Silvester kaum etwas läuft oder ich häufig alleine verreise.

Die Beziehung meiner Eltern zueinander kann ich schlecht analysieren, ich glaube aber eher, dass sich eine Abhängigkeit ergeben hat. Meine Eltern waren selbst bis zum Alter von Ende 20 / Anfang 30 AB, haben sich dann kennen gelernt und dann innerhalb von neun Monaten geheiratet.

Ich kann mir vorstellen, dass meine Erlebnisse aus der Grundschulzeit noch Auswirkungen auf meinen AB-Status haben, schätze sie aber als sehr gering ein.

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Re: Welchen Anteil haben eure Eltern daran, dass ihr AB wurdet?

Beitrag von Arsonist » Sonntag 9. Juli 2017, 23:02

Maverick hat geschrieben: Das mit der Oberflächlichkeit mache ich noch heute. Viele Leute mögen mich und finden mich sympathisch, ich halte sie aber auf Distanz. So treffe ich mich beispielsweise immer nur in meinen Bekanntenkreisen (ich habe viele Hobbys, deshalb bin ich kaum alleine und viel unterwegs), sehr selten aber mit einzelnen Personen aus diesen Kreisen. Dies führt natürlich zwangsläufig dazu, dass beispielsweise an Silvester kaum etwas läuft oder ich häufig alleine verreise.
.
Interessant. Ich wollte nicht deinen ganzen Beitrag fullquoten aber ich kann mich darin gut Wiedererkennen - Hier der Ausschnitt der besonders auf mich zutrifft. Was den Anteil anbetrifft, kann ich schon fast 100% sagen weil ich irgendwie die miese Gene beider Seiten abbekommen habe. Ist vielleicht eine Laune der Natur. Meine beiden Geschwister sind hingegen hübsch und intelligent, haben keine Probleme Partner und Freunde zu finden. Ich glaube auch nicht dass meine Eltern damals ABs waren.

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Re: Welchen Anteil haben eure Eltern daran, dass ihr AB wurdet?

Beitrag von TheRealDeal » Sonntag 9. Juli 2017, 23:18

Tintenmalerin hat geschrieben:Der Anteil meiner Eltern tendiert gegen 0.
Sie haben mich von Anfang an meine eigenen Erfahrungen machen lassen, meinen eigenen Weg suchen lassen und mich dabei gelegentlich unterstützt. Sie haben mit Sicherheit auch Fehler gemacht, aber es waren keine dabei, durch die ich tiefe seelische Wunden davongetragen hätte.
Und sie hatten eine funktionierende, liebevolle Beziehung zueinander. Von diesem Vorbild habe ich einige meiner Vorstellungen, wie ich mir selbst eine Beziehung wünsche.
Das klingt schön und würde das in Bezug auf meine Eltern auch genauso sehen. Sie haben viel richtig gemacht und im Rahmen ihrer Möglichkeiten ihr Bestes gegeben. Klar mein Leben wäre anders verlaufen, hätte ich eine individuelle Frühförderung bekommen. Aber wäre es wirklich besser verlaufen? Ich habe jedenfalls meinen Frieden gemacht und sehe das, was ich habe, als Geschenk an. Ich habe durch das Forum viele kostbare Menschen kennenlernen dürfen. Das hat mein Leben bereichert. Und die Menschen, denen ich begegnen durfte, einfach, weil ich der Mensch bin, der ich bin, schätze ich auch sehr.
Die beiden wichtigsten Tage deines Lebens sind der Tag, an dem du geboren wurdest, und der Tag, an dem du herausfindest, warum. – Mark Twain

Wenona

Re: Welchen Anteil haben eure Eltern daran, dass ihr AB wurdet?

Beitrag von Wenona » Sonntag 9. Juli 2017, 23:28

Reinhard hat geschrieben: Denk von dir selbst doch nicht als Unfall! :umarmung2:
Joah, danke ... neh, das wurde mir gesagt (vor allen anderen). Eigentlich sollte ich abgetrieben werden.

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Re: Welchen Anteil haben eure Eltern daran, dass ihr AB wurdet?

Beitrag von Schiphol » Montag 10. Juli 2017, 00:26

Meine Eltern spielen hierbei eine wesentliche Rolle, vor allem mein Vater. Meine Kindheit war zwar insgesamt recht schön, mein Vater hat aber in seiner Rolle als Vaterfigur ziemlich versagt. Ich wurde von ihm eigentlich nie gelobt, und hatte als Kind dadurch quasi null Selbstvertrauen. Es gab weder väterliche Umarmungen, einen Klaps auf die Schulter "Gut gemacht mein Sohn!", wenn ich mal irgendwas erreicht hatte, oder sonstige motivierende Gesten. Mein Vater sprach zuhause kaum, meistens hat er nur geschimpft. Ab und an gab es auch mal einen Klaps auf den Hintern, aber nie so krass, dass ich von körperlicher Gewalt sprechen würde. Das Verhältnis zwischen meinen Eltern ist bis heute zerüttet. Eigentlich ein Wunder, dass sie noch nicht geschieden sind. Sie schlafen seit über 15 Jahren in getrennten Betten und reden kaum mehr miteinander. Dass was mein Vater nicht geschafft hat, mir zu vermitteln, hat meine Mutter übernommen. Dadurch wurde ich ziemlich verweichlicht. Als Kind und vor allem in der Grundschule war ich immer brav, ruhig, höflich, ausgeglichen, zuvorkommend, und natürlich sehr schüchtern. Störenfriede in der Klasse wurden zu mir versetzt, da ich wohl eine recht beruhigende Wirkung auf diese hatte. Meine gesamte Jugend kann eigentlich auf eine Eigenschaft reduziert werden: Ich war nett. Meine Mutter wollte ausgleichen, was mein Vater mir nicht gegeben hat. Das funktioniert zwar als Kind, schafft aber keine guten Voraussetzungen für das restliche Leben. Ich habe gedacht, dass wenn ich nett zu Mädels bin, diese mich dann mögen. Nett fanden mich viele. Das war es dann aber auch schon. Dass die meisten Mädels nicht auf nette Typen stehen, brachte mich zum Verzweifeln. Ich war schließlich nichts anderes gewohnt, als nett zu sein. Mein Selbstbewusstsein musste ich mir komplett alleine erarbeiten. Obwohl ich heute ein relativ gutes Verhältnis zu meinem Vater habe, kann ich ihm sein "Nichtdasein" als richtiger Vater nie verzeihen.

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Re: Welchen Anteil haben eure Eltern daran, dass ihr AB wurdet?

Beitrag von Versingled » Montag 10. Juli 2017, 06:59

Wenona hat geschrieben:
Reinhard hat geschrieben: Denk von dir selbst doch nicht als Unfall! :umarmung2:
Joah, danke ... neh, das wurde mir gesagt (vor allen anderen). Eigentlich sollte ich abgetrieben werden.
Schön, dass das nicht passiert ist ...
50+ HC-AB ... es ist zu spät. | "Küstenwache" ist "Sea Patrol" für Arme | ICH bin ein guter Mensch! |West Coast Eagles - The West Is United! | Es wäre besser gewesen über den sexuellen Schatten zu springen, als Beziehung zu suchen um Sex zu haben. | Expect no mercy!

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