Frauen sind wunderbar

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Stabil
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Re: Frauen sind wunderbar

Beitrag von Stabil » Freitag 20. Juli 2018, 21:35

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TheRealDeal hat geschrieben:
Freitag 20. Juli 2018, 10:22
Stabil hat geschrieben:
Mittwoch 18. Juli 2018, 19:14
LonesomeCoder hat geschrieben:
Dienstag 17. Juli 2018, 19:10

Ich vermute, bei vielen Männern ist das vielen negativen oder anders gesagt keinen oder kaum positiven Erfahrungen mit Frauen geschuldet.
Der Frust (- und was sonst noch eomtional dranhängt -) aufgrund der erwähnten Erfahrungen ist verständlich.

Der Inhalt der daraus abgeleiteten Überzeugung ist dadurch aber nicht gerechtfertigt.

Diese Art von Überzeugungen blockieren bei den betreffenden Menschen das Denken und das Handeln.
Grundsätzlich hast du da natürlich recht. Wobei für mich "das Handeln", was man so, oder anders tun kann, auf der Ebene des Verhaltens liegt. Man also annehmen könnte, dass ggf. mit einer Verhaltenstherapie gewisse Muster aufbrechen könnte und danach hätte der entsprechende Mensch Heilung erfahren. Bei mir hat das nicht funktioniert, weil meine Verletzungen auf anderen Ebenen stattgefunden haben. Also mit Willen, Einsichtigkeit und Mut kam ich nicht weiter. Ich bin mir ziemlich sicher, dass der Fall bei den meisten Menschen hier ähnlich gelagert ist. Der Geist weiß, was zu tun ist, denn schließlich ist dieser bei den Menschen hier sehr wach, aber gelingt nicht, die Hemmnisse zu überwinden. Im Wesentlichen deshalb, weil z. B. die Gefühlsebene nicht mit dem Geist bearbeitet werden kann, ich kann mich höchstens in "Was wäre wenn?-Szenarien" hinein denken, deshalb spüre ich mich selbst aber noch lange nicht... Und wenn ich selbst irgendwie emotional eingefroren bin, habe ich normalerweise so viel mit mir selbst zu tun, dass ich andere Menschen gar nicht brauchen kann, bzw. -so habe ich das empfunden- gar nicht wüsste, was ich mit einer Partnerin hätte anfangen sollen. Mit "Wissen" meine ich, dass Körper, Geist und Seele dafür nicht bereit waren.
Deine Erfahrungen entsprechen dem, was über VT bekannt ist.

Verhaltenstherapie kann funktionieren. Wenn sie funktioniert ist sie sehr effizient. Darum ist es oft den Versuch wert. Manchmal verändern sich durch das neu gelernte Verhalten die Überzeugungen entsprechend und auch die emotionalen Einstellungen können sich mit entwickeln. Das ist aber keineswegs immer so.

Wenn VT nicht funktioniert, sollte man nicht zu lange dran bleiben und etwas erzwingen wollen. Aber man kann versuchen, herauszufinden, was fehlte, um in weiterer Folge dann dort anzusetzen. Sind es die Überzeugungen, die andauernd dem Verhalten, das man gerade erlernen will, entgegen stehen? Lassen sich die Überzeugungen bearbeiten? Oft lassen sie sich unmittelbar bearbeiten. Auch das ist nicht immer so. Oder sind es die Emotionen, die einen blockieren? Die Emotionen können direkt auf das Verhalten wirken, oder sie können über die Überzeugungen Einfluss nehmen.

Die Befürchtung, dass
die Gefühlsebene nicht mit dem Geist bearbeitet werden kann
teile ich so nicht.

Einerseits ist aus Psychologie und Psychotherapie bekannt, dass emotionale Angelegenheiten bearbeitbar sind. Andererseits, habe ich das Glück gehabt, sehr grosse Veränderungsprozesse emotionaler Natur an mir selbst erleben zu dürfen.

Damit will ich keineswegs deiner Erfahrung widersprechen. Ganz im Gegenteil, ich kann aus eigener Erfahrung auch bestätigen, dass es oft nicht so gelingt, wie man das gerne hätte. Nur der Verallgemeinerung widerspreche ich.

Die Gefühlsebene kann nicht immer einfach und leicht mit dem Geist bearbeitet werden. Grundsätzlich geht das sehr wohl, aber:
Nicht jedem ist die Gefühlsebene in der selben Weise zugänglich.
Um auf der Gefühlsebene ein Anliegen bearbeiten zu können, braucht es bestimmter Mittel und Wege. Diese sind nicht immer einfach und selbsterklärend. Viele intuitiv naheliegende Zugänge versagen auch.

Übrigens:
Du hast mehrfach deine Selbstwertschätzung als wichtige Einstellung erwähnt, - die Überzeugung, ohne weiteres ok und wertvoll zu sein. Für mich ist das auch eine sehr hilfreiche Einstellung. Immer wieder versuche ich diese weiter zu vertiefen.

Hast du diese Einstellung eigentlich aus deiner Kindheit und Jugend so mit bekommen, oder hast du dir das in irgendeiner Weise erarbeiten müssen? Vielleicht hast du sie in Ansätzen mit bekommen, und du hast diese dann vertieft.
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Re: Frauen sind wunderbar

Beitrag von TheRealDeal » Samstag 21. Juli 2018, 10:17

Stabil hat geschrieben:
Freitag 20. Juli 2018, 21:35
Übrigens:
Du hast mehrfach deine Selbstwertschätzung als wichtige Einstellung erwähnt, - die Überzeugung, ohne weiteres ok und wertvoll zu sein. Für mich ist das auch eine sehr hilfreiche Einstellung. Immer wieder versuche ich diese weiter zu vertiefen.

Hast du diese Einstellung eigentlich aus deiner Kindheit und Jugend so mit bekommen, oder hast du dir das in irgendeiner Weise erarbeiten müssen? Vielleicht hast du sie in Ansätzen mit bekommen, und du hast diese dann vertieft.
Im Wesentlichen haben meine Eltern einfach einen guten Job gemacht. Ich kann mich nicht daran erinnern, dass ich irgendwann in meinem Leben mal Selbstwertprobleme hatte. Dennoch habe ich oft und lange gelitten. Ich habe mich oft gefragt, was ich eigentlich hier soll und ob ich das Leben verdient habe, oder ob ich nicht doch hätte bei, oder kurz nach meiner Geburt hätte sterben sollen. Nicht, weil ich nicht gut genug gewesen wäre, sondern weil ich gefühlt nicht "ins große Ganze" gepasst habe. Ich kannte meine Bestimmung nicht. Und weil das über 30 Jahre lang in meinem Leben ein großes Thema war, fasziniert es mich auch heute noch, dass Tiere geboren werden und ganz selbstverständlich ihre Bestimmung kennen. Selbst "meine" frühkindlich traumatisierte Katze. Das und noch viel mehr konnte ich von ihr lernen. Meinen Platz auf dieser Welt zu finden habe ich als Kind deshalb als schwierig empfunden, weil ich nicht wusste, mit wem ich mich messen sollte, bzw. konnte. Zu wenig behindert um mich behindert zu fühlen, aber genug um nicht mit den nichtbehinderten Menschen mithalten zu können. Körperlich. Geistig schon.

Unter dem Strich fehlt mir aber nichts, deshalb fühle ich mich auch nicht, wie ein Mängelexemplar. Was ich allerdings gemerkt habe ist, dass depressive Menschen, denen ich begegnet bin, viel vom Leben und wenig von sich gehalten haben, bei mir war es umgekehrt...

Meine Einstellungen betrachte ich übrigens als "Innere Haltungen", weil ich dabei auch meinen Körper energetisch mitnehmen möchte. Ich sehe mich als Sondermodell, meine Therapeutin eher als Gesamtkunstwerk, damit kann ich aber auch prima leben... ;)

Würde ich Ratschläge verteilen, wäre das mein Rat, für die Menschen. Sich nicht an speziellen Dingen oder Eigenschaften festzubeißen, die man sich dann leicht als Schwäche auslegen kann, sondern ganzheitlich zu denken und sich auch so zu sehen.
Die beiden wichtigsten Tage deines Lebens sind der Tag, an dem du geboren wurdest, und der Tag, an dem du herausfindest, warum. – Mark Twain

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