Ein Leben ohne Liebe & Sexualität - wie?

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wosi96
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Re: Ein Leben ohne Liebe & Sexualität - wie?

Beitrag von wosi96 » Samstag 1. September 2018, 20:04

Erst einmal vielen Dank für all die netten Antworten und Entschuldigung, dass ich mich erst jetzt wieder melde. Ich wollte erst mal ein wenig Abstand vom Forum nehmen - weil ja doch auch viel Kontra und Ungläubigkeit kam - und meine Gedanken sortieren.
Batman hat geschrieben:
Samstag 1. September 2018, 10:50
Nachtrag:
Er hat es so extrem geschildert, da er nur schlimmes und negatives damit verbindet.
Es ist ein eindeutiger Hilferuf!

Bergkristall hat sehr schön formuliert :daumen:

Er braucht jemand der ihm hilft und zeigt, dass Sexualität etwas natürliches und gutes ist.
Ja, das Alles ist tatsächlich einfach ein Hilferuf .. das war mir bis dato selber nicht so ganz klar. Ich will bzw. wollte meine Sexualität nicht zerstören, weil ich wirklich denke, dass sie etwas Schlechtes ist und entfernt werden muss (wie z.B. Krebs), sondern einfach weil dieser Teil meines Lebens im Laufe meiner 22 Jahre so viel Negatives gebracht hat. Und es fällt mir auch jetzt - nach all den positiven Antworten - noch schwer, das Anders zu sehen.

Wenn ich an Sex denke, dann denke ich automatisch daran, dass mich die Frau direkt danach verlassen wird. Der Gedanke, dass sie nach dem Sex bei mir bleiben und zusammen mit mir einschlafen wollen würde, hört sich für mich einfach absurd an. Ich kann mir einfach nicht vorstellen, dass jemand jemals bei mir bleiben wollen würde. Denn selbst wenn ich den Gedanken fortführe und so tue, als würde sich eine Frau wirklich dazu entscheiden, danach noch bei mir zu bleiben, dann endet der Gedanke damit, dass die Reue eben am nächsten Morgen einsetzt, sie sich distanziert verhält und schnellstmöglich die Wohnung verlassen will.

Sex war schon immer etwas, das mit Scham und Reue und Chaos verbunden ist. Gesunde Sexualität durfte ich noch nie kennenlernen .. und mit 'Liebe' will ich gar nicht erst anfangen. Ich wüsste nicht mal wann mir meine Mutter das letzte Mal gesagt hat, dass sie mich liebt .. selbst wenn ich denn Mann in mir unterdrücke und ihr am Telefon 'Hab dich lieb' sage .. da kam noch nie etwas zurück. Meinen Vater habe ich gar nicht erst kennengelernt, der hat mich vor meiner Geburt schon verlassen und den einzigen Kontakt den ich mit ihm habe, läuft über meinen Anwalt .. und mein Stiefvater - der Vater meiner kleinen Schwester - hat aufgehört mich zu lieben, als er mit meiner Schwester endlich ein eigenes Kind hatte. Da wechselte sich sein Verhalten von heute auf morgen - von Zuckerbrot zu Peitsche - und meine Schwester wurde zum 'Lieblingskind': Sie bekam Geschenke, einfach nur weil es sie gegeben hat, und ich bekam gerne mal eine Ohrfeige, wenn ich mit 6 Jahren noch nicht in der Lage war, zwei Stunden lang den Rasenmäher zu schieben.
zumsel hat geschrieben:
Samstag 1. September 2018, 08:39
Ich halte es für völlig daneben seine Sexualität zu unterdrücken bzw. zu zerstören. Das kann doch nicht der Weg zum Glück sein.
In meinem Kopf ist das einfach Schadensregulierung.
Bergkristall hat geschrieben:
Freitag 31. August 2018, 23:03
Wechsel deine Therapheutin.
Nicht irgendwann oder bei einem Umzug, sondern jetzt sofort. Sie kann dir offenbar nicht helfen.
Ob das an ihr liegt oder daran, dass du dich ihr nicht öffnest, weiss ich nicht.
Oft ist es so, dass man zum Öffnen eher einen gleichgeschlechtlichen Therapeuten braucht.
Kann ich mir bei dir sogar vorstellen, denn du hast ja doch einige Erfahrungen, wo Frauen dein Vertrauen nicht so pfleglich behandelt haben.
Also: Einen Arzt, keine Ärztin, damit da die Chemie stimmt.
Ich habe das schon versucht aber am Ende stand ich immer vor folgender Wahl: Entweder ich bleib bei meiner Therapeutin, oder ich bin erst Mal für ein paar Monate ohne Therapie, bis ich irgendwann in der Warteliste vorankomme und einen Ersttermin habe. Weil meine psychische Situation einfach nicht die Beste ist und ich nicht glaube, dass ich es so lange aushalten würde, ohne mit irgend einem Menschen über meine Probleme zu reden, bin ich dann doch bei ihr geblieben.

Und eigentlich mag ich sie auch: Ich habe schon das Gefühl, dass sie sich Mühe gibt .. und trotzdem habe ich einfach das Gefühl, dass sie das nur für Geld macht. Das heißt nicht, dass ich mich nicht vor ihr öffne: Ich versuche so ehrlich wie möglich zu sein, erzähle ihr von allen Gedanken die problematisch sind und bin auch ehrlich was Fehlverhalten angeht. Und auch das Thema Sex ist kein Tabu und trotzdem kommen wir nie wirklich weit: Aktuell ist das 'Thema' in der Therapie, warum ich 400€ für eine Sexualtherapeutin so teuer finde und warum ich nicht bereit bin, mich darauf einzulassen. Ich fühle mich einfach oft von ihr zu Sachen gedrängt, die ich nicht will. Und damit meine ich nicht irgendwelche schmerzhafte Lektionen oder schwere Aufgaben, die sie mir nach jeder Stunde mitgibt, sondern eben das aktuelle Thema. Warum ist es so schwer zu verstehen, dass ich nach zwei Frauen, die mit mir ihren Freund betrogen haben, nicht meine dritte Erfahrung mit einer Prostituierten sammeln will?

Und sie hat hier und da auch schon mal sehr grenzwertige Kommentare gebracht: Irgendwann hat sie meine Gedanken z.B. mal mit denen von Elliot Roger und Alek Minassian verglichen - den Mördern aus der Insel-Szene. Aber das ist ein ganz anderes Thema.
Bergkristall hat geschrieben:
Freitag 31. August 2018, 23:03
Du musst langsam und in harter Kleinarbeit lernen deine Sichtweisen zu verändern. Mit Hilfe deines hoffentlich neuen Therapeuten.
Uns passieren Dinge. Und dann werten wir.
Positiv oder negativ.
Gut oder Böse.

[...]

Du bist 22 und beschäftigst dich jetzt mit deinen Problemen. Das ist gut. Dir steht absolut Alles noch offen.
Du musst solche Positivbewertungen verinnerlichen lernen.
Ein guter Therapheut wird dir dabei helfen.
Das verbessert automatisch deine Wirkung auf Frauen und ich bin mir ziemlich sicher, dass du dann bald froh sein wirst keine Pillen genommen zu haben.
(Vorausgesetzt du nervst die Auserwählte nicht mit solch frauenfeindlichen Statistiken)

Viel Erfolg
Ich habe die letzten Monate wirklich schon viele Fortschritte gemacht aber die letzten paar Wochen sind einfach der Horror. Ich glaube ich habe mich noch nie so (psychisch) Krank gefühlt. Das ist echt extrem und mir fehlen irgendwie die Mittel, damit umzugehen: Denn ich mache schon vor male die Woche Sport, Arbeite wirklich sehr viel, gehe mit Leuten raus, etc. aber ich komme aus dem Loch aktuell nicht wirklich raus.

Ich glaube das liegt dran, weil mir klar geworden ist wie viele Baustellen es bei mir noch gibt. Ich habe die letzten Wochen über einfach die Hoffnung verloren und begonnen hat das damit, dass in der Therapie davon die Rede war, dass die einzige Option für mich wohl erst mal eine Sexualberaterin / Prostituierte wäre .. das hat mich echt getroffen, das von meiner Therapeutin zu hören. Und jetzt bin ich an einem Punkt wo ich nicht glaube, jemals 'gesund' Funktionieren zu können.
Bergkristall hat geschrieben:
Samstag 1. September 2018, 08:34
Denn ich sag dir eines: Diese Äusserung meiner Mutter sas viel tiefer als mir bewusst war. Auch die hat massgeblich zu meiner AB Karriere beigetragen. Denn was sollte man schon wert sein, wenn die eigene Mutter bereut einen gekriegt zu haben?
Und dann ist da noch der Schuldkomplex. Das ständige Gefühl, was wieder gut machen zu müssen, was man auch bei anderen Leuten anwendet.

Das springt mich auch aus deinem Text irgendwie an. Du hast eine Affäre. Die Frau bezeichnet dich als ihren grössten Fehler. Anstatt wie ich oben schrieb ihren Fehler ihr zu lassen, meldet sich dein von deiner Mutter verursachter Schuldkomplex und du ziehst sogar um , um es wieder gut zu machen.
Das kenne ich nur zu gut!

Ich habe mich nach der Beichte der beiden Frauen immer so sehr schuldig gefühlt, dass ich sie mit der Bahn sogar zum Hauptbahnhof begleitet, ihnen das Gepäck getragen habe und mich bei ihnen entschuldigt habe .. so absurd.

@Bergkristall: Noch mal vielen Dank für deine schönen und ausführlichen Antworten! Es tut mir echt Leid, dass ich nicht auf Alles eingehen kann aber du kannst dir sicher sein, dass mir das geholfen hat und ich einiges davon mit auf den Weg nehmen kann! :)

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Re: Ein Leben ohne Liebe & Sexualität - wie?

Beitrag von Gatem » Montag 3. September 2018, 07:49

Gilbert hat geschrieben:
Samstag 1. September 2018, 10:14
Du meinst also, sämtliche Teilnehmer des Priesterseminars oder andere geistliche Personen weltweit, die sich das Zölibat auferlegen, masturbieren entsprechend wie die Weltmeister? Das kann ich nicht glauben.

Ich denke eher, das ist allein eine Frage der Einstellung und des meditativen Ausgleichs.
Ob sie es wie die Weltmeister tun weiß ich nicht. Ich bin mir allerdings ziemlich sicher, dass sie es tun.
Ich denke der Sexualtrieb ist etwas individuelles wie auch z.B. das Hungergefühl. Der Mensch kann drei Wochen überleben ohne Nahrung zu sich zu nehmen. Das heißt aber nicht, dass jeder gleich damit umgeht. Für mich setzen schon nach wenigen Stunden des Hungergefühls körperliche Beschwerden ein: Ich bekomme Kopfschmerzen, werde gereizt, fühle mich unwohl. Andere Leute halten da sicherlich länger durch, alleine schon wenn ich an die Millionen Muslime denke, die einmal im Jahr den kompletten Tag auf Essen verzichten können, bis die Sonne untergeht; das wäre für mich undenkbar.
Und so ähnlich wird es sicherlich auch mit dem Sexualtrieb sein: Der eine kann ihn besser ignorieren/unterdrücken, der andere eben nicht. Aber völlig loswerden kann man ihn m.E. nicht (ohne Medikamente oder Operation).

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Re: Ein Leben ohne Liebe & Sexualität - wie?

Beitrag von IronAngel » Sonntag 9. September 2018, 13:58

Gatem hat geschrieben:
Montag 3. September 2018, 07:49
Gilbert hat geschrieben:
Samstag 1. September 2018, 10:14
Du meinst also, sämtliche Teilnehmer des Priesterseminars oder andere geistliche Personen weltweit, die sich das Zölibat auferlegen, masturbieren entsprechend wie die Weltmeister? Das kann ich nicht glauben.

Ich denke eher, das ist allein eine Frage der Einstellung und des meditativen Ausgleichs.
Ob sie es wie die Weltmeister tun weiß ich nicht. Ich bin mir allerdings ziemlich sicher, dass sie es tun.
Ich denke der Sexualtrieb ist etwas individuelles wie auch z.B. das Hungergefühl. Der Mensch kann drei Wochen überleben ohne Nahrung zu sich zu nehmen. Das heißt aber nicht, dass jeder gleich damit umgeht. Für mich setzen schon nach wenigen Stunden des Hungergefühls körperliche Beschwerden ein: Ich bekomme Kopfschmerzen, werde gereizt, fühle mich unwohl. Andere Leute halten da sicherlich länger durch, alleine schon wenn ich an die Millionen Muslime denke, die einmal im Jahr den kompletten Tag auf Essen verzichten können, bis die Sonne untergeht; das wäre für mich undenkbar.
Und so ähnlich wird es sicherlich auch mit dem Sexualtrieb sein: Der eine kann ihn besser ignorieren/unterdrücken, der andere eben nicht. Aber völlig loswerden kann man ihn m.E. nicht (ohne Medikamente oder Operation).
''Unterdrücken'' ist der falsche Ansatz, weil es nicht funktioniert.

Die Energie soll transformiert werden. Napoleon Hill hatte das in seinem bekannten Buch erwähnt:

http://karlomutschler.com/blog/zyklus-5 ... smutation/

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Re: Ein Leben ohne Liebe & Sexualität - wie?

Beitrag von Kief » Samstag 27. Oktober 2018, 15:39

IronAngel hat geschrieben:
Sonntag 9. September 2018, 13:58
Gatem hat geschrieben:
Montag 3. September 2018, 07:49
Ich denke der Sexualtrieb ist etwas individuelles wie auch z.B. das Hungergefühl. Der Mensch kann drei Wochen überleben ohne Nahrung zu sich zu nehmen. Das heißt aber nicht, dass jeder gleich damit umgeht. [ ... ]
Und so ähnlich wird es sicherlich auch mit dem Sexualtrieb sein: Der eine kann ihn besser ignorieren/unterdrücken, der andere eben nicht. Aber völlig loswerden kann man ihn m.E. nicht (ohne Medikamente oder Operation).
''Unterdrücken'' ist der falsche Ansatz, weil es nicht funktioniert.

Die Energie soll transformiert werden. Napoleon Hill hatte das in seinem bekannten Buch erwähnt:

http://karlomutschler.com/blog/zyklus-5 ... smutation/
Der Link ist nicht mehr aktiv.
Jemand noch nen anderen Link?

Ansonsten habe ich gerade eben in Bezug zu metoo einen beeindruckenden Text gefunden.
Die meiner Meinung nach differenzierteste und weiseste Positionierung (edit: und auch fundierten Hintergrund verstaendlich angeschnitten), die ich dazu je irgendwo gefunden habe:
https://cuddlers.net/de/die-kuschelbewegung-und-metoo/

Bei mir selbst habe ich ja auch festgestellt, dass Sex als Ersatzbeduerfnis gewachsen ist, wenn ich Kuscheldefizite registriert habe.


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Re: Ein Leben ohne Liebe & Sexualität - wie?

Beitrag von Morkel » Samstag 27. Oktober 2018, 16:27

Kief hat geschrieben:
Samstag 27. Oktober 2018, 15:39
Ansonsten habe ich gerade eben in Bezug zu metoo einen beeindruckenden Text gefunden.
Die meiner Meinung nach differenzierteste und weiseste Positionierung (edit: und auch fundierten Hintergrund verstaendlich angeschnitten), die ich dazu je irgendwo gefunden habe:
https://cuddlers.net/de/die-kuschelbewegung-und-metoo/

Bei mir selbst habe ich ja auch festgestellt, dass Sex als Ersatzbeduerfnis gewachsen ist, wenn ich Kuscheldefizite registriert habe.
Ja, wirklich sehr guter und reifer Text.

Diesen scheinbaren Widerspruch kann man leider auch hier im Forum immer wieder beobachten. Ich habe mich schon einige Male gefragt, warum für einige die Suche nach einem möglichst unverbindlichen und gefühllosen ersten Mal oder ONS / "Casual Sex" so einen riesigen Stellenwert im Leben einnimmt, obwohl der Mangel ja eigentlich ganz woanders liegt, und durch diesen Ersatz gar nicht befriedigt werden könnte.

Zumal für einen AB die Befriedigung des Kuschel- und Nähebedürfnisses ein deutlich einfacher zu erreichendes Ziel wäre, als sich in den Fleischbasaren von Tinder und Co. eine Enttäuschung nach der nächsten zu holen.

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Re: Ein Leben ohne Liebe & Sexualität - wie?

Beitrag von LonesomeCoder » Samstag 27. Oktober 2018, 17:46

Morkel hat geschrieben:
Samstag 27. Oktober 2018, 16:27
Diesen scheinbaren Widerspruch kann man leider auch hier im Forum immer wieder beobachten. Ich habe mich schon einige Male gefragt, warum für einige die Suche nach einem möglichst unverbindlichen und gefühllosen ersten Mal oder ONS / "Casual Sex" so einen riesigen Stellenwert im Leben einnimmt, obwohl der Mangel ja eigentlich ganz woanders liegt, und durch diesen Ersatz gar nicht befriedigt werden könnte.

Zumal für einen AB die Befriedigung des Kuschel- und Nähebedürfnisses ein deutlich einfacher zu erreichendes Ziel wäre, als sich in den Fleischbasaren von Tinder und Co. eine Enttäuschung nach der nächsten zu holen.
Zum ersten Absatz: es gibt nun mal Menschen, wo keine Sehnsucht nach einer Beziehung da ist. Ich weiß nicht, wie viele anderen es wie mir geht, aber ich habe wirklich keine Sehnsucht nach eine Beziehung, Ehe, gemeinsamer Wohnung oder Kindern. Ne, ich liebe mein Single-Leben (hätte nur gerne mehr Freizeit und weniger Arbeit). Wenn andere über ihre Beziehungen reden, denke ich mir, wie gut es mir doch als Single geht.
Beziehung - alles, was ich daran nicht will = Freundschaft + Sex. Freundschaft zu Frauen habe ich, Sex nicht. Von daher ist es logisch, das ich das suche, was ich will, aber mir noch fehlt. Ich werde nicht der einzige AB sein, den es so geht. Vllt. liegt das daran, das es unter ABs deutlich mehr introvertierte Personen als im Schnitt gibt oder die Sehnsucht nach einer Beziehung mit der steigenden Dauer des Single-Daseins sinkt. Gewöhnungseffekt. Oder weil man durch Probleme von anderen in Beziehungen demotiviert wird, z.B. Ärger durch eine Scheidung oder jemand muss seine Karriere aufgeben, um zum Partner ziehen zu können.
Den Mangel, den du hier ABs attestierst, hat nicht jeder AB. Ich weiß nicht, wie ich das für einen Normalo sonst schildern kann. Ich selber kann mir auch schwer vorstellen, wie es sich anfühlen würde, asexuell zu sein und keinen Trieb zu haben. Ich kann mir nur merken, das es das gibt und respektieren, wenn jemand davon berichtet.

Zum zweiten Absatz: denke nicht, das das einfacher wäre. Kuscheln mit Freunden ist nicht. Sondern es würde eine Beziehung oder Affäre voraussetzen und der Sex wäre meist dann auch nicht mehr weit.
Warnung vor Pickup: https://www.abtreff.de/viewtopic.php?p=1062199#p1062199

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Re: Ein Leben ohne Liebe & Sexualität - wie?

Beitrag von IronAngel » Samstag 27. Oktober 2018, 18:01

Kief hat geschrieben:
Samstag 27. Oktober 2018, 15:39
IronAngel hat geschrieben:
Sonntag 9. September 2018, 13:58
Gatem hat geschrieben:
Montag 3. September 2018, 07:49
Ich denke der Sexualtrieb ist etwas individuelles wie auch z.B. das Hungergefühl. Der Mensch kann drei Wochen überleben ohne Nahrung zu sich zu nehmen. Das heißt aber nicht, dass jeder gleich damit umgeht. [ ... ]
Und so ähnlich wird es sicherlich auch mit dem Sexualtrieb sein: Der eine kann ihn besser ignorieren/unterdrücken, der andere eben nicht. Aber völlig loswerden kann man ihn m.E. nicht (ohne Medikamente oder Operation).
''Unterdrücken'' ist der falsche Ansatz, weil es nicht funktioniert.

Die Energie soll transformiert werden. Napoleon Hill hatte das in seinem bekannten Buch erwähnt:

http://karlomutschler.com/blog/zyklus-5 ... smutation/
Der Link ist nicht mehr aktiv.
Jemand noch nen anderen Link?

Ansonsten habe ich gerade eben in Bezug zu metoo einen beeindruckenden Text gefunden.
Die meiner Meinung nach differenzierteste und weiseste Positionierung (edit: und auch fundierten Hintergrund verstaendlich angeschnitten), die ich dazu je irgendwo gefunden habe:
https://cuddlers.net/de/die-kuschelbewegung-und-metoo/

Bei mir selbst habe ich ja auch festgestellt, dass Sex als Ersatzbeduerfnis gewachsen ist, wenn ich Kuscheldefizite registriert habe.


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Ach Gott, so etwas gibt es also auch? Als ob ich mit wildfremden Leuten kuscheln könnte. Meine Aversion gegenüber allem was ''zu nahe'' geht, würde das sowieso nicht zulassen.

Mal abgesehen davon ist das clevere Prostitution, was die -Kuschler- da anbieten. 60 € pro Stunde für ein paar Berührungen sind sicher ein gutes Geschäft.

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Re: Ein Leben ohne Liebe & Sexualität - wie?

Beitrag von LonesomeCoder » Samstag 27. Oktober 2018, 18:23

Wenn ich einer Frau schon so nahe bin, würde ich gerne das "volle Programm" haben wollen. Nur Kuscheln wäre wie sich in den Flieger setzen und vor dem Start wieder aussteigen (was aber im Rahmen einer Therapie gegen Flugangst durchaus sinnvoll sein könnte).
Warnung vor Pickup: https://www.abtreff.de/viewtopic.php?p=1062199#p1062199

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Re: Ein Leben ohne Liebe & Sexualität - wie?

Beitrag von Morkel » Sonntag 28. Oktober 2018, 00:13

LonesomeCoder hat geschrieben:
Samstag 27. Oktober 2018, 17:46
Morkel hat geschrieben:
Samstag 27. Oktober 2018, 16:27
Diesen scheinbaren Widerspruch kann man leider auch hier im Forum immer wieder beobachten. Ich habe mich schon einige Male gefragt, warum für einige die Suche nach einem möglichst unverbindlichen und gefühllosen ersten Mal oder ONS / "Casual Sex" so einen riesigen Stellenwert im Leben einnimmt, obwohl der Mangel ja eigentlich ganz woanders liegt, und durch diesen Ersatz gar nicht befriedigt werden könnte.

Zumal für einen AB die Befriedigung des Kuschel- und Nähebedürfnisses ein deutlich einfacher zu erreichendes Ziel wäre, als sich in den Fleischbasaren von Tinder und Co. eine Enttäuschung nach der nächsten zu holen.
Zum ersten Absatz: es gibt nun mal Menschen, wo keine Sehnsucht nach einer Beziehung da ist. Ich weiß nicht, wie viele anderen es wie mir geht, aber ich habe wirklich keine Sehnsucht nach eine Beziehung, Ehe, gemeinsamer Wohnung oder Kindern. Ne, ich liebe mein Single-Leben (hätte nur gerne mehr Freizeit und weniger Arbeit). Wenn andere über ihre Beziehungen reden, denke ich mir, wie gut es mir doch als Single geht.
Interessant, dass du sofort wieder die alte Platte auflegst, mit der du wiederholt deine fehlende Sehnsucht nach Beziehung, Ehe, gemeinsamen Wohnung oder Kindern erklärst, obwohl ich das gar nicht erwähnt habe. Woher dieses Erklärungsbedürfnis, wo du doch so zufrieden in deinem Single-Dasein ruhst?
Den Mangel, den du hier ABs attestierst, hat nicht jeder AB. Ich weiß nicht, wie ich das für einen Normalo sonst schildern kann. Ich selber kann mir auch schwer vorstellen, wie es sich anfühlen würde, asexuell zu sein und keinen Trieb zu haben. Ich kann mir nur merken, das es das gibt und respektieren, wenn jemand davon berichtet.
Das Bedürfnis nach körperlicher und gefühlsmäßiger Nähe zu Anderen ist aber ein elementares Grundbedürfnis des Menschen. Da kannst du rationalisieren und argumentieren so viel du willst. Die ABs die du ansprichst sind, auch wenn sie sich gern als über solche Bedürfnisse erhaben darstellen, auch bloß Menschen also fühlende Wesen. Auch wenn du und andere es nicht mehr fühlen, heißt das nicht, dass es nicht mehr da ist. Sondern nur, dass du es schon solange und so tief unterdrückt hast, dass du jeglichen Kontakt damit verloren hast.
Zum zweiten Absatz: denke nicht, das das einfacher wäre. Kuscheln mit Freunden ist nicht. Sondern es würde eine Beziehung oder Affäre voraussetzen und der Sex wäre meist dann auch nicht mehr weit.
Wenn ich einer Frau schon so nahe bin, würde ich gerne das "volle Programm" haben wollen. Nur Kuscheln wäre wie sich in den Flieger setzen und vor dem Start wieder aussteigen (was aber im Rahmen einer Therapie gegen Flugangst durchaus sinnvoll sein könnte).
Mit diesem Rest bestätigst du leider nur genau das was Elisa geschrieben hat, und dass es für dich zwischen null Nähe und Sex wohl wenig zu geben scheint. Besonders das letzte Zitat klingt schon fast nach dem was Elisa als "agressive Suche nach Sex" bezeichnet.

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Re: Ein Leben ohne Liebe & Sexualität - wie?

Beitrag von Morkel » Sonntag 28. Oktober 2018, 00:18

IronAngel hat geschrieben:
Samstag 27. Oktober 2018, 18:01
Ach Gott, so etwas gibt es also auch? Als ob ich mit wildfremden Leuten kuscheln könnte. Meine Aversion gegenüber allem was ''zu nahe'' geht, würde das sowieso nicht zulassen.
Na dann lass es doch einfach, und pflege weiter deine Aversionen :daumen:

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Re: Ein Leben ohne Liebe & Sexualität - wie?

Beitrag von kreisel » Sonntag 28. Oktober 2018, 00:46

Morkel hat geschrieben:Das Bedürfnis nach körperlicher und gefühlsmäßiger Nähe zu Anderen ist aber ein elementares Grundbedürfnis des Menschen. Da kannst du rationalisieren und argumentieren so viel du willst. Die ABs die du ansprichst sind, auch wenn sie sich gern als über solche Bedürfnisse erhaben darstellen, auch bloß Menschen also fühlende Wesen. Auch wenn du und andere es nicht mehr fühlen, heißt das nicht, dass es nicht mehr da ist. Sondern nur, dass du es schon solange und so tief unterdrückt hast, dass du jeglichen Kontakt damit verloren hast.
Zustimmung.

Bei mir läuft da die letzten Wochen so ein Erkennnisprozess.
Man kann wirklich jahre- und jahrzehntelang einfrieren und den den Zugang zum
wesentlichen verlieren.
Oder man hatte den Zugang nie gehabt durch irgendwelche Umstände, die eine Entwicklung
und ein sich fühlen verhindert haben.

Das eigentlichen Bedürfnisse und Gefühle, die nicht mehr gefühlt werden, suchen sich
dann über Umwege seinen Weg (z B mehr Kopfsache, viel denken),
sodass das grundlegende dahinter fast gar nicht mehr zu erkennen ist.

Bin mir nicht sicher, ob es einen Weg zurück gibt. Also ich weiß, dass es da eine
Erschütterung geben kann, und plötzlich kommt sowas emotionales und körperliches
zurück in der inneren Wahrnehmung. Weil ich das gerade erlebe.

Aber ob das wirklich mal alles "normal sortiert" ist und diese inneren Mankozustände
ausgefüllt sind, und die ganzen Umgehungsdinge irgendwann mal an Wirkung verlieren
und auch ein normales Leben möglich ist, auch interaktiv, da zweifle ich noch
oder es muss ein end-langer Weg sein.

@Topic
ich denke, es ist ohne Liebe und Sexualität depriviert.

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Re: Ein Leben ohne Liebe & Sexualität - wie?

Beitrag von Nonkonformist » Sonntag 28. Oktober 2018, 06:39

Morkel hat geschrieben:
Sonntag 28. Oktober 2018, 00:13
Zumal für einen AB die Befriedigung des Kuschel- und Nähebedürfnisses ein deutlich einfacher zu erreichendes Ziel wäre, als sich in den Fleischbasaren von Tinder und Co. eine Enttäuschung nach der nächsten zu holen.
Morkel hat geschrieben:
Sonntag 28. Oktober 2018, 00:13
Das Bedürfnis nach körperlicher und gefühlsmäßiger Nähe zu Anderen ist aber ein elementares Grundbedürfnis des Menschen. Da kannst du rationalisieren und argumentieren so viel du willst. Die ABs die du ansprichst sind, auch wenn sie sich gern als über solche Bedürfnisse erhaben darstellen, auch bloß Menschen also fühlende Wesen. Auch wenn du und andere es nicht mehr fühlen, heißt das nicht, dass es nicht mehr da ist. Sondern nur, dass du es schon solange und so tief unterdrückt hast, dass du jeglichen Kontakt damit verloren hast.
Ich denke, diese bedruerfnisse sind von person bis person anders.
Kuscheln, koerperliche naehe, so wie sex, kamen fuer mich immer nur im frage bei frauen, in den ich verliebt war, nicht als austasuschdienste bei austauschmenschen. (Wann ich nicht in einen spezifischen frau verliebt bin, liegt mein wuensch nach beziehung und bedarf nach koerperliche naehe und sex auch bei nahezu null: nicht-OdBs sollen mich bitte nicht intim beruehren und nicht mit mir kuscheln.)
Auch gefuehlsmaessiger naehe schraenkte ich immer auf meinen engeren freundeskreis ein, ist keine algemeine wuensch, dafuer brauche ich ein paar ausnahmemenschen.

Die rest der menschen halte ich mich, um ehrlich zu sein, lieber fern.
Fehlt mir eine OdB, fehtl mir ein passendes freundeskreis, wird ich zum eremit.
Und das war auch bereits so, wann ich noch in meinen studentenzeit war, und mich in meinen lehrerschule sehr einsam gefuehlt habe, keinerlei richtigen anschluss hatte.

Ja, ich habe ein beduerfnis nach liebe und sexualitaet, und nach euine beziehung - aber nur in perioden wann ich verliebt bin, und dann auch nur in die frau in den ich in der periode verliebt bin. Bin ich nicht verliebt, dann interessiert mich das alles zu wenig um sogar mal aktiv auf partnersuche zu gehen. (Keiner meinen verliebtheiten war jemals geplant, entstand aus zufaellige begegnungen.)

Liebe war fuer mich immer eine ausnahmeperson, etwas sehr exklusives, nie ein ungezielter koerperlicher beduerfnis den es unbedingt zu befriedigen gab, bei einer oder mehreren von hunderten semi-austauschbaren kandidatinnen.
I Yam What I Yam & Dats What I Yam - (Popeye the Sailorman.)

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Re: Ein Leben ohne Liebe & Sexualität - wie?

Beitrag von Oreo » Sonntag 28. Oktober 2018, 10:26

kreisel hat geschrieben:
Sonntag 28. Oktober 2018, 00:46
Das eigentlichen Bedürfnisse und Gefühle, die nicht mehr gefühlt werden, suchen sich
dann über Umwege seinen Weg (z B mehr Kopfsache, viel denken),
sodass das grundlegende dahinter fast gar nicht mehr zu erkennen ist.
Vielleicht ist auch das mit ein Grund, warum ich eher der Kopfmensch bin.
Dadurch lassen sich Gefühle und Sehnsüchte natürlich auch besser ausschalten. So habe ich Phasen, in denen mein Bedürfnis nach Liebe und Sexualität nur wenig vorhanden ist. Unterschwellig ist der Wunsch aber trotzdem noch da, nur der Kopf schaltet das Gefühl zurück.

In bestimmten Situationen ist das Gefühl dann wieder stärker als der Kopf. Gerade z.B. bin ich in einer Phase, in der ich einiges hinterfrage und auch das Bedürfnis nach Liebe und Nähe ist jetzt wieder stärker ausgeprägt.

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Re: Ein Leben ohne Liebe & Sexualität - wie?

Beitrag von Morkel » Sonntag 28. Oktober 2018, 12:37

kreisel hat geschrieben:
Sonntag 28. Oktober 2018, 00:46
Das eigentlichen Bedürfnisse und Gefühle, die nicht mehr gefühlt werden, suchen sich
dann über Umwege seinen Weg (z B mehr Kopfsache, viel denken),
sodass das grundlegende dahinter fast gar nicht mehr zu erkennen ist.
Ja, wobei ich das Denken/Rationalisieren ("Flucht in den Kopf") eher als einen der Mechanismen sehe das Fühlen zu unterdrücken. Unterdrückte Gefühle bahnen sich meist in Form von Krankheiten ihren Weg, typischerweise Entzündungen, Autoimmunerkrankungen, Gelenkgeschichten, Krebs usw. oder chronifizieren sich ihren hartnäckigeren Formen z.B. Wut wird zu unterschwelligem Groll, Traurigkeit zu chronischer Depression.

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Re: Ein Leben ohne Liebe & Sexualität - wie?

Beitrag von Morkel » Sonntag 28. Oktober 2018, 12:48

Nonkonformist hat geschrieben:
Sonntag 28. Oktober 2018, 06:39
Ich denke, diese bedruerfnisse sind von person bis person anders.
...
Es ist nicht grundlegend anders, sondern wird nur unterschiedlich stark wahrgenommen. Du hast dich halt schon sehr gut davon abgespalten und nimmst infolgedessen nur noch die Suche nach einem OdB und Sex mit diesem wahr. Die ganzen anderen Schattierungen kommen in deinen Schilderungen ja gar nicht mehr vor.

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Re: Ein Leben ohne Liebe & Sexualität - wie?

Beitrag von Nonkonformist » Sonntag 28. Oktober 2018, 13:10

Morkel hat geschrieben:
Sonntag 28. Oktober 2018, 12:48
Nonkonformist hat geschrieben:
Sonntag 28. Oktober 2018, 06:39
Ich denke, diese bedruerfnisse sind von person bis person anders.
...
Es ist nicht grundlegend anders, sondern wird nur unterschiedlich stark wahrgenommen. Du hast dich halt schon sehr gut davon abgespalten und nimmst infolgedessen nur noch die Suche nach einem OdB und Sex mit diesem wahr. Die ganzen anderen Schattierungen kommen in deinen Schilderungen ja gar nicht mehr vor.
Sie waren bei mir auch nie da. Nicht jetzt, und auch nicht wann ich 14 war. Oder 18. Oder 22.
Hatte noch nie einen sturm-und-drang experimentierbedarf.
Eine OdB, also jemanden, in den ich verliebt bin, oder gar niemanden.
Immer, bereits.
An kompromisse habe ich da nie geglaubt, zumindestens nicht was meine gefuehle angeht.
Habe diesen experimentierdrang schon bei einige der anderen wahrgenommen, bei klassenfeten und so. Mich hat es eher angeekelt, und habe dabei auch maedchen abgeblockt, die mit mir 'experimentieren' wollten.
Dazu war ich auch nie auf der suche nach OdBs. Die sind mir alle zufaelligeweise ueber den weg gelaufen, entweder ganz frueher in der schule, oder, spaeter, in meinen freiberuflichen berufsfeld. Die meisten muessten sich sogar ziemlich anstrengen, bevor ich sie ueberhaupt wahrgenommen habe.
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Re: Ein Leben ohne Liebe & Sexualität - wie?

Beitrag von Morkel » Sonntag 28. Oktober 2018, 13:30

Nonkonformist hat geschrieben:
Sonntag 28. Oktober 2018, 13:10
Sie waren bei mir auch nicht da. Nicht jetzt, und auch nicht wann ich 14 war. Oder 18. Oder 22.
Hatte noch nie einen sturm-und-drang experimentierbedarf.
Eine OdB, also jemanden, in den ich verliebt bin, oder gar niemanden.
Immer, bereits.
Das heißt dann immer noch nicht "Immer" sondern "nur", dass du sie schon viel früher erfolgreich abgespalten hast. In einem Alter an das du dich gar nicht mehr bewusst erinnerst, und in dem du auch noch keine bewussten Entscheidungen treffen konntest. So eine Abspaltung kann ja schließlich schon im frühesten Kindesalter passieren. Bestes Beispiel dafür ist ja immer der alte Erziehungsratschlag: "Lass das Kind ruhig schreien, das wird sonst verwöhnt und außerdem kräftig das die Lungen"

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Re: Ein Leben ohne Liebe & Sexualität - wie?

Beitrag von Nonkonformist » Sonntag 28. Oktober 2018, 14:03

Morkel hat geschrieben:
Sonntag 28. Oktober 2018, 13:30
Nonkonformist hat geschrieben:
Sonntag 28. Oktober 2018, 13:10
Sie waren bei mir auch nicht da. Nicht jetzt, und auch nicht wann ich 14 war. Oder 18. Oder 22.
Hatte noch nie einen sturm-und-drang experimentierbedarf.
Eine OdB, also jemanden, in den ich verliebt bin, oder gar niemanden.
Immer, bereits.
Das heißt dann immer noch nicht "Immer" sondern "nur", dass du sie schon viel früher erfolgreich abgespalten hast. In einem Alter an das du dich gar nicht mehr bewusst erinnerst, und in dem du auch noch keine bewussten Entscheidungen treffen konntest. So eine Abspaltung kann ja schließlich schon im frühesten Kindesalter passieren. Bestes Beispiel dafür ist ja immer der alte Erziehungsratschlag: "Lass das Kind ruhig schreien, das wird sonst verwöhnt und außerdem kräftig das die Lungen"
Meine fruehesten errinnerungen an liebessachen, da war ich etwa 7. Ich bekam eine art liebesbrief von einen mitschulerin, eine huebsche, sogar, Ich lehnte sie ab. Ich habe stattfdessen das maedchen, das ich richtig gern hatte, gefragt, ob sie meine freundin sein wollte, und sie hat Ja gesagt.
Ich hatte dummerwiese irgendwie geglaubt, das es nicht komplizierter wird, als das.
Im spaeteren alter habe ich dann meine nerven verloren, aber nie diese grundeinstellung.
Nimm dir das maedchen das du wirklich willst, nicht derjenige, der zufaelligerweise verfuegbar ist.
Ich glaube schon, das es bei mir immer war, und das ich nichts verloren habe.
Es ist nie da gewesen.
Dieses exklusivitaetsbedarf, das ist meinen wahren ich.
Nicht jeder ist seinen trieb hoffnungslos ueberliefert, bei manche von uns gab es nie einen sehr ausgepraegten allgemeinen trieb.
Und ich glaube nicht das triebhaftheit fuer jedem der normalzustand ist, und ein mangel daran automatisch ein defizit ist.
Wir sind ja alle individuen, keine biologische maschinen.
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Re: Ein Leben ohne Liebe & Sexualität - wie?

Beitrag von Automobilist » Sonntag 28. Oktober 2018, 15:17

Nonkonformist hat geschrieben:
Sonntag 28. Oktober 2018, 14:03
Nimm dir das maedchen das du wirklich willst, nicht derjenige, der zufaelligerweise verfuegbar ist.
Ich glaube schon, das es bei mir immer war, und das ich nichts verloren habe.

Und ich glaube nicht das triebhaftheit fuer jedem der normalzustand ist, und ein mangel daran automatisch ein defizit ist.
Wir sind ja alle individuen, keine biologische maschinen.
Aus der Seele gesprochen - wenn es denn nur möglich ist. Falls ich je eine " Sturm - und Drang " - Zeit hatte...so spielte Aphrodite darin die Hauptrolle. Macht sie heute noch. Die berüchtigte Libido wirkt bei mir nur bei ganz wenigen Damen - in erster Linie bei ihr.
Ersatz platterdings unmöglich; wie ich schon sagte, fast alle Damen lassen mich völlig kalt ( eigentlich wirken sie sogar oft abstoßend, nur sollte ich das nicht z u laut sagen ! )
Was ist " humour " ? Excellenz Erich Ludendorff

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Re: Ein Leben ohne Liebe & Sexualität - wie?

Beitrag von Morkel » Sonntag 28. Oktober 2018, 15:33

Nonkonformist hat geschrieben:
Sonntag 28. Oktober 2018, 14:03
Ich glaube schon, das es bei mir immer war, und das ich nichts verloren habe.
Es ist nie da gewesen.
Dieses exklusivitaetsbedarf, das ist meinen wahren ich.
Das klingt eher nach einem Erklärungsmodell als nach einer Erkenntnis die aus einem Kontakt zu deinem wahren Ich entstanden ist. Aber es steht ja bekanntlich jedem Menschen frei zu glauben was er will. Ich erlaube mir nur darauf hinzuweisen, dass dieser Glaubenssatz für einen Menschen höchst hinterfragenswürdig und nutzlos ist.

Und ich weiß auch nicht, ob euch (Automobilist und dir) überhaupt bewusst ist, welche ungeheure Last ihr auf eure OdBs packt, wenn ihr eure gesamten Nähe- und Beziehungsdefizite auf diese eine (Nicht-)Beziehung projiziert. Das kann doch kein normaler Mensch leisten. Was natürlich auch erklärt, warum diese OdBs dann in eurer Fantasie zu engelsgleichen Überwesen mutieren.
Nicht jeder ist seinen trieb hoffnungslos ueberliefert, bei manche von uns gab es nie einen sehr ausgepraegten allgemeinen trieb.
Und ich glaube nicht das triebhaftheit fuer jedem der normalzustand ist, und ein mangel daran automatisch ein defizit ist.
Wir sind ja alle individuen, keine biologische maschinen.
Keine Ahnung wie du jetzt wieder darauf kommst. Du mischst da einiges wild durcheinander. Von Triebhaftigkeit war von meiner Seite bis jetzt gar keine Rede. Ich redete vom Grundbedürfnis nach Verbundenheit und Nähe. Wenn du das eine nicht vom anderen unterscheiden kannst ist das (sorry aber ein besseres Wort fällt mir grad nicht ein) einfach nur traurig. In diese Kategorie fällt auch das automatische Gleichsetzen von Nähe mit Sex/Liebesbeziehung welches hier alle Nase lang praktiziert wird.

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