Zu lange alleine für Umstellung auf Beziehung?

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Zu lange alleine für Umstellung auf Beziehung?

Beitrag von Pferdefreundin » Sonntag 21. Oktober 2018, 17:04

Hallo ihr Lieben,

momentan stelle ich mir die Frage, ob ich mich überhaupt noch umstellen könnte auf eine Beziehung, aufgrund dessen, dass ich halt noch nie eine hatte und mir die entsprechenden Basics fehlen.

Ob man dem noch gerecht werden kann, die Bedürfnisse von beiden zu erfüllen.
Ich hoffe, ihr versteht, wie ich das meine.

Die Angst, von zu viel Nähe (körperlich wie emotional) "erdrückt" zu werden und überfordert zu sein, den Bedürfnissen des Partners (nicht) gerecht zu werden.

Also plötzlich sich darauf einstellen, dass da noch jemand ist, den man erst noch kennenlernen muss. (im Zusammenleben etc).

Umso mehr ich feststelle, was mir erfahrungstechnisch noch so alles fehlt und ich zurückgeblieben bin, desto mehr verfestigt sich bei mir der Standpunkt, dass ich nie dafür geeignet sein werde, Beziehungen führen zu können.

Kennt ihr solche Gedanken auch?

Besser konnte ich das im Moment leider nicht in Worte fassen, ich hoffe, ihr versteht, wie ich das meine.

Schönen Sonntag euch noch.
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Volta
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Re: Zu lange alleine für Umstellung auf Beziehung?

Beitrag von Volta » Sonntag 21. Oktober 2018, 17:25

Von zu viel Nähe erdrückt werden? Warum denkst du das? Du gehst doch vermutlich eine Beziehung mit jemanden ein, auf den du heiß bist? Dann willst du also viel Nähe.

Das mit der Unerfahrenheit, naja, kann schon sein, dass es beim ersten Beziehungsversuch nicht klappt, du irgendwelche Erwartungen dann doch nicht erfüllst. War jedenfalls bei mir so. Aber das Risiko musst du nun mal in Kauf nehmen, du weißt ja nie vorher, wie ein anderer Mensch wirklich tickt.

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Re: Zu lange alleine für Umstellung auf Beziehung?

Beitrag von Ninja Turtle » Sonntag 21. Oktober 2018, 17:28

Pferdefreundin hat geschrieben:
Sonntag 21. Oktober 2018, 17:04
Umso mehr ich feststelle, was mir erfahrungstechnisch noch so alles fehlt und ich zurückgeblieben bin, desto mehr verfestigt sich bei mir der Standpunkt, dass ich nie dafür geeignet sein werde, Beziehungen führen zu können.

Kennt ihr solche Gedanken auch?
Auf jeden Fall kenne ich solche Gedanken.
Andererseits weiß ich ja, dass es andere auch geschafft haben. ;)
:kopfhoerer: :tanzen2: :umarmung2:

Die SHG-Frankfurt trifft sich jeden 1. und 3. Freitag im Monat. (Dann besaufen wir uns und feiern wilde Sexorgien. Man kann aber auch nur zugucken.) :mrgreen:

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Re: Zu lange alleine für Umstellung auf Beziehung?

Beitrag von HalloLeben! » Sonntag 21. Oktober 2018, 17:30

Hey, ^^

hab mir lange Zeit die gleichen Fragen gestellt.

Wir sind alle sehr verschieden und gehen unterschiedlich mit unseren individuellen Situationen um. So kann, denke ich mir zumindest, nur jeder für sich selbst herausfinden, ob man sich auf eine Beziehung voll und ganz einlassen kann, oder nicht.

Die ganzen Vorstellungen die man hat, bevor man eine Beziehung führt, müssen aber überhaupt nicht mit der Wirklichkeit übereinstimmen.

Ich hab mir viele Sorgen gemacht, die waren im Endeffekt völlig unbegründet. ^^ Es hat viel besser funktioniert als ich mir das gedacht habe. Wenn es passt, passt es und wenn es gar nicht funktioniert, ist der Partner vielleicht nicht der Richtige. Das kannst du nur herausfinden, wenn es passiert.
Wenn das dann wirklich nicht funktioniert, lernst du zumindest aus deinen Fehlern oder findest heraus was du nicht haben möchtest.

Mach dir keine Sorgen.

Liebe Grüße
HalloLeben!

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Re: Zu lange alleine für Umstellung auf Beziehung?

Beitrag von Tania » Sonntag 21. Oktober 2018, 17:32

Pferdefreundin hat geschrieben:
Sonntag 21. Oktober 2018, 17:04

Kennt ihr solche Gedanken auch?
Ja. Die hat man auch mit Beziehungserfahrung.

Mir hilft dann immer der Gedanke: ich muss mich ja nicht "plötzlich darauf einstellen", dass da jetzt ein bislang unbekannter Mensch die Hauptrolle in meinem Leben einnimmt. Die wenigsten Leute ziehen nach dem ersten Date sofort zusammen und kaufen Ringe. Man trifft sich, so oft und so lange es für beide gut ist. Und falls das einem nicht reicht oder zu viel ist, und der Verhandlungsspielraum ausgereizt ist, geht man sowieso lieber getrennte Wege, als sich bis über die Schmerzgrenze hinaus zu verbiegen.

Wenn Du eine laaaaaaaaaaage Anlaufzeit brauchst, um Nähe aufbauen und zulassen zu können, macht dich das nicht prinzipiell ungeeignet für eine Beziehung. Es macht Dich nur ungeeignet für eine Beziehung mit einem Mann, bei dem alles ratz-fatz gehen muss.

In the end we only regret the chances we didn’t take, the relationships we were afraid to have, and the decisions we waited too long to make. (Lewis Carroll)

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Re: Zu lange alleine für Umstellung auf Beziehung?

Beitrag von Mr. Lonely » Sonntag 21. Oktober 2018, 17:35

Das ist eine Frage, die sich wohl allein durch "Gedankenexperimente" nicht beantworten lässt.
Finde meinen Nick voll blöd. Ich bin mit 100%iger Sicherheit davon ausgegangen, dass der schon vergeben ist!

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Re: Zu lange alleine für Umstellung auf Beziehung?

Beitrag von OlliP » Sonntag 21. Oktober 2018, 18:45

Hallo Pferdefreundin,

solche Gedanken kenne ich gut. Bis ich 42 war ich Soft-AB, aber ich bin rausgekommen. Und ja, ich habe einige Zeit mal ganz schön aufs Dach bekommen, weil ich dieses und jenes nicht wusste, was andere wissen, die schon mal eine längere Beziehung hatten. Aber ich bin da durch. Leben ist auch Leiden und es hat sich am Ende wirklich gelohnt.

Ich denke aber, dass man einen Menschen braucht, der Geduld mit einem hat. Den kann man finden. Habe ich auch, wenn es auch reiner Zufall war. Meine Frau hatte keine schöne Kindheit mit lieblosen Eltern. Ihr Mutter war leider auch nicht normal. Sie war da richtig froh einfach mit mir einen lieben Menschen zu haben. Zum ersten Mal war es für mich ein Plus, dass ich jemanden anderen verstehen kann und Rücksicht nehmen kann. Bis dahin war es immer ein Malus, weil so jemand nur als Softie rüberkommt. Wir mochten uns von Anfang an und mit der Zeit hatten wir uns richtig lieb und dann hat es auch gefunkt. Merke: Es kommt schrittweise nacheinander und nicht auf einmal.

Wir würde dir ganz sehr raten ganz viel unter die Leute zu gehen und zwar etwas machen, wobei man die gleichen Leute immer wiedersieht. Irgendein Hobby. Sowas ist ganz wichtig, denn im Vergleich mit anderen kann man seine eigenen Spleens erdecken, die sich gebildet haben, und sie abstellen. Außerdem lernt man den Umgang mit anderen Menschen. Das ist ganz wichtig um nicht zu vereinsamen und spleenig zu werden. Ich hatte damals ganz schön zu tun, um aus so einer geistigen Isolation wieder rauszukommen. Man meint natürlich, dass man selbst großartig ist und einem sowas nicht passiert, aber irgendwann sieht man keine Anzeichen, dass man anfängt koisch zu werden.

Also unbedingt unter die Leute gehen. Wenn es nur irgendein Kurs an einer VHS ist. Das ist schonmal ein ANfang und ungemein wichtig um nicht in Verzweiflung zu geraten. Das ist immer die natürliche Folge der Einsamkeit.

Die alles Gute,
Oliver

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Re: Zu lange alleine für Umstellung auf Beziehung?

Beitrag von Oreo » Sonntag 21. Oktober 2018, 19:07

Diese Frage stelle ich mir auch immer wieder mal. Die Antwort hängt von der Phase ab, in der ich mich befinde. Es gibt Zeiten, in denen ich mir überhaupt nicht vorstellen kann, in einer Beziehung zu sein oder gar mit einer Frau zusammen zu leben. Erst dieses Jahr habe ich mir abends als ich zu Hause war noch gedacht, dass ich mir überhaupt nicht vorstellen kann, dass in dem Moment eine Frau bei mir ist.

Momentan bin ich wieder offener eingestellt und wäre auch eher bereit mich darauf einzulassen. Mir hilft auch der Gedanke, dass nicht von heute auf morgen eine Frau bei mir einzieht, sondern es ja auch noch die Phase der Beziehungsanbahnung gibt. Trotzdem ist mir bewusst, dass es ein langer Weg wird und auch Geduld und Verständnis einer möglichen Frau voraussetzt.

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Re: Zu lange alleine für Umstellung auf Beziehung?

Beitrag von Hjalmar » Sonntag 21. Oktober 2018, 19:18

Pferdefreundin hat geschrieben:
Sonntag 21. Oktober 2018, 17:04

Umso mehr ich feststelle, was mir erfahrungstechnisch noch so alles fehlt und ich zurückgeblieben bin, desto mehr verfestigt sich bei mir der Standpunkt, dass ich nie dafür geeignet sein werde, Beziehungen führen zu können.

Kennt ihr solche Gedanken auch?
Hallo Pferdefreundin,
ja, das kenne ich auch genau so. Als HC-AB bin ich erfahrungstechnisch im Grunde bei Null. Da ich mich mittlerweile so massiv "unterlegen" / "zurückgeblieben" einschätze, kann ich mir eine Beziehung praktisch nicht mehr vorstellen.
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Re: Zu lange alleine für Umstellung auf Beziehung?

Beitrag von Siegfried » Sonntag 21. Oktober 2018, 19:36

Ich sehe mein Problem eher in der täglichen Kommunikation da ich schon so lange alleine bin das ich es gar nicht gewohnt bin mit anderen über alltägliche Dinge zu reden da ich die ja immer nur mit mir im Geiste ausmachen muss. Die Beziehung auch Kommunikativ irgendwie Interessant zu gestalten würde mir als Kopfmensch wahrscheinlich schwer fallen.

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Re: Zu lange alleine für Umstellung auf Beziehung?

Beitrag von Ruxpin » Sonntag 21. Oktober 2018, 19:46

Ich glaube, je länger man alleine ist, desto mehr gewöhnt man sich daran. Man hat sein eigenes Leben, seinen eigenen Tagesablauf, seinen eigenen Rhythmus, man hat seine Hobbys und Interessen. Und man hat seine Eigenheiten, Verhaltensweisen und vielleicht sogar Macken.

Ich war im Endeffekt mein ganzes Leben lang allein, auch, als meine (früh verstorbenen) Eltern noch lebten. Von denen hatte ich nicht allzu viel. Danach, mit meiner Oma zusammen, war es genauso. Und nach ihrem Tod war ich dann endgültig ganz allein. Ich bin es gewöhnt. Ich kenne es nicht anders. Da könnte die Umstellung schwerfallen.

Klar, ich habe meine Freunde, mit denen ich mich treffen, reden und was unternehmen kann. Aber da ist man stundenweise zusammen, vielleicht auch mal ein Wochenende, oder verbringt einen Urlaub gemeinsam, aber dann ist man wieder für sich allein.

Bei mir ist es so, dass ich zwar ab und an den Gedanken habe, dass es schön wäre, einen liebenden Menschen an meiner Seite zu haben, jemanden, den ich auch liebe, aber andererseits mir das alles überhaupt gar nicht vorstellen kann. Als HC-Abine ist das eine komplett fremde Welt für mich, die ganz weit weg ist und zu der ich - aufgrund meines langen Alleinseins - irgendwie keinen "Zugriff" habe. Kennt ihr das auch?

Ich weiß außerdem nicht, ob ich fähig wäre, körperliche Nähe aufzubauen. Freunde in den Arm zu nehmen und im Arm zu halten, kein Problem. Aber andere körperliche Nähe? Für mich unvorstellbar.

Ich könnte auch nicht mit jemandem zusammenleben. Gut, das muss man nicht zwingend, da gibt es ja auch andere Möglichkeiten.

Lange Rede, kurzer Sinn: Ich lerne gerne Menschen kennen. Ich kann Freundschaften aufbauen. Ich würde einer möglichen Beziehung durchaus eine Chance geben wollen und mich darauf einlassen, kann mir das alles jedoch überhaupt nicht vorstellen.

Was also diesen Bereich des menschlichen Lebens betrifft, fühle ich mich wie der komplette Außenseiter, so, als wenn ich nicht auf diese Welt gehören würde. Wie ein beziehungstechnischer Analphabet, wie ein Alien. Vermutlich geht es dem einen oder anderen ähnlich.
Wenn du in den Seilen hängst, mach das Beste draus und schaukel 'ne Runde.
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Re: Zu lange alleine für Umstellung auf Beziehung?

Beitrag von Volta » Sonntag 21. Oktober 2018, 20:06

Siegfried hat geschrieben:
Sonntag 21. Oktober 2018, 19:36
Ich sehe mein Problem eher in der täglichen Kommunikation da ich schon so lange alleine bin das ich es gar nicht gewohnt bin mit anderen über alltägliche Dinge zu reden da ich die ja immer nur mit mir im Geiste ausmachen muss. Die Beziehung auch Kommunikativ irgendwie Interessant zu gestalten würde mir als Kopfmensch wahrscheinlich schwer fallen.
Fand mein Problem war eher, über die nicht alltäglichen Dinge zu reden, die erst im Rahmen der Beziehung aufkamen.

Auf der Arbeit und so stimmst du dich sicher auch mit Kollegen ab. Das ist doch über "alltägliche Dinge" reden?

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Re: Zu lange alleine für Umstellung auf Beziehung?

Beitrag von Pferdefreundin » Sonntag 21. Oktober 2018, 20:11

Ruxpin hat geschrieben:
Sonntag 21. Oktober 2018, 19:46
Ich glaube, je länger man alleine ist, desto mehr gewöhnt man sich daran. Man hat sein eigenes Leben, seinen eigenen Tagesablauf, seinen eigenen Rhythmus, man hat seine Hobbys und Interessen. Und man hat seine Eigenheiten, Verhaltensweisen und vielleicht sogar Macken.

Ich war im Endeffekt mein ganzes Leben lang allein, auch, als meine (früh verstorbenen) Eltern noch lebten. Von denen hatte ich nicht allzu viel. Danach, mit meiner Oma zusammen, war es genauso. Und nach ihrem Tod war ich dann endgültig ganz allein. Ich bin es gewöhnt. Ich kenne es nicht anders. Da könnte die Umstellung schwerfallen.

Klar, ich habe meine Freunde, mit denen ich mich treffen, reden und was unternehmen kann. Aber da ist man stundenweise zusammen, vielleicht auch mal ein Wochenende, oder verbringt einen Urlaub gemeinsam, aber dann ist man wieder für sich allein.

Bei mir ist es so, dass ich zwar ab und an den Gedanken habe, dass es schön wäre, einen liebenden Menschen an meiner Seite zu haben, jemanden, den ich auch liebe, aber andererseits mir das alles überhaupt gar nicht vorstellen kann. Als HC-Abine ist das eine komplett fremde Welt für mich, die ganz weit weg ist und zu der ich - aufgrund meines langen Alleinseins - irgendwie keinen "Zugriff" habe. Kennt ihr das auch?

Ich weiß außerdem nicht, ob ich fähig wäre, körperliche Nähe aufzubauen. Freunde in den Arm zu nehmen und im Arm zu halten, kein Problem. Aber andere körperliche Nähe? Für mich unvorstellbar.

Ich könnte auch nicht mit jemandem zusammenleben. Gut, das muss man nicht zwingend, da gibt es ja auch andere Möglichkeiten.

Lange Rede, kurzer Sinn: Ich lerne gerne Menschen kennen. Ich kann Freundschaften aufbauen. Ich würde einer möglichen Beziehung durchaus eine Chance geben wollen und mich darauf einlassen, kann mir das alles jedoch überhaupt nicht vorstellen.

Was also diesen Bereich des menschlichen Lebens betrifft, fühle ich mich wie der komplette Außenseiter, so, als wenn ich nicht auf diese Welt gehören würde. Wie ein beziehungstechnischer Analphabet, wie ein Alien. Vermutlich geht es dem einen oder anderen ähnlich.
Keinen Zugriff/Zugang zu finden und sich das nicht vorstellen können trifft es auf den Punkt.

Fühlt sich auch an, als wäre man von einem anderen Planeten, anders, irgendwie unnormal.

Vor allem erstmal jemanden finden, der Verständnis hat und dazu noch die Geduld aufbringen möchte, einem das Fehlende beizubringen. In der jetzigen Welt für mich nicht sehr wahrscheinlich.

Wir gründen einfach den Club der Beziehungs-Aliens.

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Re: Zu lange alleine für Umstellung auf Beziehung?

Beitrag von Undomiel » Sonntag 21. Oktober 2018, 20:12

Die Gedanken kenne ich auch gut. Andererseits wünsche ich mir eine Beziehung, andererseits macht mir der Gedanke daran schon Angst. Ich frage mich auch oft, ob in meinem Leben überhaupt Platz für einen Partner wäre und ich die Nähe überhaupt aushalten könnte. Ich hoffe einfach, dass ich es hinkriege, wenn es mal soweit ist ;) Ich denke man muss sich einfach darauf einlassen und Schritt für Schritt machen, so schnell wie es sich für einen selber gut anfühlt.
"Sie sehnt sich nach Nähe, Geborgenheit,
doch sie scheint nur als Zaungast genehm.
Warum kann sie denn keiner, so wie sie ist, nur mit anderen Augen sehen?
Doch wer glaubt schon, dass Wunder geschehn?
Und sie steht wieder allein vor dem Spiegel..."

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Re: Zu lange alleine für Umstellung auf Beziehung?

Beitrag von Einsamer Igel » Sonntag 21. Oktober 2018, 20:39

Man muss ja nicht gleich zusammenziehen. Und an Nähe kann man sich auch gewöhnen. ;)
Stell dir vor es geht und keiner kriegts hin. (Wolfgang Neuss)
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Das Leben ist wie ein Fahrrad. Man muss sich vorwärts bewegen,
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Re: Zu lange alleine für Umstellung auf Beziehung?

Beitrag von Lazarus Long » Sonntag 21. Oktober 2018, 21:22

Das sind Fragen, die ich mir so nie gestellt habe.
Ich habe ja auch vorher in einer Familie gelebt.
Ich habe bei der Bundeswehr mit anderen Menschen zusammen gelebt und in einem Raum geschlafen.
Ich habe Gruppenreisen mitgemacht und in Teams gearbeitet.
Ich bin einigermaßen kompromisfähig.

Warum sollte ich also nicht in der Lage sein, mit einer Frau zusammen zu leben?

==================================

Wer nicht seit vielen Jahren ohne soziale Kontakte lebt und einigermaßen kompromisfähig ist und
wer willens ist, auf das eine oder andere zu verzichten bzw. es zu reduzieren,
der sollte dazu in der Lage sein.
Vermutlich holpert und knirscht es, unabhängig davon, ob einer oder beide Partner AB sind, bis sie sich aufeinander eingespielt haben.
Im Grunde sind es doch die Verbindungen mit Menschen, die dem Leben seinen Wert geben.

Wilhelm von Humboldt
Deutscher Staatsmann und Mitbegründer der Humboldt-Universität zu Berlin
1767 - 1835

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Re: Zu lange alleine für Umstellung auf Beziehung?

Beitrag von Strange Lady » Sonntag 21. Oktober 2018, 21:54

Pferdefreundin hat geschrieben:
Sonntag 21. Oktober 2018, 17:04
Hallo ihr Lieben,

momentan stelle ich mir die Frage, ob ich mich überhaupt noch umstellen könnte auf eine Beziehung, aufgrund dessen, dass ich halt noch nie eine hatte und mir die entsprechenden Basics fehlen.

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Die Angst, von zu viel Nähe (körperlich wie emotional) "erdrückt" zu werden und überfordert zu sein, den Bedürfnissen des Partners (nicht) gerecht zu werden.

Also plötzlich sich darauf einstellen, dass da noch jemand ist, den man erst noch kennenlernen muss. (im Zusammenleben etc).

Umso mehr ich feststelle, was mir erfahrungstechnisch noch so alles fehlt und ich zurückgeblieben bin, desto mehr verfestigt sich bei mir der Standpunkt, dass ich nie dafür geeignet sein werde, Beziehungen führen zu können.

Kennt ihr solche Gedanken auch?

Besser konnte ich das im Moment leider nicht in Worte fassen, ich hoffe, ihr versteht, wie ich das meine.

Schönen Sonntag euch noch.
Es gibt so viele untetschiedliche Liebestypen und -formen, Beziehungsmodelle, Lebensarrangements ... da ist für jeden sicher was dabei.
Wichtig dabei: Man/frau/mensch sollte sich selbst und die eigenen Bedürfnisse und Vorlieben einfach gut kennen und sich nicht nach irgendwelchen gesellschaftlichen Mainstreamvorstellungen, wie Dinge zu sein haben, richten. Beziehung ist ohnehin immer auch bilaterale Aushandlungssache.

Für mich wäre z.B. eine symbiotische Klammeraffenbeziehung auch nix, d.h. es käme für mich nur ein Partner in Frage, der ähnlich drauf wäre und damit zurechtkäme. Und warum sollte es so einen nicht geben?
“Happiness is like a butterfly: The more you chase it, the more it will elude you. But if you turn your attention to other things, it will come and sit quietly on your shoulder.”
Henry David Thoreau

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Re: Zu lange alleine für Umstellung auf Beziehung?

Beitrag von Ruxpin » Sonntag 21. Oktober 2018, 22:07

Pferdefreundin hat geschrieben:
Sonntag 21. Oktober 2018, 20:11
Vor allem erstmal jemanden finden, der Verständnis hat und dazu noch die Geduld aufbringen möchte, einem das Fehlende beizubringen. In der jetzigen Welt für mich nicht sehr wahrscheinlich.
Das kommt vermutlich auch noch dazu. Zu schnell darf es auf gar keinen Fall gehen. Vertrauen baut sich doch erst über einen längeren Zeitraum auf. Und für mich ist Vertrauen ganz immens wichtig. Vor allem, weil auch noch verschiedenste Ängste in Bezug auf eine - erste - Beziehung im Spiel sind.
Pferdefreundin hat geschrieben:
Sonntag 21. Oktober 2018, 20:11
Wir gründen einfach den Club der Beziehungs-Aliens.
Da bin ich dabei :D. Klingt doch eigentlich ganz ansprechend: Kleine, knuffige Beziehungs-Aliens ... ;)
Pferdefreundin hat geschrieben:
Sonntag 21. Oktober 2018, 20:11
Auch wenn es für jeden von uns alles andere als toll ist, es tut gut zu wissen, dass man nicht alleine mit seinen Gedanken ist.
:umarmung2: Zu wissen, dass man nicht alleine ist - egal, mit was - kann durchaus schon helfen und guttun.
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Re: Zu lange alleine für Umstellung auf Beziehung?

Beitrag von bettaweib » Sonntag 21. Oktober 2018, 22:19

Ruxpin hat geschrieben:
Sonntag 21. Oktober 2018, 22:07
Das kommt vermutlich auch noch dazu. Zu schnell darf es auf gar keinen Fall gehen. Vertrauen baut sich doch erst über einen längeren Zeitraum auf. Und für mich ist Vertrauen ganz immens wichtig. Vor allem, weil auch noch verschiedenste Ängste in Bezug auf eine - erste - Beziehung im Spiel sind.
Da kann man nur hoffen, dass der Partner auch geduldig genug ist.
Pferdefreundin hat geschrieben:
Sonntag 21. Oktober 2018, 20:11
Wir gründen einfach den Club der Beziehungs-Aliens.
Da bin ich dabei :D. Klingt doch eigentlich ganz ansprechend: Kleine, knuffige Beziehungs-Aliens ... ;)
Aliens? Das klingt so, so....grün...und häßlich.
Klein bin ich ja, aber knuffig? :gruebel:
:umarmung2: Zu wissen, dass man nicht alleine ist - egal, mit was - kann durchaus schon helfen und guttun.
Stimmt!

Mit dem richtigen Partner läuft sowas bestimmt recht unkompliziert.
"Mit Frauen zu spielen, ist was für kleine Jungs, doch eine Frau zu lieben, zu respektieren und für sie da zu sein, ist reine Männersache!”

"Das schönste an den meisten Männern ist die Frau an ihrer Seite."
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Re: Zu lange alleine für Umstellung auf Beziehung?

Beitrag von Kief » Sonntag 21. Oktober 2018, 23:16

Volta hat geschrieben:
Sonntag 21. Oktober 2018, 17:25
Von zu viel Nähe erdrückt werden? Warum denkst du das? Du gehst doch vermutlich eine Beziehung mit jemanden ein, auf den du heiß bist? Dann willst du also viel Nähe.
Bei Dir klingt das so, als schliesst sich das gegenseitig aus.
Dennoch kann beides gleichzeitig zutreffen.
Gerade bei Autisten kommt das durchaus haeufiger vor.

Das Beduerfnis nach Naehe ist unabhaengig davon, dass manche Leute auch viel Energie verbrauchen, wenn sie sich zu intensiv mit anderen Personen umgeben.
Das bedarf dann sehr sorgfaeltiger Selbstkenntnis, wie weit man Naehe geniessen kann. Und wann man wieder Pause und welchen Abstand man braucht.

Allein diese beiden einander ins Gehege kommenden Beduerfnisse koennen die Auswahl der kompatiblen Partner drastisch einschraenken - ob Gefuehle eintreten ist da noch gar nicht betrachtet.
Nicht nur bei Autisten.


K
Deeskalation, ohne danach die Probleme anpacken zu wollen,
das ist wie Ablenkung, oder Hinhalte-Taktik/Aussitzen wollen:
als Gespraechsverweigerung die getarnteste Form von Eskalation.

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