Wie kann man Selbstliebe entwickeln?

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BartS
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Re: Wie kann man Selbstliebe entwickeln?

Beitrag von BartS » Freitag 23. November 2018, 13:14

Peter hat geschrieben:
Freitag 23. November 2018, 12:41
Körperlich-sexuell betrachtest Du vielleicht etwas zu isoliert. Zumindest, wenn es um Partnerschaft geht.
Ich glaube umgekehrt wird ein Schuh daraus. :) Ich lese hier immer wieder Aussagen wie, ohne starke körperlich-sexuelle Anziehung könne auch keine Beziehung entstehen. Das ist eine Betrachtungsweise, die diesen körperlich-sexuellen Aspekt ausgesprochen isolierend betrachtet und die anderen Aspekte ignoriert. Ich habe hingegen die Ansicht, das es nur ein Baustein von vielen ist, dessen Eigenschaft sich auch dadurch ändert (positiv wie auch negativ) wenn sich bestimmte Randbedingungen ändern.
Peter hat geschrieben:
Freitag 23. November 2018, 12:41
Nichts gegen den Herrn Thiel. Er wird sicher in erster Linie auf die anderen Punkte bei seiner Partnerin geschaut haben und es irgendwie geschafft haben, Aussehen von Charakter, Interessen und Eigenheiten isoliert zu betrachten. Ich könnte und wollte das nicht. Das spielt alles zusammen.
Ich glaube kaum, dass Christian Thiel diese These aufstellt, weil er persönlich seine Partnerin so ausgewählt hat. Er ist seit vielen Jahren Paartherapeut und sieht natürlich, bei welchen Konstellationen eine Beziehung gut funktioniert und an welchen Sachen sie scheitern. Du schreibst, Du könntest Aussehen nicht isoliert von Charakter, Interessen und Eigenheiten betrachten. Ich glaube, das ist nicht der Punkt. Es geht eher darum gezielter Charakter, Interessen und Eigenschaften wahrzunehmen und sich dabei weniger vom Aussehen lenken zu lassen. Sehr oft schreibt man nämlich schönen Menschen auch positive Charaktereigenschaften zu.
Peter hat geschrieben:
Freitag 23. November 2018, 12:41
Aber bezüglich Fotos nehmen Frauen sehr viel mehr wahr als nur die reine optische Attraktivität von Körperbau und Gesichtsform. Da sind Frauen gerne mal viel genauer in ihrer Betrachtung des Fotos als Männer. Denn Fotos zeigen häufig sehr viele Infos abseits von Körperbau und Gesichtsform.
Das wäre auch noch so ein Punkt. Ich glaube, dass man in Fotos eher zu viel Sachen hineininterpretiert. Ein Foto ist ein statisches Abbild, nicht die Wirklichkeit. Und die Einschätzung, ob jemand beziehungswürdig ist, läuft anders ab, wenn man das Foto nicht kennt. Zum einen kennt man diesen Effekt auch aus diesem Forum. Wie oft sind sehr innige Kontakte durch Postings und PNs entstanden, ohne irgendwelche Fotos vorher ausgetauscht zu haben. Zum anderen hat man in der Sendung Quarks ein Experiment gezeigt. Je 5 Frauen und Männer haben zuerst Fotos von der anderen Gruppe gesehen und sie einschätzen lassen. Dann hat man die Leute mit verbundenen Augen miteinander bekannt gemacht. Sie konnten mit einander reden, sich gegenseitig riechen, getanzt und auch anfassen war erlaubt. Die Bewertungen verteilten sie anders, als allein durch die Fotos.
Peter hat geschrieben:
Freitag 23. November 2018, 12:41
Hinzu kommt, dass die meisten Menschen ein Selbstbild ihrer eigenen optischen Attraktivität haben. Selbst- und Fremdbild müssen dabei natürlich nicht zwingend übereinstimmen. Daher wird es nicht selten vorkommen, dass eine Frau sowohl ihrer Meinung nach zu attraktive also auch zu unattraktive Männer auf den Börsen ausklammert.
Das kann wirklich so sein. In der Regel finden sich Paare mit ähnlicher Attraktivität. Allerdings sind reale Treffen aussagekräftiger als Fotos.
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Peter
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Re: Wie kann man Selbstliebe entwickeln?

Beitrag von Peter » Freitag 23. November 2018, 13:39

BartS hat geschrieben:
Freitag 23. November 2018, 13:14
Ich glaube umgekehrt wird ein Schuh daraus. :) Ich lese hier immer wieder Aussagen wie, ohne starke körperlich-sexuelle Anziehung könne auch keine Beziehung entstehen. Das ist eine Betrachtungsweise, die diesen körperlich-sexuellen Aspekt ausgesprochen isolierend betrachtet und die anderen Aspekte ignoriert. Ich habe hingegen die Ansicht, das es nur ein Baustein von vielen ist
Hier sind wir doch einer Meinung.
BartS hat geschrieben:
Freitag 23. November 2018, 13:14
Du schreibst, Du könntest Aussehen nicht isoliert von Charakter, Interessen und Eigenheiten betrachten. Ich glaube, das ist nicht der Punkt. Es geht eher darum gezielter Charakter, Interessen und Eigenschaften wahrzunehmen und sich dabei weniger vom Aussehen lenken zu lassen.
Hier zurrst Du aber wieder körperliche Attraktivität und andere Eigenschaften auseinander. Wozu?

Ich habe Frauen getroffen, die ich körperlich attraktiv fand, aber nicht als Partnerin in Betracht gezogen habe.
Ich habe Frauen getroffen, die ich körperlich attraktiv fand und sie auch als Partnerin in Betracht gezogen habe.

Wieso gehst Du davon aus, dass Menschen dies nicht unterscheiden? Der körperlich attraktivere Mensch ist doch nicht zwangsläufig in der Gesamtwahrnehmung auch der attraktivere. Weder sexuell noch als Partner.

Nicht nur auf das Äußere achten ist doch eine Binsenweisheit. Dafür braucht man keinen Experten. Das wusste schon Oma und Mutti. Da widerspricht doch niemand.
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Re: Wie kann man Selbstliebe entwickeln?

Beitrag von Isa_01 » Freitag 23. November 2018, 13:42

schmog hat geschrieben:
Montag 19. November 2018, 16:14
Das ist wohl so! :?

Ich fühle mich als verzweifelte Seele, wie der gleichalte Sohn von Tina Turner, der im Sommer leider Suizid beging:

Und plötzlich umfing Craig erneut die Dunkelheit

Besuchte Craig mich in Frankreich und später in der Schweiz, wurde er ganz still und traurig, sobald der Tag seiner Abreise näher rückte und er wieder nach Los Angeles zurück musste. «Jetzt ist dieses Gefühl wieder da», sagte er dann und meinte seine Einsamkeit. Wann immer er davon sprach, versuchte ich, ihn zu trösten. «Mein Schatz, wenn es dir so geht, musst du etwas dagegen tun. Such dir eine Frau, mit der du leben kannst. Heirate sie. Du musst vergessen, was früher einmal geschehen ist. Das Leben verändert sich ständig.» Damit wollte ich ihm vor Augen führen, wie es bei mir aufwärts gegangen war, nachdem ich Ike verlassen hatte. Er versicherte mir, er würde daran arbeiten. Und ich glaubte ihm.

Ich gewann den Eindruck, er hätte Fortschritte gemacht, als ich von ihm hörte, wie glücklich er mit seinem neuen Arbeitsplatz, seiner Freundin und seinem neuen Zuhause sei, das er gerade renoviert hatte. Warum aber hatte ihn an diesem Punkt in seinem Leben erneut die Dunkelheit umfangen? Womöglich hatte er wieder zu trinken begonnen – offenbar befanden sich leere Schnapsflaschen in seiner Wohnung, als er starb. Vielleicht hatte er deshalb auf den Abzug gedrückt. Ich hatte nicht einmal gewusst, dass er eine Waffe besass, und fragte Ronnie, meinen jüngeren Sohn, woher sie stammte. Es ist eine schreckliche Ironie der Geschichte, dass sie einmal Ma gehörte. Nach ihrem Tod hatte Craig sie an sich genommen und bei sich aufbewahrt. Unter Umständen hatte er schon damals die Vorstellung gehabt, dass er eines Tages Verwendung für die Waffe finden könnte.

https://www.blick.ch/people-tv/tina-tur ... 46374.html
Manchmal habe ich das Gefühl, dass diese als endlos empfundene Einsamkeit eine Eigendynamik entwickelt. Ich habe mich nicht immer einsam gefühlt, aber es gab auch Zeiten als Kind (und ich würde sagen, dass ich eine glückliche Kindheit hatte) in denen ich glaubte, mit meinem Sein und Fühlen völlig allein zu sein, niemanden zu haben, der meine Gefühle so wie sie waren teilen oder zumindest nachvollziehen könnte. Eine Beziehung, auch eine glückliche zu haben, kann dieses Gefühl verdecken und vielleicht auch zweitweise aufheben, aber genauso kann es massiv zurückkommen, und unerbittlich. Manchmal befürchte ich, dass dies einfach eine Art Charaktereigenschaft ist, eine Einschränkung der mentalen Lebensfähigkeit sozusagen, die dann manchmal in schlimmen (Kurschluß-)Reaktionen endet. Ich habe mich nie als suizidgefährdet gesehen, aber ich muss zugeben dass mir dieser Gedanke Angst macht, weil ich weiss dass ich zu solch einer Art von Gefühlen neige.
Deine Geschichte berührt mich sehr oft, schmog. Ich könnt manches Mal (mit)heulen wenn ich von dir lese, weil ich dir deine Verzweiflung nachempfinden kann. Fühl dich gedrückt !!

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Re: Wie kann man Selbstliebe entwickeln?

Beitrag von BartS » Freitag 23. November 2018, 13:56

Peter hat geschrieben:
Freitag 23. November 2018, 13:39
BartS hat geschrieben:
Freitag 23. November 2018, 13:14
Du schreibst, Du könntest Aussehen nicht isoliert von Charakter, Interessen und Eigenheiten betrachten. Ich glaube, das ist nicht der Punkt. Es geht eher darum gezielter Charakter, Interessen und Eigenschaften wahrzunehmen und sich dabei weniger vom Aussehen lenken zu lassen.
Hier zurrst Du aber wieder körperliche Attraktivität und andere Eigenschaften auseinander. Wozu?
Das stimmt. Um es explizit zu machen, ich finde es in Ordnung und sogar hilfreich, die Wahrnehmung der körperlichem Attraktivität durch andere Eigenschaften und Faktoren beeinflussen zu lassen. Da kann man wirklich sagen, innere Schönheit beeinflusst auch die äußere Schönheit.

Umgekehrt finde ich es aber problematisch, wenn man Charaktereigenschaften und Fähigkeiten von der äußeren Schönheit abhängig macht. Denn beispielsweise ob ich jemanden als hilfsbereit wahrnehme, sollte ich nicht davon abhängig machen, ob es sich um eine junge Frau mit makelloser Haut handelt mit den Maßen 90-60-91 oder eine alte Frau, die durch ihr langes Leben schon einige Falten bekommen hat. Genauso wenig sollte die Einschätzung, ob sie oder er intelligent, weise, charakterfest, empathisch, lustig, tröstend usw. ist nicht davon abhängig sein, wie hübsch ich diese Person finde. Natürlich läuft es im Leben leider anders ab. Das hat auch zur Folge, dass Menschen mit bestimmten körperlichen Attributen häufiger verantwortungsvolle und gutbezahlte Jobs bekommen und fachliche Kompetenz weit weniger gefragt ist. Oder wir allgemein hübschen Menschen Fehltritte eher verzeihen. Vielen ist das gar nicht bewusst. Da halte ich in der Tat diese Vermischung von Wahrnehmung für gefährlich und nicht hilfreich.
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Re: Wie kann man Selbstliebe entwickeln?

Beitrag von schmog » Freitag 23. November 2018, 14:06

Isa_01 hat geschrieben:
Freitag 23. November 2018, 13:42
schmog hat geschrieben:
Montag 19. November 2018, 16:14
Das ist wohl so! :?

Ich fühle mich als verzweifelte Seele, wie der gleichalte Sohn von Tina Turner, der im Sommer leider Suizid beging:

Und plötzlich umfing Craig erneut die Dunkelheit

Besuchte Craig mich in Frankreich und später in der Schweiz, wurde er ganz still und traurig, sobald der Tag seiner Abreise näher rückte und er wieder nach Los Angeles zurück musste. «Jetzt ist dieses Gefühl wieder da», sagte er dann und meinte seine Einsamkeit. Wann immer er davon sprach, versuchte ich, ihn zu trösten. «Mein Schatz, wenn es dir so geht, musst du etwas dagegen tun. Such dir eine Frau, mit der du leben kannst. Heirate sie. Du musst vergessen, was früher einmal geschehen ist. Das Leben verändert sich ständig.» Damit wollte ich ihm vor Augen führen, wie es bei mir aufwärts gegangen war, nachdem ich Ike verlassen hatte. Er versicherte mir, er würde daran arbeiten. Und ich glaubte ihm.

Ich gewann den Eindruck, er hätte Fortschritte gemacht, als ich von ihm hörte, wie glücklich er mit seinem neuen Arbeitsplatz, seiner Freundin und seinem neuen Zuhause sei, das er gerade renoviert hatte. Warum aber hatte ihn an diesem Punkt in seinem Leben erneut die Dunkelheit umfangen? Womöglich hatte er wieder zu trinken begonnen – offenbar befanden sich leere Schnapsflaschen in seiner Wohnung, als er starb. Vielleicht hatte er deshalb auf den Abzug gedrückt. Ich hatte nicht einmal gewusst, dass er eine Waffe besass, und fragte Ronnie, meinen jüngeren Sohn, woher sie stammte. Es ist eine schreckliche Ironie der Geschichte, dass sie einmal Ma gehörte. Nach ihrem Tod hatte Craig sie an sich genommen und bei sich aufbewahrt. Unter Umständen hatte er schon damals die Vorstellung gehabt, dass er eines Tages Verwendung für die Waffe finden könnte.

https://www.blick.ch/people-tv/tina-tur ... 46374.html
Manchmal habe ich das Gefühl, dass diese als endlos empfundene Einsamkeit eine Eigendynamik entwickelt. Ich habe mich nicht immer einsam gefühlt, aber es gab auch Zeiten als Kind (und ich würde sagen, dass ich eine glückliche Kindheit hatte) in denen ich glaubte, mit meinem Sein und Fühlen völlig allein zu sein, niemanden zu haben, der meine Gefühle so wie sie waren teilen oder zumindest nachvollziehen könnte. Eine Beziehung, auch eine glückliche zu haben, kann dieses Gefühl verdecken und vielleicht auch zweitweise aufheben, aber genauso kann es massiv zurückkommen, und unerbittlich. Manchmal befürchte ich, dass dies einfach eine Art Charaktereigenschaft ist, eine Einschränkung der mentalen Lebensfähigkeit sozusagen, die dann manchmal in schlimmen (Kurschluß-)Reaktionen endet. Ich habe mich nie als suizidgefährdet gesehen, aber ich muss zugeben dass mir dieser Gedanke Angst macht, weil ich weiss dass ich zu solch einer Art von Gefühlen neige.
Deine Geschichte berührt mich sehr oft, schmog. Ich könnt manches Mal (mit)heulen wenn ich von dir lese, weil ich dir deine Verzweiflung nachempfinden kann. Fühl dich gedrückt !!
Vielen Dank! :umarmung2:

Ich kenne die Einsamkeit schon seit ich lebe.
Nach dem Heim fühlte ich mich "draussen" besonders einsam.

Vor einer Kurschluss Reaktion habe ich auch Angst. :?
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Re: Wie kann man Selbstliebe entwickeln?

Beitrag von LonesomeCoder » Freitag 23. November 2018, 15:12

Strange Lady hat geschrieben:
Montag 19. November 2018, 18:54
LonesomeCoder hat geschrieben:
Montag 19. November 2018, 18:44
Meine Eltern haben das wiederum von ihren Eltern vermittelt bekommen. Gute Noten in der Schule und später mal viel Geld verdienen ist das wichtigste im Leben (vor allem als Mann, wäre ich ein Mädchen gewesen, wäre mir Treue, Unterordnung dem Mann gegenüber und pflichtbewusst den Haushalt führen vermittelt worden), der Rest kommt automatisch, so wurde mir das aufgetragen. Meine Eltern wuchsen beide in Armut auf und haben es durch viel Verzicht und viel Arbeit in die Mittelschicht geschafft. Das ich dieses Level nicht halten würde oder die ganzen Vorzüge als "einfach so gegeben" auffasse und faul werde, war eine große Angst von ihnen in der Erziehung. Wohl deshalb diese Verknüpfung von Anerkennung mit Leistung und Verhalten.
Ich lese da viel Selbstverzicht, Bedürfnislosigkeit bzw. Bedürfnisverleugnung raus. Nichts wollen, keinen Raum einnehmen, sich zuürcknehmen, sich klein machen, etc ... Beziehung erfordert aber genau das Gegenteil dessen: emotionale Expansion - sich sichtbar machen, Raum einnehmen und zu sich und seinen Wünschen und Bedürfnissen stehen
Meine Eltern sind so. Ihre Beziehung ist eine Zweckbeziehung.
Das gute an dieser Erziehung: ich wurde sehr diszipliniert, zuverlässig und ausdauernd.
Ich will aber nicht so psychisch und teilweise auch körperlich kaputt wie meine Eltern werden, der jahrzehntelange Raubbau an sich selber hat bei ihnen viele Spuren hinterlassen.
Für mich ist es wichtig, Zeit für mich zu haben wo ich nicht funktionieren muss, will möglichst keine Abhängigkeiten und Verpflichtungen haben, keine festen Bindungen. Eben weil ich ein Leben ohne Ausleben von Bedürfnissen als sinnlos ansehe. Arbeiten müssen weil ich Geld brauche schränkt meinen Freiheitsdrang und Anpassungsfähigkeiten schon stark genug ein.
Außerdem setzen meine Eltern Liebe mit materiellen Dingen gleich, das war das einzige, mit dem ich bestraft oder belohnt worden bin. Wenn ich traurig war, verstanden sie das nicht, weil ich oder der Haushalt doch viele Dinge hat, um die mich andere Kinder beneiden würden. Das ein Mensch trotz materiellen Wohlstand unglücklich sein kann, verstehen sie nicht. Ist doch Wohlstand das, wofür sie sich kaputt arbeiten.
Strange Lady hat geschrieben:
Montag 19. November 2018, 15:57
Hatte man eine absente oder depressive Mutter, die die BEdürfnisse des Kindes nicht erkennt, diese nicht auffängt und versorgt, das Kind nicht zu spielgen in der Lage ist, wird das später im Leben schwierig.
Die SElbstliebe ist im Grunde nichts anderes als die verinnerlichte elterliche Liebeschablone, mit der man/frau als ERwachsene dann hinausgeht in die Welt. Wenn genau diese Blaupause fehlt, wird Beziehungsfindung später extrem schwierig.
Hing bei mir nur von den Noten in der Schule ab (und die waren litten sehr unter dem Mobbing...). Bzgl. Mobbing gaben meine Eltern mir die alleinige Schuld. Ja klar, meine körperlich rückständige Entwicklung, Stimme, Introvertiertheit und Asperger habe ich mir selbst ausgesucht :wuetend:
BartS hat geschrieben:
Dienstag 20. November 2018, 16:12
Allerdings hilft es wenig, wenn alle bereit sind, Verbundenheit zuzulassen, aber niemand den ersten Schritt macht oder konkret auf jemanden zugeht (im übertragenen Sinne). Es ist bei Freundschaften oft nicht viel anders. Nicht einfach darauf warten, dass andere auf einen zugehen, sondern auch mal selbst die Initiative anstreben. Soll heißen, Vorschläge machen, mal zum Telefonhörer greifen, einfach mal fragen, wie es dem anderen gerade geht. Ich glaube so groß sind die Unterschiede zu einer Beziehung gar nicht.
Bringt halt bei manchen auch nur wenig oder nix. Da kommen zig Ausreden warums grade nicht geht, manche Leute frage ich gar nicht mehr nach Freibad-Besuchen weil ich weiß, das der Herbst da ist bis es mal passen würde.
Strange Lady hat geschrieben:
Mittwoch 21. November 2018, 17:50
Mich kotzt hier einfach nur diese Überheblichkeit derer an, die selbst Beziehungen haben/leben (oftmals auch dysfunktionale etc) und davon profitieren, aber anderen armen Schweinen hier anordnen, sie mögen sich doch bittesehr erstmal allein aus der Scheiße rausziehen, weil so im desolaten Zustand ginge das ja mal gar nicht, man sei maximal unattraktiv, unszumutbar, sei es nicht wert etc.
Nein, es gibt hier Fälle, bei denen man allein eben nicht rauskommt aus dem Loch und wo es durchaus helfen kann, wenn die Liebe eines anderen Menschen der Selbstliebe vorausgeht.

Mehr schreibe ich nicht mehr dazu, weil es wieder in sinnlosen Hickhack ausartet, der nicht mehr zielführend hier ist.
Sehr gut, volle Zustimmung.
Siegfried hat geschrieben:
Freitag 23. November 2018, 05:36
Es ist nur eben schwer die Realität zu akzeptieren das man eben selbst nur auf der Stufe der unteren Resterampe steht aber nur nach den unerreichbaren Sternen schaut, in der die Hoffnung als letztes stirbt.
Frauen in meiner Liga sehe ich fast nie. Gehen wohl nicht freiwillig aus dem Haus. Und wenn doch, kommen von ihn die härtesten Abfuhren. Denken vermutlich, ich will sie verarschen und spiele "Eulenschießen".
BartS hat geschrieben:
Freitag 23. November 2018, 11:59
Aber genau die halte ich in Bezug auf eine langfristige funktionierende Beziehung für überschätzt. Sie ist sicher hilfreich, lässt sich aber durch die äußeren Umstände beeinflussen. Nicht wenige Paare entwickeln durch eine starke seelische Intimität auch eine stärkere körperliche Intimität. Die Vorstellung, man müsse von Anfang an total körperlich-sexuell auf seinen Partner abfahren, verhindert eher Beziehungsanbahnungen. Der Singleberater und Paartherapeut Christian Thiel gibt gerade den Frauen den Tipp, bei Online-Kontaktbörsen nicht in erster Linie auf das Photo zu achten, sondern zu schauen, ob die anderen Punkte stimmen.
Aber die allermeisten Leute geben anderen, die nicht auf den ersten Blick sexy sind, erst gar keine Chance. Selbst wenn ihnen Sex nicht wichtig ist und/oder erst sehr spät nach dem Kennenlernen welchen wollen.
BartS hat geschrieben:
Freitag 23. November 2018, 13:56
Umgekehrt finde ich es aber problematisch, wenn man Charaktereigenschaften und Fähigkeiten von der äußeren Schönheit abhängig macht. Denn beispielsweise ob ich jemanden als hilfsbereit wahrnehme, sollte ich nicht davon abhängig machen, ob es sich um eine junge Frau mit makelloser Haut handelt mit den Maßen 90-60-91 oder eine alte Frau, die durch ihr langes Leben schon einige Falten bekommen hat. Genauso wenig sollte die Einschätzung, ob sie oder er intelligent, weise, charakterfest, empathisch, lustig, tröstend usw. ist nicht davon abhängig sein, wie hübsch ich diese Person finde. Natürlich läuft es im Leben leider anders ab. Das hat auch zur Folge, dass Menschen mit bestimmten körperlichen Attributen häufiger verantwortungsvolle und gutbezahlte Jobs bekommen und fachliche Kompetenz weit weniger gefragt ist. Oder wir allgemein hübschen Menschen Fehltritte eher verzeihen. Vielen ist das gar nicht bewusst. Da halte ich in der Tat diese Vermischung von Wahrnehmung für gefährlich und nicht hilfreich.
Ist als "Halo-Effekt" bekannt: https://de.wikipedia.org/wiki/Halo-Effekt
Warnung vor Pickup: https://www.abtreff.de/viewtopic.php?p=1062199#p1062199

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Re: Wie kann man Selbstliebe entwickeln?

Beitrag von BartS » Freitag 23. November 2018, 16:05

LonesomeCoder hat geschrieben:
Freitag 23. November 2018, 15:12
Ist als "Halo-Effekt" bekannt: https://de.wikipedia.org/wiki/Halo-Effekt
Danke. War mir gar nicht bewusst, dass es dafür einen eigenen Namen gibt.
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Re: Wie kann man Selbstliebe entwickeln?

Beitrag von Bummi » Freitag 23. November 2018, 20:31

BartS hat geschrieben:
Freitag 23. November 2018, 13:14


Das wäre auch noch so ein Punkt. Ich glaube, dass man in Fotos eher zu viel Sachen hineininterpretiert. Ein Foto ist ein statisches Abbild, nicht die Wirklichkeit. Und die Einschätzung, ob jemand beziehungswürdig ist, läuft anders ab, wenn man das Foto nicht kennt. Zum einen kennt man diesen Effekt auch aus diesem Forum. Wie oft sind sehr innige Kontakte durch Postings und PNs entstanden, ohne irgendwelche Fotos vorher ausgetauscht zu haben. Zum anderen hat man in der Sendung Quarks ein Experiment gezeigt. Je 5 Frauen und Männer haben zuerst Fotos von der anderen Gruppe gesehen und sie einschätzen lassen. Dann hat man die Leute mit verbundenen Augen miteinander bekannt gemacht. Sie konnten mit einander reden, sich gegenseitig riechen, getanzt und auch anfassen war erlaubt. Die Bewertungen verteilten sie anders, als allein durch die Fotos.
+1

Ich hatte eine ganze Menge "Blind-Dates" und kann das bestätigen. Die Fotos haben wirklich wenig Aussagekraft in Bezug zum RL. Die Männer waren immer ganz anders als in meiner Vorstellung: im positiven, im negativen und im neutralen Sinn.
Peter hat geschrieben:
Freitag 23. November 2018, 12:41


Aber bezüglich Fotos nehmen Frauen sehr viel mehr wahr als nur die reine optische Attraktivität von Körperbau und Gesichtsform. Da sind Frauen gerne mal viel genauer in ihrer Betrachtung des Fotos als Männer. Denn Fotos zeigen häufig sehr viele Infos abseits von Körperbau und Gesichtsform.

Na klar. Man macht sich halt vorher ein Bild und versucht vom Bild aus auf irgendwelche charakterlichen Merkmale zu schließen.
zb ein lachender Mund --> ist unkompliziert und fröhlich
Machen Männer das nicht? :gruebel:
Ein genaueres Bild bekommt man durch mehrere verschiedene Aufnahmen. Oft sieht der Mensch auf allen Aufnahmen unterschiedlich aus.
Wurde mir auch schon bezüglich meiner Fotos gesagt. Aber im RL ist es dann auch wieder ganz anders

Wie ich im RL wirke bzw welcher meiner Persönlichkeitsanteile bei einem Treffen in den Vordergrund tritt, hängt zudem enorm von meinem Gegenüber ab. Und so ist das sicher auch umgekehrt.
Manche Leute schreiben, um zu lesen, was sie denken.

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Re: Wie kann man Selbstliebe entwickeln?

Beitrag von Lazarus Long » Freitag 23. November 2018, 21:11

Bummi hat geschrieben:
Freitag 23. November 2018, 20:31
Machen Männer das nicht? :gruebel:
Keine Ahnung, was Männer machen. Ich mache das nichts.
Bilder sind für mich aussagearm und haben mit der Realität abgesehen von der reinen Optik nicht viel zu tun.
Im Grunde sind es doch die Verbindungen mit Menschen, die dem Leben seinen Wert geben.

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Re: Wie kann man Selbstliebe entwickeln?

Beitrag von Bummi » Samstag 24. November 2018, 02:07

Lazarus Long hat geschrieben:
Freitag 23. November 2018, 21:11
Bummi hat geschrieben:
Freitag 23. November 2018, 20:31
Machen Männer das nicht? :gruebel:
Keine Ahnung, was Männer machen. Ich mache das nichts.
Bilder sind für mich aussagearm und haben mit der Realität abgesehen von der reinen Optik nicht viel zu tun.
Die Frage habe ich in Zusammenhang gestellt, falls Bilder schon vorhanden sind. ;)
Von anderen Männern habe ich mal gehört, dass Männer mehr visuell veranlagt sind als Frauen. Daher hat mich der Beitrag etwas stutzig gemacht.

Ich hatte zwei Dates, in denen vorher keine Bilder ausgetauscht wurden. Es gab zuvor lediglich einen längeren schriftlichen Kontakt.
Die Treffen waren auch ganz interessant. Beide beeindruckende Persönlichkeiten würde ich sagen. Ist leider trotzdem im Sande verlaufen, aber eine gute Erfahrung und ein netter Abend.
Manche Leute schreiben, um zu lesen, was sie denken.

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Re: Wie kann man Selbstliebe entwickeln?

Beitrag von Harald » Samstag 24. November 2018, 08:26

WishIWasAsexual hat geschrieben:
Donnerstag 22. November 2018, 04:24
Das Laster "phishing for compliments" — wessen ich selber auch schuldig bin — kommt u.U. innerlich nicht an. Man kann tatsächlich Komplimente bekommen
... aber es bleibt natürlich die Angst aufzufliegen.

Die Pfade der Legalität sollte man nicht verlassen, wenn's um's einheimsen von komplimenten geht. :)

(War die Schreibweise "phishing" Absicht oder vertippt?)

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Re: Wie kann man Selbstliebe entwickeln?

Beitrag von Harald » Samstag 24. November 2018, 09:59

BartS hat geschrieben:
Freitag 23. November 2018, 13:14
Peter hat geschrieben:
Freitag 23. November 2018, 12:41
Körperlich-sexuell betrachtest Du vielleicht etwas zu isoliert. Zumindest, wenn es um Partnerschaft geht.
Peter hat geschrieben:
Freitag 23. November 2018, 12:41
Nichts gegen den Herrn Thiel. Er wird sicher in erster Linie auf die anderen Punkte bei seiner Partnerin geschaut haben und es irgendwie geschafft haben, Aussehen von Charakter, Interessen und Eigenheiten isoliert zu betrachten. Ich könnte und wollte das nicht. Das spielt alles zusammen.
Ich glaube kaum, dass Christian Thiel diese These aufstellt, weil er persönlich seine Partnerin so ausgewählt hat. Er ist seit vielen Jahren Paartherapeut und sieht natürlich, bei welchen Konstellationen eine Beziehung gut funktioniert und an welchen Sachen sie scheitern.
... oder er ist einfach ein Mann und weiß wie jeder Mann: Eine Frau, die keinen findet, ist einfach zu anspruchsvoll. Was er anderen voraus hat, ist, dass er weiß, dass man Erenntnisse, die eine Frau in jedem AB-Forum kostenlos entgegengeschleudert bekommen würde, für teures Geld verkaufen kann, wenn man sie nur teuer genug verkauft.

Die Sache mit dem Selbstwert eben.

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Re: Wie kann man Selbstliebe entwickeln?

Beitrag von Lilia » Samstag 24. November 2018, 12:58

Harald hat geschrieben:
Samstag 24. November 2018, 09:59
... oder er ist einfach ein Mann und weiß wie jeder Mann: Eine Frau, die keinen findet, ist einfach zu anspruchsvoll. Was er anderen voraus hat, ist, dass er weiß, dass man Erenntnisse, die eine Frau in jedem AB-Forum kostenlos entgegengeschleudert bekommen würde, für teures Geld verkaufen kann, wenn man sie nur teuer genug verkauft.
Und das bedeutet hinsichtlich der Abinen hier???

Vielleicht hast du dich ja unglücklich ausgedrückt, aber so, wie man das lesen kann, was du geschrieben hast, wäre ich vor allem als Abine gerade mächtig sauer auf dich.

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Re: Wie kann man Selbstliebe entwickeln?

Beitrag von WishIWasAsexual » Samstag 24. November 2018, 15:06

Harald hat geschrieben:
Samstag 24. November 2018, 08:26
WishIWasAsexual hat geschrieben:
Donnerstag 22. November 2018, 04:24
Das Laster "phishing for compliments" — wessen ich selber auch schuldig bin — kommt u.U. innerlich nicht an. Man kann tatsächlich Komplimente bekommen
... aber es bleibt natürlich die Angst aufzufliegen.

Die Pfade der Legalität sollte man nicht verlassen, wenn's um's einheimsen von komplimenten geht. :)

(War die Schreibweise "phishing" Absicht oder vertippt?)
Ach du Ka**e!!! *schäm* :oops: :oops: :oops: Neeee, ich meinte natürlich fishing, Mist..... Vermutlich habe ich das Wort schon so oft gesehen, dass mein Gehirn das als richtig festlegte.... Oh Mann, es ist matsche, sag ja, brauch ein neues.

Danke Harald, High Five!

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Tintenmalerin
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Re: Wie kann man Selbstliebe entwickeln?

Beitrag von Tintenmalerin » Sonntag 25. November 2018, 01:21

Selbstliebe finde ich wirklich schwer zu fassen. Ich nähere mich dem irgendwie eher gedanklich. Bzw. nein, eigentlich beeinflussen sich Gedanken, Erfahrungen, Erinnerungen und Gefühle gegenseitig...
Ich bin eigentlich tief davon überzeugt, dass jeder sich in diese Richtung weiterentwickelnt kann. Allerdings kann ich von außen nicht nachvollziehen, wie das ist, ohne ein Fundament an Liebe im Kleinkindalter auskommen zu müssen. Es fällt mir wahnsinnig schwer, zu akzeptieren, dass man diesen Mangel schwer bis unmöglich ausgleichen kann. Dass es Menschen gibt, die irgendwie ohne leben müssen...

Ich für mich verbinde mit Selbstliebe Akzeptanz, Verzeihen und Selbstwert.

Um mich selbst lieben zu können, muss ich mich als fehlbares, unvollkommenes Wesen annehmen können. Ich muss akzeptieren, dass ich so bin wie ich bin und nur von diesem Punkt aus agieren kann. Mich weiterentwickeln kann.
Das Verzeihen hängt damit zusammen. Auch anderen, die einem Leid zugefügt haben, aber vor allem sich selbst. Es wird immer Erlebnisse in der Vergangenheit geben, die nicht so gelaufen sind, wie man sich das gewünscht hat, wie es vielleicht "optimal" gewesen werde. Umwege, schwere Phasen, Trauer und Schmerz.
Dadurch, dass man sich selbst verzeiht, nicht stärker (was auch immer das nun individuell für einen bedeutet), durchsetzungsfähiger, schneller, vorausschauender, disziplinierter oder was auch immer gewesen zu sein, kommt man im Grunde in der Gegenwart an. Dann wird die Vergangenheit zu einem Teil des Lebens, der einen geprägt hat, aber nicht mehr maßgeblich ist. Von dem aus man sich weiterentwickeln kann. Auf eine ganz bestimmte Sache bezogen hat es mich zumindest wieder gedanklich befreit, mir meine Überforderung und den sozialen Rückzug zu verzeihen.

Selbstliebe sehe ich als das Gefühl, dass sich aus dem Selbstwert ergibt, den ich als Überzeugung bezeichnen würde. Ich bin es wert, glücklich zu sein. Ich bin es wert, meine Ziele zu verfolgen. Meine Zeit und Aufmerksamkeit ist wertvoll und ich bin es mir wert, sie Menschen und Tätigkeiten zu widmen, die mir viel bedeuten und mir Freude bereiten.
Selbstliebe heißt ja nicht, ich brauche nichts und niemanden mehr. Selbstliebe heißt eher, ich suche und hole mir, wen und was ich brauche.
Und seine Zeit mit Menschen zu verbringen, mit denen man sie tatsächlich gerne verbringt, vermittelt ja auch, dass diese Menschen es einem wert sind, seine Zeit mit ihnen zu verbringen. Dass ist eine sehr attraktive
Dass man etwas gerne tut, sollte ausreichen, um es sich zu erlauben. Es muss nicht sinnvoll sein, niemanden weiterbringen, nicht produktiv sein. Freude daran zu haben ist ein wirklich guter Grund, etwas zu tun.

Irgendwie habe ich das Gefühl, da fehlt noch der Schritt von den Gedanken zum Gefühl an sich... Also keine Ahnung, ob das irgendwie Sinn ergibt, es sind meine (doch etwas wirren) Gedanken zu dem Thema.
Das Leben ist einzigartig und wunderschön, selbst wenn es gerade schwer zu ertragen ist.

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Re: Wie kann man Selbstliebe entwickeln?

Beitrag von Stabil » Sonntag 25. November 2018, 09:20

Hallo Lady,

ich weiss nicht, ob das Thema für dich grad noch in dieser Form aktuell ist. Ein Lebensthema ist es ohnehin, ich meine nur die Diskussion hier.
Strange Lady hat geschrieben:
Mittwoch 21. November 2018, 13:31
... wie schaffen wir es, dass das Gute, das uns widerfährt, nicht immer wieder auf den trockenen, unproduktiven, unfruchtbaren Boden des Vergangenen fällt, auf dem nichts gedeihen kann.
Bei dieser Frage hilft, mir bewusst zu machen, dass es ein unfassbar grosses Geschenk ist, zu leben: das Leben habe ich bekommen, ich habe überlebt und ich bin fähig geworden, auf mich gestellt zu überleben. Das Bewusstsein darüber kann ich in mir ankommen lassen. Das geschieht in der Gegenwart und ich brauche es von nichts abhängig zu machen.
* Am meisten schmerzt das Gute, das wir zwar erlebt haben, aber in uns nicht angekommen ist *

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Re: Wie kann man Selbstliebe entwickeln?

Beitrag von WishIWasAsexual » Sonntag 25. November 2018, 16:05

Tintenmalerin hat geschrieben:
Sonntag 25. November 2018, 01:21
Um mich selbst lieben zu können, muss ich mich als fehlbares, unvollkommenes Wesen annehmen können. Ich muss akzeptieren, dass ich so bin wie ich bin und nur von diesem Punkt aus agieren kann. Mich weiterentwickeln kann.
Ich finde das unmöglich, wenn man ständig und immer wieder von aussen daran erinnert wird, wie unakzeptabel seine Unzulänglichkeiten eigentlich sind. Oder ich bin gezwungen, auf meine eigenen Bedürfnisse zu verzichten, damit niemand böse ist auf mich. In meinem konkreten Fall muss ich auf notwendigen Schlaf verzichten, um irgendwo zu einer Zeit X zu sein, die für mich viel zu früh ist und wo jemand angepisst und böse auf mich wäre, wenn ich zu spät käme. Diese Situation erlebe ich jeden Morgen wenn ich einen Arbeitstermin hab.

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Re: Wie kann man Selbstliebe entwickeln?

Beitrag von Bummi » Sonntag 25. November 2018, 18:19

WishIWasAsexual hat geschrieben:
Sonntag 25. November 2018, 16:05
Tintenmalerin hat geschrieben:
Sonntag 25. November 2018, 01:21
Um mich selbst lieben zu können, muss ich mich als fehlbares, unvollkommenes Wesen annehmen können. Ich muss akzeptieren, dass ich so bin wie ich bin und nur von diesem Punkt aus agieren kann. Mich weiterentwickeln kann.
Ich finde das unmöglich, wenn man ständig und immer wieder von aussen daran erinnert wird, wie unakzeptabel seine Unzulänglichkeiten eigentlich sind.
Wieso wirst du ständig auf deine Unzulänglichkeiten hingewiesen? Bist du so unzulänglich? Hat dies überhaupt etwas mit deiner Person zu tun?

Ist es nicht gerade in so einem Fall wichtig, jene ständigen Abwertungen weniger ernst zu nehmen und sich davon abzugrenzen?

Nichts für ungut, ich für meinen Teil möchte solchen Menschen keine Macht (mehr) über mich geben.

Klar, von Fall zu Fall sicherlich schwierig. Eine innere Abgrenzung ist mit viel Übung trotzdem irgendwann möglich, denke ich .
Manche Leute schreiben, um zu lesen, was sie denken.

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Re: Wie kann man Selbstliebe entwickeln?

Beitrag von Jocas » Sonntag 25. November 2018, 18:32

schmog hat geschrieben:
Samstag 17. November 2018, 15:36
Morkel hat geschrieben:
Samstag 17. November 2018, 15:30
Ihr verwechselt Selbstliebe mit Narzissmus. Es geht nicht darum "auf alle Anderen zu scheißen" und sich für den tollsten Hecht unter der Sonne zu halten, sondern darum wie man mit sich selbst umgeht. Eben wie mit einem alten, guten Freund oder wie mit einem seelischen Mülleimer.
Warum sollte ich das?
Ich hasse mich als den letzten ABschaum, der es u.a. nicht einmal fertig bringt, wie alle Welt auch, ein Frau zu finden!
Auch mir fällt das schwer, mich zu lieben, solange keine Frau mich liebt. Ich lobe mich dennoch jeden Tag, gönne mir z.B. Schokolade oder Serien und lächle mich an, auch wenn ich (mal) beruflich versage. Das soll mich wachsen lassen, stärken. So fühle ich mich wohler und kann einer Frau gefallen. Dieses edle Verhalten kämpft in mir mit dem Gefühl, ein Rest zu sein, der keine Freundin kriegt.

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Re: Wie kann man Selbstliebe entwickeln?

Beitrag von TheRealDeal » Sonntag 25. November 2018, 22:20

Saraj hat geschrieben:
Sonntag 18. November 2018, 19:13
zumsel hat geschrieben:
Sonntag 18. November 2018, 18:53
Z.B.: "Ich hab es zwar noch nie gemacht, würde aber Sex mit Zumsel total eklig finden" Die Beispiele sind mir spontan eingefallen, da ich in teilen selber so gedacht habe bzw manchmal noch denke.
Interessant. :lol:
Ja, wirklich... :lol:

Als Kind hat man nicht die Wahl, weil man von seinen Eltern abhängig ist und von diesen geliebt werden will. Kinder brauchen daher eine gewisse Bestätigung dafür, dass sie richtig sind, wie sie sind. Eltern können in dieser Beziehung wirklich viel richtig machen. Z. B. auch, indem sie Kinder mit Tieren aufwachsen lassen. Ein Tier nimmt sich nur das, was es braucht. Es rafft und taktiert nicht. Für den Selbstwert können sie wertvoll sein, weil sie uns wertfrei und unvoreingenommen begegnen.

Als erwachsener Mensch ist die erlangte Autonomie wichtig. Ich kann und darf weitestgehend selbst entscheiden, was ich tun und lassen möchte. Wenn das Kind genügend Liebe bekommen hat, wird sich auch das erwachsene Kind selbst lieben. Ich brauche niemanden, der mir sagt, dass ich liebenswert bin, weil ich das weiß. Auch dadurch, wie Tiere auf mich reagieren, besonders fremde. Grundsätzlich entwickelt sich unerschütterliche Selbstliebe dadurch, dass wir "bei uns" bleiben. Wir also keine Bestätigungen "von außen" brauchen. Selbstliebe kommt von innen. Wobei die Liebe an sich außerdem ein Gefühl ist, dass wir empfinden können, ohne dass es von außen eine Bestätigung bedarf...
Die beiden wichtigsten Tage deines Lebens sind der Tag, an dem du geboren wurdest, und der Tag, an dem du herausfindest, warum. – Mark Twain

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