Leben in einer extravertierten Welt

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Leben in einer extravertierten Welt

Beitrag von Tyrion » Dienstag 20. November 2018, 19:01

Hallo zusammen,

ständig wird mir eine meiner Eigenschaften bewusst bzw. bewusst gemacht: ich bin introvertiert. Das wird mir daher so bewusst, weil wir in einer sehr extravertierten Welt leben. Extraversion wird als etwas sehr positives wahrgenommen und auch dementsprechend vermittelt. Man muss halt aus sich herauskommen. In der Schule wird die aktive Mitarbeit benotet. Für Introvertierte ist das ungünstig, denn sie werden hier für ihre Charaktereigenschaft bestraft bzw. man will sie zwingen sich von ihrer Charaktereigenschaft zu lösen. Das finde ich eigentlich schade, denn so wird uns ja im Grunde auch abtrainiert genauer hinzusehen und Dinge zu entdecken, die auf den ersten Blick nicht so laut und schrill sind. Und so bleibt vieles im Verborgenem.
Ich selbst bin sogar für meine Introversion schon kritisiert worden. Meine Arbeitgeber sagten zu mir, ich müsse mich "mehr verkaufen", obwohl ich gar nicht auf St. Pauli arbeite. ;) Ich sei "zu bescheiden". Es stimmt, dass ich bescheiden bin, denn ich finde es unangenehm, wenn ich besonders gelobt werden, wenn ich etwas sehr gut gemacht habe. Ich finde, je besser man ist, desto demütiger muss man sein. Aber wegen dieser Einstellung hatte ich fast meine Arbeitsstelle verloren. Andere waren halt lauter.
Dennoch mag ich meine Introversion, weil sie mir so viel gibt. Ich langweile mich zum Beispiel nie. Dieses Gefühl kenne ich nicht. In meinem Kopf ist so viel los und meine innere Welt ist so bunt, dass es immer etwas Neues für mich zu entdecken gibt. Das gefällt mir sehr.

Seid ihr auch introvertiert? Wie nehmt ihr das wahr? Macht es euer Leben anstrengend? Wärt ihr lieber extravertiert? Wenn ihr nicht introvertiert seid: wie seht ihr Intros? Sind sie euch vielleicht sogar suspekt, weil sie so zurückhaltend sind?

Ich freue mich auf eure Meinungen! :D
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Re: Leben in einer extravertierten Welt

Beitrag von Ninja Turtle » Dienstag 20. November 2018, 19:44

Ich hatte dieses Thema neulich erst mit meinem Therapeuten besprochen. Und meine Theorie dazu wäre, dass ich eigentlich eher ein extravertierter Mensch, bin der sehr, sehr viel Angst hat. Oder ein weder/noch Mensch, der viel Angst hat. Oder ein leicht introvertierter Mensch, der leider auch ein bisschen ängstlich ist.
Also im Grunde hab ich keine Ahnung und es gibt dafür ja auch keinen Test oder so was, wo dann am Ende In oder Ex steht.
Aber zumindest kenne ich sehr wohl das Gefühl der Langeweile. :kopfstand:
:kopfhoerer: :tanzen2: :umarmung2:

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Re: Leben in einer extravertierten Welt

Beitrag von Tyrion » Dienstag 20. November 2018, 20:31

Ninja Turtle hat geschrieben:
Dienstag 20. November 2018, 19:44
Also im Grunde hab ich keine Ahnung und es gibt dafür ja auch keinen Test oder so was, wo dann am Ende In oder Ex steht.
Niemand ist zu 100 % in- oder extravertiert. Jeder Mensch hat sowohl in- als auch extravertierte Merkmale. Aber es gibt halt Menschen, die deutlich mehr in- oder extravertiert sind.
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Re: Leben in einer extravertierten Welt

Beitrag von Saraj » Dienstag 20. November 2018, 21:01

Du sprichst mir aus der Seele. Eigentlich ist dem nichts mehr hinzuzufügen. Aber es ist ein Thema, was mich immer noch beschäftigt, auch wenn ich dachte, schon weiter zu sein.
Es zieht sich wie ein roter Faden durch mein Leben, dass ich immer wieder für meine Introversion kritisiert werde. An jedem neuen Arbeitsplatz, von irgendwelchen Privatleuten, die mich auf Gruppentreffen erleben, von Männern, die mich arrogant oder distanziert fanden .... Sprüche wie "Seien Sie nicht so bescheiden", "Kommen Sie mehr aus sich heraus", "Lach doch mal" und "Sie reden so leise, trauen Sie sich nicht zu sprechen?", "Du musst dich verkaufen" sind treue Begleiter im Alltag.
... Ja, ich kann auch extrovertiert sein und extrem viel und lange labern, aber nur in einem Kreis von höchstens zwei anderen Leuten und nur, wenn ich diese bereits lange kenne. In größeren Gruppen bin ich zwar nicht stumm, aber still und zurückhaltend, teils aus Schüchternheit, teils, weil es mich einfach anstrengt. Ich kann dann meist nicht bei mir bleiben, sondern bin auf möglichst alle um mich herum gleichzeitig konzentriert, wäge deren Reaktionen ab und überlege, wie ich wirke und wie ich auf die einzelnen Leute eingehen könnte. Wenn ich auf irgendeinem Event mit vielen neuen Leuten bin, bekomme ich dort meist nach ca. eineinhalb Stunden starke Kopfschmerzen, weil all die neuen Reize und die ständige unbewusste Angespanntheit wahnsinnig anstrengen. Meist brauche ich danach einen Tag zur Erholung, an dem ich am liebsten komplett alleine sein will.
Früher wollte ich unbedingt ein anderer Mensch werden. Es hat mich frustriert, dass mich die meisten Leute erstmal unsympathisch finden, weil sie meine Introvertiertheit nicht verstehen. Ich mag Menschen nämlich sehr und möchte gerne ebenfalls gemocht werden. Ich habe mich selbst nicht gemocht, weil ich dachte, nicht über soziale Fähigkeiten zu verfügen.
Mittlerweile weiß ich, dass das nichts wird mit dem Anderswerden, also denke ich mir: Ich bin so und möchte gerne einfach so sein dürfen.
Vielleicht etwas gelassener werden und sich selbst annehmen können. Das wäre schön.

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Re: Leben in einer extravertierten Welt

Beitrag von Ninja Turtle » Dienstag 20. November 2018, 21:23

Tyrion hat geschrieben:
Dienstag 20. November 2018, 20:31
Ninja Turtle hat geschrieben:
Dienstag 20. November 2018, 19:44
Also im Grunde hab ich keine Ahnung und es gibt dafür ja auch keinen Test oder so was, wo dann am Ende In oder Ex steht.
Niemand ist zu 100 % in- oder extravertiert. Jeder Mensch hat sowohl in- als auch extravertierte Merkmale. Aber es gibt halt Menschen, die deutlich mehr in- oder extravertiert sind.
Na und genau dieses „deutliche“ ist bei mir irgendwie ziemlich undeutlich. Bin mir da oft nicht sicher, ob das jetzt Introvertiertheit ist oder nur Unsicherheit.
Diese Frage beschäftigt mich schon eine ganze Weile. Denn wenn ich die Menschen kenne, mit den Gesprächsthemen vertraut bin und mich in der Situation insgesamt wohl fühle kann ich auch so richtig aufblühen und aus mir rausgehen. Wie gesagt, wenn ...
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Re: Leben in einer extravertierten Welt

Beitrag von Tyrion » Dienstag 20. November 2018, 22:14

Saraj hat geschrieben:
Dienstag 20. November 2018, 21:01
Wenn ich auf irgendeinem Event mit vielen neuen Leuten bin, bekomme ich dort meist nach ca. eineinhalb Stunden starke Kopfschmerzen, weil all die neuen Reize und die ständige unbewusste Angespanntheit wahnsinnig anstrengen. Meist brauche ich danach einen Tag zur Erholung, an dem ich am liebsten komplett alleine sein will.
Das ist auch ein ganz wichtiger Punkt bei mir. Menschenmasse strengen mich wahnsinnig an! Es gibt so viele Reize, die auf mich einwirken, dass ich nach 1-2 Stunden völlig erschöpft bin und meine Ruhe haben möchte. Früher auf Partys war ich schon bekannt als derjenige, der irgendwann am Abend spazieren geht. Ich musste einfach mal für eine Stunde weg aus dem ganzen Trubel. Ich brauchte Zeit für mich. Lange habe ich mich dann gefragt, warum mir das viele Feiern keinen Spaß macht. Alle anderen fahren da doch voll drauf ab. Die sind jedes Wochenende das ganze Wochenende feiern. Ich musste mich überwinden, dass ich einmal im Monat für einen Abend bei jemandem zum Geburtstag aufgetaucht bin. Und nach 2 Stunden habe ich mich gefragt, ab wann es wohl okay wäre zu gehen. Nicht, weil ich die Leute nicht mochte, sondern, weil es einfach zu viele Reize in zu kurzer Zeit waren. Als Jugendlicher denkst du doch, dass etwas ganz gewaltig nicht mit dir stimmt, wenn es dir so geht. Und wieso brauchte ich - wie du es ja auch beschrieben hast - anschließend einen Tag, um wieder mein normales Energielevel zu erreichen? Vor diesem Rätsel stand ich meine gesamte Jugend und das war nicht so lustig. Dann ist man der Sonderling und weiß nicht, warum man so fühlt. Gern hätte ich anders empfunden. Aber es war unmöglich. Ich werde dieses Jahr auch nicht zur Weihnachtsfeier meines Betriebs gehen. Das hat mich in den letzten Jahren auch immer extrem angestrengt...
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Re: Leben in einer extravertierten Welt

Beitrag von Doggo » Dienstag 20. November 2018, 23:15

Ich bin auf jeden Fall ein introvertierter Mensch und das stört mich nicht im Geringsten. Ich passe mein Leben auch so gut es geht danach, natürlich mache ich auch gewisse Kompromisse aber ansonsten lebe ich halt ein Intro Leben so weit wie möglich. Und nein, ich wäre nicht gerne ein extrovertierter Mensch, aber das sage ich halt weil ich ein Intro bin :D

Man sollte aber nicht vergessen, dass Intros nicht zwangsweise schüchtern und immer zurückhaltend sind ^^

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Re: Leben in einer extravertierten Welt

Beitrag von Ringelnatz » Dienstag 20. November 2018, 23:26

Tyrion hat geschrieben:
Dienstag 20. November 2018, 22:14
Saraj hat geschrieben:
Dienstag 20. November 2018, 21:01
Wenn ich auf irgendeinem Event mit vielen neuen Leuten bin, bekomme ich dort meist nach ca. eineinhalb Stunden starke Kopfschmerzen, weil all die neuen Reize und die ständige unbewusste Angespanntheit wahnsinnig anstrengen. Meist brauche ich danach einen Tag zur Erholung, an dem ich am liebsten komplett alleine sein will.
Das ist auch ein ganz wichtiger Punkt bei mir. Menschenmasse strengen mich wahnsinnig an! Es gibt so viele Reize, die auf mich einwirken, dass ich nach 1-2 Stunden völlig erschöpft bin und meine Ruhe haben möchte.
Geht mir auch so! Ich versuche, damit zu leben. Wenn es sein muss, dann gehe ich auf (Abend)Veranstaltungen. Wenn es nicht sein muss, dann wäge ich ab, ob ich es mache oder nicht. Ich gehe auch offen damit um, dass "gesellschaftliche Events" nicht so meins sind. Manchmal muss es halt sein (mein Job beinhaltet das leider recht regelmäßig), dann versuche ich es mit Fassung zu tragen ;)
Tyrion hat geschrieben:
Dienstag 20. November 2018, 19:01
Seid ihr auch introvertiert? Wie nehmt ihr das wahr? Macht es euer Leben anstrengend? Wärt ihr lieber extravertiert? Wenn ihr nicht introvertiert seid: wie seht ihr Intros? Sind sie euch vielleicht sogar suspekt, weil sie so zurückhaltend sind?
Wenn ich es recht bedenke, finde ich es ganz bereichernd, dass ich als Intro in einer extravertierten Welt immer wieder dazu angehalten wurde, an meine Grenzen zu gehen. Ich kann nämlich inzwischen beides (habe auch durchaus Spaß an extravertiertem Verhalten - für kurze Zeit). Anstrengend: Ja, definitiv. Ich würde mir wünschen, mit noch mehr Leichtigkeit auf "extravertiert" umschalten zu können. Wäre ich lieber extravertiert? Nein, ich finde mich gut so und mag meine reiche Innenwelt.
Zuletzt geändert von Ringelnatz am Dienstag 20. November 2018, 23:28, insgesamt 1-mal geändert.
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Re: Leben in einer extravertierten Welt

Beitrag von Cascade » Dienstag 20. November 2018, 23:27

Wenn ich mir das so durchlese, dann würde ich sage das ich selbst auch zu den introvertierten gehöre. Ich kann auch für mich sein und beschäftige mich mit meinen Themen /Interessen. Sicher kommt da auch mal der Wunsch auf mehr extrovertiert zu sein da einem dann vielleicht einiges leichter fiele, aber andererseits lebe ich auch gut als Introvertierter mein Leben.

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Re: Leben in einer extravertierten Welt

Beitrag von Gatem » Mittwoch 21. November 2018, 01:54

Tyrion hat geschrieben:
Dienstag 20. November 2018, 19:01
Dennoch mag ich meine Introversion, weil sie mir so viel gibt. Ich langweile mich zum Beispiel nie. Dieses Gefühl kenne ich nicht. In meinem Kopf ist so viel los und meine innere Welt ist so bunt, dass es immer etwas Neues für mich zu entdecken gibt. Das gefällt mir sehr.
Bis zu dieser Stelle im Text kann ich mich sehr gut im Geschriebenen wieder erkennen.
Bei diesem Abschnitt jedoch bin ich mir unsicher. Bist du sicher, dass das Beschriebene zur Introvertiertheit gehört und nicht Zeichen einer anderen Charaktereigenschaft?
Also ich will sagen: In meinem Kopf geht zwar auch eine Menge vor, aber Langeweile kenne ich durchaus. Zudem bin ich eigentlich auch immer auf der Suche nach neuen Eindrücken: Ich bin der Typ Mensch, der am Flughafen oder Bahnhof nicht still sitzen und warten kann, sondern so lange von einem Ende des Gebäudes zum anderen spaziert (oder durch die umliegenden Straßen), bis die Wartezeit vorbei ist, weil ich ständig das Gefühl habe ein Ereignis oder eine Gelegenheit zu verpassen. Am liebsten wäre ich überall gleichzeitig... zumindest so lange ich nicht mit irgendwas anderem beschäftigt bin.
Ich könnte mich zum Beispiel auch nie längerfristig inein Restaurant oder Cafe setzen; es wird gegessen oder getrunken und dann so schnell wie möglich wieder weiter.

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Re: Leben in einer extravertierten Welt

Beitrag von Tyrion » Mittwoch 21. November 2018, 20:25

Doggo hat geschrieben:
Dienstag 20. November 2018, 23:15
Man sollte aber nicht vergessen, dass Intros nicht zwangsweise schüchtern und immer zurückhaltend sind ^^
Das stimmt! Introversion und Schüchternheit sind zwei Paar Schuhe. Ich selbst bin gar nicht schüchtern. Es wird mir aber leider häufiger nachgesagt, weil wohl auch viele Menschen sich nicht so sehr mit Introversion auseinandersetzen.
Ringelnatz hat geschrieben:
Dienstag 20. November 2018, 23:26
Ich gehe auch offen damit um, dass "gesellschaftliche Events" nicht so meins sind.
Das muss ich wohl noch lernen, dass ich damit offener umgehen sollte. Ich mogel mich dann immer so komisch raus, muss ich gestehen. Einfach, weil ich annehme, dass andere nicht verstehen, dass man das nicht so gern mag. "Wie, du gehst nicht gern feiern??? Das ist doch total geil". Ich habe auch schon mal zu hören bekommen: "Du magst nichts, was Spaß macht". Fand ich ziemlich ungerechtfertigt, weil ich die Dinge, die MIR Spaß machen wirklich sehr mag. Ich gehe gern in Freizeitparks und fahre liebend gern Achterbahn, ich lese gern, ich gehe gern mit dem Hund am See spazieren, ich mag Sport. Das ist doch auch cool. Aber es war halt in mir drin, dass man in Clubs und Bars gehen muss, damit man nicht schief angeguckt wird. Ich war auch schon mal in einer Bar und das war nicht so meins. Ich habe die anderen Leute gar nicht verstanden, weil die Musik so laut war. Dann habe ich einfach aufgegeben der Konversation zu folgen und mich mit dem Hund beschäftigt, den jemand mit in die Bar genommen hat.
Aber ich traue mich zum Beispiel nicht zu sagen, dass ich am Freitag nicht mit auf die Weihnachtsfeier meiner Firma gehen möchte, weil mir das einfach zu viel ist und mir nicht gut tut. Im Gegenteil. Ich war emotional sogar so hinüber, dass ich unüberlegte Dinge getan habe und ich viel Hass verspürt habe. Aber das führt jetzt zu weit. Dennoch würde ich gern einfach die Größe haben zu sagen, dass diese Feiern nicht meine Sache sind. Muss ich noch üben. ;)
Wenn man aber eher selten zu Feiern geht, wird man immer seltener überhaupt dazu eingeladen, weil die Leute denken "Der kommt eh nicht". Wenn ich aber von vorherein nicht eingeladen werde, bin ich beleidigt --> Intro Logik! ;)
Gatem hat geschrieben:
Mittwoch 21. November 2018, 01:54
Tyrion hat geschrieben:
Dienstag 20. November 2018, 19:01
Dennoch mag ich meine Introversion, weil sie mir so viel gibt. Ich langweile mich zum Beispiel nie. Dieses Gefühl kenne ich nicht. In meinem Kopf ist so viel los und meine innere Welt ist so bunt, dass es immer etwas Neues für mich zu entdecken gibt. Das gefällt mir sehr.
Bis zu dieser Stelle im Text kann ich mich sehr gut im Geschriebenen wieder erkennen.
Bei diesem Abschnitt jedoch bin ich mir unsicher. Bist du sicher, dass das Beschriebene zur Introvertiertheit gehört und nicht Zeichen einer anderen Charaktereigenschaft?
Also ich will sagen: In meinem Kopf geht zwar auch eine Menge vor, aber Langeweile kenne ich durchaus. Zudem bin ich eigentlich auch immer auf der Suche nach neuen Eindrücken: Ich bin der Typ Mensch, der am Flughafen oder Bahnhof nicht still sitzen und warten kann, sondern so lange von einem Ende des Gebäudes zum anderen spaziert (oder durch die umliegenden Straßen), bis die Wartezeit vorbei ist, weil ich ständig das Gefühl habe ein Ereignis oder eine Gelegenheit zu verpassen. Am liebsten wäre ich überall gleichzeitig... zumindest so lange ich nicht mit irgendwas anderem beschäftigt bin.
Ich könnte mich zum Beispiel auch nie längerfristig inein Restaurant oder Cafe setzen; es wird gegessen oder getrunken und dann so schnell wie möglich wieder weiter.
Also es ist kein Muss, dass du dieses Merkmal der Introversion auch haben musst, um introvertiert zu sein. Es ist nur halt ein Merkmal, dass auf einige Intros zutrifft - auf andere eben nicht. Und auf mich trifft es eben zu, dass ich total gern Leute beobachte. Auch in Wartezimmer von Arztpraxen. Dann sitze ich da und schaue mir an, was die Leute so tun. Das ist total spannend! :D Oder in der Bahn, wenn die Leute zu laut reden. Dann höre ich gern zu, was die hinter mir so alles bereden. Ich könnte mir da nie Kopfhörer aufsetzen. Dann verpasse ich ja vielleicht etwas. ;)

Im Übrigen verfolge ich auf YouTube einen Kanal mit dem Namen Introsider. Die Kanalbetreiberin berichtet dort unregelmäßig von ihrer Introversion und was ihr noch alles dazu ein- und auffällt. Sehr empfehlenswert!
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Re: Leben in einer extravertierten Welt

Beitrag von Glider » Donnerstag 22. November 2018, 08:24

Hallo!
Tyrion hat geschrieben:
Dienstag 20. November 2018, 19:01
Ich selbst bin sogar für meine Introversion schon kritisiert worden. Meine Arbeitgeber sagten zu mir, ich müsse mich "mehr verkaufen", obwohl ich gar nicht auf St. Pauli arbeite. ;) Ich sei "zu bescheiden". Es stimmt, dass ich bescheiden bin, denn ich finde es unangenehm, wenn ich besonders gelobt werden, wenn ich etwas sehr gut gemacht habe. Ich finde, je besser man ist, desto demütiger muss man sein. Aber wegen dieser Einstellung hatte ich fast meine Arbeitsstelle verloren. Andere waren halt lauter.
Oh, ja, da erkenne ich mir sehr gut wieder! Auch ich habe mir das schon öfter anhören müssen, besonders negative Folgen hatte das aber noch nie. Klar, die die lauter sind kommen im Beruf eben weiter, verdienen bei gleicher Tätigkeit auch mehr als ich, das ist mir aber egal.
Tyrion hat geschrieben:
Dienstag 20. November 2018, 19:01
Seid ihr auch introvertiert? Wie nehmt ihr das wahr? Macht es euer Leben anstrengend? Wärt ihr lieber extravertiert? Wenn ihr nicht introvertiert seid: wie seht ihr Intros? Sind sie euch vielleicht sogar suspekt, weil sie so zurückhaltend sind?
Also ich würde sehr wohl sagen, dass ich stark introvertiert bin. Ich bin aber auch schüchtern. Aber wie hier schon geschrieben, ist das nicht das gleiche. Es tritt i.d.R. bei mir auch nicht gleichzeitig auf. In einem schüchternen Moment würde ich ja gerne was tun/sagen/beitragen, bin aber gehemmt.
In anderen Umgebungen halte ich mich zurück, weil ich eine Reaktion von mir für unnötig/überflüssig halte oder ich keine Lust habe mich aktiv an etwas zu beteiligen und mich damit lieber in mir selbst bzw. mit mir selbst beschäftige.

Lieber extravertiert wäre ich nicht, ich finde es schon OK so, wie ich bin, nur die Schüchternheit könnte etwas weniger sein.

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Re: Leben in einer extravertierten Welt

Beitrag von Tyrion » Donnerstag 22. November 2018, 17:53

Glider hat geschrieben:
Donnerstag 22. November 2018, 08:24
Klar, die die lauter sind kommen im Beruf eben weiter, verdienen bei gleicher Tätigkeit auch mehr als ich, das ist mir aber egal.
Dennoch ist es sehr ungerecht, denn es sollten doch die Fähigkeiten des Mitarbeiters und die Qualität seiner Arbeit zählen und nicht das laute auftreten. Introvertierte sind in der Abarbeitung ihrer Tätigkeit oft sehr gut, weil sie problemlos mehrere Stunden am Stück ohne Pause arbeiten können. Schade, dass nie genauer hingesehen wird...
Glider hat geschrieben:
Donnerstag 22. November 2018, 08:24
Also ich würde sehr wohl sagen, dass ich stark introvertiert bin. Ich bin aber auch schüchtern. Aber wie hier schon geschrieben, ist das nicht das gleiche. Es tritt i.d.R. bei mir auch nicht gleichzeitig auf. In einem schüchternen Moment würde ich ja gerne was tun/sagen/beitragen, bin aber gehemmt.
Das muss nicht unbedingt Schüchternheit sein. Introvertierte überlegen sich sehr genau, was sie sagen wollen. Sie überlegen auch, wie andere ihren Redebeitrag auffassen könnten. Fühlt sich dadurch jemand auf den Schlips getreten? Womöglich sogar gekränkt? Trete ich ins Fettnäpfchen? Könnte man das missverstehen? Und dann ist der Moment vorbei, in dem man etwas hätte sagen können.
Mir geht das manchmal in etwas größeren Runden so, wo praktisch ein Redebeitrag nahtlos an den nächsten anschließt. Ich benötige einfach etwas Zeit, um das eben gesagte zu verarbeiten und mir eine passende Antwort/einen ergänzenden Redebeitrag zu äußern. Und wenn ich nicht eine Sekunde bekomme, sondern einer nahtlos an den Vorredner anschließt, dann ist der Moment vorbei, in dem ich auch etwas hätte beitragen können. Manchmal fällt mir zwei, drei Minuten später ein guter Beitrag ein, aber da geht es schon wieder um ein ganz anderes Thema. Das wirkt dann auch ein wenig creepy, wenn man sagt: "Ich würde gern nochmal was zum letzten Thema sagen". :oops:
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Re: Leben in einer extravertierten Welt

Beitrag von Kief » Donnerstag 22. November 2018, 23:54

Tyrion hat geschrieben:
Donnerstag 22. November 2018, 17:53
Glider hat geschrieben:
Donnerstag 22. November 2018, 08:24
Klar, die die lauter sind kommen im Beruf eben weiter, verdienen bei gleicher Tätigkeit auch mehr als ich, das ist mir aber egal.
Dennoch ist es sehr ungerecht, denn es sollten doch die Fähigkeiten des Mitarbeiters und die Qualität seiner Arbeit zählen und nicht das laute auftreten. Introvertierte sind in der Abarbeitung ihrer Tätigkeit oft sehr gut, weil sie problemlos mehrere Stunden am Stück ohne Pause arbeiten können. Schade, dass nie genauer hingesehen wird...
Dazu brauchst Du eben auch jemanden, der sich die Muehe macht, genauer hinzusehen - und die Kompetenzen auch unterscheiden kann
Da ist es sicherlich hilfreich, wenn auch Introvertierte dabei sind, die genauer hinzusehen bereit sind.

Dann allerdings geht es auch um Verantwortung, um Fuehrungsaufgaben ... bei denen Introvertierte nicht so eifrig die Hand heben wie der Egomane, der seine Karriereleiter emporklimmen will.

Glider hat geschrieben:
Donnerstag 22. November 2018, 08:24
Also ich würde sehr wohl sagen, dass ich stark introvertiert bin. Ich bin aber auch schüchtern. Aber wie hier schon geschrieben, ist das nicht das gleiche. Es tritt i.d.R. bei mir auch nicht gleichzeitig auf. In einem schüchternen Moment würde ich ja gerne was tun/sagen/beitragen, bin aber gehemmt.
Das muss nicht unbedingt Schüchternheit sein. Introvertierte überlegen sich sehr genau, was sie sagen wollen. Sie überlegen auch, wie andere ihren Redebeitrag auffassen könnten. Fühlt sich dadurch jemand auf den Schlips getreten? Womöglich sogar gekränkt? Trete ich ins Fettnäpfchen? Könnte man das missverstehen? Und dann ist der Moment vorbei, in dem man etwas hätte sagen können.
Diese Unterschiede in der Arbeitsweise unter einen Hut zu bringen, dazu braucht es schon ne gezielte Fachkompetenz bzw. Achtsamkeit.
Wie viele Intros raffen sich auf, um ggf. in der Runde die Moderation zu uebernehmen - und dann noetigenfalls auch Moderation zu lernen und vertiefen?


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Re: Leben in einer extravertierten Welt

Beitrag von Solstice » Freitag 23. November 2018, 08:28

Huhu Tyrion.

Spannendes Thema, ich finde mich auch in fast allem wieder: keine Lust auf Parties, laute Kneipen, stilles Beobachten, im Job nicht auffallen, in kleinen vertrauten Runden aus mir herauskommen...

Ich würde mich aber eigentlich gar nicht als introvertiert bezeichnen. Ich bin mir ziemlich sicher, dass ich eine selbstunsicher-vermeidende Persönlichkeit habe (s. Wikipedia) und dem ganzen Trubel und der Aufmerksamkeit entgehen will, weil ich Angst vor möglicher Ablehnung und "negativer" Aufmerksamkeit habe.
Tyrion hat geschrieben:
Donnerstag 22. November 2018, 17:53
Introvertierte überlegen sich sehr genau, was sie sagen wollen. Sie überlegen auch, wie andere ihren Redebeitrag auffassen könnten. Fühlt sich dadurch jemand auf den Schlips getreten? Womöglich sogar gekränkt? Trete ich ins Fettnäpfchen? Könnte man das missverstehen? Und dann ist der Moment vorbei, in dem man etwas hätte sagen können.
Auch hier: 100%iger Treffer für mich. Ich mache mir schon vorab Gedanken, was andere wohl von meiner Aussage halten könnten.

In solchen Moment ergreifen andere einfach das Wort, weil sie sich nicht so viele Gedanken machen. Sollten sie damit jemandem auf den Schlips treten, können sie sich selbstbewusst gegen Kritik verteidigen.

Daher frage ich mich: Wo fängt Introversion an und wo hört selbstunsicheres, vermeidendes Verhalten auf? Rein vom äußerlichen Verhalten der Person her ist die Schnittmenge nämlich enorm groß. Man könnte meinen, es läge rein an der inneren Einstellung: Der eine ist zufrieden mit sich und fühlt sich von der Welt unverstanden. Der andere ist unzufrieden mit sich und will am liebsten zur Welt gehören. Negative Konsequenzen wie fehlende Anerkennung erfahren sie beide.

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Re: Leben in einer extravertierten Welt

Beitrag von Nonkonformist » Freitag 23. November 2018, 08:48

Ich bin ein hochsensibler in mittleren introvertierten bereich.
Das bedeutet das große menschenmengen, laute partys, extravertierten menschen mich den energie rauben statt mich energie zu schenken; um wieder auf zu laden brauche ich auszeit alleine. So einmal in so viele zeit kann ich durchaus auf partys gehen und dort auch spaß haben, aber ich brauche nachdem immer zeit um mich zu regenerieren; in eine welt mit dauerpartys, und ständig im freizeit unter menschen sein, würde ich nicht lange überstehen.

Wohl habe ich mich immer vor allem bei anderen introvertierten gefühlt.

Ich habe nie kramphaft versucht mit den extravertierten mit zu halten, habe nicht den geringsten bedarf selbst zum extravertierter zu mutieren, betrachte extravertierten auch nicht als die bessere menschenart, und habe mich stattdessen ein umfeld mit anderen HSPs, introvertierten etc gesucht.

Im grunde lebe ich nicht in einen extravertierten welt, aber eher so nur am rande, und halte mich abseits mit menschen die so ticken wie ich.


Ich stimme weiter zu das introversion und schüchternheit zwei getrennte sachen sind.
Ich brauche ein bisschen um für unbekannten auf zu tauen aber kann durchaus flirten, necken und ziemlich frech sein.
I Yam What I Yam & Dats What I Yam - (Popeye the Sailorman.)

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Re: Leben in einer extravertierten Welt

Beitrag von LonesomeCoder » Freitag 23. November 2018, 15:42

Ich bin sehr introvertiert und sehe mich dadurch benachteiligt. Manche Berufe bleiben einem verschlossen und auch Freundschaften sind nicht mit allen möglich. Manche glauben mir den Bedarf an Alleine-Zeit nicht und denken, ich mag sie nicht und will das nur nicht sagen, treffe mich lieber mit anderen oder messe einer Zeitung oder Videospiel mehr Bedeutung als ihnen zu. Pflichten wie Arbeit oder Einkaufen kosten schon sehr viel von der Kraft, die ich für menschliche Kontakte habe.
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Re: Leben in einer extravertierten Welt

Beitrag von moody » Freitag 23. November 2018, 17:43

Meine Introversion ist wahrscheinlich der Hauptgrund warum ich weder bei Frauen noch im Berufsleben erfolgreich bin.

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Re: Leben in einer extravertierten Welt

Beitrag von BartS » Freitag 23. November 2018, 20:45

Tyrion hat geschrieben:
Dienstag 20. November 2018, 20:31
Ninja Turtle hat geschrieben:
Dienstag 20. November 2018, 19:44
Also im Grunde hab ich keine Ahnung und es gibt dafür ja auch keinen Test oder so was, wo dann am Ende In oder Ex steht.
Niemand ist zu 100 % in- oder extravertiert. Jeder Mensch hat sowohl in- als auch extravertierte Merkmale. Aber es gibt halt Menschen, die deutlich mehr in- oder extravertiert sind.
Dem ist so. Entsprechend gibt es Tests, um zu sehen, wie stark die Ausprägungen sind. Ich fand den Fragebogen in "Leise Menschen - starke Wirkung" von Sylvia C. Löhken sehr nützlich. Weiß nicht, ob er online steht.
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Re: Leben in einer extravertierten Welt

Beitrag von Hoppala » Samstag 24. November 2018, 02:03

Ich weiß nicht, ob Introvertierte in dieser Welt wirklich gegenüber Extrovertrierten benachteiligt sind. Mir scheint, beides hat Vor- und Nachteile, in manchen Bereichen mal mehr, mal weniger, und Extroversion ist aktuell in manchen Bereichen zunehmend von Nachteil. Ich mein, das stundenlang konzentriert auf Bildschirme gucken ist ja nicht unbedingt besonders Extro-freundlich. Und je mehr Menschen zusammenkommen, umso disziplinierteres und damit auch zurückhaltenderes Verhalten ist gefragt. Es scheint eher eine Frage, im richtigen Moment mit dem richtigen Verhalten präsent zu sein. Introvertierte verpassen vielleicht den Moment öfter, weil sie mit sich selbst beschäftigt sind - dafür fallen Extrovertierte eher unangenehm auf?

Dass Extrovertierte eher auffallen und von daher der Eindruck einer "extrovertierten Welt" entsteht, scheint mir eher in der Natur der Sache zu liegen, als tatsächlich eine Bevorteilung abzubilden.
Auf jeden Fall sollte man die These, dass die Welt schwergewichtig extrovertiert sei, daraufhin überprüfen, ob diese Wahrnehmug nicht schon allein deshalb gegeben ist, weil Extro eben auffälliger ist. Ob es deswegen auch mehr/bedeutsamer ist?
Und dass Menschen mit besonders extremem Verhalten so oder so auffallen - also auch Introvertierte; denen ist das dann nur vielleicht eher unangenehm als Extros - kann man voraussetzen.
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