Leben in einer extravertierten Welt

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BartS
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Re: Leben in einer extravertierten Welt

Beitrag von BartS » Freitag 30. November 2018, 23:10

Mit "fast überall ein Nachteil" stimme ich nicht überein.
"Liebe ist, dass man sich so lange gehen lässt, bis man nicht mehr gehen kann."
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Re: Leben in einer extravertierten Welt

Beitrag von Kief » Freitag 30. November 2018, 23:26

LonesomeCoder hat geschrieben:
Freitag 30. November 2018, 21:13
Introvertiertheit ist (zumindest in der westlichen Welt, in Asien mag es anders sein) fast überall ein Nachteil. Stimmst du den nicht zu?
Ich stimme dem auch nicht zu.

Wie bei vermutlich allen Wesenszuegen betrachte ich das mit: "Die Dosis macht das Gift."
Wenn ein Individuum verschiedene Wesenzuege zur Geltung bringen kann, kann es auf unterschiedliche Situationen auch angemessener reagieren.
Wenn das Individuum allerdings immer nur dieselben Verhaltensmuster anwenden kann, dann werden die nicht immer hilfreich sein.
In diesem Sinne halte ich es fuer sinnvoll, wenn jedes Individuum grundsaetzliche Flexibilitaet besitzt. Nicht zwangslaeufig als universal-Allrounder, aber zumindest grundlegende Flexibilitaet.
Heisst: auch ein Extro sollte seine introvertierte Seite kennlernen, sowie umgekehrt.

Wenn dadurch naemlich unterschiedliche Charaktere einander besser verstehen koennen, dann klappt auch Kooperation und einander zu ergaenzen besser.
Aber je extremer ein Individuum ist, und sich nicht anderen Personen annaehert, desto schwerer wird auch Zusammenarbeit, desto mehr "Dolmetscher" werden notwendig.
Egal ob das nun Introversion, Extroversion, Richtung Narzissmus, Borderline oder sonstige Charakteristika geht.

Je extremer, desto ausgepraegter und seltener die Staerken, aber desto groesser auch die Nachteile.
Umso mehr, wenn die Person sich mit ihren Baustellen wenig bis gar nicht befassen will.
Deswegen halte ich auch da die Suche nach der ausgewogenen Mischung fuer notwendig.


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Re: Leben in einer extravertierten Welt

Beitrag von AB-Wagen » Samstag 1. Dezember 2018, 05:48

LonesomeCoder hat geschrieben:
Freitag 30. November 2018, 21:13
Introvertiertheit ist (zumindest in der westlichen Welt, in Asien mag es anders sein) fast überall ein Nachteil.
Dafür sind in Asien intelligente Menschen im Nachteil und fleißige Menschen im Vorteil.

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Re: Leben in einer extravertierten Welt

Beitrag von Volta » Samstag 1. Dezember 2018, 08:23

Das Problem ist doch auch, wenn man sich dazu zwingt, extrovertiert (also in Bezug auf sozialen Umgang) zu sein, dann verknüpft man andere Menschen mit negativem und beginnt, diese zu hassen.

Also Beispiel hier:

https://abtreff.de/viewtopic.php?f=1&t= ... 0#p1066260

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Re: Leben in einer extravertierten Welt

Beitrag von Nonkonformist » Samstag 1. Dezember 2018, 08:41

LonesomeCoder hat geschrieben:
Freitag 30. November 2018, 21:13
Introvertiertheit ist (zumindest in der westlichen Welt, in Asien mag es anders sein) fast überall ein Nachteil. Stimmst du den nicht zu?
Das ist ein kulturelles phänomen, wie immer bei disklrimination den fall ist, kein gendefekt.
Das systematisch auschliessen und hänseln von menschen der nicht-dominante gruppe sehe ich als das großere genetische problem der menschheit.
Wie gesagt, ohne introvertierten, aspies und HSPs wäre es mit wissenschaft und kunst jämmerlich gestellt, die welt braucht nicht-extravertierten. (Einstein, Newton und Darwin waren, zum beispiel, bekannte introvertierten.)
Dabei ist schüchtern sein ein viel großeres problem als introvert sein.
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Re: Leben in einer extravertierten Welt

Beitrag von Tintenmalerin » Samstag 1. Dezember 2018, 11:35

LonesomeCoder hat geschrieben:
Freitag 30. November 2018, 13:03
Wegen der großen Nachteile im privaten und beruflichen Kontext bleibe ich dabei, Introvertiertheit als einen GenDEFEKT zu bezeichnen und nicht als eine neutrale Variation wie verschiedene Haarfarben.
Es hat schon ein gewisse Ironie, das gerade du einen Begriff derart willkürlich falsch verwendest, der du immer darauf pochst, dass alles faktenbasiert sein muss, sachlich und dass man deine "Wahrheiten" akzeptieren muss.

Introversion ist ein Persönlichkeitsmerkmal. Dass man vielleicht für sich als nachteilig erleben kann, es aber nicht mal an sich ist.
Gendefekte dagegen sind Mutationen im Erbgut, die biologische Prozesse stören und dadurch Lebensqualität und Lebenserwartung teilweise massiv einschränken.
Der Anteil an Introvertierten müsste außerdem ziemlich klein bis nicht mehr vorhanden sein, wenn es tatsächlich ein Defekt wäre. Er liegt aber bei etwa 20 bis 50% (je nach Quelle...). Das es Introvertierte gibt, muss sich also als biologisch sinnvoll erwiesen haben.

Ich finde es gerade amüsant, dass sich die Extravertierten als Extrovertierte sprachlich den Introvertierten anpassen und nicht anders herum.
Zuletzt geändert von Tintenmalerin am Samstag 1. Dezember 2018, 11:40, insgesamt 1-mal geändert.
Das Leben ist einzigartig und wunderschön, selbst wenn es gerade schwer zu ertragen ist.

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Re: Leben in einer extravertierten Welt

Beitrag von Volta » Samstag 1. Dezember 2018, 11:36

Tintenmalerin hat geschrieben:
Samstag 1. Dezember 2018, 11:35

Ich finde es gerade amüsant, dass sich die Extravertierten als Extrovertierte den Introvertierten anpassen und nicht anders herum.
Wo passiert das denn?

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Re: Leben in einer extravertierten Welt

Beitrag von Tintenmalerin » Samstag 1. Dezember 2018, 11:43

Tintenmalerin hat geschrieben:
Samstag 1. Dezember 2018, 11:35
Ich finde es gerade amüsant, dass sich die Extravertierten als Extrovertierte sprachlich den Introvertierten anpassen und nicht anders herum.
Habs korrigiert :hierlang:
Das Leben ist einzigartig und wunderschön, selbst wenn es gerade schwer zu ertragen ist.

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Re: Leben in einer extravertierten Welt

Beitrag von Lazarus Long » Samstag 1. Dezember 2018, 11:50

Tintenmalerin hat geschrieben:
Samstag 1. Dezember 2018, 11:35
dass man deine "Wahrheiten" akzeptieren muss.
Du sagst es doch gerade selbst. Man muß auch diese "Wahrheit" von ihm akzeptieren. ;)
Im Grunde sind es doch die Verbindungen mit Menschen, die dem Leben seinen Wert geben.

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1767 - 1835

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Re: Leben in einer extravertierten Welt

Beitrag von Volta » Samstag 1. Dezember 2018, 12:15

Tintenmalerin hat geschrieben:
Samstag 1. Dezember 2018, 11:43
Tintenmalerin hat geschrieben:
Samstag 1. Dezember 2018, 11:35
Ich finde es gerade amüsant, dass sich die Extravertierten als Extrovertierte sprachlich den Introvertierten anpassen und nicht anders herum.
Habs korrigiert :hierlang:
Verstehe ich immer noch nicht.

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Re: Leben in einer extravertierten Welt

Beitrag von AB-Wagen » Samstag 1. Dezember 2018, 12:18

Volta hat geschrieben:
Samstag 1. Dezember 2018, 12:15
Verstehe ich immer noch nicht.
Die korrekten Begriffe sind:
Introvertiert
ExtrAvertiert

Umgangssprachlich sagen viele aber:
Introvertiert
ExtrOvertiert

Interessanterweise sagt niemand:
IntrAvertiert
Extravertiert

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Re: Leben in einer extravertierten Welt

Beitrag von Doggo » Samstag 1. Dezember 2018, 12:30

Tintenmalerin hat geschrieben:
Samstag 1. Dezember 2018, 11:35
LonesomeCoder hat geschrieben:
Freitag 30. November 2018, 13:03
Wegen der großen Nachteile im privaten und beruflichen Kontext bleibe ich dabei, Introvertiertheit als einen GenDEFEKT zu bezeichnen und nicht als eine neutrale Variation wie verschiedene Haarfarben.
Es hat schon ein gewisse Ironie, das gerade du einen Begriff derart willkürlich falsch verwendest, der du immer darauf pochst, dass alles faktenbasiert sein muss, sachlich und dass man deine "Wahrheiten" akzeptieren muss.

Introversion ist ein Persönlichkeitsmerkmal. Dass man vielleicht für sich als nachteilig erleben kann, es aber nicht mal an sich ist.
Gendefekte dagegen sind Mutationen im Erbgut, die biologische Prozesse stören und dadurch Lebensqualität und Lebenserwartung teilweise massiv einschränken.
Der Anteil an Introvertierten müsste außerdem ziemlich klein bis nicht mehr vorhanden sein, wenn es tatsächlich ein Defekt wäre. Er liegt aber bei etwa 20 bis 50% (je nach Quelle...). Das es Introvertierte gibt, muss sich also als biologisch sinnvoll erwiesen haben.

Ich finde es gerade amüsant, dass sich die Extravertierten als Extrovertierte sprachlich den Introvertierten anpassen und nicht anders herum.
Ich habe ja eh das Gefühl, dass manche da von sich auf andere Introvertierte schließen. Ich sehe es nicht ein wieso man uns als gendefekte Menschen bezeichnen sollte nur weil man selbst nicht damit klarkommt und evtl sich selbst als gendefekten Menschen sieht.

Wir können nichts dafür, dass manche nicht dazu fähig sind oder zu faul sind um ein glückliches oder zufriedenstellendes Intro-Leben zu führen bzw. das Maximum rauszuholen.

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Re: Leben in einer extravertierten Welt

Beitrag von Volta » Samstag 1. Dezember 2018, 12:36

AB-Wagen hat geschrieben:
Samstag 1. Dezember 2018, 12:18
Volta hat geschrieben:
Samstag 1. Dezember 2018, 12:15
Verstehe ich immer noch nicht.
Die korrekten Begriffe sind:
Introvertiert
ExtrAvertiert

Umgangssprachlich sagen viele aber:
Introvertiert
ExtrOvertiert

Interessanterweise sagt niemand:
IntrAvertiert
Extravertiert
:hammer:

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Re: Leben in einer extravertierten Welt

Beitrag von Stabil » Samstag 1. Dezember 2018, 13:56

Hallo Dog. Ja, seh ich auch so.

Jede Introversion ist anders und jeder hat einen anderen Weg gefunden, damit um zu gehen und eventuell gerade DARAUS etwas zu machen. Diese weiteren Folgen sind noch einmal unterschiedlich bei jedem.

Zur Zeit bin ich immer noch dabei, gezielt Sozialverhalten zu lernen und gleichzeitig mich gezielt vor zu viel sozialer Information von aussen zu schützen. Damit meine ich, dass ich dosiere, wieviel ich jeweils auf einmal zulasse, dass ich die "Informationsströme" zeitlich begrenze und dass ich die soziale Information nach Relevanz filtere.

Hallo Malerin,
das kommt halt raus, wenn einer meint, der Inhalt seiner Schlussfolgerungen sind Fakten. Für manche ist eben schwer erkennbar, dass das Faktum nicht im Inhalt der Schlussfolgerung besteht, sondern einzig und allein in der Tatsache DASS er den Schluss gezogen hat. Letzteres hat bekanntlich nichts mit dem Wahrheitsgehalt des Inhalts zu tun.

Schade dabei ist, dass er auf die Art, die er an den Tag legt, seine Sicht auf Möglichkeiten, die er hätte, stark einschränkt.
Doggo hat geschrieben:
Samstag 1. Dezember 2018, 12:30
Ich habe ja eh das Gefühl, dass manche da von sich auf andere Introvertierte schließen. Ich sehe es nicht ein wieso man uns als gendefekte Menschen bezeichnen sollte nur weil man selbst nicht damit klarkommt und evtl sich selbst als gendefekten Menschen sieht.

Wir können nichts dafür, dass manche nicht dazu fähig sind oder zu faul sind um ein glückliches oder zufriedenstellendes Intro-Leben zu führen bzw. das Maximum rauszuholen.
Tintenmalerin hat geschrieben:
Samstag 1. Dezember 2018, 11:35
Es hat schon ein gewisse Ironie, das gerade du einen Begriff derart willkürlich falsch verwendest, der du immer darauf pochst, dass alles faktenbasiert sein muss, sachlich und dass man deine "Wahrheiten" akzeptieren muss.
Introversion ist ein Persönlichkeitsmerkmal. Dass man vielleicht für sich als nachteilig erleben kann, es aber nicht mal an sich ist.
Gendefekte dagegen sind Mutationen im Erbgut, die biologische Prozesse stören und dadurch Lebensqualität und Lebenserwartung teilweise massiv einschränken.
Der Anteil an Introvertierten müsste außerdem ziemlich klein bis nicht mehr vorhanden sein, wenn es tatsächlich ein Defekt wäre. Er liegt aber bei etwa 20 bis 50% (je nach Quelle...). Das es Introvertierte gibt, muss sich also als biologisch sinnvoll erwiesen haben. ...
* Am meisten schmerzt das Gute, das wir zwar erlebt haben, aber in uns nicht angekommen ist *

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Re: Leben in einer extravertierten Welt

Beitrag von Tyrion » Samstag 1. Dezember 2018, 14:48

Tintenmalerin hat geschrieben:
Samstag 1. Dezember 2018, 11:35
LonesomeCoder hat geschrieben:
Freitag 30. November 2018, 13:03
Wegen der großen Nachteile im privaten und beruflichen Kontext bleibe ich dabei, Introvertiertheit als einen GenDEFEKT zu bezeichnen und nicht als eine neutrale Variation wie verschiedene Haarfarben.
Introversion ist ein Persönlichkeitsmerkmal.
Genauso ist es! Ich finde es auch ziemlich schlimm als Defekt bezeichnet zu werden weil man introvertiert ist.
"Vergiss nie, wer du bist. Der Rest der Welt tut es auch nicht. Trage es wie eine Rüstung, dann kann es nie dazu benutzt werden, dich zu verletzen." - Tyrion Lannister

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Re: Leben in einer extravertierten Welt

Beitrag von Tyrion » Samstag 1. Dezember 2018, 15:26

Gatem hat geschrieben:
Mittwoch 28. November 2018, 08:16
Tyrion hat geschrieben:
Sonntag 25. November 2018, 21:35
Also Intros werden ja gute Menschenkenntnisse und Empathie nachgesagt... :pfeif: ;)
Ist das so? Echt jetzt?
Ich dachte Introvertierte sind Menschen, die eher mit sich selbst beschäftigt sind… wie soll man denn dann groß empathisch sein?
Du darfst Introversion nicht mit Egomanie verwechseln. Introvertierte beschäftigen sich nicht nur mit sich selbst, sondern haben das Bedürfnis, dass ihr Umfeld sich auch wohlfühlt.
Gatem hat geschrieben:
Mittwoch 28. November 2018, 08:16
Von mir kann ich jedenfalls nicht behaupten im Bereich Empathie besonders begabt zu sein, aber evtl. bin ich hier einfach mal – wie immer – „anders“.
Introversion ist bei jedem ein bisschen anders. Nicht alle Merkmale der Introversion müssen immer auf alle Introvertierte zutreffen. Kein Mensch ist wie der andere - und kein Introvertierter ist wie die anderen Introvertierten. ;)
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Re: Leben in einer extravertierten Welt

Beitrag von Bummi » Samstag 1. Dezember 2018, 15:54

Tyrion hat geschrieben:
Dienstag 20. November 2018, 19:01


Seid ihr auch introvertiert? Wie nehmt ihr das wahr? Macht es euer Leben anstrengend? Wärt ihr lieber extravertiert? Wenn ihr nicht introvertiert seid: wie seht ihr Intros? Sind sie euch vielleicht sogar suspekt, weil sie so zurückhaltend sind?

Ich freue mich auf eure Meinungen! :D
In meiner Kindheit und Jugend war ich phasenweise eher extrovertiert, hatte viele Freunde und hab viel unternommen.
Dazwischen gab es aber auch immer Phasen der Introversion mit viel Rückzug. Positiv war damals, dass ich nie Probleme hatte, mich mit mir selbst zu beschäftigen und mir in meiner eigenen, kleinen Welt niemals langweilig wurde.
Später gab es ein paar Ereignisse, durch die ich mich nach und nach total zurück gezogen hatte. Die Nähe zu anderen Menschen kostete zu viel Kraft. Das hat sich nun wieder zunehmend gebessert.
Ich bin sehr gerne auf anonymen Veranstaltungen, wie Konzerte, Sportereignisse und alles mögliche. Diese lenken mich ab, bringen mich auf andere Gedanken.
In meiner eigenen Welt ist es mir dagegen im Laufe der Zeit zu eng geworden. Ich ziehe mich oft genug selbst runter mit Grübeleien und düsteren Gedanken. Ich vermisse meine Interessen, bin eher desinteressiert geworden. Da ist das Abtauchen in der vielfältigen Menschenmasse eine willkommene Abwechslung.

Ich wollte zuerst schreiben, dass mir besonders die Nähe zu anderen Menschen enorme Kraft abverlangt.
Aber das stimmt nicht mehr so ganz, da ich in letzter Zeit Menschen gefunden haben, die mich so nehmen wie ich bin und bei denen ich ganz ich selbst sein kann. Das Zusammensein mit diesen Menschen gibt mir Kraft. So ganz allein, Tag für Tag, könnte ich mir nicht mehr vorstellen. Dennoch brauche ich auch unter diesen Menschen immer wieder meinen Rückzug. Das liegt am meisten an dem Drang, mich immer wieder zu verstellen, um mir selbst und auch diesen Menschen besser zu gefallen.
Inzwischen denke ich, dass es bei mir eine Mischung aus extrovertierten und introvertierten Persönlichkeitsanteilen gibt. Auch wenn Menschen, die mich nicht kennen, mich als sehr introvertiert bezeichnen würden. Aus Gründen reagiere ich noch äußerst allergisch darauf, wenn mir da jemand einen Stempel aufdrücken will.
Solange ich bei anderen so sein kann wie ich bin und mein Bedürfnis nach Rückzug nicht auf Unverständnis stößt, fühle ich mich unter Extrovertierten Menschen genauso wohl wie unter Introvertierten Menschen.
Zuerst wollte ich schreiben, dass ich mich unter introvertierten Menschen wohler fühle und schneller mit ihnen warm werde. Aber das stimmt auch nicht so ganz. Ein Mensch ist nicht nur introvertiert, sondern hat noch weitere Persönlichkeitsmerkmale, mit denen ich besser oder schlechter klar komme.
Manche Leute schreiben, um zu lesen, was sie denken.

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Re: Leben in einer extravertierten Welt

Beitrag von Undomiel » Montag 3. Dezember 2018, 19:30

Tyrion hat geschrieben:
Dienstag 20. November 2018, 19:01
Hallo zusammen,

ständig wird mir eine meiner Eigenschaften bewusst bzw. bewusst gemacht: ich bin introvertiert. Das wird mir daher so bewusst, weil wir in einer sehr extravertierten Welt leben.

Seid ihr auch introvertiert? Wie nehmt ihr das wahr? Macht es euer Leben anstrengend? Wärt ihr lieber extravertiert? Wenn ihr nicht introvertiert seid: wie seht ihr Intros? Sind sie euch vielleicht sogar suspekt, weil sie so zurückhaltend sind?
Ich habe genau die gleichen Erfahrungen gemacht. Eine ganze Zeit lang habe ich auch gedacht, dass etwas nicht mit mir stimmt, weil ich nicht so sein konnte wie viele andere (unter anderem meine Schwestern). Ich schaffe es einfach nicht "aus mir heraus zu gehen" und fühle mich im Hintergrund wohler als im Mittelpunkt. Mein Leben hat das bisher auf jeden Fall schwieriger gemacht, sowohl bei den sozialen Kontakten als auch in der Schule und später auf der Arbeit. Auch heute noch habe ich das Gefühl, dass ich nicht in diese Welt hinein passe.
This is my december, this is my time of the year.
This is my december, this is me all alone.
This is my december, these are my snow covered dreams.
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Re: Leben in einer extravertierten Welt

Beitrag von AviferAureus » Dienstag 4. Dezember 2018, 02:25

AB-Wagen hat geschrieben:
Samstag 1. Dezember 2018, 12:18
Volta hat geschrieben:
Samstag 1. Dezember 2018, 12:15
Verstehe ich immer noch nicht.
Die korrekten Begriffe sind:
Introvertiert
ExtrAvertiert

Umgangssprachlich sagen viele aber:
Introvertiert
ExtrOvertiert

Interessanterweise sagt niemand:
IntrAvertiert
Extravertiert
Düfte u. a. gegenseitige Beobachtung und Angleichung unter den germanischen und romanischen Sprachen sein. Unter den von mir auf Wikipedia angeklickten Sprachen gibt es "Extraversion" 7,5 mal und "Extroversion" 5,5 mal (dt. habe ich jeweils mit 0,5 gezählt), aber für das Gegenteil nur "Introversion". Der hier im Forum bestehende Trend zu "extravertiert" könnte eine Ausrichtung an das Englische sein. Ich selber sage "extrovertiert".

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Re: Leben in einer extravertierten Welt

Beitrag von Nonkonformist » Dienstag 4. Dezember 2018, 06:56

AviferAureus hat geschrieben:
Dienstag 4. Dezember 2018, 02:25
AB-Wagen hat geschrieben:
Samstag 1. Dezember 2018, 12:18
Volta hat geschrieben:
Samstag 1. Dezember 2018, 12:15
Verstehe ich immer noch nicht.
Die korrekten Begriffe sind:
Introvertiert
ExtrAvertiert

Umgangssprachlich sagen viele aber:
Introvertiert
ExtrOvertiert

Interessanterweise sagt niemand:
IntrAvertiert
Extravertiert
Düfte u. a. gegenseitige Beobachtung und Angleichung unter den germanischen und romanischen Sprachen sein. Unter den von mir auf Wikipedia angeklickten Sprachen gibt es "Extraversion" 7,5 mal und "Extroversion" 5,5 mal (dt. habe ich jeweils mit 0,5 gezählt), aber für das Gegenteil nur "Introversion". Der hier im Forum bestehende Trend zu "extravertiert" könnte eine Ausrichtung an das Englische sein. Ich selber sage "extrovertiert".
Es kommt aus den lateinischen, und die meisten sprachen respektieren bei fremdwörter der herkunft und ursprungliche buchstabierung.
Extra bedeutet, in Lateinisch, 'außen', 'nach außen zu'; Extro bedeutet gar nichts.
Die Deutsche sprache mutiliert fremdwörter lieber....
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