Leben in einer extravertierten Welt

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Stabil
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Re: Leben in einer extravertierten Welt

Beitrag von Stabil » Donnerstag 6. Dezember 2018, 13:53

Ich seh grad, das Thema ist noch in die Tiefe verfolgt worden, habs erst jetzt gelesen.
Bummi hat geschrieben:
Donnerstag 6. Dezember 2018, 12:47
Saraj hat geschrieben:
Donnerstag 6. Dezember 2018, 11:32
Ich frage mich, wie man als Introvertierter selbstbewusst werden soll, wenn man regelmäßig für seine Introversion kritisiert wird. Generell finde ich es schwierig, aus sich selbst heraus Selbstbewusstsein zu entwickeln. Man braucht doch das Feedback durch andere.
Tja, was war zuerst da, die Henne oder das Ei? ;)
Ich glaube, dass man für die Introversion mehr kritisiert wird, weil man nicht selbstbewusst genug auftritt.
Die Schwächen rücken dadurch für die Mitmenschen in den Vordergrund.
Henne-Ei-Problem? Ja seh ich auch so. Die Lösung ist immer - kurz zusammen gefasst - klein starten, vertiefen, wachsen lassen.
Ich denke auch, dass man eigentlich nicht für Introversion als Persönlichkeitsmerkmal kritisiert wird, sondern für sein Verhalten. Das hab ich mir angewöhnen müssen, dass ich die Kritik in Verhaltensfeedback übersetze. Selbst wenn jemand ausdrücklich die Introversion anspricht, hinterfrage ich das, suche nach dem kritischen Verhalten und werte für mich das aus.

Beispielsweise muss ich im Arbeitskontext überhaupt nicht Selbstbewusstsein demonstrieren. Mir reicht es, Selbstvertrauen zu empfinden und Selbstwertschätzung im Sinne von mich mögen (, nicht im Sinn von mich toll finden). ABER Kollegen, Chefs und Kunden haben einen Anspruch darauf, dass ich meine Arbeit und die Ergebnisse gut kommuniziere. Ein Vorgesetzter hat auch Anspruch darauf, dass ich meine Fähigkeiten und Möglichkeiten kommuniziere. Das hat nichts damit zu tun, ob mich für toll halte. Mein Vorgesetzter ist in der Erfüllung seiner Verantwortung, mir geeignete Aufgaben zu übertragen, davon abhängig, dass ich meine Fähigkeiten und Möglichkeiten nicht verstecke. Der ist ja auch kein Hellseher.

Bummi hat geschrieben:
Donnerstag 6. Dezember 2018, 12:47
Wie man aus sich selbst heraus Selbstbewusstsein schöpfen kann ohne positive Stärkung von aussen? Ich glaube, das ist verdammt schwierig. :umarmung2:
Aber ich möchte daran glauben, sonst kann ich mich gleich erschiessen.
Ein schönes Stück kommt man schon weiter, wenn man sich selbst feedback über seine Leistungen und über sein Verhalten gibt. Und wenn man das Selbstvertrauen von Leistung und Erfolg abkoppelt. Damit kann man auch klein anfangen und man kann das lernen und üben.
* Am meisten schmerzt das Gute, das wir zwar erlebt haben, aber in uns nicht angekommen ist *

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Re: Leben in einer extravertierten Welt

Beitrag von Kief » Donnerstag 6. Dezember 2018, 15:48

LonesomeCoder hat geschrieben:
Donnerstag 6. Dezember 2018, 12:44
Kief hat geschrieben:
Mittwoch 5. Dezember 2018, 17:05
Wenn ich die Welt den Kardashians und Trumps ueberlasse, dann brauche ich mich auch nicht zu wundern, wenn unerwuenschte Dinge passieren.
Das stimmt. Aber als Intro sehe ich die Extro-Konkurrenz als viel zu stark an. Aber Trumps Wähler sind meist ungebildet und die werden sicher keine Nachrichtenmagazine lesen, die fundiert offenlegen, was er falsch macht (solche schreiben sehe ich als Intro-Stärke an), sondern die Schlagzeilen bei Breitbart und "Nachrichten" auf seinem Haussender Fox-News konsumieren.
Ich sehe nicht, dass er etwas falsch macht - im Gegenteil, er packt eben andere Strategien an.
(Ob wir die moralisch finden, ist ne andere Sache - aber grundsaetzlich gehoeren diese Ebenen auch beruecksichtigt. Rein sachliche Debatten sind genauso unsinnig wie rein unsachliche. Damit meine ich jetzt keine Vorwurfs-Orgien ...)

Was er an politischen Zielen hat, da kann ich immer noch nicht einschaetzen, ob er einfach nur saudaemlich (blinder Egomane), ein strategischer und gefaehrlicher Weltzerstoerer oder gar ein gut getarnter "Weltretter" mit lauter ablenkenden Nebelkerzen ist (falls er hinter der Idiotie-Fassade die verkrusteten Strukturen der Geheimdienst angreift).
Aber die PR-Mechanismen, die er nutzt, da macht er ja Einiges richtig.
Und ich bin froh, dass das bisher sonst niemand zu nutzen weiss, und dadurch das gesamte politische Alltagsgebaren auf diesen Level runterzieht.

Nach ihm wird das uebliche Gebaren wieder Einkehr erhalten, mit dem zwar wieder sachlichere Gespraeche moeglich sind, aber auch (durch den Rahmen von Debatten und Medien) die Bevoelkerung durch die alten Finanziers lenkbar ist.
Kief hat geschrieben:
Mittwoch 5. Dezember 2018, 17:05
Das allerdings bedarf eben auch meiner Initiative. [ ... ]
Das wird mir niemand abnehmen.
Das stimmt. Ist aber auch eine Frage, wieviel Kraft es einem kostet und wie viel man abzüglich Zwangsbelastungen wie Arbeit noch übrig hat. [ ... ] Sich in Diskussionen durchsetzen ist eine Extro-Stärke. Weil oft die Art und Weise wie was kommuniziert wird, mehr Gewicht als der Inhalt einer Aussage hat.
Nur wenn Du deren Regeln akzeptierst.

Jene Auseinandersetzungen, die ich gefuehrt habe, da habe ich auch Grenzen gesetzt, was ich dulde, und was nicht.
Bzw. wenn ich es mit Leuten zu tun hatte, die keinen "Krieg" fuehren wollten, sondern lediglich inhaltliche Differenzen mit mir hatten, da habe ich den Rahmen so angepasst, dass ich mit den Leuten reden konnte.

Was fuer einen Rahmen ich ueberstehe, oder was mir gar entgegenkommt, das muss ich dafuer natuerlich kennen - und mir zumindest soweit Gespraechskompetenzen aneignen, dass ich meine Punkte unter _irgend_-einem Rahmen auch vermitteln kann.
Solange es nicht in einen persoenlichen Kampf muendet, sondern der andere ebenfalls eine Loesung will, solange wird es auch Offenheit fuer alternative Gespraechsrahmen geben. (Je nach Hektik und sonstigem Druck.)

Noetigenfalls entwerfe ich selbst das Gespraechsformat - das mache ich bei bestimmten Situationen ganz gezielt.
Dass ich das Format anspreche, welches ich wuensche, wenn ich weiss, dass es unter anderen Bedingungen kaum oder nicht funktioniert.
Formate oder ggf. mit Moderation, bei der Intros vor Extros geschuetzt sind.
(Das ist der Hintergrund, was hier im Forum versuche, wofuer ich inzwischen kaum noch Ruhe finde, das weiterzufuehren.
Das hast ja auch Du versucht mit Deinem Thread.)
Nur darfst Du Dir dann nicht die TV-Formate vorstellen, die eigentlich alle eher unaufaellig gelenkte Formate sind - fuer ergebnisoffene Gespraeche sind nahezu saemtliche gezeigten Ablaeufe untauglich.

Manches brauch keiner grossen Gespraeche, oder such Dir eben eine Methode, mit der Du Deine Grenzen artikulieren kannst.
Irgendetwas sollte es doch geben, wie Du "Nein." vermitteln kannst.

Kief hat geschrieben:
Mittwoch 5. Dezember 2018, 17:05
Aber - und deshalb antworte ich hier - das war gar nicht so sehr Deine Frage:
Deine Frage war nach dem Wert von Introversion. [ ... ]
Du kennst ihn auch - aber Du fuehlst ihn offenbar nicht, und das schmerzt Dich.
Wir wollen Dir helfen, diesen Schmerz zu lindern.
[ nicht nur beruflich, auch privat ]
ich nehme an, Du kannst so halbwegs nachvollziehen, was ich damit meine. hm?
Ich verstehe, was du meinst. Aber ich gehe davon aus, das meine private Lebensqualität und beruflicher Erfolg als Extro größer wäre. Die Gesellschaft bestimmt durch die Wertschätzung von Stärken und das Abstrafen von Schwächen was wie wertvoll oder hinderlich ist. [ ... ]
Viele der Intro-Stärken (nur Kreativität habe ich gar keine, hatte in Kunst 5er und 6er und meine Programme im Studium hatten GUIs wie aus der Windows 3.1 oder Netscape-Ära) habe ich auch, aber sehe nur sehr selten, dass sie mir irgendwas bringen.
Das werden die Vorgesetzten Dir nicht abnehmen, dass sie Deinen Wert finden und eingestehen werden - denn dann muessten sie ja auch Gehaltserhoehungen billigen.
(Deiner Antwort gemaess bleiben wir beim beruflichen Kontext? Den privaten Kontext haken wir ab? Das wuerde ich dann nach diesem Beitrag wieder kurz halten.)

Das ist aber ein Stueck weit Verhandlungssache:
zunaechst mal mit Deinem inneren Kritiker, dann mit den Vorgesetzten.
Du selbst kannst Deine Staerken herausstellen.
Wenn der Betrieb Deine Staerken einsetzen will, dann will er das vielleicht sogar gezielt - und laesst mit sich drueber reden, wie er Dich bei Deinen Baustellen entlasten kann?
Warum solltest Du Dich abstrafen lassen und im Betrieb bleiben, wenn das vielleicht nur ein Verhandlungsmanoever ist, damit Du ne guenstige Arbeitskraft bleibst?

Wenn der Betrieb von Deiner Arbeit maximal profitieren wollte, dann sollte er von selbst Deine Staerken gezielt einsetzen wollen, und Dich bei Deinen Baustellen entlasten.
Das mag an menschlicher Borniertheit scheitern, aber es kann ebenso einfach Ueberlastung sein, oder Verhandlungsmanoever.
Deine Schwaechen, sind die fuer Deinen Vorgesetzten wirklich so belastend? Machen die solch erhebliche Probleme, dass Deine Arbeit darunter leidet?
Oder ist das nur ein Argument, welches Dich wirksam zurueckhaelt Dich kaum zu emanzipieren?
BartS hat geschrieben:
Mittwoch 5. Dezember 2018, 18:08
Ein wesentlicher Punkt ist, dass viele Intros sich diese Chefposition nicht zutrauen. [ ... ] Mal ein Artikel dazu: https://ze.tt/du-bist-eher-introvertier ... h-gedacht/
Rein vom IT-fachlichen würde ich mir eine Führungspostion zutrauen. Aber auf Pressetermine, Meetings leiten, Präsentationen, Personalverantwortung (vor allem Entlassungen, insbesondere wenn nicht selbst verschuldet), ein Diensthandy um auch am WE und im Urlaub erreichbar zu sein, fast den ganzen Tags Meetings haben und die viele Verantwortung will ich nicht.
Wer sagt, dass Du gleich die overkill-Aufgabe uebernehmen sollst?

Wo liegt das gesunde Mittelmass?
Du kannst doch selbst ueberlegen, was und was Du nicht willst.
Ob ein 5-Leute-Team mit lediglich Berichten zum Vorgesetzten, oder nur eine Stufe unterhalb der Pressepflicht - die anfallenden Aufgaben kannst Du ja klaeren.
Ich habe gerade ein Angebot angenommen, und habe im Rahmen dessen aber auch besprochen, was ich _nicht_ uebernehmen moechte, was mir zuviel wird.

Aufgaben auf das eigene Profil anpassen ...
Wuchtbrumme hat geschrieben:
Mittwoch 5. Dezember 2018, 18:13
Viel zu anstrengend und Personalverantwortung ist auch nichts für mich. Ich finde einen normalen Arbeitstag anstrengend genug, mehr davon brauche ich nicht.
Ich eigentlich auch... aber wenn ich sehe, das ich nur 1600 € netto als einfacher Backend-Entwickler habe, während andere mit gleicher sogar weniger Qualifikation ein zigfaches davon verdienen, bin ich unzufrieden. Ich hätte das notwendige Wissen, aber als Projektleiter oder Berater würde ich als Intro wohl sehr schnell am Stress zugrunde gehen.
Demzufolge ist selbst der kleinste Schritt nach oben bereits zu viel fuer Dich?
Es gibt keine verantortlichere Aufgabe, die Dir gefaellt bzw. liegt?
Ich haette jetzt zumindest Controller gedacht ...
mir geht es eben darum, die Ueberlegungen aus den gewohnten Bahnen in neue Perspektiven schweifen zu lassen.

Oder eben abzuwaegen, ob Frust und Leidensdruck vielleicht irgendwann doch (zumindest probeweise) zu einer der uebergeordneten/spezialisierteren Funktionen fuehren.
Bummi hat geschrieben:
Donnerstag 6. Dezember 2018, 10:20
Ob Introversion als Vor- oder Nachteil erlebt wird, hängt mMn davon ab, wie selbstsicher man ist.
Bei einem sozial unsicheren Menschen nimmt die Umwelt die Schwächen der Introversion zum Teil stärker wahr als ihre Stärken.
Ja, mit Selbstbewusstsein lässt sich Intro sein kaschieren und als Extro wirken, nur auf Dauer ist das sehr anstrengend und stressig.
Geht es hier um Fremde?
Die koennen mich gerne rektal gustieren.

Oder enge Kollegen?
Die sollten ueber Projekte oder Gespraeche das doch allmaehlich mitbekommen. Noetigenfalls eben gezielt anpacken, wenn es im begrenzten Rahmen ist.
Gegen bornierte Vorurteile kann man dann nichts mehr machen, aber wenn das Vorgesetzte oder das halbe Team betrifft, dann gehoert sowieso eher das Teamklima angepackt.

Die grosse Masse zwischen komplett Fremder und engen Kollegen finde ich schwieriger, aber im engen Umfeld kann ich ja zumindest Einfluss nehmen.
Wenn Du Dein Lebensumfeld nicht festlegst, dann legen andere Leute Dich mit ihrem Lebensumfeld fest.

Btw, Bummi: zum Aufbauen und Realisieren der eigenen Staerken und des eigenen Selbstbewusstseins kann man sich ja Kreise suchen, die einen dabei unterstuetzen.
Kann gut sein, dass es da Personen gibt, deren Einfluss man ueberwinden muss, und andere, die durchaus zur Hilfe bereit sind.


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Re: Leben in einer extravertierten Welt

Beitrag von Doggo » Donnerstag 6. Dezember 2018, 16:01

Saraj hat geschrieben:
Donnerstag 6. Dezember 2018, 11:32
Wuchtbrumme hat geschrieben:
Mittwoch 5. Dezember 2018, 18:13
Seit ich wieder einen so langen Weg zur Arbeit habe treffe ich gar keine extravertierten Menschen mehr. Wo begegnet Ihr denen?
Was hat das mit deinem Weg zur Arbeit zu tun? :gruebel:

Ich treffe ständig auf Menschen, die weniger ängstlich sind als ich und ständig auf Menschen, die rund um die Uhr was unternehmen wollen. Ob die nun alle extravertiert sind, weiß ich nicht.

Ich frage mich, wie man als Introvertierter selbstbewusst werden soll, wenn man regelmäßig für seine Introversion kritisiert wird. Generell finde ich es schwierig, aus sich selbst heraus Selbstbewusstsein zu entwickeln. Man braucht doch das Feedback durch andere.
Hmm also wenn man tatsächlich permanent für seine Introversion kritisiert oder gar angegriffen wird dann ist es natürlich um Einiges schwieriger da selbstbewusst zu werden... falls man davor nicht schon selbstbewusst war.

Und was die Konkurrenz seitens der Extravertieren angeht die hier angesprochen wurde, ich sehe es überhaupt nicht dramatisch. Wenn ein Extravertierter statt mir genommen wurde muss ich es halt akzeptieren, es kann lauter Gründe geben wieso er statt mir genommen wurde und es muss nichts Negatives im Bezug auf mir oder meine Introversion zu tun haben.

Es wollten aber sowieso auch Extravertiere Frauen was mit mir anfangen, von daher kann meine Introversion kein "grausamer Schicksal" und/oder Handicap sein.

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Re: Leben in einer extravertierten Welt

Beitrag von Kief » Donnerstag 6. Dezember 2018, 17:30

Kief hat geschrieben:
Donnerstag 6. Dezember 2018, 15:48
Kief hat geschrieben:
Mittwoch 5. Dezember 2018, 17:05
Das allerdings bedarf eben auch meiner Initiative. [ ... ]
Das wird mir niemand abnehmen.
Das stimmt. Ist aber auch eine Frage, wieviel Kraft es einem kostet und wie viel man abzüglich Zwangsbelastungen wie Arbeit noch übrig hat.
Nur wenn Du deren Regeln akzeptierst.
Jene Auseinandersetzungen, die ich gefuehrt habe, da habe ich auch Grenzen gesetzt, was ich dulde, und was nicht.
[ ... ]
Btw, Bummi: zum Aufbauen und Realisieren der eigenen Staerken und des eigenen Selbstbewusstseins kann man sich ja Kreise suchen, die einen dabei unterstuetzen.
Kann gut sein, dass es da Personen gibt, deren Einfluss man ueberwinden muss, [ ... ].
Interessanterweise habe ich gerade ein Video gesehen, in dem beide Punkte sehr passend angeschnitten sind:
der Umgang mit Deppen - siehe ganz markant die Zusammenfassung ab Minute 16


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Re: Leben in einer extravertierten Welt

Beitrag von LonesomeCoder » Donnerstag 6. Dezember 2018, 22:05

Kief hat geschrieben:
Donnerstag 6. Dezember 2018, 15:48
Nur wenn Du deren Regeln akzeptierst.

Jene Auseinandersetzungen, die ich gefuehrt habe, da habe ich auch Grenzen gesetzt, was ich dulde, und was nicht.
Bzw. wenn ich es mit Leuten zu tun hatte, die keinen "Krieg" fuehren wollten, sondern lediglich inhaltliche Differenzen mit mir hatten, da habe ich den Rahmen so angepasst, dass ich mit den Leuten reden konnte.

Was fuer einen Rahmen ich ueberstehe, oder was mir gar entgegenkommt, das muss ich dafuer natuerlich kennen - und mir zumindest soweit Gespraechskompetenzen aneignen, dass ich meine Punkte unter _irgend_-einem Rahmen auch vermitteln kann.
Solange es nicht in einen persoenlichen Kampf muendet, sondern der andere ebenfalls eine Loesung will, solange wird es auch Offenheit fuer alternative Gespraechsrahmen geben. (Je nach Hektik und sonstigem Druck.)

Noetigenfalls entwerfe ich selbst das Gespraechsformat - das mache ich bei bestimmten Situationen ganz gezielt.
Dass ich das Format anspreche, welches ich wuensche, wenn ich weiss, dass es unter anderen Bedingungen kaum oder nicht funktioniert.
Formate oder ggf. mit Moderation, bei der Intros vor Extros geschuetzt sind.
(Das ist der Hintergrund, was hier im Forum versuche, wofuer ich inzwischen kaum noch Ruhe finde, das weiterzufuehren.
Das hast ja auch Du versucht mit Deinem Thread.)
Nur darfst Du Dir dann nicht die TV-Formate vorstellen, die eigentlich alle eher unaufaellig gelenkte Formate sind - fuer ergebnisoffene Gespraeche sind nahezu saemtliche gezeigten Ablaeufe untauglich.

Manches brauch keiner grossen Gespraeche, oder such Dir eben eine Methode, mit der Du Deine Grenzen artikulieren kannst.
Irgendetwas sollte es doch geben, wie Du "Nein." vermitteln kannst.

Kief hat geschrieben:
Mittwoch 5. Dezember 2018, 17:05
Aber - und deshalb antworte ich hier - das war gar nicht so sehr Deine Frage:
Deine Frage war nach dem Wert von Introversion. [ ... ]
Du kennst ihn auch - aber Du fuehlst ihn offenbar nicht, und das schmerzt Dich.
Wir wollen Dir helfen, diesen Schmerz zu lindern.
[ nicht nur beruflich, auch privat ]
ich nehme an, Du kannst so halbwegs nachvollziehen, was ich damit meine. hm?
Ich verstehe, was du meinst. Aber ich gehe davon aus, das meine private Lebensqualität und beruflicher Erfolg als Extro größer wäre. Die Gesellschaft bestimmt durch die Wertschätzung von Stärken und das Abstrafen von Schwächen was wie wertvoll oder hinderlich ist. [ ... ]
Viele der Intro-Stärken (nur Kreativität habe ich gar keine, hatte in Kunst 5er und 6er und meine Programme im Studium hatten GUIs wie aus der Windows 3.1 oder Netscape-Ära) habe ich auch, aber sehe nur sehr selten, dass sie mir irgendwas bringen.
Das werden die Vorgesetzten Dir nicht abnehmen, dass sie Deinen Wert finden und eingestehen werden - denn dann muessten sie ja auch Gehaltserhoehungen billigen.
(Deiner Antwort gemaess bleiben wir beim beruflichen Kontext? Den privaten Kontext haken wir ab? Das wuerde ich dann nach diesem Beitrag wieder kurz halten.)

Das ist aber ein Stueck weit Verhandlungssache:
zunaechst mal mit Deinem inneren Kritiker, dann mit den Vorgesetzten.
Du selbst kannst Deine Staerken herausstellen.
Wenn der Betrieb Deine Staerken einsetzen will, dann will er das vielleicht sogar gezielt - und laesst mit sich drueber reden, wie er Dich bei Deinen Baustellen entlasten kann?
Warum solltest Du Dich abstrafen lassen und im Betrieb bleiben, wenn das vielleicht nur ein Verhandlungsmanoever ist, damit Du ne guenstige Arbeitskraft bleibst?

Wenn der Betrieb von Deiner Arbeit maximal profitieren wollte, dann sollte er von selbst Deine Staerken gezielt einsetzen wollen, und Dich bei Deinen Baustellen entlasten.
Das mag an menschlicher Borniertheit scheitern, aber es kann ebenso einfach Ueberlastung sein, oder Verhandlungsmanoever.
Deine Schwaechen, sind die fuer Deinen Vorgesetzten wirklich so belastend? Machen die solch erhebliche Probleme, dass Deine Arbeit darunter leidet?
Oder ist das nur ein Argument, welches Dich wirksam zurueckhaelt Dich kaum zu emanzipieren?

Wer sagt, dass Du gleich die overkill-Aufgabe uebernehmen sollst?

Wo liegt das gesunde Mittelmass?
Du kannst doch selbst ueberlegen, was und was Du nicht willst.
Ob ein 5-Leute-Team mit lediglich Berichten zum Vorgesetzten, oder nur eine Stufe unterhalb der Pressepflicht - die anfallenden Aufgaben kannst Du ja klaeren.
Ich habe gerade ein Angebot angenommen, und habe im Rahmen dessen aber auch besprochen, was ich _nicht_ uebernehmen moechte, was mir zuviel wird.

Aufgaben auf das eigene Profil anpassen ...
Ich eigentlich auch... aber wenn ich sehe, das ich nur 1600 € netto als einfacher Backend-Entwickler habe, während andere mit gleicher sogar weniger Qualifikation ein zigfaches davon verdienen, bin ich unzufrieden. Ich hätte das notwendige Wissen, aber als Projektleiter oder Berater würde ich als Intro wohl sehr schnell am Stress zugrunde gehen.
Demzufolge ist selbst der kleinste Schritt nach oben bereits zu viel fuer Dich?
Es gibt keine verantortlichere Aufgabe, die Dir gefaellt bzw. liegt?
Ich haette jetzt zumindest Controller gedacht ...
mir geht es eben darum, die Ueberlegungen aus den gewohnten Bahnen in neue Perspektiven schweifen zu lassen.

Oder eben abzuwaegen, ob Frust und Leidensdruck vielleicht irgendwann doch (zumindest probeweise) zu einer der uebergeordneten/spezialisierteren Funktionen fuehren.
Ich bin weder beruflich noch privat in einem Status, der es mir erlaubt, anderen Regeln aufzuerlegen. Eigene Regeln gelten nur beim Alleine sein. Sonst heißt es sich der Mehrheit anpassen oder sich mit Kritik unbeliebt machen.

Meine Stärken werden nun mal am besten genutzt, wenn ich im Hintergrund bin. Manche Stellen gibts nur als Gesamtpaket, Rosinen picken wie wie eine leitende Position ohne Meetings leiten oder Verantwortung für die Leute unter mir auf höheren Ebenen übernehmen ist nicht. Weil ich als Intro bekannt bin, wird sowas von mir weggehalten.
Die Dosis macht das Gift. Eine Stufe höher würde ich als Halbtagsjob schon probieren wollen, aber höhere Postionen sind fast immer Vollzeit und mir ist sogar ein ganzer Tag im Großraumbüro zu viel.
Warnung vor Pickup: https://www.abtreff.de/viewtopic.php?p=1062199#p1062199

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Re: Leben in einer extravertierten Welt

Beitrag von Kief » Freitag 7. Dezember 2018, 00:43

LonesomeCoder hat geschrieben:
Donnerstag 6. Dezember 2018, 22:05
Kief hat geschrieben:
Donnerstag 6. Dezember 2018, 15:48
Nur wenn Du deren Regeln akzeptierst.
Ich bin weder beruflich noch privat in einem Status, der es mir erlaubt, anderen Regeln aufzuerlegen. Eigene Regeln gelten nur beim Alleine sein. Sonst heißt es sich der Mehrheit anpassen oder sich mit Kritik unbeliebt machen.
Das finde ich ganz erheblich zu fatalistisch.

Ich wette mit Dir, wenn ich in drei bis fuenf Jahren meine Selbstaendigkeit ausgebaut habe,
gehen wir mal vom worst case aus, dass der Wirtschaftskollaps noch immer nicht absehbar ist, und es weiter so bergab geht wie bisher,
dann werde ich Dir trotzdem mit Sicherheit einen Job anbieten koennen, der besser ist als Dein jetziger Job.

Aber genauso bin ich sicher, dass es auch irgendwelche anderen Jobangebote jetzt bereits gibt.
Lass Dir nicht einreden, dass Du keine Wahl hast, abhaengig bist.
Du hast immer eine Wahl.
Die Frage ist, wie Du sie gestaltest.

Ich wuenschte, ich koennte Dir den Blumenstrauss an Moeglichkeiten verstaendlich machen, den ich sehe.


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Re: Leben in einer extravertierten Welt

Beitrag von BartS » Freitag 7. Dezember 2018, 08:05

Bummi hat geschrieben:
Donnerstag 6. Dezember 2018, 10:20
Ich kann mir allerdings nicht so gut vorstellen, ob dieser Lebenswandel auf Dauer vom Körper so gut verkraftet wird. Daher würde ich diese Leute gerne ab und zu bremsen, um sich nicht doch irgendwann zu schaden. Dann wieder denke ich, lass sie, man soll die Feste feiern wie sie fallen.
Das wäre so, als wenn man einem Intro sagen würde, geh mal öfters unter Leute, das kann doch nicht gut sein, lange allein zu sein. Ausgeprägte Extros tanken ihre Energie dadurch auf, indem sie unter (vielen) Menschen sind. Ihnen zu sagen, sie sollen mal langsamer machen wäre so, als wenn man ihnen eine Energiequelle wegnimmt. Also sollte man das doch besser lassen, wie Du sagtest. :)
"Liebe ist, dass man sich so lange gehen lässt, bis man nicht mehr gehen kann."
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Re: Leben in einer extravertierten Welt

Beitrag von BartS » Freitag 7. Dezember 2018, 09:07

LonesomeCoder hat geschrieben:
Donnerstag 6. Dezember 2018, 12:44
Ich verstehe, was du meinst. Aber ich gehe davon aus, das meine private Lebensqualität und beruflicher Erfolg als Extro größer wäre. Die Gesellschaft bestimmt durch die Wertschätzung von Stärken und das Abstrafen von Schwächen was wie wertvoll oder hinderlich ist. Und da schneiden die Extros mit ihren Stärken und Schwächen deutlich besser als Intros ab. Deshalb meine Einstellung. Intro-Stärken werden kaum wertgeschätzt, deren Schwächen aber sehr negativ gesehen.
Selbst von Dir werden die Stärken nicht wertgeschätzt oder als solche erkannt. Da möchte ich an Deine vorherige Meldung erinnern. Das halte ich für den ersten Schritt, dass man als Intro seine Stärken kennt und wertschätzt. Wenn wir es nicht tun, warum sollten es andere für uns tun?
LonesomeCoder hat geschrieben:
Donnerstag 6. Dezember 2018, 12:44
Viele der Intro-Stärken (nur Kreativität habe ich gar keine, hatte in Kunst 5er und 6er und meine Programme im Studium hatten GUIs wie aus der Windows 3.1 oder Netscape-Ära) habe ich auch, aber sehe nur sehr selten, dass sie mir irgendwas bringen.
Bist Du vielleicht ein Extro gefangen im Körper eines Intros? :mrgreen: Nein, Spaß beiseite. Es ist ein seltsames Phänomen, dass Menschen mit Talenten ausgestattet sind und sich denken, dass diese Fähigkeiten ganz normal und nichts besonderes sind. So wie wenn jemand in einer musikbegeisterten Familie aufgewachsen ist, er mehrere Musikinstrumente beherrscht und sagt, dass das nichts besonderes sei, seine Geschwister können das auch. Nur wir sind nicht überall gleich. Also haben wir Gebiete, wo wir besser als die Mehrzahl der Menschen sind und andere, wo wir schlechter sind.
LonesomeCoder hat geschrieben:
Donnerstag 6. Dezember 2018, 12:44
BartS hat geschrieben:
Mittwoch 5. Dezember 2018, 18:08
Ein wesentlicher Punkt ist, dass viele Intros sich diese Chefposition nicht zutrauen. Umgekehrt wissen mittlerweile viele Personalbüros, dass Intros teilweise die besseren Chefs wären. Das ist so ähnlich wie bei der Frage, warum sind so wenige Frauen in Führungspositionen. Mal ein Artikel dazu: https://ze.tt/du-bist-eher-introvertier ... h-gedacht/
Rein vom IT-fachlichen würde ich mir eine Führungspostion zutrauen. Aber auf Pressetermine, Meetings leiten, Präsentationen, Personalverantwortung (vor allem Entlassungen, insbesondere wenn nicht selbst verschuldet), ein Diensthandy um auch am WE und im Urlaub erreichbar zu sein, fast den ganzen Tags Meetings haben und die viele Verantwortung will ich nicht. Macht und Präsenz wollen sehe ich dagegen als typisch Extro an.
Den letzten Punkt halte ich für ein schlechtes Mantra, wenn man es ständig wiederholt. Ich finde, dass man auch nur einen Teil der genannten Eigenschaften benötigt. Entlassen hat ein großer Teil der Mitarbeiter mit Personalverantwortung nicht machen müssen, sowas ist eher die Ausnahme. Auch Pressetermine sind nur den wenigsten vorbehalten. Außerdem denke ich, das es wenig nützt, wenn Du behauptest, Dir eine Führungsposition zuzutrauen, aber gleichzeitig bestimmte Dinge nicht machen willst. Das wäre so, als wenn ich sagen würde, dass ich mir zutrauen würde, einen Marathon zu bestreiten, ich mag nur nicht lange Strecken laufen.
LonesomeCoder hat geschrieben:
Donnerstag 6. Dezember 2018, 12:44
Ja, mit Selbstbewusstsein lässt sich Intro sein kaschieren und als Extro wirken, nur auf Dauer ist das sehr anstrengend und stressig.
Ich finde es wirklich traurig, dass Du von "Intro sein kaschieren" sprichst. Ich finde, dass man das nicht leugnen sollte, ein Intro zu sein, sondern das es zum eigenen Wesen gehört. Als Extro wärst Du nicht dieselbe Person. Du bist hier der größte Kritiker der Intros, beschwerst Dich aber darüber, dass die anderen Menschen da draußen die Introeigenschaften nicht wertschätzen. Fällt Dir da nicht selbst was auf?
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Re: Leben in einer extravertierten Welt

Beitrag von BartS » Freitag 7. Dezember 2018, 09:17

Doggo hat geschrieben:
Donnerstag 6. Dezember 2018, 16:01
Hmm also wenn man tatsächlich permanent für seine Introversion kritisiert oder gar angegriffen wird dann ist es natürlich um Einiges schwieriger da selbstbewusst zu werden... falls man davor nicht schon selbstbewusst war.
Da hat sich in den letzten Jahren in der öffentlichen Wahrnehmung einiges geändert. Die Artikel über Introversion haben zugenommen. Als in den USA Susan Cain ihr Buch veröffentlich hat, war das ein richtiger Brustlöser.
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Re: Leben in einer extravertierten Welt

Beitrag von Doggo » Freitag 7. Dezember 2018, 09:31

BartS hat geschrieben:
Freitag 7. Dezember 2018, 09:17
Doggo hat geschrieben:
Donnerstag 6. Dezember 2018, 16:01
Hmm also wenn man tatsächlich permanent für seine Introversion kritisiert oder gar angegriffen wird dann ist es natürlich um Einiges schwieriger da selbstbewusst zu werden... falls man davor nicht schon selbstbewusst war.
Da hat sich in den letzten Jahren in der öffentlichen Wahrnehmung einiges geändert. Die Artikel über Introversion haben zugenommen. Als in den USA Susan Cain ihr Buch veröffentlich hat, war das ein richtiger Brustlöser.
Sieht bei uns auch eigentlich gut aus, zumindest dort wo Buntheit herrscht.

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Re: Leben in einer extravertierten Welt

Beitrag von Bummi » Freitag 7. Dezember 2018, 17:37

-
Zuletzt geändert von Bummi am Freitag 7. Dezember 2018, 18:07, insgesamt 1-mal geändert.
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Re: Leben in einer extravertierten Welt

Beitrag von Bummi » Freitag 7. Dezember 2018, 17:45

Kief hat geschrieben:
Donnerstag 6. Dezember 2018, 15:48


Btw, Bummi: zum Aufbauen und Realisieren der eigenen Staerken und des eigenen Selbstbewusstseins kann man sich ja Kreise suchen, die einen dabei unterstuetzen.
Kann gut sein, dass es da Personen gibt, deren Einfluss man ueberwinden muss, und andere, die durchaus zur Hilfe bereit sind.


Aus Gründen meide ich solch enge Gruppen noch. Da befürchte ich eine Nähe, die mich überfordern würde. Hat auch viel mit schlechten Erfahrungen zu tun. Henne-Ei-Problem. ;) Das wäre ein Schritt vor dem anderen. Vielleicht komme ich aber irgendwann darauf zurück. :) An und für sich finde ich so eine Gruppe klasse.


BartS hat geschrieben:
Freitag 7. Dezember 2018, 08:05
Bummi hat geschrieben:
Donnerstag 6. Dezember 2018, 10:20
Ich kann mir allerdings nicht so gut vorstellen, ob dieser Lebenswandel auf Dauer vom Körper so gut verkraftet wird. Daher würde ich diese Leute gerne ab und zu bremsen, um sich nicht doch irgendwann zu schaden. Dann wieder denke ich, lass sie, man soll die Feste feiern wie sie fallen.
Das wäre so, als wenn man einem Intro sagen würde, geh mal öfters unter Leute, das kann doch nicht gut sein, lange allein zu sein. Ausgeprägte Extros tanken ihre Energie dadurch auf, indem sie unter (vielen) Menschen sind. Ihnen zu sagen, sie sollen mal langsamer machen wäre so, als wenn man ihnen eine Energiequelle wegnimmt. Also sollte man das doch besser lassen, wie Du sagtest. :)
Da ist was dran. :D Unter Politikern finden sich auch immer welche, die noch im hohen Alter im Bundestag sitzen. Ich glaube, die brauchen das einfach. Ein Normalsterblicher würde das gar nicht durchhalten. :shock:
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Re: Leben in einer extravertierten Welt

Beitrag von LonesomeCoder » Freitag 7. Dezember 2018, 21:02

Kief hat geschrieben:
Freitag 7. Dezember 2018, 00:43
Das finde ich ganz erheblich zu fatalistisch.

Ich wette mit Dir, wenn ich in drei bis fuenf Jahren meine Selbstaendigkeit ausgebaut habe,
gehen wir mal vom worst case aus, dass der Wirtschaftskollaps noch immer nicht absehbar ist, und es weiter so bergab geht wie bisher,
dann werde ich Dir trotzdem mit Sicherheit einen Job anbieten koennen, der besser ist als Dein jetziger Job.

Aber genauso bin ich sicher, dass es auch irgendwelche anderen Jobangebote jetzt bereits gibt.
Lass Dir nicht einreden, dass Du keine Wahl hast, abhaengig bist.
Du hast immer eine Wahl.
Die Frage ist, wie Du sie gestaltest.
Meine aktuelle Situation ist so.
Es gibt sicher Jobs, wo eine Fähigkeiten mehr gefordert wären. Aber leider immer mit mehr Bedeutung meiner Schwächen. Eine leitende Aufgabe lässt sich nicht still im Hintergrund machen.
BartS hat geschrieben:
Freitag 7. Dezember 2018, 09:07
Selbst von Dir werden die Stärken nicht wertgeschätzt oder als solche erkannt. Da möchte ich an Deine vorherige Meldung erinnern. Das halte ich für den ersten Schritt, dass man als Intro seine Stärken kennt und wertschätzt. Wenn wir es nicht tun, warum sollten es andere für uns tun?

Weil meine Stärken in der Gesellschaft kaum Wert haben, haben sie für mich kaum Wert. Ich habe ja kaum was davon. Ein Autor kann auf sein Buch auch so stolz sein wie er will, kauft es keiner, hat er nichts davon. So gehts mir auch: ich habe Stärken und tolle Ideen, aber nicht die Fähigkeiten, die notwendig wären, um damit was zu erreichen (was jetzt über eigene Dinge wie gute Noten im Studium hinausgeht). Leider geht oft Verkaufstalent über die Qualität.
LonesomeCoder hat geschrieben:
Donnerstag 6. Dezember 2018, 12:44
Viele der Intro-Stärken (nur Kreativität habe ich gar keine, hatte in Kunst 5er und 6er und meine Programme im Studium hatten GUIs wie aus der Windows 3.1 oder Netscape-Ära) habe ich auch, aber sehe nur sehr selten, dass sie mir irgendwas bringen.
Bist Du vielleicht ein Extro gefangen im Körper eines Intros? :mrgreen: Nein, Spaß beiseite. Es ist ein seltsames Phänomen, dass Menschen mit Talenten ausgestattet sind und sich denken, dass diese Fähigkeiten ganz normal und nichts besonderes sind. So wie wenn jemand in einer musikbegeisterten Familie aufgewachsen ist, er mehrere Musikinstrumente beherrscht und sagt, dass das nichts besonderes sei, seine Geschwister können das auch. Nur wir sind nicht überall gleich. Also haben wir Gebiete, wo wir besser als die Mehrzahl der Menschen sind und andere, wo wir schlechter sind.

Ich wäre gern ein Extro, weil deren Stärken viel mehr Wertschätzung haben und deren Schwächen wenig abgestraft werden während es beim Intro anders rum ist.
LonesomeCoder hat geschrieben:
Donnerstag 6. Dezember 2018, 12:44
BartS hat geschrieben:
Mittwoch 5. Dezember 2018, 18:08
Ein wesentlicher Punkt ist, dass viele Intros sich diese Chefposition nicht zutrauen. Umgekehrt wissen mittlerweile viele Personalbüros, dass Intros teilweise die besseren Chefs wären. Das ist so ähnlich wie bei der Frage, warum sind so wenige Frauen in Führungspositionen. Mal ein Artikel dazu: https://ze.tt/du-bist-eher-introvertier ... h-gedacht/
Rein vom IT-fachlichen würde ich mir eine Führungspostion zutrauen. Aber auf Pressetermine, Meetings leiten, Präsentationen, Personalverantwortung (vor allem Entlassungen, insbesondere wenn nicht selbst verschuldet), ein Diensthandy um auch am WE und im Urlaub erreichbar zu sein, fast den ganzen Tags Meetings haben und die viele Verantwortung will ich nicht. Macht und Präsenz wollen sehe ich dagegen als typisch Extro an.
Den letzten Punkt halte ich für ein schlechtes Mantra, wenn man es ständig wiederholt. Ich finde, dass man auch nur einen Teil der genannten Eigenschaften benötigt. Entlassen hat ein großer Teil der Mitarbeiter mit Personalverantwortung nicht machen müssen, sowas ist eher die Ausnahme. Auch Pressetermine sind nur den wenigsten vorbehalten. Außerdem denke ich, das es wenig nützt, wenn Du behauptest, Dir eine Führungsposition zuzutrauen, aber gleichzeitig bestimmte Dinge nicht machen willst. Das wäre so, als wenn ich sagen würde, dass ich mir zutrauen würde, einen Marathon zu bestreiten, ich mag nur nicht lange Strecken laufen.

Ich habe nur gesagt, dass ich mir den IT-fachlichen Teil zutrauen würde. Also etwa die Konzeption der Architektur einer Software und die Planung der Entwicklung. Nur damit ist es aber in den höheren Positionen nicht getan.
LonesomeCoder hat geschrieben:
Donnerstag 6. Dezember 2018, 12:44
Ja, mit Selbstbewusstsein lässt sich Intro sein kaschieren und als Extro wirken, nur auf Dauer ist das sehr anstrengend und stressig.
Ich finde es wirklich traurig, dass Du von "Intro sein kaschieren" sprichst. Ich finde, dass man das nicht leugnen sollte, ein Intro zu sein, sondern das es zum eigenen Wesen gehört. Als Extro wärst Du nicht dieselbe Person. Du bist hier der größte Kritiker der Intros, beschwerst Dich aber darüber, dass die anderen Menschen da draußen die Introeigenschaften nicht wertschätzen. Fällt Dir da nicht selbst was auf?

Ich gebe wider, was mir widerfährt und wie es die Gesellschaft wahrnimmt. Wenn die Gesellschaft Introeigenschaften mehr schätzen würde, würde ich auch glücklicher damit sein und sie positiver sehen. Ich persönlich finde die Intro-Stärken wie nachdenklich sein und überlegt handeln gut, aber sie haben kaum Wert in der Gesellschaft, deshalb meine Einstellung. Intro sein ist ein Handicap.
Selbst unter gebildeten Leuten oder welchen, die beruflich Erziehungsaufgaben haben wie Lehrer oder Kindergärtner, ist das Verständis für Intro-Stärken oft Fehlanzeige. Meine Eltern mussten mal ins Gespräch zum Kindergarten, da ich lieber alleine was machte und ruhig bin als mit den anderen Kindern spiele und rieten ihnen zum Besuch beim Psychologen.
Warnung vor Pickup: https://www.abtreff.de/viewtopic.php?p=1062199#p1062199

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Re: Leben in einer extravertierten Welt

Beitrag von Morkel » Freitag 7. Dezember 2018, 21:51

LonesomeCoder hat geschrieben:
Freitag 7. Dezember 2018, 21:02
Meine aktuelle Situation ist so.
Es gibt sicher Jobs, wo eine Fähigkeiten mehr gefordert wären. Aber leider immer mit mehr Bedeutung meiner Schwächen. Eine leitende Aufgabe lässt sich nicht still im Hintergrund machen.
Hm, du scheinst viel Wert auf deine "Schwächen" und die vermeintliche Verfahrenheit deiner Lebenssituation zu legen. Schon beinahe so als ob du daraus deine eigene Identität definierst. Nur was bringt dir das?
Weil meine Stärken in der Gesellschaft kaum Wert haben, haben sie für mich kaum Wert. Ich habe ja kaum was davon. Ein Autor kann auf sein Buch auch so stolz sein wie er will, kauft es keiner, hat er nichts davon. So gehts mir auch: ich habe Stärken und tolle Ideen, aber nicht die Fähigkeiten, die notwendig wären, um damit was zu erreichen (was jetzt über eigene Dinge wie gute Noten im Studium hinausgeht). Leider geht oft Verkaufstalent über die Qualität.
Warum flüchtest du dich eigentlich immer wieder in irgendwelche völlig unpassenden Vergleiche um dir deine Situation schlecht zu reden? Es geht um deine Stärken, die du zweifelsohne hast, nicht um irgendwelche erfolglosen Buchautoren. Jeder Mensch hat Stärken und Schwächen.
Viele der Intro-Stärken (nur Kreativität habe ich gar keine, hatte in Kunst 5er und 6er und meine Programme im Studium hatten GUIs wie aus der Windows 3.1 oder Netscape-Ära) habe ich auch, aber sehe nur sehr selten, dass sie mir irgendwas bringen.
Wenn du sie nicht wertschätzt und bewusst anwenden kannst ist das natürlich schwierig. Das heißt aber nicht, dass der Intro nicht sehr wohl geschätzte Stärken besitzt. Besonders im IT-Bereich aus dem du wohl zu kommen scheinst. Du blendest das nur sehr effektiv aus beziehungsweise ist das schon zum Selbstläufer geworden.
Ich wäre gern ein Extro, weil deren Stärken viel mehr Wertschätzung haben und deren Schwächen wenig abgestraft werden während es beim Intro anders rum ist.
Das nimmst du vielleicht so wahr, weil du es gewohnt bist, dich immer wieder klein und schlecht zu reden. Das ist dadurch aber immer noch kein allgemeingültiger Fakt. Oder wie erklärst du dir, dass andere Intros die Welt ganz anders wahrnehmen, nämlich dass sie Wertschätzung erfahren?
Rein vom IT-fachlichen würde ich mir eine Führungspostion zutrauen. Aber auf Pressetermine, Meetings leiten, Präsentationen, Personalverantwortung (vor allem Entlassungen, insbesondere wenn nicht selbst verschuldet), ein Diensthandy um auch am WE und im Urlaub erreichbar zu sein, fast den ganzen Tags Meetings haben und die viele Verantwortung will ich nicht. Macht und Präsenz wollen sehe ich dagegen als typisch Extro an.
Ach, ich bitte dich. Macht ist mitnichten ein reines Extro-Ding. Intros können genauso machtversessen sein. Sie haben nur andere Mechanismen zur Erreichung dieses Ziels. Diese kommen vielleicht leiser daher, aber können mindestens genauso aggressiv sein. Wenn du selbst z.B. passiv-aggressive Züge hast oder eng mit solchen Leuten zusammenarbeitest, lernst du sehr schnell, welche Rolle Macht auch für Intros spielen kann.
Ich gebe wider, was mir widerfährt und wie es die Gesellschaft wahrnimmt. Wenn die Gesellschaft Introeigenschaften mehr schätzen würde, würde ich auch glücklicher damit sein und sie positiver sehen. Ich persönlich finde die Intro-Stärken wie nachdenklich sein und überlegt handeln gut, aber sie haben kaum Wert in der Gesellschaft, deshalb meine Einstellung. Intro sein ist ein Handicap.
Selbst unter gebildeten Leuten oder welchen, die beruflich Erziehungsaufgaben haben wie Lehrer oder Kindergärtner, ist das Verständis für Intro-Stärken oft Fehlanzeige. Meine Eltern mussten mal ins Gespräch zum Kindergarten, da ich lieber alleine was machte und ruhig bin als mit den anderen Kindern spiele und rieten ihnen zum Besuch beim Psychologen.
Du gibst hier lediglich wider, was du wahrnimmst, und projezierst das dann auf "die Gesellschaft". Mit anderen Worten: du erkennst "ich fühle mich abgelehnt" nicht als deine Wahrnehmung an die 1001 Gründe haben kann, sondern machst daraus ein "die ganze Welt lehnt mich ab" und erklärst das zum unumstößlichen Fakt. Und wieder frage ich mich, was dir das bringen soll.

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Re: Leben in einer extravertierten Welt

Beitrag von BartS » Samstag 8. Dezember 2018, 02:08

LonesomeCoder hat geschrieben:
Freitag 7. Dezember 2018, 21:02
Weil meine Stärken in der Gesellschaft kaum Wert haben, haben sie für mich kaum Wert. Ich habe ja kaum was davon.
Das verstehe ich nicht. Mal angenommen, Du liebst es Squash zu spielen (um ein wirklich beliebiges Beispiel zu nehmen) und hast durch das regelmäßige Training gute Fertigkeiten in dieser Sportart bekommen. Weiter angenommen, dass die Gesellschaft das aber kaum wertschätzt, dass jemand gut im Squash ist. Würdest Du dann auch sagen, es hat für Dich keinen Wert? Machst Du Deine Wertschätzung allein an der Wertschätzung der Gesellschaft fest?
LonesomeCoder hat geschrieben:
Freitag 7. Dezember 2018, 21:02
Ich habe nur gesagt, dass ich mir den IT-fachlichen Teil zutrauen würde. Also etwa die Konzeption der Architektur einer Software und die Planung der Entwicklung.
Das entspreche eher dem Job eines Senior Software Entwicklers oder eines Senior Software Architect.
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Re: Leben in einer extravertierten Welt

Beitrag von Nonkonformist » Samstag 8. Dezember 2018, 08:48

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Re: Leben in einer extravertierten Welt

Beitrag von AB-Wagen » Samstag 8. Dezember 2018, 14:10

LonesomeCoder hat geschrieben:
Mittwoch 5. Dezember 2018, 14:23
AB-Wagen hat geschrieben:
Dienstag 4. Dezember 2018, 19:50
Introvertierte treffen vernünftigere Entscheidungen oder sind kreativer. Introvertierte sind häufig erfolgreiche Youtuber (Its Coleslaw, MissesVlog).
Ist das nicht ein Widerspruch?
Das denkt man. Öffentliche Personen sind hinter der Kamera meist ganz anders als vor der Kamera an.

Schaue dir mal folgende Videos an:

https://www.youtube.com/watch?v=1HLlw4bIDjU
https://www.youtube.com/watch?v=UdZFyFqjy2Y
https://www.youtube.com/watch?v=SyAYHfJnSks

Außerdem habe ich zum Thema Introversion ein paar lesenswerte Artikel von einem Psychologie-Studenten, der selbst introvertiert ist:

https://alex-rubenbauer.de/psychologie/ ... vertierte/
https://alex-rubenbauer.de/psychologie/ ... -gesellig/
https://alex-rubenbauer.de/psychologie/ ... vertierte/
https://alex-rubenbauer.de/persoenlichk ... vertierte/

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Re: Leben in einer extravertierten Welt

Beitrag von LonesomeCoder » Montag 10. Dezember 2018, 19:05

Auf die Hetze von Morkel, der damit nur Streit sucht, gehe ich mal besser nicht ein. Ich weiß noch, was in der PN vom 7.11. stand.
BartS hat geschrieben:
Samstag 8. Dezember 2018, 02:08
LonesomeCoder hat geschrieben:
Freitag 7. Dezember 2018, 21:02
Weil meine Stärken in der Gesellschaft kaum Wert haben, haben sie für mich kaum Wert. Ich habe ja kaum was davon.
Das verstehe ich nicht. Mal angenommen, Du liebst es Squash zu spielen (um ein wirklich beliebiges Beispiel zu nehmen) und hast durch das regelmäßige Training gute Fertigkeiten in dieser Sportart bekommen. Weiter angenommen, dass die Gesellschaft das aber kaum wertschätzt, dass jemand gut im Squash ist. Würdest Du dann auch sagen, es hat für Dich keinen Wert? Machst Du Deine Wertschätzung allein an der Wertschätzung der Gesellschaft fest?
LonesomeCoder hat geschrieben:
Freitag 7. Dezember 2018, 21:02
Ich habe nur gesagt, dass ich mir den IT-fachlichen Teil zutrauen würde. Also etwa die Konzeption der Architektur einer Software und die Planung der Entwicklung.
Das entspreche eher dem Job eines Senior Software Entwicklers oder eines Senior Software Architect.
Ja, bei dem Beispiel mit Squash würde ich es auch so sehen wie mit Intro sein. Für eine einzelne Person mag es toll sein wenn sie Squash kann und ihre Mannschaft und deren Fans mag sie dafür auch anerkennen, aber wer mit Leistungssport in Deutschland was erreichen will (z.B. als Profi davon finanziell leben oder bekannt sein), hat mit Fußball, Formel 1 und vllt. noch Tennis nicht viele Optionen. Die Zuschauer und Sponsoren bestimmten den "Wert" einer Sportart, nicht ein einzelner Sportler (und ich finde die Dominanz vom Fußball in den Medien nicht gut).

Für einen Job mit "Senior" im Titel wären 3 Jahre wohl zu wenig Berufserfahrung.
Nonkonformist hat geschrieben:
Samstag 8. Dezember 2018, 08:48
https://www.inc.com/john-rampton/23-ama ... story.html
Zu Zuckerberg:
She added, "He really cares about the people who work here."
https://www.sueddeutsche.de/digital/exk ... -1.3297138
https://www.zeit.de/kultur/film/2018-05 ... n-facebook

Auf Basis welcher Fakten wurden die Einstufungen gemacht? Musk, Clinton und Obama verhalten sich sehr extrovertiert (können auch Intros sein, die sich verstellen, aber wo sollen diese drei Zeit für sich alleine haben, wegen derer Berufe besteht deren Leben nahezu zu nur aus Arbeit und das mit viel öffentlichen Interesse?).
Zu Link 1:
Während Introvertierte sich gerne zurückziehen, um sich in Ruhe Wissen anzueignen und über die unterschiedlichsten Dinge nachzudenken, weil ihr Gehirn immer Futter braucht, werden Extravertierte sich beispielsweise gerne dazu bereiterklären, das Ergebnis vor vielen Menschen zu präsentieren und mit ihnen darüber zu sprechen.
Ein Intro alleine erreicht damit nichts. Er würde einen Extro brauchen, der dieses Wissen gut präsentieren kann. Also einen Extro, der sich auf den Intro einlässt und ihn nicht ausgrenzt etwa weil er meint, er interessiere sich gar nicht für das Thema oder die Arbeit weil er so still ist wie ich es schon erlebt habe. Und Extros, die Umfelder schaffen, wo sich Intros entfalten können, d.h. Entscheidungen treffen oder Wissen erarbeiten nicht nur in Meetings oder in Teamarbeit. Solche Extros sind leider Mangelware.

Generell hat Herr Rubenbauer mit seinen Aussagen Recht. Nur wissen viele über Introvertiertheit nicht Bescheid und das trifft sogar auf viele "Fachkräfte" wie Lehrer, Kindergärtner oder Angestellte mit Personalverantwortung zu. Meine Aussagen kommen von dem wie die Gesellschaft mit mir umgeht, ich selbst weiß Bescheid und verstehe das Verhalten der Intros.
Als Kindergartenkind sollte ich wegen meinem Intro-Verhalten laut Kindergärtner zum Psychologen ("er will lieber in der Ecke sitzen und lesen anstatt mit den anderen Kindern draußen zu toben"), als Schüler und Angestellter muss ich mich rechtfertigen, wieso ich Gruppenarbeit oder Teambuilding-Maßnahmen nicht mag oder dabei recht still bin, als Privatperson muss ich mich dafür rechtfertigen, wieso ich nicht gern in großen Gruppen unterwegs bin oder liebe daheim lese als auf eine Party gehe... der Extro kennt das nicht, er bekommt Anerkennung für das Aufblühen in der Teamarbeit, wird für seine Ausdauer beim Ausgehen bewundert, seine Hobbys bringen ihm Ansehen, bekommt in der Schule gute Noten für die Mitarbeit, usw.
Warnung vor Pickup: https://www.abtreff.de/viewtopic.php?p=1062199#p1062199

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Re: Leben in einer extravertierten Welt

Beitrag von AB-Wagen » Montag 10. Dezember 2018, 19:17

LonesomeCoder hat geschrieben:
Montag 10. Dezember 2018, 19:05
Ein Intro alleine erreicht damit nichts. Er würde einen Extro brauchen, der dieses Wissen gut präsentieren kann.
Ist umgekehrt aber genauso, du selbst hast ein Beispiel geliefert:
LonesomeCoder hat geschrieben:
Montag 10. Dezember 2018, 19:10
Eine Idee von einem anderen aufnehmen, umsetzen und dann als "seine" ausgeben ist aber nicht die feine englische Art. Leider haben die Winklevoss-Zwillinge nicht genug schriftlich festgehalten, um Recht zu bekommen. Sie sind die Erfinder von Facebook, die Zuckerberg mit der technischen Umsetzung beauftragten.
Der Intro Zuckerberg konnte das umsetzen, was die Extravertierten Winklevoss-Zwillinge ihm vorschlugen.

Zuckerberg hat extravertierte PR-Tanten eingestellt, die ihm die politische Kommunikation und Pressearbeit abnehmen.

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Re: Leben in einer extravertierten Welt

Beitrag von Kief » Montag 10. Dezember 2018, 21:21

LonesomeCoder hat geschrieben:
Montag 10. Dezember 2018, 19:05
Zu Link 1:
Während Introvertierte sich gerne zurückziehen, um sich in Ruhe Wissen anzueignen und über die unterschiedlichsten Dinge nachzudenken, weil ihr Gehirn immer Futter braucht, werden Extravertierte sich beispielsweise gerne dazu bereiterklären, das Ergebnis vor vielen Menschen zu präsentieren und mit ihnen darüber zu sprechen.
Ein Intro alleine erreicht damit nichts. Er würde einen Extro brauchen, der dieses Wissen gut präsentieren kann. Also einen Extro, der sich auf den Intro einlässt und ihn nicht ausgrenzt etwa weil er meint, er interessiere sich gar nicht für das Thema oder die Arbeit weil er so still ist wie ich es schon erlebt habe. Und Extros, die Umfelder schaffen, wo sich Intros entfalten können, d.h. Entscheidungen treffen oder Wissen erarbeiten nicht nur in Meetings oder in Teamarbeit. Solche Extros sind leider Mangelware.
Oder beide machen ihr eigenes Ding, und schauen nicht nach nem Extrem als Partner.

Je extremer eine der Auspraegungen, desto mehr Arbeit fuer nen Dolmetscher, der mit verschiedenen Welten auskommt.
An gemaessigten/flexiblen Charakteren gibt es nicht so wenige.
Man muss sie nur heranziehen und instruieren.
Als Unternehmen geht das.

Muss man sich nur fuer entscheiden, bzw. darum wissen.


K

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