Leben in einer extravertierten Welt

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Doggo
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Re: Leben in einer extravertierten Welt

Beitrag von Doggo » Sonntag 30. Dezember 2018, 18:05

Seb-X hat geschrieben:
Sonntag 30. Dezember 2018, 17:59
Doggo hat geschrieben:
Sonntag 30. Dezember 2018, 17:55
Das Beste daraus machen im Sinne von Leben einfach als Single führen und versuchen eben das Beste daraus zu machen. Fokus auf sich selbst, auf die Liebsten und Hobbies nachgehen.
Dann hast du meinen Beitrag nicht wirklich gelesen. Da würdest du die ganzen Hindernisse finden, die das verhindern Denn Gefühle und Bedürfnisse verschwinden nicht. Und somit bleibt auch die Wut erhalten. Außerdem fällt mir das Leben generell nicht leicht und genussfähig bin ich nahezu gar nicht.
Was genau hindert dich daran genussfähig zu sein, usw.? Du sagst du kannst nicht dein Leben genießen, Dinge loslassen, usw.
Was steht dir wirklich im Weg und nimmst du professionelle Hilfe in Anspruch, wenn nicht warum nicht?

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Re: Leben in einer extravertierten Welt

Beitrag von Seb-X » Sonntag 30. Dezember 2018, 18:10

Doggo hat geschrieben:
Sonntag 30. Dezember 2018, 18:05
Seb-X hat geschrieben:
Sonntag 30. Dezember 2018, 17:59
Doggo hat geschrieben:
Sonntag 30. Dezember 2018, 17:55
Das Beste daraus machen im Sinne von Leben einfach als Single führen und versuchen eben das Beste daraus zu machen. Fokus auf sich selbst, auf die Liebsten und Hobbies nachgehen.
Dann hast du meinen Beitrag nicht wirklich gelesen. Da würdest du die ganzen Hindernisse finden, die das verhindern Denn Gefühle und Bedürfnisse verschwinden nicht. Und somit bleibt auch die Wut erhalten. Außerdem fällt mir das Leben generell nicht leicht und genussfähig bin ich nahezu gar nicht.
Was genau hindert dich daran genussfähig zu sein, usw.? Du sagst du kannst nicht dein Leben genießen, Dinge loslassen, usw.
Was steht dir wirklich im Weg und nimmst du professionelle Hilfe in Anspruch, wenn nicht warum nicht?
Ich war schon zweimal in Psychotherapie. Zuletzt ging ich alle paar Wochen zu einer psychologischen Beratungsstelle. Im Januar habe ich dann ein Beratungsgespräch bei einem tiefenpsychologischen Verband. Vor ca. 15 Jahren hab ich zum ersten Mal einen Experten aufgesucht.
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Re: Leben in einer extravertierten Welt

Beitrag von Doggo » Sonntag 30. Dezember 2018, 19:49

Hmm okay, dann weiß ich leider auch nicht. Ich kenne das gar nicht bei mir.

Seb-X
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Re: Leben in einer extravertierten Welt

Beitrag von Seb-X » Sonntag 30. Dezember 2018, 19:56

Doggo hat geschrieben:
Sonntag 30. Dezember 2018, 19:49
Hmm okay, dann weiß ich leider auch nicht. Ich kenne das gar nicht bei mir.
Dennoch danke.
"Wenn man aus einem protestantischen Land kommt, ist man immer etwas beschämt, wenn man bei der Arbeit nicht gelitten hat." (Lars von Trier)

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Re: Leben in einer extravertierten Welt

Beitrag von Siegfried » Sonntag 30. Dezember 2018, 20:33

Stabil hat geschrieben:
Sonntag 30. Dezember 2018, 14:38
Siegfried hat geschrieben:
Sonntag 30. Dezember 2018, 12:39
Stabil hat geschrieben:
Sonntag 30. Dezember 2018, 10:20
Mich würde interessieren, was du machst, wenn du etas zu deinem Vergnügen tust.
Da fällt mir spontan nur Essen und Motorradfahren ein. Ansonsten halte ich mich mit Vergnügen zurück oder mache nur Sachen um die Zeit totzuschlagen.
Kochst du auch? Was schätzt du besonders?
Hast du eine Maschine? Von Motorrad hab ich auch mal geträumt. Und davon, im Sommer ans Meer zelten fahren.
Womit schlägst du am liebsten die Zeit tot? Ich spiele gern Sudoku, das macht mich munter.
Du hältst dich mit Vergnügen zurück? Das find ich interessant. Da könnte etwas dahinter stehen, das dir noch wichtiger ist, als die Vergnügungen.
Ich kann nicht kochen. Das ist eher fast täglich außer Haus essen oder Abends beim Fernsehen/Film schauen Süßigkeiten und Chips.
Ich fahre gern mal im Sommer alleine mit dem Motorrad für ca. eine Woche in die Alpen und mache eine spontane ungeplante Rundreise. Würde auch gern mal zur Tour de France mit dem Motorrad in die Alpen und in die Pyrenäen (auch generell mal) oder auch gern mal eine Tour durch den Himalaya (Nord Indien, Nepal, China) machen aber das scheitert alles schon mal an den Sprachproblemen und auch am finanziellen.
Im großen und ganzem schlage ich die Zeit mit Fernsehen, zocken und Internet tot.

Der wesentliche Punkt der mich von Vergnügen abhält ist schlicht und einfach "Geiz" und fehlendes Geld :mrgreen:
20-30€ für ein Mittag/Abend essen auszugeben würde ich nie machen wenn man auch für 5-10€ lecker satt wird. Auf der Nordschleife im Sportwagen ein paar Runden zu drehen und dafür 1000€ auszugeben ist mir zu teuer. Hätte nichts dagegen mich jede Woche massieren zu lassen aber dafür jedes mal 100€ ausgeben :shock: Da spar ich mir lieber das Geld und lass es auf der Bank versauern.

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Re: Leben in einer extravertierten Welt

Beitrag von BartS » Sonntag 30. Dezember 2018, 20:54

Seb-X hat geschrieben:
Sonntag 30. Dezember 2018, 17:19
Was soll das? Ich akzeptiere mich auch nicht, wie ich bin. So will ich nicht sein.
Wie bist Du denn, was Du nicht akzeptieren kannst? Und was hast Du schon versucht zu ändern?
Seb-X hat geschrieben:
Sonntag 30. Dezember 2018, 17:19
Und LonesomeCoder hat völlig recht, dass es "Stärken" gibt, die nicht überall nützen.
Müssen denn Stärken denn überall nützen? Das wäre eine ziemlich überzogene Forderung. Manchmal sind bestimmte Sachen gefragt, dann zu einem späteren Zeitpunkt weniger. Wichtiger ist doch, dass sie Dich selbst voranbringen. Aber was erwartet ihr von euren Stärken, was sie (bei anderen) bewirken sollen?
Seb-X hat geschrieben:
Sonntag 30. Dezember 2018, 17:19
Und wenn ich da genau drüber nachdenke, muss ich zugeben, dass ich diese "Stärken" nicht mehr habe. Bei Musikhören und Buchlesen kann ich mich z.B. nicht mehr so gut konzentrieren wie früher. Das liegt garantiert nicht an Facebook & Co., sondern daran, dass ich viel mehr grüble und viel mehr Sorgen haben als früher. Von wegen, man wird lockerer und gelassener mit der Zeit. Ich stelle bei mir einen umgekehrten Prozess fest.
Nein, ein Automatismus ist es sicher nicht. Und ich will ehrlich sein, eine gute Freundin von mir arbeitet mit einer Reihe von älteren psychisch erkrankten (u.a. suchterkrankten) Menschen in einer Einrichtung für betreutes Wohnen. Es sind natürlich auch traurige Geschichten mit dramatischen Lebenseinschnitten dabei. Und nicht immer heilt die Zeit alle Wunden.
Seb-X hat geschrieben:
Sonntag 30. Dezember 2018, 17:19
Außerdem braucht man auch die richtigen "Stärken" für die entsprechenden Ziele. Als begnadeter Wenigredner, der nicht sehr leidenschaftlich und schwer begeisterungsfähig ist, hat man es eher schwer, Frauen für sich zu interessieren.
Da bin ich draußen. :D Darauf sollen die Damen hier was sagen.
Seb-X hat geschrieben:
Sonntag 30. Dezember 2018, 17:19
Ich bin mein größter Kritiker. Wofür soll ich mich denn ständig loben?
Vielleicht nicht ständig. Aber manchmal?
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Re: Leben in einer extravertierten Welt

Beitrag von BartS » Sonntag 30. Dezember 2018, 20:56

Seb-X hat geschrieben:
Sonntag 30. Dezember 2018, 17:59
Doggo hat geschrieben:
Sonntag 30. Dezember 2018, 17:55
Das Beste daraus machen im Sinne von Leben einfach als Single führen und versuchen eben das Beste daraus zu machen. Fokus auf sich selbst, auf die Liebsten und Hobbies nachgehen.
Dann hast du meinen Beitrag nicht wirklich gelesen. Da würdest du die ganzen Hindernisse finden, die das verhindern Denn Gefühle und Bedürfnisse verschwinden nicht. Und somit bleibt auch die Wut erhalten. Außerdem fällt mir das Leben generell nicht leicht und genussfähig bin ich nahezu gar nicht.
Aber was würde sich denn ändern, wenn Du eine Freundin hättest? Würdest Du Dich dann plötzlich in einen genussfreudigen Menschen verändern?
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Re: Leben in einer extravertierten Welt

Beitrag von LonesomeCoder » Sonntag 30. Dezember 2018, 21:07

BartS hat geschrieben:
Sonntag 30. Dezember 2018, 15:29
Geht das denn schon wieder los? Es ist jedes Mal das gleiche Spiel und Du durchschaust es nicht. Du hast Stärken, glaubst aber, dass sie Dir keine Vorteile bringen, weil Du sie nicht wertschätzt. Du hörst zehnmal eher auf die Leute, die Dich kritisieren als auf die Leute, die Dich für Deine Art loben. Weißt Du, mit der Einstellung könntest Du wie Lang Lang begnadet Klavier spielen und würdest trotzdem sagen, dass es Dir keine Vorteile bringt.

Ich glaube Dein größtes Problem scheint zu sein, Dich selbst mit Deiner Art zu akzeptieren. Und das Tragische an der Geschichte ist, dass es verdammt schwer ist, sich selbst zu akzeptieren, wenn man ständig sein größter Kritiker ist.
Es hat mir noch keiner den Sinn von irrelevanten Stärken erklärt. Nur weil ich sie toll finden würde, würde sich daran nichts ändern. Ein Autor hat ein Buch geschrieben und findet es toll. Aber keiner kauft es. Was hat er davon? Genau, nichts (Lob von Kritikern (falls er das bekommt) mag ihm zwar gut tun, aber davon kann er keine Rechnungen bezahlen). Ein anderer Autor, der sein Buch vllt. schlecht findet, aber es sich gut verkauft, schon. Nicht Buch, sondern Film: Uwe Boll weiß sicher, dass seine Filme Müll sind. Aber da sie offenbar genug Zuschauer sind, um rentabel zu sein, macht er immer wieder welche der selben Art.
Seb-X hat geschrieben:
Sonntag 30. Dezember 2018, 17:19
as liegt garantiert nicht an Facebook & Co., sondern daran, dass ich viel mehr grüble und viel mehr Sorgen haben als früher. Von wegen, man wird lockerer und gelassener mit der Zeit. Ich stelle bei mir einen umgekehrten Prozess fest.
Ist bei mir auch so. Je älter, desto mehr strengt mich alles an und desto mehr belastet mich was.
Doggo hat geschrieben:
Sonntag 30. Dezember 2018, 17:55
Das Beste daraus machen im Sinne von Leben einfach als Single führen und versuchen eben das Beste daraus zu machen. Fokus auf sich selbst, auf die Liebsten und Hobbies nachgehen.
Und wenn das nicht klappt, weil man ein tief in sich verwurzeltes Bedürfnis nach körperlicher und/oder emotionaler Nähe hat? Manche wollen auch Kinder haben. Wenn das so einfach wäre, hätte ich mich schon lange damit abgefunden, dass mich keine will und wäre ein glücklicher Single anstatt noch immer Annäherungsversuche durchzuführen.
Warnung vor Pickup: https://www.abtreff.de/viewtopic.php?p=1062199#p1062199

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Re: Leben in einer extravertierten Welt

Beitrag von Seb-X » Sonntag 30. Dezember 2018, 21:10

BartS hat geschrieben:
Sonntag 30. Dezember 2018, 20:56
Seb-X hat geschrieben:
Sonntag 30. Dezember 2018, 17:59
Doggo hat geschrieben:
Sonntag 30. Dezember 2018, 17:55
Das Beste daraus machen im Sinne von Leben einfach als Single führen und versuchen eben das Beste daraus zu machen. Fokus auf sich selbst, auf die Liebsten und Hobbies nachgehen.
Dann hast du meinen Beitrag nicht wirklich gelesen. Da würdest du die ganzen Hindernisse finden, die das verhindern Denn Gefühle und Bedürfnisse verschwinden nicht. Und somit bleibt auch die Wut erhalten. Außerdem fällt mir das Leben generell nicht leicht und genussfähig bin ich nahezu gar nicht.
Aber was würde sich denn ändern, wenn Du eine Freundin hättest? Würdest Du Dich dann plötzlich in einen genussfreudigen Menschen verändern?
Natürlich nicht. Ich behaupte ja nicht, dass eine Beziehung mich von allen Qualen befreit.
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Re: Leben in einer extravertierten Welt

Beitrag von BartS » Sonntag 30. Dezember 2018, 21:29

LonesomeCoder hat geschrieben:
Sonntag 30. Dezember 2018, 21:07
Es hat mir noch keiner den Sinn von irrelevanten Stärken erklärt.
Könnte ich vielleicht, wenn ich wüsste, was für Dich eine irrelevante Stärke ist.
LonesomeCoder hat geschrieben:
Sonntag 30. Dezember 2018, 21:07
Ein Autor hat ein Buch geschrieben und findet es toll. Aber keiner kauft es. Was hat er davon? Genau, nichts (Lob von Kritikern (falls er das bekommt) mag ihm zwar gut tun, aber davon kann er keine Rechnungen bezahlen).
Ein Arbeitskollege von meinem Bruder ist Hobby-Schriftsteller. Er hat ein ziemlich belebtes Leben mit zig Stationen in verschiedenen Ländern geführt. Er hat in mehrjähriger Arbeit ein riesiges Manuskript geschrieben, nahe an die tausend Seiten. Es ist ein Fantasy-Roman mit unglaublich versteckten philosophischen und wissenschaftlichen Anspielungen. Die Verlage, an denen er es geschickt hat, haben ihn angedeutet, dass so ein Werk auf dem Markt praktisch unverkäuflich ist. Die Lesergruppe, die damit etwas anfangen könnten und all die versteckten Anspielungen halbwegs verstehen würden, ist ausgesprochen klein. Er veröffentlichte das Buch im Eigenverlag und verschenkte es an Familienmitgliedern und Arbeitskollegen.

Jetzt die Frage, denkst Du, dass er die Freude an der Sache daraus beziehen wollte, dass er einen Verkaufserfolg mit dem Werk landet oder das ihm einfach das Recherchieren und das Schreiben selbst unglaublichen Spaß machen wird und ihn das Projekt als solches reizte?

Da fällt mir übrigens ein, ich hab auch schon mal ein Buch herausgebracht. Mit eigener ISBN-Nummer. Alle paar Jahre bekomme ich einen Abrechnungsbescheid vom Verlag, dass wieder mal 1-2 Uni-Bibliotheken es geordert haben. Mit Sicherheit habe an dem Buch nicht knapp vier Jahre gearbeitet, um damit Geld zu verdienen. :mrgreen:
LonesomeCoder hat geschrieben:
Sonntag 30. Dezember 2018, 21:07
Ein anderer Autor, der sein Buch vllt. schlecht findet, aber es sich gut verkauft, schon. Nicht Buch, sondern Film: Uwe Boll weiß sicher, dass seine Filme Müll sind. Aber da sie offenbar genug Zuschauer sind, um rentabel zu sein, macht er immer wieder welche der selben Art.
Was ich von Leuten halte, die den Wert eines Filmes nur an der Zahl der verkauften Tickets oder Einschaltquoten festmachen, schreibe ich besser nicht. :upps: ;)
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Re: Leben in einer extravertierten Welt

Beitrag von BartS » Sonntag 30. Dezember 2018, 21:32

Seb-X hat geschrieben:
Sonntag 30. Dezember 2018, 21:10
Ich behaupte ja nicht, dass eine Beziehung mich von allen Qualen befreit.
Ich wünschte Dir, dass Du auf welche Art auch immer einige Qualen loswerden könntest.
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Re: Leben in einer extravertierten Welt

Beitrag von LonesomeCoder » Sonntag 30. Dezember 2018, 21:37

BartS hat geschrieben:
Sonntag 30. Dezember 2018, 21:29
Könnte ich vielleicht, wenn ich wüsste, was für Dich eine irrelevante Stärke ist.

Ein Arbeitskollege von meinem Bruder ist Hobby-Schriftsteller. Er hat ein ziemlich belebtes Leben mit zig Stationen in verschiedenen Ländern geführt. Er hat in mehrjähriger Arbeit ein riesiges Manuskript geschrieben, nahe an die tausend Seiten. Es ist ein Fantasy-Roman mit unglaublich versteckten philosophischen und wissenschaftlichen Anspielungen. Die Verlage, an denen er es geschickt hat, haben ihn angedeutet, dass so ein Werk auf dem Markt praktisch unverkäuflich ist. Die Lesergruppe, die damit etwas anfangen könnten und all die versteckten Anspielungen halbwegs verstehen würden, ist ausgesprochen klein. Er veröffentlichte das Buch im Eigenverlag und verschenkte es an Familienmitgliedern und Arbeitskollegen.

Jetzt die Frage, denkst Du, dass er die Freude an der Sache daraus beziehen wollte, dass er einen Verkaufserfolg mit dem Werk landet oder das ihm einfach das Recherchieren und das Schreiben selbst unglaublichen Spaß machen wird und ihn das Projekt als solches reizte?
Ich finde meine Nachdenklichkeit eine irrelevante Stärke, weil sie mich so langsam macht. Was bringt eine gute Idee, wenn sie erst kommt, wenn eine schlechtere Idee von einer weniger nachdenklichen Person schon lange beschlossen worden ist? In der Wirtschaft ist nun mal Zeit = Geld. Und auch im Studium gabs bei den Seminar- und Abschlussarbeiten Abgabefristen. Oder wenn jemand zu lange überlegt, wie er sich an jemanden annähern kann und in der Zwischenzeit jemand schneller war die Person bekam (ich sage aber schnell "Hallo", weil Ideen für weitere Themen brauche ich nicht, aber andere können das Problem haben, es gibt hier Threads wo über Wochen diskutiert wird, ob und wenn ja wie man am besten Interesse zeigt, in dieser Zeit können zig andere Interesse an der selben Person zeigen und sie vllt. bekommen).

Ich weiß es nicht, welches Ziel er hatte. Falls er damit Geld machen wollte, ist es für ihn schlecht gelaufen. Falls er viele Leser (Geld aber egal) wollte, auch. Aber wenn man was schreibt, dann will man normalerweise schon, dass es jemand ließt, weil sonst würde man sich nicht die Mühe machen, es (sauber) aufzuschreiben.
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Re: Leben in einer extravertierten Welt

Beitrag von eggi » Sonntag 30. Dezember 2018, 21:43

Siegfried hat geschrieben:
Sonntag 30. Dezember 2018, 20:33
Der wesentliche Punkt der mich von Vergnügen abhält ist schlicht und einfach "Geiz" und fehlendes Geld :mrgreen:
20-30€ für ein Mittag/Abend essen auszugeben würde ich nie machen wenn man auch für 5-10€ lecker satt wird. Auf der Nordschleife im Sportwagen ein paar Runden zu drehen und dafür 1000€ auszugeben ist mir zu teuer. Hätte nichts dagegen mich jede Woche massieren zu lassen aber dafür jedes mal 100€ ausgeben :shock: Da spar ich mir lieber das Geld und lass es auf der Bank versauern.
:mrgreen: Das kenne ich irgendwo her.
Bei mir geht das so in die Richtung mir selbst etwas zu beweisen, etwas "besser zu können", als andere. Ich habe einen mäßig bezahlten Job. Vom verdienten Geld spare ich trotzdem durch genügsamen Lebensstil Monat für Monat etwas an. Wenn dann in meinem Umfeld des Geldes wegen gejammert wird, denke ich mir "ich könnte, wenn ich bloß wollte". Das ist oft eine Genugtuung. Auch wenn es objektiv gesehen totaler Schwachsinn ist, denn andere haben mit dem ausgegebenen Geld Spaß oder ernähren eine Familie/ finanzieren ihre Beziehung, die ich eigentlich auch gerne hätte.

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Re: Leben in einer extravertierten Welt

Beitrag von Stabil » Sonntag 30. Dezember 2018, 21:54

BartS hat geschrieben:
Samstag 29. Dezember 2018, 12:11
Auch mit Essen kann man Ockham nicht widerlegen. :roll:
Stabil hat geschrieben:
Samstag 29. Dezember 2018, 15:45
Auch mit Augenrollen kann man die Begrenztheit des Anwendungsbereiches für Ockham's Razor nicht widerlegen.
BartS hat geschrieben:
Samstag 29. Dezember 2018, 16:04
Lieber Stabil, statt Ockhams Rasiermesser eine begrenzte Anwendbarkeit vorzuwerfen, ...
Stabil hat geschrieben:
Samstag 29. Dezember 2018, 16:29
Lieber BartS, wie kommst du jetzt auf einen Vorwurf. Ich weiss, du liest das nicht gerne, aber einen Vorwurf an Ockham und sein Messer habe ich nicht geschrieben. Aber vielleicht kannst du darlegen, wie du zu der Assoziation eines Vorwurfes gelangst.
BartS hat geschrieben:
Samstag 29. Dezember 2018, 17:22
Und welche Botschaft wolltest Du mit "Begrenztheit des Anwendungsbereiches für Ockham's Razor" übermitteln?
Stabil hat geschrieben:
Samstag 29. Dezember 2018, 17:36
Doch zunächst einmal mache ich dich drauf aufmerksam, dass du meine Frage nicht beantwortet hast. Vielleicht war sie dir in der impliziten Formulierung nicht erkennbar, darum hier nochmals explizit: Wie bist du zu der Assoziation eines Vorwurfs gekommen?
BartS hat geschrieben:
Samstag 29. Dezember 2018, 17:57
Wenn jemand in seinen Kommentar als erstes auf eine angebliche Begrenztheit in der Anwendung hinweist, dann entsteht bei mir der Eindruck, dass er in erster Linie eine anerkannte Methode in Misskredit bringen will.
Stabil hat geschrieben:
Samstag 29. Dezember 2018, 18:52
Jetzt hast du die Vermutung eines Vorwurfs durch den Eindruck des in Misskredit bringen Wollens ersetzt. Das ist also mehr eine Neuformulierung, als eine Beantwortung meiner Frage. Wie ist dieser Eindruck bei dir entstanden? Wie kommst du auf "[Ockhams Razor] in Misskredit bringen Wollen". Ich bin aufs Neue darüber verwundert, dass der Eindruck, den du gewinnst, nicht dem entspricht, was vorher geschrieben wurde. Du hast sicher Gründe für deine Assoziationen, die zu einem derartigen Eindruck führen. Aber offensichtlich sind sie für mich nicht.
BartS hat geschrieben:
Sonntag 30. Dezember 2018, 00:20
Bevor Du auf Deine Frage vier(!) neue stellst, könntest Du bitte erstmal auf meine eingehen?
Lieber BartS, du hättest deine Fragen gleich stellen können. Auf höfliche oder locker, neugierig, kollegial oder lapidar gestellte Fragen pflege ich sehr direkt zu antworten. Mit zwei Sätzen wären deine Fragen in den Grundzügen beantwortet gewesen und mit wenigen Sätzen hätte ich meine Antworten näher erläutert.

Aber du hast etwas anderes getan. Noch vor deiner ersten Frage hast du davon geschrieben, dass du einen Vorwurf zu meinem Beitrag assoziiert hast. Diese Assoziation eines Vorwurfs hast du dann noch dahin gehend spezifiziert, dass du ein gewolltes Misskreditieren damit in Verbindung gebracht hast.

DAs hast du bis dato so stehen gelassen. Anscheinend siehst du in meinem Beitrag noch immer einen Vorwurf und ein gewolltes Misskreditieren.

Das halte ich jetzt nicht für eine gute Gesprächsbasis. Nachvollziehen kann ich deine Reaktion auch überhaupt nicht. In Beidem sehe ich nicht ein grosses Drama und finde es auch nicht besonders tragisch. Das trifft übrigens für die Möglichkeit, dass wir zur lex parsimoniae unterschiedlicher Ansicht sein könnten, ebenfalls zu.

Die Fragen, die ich zusätzlich im Zuge dessen, dass ich dir eine Gelegenheit zur Klarstellung geben wollte, gestellt habe, kannst du getrost ignorieren, wenn du sie nicht als hilfreich empfindest. Sie waren lediglich als Unterstützung gedacht, um sich dem Teilthema vielleicht eher nähern zu können.
* Am meisten schmerzt das Gute, das wir zwar erlebt haben, aber in uns nicht angekommen ist *

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Re: Leben in einer extravertierten Welt

Beitrag von BartS » Sonntag 30. Dezember 2018, 22:05

LonesomeCoder hat geschrieben:
Sonntag 30. Dezember 2018, 21:37
Ich finde meine Nachdenklichkeit eine irrelevante Stärke, weil sie mich so langsam macht.
Okay, Langsamkeit kann ein Nachteil sein. Aber dieses langsam sein wird doch wohl nicht die einzige Folge Deiner Nachdenklichkeit sein.
LonesomeCoder hat geschrieben:
Sonntag 30. Dezember 2018, 21:37
Was bringt eine gute Idee, wenn sie erst kommt, wenn eine schlechtere Idee von einer weniger nachdenklichen Person schon lange beschlossen worden ist? In der Wirtschaft ist nun mal Zeit = Geld.
Unternehmen kosten schlecht durchdachte Schnellschüsse unglaublich viel Geld. Warum verteuern sich denn Bauprojekte wie BER oder Stuttgart 21? Weil Sachen nicht zu Ende gedacht werden. In IT-Unternehmen sieht man das auch immer wieder. Schlecht erstellte Softwarespezifikationen kosten gegen Projektende richtig viel Geld, weil noch mal alles neu geplant und genehmigt werden muss. Welches besseres Argument für langsam, aber gut durchdachte Ideen gibt es als Geld? Ich wüsste kein besseres.
LonesomeCoder hat geschrieben:
Sonntag 30. Dezember 2018, 21:37
Und auch im Studium gabs bei den Seminar- und Abschlussarbeiten Abgabefristen. Oder wenn jemand zu lange überlegt, wie er sich an jemanden annähern kann und in der Zwischenzeit jemand schneller war die Person bekam (ich sage aber schnell "Hallo", weil Ideen für weitere Themen brauche ich nicht, aber andere können das Problem haben, es gibt hier Threads wo über Wochen diskutiert wird, ob und wenn ja wie man am besten Interesse zeigt, in dieser Zeit können zig andere Interesse an der selben Person zeigen und sie vllt. bekommen).
Ja, zu oft werden die Schnellen belohnt. Ich bin davon überzeugt, dass auf lange Sicht sich auf dem Markt nur die Firmen durchsetzen werden, die eine gute Mischung aus Schnelligkeit, Tiefe und Gewissenhaftigkeit finden werden.
LonesomeCoder hat geschrieben:
Sonntag 30. Dezember 2018, 21:37
Ich weiß es nicht, welches Ziel er hatte. Falls er damit Geld machen wollte, ist es für ihn schlecht gelaufen.
Falls er viele Leser (Geld aber egal) wollte, auch.
Absolut.
LonesomeCoder hat geschrieben:
Sonntag 30. Dezember 2018, 21:37
Aber wenn man was schreibt, dann will man normalerweise schon, dass es jemand ließt, weil sonst würde man sich nicht die Mühe machen, es (sauber) aufzuschreiben.
Also seine Frau und seine Kinder werden es bestimmt gelesen haben. Und natürlich mein Bruder, weil sie Arbeitskollegen sind. Um auf die eigentliche Frage zu antworten, er hat es geschrieben, weil ihn die Umsetzung der Idee unglaublich gereizt hat. Und auch aus dem Grund hat er sich in der Freizeit immer wieder hingesetzt und hatte seinen Spaß daran. Ich glaube anders steht man so ein Projekt auch nicht durch, wenn einem der Akt des Schreibens keine Freude bringen würde.

Ich habe übrigens selbst zwei Monate lang in meiner Freizeit eine Software geschrieben. Die geplanten Nutzer meiner Software waren mein Vater, ein Freund von mir und ich. Und ich hab es durchgezogen, weil ich wusste, dass es zu schaffen ist. Ich bin ständig auf neue Probleme gestoßen, weil das Ganze am Ende auf historischer Hardware laufen sollte und der Speicherplatz für heutige Verhältnisse unglaublich limitiert ist. Ich musste immer wieder was an der Struktur ändern. Und ehrlich gesagt, so engagiert bin ich bei manchen professionellen Entwicklungen nicht, obwohl ich dafür bezahlt werde. Mich hat einfach die Herausforderung gereizt und dass ich gesehen habe, dass ich besser programmieren kann als vor 20 Jahren. :gewinner:

P.S.: Achja, hab und zu muss man auch sich selbst feiern.
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Re: Leben in einer extravertierten Welt

Beitrag von BartS » Sonntag 30. Dezember 2018, 22:11

eggi hat geschrieben:
Sonntag 30. Dezember 2018, 21:43
Wenn dann in meinem Umfeld des Geldes wegen gejammert wird, denke ich mir "ich könnte, wenn ich bloß wollte". Das ist oft eine Genugtuung. Auch wenn es objektiv gesehen totaler Schwachsinn ist, denn andere haben mit dem ausgegebenen Geld Spaß oder ernähren eine Familie/ finanzieren ihre Beziehung, die ich eigentlich auch gerne hätte.
Ja, aber Du kannst Dein gespartes Geld für eine große Investition ausgeben. Ein Freund von mir hat sich das Ziel gesetzt, so viel Geld zu sparen, dass er sich ohne Schulden zu machen eine Eigentumswohnung kaufen kann. Und das hat er dann auch gemacht. Natürlich haben andere gemeint, man hätte doch schon mit einem Teil davon die Wohnung kaufen können und für den Rest einen Kredit genommen. Aber sein Anreiz war eben, das so hinzubekommen, ohne verschuldet zu sein.
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Re: Leben in einer extravertierten Welt

Beitrag von BartS » Sonntag 30. Dezember 2018, 22:23

Stabil hat geschrieben:
Sonntag 30. Dezember 2018, 21:54
BartS hat geschrieben:
Samstag 29. Dezember 2018, 12:11
...
Nicht das es mit der ewigen Zitatauflistung noch zwanghaft wird. ;)
Stabil hat geschrieben:
Sonntag 30. Dezember 2018, 21:54
Lieber BartS, du hättest deine Fragen gleich stellen können.
Ach, ich bin genügsam. Ich bin schon völlig zufrieden, wenn Du auf meine eine Frage antwortest. :)
Stabil hat geschrieben:
Sonntag 30. Dezember 2018, 21:54
Auf höfliche oder locker, neugierig, kollegial oder lapidar gestellte Fragen pflege ich sehr direkt zu antworten. Mit zwei Sätzen wären deine Fragen in den Grundzügen beantwortet gewesen und mit wenigen Sätzen hätte ich meine Antworten näher erläutert.

Aber du hast etwas anderes getan. Noch vor deiner ersten Frage hast du davon geschrieben, dass du einen Vorwurf zu meinem Beitrag assoziiert hast. Diese Assoziation eines Vorwurfs hast du dann noch dahin gehend spezifiziert, dass du ein gewolltes Misskreditieren damit in Verbindung gebracht hast.

DAs hast du bis dato so stehen gelassen. Anscheinend siehst du in meinem Beitrag noch immer einen Vorwurf und ein gewolltes Misskreditieren.

Das halte ich jetzt nicht für eine gute Gesprächsbasis. Nachvollziehen kann ich deine Reaktion auch überhaupt nicht. In Beidem sehe ich nicht ein grosses Drama und finde es auch nicht besonders tragisch. Das trifft übrigens für die Möglichkeit, dass wir zur lex parsimoniae unterschiedlicher Ansicht sein könnten, ebenfalls zu.
Na, zum Glück bist Du nicht so ein Prinzipienreiter wie ich und im Grunde genommen ein Sonnenschein. Von daher wirst Du sicher über mein Fehlverhalten hinwegkommen. Und außerdem hast Du ab übermorgen noch ein ganzes neues Jahr Zeit, noch auf meine Frage zu antworten.

In diesem Sinne.
:D
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Re: Leben in einer extravertierten Welt

Beitrag von Stabil » Sonntag 30. Dezember 2018, 22:49

BartS hat geschrieben:
Samstag 29. Dezember 2018, 12:11
Auch mit Essen kann man Ockham nicht widerlegen. :roll:
Stabil hat geschrieben:
Samstag 29. Dezember 2018, 15:45
Auch mit Augenrollen kann man die Begrenztheit des Anwendungsbereiches für Ockham's Razor nicht widerlegen.
BartS hat geschrieben:
Samstag 29. Dezember 2018, 16:04
Lieber Stabil, statt Ockhams Rasiermesser eine begrenzte Anwendbarkeit vorzuwerfen, ...
Stabil hat geschrieben:
Samstag 29. Dezember 2018, 16:29
Lieber BartS, wie kommst du jetzt auf einen Vorwurf. Ich weiss, du liest das nicht gerne, aber einen Vorwurf an Ockham und sein Messer habe ich nicht geschrieben. Aber vielleicht kannst du darlegen, wie du zu der Assoziation eines Vorwurfes gelangst.
BartS hat geschrieben:
Samstag 29. Dezember 2018, 17:22
Und welche Botschaft wolltest Du mit "Begrenztheit des Anwendungsbereiches für Ockham's Razor" übermitteln?
Stabil hat geschrieben:
Samstag 29. Dezember 2018, 17:36
Doch zunächst einmal mache ich dich drauf aufmerksam, dass du meine Frage nicht beantwortet hast. Vielleicht war sie dir in der impliziten Formulierung nicht erkennbar, darum hier nochmals explizit: Wie bist du zu der Assoziation eines Vorwurfs gekommen?
BartS hat geschrieben:
Samstag 29. Dezember 2018, 17:57
Wenn jemand in seinen Kommentar als erstes auf eine angebliche Begrenztheit in der Anwendung hinweist, dann entsteht bei mir der Eindruck, dass er in erster Linie eine anerkannte Methode in Misskredit bringen will.
Stabil hat geschrieben:
Samstag 29. Dezember 2018, 18:52
Jetzt hast du die Vermutung eines Vorwurfs durch den Eindruck des in Misskredit bringen Wollens ersetzt. Das ist also mehr eine Neuformulierung, als eine Beantwortung meiner Frage. Wie ist dieser Eindruck bei dir entstanden? Wie kommst du auf "[Ockhams Razor] in Misskredit bringen Wollen". Ich bin aufs Neue darüber verwundert, dass der Eindruck, den du gewinnst, nicht dem entspricht, was vorher geschrieben wurde. Du hast sicher Gründe für deine Assoziationen, die zu einem derartigen Eindruck führen. Aber offensichtlich sind sie für mich nicht.
BartS hat geschrieben:
Sonntag 30. Dezember 2018, 00:20
Bevor Du auf Deine Frage vier(!) neue stellst, könntest Du bitte erstmal auf meine eingehen?
Stabil hat geschrieben:
Sonntag 30. Dezember 2018, 21:54
Lieber BartS, du hättest deine Fragen gleich stellen können. ... Noch vor deiner ersten Frage hast du davon geschrieben, dass du einen Vorwurf zu meinem Beitrag assoziiert hast. Diese Assoziation eines Vorwurfs hast du dann noch dahin gehend spezifiziert, dass du ein gewolltes Misskreditieren damit in Verbindung gebracht hast. ... Anscheinend siehst du in meinem Beitrag noch immer einen Vorwurf und ein gewolltes Misskreditieren. Das halte ich jetzt nicht für eine gute Gesprächsbasis.
BartS hat geschrieben:
Sonntag 30. Dezember 2018, 22:23
... mein Fehlverhalten ...
Und außerdem hast Du ab übermorgen noch ein ganzes neues Jahr Zeit, noch auf meine Frage zu antworten.
Wo hast du das jetzt mit "mein Fehlverhalten" her?
Auch wenn du das nicht gerne liest: von Fehlverhalten habe ich nicht geschrieben.
Und warum sollte ich antworten, solange ich keine geeignete Gesprächsbasis sehe?
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Re: Leben in einer extravertierten Welt

Beitrag von LonesomeCoder » Dienstag 1. Januar 2019, 15:25

BartS hat geschrieben:
Sonntag 30. Dezember 2018, 22:05
Unternehmen kosten schlecht durchdachte Schnellschüsse unglaublich viel Geld. Warum verteuern sich denn Bauprojekte wie BER oder Stuttgart 21? Weil Sachen nicht zu Ende gedacht werden. In IT-Unternehmen sieht man das auch immer wieder. Schlecht erstellte Softwarespezifikationen kosten gegen Projektende richtig viel Geld, weil noch mal alles neu geplant und genehmigt werden muss. Welches besseres Argument für langsam, aber gut durchdachte Ideen gibt es als Geld? Ich wüsste kein besseres.
Leider wird hier oft nur kurzfristig gedacht, wie auch deine Beispiele zeigen. Ich wüsste nicht, wie ich Entscheidungen aufschieben lassen könnte, bis ich eine bessere Idee als andere habe.
LonesomeCoder hat geschrieben:
Sonntag 30. Dezember 2018, 21:37
Und auch im Studium gabs bei den Seminar- und Abschlussarbeiten Abgabefristen. Oder wenn jemand zu lange überlegt, wie er sich an jemanden annähern kann und in der Zwischenzeit jemand schneller war die Person bekam (ich sage aber schnell "Hallo", weil Ideen für weitere Themen brauche ich nicht, aber andere können das Problem haben, es gibt hier Threads wo über Wochen diskutiert wird, ob und wenn ja wie man am besten Interesse zeigt, in dieser Zeit können zig andere Interesse an der selben Person zeigen und sie vllt. bekommen).
Ja, zu oft werden die Schnellen belohnt. Ich bin davon überzeugt, dass auf lange Sicht sich auf dem Markt nur die Firmen durchsetzen werden, die eine gute Mischung aus Schnelligkeit, Tiefe und Gewissenhaftigkeit finden werden.
Schön wäre es, wenn das so wäre.
Warnung vor Pickup: https://www.abtreff.de/viewtopic.php?p=1062199#p1062199

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Re: Leben in einer extravertierten Welt

Beitrag von Bummi » Dienstag 1. Januar 2019, 16:55

BartS hat geschrieben:
Samstag 29. Dezember 2018, 02:06
Bummi hat geschrieben:
Freitag 28. Dezember 2018, 18:39
BartS hat geschrieben:
Freitag 28. Dezember 2018, 00:37
Nochmal auf den Menschen zurückzukommen, wenn das Bedürfnis nach Rückzug nicht von der Introversion abhängt, von was dann?
Ach, da gibt es doch viel, ich nenne mal ein paar Sachen:
1. Hochsensibilität
2. Bedingungen, unter denen das menschliche Gehirn Reize nicht so gut filtern und verarbeiten kann, zb sehr schnell denkende Gehirne. Da ist man permanent Reizen ausgesetzt, die gar nicht so schnell verarbeitet werden können
3. soziale Phobie
4. Eine Person hat gelernt, in Gesellschaft eine Rolle zu spielen, weil sie denkt, nur dann akzeptiert zu werden.

Das sind alles Bedingungen, die bei gesellschaftlichen Aktivitäten Stress verursachen, so dass ein höheres Bedürfnis nach Rückzug entstehen kann. Und das nicht nur temporär.
Okay. Du gehst von der Annahme aus, wenn ein Mensch unter Stress leidet, dann zieht er sich automatisch irgendwann zurück, egal welcher Typ er ist. Ich habe da in der Beobachtung eine andere Erfahrung bei Menschen gesammelt. Sie haben sehr unterschiedliche Methoden um Stress abzubauen. In der Schule und im Studium habe ich oft erlebt, wie sie nach Prüfungs- oder Beziehungsstress sogar die Nähe zu Menschen suchen, mit ihnen abhängen und u.a. trinken gehen. Wenn man so will, konnte man auf den Weihnachtsmärkten wunderbar beobachten, wie (manche) Menschen Stress abbauen. ;)

Natürlich kann man versuchen, alternativ zur Introversion andere Gründe für bestimmte Verhaltensweisen heranzuziehen. Letztlich ist Intro- und Extroversion ein Erklärungsmodell in der Psychologie, um die Wirklichkeit abzubilden. Dabei ziehe ich ein einfaches Modell einem komplizierten Modell vor, wenn ich damit bestimmte Verhaltensweisen genauso gut erklären kann. Statt von vielen verschiedenen Ursachen auszugehen, warum sich ein Mensch zurückzieht, um Energie aufzutanken, kann man hier von einer wesentlichen Ursache ausgehen. Unter den schätzungsweisen 30 bis 50% Menschen, die stärkere Introausprägungen haben, gibt es natürlich noch jede Menge unterschiedliche Klassen und Varianten.

Ich stimme dir im Grossen und Ganzen zu, hab aber trotzdem noch drei Argumente dagegen: ;)


1. Ja, vielleicht suchen Menschen trotz ihres von mir erwähnten "Handicaps" auch häufig das Zusammensein mit anderen Menschen. Sei es, aus der Angst, nicht verpassen zu wollen, oder mal auf andere Gedanken zu kommen oder weil sie diese Menschen einfach mögen, mit denen sie sich dann treffen.
Dann merken sie aber irgendwann wahrscheinlich trotzdem, dass sie das besser nicht zweimal in der Woche machen, sondern eher nur jede zweite Woche.
Weil sie das Zusammensein mit anderen Menschen wahrscheinlich nichtsdestotrotz nicht so wirklich entspannt und eher Kraft nimmt als Kraft gibt.
Letzteres ist da der entscheidende Unterschied zu den "wirklich" Extrovertierten. Das entscheidende Kriterium für Extroversion/ Introversion ist ja, das die einen Energie aus dem Miteinander ziehen, während die anderen ihre Energie besser aus dem Alleinsein ziehen können.

2. Ja, Weihnachtsmärkte, Weihmachtsfeiern und das Miteinander im Familien- und im Verwandtenkreis über mehrere Tage zu Weihnachten. Ein schönes Beispiel übrigens. :) Machen sicher viele, um Stress abzubauen und dem grauen Alltag etwas zu entkommen.
Daneben erlebe ich jedoch viele Menschen in der Weihnachtszeit als ziemlich gereizt. Oder erlebe ich das nur so, weil ich von mir zu sehr auf andere schliesse und es einfach nicht wahr haben möchte?
Aber dann gibt es da noch diverse Geschichten, wo Familienfeiern oder Feiern über Weihnachten fast schon in einer Massenschlägerei ausarten. Da wäre es vielleicht doch besser, wenn der eine oder sich frühzeitig besinnt und sich etwas zurück zieht.
Oder dienen solche Eskalierungen manchen Menschen sogar als Stressabbau?

3. Ich war gestern auf einer sehr grossen und anonymen Silvesterparty. Dabei habe ich sicher auch neue Energie gewinnen können.
Was mir aber leider Energie raubt, sind immer Events, bei denen es zu mehr menschlicher Nähe kommt. Also das längere und weniger anonyme Aufhalten in kleineren Gruppen.
Da achte ich automatisch auf alle Details, merke mir Gespräche, deren Verlauf ich später noch xmal durch gehe und analysiere. Ich befürchte oft, dass ich jemand verärgern oder traurig machen könnte. Solche Sachen beschäftigen mich noch Tage danach, auch wenn sie schön waren. (Auch bei dem Zusammensein mit nur einer weiteren Person verhält es sich da nicht anders.)
Und dieses ständige Nachdenken/Reflektieren darüber verlangt enorme Kraft.
Letzteres liesse sich gut mit Introversion erklären. Aber wieso klappt das mit der Energie dann in anonymen Menschenmassen?
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