Haben wir wirklich Defizite im sozialem Bereich?

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Stabil
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Re: Haben wir wirklich Defizite im sozialem Bereich?

Beitrag von Stabil » Montag 3. Dezember 2018, 15:13

RomeoKnight hat geschrieben:
Montag 3. Dezember 2018, 12:44
Manchmal liegt es ganz einfach nicht an einem selber. Das Märchen von "jeder ist seines Glückes Schmied" hat uns nur jahrzehntelang darauf konditioniert. Spätestens wenn verschiedene Interessen aufeinanderprallen, ist Schluss mit der Schmiederei.
Nein, genau hier fängt die Schmiedekunst an. - Oder der Einsatz von Ausreden. Kommt halt drauf an, ob man Verantwortung für sich selbst übernimmt.
* Am meisten schmerzt das Gute, das wir zwar erlebt haben, aber in uns nicht angekommen ist *

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Siegfried
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Re: Haben wir wirklich Defizite im sozialem Bereich?

Beitrag von Siegfried » Montag 3. Dezember 2018, 16:33

BartS hat geschrieben:
Montag 3. Dezember 2018, 14:10
@Krausig, ohne groß rumzuraten, orientiere ich mich zuerst an dem, was dort steht. Und da steht Kommunikationsbedürfnis. Ansonsten ist sich beim Smalltalk überfordert fühlen (oder keine Lust darauf zu haben) ein klassisches Intro-Merkmal.
Das geringe Bedürfnis kann aber auch an der eigenen Unfähigkeit liegen es einfach nicht zu beherrschen. Alleine das krampfhafte suchen nach Themen und Wörtern um das Gespräch irgendwie am laufen zu halten kann auch sehr ermüdend sein. Vielleicht würde es einem sogar spaß machen wenn es locker-flockig ohne groß nachdenken zu müssen von der Hand gehen würde.

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Re: Haben wir wirklich Defizite im sozialem Bereich?

Beitrag von NBUC » Montag 3. Dezember 2018, 16:37

Stabil hat geschrieben:
Montag 3. Dezember 2018, 15:13
RomeoKnight hat geschrieben:
Montag 3. Dezember 2018, 12:44
Manchmal liegt es ganz einfach nicht an einem selber. Das Märchen von "jeder ist seines Glückes Schmied" hat uns nur jahrzehntelang darauf konditioniert. Spätestens wenn verschiedene Interessen aufeinanderprallen, ist Schluss mit der Schmiederei.
Nein, genau hier fängt die Schmiedekunst an. - Oder der Einsatz von Ausreden. Kommt halt drauf an, ob man Verantwortung für sich selbst übernimmt.
Schmiedekunst , aber auch diverse andere Sachen kann man isoliert lernen, alleine im Kampf gegen das Hindernis, in einem überschaubaren Zielrahmen alleine vom eigenen Einsatz und Ausdauer abhängig. Der Erfolg ist da mit Fließ und Ausdauer in diesem Rahmen erzwingbar.

In sozialen Sachen geht das eben in der Form nicht auf, da es immer die Kooperation meist auch noch einer Vielzahl an Mitspielern erfordert, was dann gerade nicht erzwingbar ist.
Und in der informellen Art des Themas ist auch formellem/theoretischen Lernen ein praktisches Limit gesetzt, mehr noch als dieses Informelle auch schon das finden qualitativer und verdaubarer Quellen schwer macht.

Zur originalen Frage:
Formell ja, aber die Frage ist in absurder Verallgemeinerung gestellt.

Das liegt ungefähr bei: Ich kann nicht Tanzen, habe ich ein motorisches Defizit?
Ja, aber eben in einem Teilbereich, welcher bei dieser Fragestellung eine völlig andere, deutlich schwerwiegendere Assoziation bedient.
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Alle gesellschaftlichen Betrachtungen enthalten zwangsläufig Verallgemeinerungen und werden daher Ausnahmen und Einzelfälle enthalten, denen sie nicht gerecht werden können.

wenn ich nicht antworten sollte heißt das nicht, dass du Recht hast, sondern ich kein Internet!

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Re: Haben wir wirklich Defizite im sozialem Bereich?

Beitrag von Stabil » Montag 3. Dezember 2018, 17:05

NBUC hat geschrieben:
Montag 3. Dezember 2018, 16:37
In sozialen Sachen geht das eben in der Form nicht auf, da es immer die Kooperation meist auch noch einer Vielzahl an Mitspielern erfordert, ...
Soziales Lernen ist nicht von der Kooperation von Mitspielern abhängig. Ganz im Gegenteil, beim sozialen Lernen im Erwachsenenalter geht es genau darum zu lernen, mit den Mitmenschen, deren Verhalten zunächst nicht vorhersagbar ist, umzugehen. Auch in weiterer Folge bleibt immer ein Rest Unvorhersagbarkeit im Verhalten der Mitmenschen. Ein Wenig Reduktion der Unbestimmtheit ist teilweise in Psychotherapie oder therapeutischen Gruppen erfahrbar. Mit ersterer habe ich gute Erfahrung gemacht, mit letzterer weniger gute.
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Re: Haben wir wirklich Defizite im sozialem Bereich?

Beitrag von BartS » Montag 3. Dezember 2018, 17:14

Siegfried hat geschrieben:
Montag 3. Dezember 2018, 16:33
BartS hat geschrieben:
Montag 3. Dezember 2018, 14:10
@Krausig, ohne groß rumzuraten, orientiere ich mich zuerst an dem, was dort steht. Und da steht Kommunikationsbedürfnis. Ansonsten ist sich beim Smalltalk überfordert fühlen (oder keine Lust darauf zu haben) ein klassisches Intro-Merkmal.
Das geringe Bedürfnis kann aber auch an der eigenen Unfähigkeit liegen es einfach nicht zu beherrschen. Alleine das krampfhafte suchen nach Themen und Wörtern um das Gespräch irgendwie am laufen zu halten kann auch sehr ermüdend sein. Vielleicht würde es einem sogar spaß machen wenn es locker-flockig ohne groß nachdenken zu müssen von der Hand gehen würde.
Interessanter Gedanke. Musste ich darüber nachdenken. Ich kenne viele Situationen, in der ich keine Probleme bei der Suche nach Themen und Worte habe. Da ist auch mein Bedürfnis nach Kommunikation groß. In anderen Situationen suche ich nach Themen, finde aber einfach nichts, was der Rede wert ist. Dann sinkt auch mein Bedürfnis zu reden. Vielleicht hängt das eine mit dem anderen zusammen.
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Re: Haben wir wirklich Defizite im sozialem Bereich?

Beitrag von BartS » Montag 3. Dezember 2018, 17:22

Stabil hat geschrieben:
Montag 3. Dezember 2018, 17:05
NBUC hat geschrieben:
Montag 3. Dezember 2018, 16:37
In sozialen Sachen geht das eben in der Form nicht auf, da es immer die Kooperation meist auch noch einer Vielzahl an Mitspielern erfordert, ...
Soziales Lernen ist nicht von der Kooperation von Mitspielern abhängig.
Soziales Lernen nicht, aber sozialer Erfolg schon. Das Problem ist hier glaube ich ein sprachliches. Die einen verstehen unter sozialen Defiziten die Unfähigkeit ausreichend sozial agieren zu können. Die anderen verstehen vermutlich darunter, vom Sozialstatus nicht gut dazustehen. Das Wort "sozial" ist ein Füllwort geworden, womit man alles und nichts beschreiben will. Einige sprechen von "sozial schwach", obwohl sie eigentlich "finanziell schwach" meinen. Die eigentliche Frage, wie hier "sozial" im Ausgangsposting gemeint ist, wurde noch gar nicht gestellt.
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Re: Haben wir wirklich Defizite im sozialem Bereich?

Beitrag von Seb-X » Montag 3. Dezember 2018, 18:22

Siegfried hat geschrieben:
Montag 3. Dezember 2018, 16:33
BartS hat geschrieben:
Montag 3. Dezember 2018, 14:10
@Krausig, ohne groß rumzuraten, orientiere ich mich zuerst an dem, was dort steht. Und da steht Kommunikationsbedürfnis. Ansonsten ist sich beim Smalltalk überfordert fühlen (oder keine Lust darauf zu haben) ein klassisches Intro-Merkmal.
Das geringe Bedürfnis kann aber auch an der eigenen Unfähigkeit liegen es einfach nicht zu beherrschen. Alleine das krampfhafte suchen nach Themen und Wörtern um das Gespräch irgendwie am laufen zu halten kann auch sehr ermüdend sein. Vielleicht würde es einem sogar spaß machen wenn es locker-flockig ohne groß nachdenken zu müssen von der Hand gehen würde.
Genauso ist es bei mir. Ständig grüble ich, wie ich das Gespräch aufrecht erhalten kann. Aber da mir fällt schlicht nichts ein. Mich macht das fertig. Locker-flockiges Gespräch? Mit mir kaum möglich.
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Re: Haben wir wirklich Defizite im sozialem Bereich?

Beitrag von RomeoKnight » Montag 3. Dezember 2018, 18:38

Stabil hat geschrieben:
Montag 3. Dezember 2018, 15:13
RomeoKnight hat geschrieben:
Montag 3. Dezember 2018, 12:44
Manchmal liegt es ganz einfach nicht an einem selber. Das Märchen von "jeder ist seines Glückes Schmied" hat uns nur jahrzehntelang darauf konditioniert. Spätestens wenn verschiedene Interessen aufeinanderprallen, ist Schluss mit der Schmiederei.
Nein, genau hier fängt die Schmiedekunst an. - Oder der Einsatz von Ausreden. Kommt halt drauf an, ob man Verantwortung für sich selbst übernimmt.
Was dann anfängt ist aber nicht die Schmiedekunst des eigenen Glückes, sondern die des methodischen Machtmissbrauchs. Es fangen dann nämich die Konventionen an, die idealerweise in Kompromissen enden. Dazu braucht es Verhandlungspartner mit gleichen Voraussetzungen auf Augenhöhe, was aber natürlicherweise so gut wie nie gegeben ist. Deswegen befinden sich Beziehungen in der Realität ständig im Ungleichgewicht, weil Manipulation, Ausbeutung, Dominanz etc. den Alltag bestimmen. Verantwortung, das ist so ein hohler Begriff, der meist dazu dient die ungleichen Machtverhältnisse zu verschleiern und auch darüber hinweg täuschen soll, dass der eine von Natur aus mehr, der andere weniger begünstigt wurde und der Erfolg einzig von der eigenen Leistung und Leistungsbereitschaft abhinge. Das ist aber fern der Realität. Sowohl bei Normalos, als auch bei Ex-ABs.

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Re: Haben wir wirklich Defizite im sozialem Bereich?

Beitrag von Reinhard » Montag 3. Dezember 2018, 19:34

Stabil hat geschrieben:
Montag 3. Dezember 2018, 15:13
RomeoKnight hat geschrieben:
Montag 3. Dezember 2018, 12:44
Manchmal liegt es ganz einfach nicht an einem selber. Das Märchen von "jeder ist seines Glückes Schmied" hat uns nur jahrzehntelang darauf konditioniert. Spätestens wenn verschiedene Interessen aufeinanderprallen, ist Schluss mit der Schmiederei.
Nein, genau hier fängt die Schmiedekunst an. - Oder der Einsatz von Ausreden. Kommt halt drauf an, ob man Verantwortung für sich selbst übernimmt.

Damit hast du denselben Standpunkt nur mit anderen Worten wiederholt, ohne ein zusätzliches Argument zu bringen. Dadurch wird es nicht besser.

Meine Reaktion dazu kann ich kurz zusammenfassen mit: :roll:
Mag ja sein, dass jeder seines Glückes Schmied ist.

Aber dabei sollte nicht vergessen werden, dass manche von Haus aus eine komplette Werkstatt mitbekommen, und andere nur einen Hammer und nicht mal einen Amboss.

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Re: Haben wir wirklich Defizite im sozialem Bereich?

Beitrag von Stabil » Montag 3. Dezember 2018, 20:54

RomeoKnight hat geschrieben:
Montag 3. Dezember 2018, 18:38
Stabil hat geschrieben:
Montag 3. Dezember 2018, 15:13
RomeoKnight hat geschrieben:
Montag 3. Dezember 2018, 12:44
Manchmal liegt es ganz einfach nicht an einem selber. Das Märchen von "jeder ist seines Glückes Schmied" hat uns nur jahrzehntelang darauf konditioniert. Spätestens wenn verschiedene Interessen aufeinanderprallen, ist Schluss mit der Schmiederei.
Nein, genau hier fängt die Schmiedekunst an. - Oder der Einsatz von Ausreden. Kommt halt drauf an, ob man Verantwortung für sich selbst übernimmt.
Was dann anfängt ist aber nicht die Schmiedekunst des eigenen Glückes, sondern die des methodischen Machtmissbrauchs. Es fangen dann nämich die Konventionen an, die idealerweise in Kompromissen enden. Dazu braucht es Verhandlungspartner mit gleichen Voraussetzungen auf Augenhöhe, was aber natürlicherweise so gut wie nie gegeben ist. Deswegen befinden sich Beziehungen in der Realität ständig im Ungleichgewicht, weil Manipulation, Ausbeutung, Dominanz etc. den Alltag bestimmen. Verantwortung, das ist so ein hohler Begriff, der meist dazu dient die ungleichen Machtverhältnisse zu verschleiern und auch darüber hinweg täuschen soll, dass der eine von Natur aus mehr, der andere weniger begünstigt wurde und der Erfolg einzig von der eigenen Leistung und Leistungsbereitschaft abhinge. Das ist aber fern der Realität. Sowohl bei Normalos, als auch bei Ex-ABs.
Selbstverantwortung ist für mich kein hohler Begriff. In einem langen Lernprozess habe ich sie mit Inhalten gefüllt. Und fertig bin ich damit immer noch nicht. In meinen privaten Beziehungen sehe ich durchaus die Schmiedbarkeit unseres Glücks, und nicht "methodischen Machtmissbrauch". Auch hier lernen wir dazu. Politik lasse ich hier im Sinne der Forenrichtlinien draussen.

Sowohl in Hinsicht auf Selbstverantwortung, als auch in Hinsicht auf Beziehungsgestaltung habe ich verdammt viel lernen müssen.

Aber, wenn du das anders sehen willst, ist das auch ok, ich schreib hier nicht, um andere von irgendwas zu überzeugen.
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Re: Haben wir wirklich Defizite im sozialem Bereich?

Beitrag von Stabil » Montag 3. Dezember 2018, 20:56

Reinhard hat geschrieben:
Montag 3. Dezember 2018, 19:34
Stabil hat geschrieben:
Montag 3. Dezember 2018, 15:13
RomeoKnight hat geschrieben:
Montag 3. Dezember 2018, 12:44
Manchmal liegt es ganz einfach nicht an einem selber. Das Märchen von "jeder ist seines Glückes Schmied" hat uns nur jahrzehntelang darauf konditioniert. Spätestens wenn verschiedene Interessen aufeinanderprallen, ist Schluss mit der Schmiederei.
Nein, genau hier fängt die Schmiedekunst an. - Oder der Einsatz von Ausreden. Kommt halt drauf an, ob man Verantwortung für sich selbst übernimmt.

Damit hast du denselben Standpunkt nur mit anderen Worten wiederholt, ohne ein zusätzliches Argument zu bringen. Dadurch wird es nicht besser.

Meine Reaktion dazu kann ich kurz zusammenfassen mit: :roll:
Wenn du keine präzisierenden Fragen stellst, wirst du wohl beim Augenrollen bleiben müssen. Happy rolling!
* Am meisten schmerzt das Gute, das wir zwar erlebt haben, aber in uns nicht angekommen ist *

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Re: Haben wir wirklich Defizite im sozialem Bereich?

Beitrag von Zitronenkuchen » Montag 3. Dezember 2018, 22:46

Mit Defiziten im sozialen Bereich verbinde ich das zwischenmenschliche, fehlende Umgangsformen, kein Gespräch mit anderen anfangen können die über banale Dinge hinausgehen, Kontaktpflege usw.

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Re: Haben wir wirklich Defizite im sozialem Bereich?

Beitrag von Oxymoron » Montag 3. Dezember 2018, 22:55

Flirten, Beziehungsanbahnung ist ein normales soziales miteinander Agieren. Da sowas wie eine Beziehung normal ist, liegt es natürlich in den meisten Fällen an Defiziten in diesem Bereich.

Ergo, wir haben keine Beziehung und der Grund dafür sind Defizite in oben angegebenen Bereich.

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Re: Haben wir wirklich Defizite im sozialem Bereich?

Beitrag von Patti » Montag 3. Dezember 2018, 23:05

ICh hätte nie gedacht das ich in diesem Alter so wenig Erfahrungen haben würde :(

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Re: Haben wir wirklich Defizite im sozialem Bereich?

Beitrag von Reinhard » Montag 3. Dezember 2018, 23:15

Stabil hat geschrieben:
Montag 3. Dezember 2018, 20:56
Reinhard hat geschrieben:
Montag 3. Dezember 2018, 19:34

Damit hast du denselben Standpunkt nur mit anderen Worten wiederholt, ohne ein zusätzliches Argument zu bringen. Dadurch wird es nicht besser.

Meine Reaktion dazu kann ich kurz zusammenfassen mit: :roll:
Wenn du keine präzisierenden Fragen stellst, wirst du wohl beim Augenrollen bleiben müssen. Happy rolling!

Danke. Werde ich viel Spaß damit haben. :holy:

Du könntest eine erhaltene Kritik auch durchaus als Anlass nehmen, deinen Standpunkt mit Argumenten unterlegen zu wollen, aber ist ja nur ein pseudonymes Forum hier ... kann man auch lassen. Ist gesünder, Blutdruck und so.


Trotzdem stelle ich mal als Gegenthese hier rein, dass Glück eher damit zu erreichen ist, indem man etwas für andere macht oder andere für einen. Und dass deshalb selten jemand seines eigenen Glückes Schmied ist, sondern öfter der Schmied der anderen; oder dass es sich um ein Gemeinschaftsprojekt handelt. Was jetzt nicht ausschließt, dass natürlich jeder für seinen Beitrag Verantwortung übernehmen muss.


Nur mal so als Denkanstoß. :hut:
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Re: Haben wir wirklich Defizite im sozialem Bereich?

Beitrag von RomeoKnight » Montag 3. Dezember 2018, 23:45

Oxymoron hat geschrieben:
Montag 3. Dezember 2018, 22:55
Flirten, Beziehungsanbahnung ist ein normales soziales miteinander Agieren. Da sowas wie eine Beziehung normal ist, liegt es natürlich in den meisten Fällen an Defiziten in diesem Bereich.

Ergo, wir haben keine Beziehung und der Grund dafür sind Defizite in oben angegebenen Bereich.
Es tut mir leid, wenn du das tatsächlich selber glaubst. Ich halte solche Defizite lediglich für möglich, aber nicht für die einzig mögliche Ursache.

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Re: Haben wir wirklich Defizite im sozialem Bereich?

Beitrag von RomeoKnight » Montag 3. Dezember 2018, 23:52

Stabil hat geschrieben:
Montag 3. Dezember 2018, 20:54
Selbstverantwortung ist für mich kein hohler Begriff. In einem langen Lernprozess habe ich sie mit Inhalten gefüllt. Und fertig bin ich damit immer noch nicht. In meinen privaten Beziehungen sehe ich durchaus die Schmiedbarkeit unseres Glücks, und nicht "methodischen Machtmissbrauch". Auch hier lernen wir dazu. Politik lasse ich hier im Sinne der Forenrichtlinien draussen.

Sowohl in Hinsicht auf Selbstverantwortung, als auch in Hinsicht auf Beziehungsgestaltung habe ich verdammt viel lernen müssen.

Aber, wenn du das anders sehen willst, ist das auch ok, ich schreib hier nicht, um andere von irgendwas zu überzeugen.
Ich glaub wirst da was in einen Topf : Das erst mal unverbindliche Suchen von Beziehung mit dem Führen einer bereits vorhandenen verbindlichen Beziehung.

Was den zweiten Punkt angeht, kann ich dir voll zustimmen. Aber wo ist die Verantwortung, wenn jemand einfach nicht den optischen Ansprüchen entspricht, man es dem jenigen nicht sagt und dann auf dessen angebliche soziale Defizite verschiebt ? Das ist gelinde gesagt unmoralisch.

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Re: Haben wir wirklich Defizite im sozialem Bereich?

Beitrag von Bummi » Dienstag 4. Dezember 2018, 00:17

Reinhard hat geschrieben:
Montag 3. Dezember 2018, 23:15


Trotzdem stelle ich mal als Gegenthese hier rein, dass Glück eher damit zu erreichen ist, indem man etwas für andere macht oder andere für einen. Und dass deshalb selten jemand seines eigenen Glückes Schmied ist, sondern öfter der Schmied der anderen; oder dass es sich um ein Gemeinschaftsprojekt handelt. Was jetzt nicht ausschließt, dass natürlich jeder für seinen Beitrag Verantwortung übernehmen muss.
Da stimme ich grundsätzlich zu. Was bedeutet Glück oder positive Erfahrungen und Erlebnisse, wenn man sie mit wirklich niemand anderem teilen kann?

Sofern man allerdings ganz tief in der Misere steckt, braucht es meiner Ansicht nach Menschen, die einen positiven Einfluss auf einen ausüben.
-Wenn man hier auf die falschen Menschen trifft, geht es einem unter Umständen noch schlechter, als vorher-
Also Menschen, die es zu schätzen wissen, das man etwas für sie macht. Und die auch etwas zurück geben können. Auf solche Menschen zu treffen ist wiederum Glückssache. Diese Menschen in den entscheidenden Momenten um sich haben zu dürfen ist auch Glückssache.

Eventuell steht man doch wieder ganz alleine da, wenn es hart auf hart kommt. Da kann man sich eigentlich nur auf sich selbst verlassen.

Soweit ist es meiner Ansicht nach beides wichtig: mit sich selbst ins Reine zu kommen und das mit den anderen Menschen. Ich gebe euch hiermit beiden Recht.

PS: Selbstverantwortung oder noch schlimmer Eigenverantwortung sind für mich auch richtige Reizwörter. :D :boxing:
Manche Leute schreiben, um zu lesen, was sie denken.

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Re: Haben wir wirklich Defizite im sozialem Bereich?

Beitrag von Nonkonformist » Dienstag 4. Dezember 2018, 07:20

Ich bin introvertiert und hochsensibel.
Mit freunde und bekannten komme ich gut zurecht.
Flirten geht auch, nachdem ich mich, über zeit, für jemanden aufgewärmt habe.
Entspanntes kontakt mit menschen setzt bei mir voraus, das ich diese bereits gut kennen muss.
Ich komme in der regel auch besser zurecht mit anderen introvertierten und hochsensibelen als mit extravertierten und normalsensibelen.

Aber meine bedürfnisse nach sozialem kontakt beschränken sich auf die menschen, die ich bereits kenne, mit wem es auch gemeinsamkeiten gibt.

Ein bedarf, ständig neue menschen kennen zu lernen, fehlt bei mir fast volkommen.
Keine neugierde, zu anstrengend, usw.
Gegenüber fremden bin ich meistens einfach nur höfflich und distanziert.
(Sogar wann das hübsche frauen sind.)
Man kann das ein defizit nennen.
Für mich ist das einfach nur normal.
I Yam What I Yam & Dats What I Yam - (Popeye the Sailorman.)

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Re: Haben wir wirklich Defizite im sozialem Bereich?

Beitrag von Stabil » Dienstag 4. Dezember 2018, 08:01

RomeoKnight hat geschrieben:
Montag 3. Dezember 2018, 23:52
Stabil hat geschrieben:
Montag 3. Dezember 2018, 20:54
Selbstverantwortung ist für mich kein hohler Begriff. In einem langen Lernprozess habe ich sie mit Inhalten gefüllt. Und fertig bin ich damit immer noch nicht. In meinen privaten Beziehungen sehe ich durchaus die Schmiedbarkeit unseres Glücks, und nicht "methodischen Machtmissbrauch". Auch hier lernen wir dazu. Politik lasse ich hier im Sinne der Forenrichtlinien draussen.
Sowohl in Hinsicht auf Selbstverantwortung, als auch in Hinsicht auf Beziehungsgestaltung habe ich verdammt viel lernen müssen.
Aber, wenn du das anders sehen willst, ist das auch ok, ich schreib hier nicht, um andere von irgendwas zu überzeugen.
Ich glaub wirst da was in einen Topf : Das erst mal unverbindliche Suchen von Beziehung mit dem Führen einer bereits vorhandenen verbindlichen Beziehung.
Was den zweiten Punkt angeht, kann ich dir voll zustimmen.
Jetzt bin ich nicht sicher, was du meinst.
Die Suche nach Kontakten, das aufeinander Zugehen, sich Öffnen und das Eingehen von Beziehung kann ich vom Leben einer Beziehung durchaus unterscheiden. In beiden Bereichen fühle ich mich dafür verantwortlich dass es mir gut gehen kann und dass es der Person, mit der ich zu tun habe, gut gehen kann. Letzteres halte ich für einen unverzichtbaren Teil des ersteren. Auch umgekehrt ist es so, dass das zweite ohne das erste nicht wirklich gut funktioniert.

Natürlich kennt man seine langjährige Partnerin besser, als die vielen Bekanntschaften, mit denen sich nicht mehr ergeben hat, weil sie nicht wollte, oder ich nicht wollte, oder beide nicht wollten, oder wo wir wollten, aber es ist uns nicht gelungen, und so weiter. Die Ursachen für das nicht zustande Kommen einer Beziehung im engeren Sinn sind vielfältig, drum dauert ja auch eine aktive Suche mitunter lang. In der Beziehungsanbahnung ist es daher sinnvoll, einen guten Umgang mit der Unbestimmtheit und mit den zahlreichen Quellen für Missverständnisse zu finden. Nichts lässt sich erzwingen. Aber das ändert sich nicht, wenn eine Beziehung "verbindlich" wird. In einer Beziehung wurde beispielsweise vereinbart, dass man Sex und erotische Zärtlichkeit ausschliesslich miteinander hat, dass man sich nicht nach jemandem "Besseren" umsieht und man weiss ungefähr, wie man miteinander leben will. Aber auch hier gibt es keine Garantien, dass alles immer so läuft, wie man sich das wünscht und auch hier sind Forderungen fehl am Platz. Wir äussern Wünsche, kommunizieren darüber, gestalten unser zusammen Leben. Und bei Konflikten arbeiten wir gemeinsam an kreativen Kompromissen, mit denen beide gut leben können und glücklich sein können. Faule Kompromisse, wo jeder nur halb zufrieden ist, sind keine fertigen Lösungen. Wenn das gemeinsame Gestalten der Beziehung nicht gelingt, dann sind wir genötigt, - so schwer das auch ist - uns von einander zu lösen.

Beim Lösen von einer Partnerin hilft es sehr, wenn man sich versöhnlich und in Liebe voneinander löst. Wenn man sich im Streit trennt, dann hat man danach noch etwas zu lösen. Auch in solchen Situationen sehe ich meine eigene Verantwortung zuständig. Worauf ich dabei noch achte, ist dass ich einschränkende verallgemeinernde Schlussvolgerungen unterlasse. Die würden mir den Blick auf meine Möglichkeiten beeinträchtigen.

Den "methodischen Machtmissbrauch" habe ich weder in meinen Kennenlernbeziehungen noch in meinen langjährigen Partnerschaften erlebt.

Die Metapher vom Schmieden des Glücks, finde ich recht nützlich, wenn ich mir meine eigene Verantwortung klar mache. Es wäre aber keineswegs sinnvoll, anzunehmen dass man in der Lebensgestaltung einfach draufhauen kann bis es einem passt. Genau so wenig wäre es sinnvoll, zu meinen, dass man Beziehungen einseitig gestalten sollte.

RomeoKnight hat geschrieben:
Montag 3. Dezember 2018, 23:52
Aber wo ist die Verantwortung, wenn jemand einfach nicht den optischen Ansprüchen entspricht, man es dem jenigen nicht sagt und dann auf dessen angebliche soziale Defizite verschiebt ? Das ist gelinde gesagt unmoralisch.
Dass es verschiedene Sichtweisen gibt, ist möglich. Du hast keinen moralischen Anspruch darauf, dass keine abweichende Sicht geäussert wird. Wenn dir das gesagt wird, kannst du rückfragen, welches Verhalten sich die Person gewünscht hätte. Vielleicht kann die Person das beantworten, vielleicht will sie das auch. Das ist offen.


Zum Thema des Threads, allgemein gesprochen:
Meine Überzeugung ist, dass unfreiwillig Beziehungsunerfahrene ganz unterschiedliche Ursachen für ihre Probleme haben.
Viele hier schreiben von sozialen Defiziten, bei vielen zeigen sie sich in ihren Berichten, ohne dass sie benannt werden, einige zeigen sie in ihrer Kommunikation, verallgemeinern würde ich das aber nicht.

Ich persönlich hatte grosse Defizite im Sozialverhalten ganz allgemein, und ich hatte spezielle Defizite im sozialen Umgang mit Frauen. Ich lernte dazu und es gelang mir, in Beziehungen zu finden, aber die Probleme waren nicht weg, sie wurden anders. Erst im Lauf der Zeit wurde es besser. Sehr viel aktive Arbeit an meinem Verhalten, meiner Wahrnehmung, an meinen Überzeugungen, meinen Sichtweisen und meinen emotionalen Reaktionen war nötig. In diesen Bereichen fortlaufend dazu zu lernen, hat für mich nie aufgehört.
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