Sich Selbst anderen ZuMUTen

Rund um die persönliche Situation, Erlebnisse und was einem auf dem Herzen liegt

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Hoppala
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Re: Sich Selbst anderen ZuMUTen

Beitrag von Hoppala » Sonntag 13. Januar 2019, 15:24

Tintenmalerin hat geschrieben:
Sonntag 13. Januar 2019, 01:47
Eigentlich geht es ja darum, sich anderen zuzuwenden und sich mit seinen Bedürfnissen, Wünschen und seiner Eigenartigkeit zu zeigen. Sich zu öffnen.
Es geht um Verletzlichkeit, Resonanz und echte Begegnung.
:daumen:

Das erfordert in erster Linie den eigenen Mut.
Andere Menschen können darauf in einer Weise reagieren, die man positiv oder negativ enpfindet.
Wer die negativ empfundenen Reaktionen nicht aushält, entwickelt Strategien, um allein und/oder einsam zu bleiben.

Wenn mir jemand einen Zettel mit 200 Punkten vorlegt, warum er unzumutbar sei, würde ich das auf einen zusammenkürzen: den Zettel. Und den erst mal zerreißen, und die Person einladen, mit mir ne Runde zu reden.
Anscheinend war in LCZs Vergangenheit niemand so schlau. Das sagt aber nichts über LCZs "Unzumutbarkeit", nur über die Dummheit der anderen.
Dass er sich bis heute eine Menge individueller Schrullen angewöhnt hat, die dem "Schutz gegenüber anderen" dienen, ist anzunehmen. Da stellt sich die Frage, ob er bereit wäre, die eine oder andere wieder zu lassen, wenn ihm Zumutbarkeit signalisiert würde?
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Re: Sich Selbst anderen ZuMUTen

Beitrag von Automobilist » Sonntag 13. Januar 2019, 17:25

Tania hat geschrieben:
Sonntag 13. Januar 2019, 14:19
Gerade bei euch beiden bin ich nicht so sicher, ob ihr nicht schon längst andere Menschen als Zumutung empfindet, bevor sie umgekehrt euch als Zumutung sehen ... :gruebel:
D a s geht bei mir in der Tat recht flott...
Was ist " humour " ? Excellenz Erich Ludendorff

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Le Chiffre Zéro
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Re: Sich Selbst anderen ZuMUTen

Beitrag von Le Chiffre Zéro » Sonntag 13. Januar 2019, 18:23

Tintenmalerin hat geschrieben:
Sonntag 13. Januar 2019, 01:47
Es geht ja nicht darum, daß die mir unangenehm sind. Es geht darum, daß ich ihnen unangenehm bin.
Woher willst du wissen, dass das der Fall is?
"Ich bin nun mal ich, kann gar nicht anders sein." zählt nicht.
Du hast die Antwort auf deine Frage ja zum Glück schon selbst zitiert.
Tintenmalerin hat geschrieben:
Sonntag 13. Januar 2019, 01:47
Bei dieser Gründlichkeit fehlen mir ein wenig die Worte... Zweihundert Punkte, die du an dir selbst nicht magst...
Falsch. Zumindest in diesem Kontext.

Knapp 200 Punkte, die andere Leute mit großer Wahrscheinlichkeit an mir nicht mögen – und viele davon, genug sogar, mochten sie mit Sicherheit an mir nicht.

Darum ging es mir immer und geht es mir heute noch: ob und inwiefern ich anderen Menschen unangenehm bin.

Zugegeben, einige dieser Punkte kritisierte ich an mir selbst, aber das waren überwiegend physische Punkte, die entweder nur mit einem gigantischen Aufwand und entsprechenden Kosten oder überhaupt nicht änderbar waren. Darunter waren aber auch Punkte, die ich an mir selbst nie kritisiert hätte, die aber bei meinem Umfeld auf Unverständnis bis Ablehnung gestoßen wären.
Tintenmalerin hat geschrieben:
Sonntag 13. Januar 2019, 01:47
Liest sich wie sehr konsequentes Vermeideverhalten.
Zuerst die undifferenzierte Ablehnung in der Jugend, die dazu geführt hat, dass du dich ausführlich mit dem Warum beschäftigt hast, dann die Liste, mit der du anderen abgenommen hast, dich abzulehnen. Die du selbst dann vorgeschoben hast, wenn anscheinend Interesse darin bestand, dich kennen zu lernen bzw. etwas über die zu erfahren, anstatt deinem Gegenüber die Chance zu geben, dich tatsächlich kennen zu lernen und ihre eigene Meinung zu dir zu formen. So verhindert du auch sehr effektiv, dass jemand dich gut genug kennenlernt, um tatsächlich dich zu mögen und nicht nur die angepasste Version deiner Selbst zu akzeptieren, die du öffentlich zeigst.
Daß mich jemand besser kennenlernt und mag, war für mich um Größenordnungen unwahrscheinlicher, als daß mich jemand besser kennenlernt und nicht ausstehen kann. Letzteres war um soviel wahrscheinlicher, daß das ganze Unterfangen einfach zu riskant war. Es war mir lieber, wenn meine Mitmenschen mich nicht kannten, als wenn noch mehr Mitmenschen mich nicht leiden konnten.
Tintenmalerin hat geschrieben:
Sonntag 13. Januar 2019, 01:47
Kein Wunder, dass du lieber Kopfmensch bist, als deine Gefühle noch an dich heranzulassen :sadman:
Ich habe das Dasein als Kopfmensch nicht erwählt. Es hat mich erwählt.
Hoppala hat geschrieben:
Sonntag 13. Januar 2019, 15:24
Wenn mir jemand einen Zettel mit 200 Punkten vorlegt, warum er unzumutbar sei, würde ich das auf einen zusammenkürzen: den Zettel. Und den erst mal zerreißen, und die Person einladen, mit mir ne Runde zu reden.
Anscheinend war in LCZs Vergangenheit niemand so schlau. Das sagt aber nichts über LCZs "Unzumutbarkeit", nur über die Dummheit der anderen.
Es gab einige, die die Liste als „Unsinn“ bezeichneten – aber niemanden, der wirklich mehr als das erste Dutzend Einträge gelesen hat (auf der Liste standen auch Dinge, die nicht auf den ersten Blick sofort ersichtlich waren). Dafür hatte niemand die Geduld und auch kein Interesse daran. Es hatte auch niemand Geduld dafür oder Interesse daran, mit mir darüber zu reden.

Das Attribut „Unsinn“ bezog sich auf das Konzept der Liste, nicht auf deren Inhalt, den niemand wirklich kannte.

So standen meine belegbaren Argumente, die meine Mitmenschen nicht wahrnahmen, gegen ihre Plattitüden – Plattitüden derselben Preisklasse, wie sie dem AB seit Jahr und Tag in Form von „Das wird schon“ oder „Geh’ doch mal raus“ immer wieder zugemutet werden.
← Das da sind keine Klaviertasten. Es sind Synthesizertasten. Doch, da gibt es Unterschiede.
Bisherige Signatur ersetzt, weil die sowieso kaum jemand liest.

INTJ nach Myers-Briggs

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Re: Sich Selbst anderen ZuMUTen

Beitrag von Tintenmalerin » Mittwoch 16. Januar 2019, 02:01

AviferAureus hat geschrieben:
Sonntag 13. Januar 2019, 02:14
Nihil de nihilo creari potest.
Also laut meiner noch nie besonders augeprägten Lateinkenntnisse heißt das sowas wie "Nichts kann aus Nichts erschaffen werden."
Ich weiß allerdings nicht, was das mit dem Thema zu tun hat :gruebel:
Automobilist hat geschrieben:
Sonntag 13. Januar 2019, 12:02
Tintenmalerin hat geschrieben:
Sonntag 13. Januar 2019, 01:47
Leider scheint es genug Menschen zu geben, die sich selbst als Zumutung wahrnehmen und daher jedes individuelle Bedürfnis, alles was über die funktionale Fassade hinausgeht, für sich behalten, um bloß nicht anzuecken.
Nicht nur deshalb, sondern auch - und vor Allem ! - um sich selbst vorhersehbaren Verdruß zu ersparen.
Ich habe gar nicht den Eindruck, dass du dich selbst als Zumutung wahrnimmst. Soweit ich das beurteilen kann, bist du konsequent und kompromisslos du selbst.
Die Tragik deines Lebens sehe ich eher darin, dass du dein Leben lieber an den Rand des aktuellen Zeitgeschehens verlegst hast, weil du dich einer vergangenen Zeit verbundener fühlst als dem Heute und dadurch mit den allermeisten Menschen kaum etwas anfangen kannst. Und dich dabei dennoch einsam fühlst.
Le Chiffre Zéro hat geschrieben:
Sonntag 13. Januar 2019, 18:23
Tintenmalerin hat geschrieben:
Sonntag 13. Januar 2019, 01:47
"Ich bin nun mal ich, kann gar nicht anders sein." zählt nicht.
Du hast die Antwort auf deine Frage ja zum Glück schon selbst zitiert.
Das ist kein Wissen, das ist Selbsthass.
Falsch. Zumindest in diesem Kontext.

Knapp 200 Punkte, die andere Leute mit großer Wahrscheinlichkeit an mir nicht mögen [...]
Macht das wirklich einen Unterschied?
Darum ging es mir immer und geht es mir heute noch: ob und inwiefern ich anderen Menschen unangenehm bin.
Wenn es dir wirklich darum ginge, was andere von dir halten, würdest du genau die danach fragen. Was andere an dir nicht mögen kannst du aus nicht wissen. Aber um eine Antwort von jemand anderem zu bekommen, müsstest du es darauf ankommen lassen, Ablehnung zu erfahren. Reale Ablehnung, statt dich in deinen zweihundert Punkten einzumauern.
Daß mich jemand besser kennenlernt und mag, war für mich um Größenordnungen unwahrscheinlicher, als daß mich jemand besser kennenlernt und nicht ausstehen kann. Letzteres war um soviel wahrscheinlicher, daß das ganze Unterfangen einfach zu riskant war. Es war mir lieber, wenn meine Mitmenschen mich nicht kannten, als wenn noch mehr Mitmenschen mich nicht leiden konnten.
Du schreibst "war". Hat sich das mittlerweile geändert?
Ich würde es dir wünschen.
Nebenbei gesagt sind "kennt dich" und "mag dich nicht" bei weitem nicht per se deckungsgleich.
So standen meine belegbaren Argumente, die meine Mitmenschen nicht wahrnahmen, gegen ihre Plattitüden – Plattitüden derselben Preisklasse, wie sie dem AB seit Jahr und Tag in Form von „Das wird schon“ oder „Geh’ doch mal raus“ immer wieder zugemutet werden.
Wenn ich mal versuche, mir das vorzustellen; Ich kenne dich kaum, aber du gehst schon auf Abstand, obwohl ich dir keinen Anlass dafür gegeben habe. Und auf die Frage, warum du mich meidest, kommt dann die Antwort, dass du mir nicht zu nahe kommen willst, um mir nicht unangenehm zu werden.
"Wie kommst du darauf, dass du mir unangenehm bist?"
"Weil es gar nicht anders sein kann. Es gibt Gründe™, ich habe eine Liste."
Ich fände dieses Verhalten - also mir zu sagen, was ich von dir halte(n muss) - anmaßend und herablassend.
I want to be a mystery, yet be known
I want to be together, yet alone
Is it too much to ask, to be famous yet unkown?
To be a wanderer, yet have a home?
- Kara Douglas

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Re: Sich Selbst anderen ZuMUTen

Beitrag von Hoppala » Mittwoch 16. Januar 2019, 10:59

Tintenmalerin hat geschrieben:
Mittwoch 16. Januar 2019, 02:01
Wenn ich mal versuche, mir das vorzustellen; Ich kenne dich kaum, aber du gehst schon auf Abstand, obwohl ich dir keinen Anlass dafür gegeben habe. Und auf die Frage, warum du mich meidest, kommt dann die Antwort, dass du mir nicht zu nahe kommen willst, um mir nicht unangenehm zu werden.
"Wie kommst du darauf, dass du mir unangenehm bist?"
"Weil es gar nicht anders sein kann. Es gibt Gründe™, ich habe eine Liste."
Ich fände dieses Verhalten - also mir zu sagen, was ich von dir halte(n muss) - anmaßend und herablassend.
Praktisch selffulfilling prophecy.

Ausgehend von einer vagen Vermutung wird ein Verhaltensgebäude errichtet, dass genau zu dem Ergebnis führt, welchen zuvor vage vermutet wurde. Und damit dann die Richtigkeit der Vermutung "festgestellt".

Ich vermute auch, dass LCZ, würde er das Projekt: "Frag die Leute, anstatt zu vermuten" entweder keine offenen Fragen stellen würde - im Forum z. B. hat er das ja schon exerziert: ellenlange Listen skurriler "Anstoßpunkte", um dann zu fragenb, ob das jemand nicht anstößig findet; und wenn differenzierte Antworten kamen, waren einzelne Ablehnungen einzelner Punkte Grund genug, die Lste bestätigt zu sehen; und wo Punkte nicht abgelehnt wurde, waren es "Ausnahmen" oder "Fehleinschätzungen" - oder eben sstematisch so viele Leute befragen würe, bis er wieder eine Liste beisammen hat; denn natürlich mag jeder immer an Einzelnen einzelne Punkte nicht. Bei LCZ kommt hinzu, dass er sich - seinen Schilderungen folgend - tatsächlich eine Anzahl Besonderheiten angewöhnt hat, die für sich eher interessant sind,m aber natürlich in der Menge schon erst mal ein Fragezeichen "Was ist denn das für einer" auslösen können. Normalerweise ist das ja kein Hindernis - wer aber ohnehin davon ausgeht, abgelehnt zu werden, für den dürfte das wiederum "Bestätigung" seiner Vermutung sein.

Aber dass der Käfig feinmaschig selbstgebaut ist. liegt nahe.
Damit ist LCZ nicht allein. Er betreibt es nur besonders systematisch. Wenn diese Energie stattdessen dafür verwendet würde, anderen Leuten nahezukommen ...
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Re: Sich Selbst anderen ZuMUTen

Beitrag von TheRealDeal » Donnerstag 17. Januar 2019, 20:17

Undomiel hat geschrieben:
Sonntag 6. Januar 2019, 22:02
desigual hat geschrieben:
Sonntag 6. Januar 2019, 20:25
Undomiel hat geschrieben:
Freitag 4. Januar 2019, 15:22

Ich finde mich darin absolut wieder. Mir fehlt wirklich der Mut, mich jemandem zuzumuten. Alle Aspekte, die das Buch aufgezählt hat (Einen Wunsch äußern. Eine Krankheit nicht verschweigen. Lachen, wenn andere nicht lachen. Ein Gefühl zeigen. Ja sagen. Nein sagen. Ich sagen. Sich jemandem zuwenden. Eigen-sinnig sein. Zeigen, dass man nicht weiter weiß. Hilflos sein und um Hilfe bitten. Hilfe annehmen. Ein Lied singen) fallen mir unglaublich schwer. Ich frage zum Beispiel nie nach Hilfe, wenn es sich irgendwie vermeiden lässt. Genauso wenig kann ich mich jemandem öffnen, um zu zeigen, wie es wirklich in mir aussieht. Ich mache immer alles mit mir selber aus, um niemanden zu belasten.
Ich denke, dass hat wohl mit meinem mangelnden Selbstwertgefühl zu tun. Ich halte mich immer für eine Zumutung, auch wenn meine Umgebung das vielleicht anders empfindet. Und ich bitte nicht um Hilfe, weil ich tief in meinem Inneren nicht glauben kann, dass es wirklich Menschen gibt, die mir helfen möchten und das gerne tun würden, einfach weil sie mich mögen. Ich habe immer Angst vor Abweisung, erst recht, wenn ich mich (zumindest nach meiner Auffassung) jemandem zumuten würden. Außerdem habe ich Angst, dass ich erst Recht nicht gemocht werde, wenn ich um Hilfe bitte und damit meine Schwächen zugebe.
Ich finde mich in deinen Worten leider auch wieder. Es ist richtiggehend hart, all diese Probleme, meine Probleme, so aufgezählt zu sehen.
Ja, ist leider so 😔
Ich weiß auch nicht, wie man da eine gesunde Balance findet und vor allem wie man es schafft, sich selber nicht als Zumutung zu sehen. Ich weiß selber, dass ich mir mein Leben damit (vermutlich unnötig) sehr schwer mache. Aber jedes Mal, wenn ich wieder in einer solchen Situation bin , komme ich mir unzumutbar und unwürdig vor, so verhalte ich mich dann auch 😟
:umarmung2: Das klingt sehr differenziert und nach Herausforderungen in vielen Lebensbereichen. Die Lösung ist: Sei eine Taube. Sche*ß drauf. Bleibt bei euch und macht euch keine Gedanken darüber, was andere Menschen von euch halten könnten. Ihr könnt es sowieso nicht beeinflussen. Gebt ein Bild von euch ab, bevor sich andere Menschen ein Bild von euch machen. Wahrscheinlich habe ich auch deswegen die Erfahrung machen dürfen, dass Menschen stets positiver auf mich reagiert haben, als ich mir vorher ausgemalt habe, weil andere Menschen genauso empfinden, diese Gefühle und Befindlichkeiten auch haben. Auch wenn sie sich das selbst vielleicht nicht eingestehen wollen, oder können.
Die beiden wichtigsten Tage deines Lebens sind der Tag, an dem du geboren wurdest, und der Tag, an dem du herausfindest, warum. – Mark Twain

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Re: Sich Selbst anderen ZuMUTen

Beitrag von Undomiel » Donnerstag 17. Januar 2019, 20:47

TheRealDeal hat geschrieben:
Donnerstag 17. Januar 2019, 20:17
Undomiel hat geschrieben:
Sonntag 6. Januar 2019, 22:02
desigual hat geschrieben:
Sonntag 6. Januar 2019, 20:25

Ich finde mich in deinen Worten leider auch wieder. Es ist richtiggehend hart, all diese Probleme, meine Probleme, so aufgezählt zu sehen.
Ja, ist leider so 😔
Ich weiß auch nicht, wie man da eine gesunde Balance findet und vor allem wie man es schafft, sich selber nicht als Zumutung zu sehen. Ich weiß selber, dass ich mir mein Leben damit (vermutlich unnötig) sehr schwer mache. Aber jedes Mal, wenn ich wieder in einer solchen Situation bin , komme ich mir unzumutbar und unwürdig vor, so verhalte ich mich dann auch 😟
:umarmung2: Das klingt sehr differenziert und nach Herausforderungen in vielen Lebensbereichen. Die Lösung ist: Sei eine Taube. Sche*ß drauf. Bleibt bei euch und macht euch keine Gedanken darüber, was andere Menschen von euch halten könnten. Ihr könnt es sowieso nicht beeinflussen. Gebt ein Bild von euch ab, bevor sich andere Menschen ein Bild von euch machen. Wahrscheinlich habe ich auch deswegen die Erfahrung machen dürfen, dass Menschen stets positiver auf mich reagiert haben, als ich mir vorher ausgemalt habe, weil andere Menschen genauso empfinden, diese Gefühle und Befindlichkeiten auch haben. Auch wenn sie sich das selbst vielleicht nicht eingestehen wollen, oder können.
Ich weiss, dass ich mich oft zu sehr von der Meinung anderer Menschen abhängig mache. Oder vielmehr der Meinung von der ich denke, dass sie sie von mir haben. Ich war schon immer jemand, der allen gefallen wollte und es allen Recht machen wollte, bis an die Grenze zur Selbstverleugnung. Manchmal habe ich das Gefühl, dass ich eine Rolle spiele sobald ich meine Wohnung verlasse.
Eine Lösung habe ich noch nicht gefunden. Ich wünschte wirklich, dass es mir einfach egal wäre, was andere von mir halten. Ich weiss ja, dass es mir nicht gut tut. Aber etwas wissen und auch entsprechend handeln sind leider zwei Paar Schuhe...
"Sie sehnt sich nach Nähe, Geborgenheit,
doch sie scheint nur als Zaungast genehm.
Warum kann sie denn keiner, so wie sie ist, nur mit anderen Augen sehen?
Doch wer glaubt schon, dass Wunder geschehn?
Und sie steht wieder allein vor dem Spiegel..."

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Re: Sich Selbst anderen ZuMUTen

Beitrag von TheRealDeal » Donnerstag 17. Januar 2019, 21:08

[quote=Undomiel post_id
Undomiel hat geschrieben:
Sonntag 6. Januar 2019, 22:02
Ich weiss, dass ich mich oft zu sehr von der Meinung anderer Menschen abhängig mache. Oder vielmehr der Meinung von der ich denke, dass sie sie von mir haben. Ich war schon immer jemand, der allen gefallen wollte und es allen Recht machen wollte, bis an die Grenze zur Selbstverleugnung. Manchmal habe ich das Gefühl, dass ich eine Rolle spiele sobald ich meine Wohnung verlasse.
Eine Lösung habe ich noch nicht gefunden. Ich wünschte wirklich, dass es mir einfach egal wäre, was andere von mir halten. Ich weiss ja, dass es mir nicht gut tut. Aber etwas wissen und auch entsprechend handeln sind leider zwei Paar Schuhe...
Man kann es aber nicht jedem Menschen Recht machen. Wenn Goethe das nicht konnte, mit einem IQ von angeblich 210, dann kann ich es auch nicht. Aber das Gute daran ist: Das muss ich auch gar nicht, weil ich nicht jeden Menschen kenne.

Zum Thema Wissen: Ich unterscheide zwischen Information und erlebtem/erfahrenem Wissen.

Die Frage ist: Was weißt du wirklich und was sind Mutmaßungen und Spekulationen? Hast du die Menschen, denen du begegnest und denen du etwas vorspielst, denn mal gefragt, was sie von dir halten? Ich wette, du wärst überrascht, welche Antworten du erhalten würdest...

Und wenn es um das Gefallen geht: Am schwierigsten und anspruchsvollsten ist es, sich selbst zu gefallen. Es mit sich selbst auszuhalten. Weil da die Schmerzen lauern. Aber eben auch die Antworten, die wirklich wichtig sind...
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Re: Sich Selbst anderen ZuMUTen

Beitrag von Undomiel » Freitag 18. Januar 2019, 12:27

TheRealDeal hat geschrieben:
Donnerstag 17. Januar 2019, 21:08
[quote=Undomiel post_id
Undomiel hat geschrieben:
Sonntag 6. Januar 2019, 22:02
Ich weiss, dass ich mich oft zu sehr von der Meinung anderer Menschen abhängig mache. Oder vielmehr der Meinung von der ich denke, dass sie sie von mir haben. Ich war schon immer jemand, der allen gefallen wollte und es allen Recht machen wollte, bis an die Grenze zur Selbstverleugnung. Manchmal habe ich das Gefühl, dass ich eine Rolle spiele sobald ich meine Wohnung verlasse.
Eine Lösung habe ich noch nicht gefunden. Ich wünschte wirklich, dass es mir einfach egal wäre, was andere von mir halten. Ich weiss ja, dass es mir nicht gut tut. Aber etwas wissen und auch entsprechend handeln sind leider zwei Paar Schuhe...
Man kann es aber nicht jedem Menschen Recht machen. Wenn Goethe das nicht konnte, mit einem IQ von angeblich 210, dann kann ich es auch nicht. Aber das Gute daran ist: Das muss ich auch gar nicht, weil ich nicht jeden Menschen kenne.

Zum Thema Wissen: Ich unterscheide zwischen Information und erlebtem/erfahrenem Wissen.

Die Frage ist: Was weißt du wirklich und was sind Mutmaßungen und Spekulationen? Hast du die Menschen, denen du begegnest und denen du etwas vorspielst, denn mal gefragt, was sie von dir halten? Ich wette, du wärst überrascht, welche Antworten du erhalten würdest...

Und wenn es um das Gefallen geht: Am schwierigsten und anspruchsvollsten ist es, sich selbst zu gefallen. Es mit sich selbst auszuhalten. Weil da die Schmerzen lauern. Aber eben auch die Antworten, die wirklich wichtig sind...
Du hast Recht man kann es nicht Jedem Recht machen. Ich versuche es trotzdem immer 🤷‍♀️
Zu deiner Frage: Ich weiss aus meiner Erfahrung, dass mir die Meinung anderer Menschen über mich zu wichtig ist. Und auch, dass es mir damit nicht gut geht.
Nur Mutmaßung ist (meistens), welche Meinungen andere den jetzt tatsächlich über mich haben. Direkt gefragt habe ich nie.

Ja, sich selber zu gefallen ist auf jeden Fall am schwierigsten. Das ist ja der ganze Hintergrund bei mir. Weil ich mir selber nicht gefalle versuche ich, wenigstens den anderen Leuten zu gefallen...
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Re: Sich Selbst anderen ZuMUTen

Beitrag von Gatem » Samstag 19. Januar 2019, 10:39

TheRealDeal hat geschrieben:
Donnerstag 17. Januar 2019, 21:08
Man kann es aber nicht jedem Menschen Recht machen. Wenn Goethe das nicht konnte, mit einem IQ von angeblich 210, dann kann ich es auch nicht. Aber das Gute daran ist: Das muss ich auch gar nicht, weil ich nicht jeden Menschen kenne.
Man muss ja gar nicht versuchen es jedem „Recht zu machen“, aber ich denke man sollte zumindest versuchen es niemandem „Unrecht zu machen“, bzw. niemandem auf die Nerven zu gehen.

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Re: Sich Selbst anderen ZuMUTen

Beitrag von mak1 » Samstag 19. Januar 2019, 11:12

Gatem hat geschrieben:
Samstag 19. Januar 2019, 10:39

Man muss ja gar nicht versuchen es jedem „Recht zu machen“, aber ich denke man sollte zumindest versuchen es niemandem „Unrecht zu machen“, bzw. niemandem auf die Nerven zu gehen.
Auch auf die Nerven gehen ist unvermeidbar. Da gibt es diesen schönen Satz: Nobody is perfect. Als Ergänzung dazu hat mal jemand geschrieben: But who the hell is Nobody?
Ich kann nicht vermeiden jemandem auf die Nerven zu gehen, weil ich seine Toleranzgrenzen nicht kenne. Aber die meisten Menschen haben im Laufe ihres Lebens gelernt, wenn einer nervt, sich einfach zurück zu ziehen.
Wenn ich mich bemühe NIEMANDEM auf die Nerven zu gehen, komme ich aus dem Verbiegen gar nicht heraus. Und mich zu Verbiegen habe ich mir vor vielen Jahren abgewöhnt. Ich kann aber eine klare Aussage akzeptieren wie: Du nervst.

Morkel

Re: Sich Selbst anderen ZuMUTen

Beitrag von Morkel » Samstag 19. Januar 2019, 13:49

Gatem hat geschrieben:
Samstag 19. Januar 2019, 10:39
TheRealDeal hat geschrieben:
Donnerstag 17. Januar 2019, 21:08
Man kann es aber nicht jedem Menschen Recht machen. Wenn Goethe das nicht konnte, mit einem IQ von angeblich 210, dann kann ich es auch nicht. Aber das Gute daran ist: Das muss ich auch gar nicht, weil ich nicht jeden Menschen kenne.
Man muss ja gar nicht versuchen es jedem „Recht zu machen“, aber ich denke man sollte zumindest versuchen es niemandem „Unrecht zu machen“, bzw. niemandem auf die Nerven zu gehen.
Das kannst du aber nur ansatzweise erreichen, indem du dich aus wirklich jedem sozialen Kontakt herausnimmst, also wenn du als Eremit in eine menschenleere Gegend ziehst, oder dich quasi in Luft auflöst. Aber selbst dieses Verschwinden dorthin könnte ja schon jemandem aus deinem jetzigen Umfeld auf die Nerven gehen :mrgreen:

Du siehst, es ist ein absolut aussichtsloses Unterfangen...

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Re: Sich Selbst anderen ZuMUTen

Beitrag von Le Chiffre Zéro » Samstag 19. Januar 2019, 18:47

Tintenmalerin hat geschrieben:
Mittwoch 16. Januar 2019, 02:01
Falsch. Zumindest in diesem Kontext.

Knapp 200 Punkte, die andere Leute mit großer Wahrscheinlichkeit an mir nicht mögen [...]
Macht das wirklich einen Unterschied?
Es macht auch insofern einen Unterschied, als auf der Liste etliche Eigenschaften standen, die mich selbst an mir überhaupt nicht gestört haben und die ich unter gar keinen Umständen jemals hätte ändern wollen, weil ich sie selbst so erwählt habe – beispielsweise mein Musikgeschmack und meine völlige alkoholische Abstinenz. Aber mit diesen Eigenschaften – inklusive der beiden genannten – war ständiges Anecken, um es vorsichtig auszudrücken, in meinem damaligen Umfeld unvermeidlich, ja, an der Tagesordnung.
Tintenmalerin hat geschrieben:
Mittwoch 16. Januar 2019, 02:01
Darum ging es mir immer und geht es mir heute noch: ob und inwiefern ich anderen Menschen unangenehm bin.
Wenn es dir wirklich darum ginge, was andere von dir halten, würdest du genau die danach fragen.
Wenn du jemandem wirklich unangenehm bist oder jemand dich absolut nicht leiden kann, wird dieser Jemand es dir wohl kaum unverblümt ins Gesicht sagen. Auch auf ausdrückliche Anfrage nicht.
Tintenmalerin hat geschrieben:
Mittwoch 16. Januar 2019, 02:01
Was andere an dir nicht mögen kannst du aus nicht wissen.
Ich kann es abschätzen nach der folgenden Formel:

Eigenschaft X kommt in meinem Umfeld nicht gut an
+ Eigenschaft X trifft auf mich zu
= ich werde mein Umfeld mit Eigenschaft X belästigen
Tintenmalerin hat geschrieben:
Mittwoch 16. Januar 2019, 02:01
Daß mich jemand besser kennenlernt und mag, war für mich um Größenordnungen unwahrscheinlicher, als daß mich jemand besser kennenlernt und nicht ausstehen kann. Letzteres war um soviel wahrscheinlicher, daß das ganze Unterfangen einfach zu riskant war. Es war mir lieber, wenn meine Mitmenschen mich nicht kannten, als wenn noch mehr Mitmenschen mich nicht leiden konnten.
Du schreibst "war". Hat sich das mittlerweile geändert?
Ich würde es dir wünschen.
Das kommt ganz aufs Umfeld an.

Es gibt Umfelder, zu denen ich einigermaßen passe, z. B. solche mit gemeinsamen Interessen. Da bin ich immer noch vorsichtig, aber eine gemeinsame Grundlage hilft.

Es gibt Umfelder, in denen ich willkommen bin und das auch weiß. Das sind wenige.

Überall sonst bin ich vorsichtshalber zumindest sehr zurückhaltend, und ich lasse die Menschen nur sehr wenig über mich wissen.

Euch habe ich schon zuviel von mir erzählt. Aber manchmal muß es sein, um meinen Standpunkt zu erklären. Gewisse Informationen über mich gibt es allerdings nur per PN und auch nur an Leute, denen ich einigermaßen vertrauen kann.
Tintenmalerin hat geschrieben:
Mittwoch 16. Januar 2019, 02:01
So standen meine belegbaren Argumente, die meine Mitmenschen nicht wahrnahmen, gegen ihre Plattitüden – Plattitüden derselben Preisklasse, wie sie dem AB seit Jahr und Tag in Form von „Das wird schon“ oder „Geh’ doch mal raus“ immer wieder zugemutet werden.
Wenn ich mal versuche, mir das vorzustellen; Ich kenne dich kaum, aber du gehst schon auf Abstand, obwohl ich dir keinen Anlass dafür gegeben habe. Und auf die Frage, warum du mich meidest, kommt dann die Antwort, dass du mir nicht zu nahe kommen willst, um mir nicht unangenehm zu werden.
"Wie kommst du darauf, dass du mir unangenehm bist?"
"Weil es gar nicht anders sein kann. Es gibt Gründe™, ich habe eine Liste."
Ich fände dieses Verhalten - also mir zu sagen, was ich von dir halte(n muss) - anmaßend und herablassend.
Es mag so erscheinen, als schriebe ich meinen Mitmenschen vor, was sie von mir zu halten haben sollen. Dem ist nicht so.

Wie du schon schreibst: Du kennst mich kaum. So ist klar, daß du dich fragst, warum ich dir unangenehm sein soll. Du weißt es nicht. Du kennst die unangenehmen Eigenschaften an mir nicht.

Nun fragst du.

Daraufhin ziehe ich die Liste und sage: „Gut, ich möchte, daß du mir sagst, daß nichts an alledem, was hier steht“, mit diesen Worten reiche ich dir die Liste, damit du sie liest, „in irgendeiner Weise negativ und, Schrägstrich, oder unangenehm sein soll.“

Möglichkeit 1: Du hast keine Lust, gut zwei bedruckte DIN-A4-Seiten zu lesen, gibst mir die Liste zurück und sagst aus reiner Bequemlichkeit, daß das Unsinn sei.

„Nun gut“, werde ich sagen, „vielleicht ist es besser, wenn du all dies über mich nicht weißt und mich nicht näher kennenlernst. Jedenfalls ist es besser für uns beide, wenn du meine vielen Schattenseiten nie kennenlernst und dir so keine negative Meinung von mir machen kannst. Dann möchte ich aber, daß du verstehst, warum ich fortan weiterhin auf Distanz bleibe: damit genau das so bleibt und du nichts über mich erfährst.“

Möglichkeit 2: Du liest nur die ersten paar Punkte, ansonsten siehe Möglichkeit 1.

Möglichkeit 3: Du liest die Liste tatsächlich durch. (Die Geduld hatte damals niemand und auch kein Interesse daran, jeden einzelnen Punkt zu debattieren, geschweige denn entgegen meiner Hartnäckigkeit zu widerlegen zu versuchen.) Ein paar Punkte muß ich dir näher erläutern, denn – wie du schon sagtest – du kennst mich kaum und weißt daher nicht, warum nun dies oder jenes an mir so negativ sein soll, z. B. mein Musikgeschmack.

Je mehr du liest und dir erklären läßt, von desto mehr negativen/störenden Eigenschaften an mir erfährst du, und desto größer ist das Risiko, daß du dich nach Lektüre der Liste zwar gezwungen höflich, aber dennoch angewidert von mir abwendest.

Übrigens existierte die Liste aus zwei Gründen:

Zum einen sollten meine Mitmenschen sofort auf den ersten Blick sehen, wieviel dem Umfeld, dem sie selbst angehören, an mir negativ auffallen oder gar unangenehm sein könnte und höchstwahrscheinlich ist. Wenn ich es ihnen mündlich erklären würde, und sie haben nach dem vierten Punkt keine Lust mehr, glauben sie, es sind nur diese vier Punkte, und vier Punkte sind lächerlich wenig. Woher sollen sie auch ahnen, geschweige denn wissen, daß noch 180 weitere Punkte gefolgt wären?

Zum anderen hatte ich ganz einfach keine Lust, mir bei jedem einzeln immer wieder aufs Neue den Mund fusselig zu reden und alles immer wieder aufs Neue zu erklären. So schrieb ich es einmal nieder, und statt langer mündlicher Erläuterungen gab es das Schriftstück in die Hand.
TheRealDeal hat geschrieben:
Donnerstag 17. Januar 2019, 20:17
Bleibt bei euch und macht euch keine Gedanken darüber, was andere Menschen von euch halten könnten.
Das klingt für mich wie die Floskel, daß man sich selbst lieben soll, und zwar auch dann noch, wenn alle anderen Menschen einen abscheulich finden. (Im übrigen ist man damit sofort wieder eine winzige Meinungsminderheit.)
TheRealDeal hat geschrieben:
Donnerstag 17. Januar 2019, 20:17
Gebt ein Bild von euch ab, bevor sich andere Menschen ein Bild von euch machen.
Been there, done that: die Liste.
mak1 hat geschrieben:
Samstag 19. Januar 2019, 11:12
Auch auf die Nerven gehen ist unvermeidbar.
Aber reduzierbar, z. B. indem man sich seinen Mitmenschen gegenüber nicht aufführt wie die Axt im Walde und sich ihnen ungefragt aufzwängt, wenn das nicht unbedingt notwendig ist. Und häufiger, als ihr glaubt, ist es eben nicht unbedingt notwendig und somit vermeidbar.

Genau aus diesem Grunde übrigens vermeide ich es beispielsweise, mich in öffentlichen Verkehrsmitteln – die ich sehr häufig nutze – in eine Sitzgruppe zu jemandem zu setzen, der nicht ausdrücklich meine Gesellschaft wünscht.
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Re: Sich Selbst anderen ZuMUTen

Beitrag von Automobilist » Samstag 19. Januar 2019, 19:13

Le Chiffre Zéro hat geschrieben:
Samstag 19. Januar 2019, 18:47
Es macht auch insofern einen Unterschied, als auf der Liste etliche Eigenschaften standen, die mich selbst an mir überhaupt nicht gestört haben und die ich unter gar keinen Umständen jemals hätte ändern wollen, weil ich sie selbst so erwählt habe – beispielsweise mein Musikgeschmack und meine völlige alkoholische Abstinenz.
Mehr als verständlich. Offengestanden, m i c h würde diese Liste s e h r interessieren.
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Re: Sich Selbst anderen ZuMUTen

Beitrag von Tania » Samstag 19. Januar 2019, 21:36

Le Chiffre Zéro hat geschrieben:
Samstag 19. Januar 2019, 18:47

Daraufhin ziehe ich die Liste und sage: „Gut, ich möchte, daß du mir sagst, daß nichts an alledem, was hier steht“, mit diesen Worten reiche ich dir die Liste, damit du sie liest, „in irgendeiner Weise negativ und, Schrägstrich, oder unangenehm sein soll.“
Bei einer 200-Punkte-Liste geht schon die Wahrscheinlichkeit, dass ein einzelner Mensch darauf NICHTS Unangenehmes findet, gegen Null. Die Wahrscheinlichkeit, dass allgemein (also für alle Menschen) nichts daran unangenehm sein soll, wäre da nicht wesentlich größer. Also, wozu sich mit der Liste befassen, wenn die Antwort auf die Frage von vornherein feststeht?

Diese Liste, verbunden mit der Fragestellung, ist nur zu einem Zweck gut: den anderen Menschen möglichst schnell los zu werden, ohne dabei die Verantwortung für das Scheitern der Kommunikation zu übernehmen.

Wenn es Dir wirklich darum geht, dass Menschen Dich kennenlernen (und Du das unbedingt per Liste abhandeln willst), dann wäre es zielführender, alle 215 Eigenschaften (die guten und die schlechten) alphabetisch sortiert aufzulisten und sie der betreffenden Person auszuhändigen mit "lies bitte mal und entscheide dann, ob Du weiter mit mir Umgang pflegen willst". Noch hilfreicher wäre natürlich, wenn Du die Eigenschaften noch jeweils mit einer Gewichtung versehen könntest .. also wie stark prägend die jeweiligen Eigenschaften für Dich sind. Du wirst ja kaum 215 absolut prägende Charakteristika haben.

Jeder hat positive und negative Eigenschaften. Wenn Du verlangst, dass jemand alle 215 Punkte nicht schlimm findet, wirst Du niemanden finden, der das tut. Aber ich bin ausgesprochen optimistisch, dass es genug Leute gibt, die sagen "ich seh da jetzt nix, weswegen man den Mann mit Fackeln und Mistgabeln aus dem Dorf jagen sollte, aber durchaus paar Punkte, die es lohnend scheinen lassen, sich mal mit ihm zu unterhalten."


Ansonsten kann ich nur wiederholen, was ich schon Dir öfter gesagt habe: ich empfinde Deine Gesellschaft als durchaus angenehm (kenne aber natürlich nicht alle 215 Eigenschaften) - habe allerdings auf Treffen bisher immer den Eindruck gehabt, dass Du auf die Gesellschaft der Anwesenden nicht unbedingt Wert legst.

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Re: Sich Selbst anderen ZuMUTen

Beitrag von Le Chiffre Zéro » Sonntag 20. Januar 2019, 01:29

Tania hat geschrieben:
Samstag 19. Januar 2019, 21:36
Bei einer 200-Punkte-Liste geht schon die Wahrscheinlichkeit, dass ein einzelner Mensch darauf NICHTS Unangenehmes findet, gegen Null. Die Wahrscheinlichkeit, dass allgemein (also für alle Menschen) nichts daran unangenehm sein soll, wäre da nicht wesentlich größer.
Das ist mir schon klar. Aber es gab und gibt wirklich genügend Leute, für die es einzelne Punkte gibt, die nun wirklich absolut unerträgliche No-Gos sind. Und für viele andere macht es eben die Masse, also nicht einzelne Punkte für sich, sondern die Summe derjenigen Punkte, die für sie negativ sind – und das sind dann nicht eben wenige Punkte.
Tania hat geschrieben:
Samstag 19. Januar 2019, 21:36
Diese Liste, verbunden mit der Fragestellung, ist nur zu einem Zweck gut: den anderen Menschen möglichst schnell los zu werden, ohne dabei die Verantwortung für das Scheitern der Kommunikation zu übernehmen.
Mitnichten. Sie sollte informieren, und zwar auf eine effiziente Art.
Tania hat geschrieben:
Samstag 19. Januar 2019, 21:36
Wenn es Dir wirklich darum geht, dass Menschen Dich kennenlernen (und Du das unbedingt per Liste abhandeln willst), dann wäre es zielführender, alle 215 Eigenschaften (die guten und die schlechten) alphabetisch sortiert aufzulisten und sie der betreffenden Person auszuhändigen mit "lies bitte mal und entscheide dann, ob Du weiter mit mir Umgang pflegen willst".
Mir ging (und geht) es ja eben gerade nicht darum, daß Menschen mich kennenlernen. Das habe ich mit der Liste nie forcieren wollen. Ich wollte immer, daß die Menschen möglichst wenig von mir mitbekommen und möglichst wenig von mir wissen.

Die Liste diente mir als Hilfsmittel, wenn ich mich gezwungen sah, jemanden über mich zu informieren, der – mangels Wissen über mich – nicht verstand, warum ich mich so verhielt, wie ich mich verhielt. Ich wollte es einfach nicht jedes einzelne Mal wieder mündlich erklären. Wie ich auch schon schrieb, neigten die Leute dazu, nach vielleicht sechs von mir aufgezählten Punkten mit ihrer Aufmerksamkeit am Ende zu sein, mir nicht mehr zuzuhören und dann zu glauben, sechs von sechs Punkten gehört zu haben – statt sechs von 180.

Natürlich wäre es mir lieber gewesen, hätten meine Mitmenschen von meinen Defiziten nicht auch nur das geringste bißchen mitbekommen. Aber in solchen Situationen hatte ich eine Informationspflicht.

Im übrigen war die Liste weder unsortiert noch alphabetisch sortiert, sondern logisch: Gewisse Punkte bauten aufeinander auf. Gewisse Punkte setzten zum Verständnis das Informiertsein über andere Punkte voraus und mußten daher auf diese Punkte folgen. Außerdem waren die Punkte thematisch zusammengefaßt, weil das wesentlich leichter verständlich ist als eine strikt alphabetische Sortierung, bei der thematisch zusammenhängende Punkte auseinandergerissen würden.

Positivpunkte gehörten nicht in die Liste, weil sie das Thema verfehlt hätten.
Tania hat geschrieben:
Samstag 19. Januar 2019, 21:36
Noch hilfreicher wäre natürlich, wenn Du die Eigenschaften noch jeweils mit einer Gewichtung versehen könntest .. also wie stark prägend die jeweiligen Eigenschaften für Dich sind. Du wirst ja kaum 215 absolut prägende Charakteristika haben.
Jeder gewichtet solche Eigenschaften anders. Die Gewichtung der Punkte überließ ich daher dem Leser. Auch die individuelle Beurteilung überließ ich letztlich dem Leser.

Zum einen aber schätzte ich die Wahrscheinlichkeit einer negativen Beurteilung bei vielen Punkten als sehr viel höher ein als die einer neutralen Beurteilung und sah in den allermeisten Fällen keine Chance auf eine positive Beurteilung desselben Punkts. Ich war da lieber vorsichtig. Wenn ich meine Mitmenschen in Ruhe ließ – unabhängig davon, ob ich ihnen nun angenehm oder unangenehm gewesen wäre –, war das für mindestens die Mehrzahl der Beteiligten besser, als wenn ich mich ihnen aufgedrängt hätte in der Annahme, ihnen angenehm zu sein, und ihnen dann aber unangenehm gewesen wäre.

Zum anderen hat von einer Beurteilung der einzelnen Punkte mir gegenüber nie jemand Gebrauch gemacht. Ehrlich gesagt hatte ich immer gehofft, daß jemand die Liste wirklich bis zum Ende Punkt für Punkt durchgeht und jeden Punkt beurteilt, und zwar mit Begründung. Das geschah aber nie auch nur in Ansätzen.
Tania hat geschrieben:
Samstag 19. Januar 2019, 21:36
Ansonsten kann ich nur wiederholen, was ich schon Dir öfter gesagt habe: ich empfinde Deine Gesellschaft als durchaus angenehm (kenne aber natürlich nicht alle 215 Eigenschaften) - habe allerdings auf Treffen bisher immer den Eindruck gehabt, dass Du auf die Gesellschaft der Anwesenden nicht unbedingt Wert legst.
Bei AB-Treffen bin ich nicht unbedingt unter Menschen, mit denen ich ein Interessensgebiet teile. Ein gemeinsames Schicksal, ja, aber auch das nicht mit allen, und selbst wenn, dann mitnichten auf denselben Grundlagen.

Ohne gemeinsames Interessensgebiet fällt es mir schwer, mit Menschen, die ich kaum bis gar nicht kenne, zu kommunizieren. Bei AB-Treffen kommt noch erschwerend hinzu, daß ich maximal von einigen ganz wenigen Personen die Identität im Treff kenne und bei allen anderen überhaupt nicht weiß, wer das ist. Es gibt Leute, die ich schon auf etlichen Treffen gesehen habe, von denen ich aber bis heute nicht weiß, wer sie im Treff sind. Und selbst wenn, heißt das noch lange nicht, daß sich für mich daraus eine passable Gesprächsgrundlage bildet. Denn ich weiß immer noch nicht, worüber ich gut mit wem reden kann. Und dann rede ich mit niemandem. Und mit wem ich nicht rede, in dessen Nähe muß ich mich auch nicht aufhalten.

Selbst wenn es ein gemeinsames Interessensgebiet gibt, nehme ich nur sehr ungern von mir aus (Erst-)Kontakt auf zu Menschen, die ich nicht kenne.

So ergeht es mir aber auch in anderen Situationen. Ich habe schon bei einem Mehrtagestreffen stundenlang mit niemandem geredet. Selbst wenn ich auf einer Fan-Convention wäre, wo ich niemanden auch nur ein bißchen kenne (in Europa mittlerweile schwierig), dann würde ich außer mit Händlern mit niemandem reden, sofern ich nicht angesprochen würde. Auf meiner ersten Convention war es sogar fast so.
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Re: Sich Selbst anderen ZuMUTen

Beitrag von Tania » Sonntag 20. Januar 2019, 02:58

Danke für Deine Erklärung, Zéro.

Ein paar Punkte sind mir allerdings noch unklar. Zum Beispiel schreibst Du zum Zweck besagter Liste:
Le Chiffre Zéro hat geschrieben:
Sonntag 20. Januar 2019, 01:29
Sie sollte informieren, und zwar auf eine effiziente Art.
Etwas später folgt dann
Positivpunkte gehörten nicht in die Liste, weil sie das Thema verfehlt hätten.
Warum gehören Positivpunkte nicht zu den wissenswerten Informationen?

Zweite Frage:
Ich wollte immer, daß die Menschen möglichst wenig von mir mitbekommen und möglichst wenig von mir wissen.

Die Liste diente mir als Hilfsmittel, wenn ich mich gezwungen sah, jemanden über mich zu informieren, der – mangels Wissen über mich – nicht verstand, warum ich mich so verhielt, wie ich mich verhielt.
Das verstehe ich als "Ich habe kein Interesse daran, dass jemand diese Liste sieht, fühle mich aber in bestimmten Situationen gezwungen oder verpflichtet, sie zu präsentieren."

Etwas später folgt dann
Zum anderen hat von einer Beurteilung der einzelnen Punkte mir gegenüber nie jemand Gebrauch gemacht. Ehrlich gesagt hatte ich immer gehofft, daß jemand die Liste wirklich bis zum Ende Punkt für Punkt durchgeht und jeden Punkt beurteilt, und zwar mit Begründung. Das geschah aber nie auch nur in Ansätzen.
Das wirkt für mich widersprüchlich. Einerseits würdest Du die Liste freiwillig niemandem zeigen wollen, andererseits wünscht Du Dir, dass jemand sie lesen und Punkt für Punkt kommentieren würde? Warum? Was erwartest Du davon?

Nebenbei bemerkt: ich würde das sogar tun. Allerdings ausschließlich wenn Dein Wunsch, diese Kommentare zu bekommen, deutlich stärker ist als Deine Aversion gegen das Weitergeben der Liste. Und wenn die 15 Positivaspekte auch draufstehen - meinetwegen dezent untergemischt. So liefest Du zwar Gefahr zu erleben, dass auch diese Punkte neutral oder negativ bewertet werden, aber vielleicht wäre das ja sogar wünschenswert.

Und ich vermute, dass z.B. der Automobilist zu einer ähnlichen Beurteilung bereit wäre. Oder die Optimistin ...

Die Frage ist nur: was würden Dir die Beurteilungen von Menschen bringen, die für Dich weder als Partnerin in Frage kommen noch Deine Interessen teilen?
Tania hat geschrieben:
Samstag 19. Januar 2019, 21:36
Noch hilfreicher wäre natürlich, wenn Du die Eigenschaften noch jeweils mit einer Gewichtung versehen könntest .. also wie stark prägend die jeweiligen Eigenschaften für Dich sind. Du wirst ja kaum 215 absolut prägende Charakteristika haben.
Jeder gewichtet solche Eigenschaften anders. Die Gewichtung der Punkte überließ ich daher dem Leser. Auch die individuelle Beurteilung überließ ich letztlich dem Leser.
Ja, jeder gewichtet anders, wie wichtig eine bestimmte Eigenschaft für ihn ist. Deshalb ist durchaus interessant, wie Du selbst das bewertest. Wobei "wichtig" hier bedeutet, wie unverrückbar die jeweilige Eigenschaft ist und wie viel Raum sie in Deinem Leben einnimmt.

Beispiel: wenn die Eigenschaft lautet "ich trage ausschließlich Schuhe der Marke X", dann ist es schon ein Unterschied, ob Du 4 Paar Schuhe besitzt, die Du alle 2 Wochen mal putzt und ersetzt, wenn sie abgetragen sind - oder ob in Deinem Flur 2 Regale mit X-Schuhen stehen, Du täglich alle von Staubkörnchen befreist, jeden Morgen eine Stunde der Entscheidung widmest, welches Paar Du heute trägst, und jedes zweite Wochenende mit Schuhkauf verbringst.

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Re: Sich Selbst anderen ZuMUTen

Beitrag von Nonkonformist » Sonntag 20. Januar 2019, 08:22

So eine liste wäre für mich doch zuviel arbeit gewesen.
Pauschale konnten die meisten extravertierten normalos gegenseitig nicht viel mit mir anfangen, und resonierte ich am besten mit introvertierten aussenseiter, auch wann es da mal ausnahmen gab.
Am besten kam ich zurecht mit anderen künstlerichen escapisten, und generell mit nerds und geeks.
Aber ich habe es immer jeden individu überlassen was der von mich hält, und nie versucht das zu analysieren.
Es hat menschen gegeben die mich wirklich nicht mögen, aber meist wird ich in der normalowelt als eine art harmlose paradiesvogel betrachtet, und gibt es eine art grundsympathie. Für freundschafte zu wenig, und diejenigen die mich zum normalo konvertieren wollten bin ich lieber aus den weg gegangen, aber unsympatisch fanden mir doch wenigen.
Mit den meisten menschen lebe ich eher friedsam an einander vorbei; keine feindseligkeiten, nur nichts das uns bindet.
Dazu bedarf es keine lange listen oder tiefenanalysen, und ich kann gut damit leben.
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Re: Sich Selbst anderen ZuMUTen

Beitrag von Bummi » Sonntag 20. Januar 2019, 16:49

mak1 hat geschrieben:
Samstag 19. Januar 2019, 11:12


Auch auf die Nerven gehen ist unvermeidbar. Da gibt es diesen schönen Satz: Nobody is perfect. Als Ergänzung dazu hat mal jemand geschrieben: But who the hell is Nobody?
Richtig. Und ohne große Wertung.
Insofern finde ich hin und wieder einen Perspektivwechsel ganz nützlich. Zu schauen, ob und inwiefern andere Leute zuMutbar für mich sind. Am besten ganz rational ohne große emotionale Wertung.
Das Verhältnis sollte möglichst ausgeglichen sein: ich bin unzumutbar, andere sind es aber genauso, jeder Mensch ist irgendwann mal unzumutbar

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Re: Sich Selbst anderen ZuMUTen

Beitrag von NBUC » Sonntag 20. Januar 2019, 17:08

Das Beispiel zeigt doch eigentlcih noch einmal das Problem mit Tschaka-Psychologie.

Manchmal mag das dem (leicht) Betroffenen dann schriftlich zeigen, dass er doch nicht so ohne Qualitäten ist.
Wer schon "etwas länger dabei ist", wird es auch problemlos schaffen so einen zettel zu einer emotionalen Hinrichtung werrden zu lassen und ohne eine eindringliche Nachmoderation und positiv verlaufende Diskussion wird ihn das nur noch einmal tiefer reinreiten.

Die gute Nachricht ist: Wenn du es schaffst jemanden zu begeistern, werden sich in den meisten Fällen bestimmt 80+% als "who cares" oder aber zielgruppenspezifische Mankos heraustellen - und allen gleichzeitig kann man es eh nicht recht machen.

Die schlechte Nachricht ist: Um zu begeistern reicht es leider nicht einmal diese Liste negativer Aspekte auf 0 zu reduzieren.

Zum Urthema Zumutung:
Zumutung ist vermutlich ganz global gesehen ein als übermäßig angenommenes Ungleichgewicht an Belastung gegenüber Lebensqualitätsgewinn, welche ein Kontakt hervorruft.
Damit ist das Thema dann eben immer auch von der Konstellation abhängig von dem so angesprochenen, der akuten Situation und dem Wunsch des Ansprechenden, aber eben nicht alleine von der Person des Ansprechenden.
Ggf. kann aber der Wunsch halt im statistisch zu erwartenden Fall dann eine Zumutung sein, was hier dann ja leider auch ausreicht um als AB zu ualifizieren.
Natural Born UnCool

Alle gesellschaftlichen Betrachtungen enthalten zwangsläufig Verallgemeinerungen und werden daher Ausnahmen und Einzelfälle enthalten, denen sie nicht gerecht werden können.

wenn ich nicht antworten sollte heißt das nicht, dass du Recht hast, sondern ich kein Internet!

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