Wie Gefühle eine Beziehung verhinderten

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BartS
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Wie Gefühle eine Beziehung verhinderten

Beitrag von BartS » Montag 7. Januar 2019, 13:35

Zwischen den Feiertagen hatte ich mit einer Bekanntin gechattet. Sie ist schon viele Jahre Single. Und die Situationen belastet sie sehr. Vor einem Jahr hat sie angefangen, sich mit einigen Männern aus einer Partnerbörse zu treffen. Mit einem verstand sie sich gut. Sie haben fast jede Woche etwas unternommen. Sie habe sich auch gerne mit ihm getroffen, weil sie auch ähnlich tickten, gemeinsame Interessen hatten und er ihr gegenüber offen und aufmerksam war.

Als die Phase kam, wo der nächste Schritt anstand, hatte sie in sich reingehorcht. Sie meinte, dass sie damals nicht verliebt in ihn war. Aber sie verspürte eine Angst, weil sie schon viele Jahre Single war und mit ihren letzten Beziehungen keine guten Erfahrungen gemacht habe. Die Angst vor dem Thema Beziehungen führte dazu, dass sie sich von der Partnerbörse abmeldete und mit dem Mann nur weiter befreundet blieb.

Jetzt ein Jahr später berichtete sie mir, dass er eine Beziehung gefunden hat. Und jetzt spürt sie, dass sie eine gute Möglichkeit verstreichen lies, mit ihm eine Beziehung einzugehen. Sie hat mehr auf ihre Ängste gehört und konnte sich deshalb nicht verlieben. Oder sie konnte sich nicht in ihn verlieben, weil das alles so real war. Tja, am Ende bereut man die Dinge im Leben, die man nicht versucht hat.

Es heißt ja immer, man solle bei Beziehungen auf seine Gefühle hören. Ich frage mich aber, was das hilft, wenn diese hauptsächlich aus Ängsten bestehen. Kann man da seinen Gefühlen überhaupt trauen, wenn diese hauptsächlich aus Furcht und Angst bestehen? In dem konkreten Fall haben die Gefühle verhindert, eine vermutlich funktionierende Beziehung einzugehen.
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Re: Wie Gefühle eine Beziehung verhinderten

Beitrag von Morkel » Montag 7. Januar 2019, 17:42

BartS hat geschrieben:
Montag 7. Januar 2019, 13:35
Es heißt ja immer, man solle bei Beziehungen auf seine Gefühle hören.

Wo heißt es das? Ich kenne eher den Ratschlag, man solle auf sein Herz hören, was ja noch Sinn ergibt. Aber der generelle Ratschlag man solle auf seine Gefühle hören wäre mir neu. Angesichts von Aggression, Angst, Neid, Verzweiflung usw. welche ja zweifelsohne auch zum Spektrum dazugehören wäre ein solcher kategorischer Rat auch ziemlich, nunja, kontraproduktiv für eine Beziehung.

Ich frage mich aber, was das hilft, wenn diese hauptsächlich aus Ängsten bestehen. Kann man da seinen Gefühlen überhaupt trauen, wenn diese hauptsächlich aus Furcht und Angst bestehen? In dem konkreten Fall haben die Gefühle verhindert, eine vermutlich funktionierende Beziehung einzugehen.
Sehr gut erkannt... und eigentlich hast du dir damit die Frage auch schon selbst beantwortet. Gefühle vernebeln einem sowohl im negativen als auch positiven Sinne die Sicht. Als Ratgeber also denkbar ungeeignet. Was nicht heißt kalt und berechnend zu werden, sondern eher "eine Etage höher" zu gehen, also mehr vom Bauch ins Herz, und nicht sofort in den Kopf.
Zuletzt geändert von Morkel am Montag 7. Januar 2019, 17:48, insgesamt 1-mal geändert.

Cascade
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Re: Wie Gefühle eine Beziehung verhinderten

Beitrag von Cascade » Montag 7. Januar 2019, 17:48

Deiner Bekannten brachte es doch nichts den nächsten Schritt anzugehen, wenn sie zum damaligen Zeitpunkt keine Gefühle für ihn hatte. Hier hat wahrscheinlich auch der Punkt mit reingespielt, das sie in vergangenen Beziehungen nicht so gute Erfahrungen gemacht hatte und dann auf Abstand gegangen ist. Wie mein Vorredner bereits erwähnte, ist es da vermutlich sinnvoller auf sein Herz zu hören, denn Gefühle können einem den Verstand vernebeln, genau so gut wie der Kopf hier eine Bremse sein kann.

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Re: Wie Gefühle eine Beziehung verhinderten

Beitrag von BartS » Montag 7. Januar 2019, 19:52

Morkel hat geschrieben:
Montag 7. Januar 2019, 17:42
Ich kenne eher den Ratschlag, man solle auf sein Herz hören, was ja noch Sinn ergibt.
Sind Herz und Gefühle nicht Synonyme für viele Menschen?
Morkel hat geschrieben:
Montag 7. Januar 2019, 17:42
Sehr gut erkannt... und eigentlich hast du dir damit die Frage auch schon selbst beantwortet. Gefühle vernebeln einem sowohl im negativen als auch positiven Sinne die Sicht. Als Ratgeber also denkbar ungeeignet. Was nicht heißt kalt und berechnend zu werden, sondern eher "eine Etage höher" zu gehen, also mehr vom Bauch ins Herz, und nicht sofort in den Kopf.
Ich finde im Grunde eine gute Mischung aus Gefühlen und Verstand begrüßenswert. Idealerweise, wenn man seine Gefühle wie die Angst nicht nur hinnimmt, sondern auch ergründet, was dahintersteckt. Beispielsweise die Angst vor einer konkreten Beziehung.
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Re: Wie Gefühle eine Beziehung verhinderten

Beitrag von BartS » Montag 7. Januar 2019, 19:58

Cascade hat geschrieben:
Montag 7. Januar 2019, 17:48
Deiner Bekannten brachte es doch nichts den nächsten Schritt anzugehen, wenn sie zum damaligen Zeitpunkt keine Gefühle für ihn hatte.
Das ist eine Sache, die ich nie so ganz verstehe. Gefühle sind im Grunde keine binäre Größe nach dem Motto, sie sind da oder sind nicht da. Gefühle hat man doch eigentlich immer für einen Menschen. Die Frage ist doch eher, welche und wie intensiv. Bei dem Chat mit der Bekanntin hatte ich den Eindruck, dass ihre Ängste und Befürchtungen (die nun mal da waren) es verhinderten, wirklich viele Gefühle für diesen Menschen zu entwickeln. Und jetzt, wo diese Ängste keine Rolle mehr spielen, weil er nun vergeben ist, plötzlich merkt, dass sie ihn schon mag.
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Re: Wie Gefühle eine Beziehung verhinderten

Beitrag von Cascade » Montag 7. Januar 2019, 20:35

BartS hat geschrieben:
Montag 7. Januar 2019, 19:58
Cascade hat geschrieben:
Montag 7. Januar 2019, 17:48
Deiner Bekannten brachte es doch nichts den nächsten Schritt anzugehen, wenn sie zum damaligen Zeitpunkt keine Gefühle für ihn hatte.
Das ist eine Sache, die ich nie so ganz verstehe. Gefühle sind im Grunde keine binäre Größe nach dem Motto, sie sind da oder sind nicht da. Gefühle hat man doch eigentlich immer für einen Menschen. Die Frage ist doch eher, welche und wie intensiv. Bei dem Chat mit der Bekanntin hatte ich den Eindruck, dass ihre Ängste und Befürchtungen (die nun mal da waren) es verhinderten, wirklich viele Gefühle für diesen Menschen zu entwickeln. Und jetzt, wo diese Ängste keine Rolle mehr spielen, weil er nun vergeben ist, plötzlich merkt, dass sie ihn schon mag.
Das stimmt schon mit den Gefühlen. Also spielen ja im Prinzip ihre ja ich nenne es mal unterdrückten Ängste und Befürchtungen die Hauptrolle, da ja gefühlsmäßig eben doch was vorhanden war oder noch ist.

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Re: Wie Gefühle eine Beziehung verhinderten

Beitrag von Milkman » Dienstag 8. Januar 2019, 08:29

BartS hat geschrieben:
Montag 7. Januar 2019, 13:35
Jetzt ein Jahr später berichtete sie mir, dass er eine Beziehung gefunden hat. Und jetzt spürt sie, dass sie eine gute Möglichkeit verstreichen lies, mit ihm eine Beziehung einzugehen.
Klingt für mich danach, dass er erst in dem Moment für sie interessant wurde, als er vergeben war und sie ihn nicht mehr haben konnte. Ist doch eine alte Leier - und das meine ich nicht böse oder abwertend, so ticken wir Menschen nun mal.

Deine Bekannte hat nichts mit ihm angefangen, weil ihre Gefühle (ihr Herz, Bauch, Magen oder sonstwas) dagegen sprachen. Sie sollte im Nachhinein dazu stehen und den Mann sich nicht noch schönreden oder -denken.
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Re: Wie Gefühle eine Beziehung verhinderten

Beitrag von Peter » Dienstag 8. Januar 2019, 09:30

Milkman hat geschrieben:
Dienstag 8. Januar 2019, 08:29
Klingt für mich danach, dass er erst in dem Moment für sie interessant wurde, als er vergeben war und sie ihn nicht mehr haben konnte. Ist doch eine alte Leier - und das meine ich nicht böse oder abwertend, so ticken wir Menschen nun mal.
So einfach ist das wohl.
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Re: Wie Gefühle eine Beziehung verhinderten

Beitrag von haber » Dienstag 8. Januar 2019, 10:16

BartS hat geschrieben:
Montag 7. Januar 2019, 13:35
Sie meinte, dass sie damals nicht verliebt in ihn war.
Und das beantwortet doch schon die Frage. Wenn sie nicht in dem Mann verliebt war, wieso sollte sie dann zu diesem Zeitpunkt eine Beziehung mit ihm anfangen?

Ich lese von dir hier öfter mal Fragestellungen in der Art, dass du Probleme damit hast zu verstehen, dass sich viele Leute nur auf eine Beziehung einlassen, wenn sie auch in diesen Menschen verliebt sind.

Für mich ist das allerdings der Hauptpunkt. Wenn ich nicht in eine Frau verliebt bin, dann besteht für mich keinerlei Anlass, eine Beziehung mit dieser Frau anzufangen.

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Re: Wie Gefühle eine Beziehung verhinderten

Beitrag von BartS » Dienstag 8. Januar 2019, 13:25

haber hat geschrieben:
Dienstag 8. Januar 2019, 10:16
BartS hat geschrieben:
Montag 7. Januar 2019, 13:35
Sie meinte, dass sie damals nicht verliebt in ihn war.
Und das beantwortet doch schon die Frage. Wenn sie nicht in dem Mann verliebt war, wieso sollte sie dann zu diesem Zeitpunkt eine Beziehung mit ihm anfangen?
Der Punkt ist halt der, wenn man immer wieder (Beziehungs-)Ängste hat, dann ist es auch schwer, sich zu verlieben. Sowas braucht einfach Zeit.
haber hat geschrieben:
Dienstag 8. Januar 2019, 10:16
Ich lese von dir hier öfter mal Fragestellungen in der Art, dass du Probleme damit hast zu verstehen, dass sich viele Leute nur auf eine Beziehung einlassen, wenn sie auch in diesen Menschen verliebt sind.
In der Tat wundert es mich, dass viele Menschen die Bereitschaft einen Menschen näher an sich ran zu lassen und viel Zeit mit ihm oder ihr zu verbringen, daran fest knüpfen, ob sie verliebt sind. In meinen Augen wird die Bedeutung der Verliebtheit überbewertet.
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Re: Wie Gefühle eine Beziehung verhinderten

Beitrag von Arikari » Dienstag 8. Januar 2019, 13:35

BartS hat geschrieben:
Dienstag 8. Januar 2019, 13:25

In der Tat wundert es mich, dass viele Menschen die Bereitschaft einen Menschen näher an sich ran zu lassen und viel Zeit mit ihm oder ihr zu verbringen, daran fest knüpfen, ob sie verliebt sind. In meinen Augen wird die Bedeutung der Verliebtheit überbewertet.
Mir fiele es schwer die Nähe in einer Beziehung zu ertragen, ohne in den Partner verliebt zu sein. Verliebtheit sorgt dafür, dass man in der Lage ist, dauerhaft einen anderen Menschen um sich haben zu wollen.
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Re: Wie Gefühle eine Beziehung verhinderten

Beitrag von Nonkonformist » Dienstag 8. Januar 2019, 13:41

BartS hat geschrieben:
Dienstag 8. Januar 2019, 13:25
haber hat geschrieben:
Dienstag 8. Januar 2019, 10:16
Ich lese von dir hier öfter mal Fragestellungen in der Art, dass du Probleme damit hast zu verstehen, dass sich viele Leute nur auf eine Beziehung einlassen, wenn sie auch in diesen Menschen verliebt sind.
In der Tat wundert es mich, dass viele Menschen die Bereitschaft einen Menschen näher an sich ran zu lassen und viel Zeit mit ihm oder ihr zu verbringen, daran fest knüpfen, ob sie verliebt sind. In meinen Augen wird die Bedeutung der Verliebtheit überbewertet.
Für mich ist verliebtheit, und später liebe, der EINZIGE grund, der conditio sine qua non, um eine beziehung an zu gehen, und ich kann mich auch nicht vorstellen jemals jemanden (partnerschaftlich) lieben zu können, in den ich nicht vorher zuerst verliebt war. Liebe ist für mich eine vorsetzung, eine vertiefung; nicht etwas völlig anderes. Es ist für mich das einzige das das zusammensein wirklich wertvoll macht. Kein gewurz, aber der hauptingredient.
Fehlt das alles, würde auch jede körperliche annäherung für mich unangenehm sein - fehlen die gefühle, dann will ich eine frau auch nicht nahe sein.
Ich habe eher probleme mit diese vorstsellung von beziehung als selbstzweck, als kalkuliertes zusammensein, als pragmatisches konstrukt, das kapiere ich wiederum nicht. Beziehung nur wegen der beziehung, das ist für mich wiederum schwer überbewertet.

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Re: Wie Gefühle eine Beziehung verhinderten

Beitrag von BartS » Dienstag 8. Januar 2019, 13:52

Arikari hat geschrieben:
Dienstag 8. Januar 2019, 13:35
Verliebtheit sorgt dafür, dass man in der Lage ist, dauerhaft einen anderen Menschen um sich haben zu wollen.
Verliebtheit ist eigentlich etwas, was nach einer gewissen Zeit (oft heißt es nach 6 Monaten) in seiner Intensität abflaut. Eine Dauerverliebtheit wäre körperlich und psychisch auch kaum auszuhalten. Danach muss es was anderes sein, was dazu führt, dass man den anderen Menschen weiterhin um sich haben möchte. Und ich fände es gut, wenn das nicht alleine die Gewohnheit ist, die dazu führt.
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Re: Wie Gefühle eine Beziehung verhinderten

Beitrag von Zwerg » Dienstag 8. Januar 2019, 13:56

Gefühl vs. Verstand?

Ich kann nur sagen, dass ich mir immer eine Familie mit Kindern gewünscht habe. Dafür habe ich manches getan bzw. in Kauf genommen, das wiederum andere ablehnen würden. Natürlich wäre es auch schön gewesen, das Gefühl gegenseitiger Verliebtheit zu erfahren. Man kann aber nicht alles haben. Mein Glück und innere Zufriedenheit sind davon nicht abhängig.

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Re: Wie Gefühle eine Beziehung verhinderten

Beitrag von BartS » Dienstag 8. Januar 2019, 14:03

Nonkonformist hat geschrieben:
Dienstag 8. Januar 2019, 13:41
Beziehung nur wegen der beziehung, das ist für mich wiederum schwer überbewertet.
Ich verweise da gerne auf die Diskussion, ob sich die User Gedanken machen, warum sie eine Beziehung wollen. Die Antworten waren recht unterschiedlich.

https://www.abtreff.de/viewtopic.php?f=1&t=23987
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Re: Wie Gefühle eine Beziehung verhinderten

Beitrag von Nonkonformist » Dienstag 8. Januar 2019, 14:04

BartS post_sehr hat geschrieben:
Dienstag 8. Januar 2019, 13:52
Arikari hat geschrieben:
Dienstag 8. Januar 2019, 13:35
Verliebtheit sorgt dafür, dass man in der Lage ist, dauerhaft einen anderen Menschen um sich haben zu wollen.
Verliebtheit ist eigentlich etwas, was nach einer gewissen Zeit (oft heißt es nach 6 Monaten) in seiner Intensität abflaut. Eine Dauerverliebtheit wäre körperlich und psychisch auch kaum auszuhalten. Danach muss es was anderes sein, was dazu führt, dass man den anderen Menschen weiterhin um sich haben möchte. Und ich fände es gut, wenn das nicht alleine die Gewohnheit ist, die dazu führt.
Jetzt machst du ob es immer NUR verliebtheit ist und nichts anderes.
Für mich ist verliebtheit eine kombination aus empathie, freundschaft, und sexuelle anziehung, und etwas das langsam entsteht.
Diesen auf den ersten blick und feuer und flamme kenne ich kaum, nur einmal erlebt und riesenirrtung. Normalerweise brauche ich wochen bis monate und fangt das feuer nur sehr langsam an zu brennen.
Ich verliebe mich eigentlich nur in frauen, mit denen ich bereits befreundet bin, sogar wann ich diese ab anhieb attraktiv fand..
Aber bevor es diesen moment gibt, das ich mich verliebe, ist auch nicht mehr als freundschaft da und möchte ich diese frauen auch nicht körperlich zu nahe kommen. Der freundschaft alleine reicht bei mir für eine beziehung nicht aus, auch wann diese ein wichtiges teil davon is warum mir die frau so gefällt, und mit frauen, mit wem ich nur befreundet bin, würde ich nie eine beziehung anfangen.
Freundschaft ist halt auch genau das für mich - nur freundschaft.
So ganz ohne feuer kann man keine marschmallows rosten...
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Re: Wie Gefühle eine Beziehung verhinderten

Beitrag von Gucki » Dienstag 8. Januar 2019, 14:16

BartS hat geschrieben:
Dienstag 8. Januar 2019, 13:52
Verliebtheit ist eigentlich etwas, was nach einer gewissen Zeit (oft heißt es nach 6 Monaten) in seiner Intensität abflaut. Eine Dauerverliebtheit wäre körperlich und psychisch auch kaum auszuhalten. Danach muss es was anderes sein, was dazu führt, dass man den anderen Menschen weiterhin um sich haben möchte. Und ich fände es gut, wenn das nicht alleine die Gewohnheit ist, die dazu führt.
ich kann nur von mir sprechen: ich bin jetzt mit meinem mann 17 jahre zusammen, davon 12 jahre verheiratet und ja ich liebe ihn sehr. natürlich unterscheidet sich das verliebt sein und lieben, die ersten monate sind anstrengend, man lernt sich kennen und versucht natürlich auch, sich immer von seiner besten/schönsten seite zu zeigen und keine fehler zu machen.
das verliebt sein nimmt ab und das lieben steigt, heute ist lieben ein wohliges, wärmendes gefühl in mir, ich vermisse ihn sehr wenn er nicht da ist, ich bin zufrieden wenn wir gemeinsam auf der couch sitzen und einfach nix tun. er gibt mir halt, er beschützt mich, er weiß alles über mich, wir können über alles sprechen & diskutieren und wir haben gemeinsam einiges geschafft. wir haben gemeinsam spass, gemeinsame hobbies und ich bin stolz auf die tatsache, dass ich ihm auch noch nach 17 gemeinsamen jahren ein "wow" entlocken kann ;)

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Re: Wie Gefühle eine Beziehung verhinderten

Beitrag von BartS » Dienstag 8. Januar 2019, 14:18

Nonkonformist hat geschrieben:
Dienstag 8. Januar 2019, 14:04
BartS hat geschrieben:
Dienstag 8. Januar 2019, 13:52
Arikari hat geschrieben:
Dienstag 8. Januar 2019, 13:35
Verliebtheit sorgt dafür, dass man in der Lage ist, dauerhaft einen anderen Menschen um sich haben zu wollen.
Verliebtheit ist eigentlich etwas, was nach einer gewissen Zeit (oft heißt es nach 6 Monaten) in seiner Intensität abflaut. Eine Dauerverliebtheit wäre körperlich und psychisch auch kaum auszuhalten. Danach muss es was anderes sein, was dazu führt, dass man den anderen Menschen weiterhin um sich haben möchte. Und ich fände es gut, wenn das nicht alleine die Gewohnheit ist, die dazu führt.
Jetzt machst du ob es immer NUR verliebtheit ist und nichts anderes.
Ich gehe auf den Punkt ein, dass viele Menschen die Verliebtheit als notwendige Bedingung für eine Beziehung halten.
Nonkonformist hat geschrieben:
Dienstag 8. Januar 2019, 14:04
Für mich ist verliebtheit eine kombination aus empathie, freundschaft, und sexuelle anziehung, und etwas das langsam entsteht.
Bei dieser Auflistung hätte ich den Eindruck, dass jemand Liebe erklären möchte und nicht Verliebtheit.
Nonkonformist hat geschrieben:
Dienstag 8. Januar 2019, 14:04
Aber bevor es diesen moment gibt, das ich mich verliebe, ist auch nicht mehr als freundschaft da und möchte ich diese frauen auch nicht körperlich zu nahe kommen. Der freundschaft alleine reicht bei mir für eine beziehung nicht aus, auch wann diese ein wichtiges teil davon is warum mir die frau so gefällt, und mit frauen, mit wem ich nur befreundet bin, würde ich nie eine beziehung anfangen.
Freundschaft ist halt auch genau das für mich - nur freundschaft.
Die eigentliche Tragik scheint bei Dir zu sein, dass immer dann, wenn eine Frau mehr als Freundschaft für Dich empfindet, Du nicht mehr bereit bist (oder nicht kannst) selbst den Schritt von Freundschaft zu Beziehung zu gehen. Wenn die Frau aber nicht mehr als Freundschaft mit Dir möchte, es durchaus sein kann, dass Du Dich in sie verliebst. Wenn man gemein ist, könnte man sagen, Du bist in Beziehungsdingen ziemlich stur. Oder unflexibel. Statt mal zu hoffen oder zu vertrauen, dass sich Dein Empfinden zu dieser Frau positiv ändern kann, wenn Du viel Zeit mit ihr verbringst, bleibst Du ein Leben lang beziehungslos.
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Re: Wie Gefühle eine Beziehung verhinderten

Beitrag von Arikari » Dienstag 8. Januar 2019, 14:33

BartS hat geschrieben:
Dienstag 8. Januar 2019, 13:52
Arikari hat geschrieben:
Dienstag 8. Januar 2019, 13:35
Verliebtheit sorgt dafür, dass man in der Lage ist, dauerhaft einen anderen Menschen um sich haben zu wollen.
Verliebtheit ist eigentlich etwas, was nach einer gewissen Zeit (oft heißt es nach 6 Monaten) in seiner Intensität abflaut. Eine Dauerverliebtheit wäre körperlich und psychisch auch kaum auszuhalten. Danach muss es was anderes sein, was dazu führt, dass man den anderen Menschen weiterhin um sich haben möchte. Und ich fände es gut, wenn das nicht alleine die Gewohnheit ist, die dazu führt.
Dieses andere nennt sich übrigens Liebe. ;)
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Re: Wie Gefühle eine Beziehung verhinderten

Beitrag von BartS » Dienstag 8. Januar 2019, 15:01

Arikari hat geschrieben:
Dienstag 8. Januar 2019, 14:33
Dieses andere nennt sich übrigens Liebe. ;)
Ich weiß. :) Und das ist in meinen Augen etwas anderes als Verliebtheit. Deshalb finde ich, darf man sich selbst mal die Frage stellen, warum man so sehr auf das Vorhandensein von Verliebtheit für eine langfristige Beziehung pocht, wenn diese die allermeiste Zeit nicht vorhanden sein wird. Es sei denn, man will nacheinander immer neue 6-Monats-Beziehungen führen, um das Verliebtheitsgefühl immer voll auskosten zu können. Das wäre vollkommen in Ordnung, wenn die Menschen das wollen. Aber wenn man sie fragt, sagen die allermeisten, dass sie sich eine langfristige Beziehung wünschen.
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