Chef sein

Rund um die persönliche Situation, Erlebnisse und was einem auf dem Herzen liegt

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LarryHovis
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Chef sein

Beitrag von LarryHovis » Donnerstag 10. Januar 2019, 18:38

Meine Kollegen haben mich zum Chef gemacht. Wir haben einen der es sonst immer macht und damit allen auf den Sack geht. Diese Woche war er im Krankenhaus und sie haben mich darum gebeten den Chef zu machen, habe ich auch. Gestern hatte ich einen Zahnarzttermin und heute erfahre ich, dass er am Mittwoch doch gekommen ist. Sie haben ihn jetzt unter die Nase gerieben, dass ich der neue Chef bin und es besser mache und sie ihn deswegen nicht mehr akzeptieren. Er soll geflucht haben, was ich mir, weil ich ihn kenne vorstellen kann. Er hat dann heute und morgen Urlaub genommen. Am Montag sehen wir uns und alle erwarten jetzt von mir, dass ich meine Position ihn gegenüber verteidige. Ich möchte das als Übung machen und freue mich schon etwas darauf. Trotzdem wisst ihr wie unsicher ich mich fühle? Habt ihr Tipps für mich? Ich war zu erst meinen Kollegen etwas böse, weil ich mich gerade mit ihm arrangiert hatte und im Prinzip hatten wir eine Pseudo-Aussprache. Vielleicht kennt ihr das. Eine Kollegin muss ihn scheinbar wirkungsvoll gesteckt haben, dass er mir oft Unrecht tut(man hat mir weiter erzählt, dass er allen erzählt ich wäre geistig behindert und hat es versucht mit Beispielen zu untermauern) und dann hat er sich entschuldigt und mir etwas davon erzählt, dass das sein Charakter ist und ich ihm immer alles sagen kann, wenn er zu weit geht. Kann man auch aber er tickt eben aus. Was hilft einen das. Ich habe inzwischen gelernt mich so zu verhalten, dass es keine Konflikte zwischen uns gibt. Jetzt muss er doch denken, dass ich gegen ihn aufgewiegelt habe. Es wäre aber tatsächlich besser fürs Klime, wenn er schaffen könnte sich zurückzunehmen- Ich will es daher als Übung zumindest in Angriff nehmen. Hoffentlich denke ich das Montag auch noch.

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Re: Chef sein

Beitrag von Mr. Lonely » Donnerstag 10. Januar 2019, 19:26

Ihr könnt selbst entscheiden, wen ihr zum Chef macht?
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Re: Chef sein

Beitrag von Lazarus Long » Donnerstag 10. Januar 2019, 19:28

Wo gibt es denn sowas? :gruebel: :gruebel:
Im Grunde sind es doch die Verbindungen mit Menschen, die dem Leben seinen Wert geben.

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Re: Chef sein

Beitrag von LarryHovis » Donnerstag 10. Januar 2019, 22:22

Gruppenleiter ein besseres Wort?

Wir haben eine Vorgabe, was wir mindestens schaffen müssen und organisieren uns dann selbstständig. Ich weiß nicht ob es unüblich ist. Die Leute die normal ein Auge darauf haben sollen, haben zu wenig Zeit oder sind in einen Büro schwer mit Kaffee trinken beschäftigt. Es gibt einen anderen "offiziellen Chef", der kommt rein und sagt uns ab und zu, was unser Auftrag ist, aber danach sind wir unter eigentlich gleichen allein. Trotzdem bildet sich etwas wie ein Chef heraus, der alles innerhalb der Gruppe koordiniert. Da ist ein Machtvakuum das gefüllt werden will. Ich kenne das selber von Familienausflug zum Zoo oder wenn Freunde etwas unternehmen. Ich verstehe jetzt nicht, warum das Verwunderung auslöst. Das jemand die Führung übernimmt scheint mir banal und gewöhnlich. Mir liegt das eigentlich gar nicht unbedingt. Zum Glücken haben bisher alle immer gemacht, was ich sage und dann war es nicht anstrengend. Ich bin kompetent und die anderen haben mich denke ich deswegen akzeptiert. Bei den anderen ist es ohne lästern zu wollen, dass er ein jähzorniger Choleriker ist und keiner Lust auf die Konfrontation mit ihm hat.

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Re: Chef sein

Beitrag von Mr. Lonely » Donnerstag 10. Januar 2019, 22:45

Also normalerweise bestimmt der Chef seinen "Stellvertreter", auch um genau solche Situationen zu vermeiden. Hat wie alles seine Vor- und Nachteile.
LarryHovis hat geschrieben:
Donnerstag 10. Januar 2019, 18:38
Wir haben einen der es sonst immer macht und damit allen auf den Sack geht.
Wer hat den denn dann zum Chef gemacht? Er selbst?
Habt ihr Tipps für mich?...
Hört sich nach einem ziemlichen Spacken an. Ist doch schön wenn man so jemanden abwählen kann.
Du sagst ihm, dass das dann eben so entschieden wurde und er in Zukunft "nichts mehr zu sagen hat", wenn ihm das nicht passt, soll er eben für sich seine Konsequenzen daraus ziehen.
Mir wurde auch mal so ein inkompetenter Spacken als Teamleiter vor die Nase gesetzt. Ich habe mich dann auch eher so Verhalten, dass es keine Konflikte gibt. Hörte könnte ich mir in den Ar.. treten dafür. Ich hätte einfach sagen sollen:"OK, ohne mich. Ich bin dann mal weg." Damals hätte ich locker was anderes gefunden.
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Re: Chef sein

Beitrag von John McClane » Donnerstag 10. Januar 2019, 22:51

Wo ist das Problem?

Du bist jetzt der Chef dieser Gruppe, weil die anderen das wollten und du das scheinbar gut kannst. Sprich am Montag mit diesem Typen und sag ihm, dass das nicht deine Idee war und du das nicht forciert hast. Sei du weiterhin der Vernünftige und rede mit ihm ruhig und professionell. Wenn du wohlwollend gegenüber allen in der Gruppe eingestellt bist und dich korrekt verhältst, haben alle Spaß an der Arbeit und du hast keine Angriffsfläche zu bieten. Wenn du weiterhin der Chef sein willst, dann sei es, wenn nicht, dann nicht. Und lass den Typen Choleriker sein, solche Menschen sind eher zu bedauern, als man ihnen böse sein kann.
I used to think that my life was a tragedy, but now I realize … it’s a comedy.

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Re: Chef sein

Beitrag von LarryHovis » Freitag 11. Januar 2019, 00:05

Vielleicht habe ich schon wieder zu viel Kopfkino. Das schlimme oder vielleicht das gute ist, dass ich gar nicht sagen kann, was ich befürchte und nur das Gefühl da ist. Allerdings auch gemischt. Ich habe andererseits richtig Lust es als Herausforderung anzupacken.

Er hat sich zum Chef gemacht. Seine Begründung war, das er als erster da war, was auch nicht genau stimmt. Er war zusammen mit einer Frau zuerst da. An einen Tag, wo ich nicht da war, hat sie ihn wohl gesagt, dass er sich zu weit aus dem Fenster lehnt. Darauf hin ist er zu den richtigen Chefs gegangen und hat gefragt, wie sich eine Frau das recht herausnehmen kann so mit ihm zu sprechen und man soll ihr mal ihre Grenzen aufzeigen, damit das nicht wieder vorkommt. Darauf hin wurde ihn noch mal gesagt, dass wir alle gleiches Level sind und er sich bitte ins Team integrieren soll. Darauf hin soll er nach Hause gegangen sein und meinte zum Chef, dass er Urlaub braucht. Dann hatte er noch später klärende Gespräche wo man ihn wohl gesagt hat, dass er versuchen soll zu akzeptieren, dass er die Menschen nicht ändern kann und er es zu akzeptieren hat, wenn die Kollegen alles falsch machen. Er soll doch verstehen, dass es nicht sein Problem ist. Er kann zwar Tipps geben, aber wenn sie nicht umgesetzt werden, soll er es akzeptieren. Das weiß ich deswegen, weil er uns das ein oder zwei Monate jeden Tag erzählt hat. Er wäre aber der Chef, weil er am längsten da ist und deswegen die meiste Erfahrung hat. Außerdem würde alles drunter und drüber gehen, wenn er kein Auge darauf hätte.

Die Situation war das ein anderer Kollege mit dem ich mich am besten verstehe, weil wir auch viele gemeinsame Interessen haben, sich geweigert hat etwas zu sinnloses machen, was der Chef unbedingt gemacht haben wollte und da meinte der Kollege soll er es doch selbst machen, wenn es so wichtig für ihn ist. Der Chef natürlich: Wenn ich sage du machst das, dann machst du das. Ich bin länger hier als du und du machst das jetzt. Die Frau dazu eben: Lehn dich nicht so weit aus den Fenster. Du bist nicht der Chef, sondern ein Kollege wie wir alle. Worauf er wie gesagt Konsequenzen gefordert hat und dann Urlaub gemacht hat. Wir wissen nicht, warum man ihn da sanft behandelt hat, gehen aber davon aus, dass er im Zweifelsfall auch nicht von unseren richtigen Chefs ernst genommen würde. Er sagt manchmal, dass er manche anschwärzen wird. Womit auch immer. Trotzt alle dem gehorchen eigentlich alle fast immer, was mich erschrocken hat. Ich dachte mir, gut, ich bin etwas zurückhaltend und schüchtern, aber warum machen andere auch nichts dagegen? Sind die Menschen so simpel gestrickt? Das macht etwas Sorgen.

Ich denke ich werde versuchen standhaft zu bleiben und ihm anbieten sich bei den richtigen Chefs zu beschweren und ihn vielleicht auch dorthin zu begleiten, damit wir es klären können. Wie gesagt auf seine Art hat er auch einen Ruf weg. Auch in der Chefetage spätestens seit der Aktion mit der Kollegin, was er bis heute nicht nachvollziehen kann, wie man es zu lassen kann, dass Frauen sich solche Frechheiten gegen einen erfahrenen Mitarbeiter herausnehmen dürfen. Sie wäre ja noch ein halbes Mädchen und hätte vom Leben gar keine Erfahrung. Ich war mit ihr früher auf der Schule, dass ist wahrscheinlich auch die die ihm gesteckt hat, dass ich eher intelligent und nicht geistig behindert bin. Sie hat sich versetzen lassen innerhalb des Unternehmens, aber ich muss mich irgendwann noch mal bei ihr dafür bedanken.

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Re: Chef sein

Beitrag von Tania » Freitag 11. Januar 2019, 00:41

Ich würde bei solchen Leuten eher die Variante "auf Armlänge rankommen lassen und dann zuschlagen" wählen.

Also Montag früh alle zusammenrufen, und einen Karton mit Loch und für jeden ein Stück Papier und nen Bleistift vorrätig haben. Und dann eine kurze Ansprache halten a la "Wir haben da ja letzte Woche in Huberts Abwesenheit ne Entscheidung getroffen, wer zukünftig das Team leiten soll. Aber natürlich ist auch Hubert Teil unseres Teams und es ist nicht in Ordnung, ihn von der Wahl auszuschließen. Also wiederholen wir das Ganze jetzt - und wählen auch gleich nen Stellvertreter für Urlaub und Krankheit. Also, jeder schreibt bitte 2 Namen auf seinen Zettel, steckt ihn hier rein, und Renate und Werner zählen dann aus. Wer die meisten Stimmen hat leitet das Team, der zweitplatzierte leitet wenn der erste nicht da ist.

Und vielleicht wäre es ne gute Idee, diese Wahl jedes Jahr durchzuführen. Wer dafür ist, den bitte ich um das Handzeichen."

Dann kann er entweder diesen grundlegenden Teambeschluss akzeptieren - oder ausrasten. Und spätestens da ist es dann der Job des echten Chefs, ihn auf den Boden der Tatsachen zurück zu holen.

The woods are lovely, dark and deep,
But I have promises to keep,
And miles to go before I sleep,
And miles to go before I sleep.
(Robert Frost)

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Re: Chef sein

Beitrag von Kief » Freitag 11. Januar 2019, 00:50

Mir ist noch ned ganz klar, was Deine Interessen dabei sind.

Moechtest Du die Fuehrung, damit ihr gemeinsam vernuenftig arbeiten koennt?
Moechtest Du mit dem Choleriker einen langwierigen Konflikt vermeiden, auch wenn Du Dir die akute Konfontation leisten kannst?

So wie es aussieht, hast Du ja erstmal nix zu befuerchten.
Also welche Furcht ist es, der Du entgegentreten willst?


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Re: Chef sein

Beitrag von LarryHovis » Freitag 11. Januar 2019, 21:57

Ich weiß nicht, was ich will. Ich weiß, dass ich kein Bedürfnis auf Rache habe Grundsätzlich wäre mir recht, wenn alles harmonisch wird. Heute hat noch jemand gemeint, dass er bezweifelt, dass das überhaupt möglich ist, wenn der Über-Chef da ist. Es wäre nicht seine Position, sonder seine Anwesenheit die stört. Ich hoffe es nicht. Jemand hat oben geschrieben, dass es richtig wäre, weiter der vernünftige zu bleiben. Ich denke, dass das genau das richtige ist und ich werde es wahrscheinlich auf der Schiene versuchen. Ruhig aber auch bestimmt bleiben.

Ich weiß nicht, hauptsächlich scheint es mir um die Erfahrung zu gehen. Darum frage ich mich manchmal, warum ich es erzählen wollte. Es ist meine Schwächer oder Stärler oder wie mein Psycholge meint meine Eigenschaft, dass ich mich gerne in Gedanken verliere und vergesse zu halndeln oder zu wenig wert darauf lege. Ich bin konfliktscheu und ich möchte das los werden. Ich bin mir nicht sicher, ob es die richtige Übung ist. Es ist alles aufgeblasen in meiner Fantasie. Was werde ich als der "Chef" machen? Ich sage um 11 Uhr: "Machen wir Raucherpause", weil um 11 die Raucherpause ist. Ich werde Richtung Feierabend sagen: "Lasst uns aufräumen.", weil man das eben macht, wenn bald Feierabend ist. Es ist absurd. Ich werde nicht wie der andere sagen: Du musst das jetzt machen, weil ich dir das sage, sondern ich werde einen Vorschlag machen und wenn nichts passiert egal. Irgendwann wird der Punkt komen, wo es unvermeidbar ist das zu machen, was vielleicht dadurch aufgeschoben wird und dann werde ich sagen: "Lasst uns das jetzt machen" und wir werden es machen, weil es nötig ist. Es wird etwas Administratorisches an mir hängen bleiben, wie auch diese Woche, aber danach bleibt höchstens, dass ich einen seiner Vorschläge vom Gefühl leichter ablehnen kann. Ich werde dann etwas sagen wie: ""Wenn du möchtest, kannst du das machen. Ich mache ..." Das ist, was realistisch passiert. Mich würde freuen, wenn es mir oder anderen dabei hilft ihn auch in die Schranken zu weisen, wenn er ihre Grenzen überschreitet. Der größte Erfolg wäre doch, wenn der Effekt, dass er von vielen trotzt allem was passiert ist als Autorität anerkannt wird, verpuffen würde. Es ist doch, als wenn wir verhext sind ihm zu gehorchen. Ich verstehe das nicht, weil niemand hinter ihm steht, wenn er nicht im Raum ist. Jetzt scheine ich eine Art Katalysator zu sein, damit man hinter mir stehen kann, wenn er im Raum ist. Auch davor ahbe ich Angst, dass plötzlich Leute sich hinter ihm stellen. Wir können eigentlich eine Spaltung gar nicht gebrauchen. Insofern hat er als Chef tatsächlich irgendwie funktioniert, weil er sich wie auch immer Zustimmung erarbeitet hat und alle hinter ihm standen ohne zu meutern.

Was ist das demnach? Es ist sachlich nichts und ohne seine Aufgeblasenheit wäre es auch nichts. Ich habe zwar irgendwie manchmal auch Hoffnungen dadurch etwas Ansehen zu ergattern, aber im Prinzip, weiß ich, dass es andersherum ist. Ich begebe mich in die Situation eventuell doch unbequeme Entscheidungen treffen zu müssen und dadurch eher unbeliebter zu werden. Ich habe sogar Angst, dass mir das an einem Punkt zu Kopf steigt und ich ihm ähnlich werden könnte, wenn auch extrem abgeschwächt. Jetzt weiß ich, dass nicht alle Kritik an ihm berechtigt ist, aber wie reagiere ich, wenn mich solche Kritik trifft? Ich mache mich doch selber zur Zielscheibe. Eigentlich versuche ich Freunde zu finden. Dann muss ich vielleicht sagen: "Es tut mir leid, wir müssen jetzt wirklich den Müll raus bringen." Ich meine die Alternative wäre dann vielleicht, dass ich es mache, aber da muss ich trotzdem darauf achten, dass ich nicht untergebuttert werde. Vielleicht steigt mir die Rolle dann noch unbemerkt zu Kopf und ich stoße Kollegen vor den Kopf. Wenn ich darüber nachdenke, ich will das ganz klar ablehnen. Ich bin kein Chef und will das nicht sein. Aber ich weiß auch, dass ich die Konfrontation möglicherweise brauche, um mich ihr zu stellen und daran persönlich zu wachsen. Grundsätzlich würde ich das mit großer Sicherheit vernünftig lösen, wenn keine unvernünftigen Widerstände kommen. Ich muss gucken, wie ich damit umgehe und tatsächlich denke ich muss ich Erfahrungen sammeln, die nicht nur erdacht sind, sondern real.

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Re: Chef sein

Beitrag von Kief » Freitag 11. Januar 2019, 23:17

Es gibt Charaktere, die gerne Chef sind.

Manche aus mehr oder weniger Narzissmus, andere wollen auch dominieren, fuers Ego/whatever ...
solange sie ihre Arbeit auch halbwegs vernuenftig machen, ist das ja kein Problem.
Es hat Vorteile, es hat Nachteile.
Was er Dir gegenueber vermutlich fuer Vorteile hat, ist, dass er keine Hemmungen hat, anzuecken - und das ist hilfreich, wenn Entscheidungen und Aktionen zackig ablaufen sollen. Das geht gerne mal auf Kosten von Feingefuehl und Reflektiertheit, erzeugt gerne Irrtuemer/Fehler. Das kannst Du ihm sicherlich vorleben, wie man damit besser umgeht.

Auch wenn Du keinen Bock auf die Konflikte in der Chefposition hast.



Als Ideal betrachte ich es daher, wenn zwei entsprechend unterschiedliche Charaktere sich ergaenzen.
Anstrengend waere es, wenn ein weiser sanft-Charakter sich dem Boss-Charakter als wertvoll erweisen muss, damit dieser auf ihn hoehrt.
Umgekehrt bist Du in der Position, dass Du Dir diese Vertrauensposition gar nicht erst erarbeiten musst, sondern durch die Kollegen bereits das Vertrauen der Gruppe hast, und der Boss-Charakter jetzt im Nachteil ist.
Das koenntest Du fuer eine gezielte Strategie nutzen.

(Im Vorfeld mag es sinnvoll sein, die Absicht auch anzukuendigen, damit es hinterher nicht negativ ausgelegt wird.)
Nutze doch jetzt die Situation, um in dieser Position Erfahrungen zu sammeln, was Du hinbekommst, und was Dir schwer faellt.
Reiche ihm dabei die Hand, dass Du ihn nicht verdraengen willst.
Wenn die Schwierigkeiten zu gross werden, Du keinen Bock mehr hast oder so, dann aendere Eure Fuehrungsstruktur:
ueberlass ihm die Aufsicht ueber jene Aufgaben, bei denen er entweder besser ist als Du, oder bei denen die Konsequenzen geringfuegig und tragbar sind, so dass es fuer Dich (ihn) und das Team vertretbar bis gewuenscht ist.
Wie da die Aufgabenverteilung ist, das kannst Du ja (in Absprache) festlegen, solange Du das Vertrauen der Leute hast.

So gesehen hast Du die idealen Vorraussetzungen, damit ein Boss-Charakter sich an Instruktionen eines weisen/sanften Charakters anpassen muss ... ;-)
Jackpot! ;-)
Da kannst Du vieles draus gestalten.
Parallel koenntest Du noch schauen, ob es irgendwas Richtung Fortbildung zum Thema Teamfuehrung gibt, was Deine Firma oder sonstwer unterstuetzt, damit Du begleitend dazu auch Erfahrungswerte und/oder sonstige Tipps mit Deinen praktischen Erfahrungen verknuepfen kannst.


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Re: Chef sein

Beitrag von Nordlicht84 » Samstag 12. Januar 2019, 00:11

Ein im angelsächsischem Raum sehr gern genommenes Sprichwort: "Pee on him, to show dominance!" :mrgreen:
"Frauen sind wie... Kühlschränke! Sie sind 2m hoch, 300 Pfund schwer und verbreiten eine Eiseskälte" Homer

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Re: Chef sein

Beitrag von LarryHovis » Samstag 12. Januar 2019, 00:51

Nordlicht84 hat geschrieben:
Samstag 12. Januar 2019, 00:11
Ein im angelsächsischem Raum sehr gern genommenes Sprichwort: "Pee on him, to show dominance!" :mrgreen:
In Schuld und Sühne steht ungefähr das gleiche. Unter den Menschen siegt die Dreistigkeit. Wer viel wagt, ist groß. Wer den anderen ins Gesicht spuckt, ist ihr Boss und gilt etwas. Das ist ungefähr.

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Re: Chef sein

Beitrag von LarryHovis » Samstag 12. Januar 2019, 01:08

Kief hat geschrieben:
Freitag 11. Januar 2019, 23:17
So gesehen hast Du die idealen Vorraussetzungen, damit ein Boss-Charakter sich an Instruktionen eines weisen/sanften Charakters anpassen muss ... ;-)
Jackpot! ;-)
Da kannst Du vieles draus gestalten.
Im Prinzip denke ich genau so. Ich habe wahrscheinlich Angst davor, dass ich es nicht nutze und nur denke ohne etwas umzusetzen.

Mein Albtraum ist glaube ich, was ich nicht für unrealistisch halte, dass er irgendetwas sagt, worauf ich mich nicht eingestellt habe und ich dann sinngemäß antworte: "Nein, das ist alles ein großes Missverständnis. Wir waren nur in der Situation, dass du nicht da warst und ich habe versucht die Lücke zu füllen. Ich bin froh, dass du wieder hier bist und wenn ich irgendwas aus der letzten Woche mitgenommen habe, dann ist es, dass dich keiner ersetzen kann. Wir waren alleine, weißt du, es musste jemand machen. Ich hoffe, das du dich nicht dadurch bedroht fühlst oder mir böse bist. Mir wäre am liebsten, wenn da weiter machst wo du aufgehört hast und in Zukunft nicht mehr fehlst."

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Re: Chef sein

Beitrag von LarryHovis » Montag 14. Januar 2019, 16:20

Alle Sorgen haben sich überholt. Er schmollt in sich hinein und spricht mit niemanden mehr. Als wir einen Moment allein hatten, fragte ich, ob er zufrieden ist und die Situation für ihn in Ordnung ist. Er hat mir gesagt, dass nichts in Ordnung ist, aber er von den anderen erwartet, dass sie auf ihn zu kommen und sich entschuldigen. Alle sind damit zufrieden. Ich denke, dass er denkt, damit jemanden zu bestrafen, aber wenn es so bleibt, sind alle glücklich. Das war fast zu einfach. Im Prinzip stimmt das, was der eine Kollege meinte. Vermutlich ist der Choleriker extrem unsicher und wenn er es schafft andere einzuschüchtern, fühlt er sich wohler, weil er das verbergen kann. Wenn dagegen Widerstand kommt, kann er damit nicht umgehen, weil er sich unsicher ist und seine Sicherheit nur aus der Reaktion der anderen zieht. Wir werden einen Teufel tun und sein Ego wieder anfüttern.

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Re: Chef sein

Beitrag von Siegfried » Donnerstag 17. Januar 2019, 08:53

Ich frag mich wozu man sich das freiwillig antut.
Normalerweise gibt es Chefs die unter anderem dafür bezahlt werden als Vorarbeiter, Teamleader die Arbeit, die Gruppe zu koordinieren. Da würde ich auch gern als bezahlter Chef anfangen.... ich bekomm das Geld und trink Kaffee und ein untergebener macht für lau meine Arbeit mit. :D

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Re: Chef sein

Beitrag von LarryHovis » Donnerstag 17. Januar 2019, 18:20

Siegfried hat geschrieben:
Donnerstag 17. Januar 2019, 08:53
Ich frag mich wozu man sich das freiwillig antut.
Das ist auch der Grund, warum ich da nicht stark hinter her bin.

Er hat durchblicken lassen, dass er eine Beförderung anstrebt. Er möchte auf seinem Gehaltszettel sehen, dass er "Chef" ist und meinte, spätestens wenn er droht die Firma sonst zu verlassen, würde das auch passieren. Ich möchte das nicht kommentieren. Jedenfalls ist er zur Zeit aus eigener Sicht am Verhandeln. Unsere Warnungen schlägt er in den Wind. Auf den höheren Ebenen lobt ihn Person A und verweist ihn an Person B, weil die das zu entscheiden hat. Person B lobt ihn auch und schickt ihn zu Person C. Person C lobt ihn auch und schickt ihn wieder zu Person A und das Spiel beginnt von vorne. Er malt sich sonst etwas aus und ist für andere Ansichten nicht offen.

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