"Ich glaube, es ist besser, wenn Du nie Kinder kriegst!"

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Dorset
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"Ich glaube, es ist besser, wenn Du nie Kinder kriegst!"

Beitrag von Dorset » Freitag 1. Februar 2019, 14:50

Meine letzte richtige Beziehung datiert aus dem Jahr 2007, der letzte Sex ebenfalls. Davor hatte ich eine einjährige Beziehung von 2001 bis 2002. Das war alles. Okay, viele werden behaupten "Immerhin hattest du diese Erfahrung bereits gemacht, das ist Jammern auf hohem Niveau!", aber ehrlich? Mir geht es nicht gut! Ich habe viel Herzblut in die Partnerschaften gesteckt, aber leider war der Ertrag sehr mager. Ich wollte früher immer eine Familie gründen, Kinder haben, aber daran glaube ich nicht mehr. Für den Großteil der Bevölkerung ist es absolut das Normalste auf der Welt, irgendwann Kinder in die Welt zu setzen. Eine meiner Ex-Freundinnen (es war nur eine kurze Affäre mit einer Frau, die wohl jeden genommen hätte) hatte zwei Kinder in die Beziehung gebracht, aber ich fühlte mich immer nur wie der Ersatzvater, der zugleich als Sandsack herhalten musste, wenn meine damalige Freundin über ihren Ex abkotzte. "Ihr Männer seid alle gleich! Ihr denkt nur mit dem Ding zwischen euren Beinen!" war noch das Harmloseste, was ich zu hören bekam, während sie ständig Drohmails und Nachrichten per WhatsApp an ihren Ex schrieb und auch einen Anwalt einschaltete. Dabei war der Sex mit ihr sehr schlecht, denn er klappte überhaupt nicht! Meine Erektionsstörung war richtig heftig. Dann sagte sie mir einen Satz, der sich bis heute tief in mein Mark gebohrt hat:

"Ich glaube, es ist besser, wenn Du nie Kinder kriegst! Du kannst damit nicht umgehen, die Kinder würden eingehen!"

Bamm!

Wir stritten uns immer öfter, ich giftete sie an. Dazu kam noch, dass ich nur noch als Geldgeber fungierte und sie mich ausnahm wie eine Weihnachtsgans. Ich machte letztendlich einen Punkt und beendete diese Qual. Egal, was ich tat, es war in ihren Augen immer verkehrt.
Meine erste Freundin von 2001 bis 2002 ist bis heute immer noch die schönste Beziehung, die ich hatte. Es war sehr harmonisch, bis sie leider anfing, sich zu ritzen und Probleme mit ihrer Mutter aufkamen und sie zusätzlich noch in die Gothicszene abdriftete und nur noch in Schwarz herumlief.

Jetzt komme ich aber zum Punkt. Mein Bruder ist zwei Jahre jünger als ich und schon seit 2005 liiert. Sie haben einen gemeinsamen Sohn. Ende letzten Jahres heirateten sie. Es läuft nach wie vor gut bei ihnen. Sie werden in ein paar Monaten in die Schweiz ziehen und dort leben und arbeiten. Noch 2004 sah das ganz anders aus. Er war ein absoluter Taugenichts, bekam nichts auf die Reihe. Dann lernte er sie kennen und seitdem geht es permanent bergauf, auch wenn es hier und da mal Rückschläge gab, aber das ist normal. Ich wünsche beiden wirklich nur das Beste, aber mich persönlich zieht diese Situation nur runter, weil ich mir auch immer so eine Frau gewünscht habe, die auch vielleicht mich ein wenig hätte pushen können. Sie war in ihrer Beziehung der Part, der alles noch vorne brachte. Er wurde durch sie richtig fleißig und arbeitsam. Nun können sie sich den Traum vom Auswandern erfüllen, der eigentlich früher immer mein Traum war. Lange bevor die beiden auch nur im Ansatz an so was dachten. Durch sie wurde vieles nach vorne gebracht:

- Er baute Muskeln auf, man sieht ihm das schon stark an. Er geht regelmäßig ins Fitnessstudio und hat es von vormals 60 Kg (er war untergewichtig) auf mittlerweile 85 Kg pure Muskelmasse gebracht.

- Beide fahren ein gutes Auto und haben ihre Finanzen voll im Griff. Ich habe auch meine Finanzen im Griff, aber kann mir kein so gutes Auto leisten.

- Sie haben ein gesundes, fröhliches Kind. Das wollte ich auch immer haben, aber so langsam wird mir bewusst, dass ich nie die Richtige traf und ich große Schwierigkeiten habe, Frauen kennenzulernen. Beruflich geht da nichts und auch privat nicht. Dazu kommt, dass man mich nicht wirklich wahrnimmt. Selbst die beiden nehmen mich kaum war und belächeln mich eher.
Seine Frau sagte mir sogar mal ins Gesicht, dass sie den Verdacht hat, ich sei eigentlich homosexuell, da ich schon so lange keine Frau mehr an meiner Seite hätte!

- Beide haben einen großen Freundeskreis. Alle kennengelernt durch die Arbeit und Besuche in Clubs, oder durch Bekannte ihrer Familie.

Durch sie haben sich immer wieder neue Möglichkeiten und Wege eröffnet. Mein Bruder gab das auch mal mir gegenüber zu, dass ich es da wohl nicht so einfach hätte, da ich nie eine gescheite Frau gefunden hätte, mit der man auch was aufbauen kann. Sie schaut immer, dass er gesund isst (sie ist Vegetarierin), dass dies und jenes beachtet wird und sie gibt und gab ihm immer mal wieder einen Tritt in den Allerwertesten, wenn sie das Gefühl hatte, dass die Nachlässigkeit wieder Einzug halten würde.

Mich macht das irgendwie fertig. Ich war deswegen sogar schon in psychiatrisch-psychologischer Behandlung, aber das brachte alles nichts. Ich werde dieses Jahr 37 und habe immer mehr das Gefühl, mein Leben vergeudet zu haben. Ich war Spätzünder (relativ gesehen) und schon immer sehr schüchtern in Gesellschaft. Es ist zwar deutlich besser geworden, aber selbst heute, wenn ich offener an Menschen herangehe, lande ich am Ende immer wieder im Abseits, und ich weiß einfach nicht, warum das so ist, denn ich kommuniziere gerne, trete immer höflich und freundlich auf, dennoch kann ich oft nie denen Paroli bieten, die sich besser selbstvermarkten können. Bei meinem letzten Job war da ein Typ, der immer alle um sich scharen konnte, weil er es gut drauf hatte, viel Zeugs zu erzählen und immer witzig sein zu können - allerdings war da auch viel Blödsinn dabei, was aber keinen wirklich gestört zu haben schien. So etwas habe ich mein ganzes Leben nicht geschafft. Schon während der Schulzeit war ich ein beinharter Außenseiter und so zog und zieht sich das bis heute durch meine Leben. Mir fehlte immer die Frau an meiner Seite, die mich mental unterstützt hätte. Oder sehe ich das Ganze zu negativ und bin selbst schuld? Braucht man eine Frau an seiner Seite, um einen positiven Schub zu erhalten? Hatte die Frau recht, indem sie mir empfahl, niemals Kinder zu zeugen?

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Re: "Ich glaube, es ist besser, wenn Du nie Kinder kriegst!"

Beitrag von marcus80 » Freitag 1. Februar 2019, 16:10

Ich bin schon der Meinung, dass der passende Partner einen "pushen" kann und umgekehrt...oder zumindest hoffe ich das. Das was die Nette Dame aus deinem Bericht gesagt hat, ist wirklich unterste Schublade und ich kann verstehen, das dich das wurmt. Das solltest Du dir nicht so zu Herzen nehmen und erst recht nicht weiter drüber nachdenken.

Auch finde ich, wirkt die Frau deines Bruders eher wie ein Kontrollfreak und das muss man auch erst mal mögen. Konkurrenzdenken bringt dich auch nicht weiter, es sei denn, Du nutzt das ganze als Ansporn und setzt dir Ziele. Wie man die "richtige" findet, kann ich dir leider auch nicht sagen, aber Aufgeben ist feige ;)
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Re: "Ich glaube, es ist besser, wenn Du nie Kinder kriegst!"

Beitrag von Mr_B » Freitag 1. Februar 2019, 19:47

[/qoute
trete immer höflich und freundlich auf
[/quote]

Da hast du dir die Antwort schon selber gegeben. Höflich und freundlich = langweilig. Es mag Freunde geben für die das noch OK ist, aber für fast alle Frauen ist das ein Auschlusskriterium. Vielleicht auch zurecht, man will Emotionen, Höhen und Tiefen, Unterhaltung, Frauen noch viel mehr als Männer.

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Re: "Ich glaube, es ist besser, wenn Du nie Kinder kriegst!"

Beitrag von Gatem » Freitag 1. Februar 2019, 20:20

Irgendwie habe ich den Eindruck du bist bei deiner Beschreibung irgendwo durcheinander gekommen.

Du schreibst davon, dass du zuletzt 2001 und 2007 Beziehungen hattest und deine Partnerin ihrem Ex-Partner Whatsapp-Nachrichten geschickt habe. Jedoch gibt es diese Anwendung erst seit dem Jahr 2009 und bis sie eine gewisse Verbreitung erreicht hat, dauerte weitere Jahre. Kann es sein, dass du hier zeitlich irgendwie durcheinander gekommen bist?


Ich denke manche Menschen brauchen tatsächlich soetwas wie Druck von Außen, um sich weiter zu entwickeln. Wenn dann natürlich niemand da ist, um diesen Druck auszuüben, dann gibt es auch keine Fortschritte.

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Re: "Ich glaube, es ist besser, wenn Du nie Kinder kriegst!"

Beitrag von Tania » Freitag 1. Februar 2019, 21:46

Dorset hat geschrieben:
Freitag 1. Februar 2019, 14:50
Mir fehlte immer die Frau an meiner Seite, die mich mental unterstützt hätte. Oder sehe ich das Ganze zu negativ und bin selbst schuld? Braucht man eine Frau an seiner Seite, um einen positiven Schub zu erhalten?
"Man" braucht das nicht. Es gibt genug Männer, die all das, was Dein Bruder geschafft hat (bis auf das Kind) ohne eine Partnerin erreicht haben.

Die Frage ist: brauchst Du das? Wenn ja, warum? Und willst Du wirklich Dein Leben komplett davon abhängig machen, dass Du mal das Glück hast, dass eine Frau sich in Dich verliebt, die nicht nur Deine Partnerin und die Mutter Deiner Kinder sein will, sondern auch Dein Lifecoach? Oder gäbe es für Letzteres vielleicht Alternativen?

Hatte die Frau recht, indem sie mir empfahl, niemals Kinder zu zeugen?
"Niemals" würde ich nicht sagen. Aber Du kannst Dich selbst am besten beurteilen: wärst Du heute fähig, einem Kind eine enotional und wirtschaftlich stabile Umgebung zu bieten?

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Re: "Ich glaube, es ist besser, wenn Du nie Kinder kriegst!"

Beitrag von Calliandra » Freitag 1. Februar 2019, 22:35

Ich kann verstehen, dass es dich runterzieht, alleine zu sein, wenn du den Wunsch hast, Kinder zu haben. Was ich allerdings nicht verstehe, ist der Vergleich mit deinem Bruder und seiner Frau. Es mag ja sein, dass er sich von außen betrachtet in eine positive Richtung entwickelt hat. Allerdings finde ich, es klingt schon ein wenig anstrengend, dass seine Frau ständig hinterher ist, sobald er auch mal vier gerade sein lässt. Ich würde mir solch eine Überwachung nicht wünschen. Ich habe das Gefühl, dass du dieses Beziehungsmodell etwas idealisierst. Lass deinen Bruder sein Leben leben und finde du das Richtige für dich – und höre auf, ständige Vergleiche zu ziehen. Veilleicht hilft es, dir vorzustellen, du wärst eine Woche lang in der Haut deines Bruders. Mit allen Konsequenzen.

Und was die Sprüche der anderen angeht: der Kommentar mit der Homosexualität war vielleicht nur ein Spruch, um dich aus der Reserve zu locken. Vielleicht, weil sie keine Erklärung dafür hat, dass du allein bist und neugierig war, was du dazu sagst. Den anderen Spruch würde ich versuchen zu ignorieren. Das ist völlig daneben.

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Re: "Ich glaube, es ist besser, wenn Du nie Kinder kriegst!"

Beitrag von Dr. House » Samstag 2. Februar 2019, 08:02

Mr_B hat geschrieben:
Freitag 1. Februar 2019, 19:47
Da hast du dir die Antwort schon selber gegeben. Höflich und freundlich = langweilig. Es mag Freunde geben für die das noch OK ist, aber für fast alle Frauen ist das ein Auschlusskriterium. Vielleicht auch zurecht, man will Emotionen, Höhen und Tiefen, Unterhaltung, Frauen noch viel mehr als Männer.
We love to entertain you oder wie? Dann soll sie die Glotze anmachen, bin doch nicht für deren Unterhaltung zuständig - wäre ja noch schöner. Traurig das man heutzutage mit positiven Eigenschaften als Langweiler gesehen wird.
Aber passt ja in den selbstdarstellungs und inszenierungs - Zeitgeist.

Am besten jeden Tag wie im Bewerbungsgespräch präsentieren. Immer die neusten Urlaubsbilder (ohne Falten o.ä. versteht sich). Achja und die Bilder der letzten hippen und angesagten Festivals nicht vergessen, damit sie sieht, wie "gesellschaftlich" interessiert ich bin.

Und Emtionen zeige ich, wenn sie ausgelöst werden, aber nicht jedem. Das heist jedoch nicht, dass ich KEINE habe...
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Re: "Ich glaube, es ist besser, wenn Du nie Kinder kriegst!"

Beitrag von Michael Knight » Samstag 2. Februar 2019, 09:31

Dr. House hat geschrieben:
Samstag 2. Februar 2019, 08:02
Mr_B hat geschrieben:
Freitag 1. Februar 2019, 19:47
Da hast du dir die Antwort schon selber gegeben. Höflich und freundlich = langweilig. Es mag Freunde geben für die das noch OK ist, aber für fast alle Frauen ist das ein Auschlusskriterium. Vielleicht auch zurecht, man will Emotionen, Höhen und Tiefen, Unterhaltung, Frauen noch viel mehr als Männer.
We love to entertain you oder wie? Dann soll sie die Glotze anmachen, bin doch nicht für deren Unterhaltung zuständig - wäre ja noch schöner. Traurig das man heutzutage mit positiven Eigenschaften als Langweiler gesehen wird.
Aber passt ja in den selbstdarstellungs und inszenierungs - Zeitgeist.

Am besten jeden Tag wie im Bewerbungsgespräch präsentieren. Immer die neusten Urlaubsbilder (ohne Falten o.ä. versteht sich). Achja und die Bilder der letzten hippen und angesagten Festivals nicht vergessen, damit sie sieht, wie "gesellschaftlich" interessiert ich bin.

Und Emtionen zeige ich, wenn sie ausgelöst werden, aber nicht jedem. Das heist jedoch nicht, dass ich KEINE habe...
"Höflich" und "freundlich" sind Grundvoraussetzungen menschlicher Kommunikation. Du wirst auch keine Partnerin in Betracht ziehen wollen, die zwar freundlich ist, ansonsten aber eine völlig profillose "Couch Potatoe" ist, die auf nichts Bock hat.

Wie überall sind für die Unterhaltung alle zuständig. Bei Beziehungen kann ich zwar nicht mitreden, aber es würde schon im Freundeskreis sehr merkwürdig rüberkommen wenn man immer nur von den Freunden was organisieren lässt und sich nicht selbst mit Ideen einbringt. Irgendwann wird man dann nur noch als Mitläufer wahrgenommen.

Klar posten viele Leute heutzutage ihre Urlaubserinnerungen und Festivalfotos öffentlich. Ob das sinnvoll ist, darüber mag man streiten (ich mache es nicht). Aber ist der Unterschied zum klassischen Diaabend früher wirklich so groß? Damals hat man halt noch "echte" Menschen eingeladen und seine Urlaubsimpressionen hergezeigt. Wir machen das heute im Freundeskreis immer noch so. Wenn jemand eine größere Reise unternimmt, lädt er / sie hinterher die engeren Freunde ein und wir haben einen geselligen Abend.

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Re: "Ich glaube, es ist besser, wenn Du nie Kinder kriegst!"

Beitrag von Sabinchen » Samstag 2. Februar 2019, 10:22

Michael Knight hat geschrieben:
Samstag 2. Februar 2019, 09:31
"Höflich" und "freundlich" sind Grundvoraussetzungen menschlicher Kommunikation. Du wirst auch keine Partnerin in Betracht ziehen wollen, die zwar freundlich ist, ansonsten aber eine völlig profillose "Couch Potatoe" ist, die auf nichts Bock hat.
Bei manchen Mabsen-Beiträgen entsteht bei mir der Eindruck, sie würden nichts anderes wollen als eine Freundschaft+ Beziehung. Wobei natürlich nur das Plus bei ihnen im Vordergrund steht und der Rest aus Anschweigen und einem passiven nicht-unternehmen. Eine Freundschaft mit allem Drum und Dran ist so gar nicht erwünscht. 😢
Ich stehe mit beiden Beinen fest neben der Spur. 😢

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Re: "Ich glaube, es ist besser, wenn Du nie Kinder kriegst!"

Beitrag von NBUC » Samstag 2. Februar 2019, 12:03

Edit:
Diese "was will ich eigentlich"-Diskussion findet gerade hier statt:
https://www.abtreff.de/viewtopic.php?f= ... 9#p1081249
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Re: "Ich glaube, es ist besser, wenn Du nie Kinder kriegst!"

Beitrag von Tania » Samstag 2. Februar 2019, 12:09

Dr. House hat geschrieben:
Samstag 2. Februar 2019, 08:02
Mr_B hat geschrieben:
Freitag 1. Februar 2019, 19:47
Da hast du dir die Antwort schon selber gegeben. Höflich und freundlich = langweilig. Es mag Freunde geben für die das noch OK ist, aber für fast alle Frauen ist das ein Auschlusskriterium. Vielleicht auch zurecht, man will Emotionen, Höhen und Tiefen, Unterhaltung, Frauen noch viel mehr als Männer.
We love to entertain you oder wie? Dann soll sie die Glotze anmachen, bin doch nicht für deren Unterhaltung zuständig - wäre ja noch schöner. Traurig das man heutzutage mit positiven Eigenschaften als Langweiler gesehen wird.
Aber passt ja in den selbstdarstellungs und inszenierungs - Zeitgeist.
Tja. Du bist nicht für "deren" Unterhaltung zuständig, und "die" nicht für Deine Orgasmen. Shit happens.

Wir reden hier über Beziehungen. Da geht es nicht um Zuständigkeiten, sondern einzig und allein um die Frage: was wünschen sich die Beteiligten, und was können sie einander geben?.Wenn das passt, ist gut - wenn nicht, wird halt nix draus.

Du bietest das Paket "höflich und freundlich" an. Davon ist zwar in Deinem zitierten Posting nichts zu sehen, aber vielleicht bist Du ja im realen Leben ganz anders. Jetzt bleibt nur noch anzusehen, was Du im Gegenzug von Deiner potentiellen Partnerin erwartest - und dann lässt sich abschätzen, wie die Erfolgschancen sind. Genauso wie man mit Glück für 2,50 € ne Rolex erwerben kann, kann man natürlich auch im Gegenzug für die Tatsache, dass man (wie 95% aller Menschen) gelegentlich höflich und freundlich ist, hoffen, dass jemand kommt und erklärt, er würde Dich dich lieben, achten und ehren alle Tage seines Lebens, in guten und in schlechten Zeiten, in Gesundheit und Krankheit, bis dass der Tod euch scheidet. Möglich ist das. Nur eben nicht allzu wahrscheinlich.

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Re: "Ich glaube, es ist besser, wenn Du nie Kinder kriegst!"

Beitrag von Dr. House » Samstag 2. Februar 2019, 15:11

Tania hat geschrieben:
Samstag 2. Februar 2019, 12:09
Dr. House hat geschrieben:
Samstag 2. Februar 2019, 08:02
Mr_B hat geschrieben:
Freitag 1. Februar 2019, 19:47
Da hast du dir die Antwort schon selber gegeben. Höflich und freundlich = langweilig. Es mag Freunde geben für die das noch OK ist, aber für fast alle Frauen ist das ein Auschlusskriterium. Vielleicht auch zurecht, man will Emotionen, Höhen und Tiefen, Unterhaltung, Frauen noch viel mehr als Männer.
We love to entertain you oder wie? Dann soll sie die Glotze anmachen, bin doch nicht für deren Unterhaltung zuständig - wäre ja noch schöner. Traurig das man heutzutage mit positiven Eigenschaften als Langweiler gesehen wird.
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Tja. Du bist nicht für "deren" Unterhaltung zuständig, und "die" nicht für Deine Orgasmen. Shit happens.
Hab ich auch nie gefordert und ist heutzutage Gott sei dank, auch anderweitig "erfahrbar".

Wir reden hier über Beziehungen. Da geht es nicht um Zuständigkeiten, sondern einzig und allein um die Frage: was wünschen sich die Beteiligten, und was können sie einander geben?.Wenn das passt, ist gut - wenn nicht, wird halt nix draus.

Du bietest das Paket "höflich und freundlich" an. Davon ist zwar in Deinem zitierten Posting nichts zu sehen, aber vielleicht bist Du ja im realen Leben ganz anders.
Ich behandle alle Menschen gleich schei**e :mrgreen:

Jetzt bleibt nur noch anzusehen, was Du im Gegenzug von Deiner potentiellen Partnerin erwartest - und dann lässt sich abschätzen, wie die Erfolgschancen sind. Genauso wie man mit Glück für 2,50 € ne Rolex erwerben kann, kann man natürlich auch im Gegenzug für die Tatsache, dass man (wie 95% aller Menschen) gelegentlich höflich und freundlich ist, hoffen, dass jemand kommt und erklärt, er würde Dich dich lieben, achten und ehren alle Tage seines Lebens, in guten und in schlechten Zeiten, in Gesundheit und Krankheit, bis dass der Tod euch scheidet. Möglich ist das. Nur eben nicht allzu wahrscheinlich.

Genau, die Wahrscheinlichkeit kann man sich anschauen, wenn man nach "Scheidungsraten" sucht. Müssten an die 50 % sein :buch:
Inzwischen erwarte ich (leider) gar nichts mehr. Das Thema ist für mich abgeschlossen, fürchte ich.


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Re: "Ich glaube, es ist besser, wenn Du nie Kinder kriegst!"

Beitrag von Dorset » Samstag 2. Februar 2019, 19:20

Vielen Dank an alle bisherigen Reaktionen/Antworten! Ich gehe morgen intensiver darauf ein. Nicht, dass ihr denkt, mich interessiert das hier nicht mehr.

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Re: "Ich glaube, es ist besser, wenn Du nie Kinder kriegst!"

Beitrag von NBUC » Samstag 2. Februar 2019, 19:44

Tania hat geschrieben:
Samstag 2. Februar 2019, 12:09

Wir reden hier über Beziehungen. Da geht es nicht um Zuständigkeiten, sondern einzig und allein um die Frage: was wünschen sich die Beteiligten, und was können sie einander geben?
Und jetzt schauen wir, zu welcher Vermutung zu dieser Frage da teils erzogen wird und wie der moderne PC-Mann sein soll und schon haben wir eine Erklärung, wo dieser Gedanke einerseits herkommt höflich, dienstbar und sonst zurückhaltend devot wäre der Trend der Stunde und andererseits der Eindruck, wer das so nicht macht, wäre BÖSE(tm).
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Re: "Ich glaube, es ist besser, wenn Du nie Kinder kriegst!"

Beitrag von Nonkonformist » Samstag 2. Februar 2019, 20:16

NBUC hat geschrieben:
Samstag 2. Februar 2019, 19:44
Tania hat geschrieben:
Samstag 2. Februar 2019, 12:09

Wir reden hier über Beziehungen. Da geht es nicht um Zuständigkeiten, sondern einzig und allein um die Frage: was wünschen sich die Beteiligten, und was können sie einander geben?
Und jetzt schauen wir, zu welcher Vermutung zu dieser Frage da teils erzogen wird und wie der moderne PC-Mann sein soll und schon haben wir eine Erklärung, wo dieser Gedanke einerseits herkommt höflich, dienstbar und sonst zurückhaltend devot wäre der Trend der Stunde und andererseits der Eindruck, wer das so nicht macht, wäre BÖSE(tm).
Du darfst auch wünsche und bedürfnisse haben und der frau ablehnen. Eine frau der ein braver potentieller familiengründer in mir sucht wäre mich ziemlich schnell wieder los. Ich bin so ein typ der besser keine kinder kriegen sollte und stehe sogar dazu.....
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Re: "Ich glaube, es ist besser, wenn Du nie Kinder kriegst!"

Beitrag von MattEagle » Samstag 2. Februar 2019, 23:17

Das was du geschrieben hast kommt mir leider sehr bekannt vor.

Bei mir ist es ähnlich das ich auch nur eine kurze relativ lieblose Beziehung hatte... war ein Freundschaft + Ding... und jetzt schon gut 10 Jahre her... ich bin 34.

Ich finde es auch mittlerweilen sehr belastend immer alleine alles zu managen.... es fühlt sich so leer an, ich glaub auch weil man für niemanden mehr "da" ist. Ich fühl mich wirklich "übriggeblieben" u.a auch weil die Verwandten wegsterben, Freunde fest in ihren Beziehungen verankert sind... daher ist man immer mehr das 5.Rad bzw. ein Überbleibsel aus vergangenen Zeiten.

Eigentlich hatte ich nie ein Problem damit mein Leben alleine auf die Reihe zu bekommen... ich zieh meine Projekte meistens durch, aber das fällt mir vom Kopf her immer schwerer.... vermutlich weil die Hoffungslosigkeit immer schlimmer wird.

Mit Mitte 30 hat man ja gerade Bergfest was das "produktive Leben" angeht und ich mache mir immer mehr Gedanken wie die nächsten 35 Jahre aussehen.....tja und da kommt bei mir die große Leere. Ich werde gerade jetzt viel mit dem "Haus bauen,Kinder kriegen, Baum Pflanzen Thema" konfrontiert. Ich konnte letztens bei einer längeren Autofahrt so einem Gespräch zwischen zwei Bekannten nicht entgehen. Ich konnte absolut nichts dazu sagen... da ist mir wieder mal vor Augen geführt worden, wie weit ich hintendran bin.

Thema Finanzen: In der Regel hat man als Paar mehr Geld zur Verfügung als wie der Single. Ich kenne kein Paar das jetzt eine doppelt so teure Wohnung bewohnt wie man noch alleine war. Meist sind es nur 50-60% mehr .... alleine diese Ersparnis macht schnell mal ein paar tausend pro Jahr aus.
Wenn man dann schon über 10 Jahre zusammen ist,, und gut verdient hat, da weisst du wo das Geld für den schicken Wagen bzw die Auswanderung herkommt.. ;) Dauersingle sein ist teuer! :mrgreen:

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Re: "Ich glaube, es ist besser, wenn Du nie Kinder kriegst!"

Beitrag von AB-Wagen » Sonntag 3. Februar 2019, 17:18

Dorset hat geschrieben:
Freitag 1. Februar 2019, 14:50
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Re: "Ich glaube, es ist besser, wenn Du nie Kinder kriegst!"

Beitrag von Tom mit T » Sonntag 3. Februar 2019, 18:16

Dorset hat geschrieben:
Freitag 1. Februar 2019, 14:50
... Mir fehlte immer die Frau an meiner Seite, die mich mental unterstützt hätte. Oder sehe ich das Ganze zu negativ und bin selbst schuld? Braucht man eine Frau an seiner Seite, um einen positiven Schub zu erhalten? Hatte die Frau recht, indem sie mir empfahl, niemals Kinder zu zeugen?
Ich bin da der Meinung, dass es deutlich einfacher ist, zuerst mit seinem eigenen Leben (Job, Freizeitgestaltung, Selbstwertgefühl usw.) zufrieden zu sein und dann die richtige Partnerin zu finden, als umgekehrt. Ich kann mir nämlich nicht vorstellen, dass man für den anderen anziehend rüberkommt, wenn man selber mit sich unzufrieden ist. Aus eigener Erfahrung kann ich sagen, dass mich eine Beziehung schon sehr motivieren kann, aber nur durch eine Beziehung läuft nicht gleich alles rund. Empfehlen kann ich Hobbys, die dir (auch alleine) Freude machen und die du regelmäßig machst. Das motiviert und normalerweise hat man dadurch auch mehr oder weniger Kontakt und Austausch mit anderen. Und man geht unbewusst glücklicher / selbstbewusster durchs Leben, was für andere sichtbar ist.

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Re: "Ich glaube, es ist besser, wenn Du nie Kinder kriegst!"

Beitrag von Dorset » Sonntag 3. Februar 2019, 22:22

Es ist nun mal so, dass ich nicht mitreden kann, wenn es ums Thema Familie, Kinder und gemeinsame Erlebnisse geht. 2016 war ich mit meinem Bruder, dessen Frau (damals Lebenspartnerin) und meinem Neffen zusammen im Urlaub. Es stellte sich dann heraus, dass ich das fünfte Rad am Wagen war und man mich mehr oder weniger von oben herab behandelte. Es staute sich viel Frust an und das Ergebnis war, dass ich einen krassen Streit mit ihr einen Tag vor der Rückreise hatte. Ich sei zu phlegmatisch, hätte mein Leben nicht im Griff (!!), weil ich noch keine Kinder in die Welt gesetzt (!!!!) habe. Dann hielt sie mir wieder vor, wie sehr sie ihren Mann, also meinen Bruder, zum Positiven verändert hätte und er anfangs auch so drauf gewesen sei, wie ich. Dabei war das dermaßen an den Haaren herbeigezogen, weil sie gar nicht wissen konnte, wie ich eigentlich lebe und was ich durchmachen musste.

Leider ist sie auch ein extremer Kontrollfreak. Einmal war mein Bruder zu Besuch mit mir bei einem gemeinsamen Freund. Es kam tatsächlich vor, dass alle 10 bis 30 Minuten sein Handy bimmelte und sie am Apparat war, um zu fragen "Was macht ihr gerade?" und um zu erzählen, was sie gerade machen würde. Dann noch ständig Erinnerungen daran, wann er gedenke, am kommenden Tag wieder daheim zu sein "Wann kommst du morgen?" ... "Aber bitte nicht zu spät!". Es lief darauf hinaus, dass er alle paar Sekunden auf sein Smartphone schaute, um nichts zu verpassen. Das irritierte mich und meinen Kumpel sehr, weil wir eigentlich mal abschalten wollten, aber sein Getue uns dauernd nervös machte. Seitdem kam er nie wieder mit zu ihm, weil mein Kumpel das nicht mehr so wollte, was auch verständlich ist.

Die zwei Beziehungen, die ich führte, waren unterschiedlicher wie sie nicht hätten sein können. Während meine erste Freundin voller Tatendrang war (gemeinsamer Urlaub an der Nordsee und im Allgäu, Besuche von Konzerten und Festivals, etc.) und sich wirklich für mich interessierte, mich auch mal zum Arzt schleppen wollte, war meine zweite Freundin eine richtig Trantüte, die immer alles besser wissen wollte, völlig aggressiv drauf war, ihren Hintern kaum aus dem Haus bekam und immer Dinge ankündigte, die sie dann doch nie umsetzte. Außerdem war es so, dass ich immer zu ihr fahren musste, während sie nicht ein einziges Mal zu mir nach Hause kommen wollte. Sie war ein richtiges Landei und hasste die Stadt dermaßen, dass sie es einfach nicht schaffte, mal ihren Landkreis zu verlassen und immer nur was mit ihren Freunden unternehmen wollte. Das einzige, was wirklich gut lief, war der Sex. Das konnte sie gut, während ich zwar mir meiner ersten Freundin auch Sex hatte, sie aber immer das Mauerblümchen blieb. Das fand ich aber nicht schlimm, denn ehrlich gesagt, habe ich lieber keinen so spektakulären Sex, dafür mehr drumherum.

Die kurze Affäre 2017 hätte ich mir komplett sparen sollen. Ich lernte diese Frau übers Internet kennen, über eine Singlebörse. Leider war sie ein sogenannter Gold-Digger, also eine Person, die sich bewusst jemanden sucht, der ihr das Leben finanziert. Sie wollte mit dem Auto hier und dort hingefahren werden. Sie schmiss wahllos alle möglichen Waren in den Einkaufswagen, ohne mich zu fragen, ob ich das überhaupt zahlen möchte. Am krassesten war ihr Wunsch, nach einer komplett neunen Inneneinrichtung ihrer Wohnung. Da sie kreditunwürdig war, wollte sie, dass ich alles auf meinen Namen in Rechnung nehmen. Sie wollte mir das irgendwann später zurückzahlen. Zum Glück war ich dann doch noch so geistesanwesend und ließ mich nicht auf diese Idee ein, ansonsten hätte ich wohl große Schwierigkeiten bekommen, ganz zu schweigen vom Geld, das ich nie wiedergesehen hätte. Sie begründete ihr Verhalten immer damit, dass sie 6 Jahre nicht mehr shoppen gehen konnte, da ihr Ex ihr nie etwas gegönnt hätte und sie jetzt endlich mal dran sei, zu leben und sich materiell zu bereichern. Ich Idiot habe das Spiel anfangs sogar mitgemacht, weil ich annahm, das würde sich wieder legen. Denkst! Stattdessen wurde ich wüst beschimpft, musste diverse Hausarbeiten erledigen, dauernd Kaffee für sie machen, ihr dann die Tasse an den Tisch bringen. Trotzdem wollte sie draußen kein Händchenhalten, weil sie das als Kinderkram abtat und meinte, sie wüsste, zu wem sie gehöre, darum müsse man das in der Öffentlichkeit auch nicht zeigen.
Dann wurde immer dafür kritisiert, wenn ich mal mit ihren beiden Kindern spielte, dass ich mit ihnen falsch reden würde (Zitat: "So spricht man mit einem Hund, aber nicht mit einer 2-Jährigen!"), oder dass ich nicht richtig auf sie aufpassen würde (was aber nicht stimmte, denn ich war es z.B. der sie darauf aufmerksam machte, dass man in der Wohnung keinen vollen Eimer Putzwasser zu stehen hat, wenn dort ein zweijähriges Mädchen herumläuft!). Wenn ich sie darauf aufmerksam machte, fuhr sie aus der Haut und machte abfällige Bemerkungen über mich und die Männerwelt allgemein ("Alles Deppen und ihr denkt nur mit eurem Schwanz! Ihr seid doch alle gleich!") und so fiel dann halt irgendwann mal der Spruch, als ich etwas ungehaltener wurde, aufgrund ihres mir gegenüber abfälligen Verhaltens und weil sie einfach so volle Wassereimer mit Putzmittel in der Wohnung rumstehen ließ, dass sie nicht hoffe, ich würde jemals Kinder in die Welt setzen.
Mir wurde das schließlich nach 8 Wochen zu bunt und ich beendete die Sache darin, indem ich ihr knallhart ins Gesicht sagte, dass ich ihr Verhalten und Umgehen schlicht asozial fände. Ihre Kinnlade fiel bis zum Boden und sie sagte nicht mehr viel. Sie fühlte sich nur wieder mal von der Männerwelt hintergangen und ich stand als der Böse da.

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Re: "Ich glaube, es ist besser, wenn Du nie Kinder kriegst!"

Beitrag von Dorset » Montag 4. Februar 2019, 11:52

Dr. House hat geschrieben:
Samstag 2. Februar 2019, 08:02
Mr_B hat geschrieben:
Freitag 1. Februar 2019, 19:47
Da hast du dir die Antwort schon selber gegeben. Höflich und freundlich = langweilig. Es mag Freunde geben für die das noch OK ist, aber für fast alle Frauen ist das ein Auschlusskriterium. Vielleicht auch zurecht, man will Emotionen, Höhen und Tiefen, Unterhaltung, Frauen noch viel mehr als Männer.
We love to entertain you oder wie? Dann soll sie die Glotze anmachen, bin doch nicht für deren Unterhaltung zuständig - wäre ja noch schöner. Traurig das man heutzutage mit positiven Eigenschaften als Langweiler gesehen wird.
Aber passt ja in den selbstdarstellungs und inszenierungs - Zeitgeist.

Am besten jeden Tag wie im Bewerbungsgespräch präsentieren. Immer die neusten Urlaubsbilder (ohne Falten o.ä. versteht sich). Achja und die Bilder der letzten hippen und angesagten Festivals nicht vergessen, damit sie sieht, wie "gesellschaftlich" interessiert ich bin.

Und Emtionen zeige ich, wenn sie ausgelöst werden, aber nicht jedem. Das heist jedoch nicht, dass ich KEINE habe...
Zwar hatte ich Beziehungen, aber es ist unglaublich anstrengend - zumindest war das mein persönlicher Eindruck - eine Beziehung anzubandeln. Ich habe mir teilweise den Mund fusselig geredet, habe viel Energie in die Phasen des Kennenlernens gesteckt, ellenlange Texte geschrieben, lange Telefonate geführt, und und und... Für mich habe ich festmachen können, dass Frauen generell eher den Mann wollen, der sie unterhält, der sie immer wieder überrascht, und sie ständig auf Trab hält. Das muss jetzt nichts großes sein, aber hier und da mal ein paar Aufmerksamkeiten wurden immer wieder erwünscht. Sie wurden zwar nicht offen so als erwünscht kommuniziert, aber unterschwellig gaben einem die Frauen immer wieder mit einem Wink mit dem Zaunpfahl zu verstehen, dass es an der Zeit sei, mal wieder die Beziehung neu anzustoßen. Das war für mich wirklich kräftezehrend.
Gatem hat geschrieben:
Freitag 1. Februar 2019, 20:20
Irgendwie habe ich den Eindruck du bist bei deiner Beschreibung irgendwo durcheinander gekommen.

Du schreibst davon, dass du zuletzt 2001 und 2007 Beziehungen hattest und deine Partnerin ihrem Ex-Partner Whatsapp-Nachrichten geschickt habe. Jedoch gibt es diese Anwendung erst seit dem Jahr 2009 und bis sie eine gewisse Verbreitung erreicht hat, dauerte weitere Jahre. Kann es sein, dass du hier zeitlich irgendwie durcheinander gekommen bist?


Ich denke manche Menschen brauchen tatsächlich soetwas wie Druck von Außen, um sich weiter zu entwickeln. Wenn dann natürlich niemand da ist, um diesen Druck auszuüben, dann gibt es auch keine Fortschritte.
Ja, da bin ich durcheinander gekommen. WhatsApp gab es 2009 noch gar nicht. 2009 hatte ich nur eine zweiwöchige "Affäre", die aber nicht der Rede wert ist, weil da nichts lief - weder körperlich, noch besonders emotional.
MattEagle hat geschrieben:
Samstag 2. Februar 2019, 23:17
Das was du geschrieben hast kommt mir leider sehr bekannt vor.

Bei mir ist es ähnlich das ich auch nur eine kurze relativ lieblose Beziehung hatte... war ein Freundschaft + Ding... und jetzt schon gut 10 Jahre her... ich bin 34.

Ich finde es auch mittlerweilen sehr belastend immer alleine alles zu managen.... es fühlt sich so leer an, ich glaub auch weil man für niemanden mehr "da" ist. Ich fühl mich wirklich "übriggeblieben" u.a auch weil die Verwandten wegsterben, Freunde fest in ihren Beziehungen verankert sind... daher ist man immer mehr das 5.Rad bzw. ein Überbleibsel aus vergangenen Zeiten.

Eigentlich hatte ich nie ein Problem damit mein Leben alleine auf die Reihe zu bekommen... ich zieh meine Projekte meistens durch, aber das fällt mir vom Kopf her immer schwerer.... vermutlich weil die Hoffungslosigkeit immer schlimmer wird.

Mit Mitte 30 hat man ja gerade Bergfest was das "produktive Leben" angeht und ich mache mir immer mehr Gedanken wie die nächsten 35 Jahre aussehen.....tja und da kommt bei mir die große Leere. Ich werde gerade jetzt viel mit dem "Haus bauen,Kinder kriegen, Baum Pflanzen Thema" konfrontiert. Ich konnte letztens bei einer längeren Autofahrt so einem Gespräch zwischen zwei Bekannten nicht entgehen. Ich konnte absolut nichts dazu sagen... da ist mir wieder mal vor Augen geführt worden, wie weit ich hintendran bin.

Thema Finanzen: In der Regel hat man als Paar mehr Geld zur Verfügung als wie der Single. Ich kenne kein Paar das jetzt eine doppelt so teure Wohnung bewohnt wie man noch alleine war. Meist sind es nur 50-60% mehr .... alleine diese Ersparnis macht schnell mal ein paar tausend pro Jahr aus.
Wenn man dann schon über 10 Jahre zusammen ist,, und gut verdient hat, da weisst du wo das Geld für den schicken Wagen bzw die Auswanderung herkommt.. ;) Dauersingle sein ist teuer! :mrgreen:
Ich befinde mich auch genau in dem Altersbereich, in dem die meisten bereits ihr geplantes Leben führen, dass sie sich erhofft haben. Wenn ich sehe, wie viele meiner Altersgenossen mit Mitte 30 bereits Frau, Kind, Hund und Haus haben, wird mir immer anders. Bei mir ist nie jemand da, wenn ich abends von der Arbeit komme, um zu fragen "Schatz, wie war Dein Tag?". Bei mir herrscht gähnende Stille. Kein Kinderlachen, keine fürsorgliche Frau, die einen in dem Arm nimmt. Als mein Bruder Vater wurde, war er 22. Ich stand mit 22 als Single da, der bereits eine gescheiterte Beziehung hatte und zu dem Zeitpunkt auch keine Aussicht auf eine neue hatte (war dann erst 2007 der Fall). Ich glaube, das der größte Fehler, den ich in meiner Jugend machte, war, dass ich wenig nach draußen ging, um zu feiern. Ich war nicht der Typ für Clubs, Discos etc. im Gegensatz zu meinem Bruder. Dort lernte er immer wieder neue Frauen kennen, so auch seine jetzige Frau. Wer weiß, was geworden wäre, wenn ich es auch so praktiziert hätte. Vielleicht würde ich jetzt nicht so dastehen. Hätte ich auch so eine Frau gefunden, hätte sie mir vielleicht auch entscheidende Impulse geben können, die ich so nie hatte und ich würde privat und lebensplanerisch viel besser aus der Wäsche gucken. Durch sie haben sich bei ihm so viele neue Wege und Möglichkeiten ergeben, von denen ich nicht zu träumen wage. Es kommt mir so vor, als hätte ich die falsche Weiche genommen und bin geradewegs in den Abstellbahnhof eingefahren, während mein Bruder den richtigen Abzweig nahm und sich jetzt als ICE auf der Schnellfahrstrecke befindet.
Calliandra hat geschrieben:
Freitag 1. Februar 2019, 22:35
Ich kann verstehen, dass es dich runterzieht, alleine zu sein, wenn du den Wunsch hast, Kinder zu haben. Was ich allerdings nicht verstehe, ist der Vergleich mit deinem Bruder und seiner Frau. Es mag ja sein, dass er sich von außen betrachtet in eine positive Richtung entwickelt hat. Allerdings finde ich, es klingt schon ein wenig anstrengend, dass seine Frau ständig hinterher ist, sobald er auch mal vier gerade sein lässt. Ich würde mir solch eine Überwachung nicht wünschen. Ich habe das Gefühl, dass du dieses Beziehungsmodell etwas idealisierst. Lass deinen Bruder sein Leben leben und finde du das Richtige für dich – und höre auf, ständige Vergleiche zu ziehen. Veilleicht hilft es, dir vorzustellen, du wärst eine Woche lang in der Haut deines Bruders. Mit allen Konsequenzen.

Und was die Sprüche der anderen angeht: der Kommentar mit der Homosexualität war vielleicht nur ein Spruch, um dich aus der Reserve zu locken. Vielleicht, weil sie keine Erklärung dafür hat, dass du allein bist und neugierig war, was du dazu sagst. Den anderen Spruch würde ich versuchen zu ignorieren. Das ist völlig daneben.
Vielleicht idealisiere ich es zu sehr, das ist gut möglich. Andererseits habe ich ihn auch oft jammern hören, wenn sie dauernd bei ihm anrief (Zitat: "Mann! Was will die denn jetzt schon wieder?!?"), oder wenn sogar sie zu mir meinte, sie würde mir keine Kinder empfehlen, weil es wirklich stressig wäre und mit dem Wissen von heute, würde sie das damals nicht wieder so machen. Sie könne auch nicht verstehen, dass manche Leute drei oder vier Kinder in die Welt setzen, denn schon eines sei ein enormer Aufwand. Sie liebt ihr Kind zwar über alles und will es auch nicht mehr ohne leben, aber aus heutiger Sicht würde sie keine mehr in die Welt setzen.
Die Sache mit der Frau, die mir diesen Satz um die Ohren warf("Du solltest besser keine Kinder haben!"), war auch echt asozial. Ich hatte das meiner damaligen Therapeutin erzählt und sie machte daraufhin nur große Augen und ihre Kinnlade fiel bis zu den Knien. Sie sagte mir, dass diese Frau wohl ernsthafte Persönlichkeitsprobleme hätte und ich mir da keinen Vorwurf machen sollte, da dies ohnehin absoluter Blödsinn sei, den mir die Frau da an den Kopf warf. Vor allem war es diese Dame, die mir auch immer riet, ich solle mal zum Psychiater gehen, um mir helfen zu lassen! Sobald ich ihr mal die Empfehlung gab, dass sie es viel nötiger hätte, weil sie anscheinend große Probleme hat, mit Menschen vernünftig umzugehen, wurde sie jedesmal fuchsteufelswild und meine Ratschläge prallten einfach an ihr ab. Sie hätte keinen Psychiater nötig und wie ich es überhaupt wagen könne, ihr so einen Rat zu geben, hieß es immer von ihr. Es kam mir immer so vor, wie wenn ich einem überzeugtem Kettenraucher davon überzeugen wollte, mit dem Rauchen aufzuhören, weil das schädlich sei. Da erhielt ich auch immer erboste Reaktionen, aber die waren von der gezeigten Reaktion ganz ähnlich.

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