Schlechtes Gewissen wegen Pornokonsum

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Re: Schlechtes Gewissen wegen Pornokonsum

Beitrag von Tania » Montag 1. April 2019, 17:16

Icke_Bins hat geschrieben:
Montag 1. April 2019, 16:40
Wenn einem aber (etwa ivirtuell n der Form von Pornos oder in echt, wenn man zu denjenigen "Hochattraktiven" gehört, die ohne Probleme One-Night Stands wahrnehmen können) die Möglichkeit offensteht, ständig mit neuen Sexpartnern zu kopulieren, so bleibt es reizvoll durch die ständige Neuartigkeit.
Hmm ... ich bin zwar alles andere als hochattraktiv, könnte aber problemlos jeden Tag nen ONS bekomme. Das Blöde ist: die Idee reizt mich null. Der ONS befriedigt lediglich das Bedürfnis, fremde Haut zu spüren und einem anderen Menschen körperliches Vergnügen zu schenken. Andere - körperliche und emotionale - Wünsche bleiben unerfüllt. Dann am nächsten Tag noch einen ONS nachzuschieben, wäre ungefähr so, wie Hunger und Durst zu haben, aber immer nur Wasser zu trinken. Es betäubt zwar das Hungergefühl etwas, aber auch nur während man schluckt. Hinterher ist die Leere wieder sehr deutlich spürbar.
Etwas einfach gesagt, wenn ich heute mit einer schlanken, hübschen skandinavischen Blondine ins Bett gehen könnte und schon morgen eine temperamentvolle Latina mit wohlgeformten Rundungen vor meiner Tür stände, dann wäre das reizvoller und ich wäre eher schneller bereit für den Kopulationsakt, als wenn ich wieder mit der Blondine, die ich gestern und letzte Woche schon hatte ins Bett sollte.
Ich würde mich deutlich mehr freuen, wenn sich der Typ von gestern am nächste Tag wieder melden würde. Aber das ist vielleicht so ein typischer Mann-Frau-Unterschied ...


Nachdem ich mir Pornos reinziehe, leide ich teilweise tagelang unter Symptomen, die deckungsgleich mit denen des Autismus und ADHS sind:
Interessantes Phänomen. Mich würde da schon vom wissenschaftlichen Standpunkt echt interessieren, welche Auswirkungen Sex mit "Fremdbeteiligung" auf Dich hätte.

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Re: Schlechtes Gewissen wegen Pornokonsum

Beitrag von Icke_Bins » Montag 1. April 2019, 18:13

Tania hat geschrieben:
Montag 1. April 2019, 17:16

Interessantes Phänomen. Mich würde da schon vom wissenschaftlichen Standpunkt echt interessieren, welche Auswirkungen Sex mit "Fremdbeteiligung" auf Dich hätte.
Leider tue ich mich etwas schwer damit entsprechende Probandinnen für die Studie zu "rekrutieren" :lol:

Aber mal ernsthaft, dieses Phänomen ist gar nicht so selten. Wenn du dir Foren von Leuten anschaust, die über Ihre Probleme mit Pornokonsum sprechen, dann findest du häufiger entsprechende Aussagen.

Ich denke es liegt gewissermaßen auch an der kognitiven Grundkonstitution, sprich wenn man sowieso schon etwas in Richtung Neurotizismus neigt oder biologisch (z.B. durch Vorerkrankungen, Frühgeburt, genetische Disposition etcetera) vulnerabel ist, dann manifestiert sich das eben schneller in solchen Symptomen. Ist ähnlich wie mit Drogenkonsum, z.B. kiffen: manche rauchen jahrelang tagtäglich, ziehen sich gar Bongs rein etcetera und funktionieren dennoch halbwegs im Alltag (auf Dauer ist es natürlich auch für solche Menschen nicht gut). Andere kriegen schon psychotische Zustände, wenn sie nur ein mal hochgradiges Gras mit hohem THC Anteil rauchen und sollten es dementsprechend besser sein lassen, wenn sie sich keine cannabis-induzierte Psychose zuziehen wollen.

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Re: Schlechtes Gewissen wegen Pornokonsum

Beitrag von Tania » Montag 1. April 2019, 18:17

Icke_Bins hat geschrieben:
Montag 1. April 2019, 18:13
Tania hat geschrieben:
Montag 1. April 2019, 17:16

Interessantes Phänomen. Mich würde da schon vom wissenschaftlichen Standpunkt echt interessieren, welche Auswirkungen Sex mit "Fremdbeteiligung" auf Dich hätte.
Leider tue ich mich etwas schwer damit entsprechende Probandinnen für die Studie zu "rekrutieren" :lol:
Gleich ne Studie??? Ich hätte ja erstmal mit nem Pilotprojekt angefangen ....

Aber Du kannst ja Deine Studienausschreibung mal hier verlinken ;)

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Re: Schlechtes Gewissen wegen Pornokonsum

Beitrag von fredstiller » Dienstag 2. April 2019, 00:24

knopper hat geschrieben:
Montag 1. April 2019, 10:10
nun ja...besonders das Schuldgefühl "danach" wird es bei richtigem Sex wohl so nicht geben...weil man hatte ihn dann ja! Mehr geht nicht!
Wohingegen bei SB + Porno immer sowas aufkommt wie "hättest schon lange richtigen Sex haben können stattdessen hockst du hier in deiner Bude vorm PC und wi... alles voll"..."is ja alles nich echt"
Möglicherweise frage ich das nicht zum ersten Mal, aber:
Wieso hörst du nicht einfach auf mit dem Konsum, gehst raus, und suchst dir eine Freundin?
Tania hat geschrieben:
Montag 1. April 2019, 17:16
Ich würde mich deutlich mehr freuen, wenn sich der Typ von gestern am nächste Tag wieder melden würde. Aber das ist vielleicht so ein typischer Mann-Frau-Unterschied ...
Ich halte das mehr für ein Klischee. Vermutlich spielt man sich auch beim Sex aufeinander ein, so dass er nach dem ersten Mal eher besser wird. Und ich denke, dass auch viele Männer sich die Intimität wünschen, die erst entsteht, wenn man sich näher kennengelernt hat (bzw. durch entsprechende Hormonausschüttung).
Icke_Bins hat geschrieben:
Montag 1. April 2019, 16:40
Etwas einfach gesagt, wenn ich heute mit einer schlanken, hübschen skandinavischen Blondine ins Bett gehen könnte und schon morgen eine temperamentvolle Latina mit wohlgeformten Rundungen vor meiner Tür stände, dann wäre das reizvoller und ich wäre eher schneller bereit für den Kopulationsakt, als wenn ich wieder mit der Blondine, die ich gestern und letzte Woche schon hatte ins Bett sollte.
Lieber heute der Blondine absagen, und auf die heisse Latina warten!

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Re: Schlechtes Gewissen wegen Pornokonsum

Beitrag von NickP » Dienstag 2. April 2019, 00:44

fredstiller hat geschrieben:
Dienstag 2. April 2019, 00:24
Möglicherweise frage ich das nicht zum ersten Mal, aber:
Wieso hörst du nicht einfach auf mit dem Konsum, gehst raus, und suchst dir eine Freundin?
Ähm, nur mal so aus Interesse. Ist die Frage ernst gemeint, oder so eine art Troll versuch?
Hast du vergessen wo du hier bist? Wäre beides so einfach, wäre dieses Forum ziemlich leer.
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Re: Schlechtes Gewissen wegen Pornokonsum

Beitrag von Omomo » Dienstag 2. April 2019, 00:45

Tania hat geschrieben:
Montag 1. April 2019, 17:16
Hmm ... ich bin zwar alles andere als hochattraktiv, könnte aber problemlos jeden Tag nen ONS bekomme. Das Blöde ist: die Idee reizt mich null. Der ONS befriedigt lediglich das Bedürfnis, fremde Haut zu spüren und einem anderen Menschen körperliches Vergnügen zu schenken. Andere - körperliche und emotionale - Wünsche bleiben unerfüllt. Dann am nächsten Tag noch einen ONS nachzuschieben, wäre ungefähr so, wie Hunger und Durst zu haben, aber immer nur Wasser zu trinken. Es betäubt zwar das Hungergefühl etwas, aber auch nur während man schluckt. Hinterher ist die Leere wieder sehr deutlich spürbar.
In der Tat gibt es da einen Unterschied zwischen Mann/Frau. Klar, als Frau könnte man sich theoretisch jeden Tag ONS holen, was es dann zu nichts mehr besonderem mehr macht.
Als Mann hat man zusätzlich aber die Komponente, dass man ein "erfolgreicher Jäger" war und das durch den ONS Bestätigung erfährt, denn egal wie der Kerl aussieht. Er kommt nicht so leicht an ONS ran und daher ist es immer eine "besondere" Situation.
Somit kann ein Mann durch die Bestätigung sich bereits wohler fühlen. Heißt natürlich nicht, dass man damit seine ganzen Probleme oder seine Unzufriedenheit löst. Die bleiben natürlich auch nachher bestehen.
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Re: Schlechtes Gewissen wegen Pornokonsum

Beitrag von knopper » Dienstag 2. April 2019, 09:29

fredstiller hat geschrieben:
Dienstag 2. April 2019, 00:24

Möglicherweise frage ich das nicht zum ersten Mal, aber:
Wieso hörst du nicht einfach auf mit dem Konsum, gehst raus, und suchst dir eine Freundin?
ja....schwer zu sagen :D warum nicht.
Ist wohl ein Mix aus fehlender Disziplin, schneller Verführung, da schnelle Verfügbarkeit im Netz, und Gewöhnungseffekt im Laufe der vielen Jahre...
Mich da raus holen kann nur ich selber, ich weiß...

Wobei ich das mit dem aufhören, also einfach aufhören und "unverrichteter Dinge" ins Bett gehen jetzt schon n paar Mal hatte...das war früher noch nicht so.

Manchmal frage ich mich von daher auch ob es damals, also als es noch kein Netz gab einen evt. höheren Antrieb gab sich was "richtiges" zu suchen, da halt irgendwann kein Neues Material mehr nachkam.
Wenigstens ein bisschen kann man den schwarzen Peter auch darauf schieben, finde ich.
Omomo hat geschrieben:
Dienstag 2. April 2019, 00:45
, denn egal wie der Kerl aussieht. Er kommt nicht so leicht an ONS ran und daher ist es immer eine "besondere" Situation.
ja ich glaube das muss endlich auch mal in meinen Schädel...
Leider ist es im Moment immer noch so "tu was für dein Aussehen (Sport, durchtrainiert usw...) und du hast vielleicht mehr Erfolg" bzw. naiverweise sogar "du wirst vielleicht angesprochen".
Vollkommen realitätsfern, wie ich immer mehr merke...

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Re: Schlechtes Gewissen wegen Pornokonsum

Beitrag von Icke_Bins » Dienstag 2. April 2019, 16:45

NBUC hat geschrieben:
Montag 1. April 2019, 16:45
Icke_Bins hat geschrieben:
Montag 1. April 2019, 16:40
  • kann kaum auf Leute zugehen, reagieren oder spontan Smalltalk halten
  • bin innerlich sehr verschlossen und sehr in meinem eigenen Kopf
  • ich kann mich nicht auf meine Aufgaben konzentrieren oder meine Tätigkeiten priorisieren
  • leicht ablenkbar und starke Neigung zur Prokrastination
  • mutlos und unentschlossen
Überspitzt:
Danach bräuchten ABs ja gar keine Pornos ... wir sind so schon so.
Falle ja wie gesagt selbst in die AB-Schublade. Meine Theorie: wie du schon richtig sagst, tendieren viele von uns ABs sowieso schon zu diesen Symptomen. Pornokonsum verschlimmert (meiner Beobachtung nach) oft die ganze Sache aber noch erheblich. Sprich: wenn man eh schon vulnerabel / psychisch weniger belastbar / flexibel ist, dann kann der Mechanismus der dem Pornokonsum zu Grunde liegt, einen auch schneller über die Schwelle des Verträglichen stoßen, so dass sich eben die negativen Auswirkungen des Konsums manifestieren.

Das kann dann eben zu einer Verstärkung der sowieso schon vorhandenen Symptomatik führen, weil wir dann quasi hirnphysiologisch und -chemisch (Neurotransmitter / Hormone) in einen suboptimalen (= unbalancierten) Zustand geraten. Wenn uns also beispielsweise soziale Interaktionen schon in unserer normalen Konstitution schwer fallen, dann umso mehr, wenn wir uns neurochemisch in einen Ausnahmezustand durch Überstimulation begeben. Dann braucht der Körper erst mal wieder einige Tage, bis wieder der Zustand der Homöestase erreicht ist und wir wieder auf Normallevel funktionieren, wobei der jahrelange Pornokonsum (und damit Überstimulation) auch zu dauerhaften, problematischen Veränderungen des Belohnungssystems führt, weil nämlich die Dopaminrezeptoren durch die dauernde Überstimulation runtergefahren werden.

Eine vielbeachtete Studie die am Max-Planck Institut für Bildungsforschung (bzw. MPI for Human Development) durchgeführt wurde, hat einen klaren Zusammenhang zwischen der Häufigkeit des Pornokonsums und der Größe von bestimmten Hirnarealen gezeigt, die für die Belohnungsregulation zuständig sind. Menschen, die mehr Pornos schauen, hatten weniger Gehirnmasse (graue Materie) und eine schwächere Konnektivität zwischen dem Belohnungssystem und dem frontalen Kortex. Weniger Gehirnmasse und schwächere Konnektivität bedeutet hier einfach ausgedrückt, dass Leute weniger willentliche Kontrolle über Ihr Verhalten ausüben können, quasi das für Prokrastination und Impulsivität typische Verhalten, wo man weniger in der Lage ist auf ein langfristiges Ziel hinzuarbeiten und sich schneller durch eigentlich unwichtige Dinge ablenken lässt. Es gibt ja dieses Konzept des Belohnungsaufschubs (Delayed Gratification) in der Psychologie, welches besagt, dass eine wesentliche Voraussetzung für Erfolg im Leben die Fähigkeit ist, sich nicht ständig durch kleine und anstrengungslose "Belohnungen" ablenken zu lassen (z.B. Youtube Videos, Social Media, Videospiele oder eben Pornos), sondern eben kontinuierlich auf langfristige Ziele hinzuarbeiten (z.B. Studium, Karriere im Beruf, erlernen eines Instruments etcetera). Die Studie kann zwar keine klare Aussage dazu treffen, ob der Pornokonsum hierbei ursächlich ist und über einen längeren Zeitraum zur Schwächung der Hirnareale geführt hat oder ob es eher so ist, dass Menschen die von vornherein mit einem weniger ausdifferenzierteren Nervensystem ausgestattet sind einfach stärker zum Pornokonsum neigen, quasi weniger in der Lage sind Ihren Pornokonsum zu regulieren.

https://www.mpib-berlin.mpg.de/de/press ... ungssystem
https://jamanetwork.com/journals/jamaps ... cation=ufi

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Re: Schlechtes Gewissen wegen Pornokonsum

Beitrag von Icke_Bins » Dienstag 2. April 2019, 17:13

knopper hat geschrieben:
Dienstag 2. April 2019, 09:29
...
Manchmal frage ich mich von daher auch ob es damals, also als es noch kein Netz gab einen evt. höheren Antrieb gab sich was "richtiges" zu suchen, da halt irgendwann kein Neues Material mehr nachkam.
Wenigstens ein bisschen kann man den schwarzen Peter auch darauf schieben, finde ich.
Das ist auf jeden Fall ein Faktor. Heute gibt es soviel Nachschub, weil einfach soviel produziert wird, dass man sich theoretisch bis an sein Lebensende in seinem Zimmer einschließen und nonstop konsumieren könnte. Gerade für Menschen die unzufrieden mit Ihrer Realität sind und daher einen Drang nach virtueller Ablenkung haben, sind dann ganz schnell in der Falle, weil sie sich hier Ihre Stimulation ohne Aufwand holen können, während sie im echten Leben Ablehnung befürchten oder erfahren haben.

Durch den Pornokonsum kommt man aber irgendwann in so eine Geisteshaltung, wo sich die Vorstellung verankert, dass man ja eh Zugang zu sämtlichen sexuellen Szenarien und Frauentypen hätte, obwohl man in der Realität vielleicht noch nicht einmal die trivialsten intimen Erfahrungen mit einer anderen Person gemacht hat. Aber virtuell hat man eben schon alles gesehen und für das Gehirn besteht kein riesiger Unterschied zwischen virtueller und realer Welt, insbesondere nicht im Zeitalter von hochauflösender audio-visueller Dauerbeschallung (bzw. 3D Brillen etcetera).

Damit steht man sich natürlich selbst im Weg, denn einerseits stellt man dann ganz hohe Ansprüche an sein Sexualleben, andererseits ist man halt wirklich ein "Absoluter Beginner", der zunächst einmal die ersten Schritte nachholen muss.

Habe mich früher häufiger in den Foren auf Reddit (NoFap und PornFree - letzteres ist etwas sachlicher und reifer) rumgetrieben und dort berichten viele, dass Sie nach einer längeren Abstinenz von Pornos viel besser in der Lage waren mit anderen Menschen, insbesondere auch potentiellen Partnerinnen, zu kommunizieren. Pornos führen dazu, dass Leute viel häufiger masturbieren, als es eigentlich Ihrem körperlichen Drang entspricht, wenn sie sich nicht der Überstimulation aussetzen würden. Dadurch begeben wir uns ständig in einen hormonellen Ausnahmezustand (Dopaminüberausschüttung, Testosteron etc - werden ausgeschüttet und es dauert einige Tage bis wieder der normale Spiegel erreicht ist). Optimal funktioniert der Körper und auch das Gehirn (ist letztendlich auch nur ein Organ, wenn auch ein hochkomplexes), wenn der individuelle Normalspiegel der Hormone besteht. Wenn hingegen ein hormonelles Ungleichgewicht besteht, so funktionieren die körperlichen Prozesse (inklusive der mentalen-kognitiven) nicht optimal.

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Re: Schlechtes Gewissen wegen Pornokonsum

Beitrag von knopper » Dienstag 2. April 2019, 17:29

Icke_Bins hat geschrieben:
Dienstag 2. April 2019, 17:13

Durch den Pornokonsum kommt man aber irgendwann in so eine Geisteshaltung, wo sich die Vorstellung verankert, dass man ja eh Zugang zu sämtlichen sexuellen Szenarien und Frauentypen hätte, obwohl man in der Realität vielleicht noch nicht einmal die trivialsten intimen Erfahrungen mit einer anderen Person gemacht hat. Aber virtuell hat man eben schon alles gesehen und für das Gehirn besteht kein riesiger Unterschied zwischen virtueller und realer Welt, insbesondere nicht im Zeitalter von hochauflösender audio-visueller Dauerbeschallung (bzw. 3D Brillen etcetera).

Damit steht man sich natürlich selbst im Weg, denn einerseits stellt man dann ganz hohe Ansprüche an sein Sexualleben, andererseits ist man halt wirklich ein "Absoluter Beginner", der zunächst einmal die ersten Schritte nachholen muss.
jo...genau das ist ja bei mir der Fall. Sicherlich schon fast alles gesehen, schon vor Jahren, aber immer noch HC-AB, kein Kuss, noch nicht mal ein Händchenhalten.... geschweige denn richtiger Sex. :D
Das hält mich auch immer noch davon ab zu einer Professionellen zu gehen, denn da würde ich mich garantiert so verhalten wie die Männer in den Filmchen bzw. versuchen mich so zu verhalten... was dann auch bedeuten würde dass ich in meiner Entwicklung quasi gleich 10 Schritte weiter gehe....also nicht gut.

Klar die Verlockung ist schon groß...man guckt n Porno und sagt sich "ey jetzt machst du das einfach mal in echt, genauso wie da im Film, is alles dran an dir und los geht’s"...ich hatte schon mehrmals das Handy in der Hand und wollte bei einer anmelden. :D

Es würde nach hinten losgehen, dass weiß ich, und daher hab ich es stets gelassen. Das kann nicht richtig und gut sein, nein nein nein.
Icke_Bins hat geschrieben:
Dienstag 2. April 2019, 17:13
Pornos führen dazu, dass Leute viel häufiger masturbieren, als es eigentlich Ihrem körperlichen Drang entspricht, wenn sie sich nicht der Überstimulation aussetzen würden. Dadurch begeben wir uns ständig in einen hormonellen Ausnahmezustand (Dopaminüberausschüttung, Testosteron etc - werden ausgeschüttet und es dauert einige Tage bis wieder der normale Spiegel erreicht ist). Optimal funktioniert der Körper und auch das Gehirn (ist letztendlich auch nur ein Organ, wenn auch ein hochkomplexes), wenn der individuelle Normalspiegel der Hormone besteht. Wenn hingegen ein hormonelles Ungleichgewicht besteht, so funktionieren die körperlichen Prozesse (inklusive der mentalen-kognitiven) nicht optimal.
ja ist auf der einen Seite richtig, auf der anderen Seite aber auch wieder so, dass Menschen ja mitunter auch genauso oft Sex haben, wie wir eben masturbieren, besonders am Anfang einer Beziehung. Und da geht es ja auch.

oder von mir aus jemand der jedes Wochenende ne andere abschleppt und so vermutlich genauso oft "masturbiert" wie ich mit einem Porno. Bloß eben mit dem Unterschied, dass die Frau echt ist. :D
Ich weiß nicht ob sich hier der gleiche Gewöhnungseffekt einstellt bzw. es diesen Mann dann auch irgendwann nicht mehr reizt ne Frau abzuschleppen und ins Bett zu kriegen. Kann natürlich sein.

Hier wäre der genaue Unterschied interessant, falls es ihn denn gibt.

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Re: Schlechtes Gewissen wegen Pornokonsum

Beitrag von fredstiller » Dienstag 2. April 2019, 20:48

NickP hat geschrieben:
Dienstag 2. April 2019, 00:44
Ähm, nur mal so aus Interesse. Ist die Frage ernst gemeint, oder so eine art Troll versuch?
Hast du vergessen wo du hier bist? Wäre beides so einfach, wäre dieses Forum ziemlich leer.
Ist ernst gemeint.
Ich sag ja nicht, dass es ganz einfach ist.

Aber er schämt sich für seinen Pornokonsum, und will ja (grundsätzlich) eine Freundin.
Vielleicht schafft er ja, auf darauf zu verzichten, und seine Energie in das Kennenlernen echter Frauen zu sublimieren.
Und wenn er ist, wie er im Forum auftritt, ist er ja attraktiv, nett und humorvoll.
Icke_Bins hat geschrieben:
Dienstag 2. April 2019, 17:13
Durch den Pornokonsum kommt man aber irgendwann in so eine Geisteshaltung, wo sich die Vorstellung verankert, dass man ja eh Zugang zu sämtlichen sexuellen Szenarien und Frauentypen hätte, obwohl man in der Realität vielleicht noch nicht einmal die trivialsten intimen Erfahrungen mit einer anderen Person gemacht hat. Aber virtuell hat man eben schon alles gesehen und für das Gehirn besteht kein riesiger Unterschied zwischen virtueller und realer Welt, insbesondere nicht im Zeitalter von hochauflösender audio-visueller Dauerbeschallung (bzw. 3D Brillen etcetera).
Aber sie ersetzen nicht den echten Körperkontakt. Der anders und oft noch intensiver "beeindruckt" und wirkt als reine Videos. Und deshalb glaube ich auch nicht, dass das Gehirn da für immer keinen Unterschied macht.
Icke_Bins hat geschrieben:
Dienstag 2. April 2019, 17:13
Pornos führen dazu, dass Leute viel häufiger masturbieren, als es eigentlich Ihrem körperlichen Drang entspricht, wenn sie sich nicht der Überstimulation aussetzen würden. Dadurch begeben wir uns ständig in einen hormonellen Ausnahmezustand (Dopaminüberausschüttung, Testosteron etc - werden ausgeschüttet und es dauert einige Tage bis wieder der normale Spiegel erreicht ist). Optimal funktioniert der Körper und auch das Gehirn (ist letztendlich auch nur ein Organ, wenn auch ein hochkomplexes), wenn der individuelle Normalspiegel der Hormone besteht. Wenn hingegen ein hormonelles Ungleichgewicht besteht, so funktionieren die körperlichen Prozesse (inklusive der mentalen-kognitiven) nicht optimal.
Diese NoFap-Foren und deren Teilnehmer sind ja mittlerweile regelrechte "Bewegungen". Ich würde das jetzt auch nicht zu ernst nehmen.
Ich glaube durchaus, dass Pornos zu einer Art Abstumpfung und Gewöhnungseffekt führen können. Wenn man "echten" Sex hat, der ja aber oft noch intensiver wirkt, bringt das dann die Hormone nicht viel stärker aus dem Gleichgewicht?
knopper hat geschrieben:
Dienstag 2. April 2019, 17:29
Das hält mich auch immer noch davon ab zu einer Professionellen zu gehen, denn da würde ich mich garantiert so verhalten wie die Männer in den Filmchen bzw. versuchen mich so zu verhalten... was dann auch bedeuten würde dass ich in meiner Entwicklung quasi gleich 10 Schritte weiter gehe....also nicht gut.

Klar die Verlockung ist schon groß...man guckt n Porno und sagt sich "ey jetzt machst du das einfach mal in echt, genauso wie da im Film, is alles dran an dir und los geht’s"...ich hatte schon mehrmals das Handy in der Hand und wollte bei einer anmelden
Wieso wäre das nicht gut?
Könnte es nicht positiv sein, wenn du mal mit der Realität konfrontiert würdest - und würdest dadurch ein bisschen lockerer, und das ganze nicht so "auf ein Podest stellen"?
Du musst ja nicht gleich Pornos nachspielen, sondern kannst es beispielsweise erstmal mit einer Massage probieren.

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Re: Schlechtes Gewissen wegen Pornokonsum

Beitrag von Gilbert » Mittwoch 3. April 2019, 02:31

Icke_Bins hat geschrieben:
Dienstag 2. April 2019, 17:13

Aber virtuell hat man eben schon alles gesehen und für das Gehirn besteht kein riesiger Unterschied zwischen virtueller und realer Welt, insbesondere nicht im Zeitalter von hochauflösender audio-visueller Dauerbeschallung (bzw. 3D Brillen etcetera).
Oh doch, mein Gehirn vollzieht da gefühlt einen sauberen Cut. Zumindest wie es mich betrifft und ich es nach mehreren Lebensjahrzehnten für mich als AB versus in fester Partnerschaft einschätzen kann. Visuell bleibt visuell und real ist real. Nur eine Einschränkung spürte ich in der Anfangszeit meiner Beziehung. Die Gehirnregion, die für das Reale zuständig ist, war nach meinem Empfinden einfach nicht genügend ausgeprägt, quasi untrainiert. Ich hatte anfängliche Schwierigkeiten, überhaupt einen Orgasmus beim Sex zu erreichen. Nach einiger Zeit massiven Trainings löste sich das Problem von selbst.
Damit das Mögliche entsteht, muss immer wieder das Unmögliche versucht werden.
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Re: Schlechtes Gewissen wegen Pornokonsum

Beitrag von Pentas » Mittwoch 3. April 2019, 06:52

Gilbert hat geschrieben:
Mittwoch 3. April 2019, 02:31
Nur eine Einschränkung spürte ich in der Anfangszeit meiner Beziehung. Die Gehirnregion, die für das Reale zuständig ist, war nach meinem Empfinden einfach nicht genügend ausgeprägt, quasi untrainiert. Ich hatte anfängliche Schwierigkeiten, überhaupt einen Orgasmus beim Sex zu erreichen. Nach einiger Zeit massiven Trainings löste sich das Problem von selbst.
Das kenne ich auch. Ich vermute, dann kam einfach zuviel Information im Hirn an. Das es da ein wenig Probleme bei der Verarbeitung gab. Dafür wenn es dann funktioniert, dann umso intensiver.
Richtiger Sex dauert auch heute noch wesentlich länger, als selbst Hand anlegen. Sie stört das aber nicht. Im Gegenteil. :pfeif:

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Re: Schlechtes Gewissen wegen Pornokonsum

Beitrag von knopper » Mittwoch 3. April 2019, 10:19

Nun ja es ist ja schon die Tatsache das man Selbstbefriedigung in Verbindung mit nem Porno etc.. ja meist alleine und im Verborgenen macht...eine Sache die sich beim richtigen Sex ja grundlegend ändert.

Von daher sind auch irgendwelche Hilfsmittel wie Puppen oder Sexroboter nicht vergleichbar...denn das Gegenüber ist schließlich ein Mensch aus Fleisch und Blut. Bin mir nicht sicher ob ich auch damit gleich klarkommen würde, bzw. mein Gehirn, nach den vielen Jahren des alleinigen Konsums.

Man malt sich meist auch alles mögliche aus, aber wenn man dann direkt mal näher neben einer Frau steht bzw. annähernd spürt was das bedeutet.... schluckt man erstmal und es kommt einem ganz seltsam vor. Das muss beim Sex dann ja so richtig intensiv sein...kann ich mir zumindest vorstellen. oder auch schon beim Küssen.
Ich weiß es ja nicht, bin ja AB :D Is nur meine Vorstellung.

Wie gesagt eine Frau ist da nicht irgendeine Puppe mit der man Sex hat...sondern eben eine Frau. :D Ich glaube von dem Trip müsste ich erstmal runter.

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Re: Schlechtes Gewissen wegen Pornokonsum

Beitrag von Lazarus Long » Mittwoch 3. April 2019, 10:20

Viel was hier verharmlosend als Pornokonsum bezeichnet wird, müßte nach meiner Meinung als Pornosucht bezeichnet werden.
Im Grunde sind es doch die Verbindungen mit Menschen, die dem Leben seinen Wert geben.

Wilhelm von Humboldt
Deutscher Staatsmann und Mitbegründer der Humboldt-Universität zu Berlin
1767 - 1835

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Re: Schlechtes Gewissen wegen Pornokonsum

Beitrag von Pentas » Mittwoch 3. April 2019, 11:22

knopper hat geschrieben:
Mittwoch 3. April 2019, 10:19
Nun ja es ist ja schon die Tatsache das man Selbstbefriedigung in Verbindung mit nem Porno etc.. ja meist alleine und im Verborgenen macht...eine Sache die sich beim richtigen Sex ja grundlegend ändert.
Auch da willst du nicht, dass die Nachbarn davon etwas mit bekommen.

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Re: Schlechtes Gewissen wegen Pornokonsum

Beitrag von Tania » Mittwoch 3. April 2019, 14:30

Pentas hat geschrieben:
Mittwoch 3. April 2019, 11:22
knopper hat geschrieben:
Mittwoch 3. April 2019, 10:19
Nun ja es ist ja schon die Tatsache das man Selbstbefriedigung in Verbindung mit nem Porno etc.. ja meist alleine und im Verborgenen macht...eine Sache die sich beim richtigen Sex ja grundlegend ändert.
Auch da willst du nicht, dass die Nachbarn davon etwas mit bekommen.
Nur kann man die Lautstärke der Dame schlechter regeln als die des Computers :pfeif:

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Re: Schlechtes Gewissen wegen Pornokonsum

Beitrag von Icke_Bins » Mittwoch 3. April 2019, 17:57

fredstiller hat geschrieben:
Dienstag 2. April 2019, 20:48

Aber sie ersetzen nicht den echten Körperkontakt. Der anders und oft noch intensiver "beeindruckt" und wirkt als reine Videos. Und deshalb glaube ich auch nicht, dass das Gehirn da für immer keinen Unterschied macht.
Ich habe auch nicht behauptet, dass "virtuell und "real" für das Gehirn identisch ist, dass es aber ähnlich wirkt und "prägt" (vor allem, wenn man neben dem "virtuellen Input" nicht viel an realen Erfahrungen besitzt, um das Gesehene besser einordnen zu können).
fredstiller hat geschrieben:
Dienstag 2. April 2019, 20:48
Diese NoFap-Foren und deren Teilnehmer sind ja mittlerweile regelrechte "Bewegungen". Ich würde das jetzt auch nicht zu ernst nehmen.
Ich glaube durchaus, dass Pornos zu einer Art Abstumpfung und Gewöhnungseffekt führen können. Wenn man "echten" Sex hat, der ja aber oft noch intensiver wirkt, bringt das dann die Hormone nicht viel stärker aus dem Gleichgewicht?
Wie gesagt, stehe einigen der Behauptungen und Äußerungen die häufiger in den NoFap Foren geäußert werden auch eher kritisch gegenüber. Daher ja auch meine Empfehlung, wenn dann eher mal das "Pornfree" Forum auf Reddit zu checken, da es dort etwas sachlicher und reifer zugeht. Dort wird z.B. nicht die Vorstellung verbreitet, dass der Verzicht auf PMO (Porno, Masturbation und Orgasmus) einem Superkräfte verleihen würde, was in den NoFap Foren häufiger anzutreffen ist. Bei Pornfree steht wirklich die Pornoproblematik im Vordergrund und Masturbation im normalen Rahmen wird dort nicht verteufelt. Man findet da eher Menschen, die durch jahrelangen Pornokonsum Probleme (z.B. ein zwanghaftes Konsummuster, also eine Verhaltenssucht) entwickelt haben und nun gerne wegkommen wollen davon. Dort sind auch viele Menschen die keinerlei Beziehungserfahrung haben und wo ein Zusammenhang mit Ihrem Pornokonsum besteht.

Gilbert hat geschrieben:
Mittwoch 3. April 2019, 02:31
Oh doch, mein Gehirn vollzieht da gefühlt einen sauberen Cut. Zumindest wie es mich betrifft und ich es nach mehreren Lebensjahrzehnten für mich als AB versus in fester Partnerschaft einschätzen kann. Visuell bleibt visuell und real ist real. Nur eine Einschränkung spürte ich in der Anfangszeit meiner Beziehung. Die Gehirnregion, die für das Reale zuständig ist, war nach meinem Empfinden einfach nicht genügend ausgeprägt, quasi untrainiert. Ich hatte anfängliche Schwierigkeiten, überhaupt einen Orgasmus beim Sex zu erreichen. Nach einiger Zeit massiven Trainings löste sich das Problem von selbst.
Natürlich bleibst du dir des Unterschieds zwischen realer und virtueller Erfahrung bewusst, aber wie oben schon geschrieben, prägt dich die virtuelle Erfahrung ebenfalls, erst Recht wenn du keine realen Erfahrungen hast. Pornos funktionieren schließlich so, dass man sich gewissermaßen in die Rolle des Akteurs hineinversetzt, als wäre man selbst gerade die Person, die dort Sex hat. Deswegen sind ja auch solche "Point Of View" Geschichten recht populär und seit Kurzem diese ganzen Geschichten mit VR-Brille.

Diese Dichotomie zwischen einer Gehirnregion, die für das "Reale" zuständig ist und einer Region für's "Visuelle und Virtuelle" existiert so nicht. Visuelle und auditorische Reize werden einfach von den entsprechenden Regionen im Gehirn verarbeitet, ob sie nun aus der Realwelt stammen oder aus produziertem audiovisuellem Content (z.B. Internetvideos, Kinofilme) den wir uns zu Gemüte führen. Natürlich sind wir in der Lage zu erkennen, wann es sich um einen echten und wann um einen artifiziellen Input handelt. Das liegt aber nur daran, dass artifizieller Input meistens nicht authentisch genug ist. Ein Bild auf einer Leinwand oder einem Bildschirm ist z.B. nur zweidimensional und wir schauen immer aus der gleichen Perspektive darauf, was sich von der Art und Weise unterscheidet, wie wir in echt sehen. Mit genügend technischem Aufwand, könnte man aber virtuelle Erfahrungen schaffen, die halt authentisch genug wären, dass sie kaum noch von der Realwelt zu unterscheiden wären. Diese VR-Brillen oder etwa Dolby Surround sind ja Entwicklungen, die genau darauf abzielen. Aber bereits der vom Bewusstsein als weniger authentisch wahrgenommene zweidimensionalen audiovisuelle Content, kann uns bereits stark prägen.

Übrigens, was du dort als Orgasmusprobleme beschreibst, wird mittlerweile sehr häufig von noch recht jungen Männern berichtet, die durch Pornokonsum abgestumpft sind und nun unter erektiler Dysfunktion leiden, weil Ihnen realer Sex mit einer normal aussehenden Partnerin quasi langweilig und nicht erregend genug erscheint, dadurch dass sie schon so viel gesehen haben was diverse unkonventionelle Sexpraktiken und -szenarien angeht.

https://www.vice.com/de/article/wdknyn/ ... -nicht-926
https://www.ncbi.nlm.nih.gov/pmc/articles/PMC5039517/
https://www.zeit.de/wissen/gesundheit/2 ... fe-podcast

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Re: Schlechtes Gewissen wegen Pornokonsum

Beitrag von Gilbert » Donnerstag 4. April 2019, 04:34

Icke_Bins hat geschrieben:
Mittwoch 3. April 2019, 17:57
Übrigens, was du dort als Orgasmusprobleme beschreibst, wird mittlerweile sehr häufig von noch recht jungen Männern berichtet, die durch Pornokonsum abgestumpft sind und nun unter erektiler Dysfunktion leiden, weil Ihnen realer Sex mit einer normal aussehenden Partnerin quasi langweilig und nicht erregend genug erscheint, dadurch dass sie schon so viel gesehen haben was diverse unkonventionelle Sexpraktiken und -szenarien angeht
:gruebel:

Sorry, ich schrieb gar nichts von Erektionsproblemen. Offenbar hast eine sehr zementierte Sicht der Dinge und versuchst das thematisch zu fokussieren. Im Prinzip wiederholst Du Dich nur, was Du in Deinen vorhergehenden Beiträgen schon geschrieben hast. Meinetwegen, für mich jedoch keine Basis zur weiteren Diskussion.
Damit das Mögliche entsteht, muss immer wieder das Unmögliche versucht werden.
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Re: Schlechtes Gewissen wegen Pornokonsum

Beitrag von Icke_Bins » Donnerstag 4. April 2019, 18:08

Gilbert hat geschrieben:
Donnerstag 4. April 2019, 04:34

:gruebel:

Sorry, ich schrieb gar nichts von Erektionsproblemen. Offenbar hast eine sehr zementierte Sicht der Dinge und versuchst das thematisch zu fokussieren. Im Prinzip wiederholst Du Dich nur, was Du in Deinen vorhergehenden Beiträgen schon geschrieben hast. Meinetwegen, für mich jedoch keine Basis zur weiteren Diskussion.
Wollte dir hier nichts unterstellen, sorry! Du schriebst etwas von anfänglichen Orgasmusproblemen und in Bezug darauf habe ich darauf hingewiesen, dass dies auch bei jungen Männern im besten zeugungsfähigen Alter gehäuft vorkommt, was mit deren Pornokonsum zusammenhängt. Gut, ich habe den Begriff "erektile Dysfunktion" verwendet, es ging aber eher generell um "Performanceprobleme" beim Sexakt und die Orgasmusproblematik ist eben eine typische Manifestation davon.

Und ja, ich wiederhole mich und führe dabei einige Aspekte noch näher aus - das ist so ziemlich genau das Grundprinzip von Diskussionen wie dieser hier.

Ja, meine Sicht zu dem Thema ist keine "Wischiwaschi-Fähnchen im Wind Einstellung", sondern eben eine entschiedene und konkrete Haltung auf Basis eigener Erfahrungen und einer ausführlichen Auseinandersetzung mit der Fachliteratur und dem aktuellen Stand der Forschung. Danach beurteile ich Pornokonsum als etwas, das für mich nicht als erstrebenswerte Freizeitgestaltung gelten kann. Das ist kein moralisches Urteil, denn ich bin ja selbst kein komplett pornoabstinent lebender Mensch, aber ich weiß eben, dass es mir persönlich eher Nachteile als Vorteile bringt Pornos zu konsumieren.

Ansonsten ist es dir freigestellt jederzeit die Diskussion zu verlassen, wenn du dich nicht im Stand fühlst einen sinnvollen Beitrag zu leisten. Du musst dich dafür nicht extra bei mir abmelden!

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