Habt Ihr auch "soziale Probleme" abseits von unfreiwilliger Partnerlosigkeit?

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AviferAureus
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Re: Habt Ihr auch "soziale Probleme" abseits von unfreiwilliger Partnerlosigkeit?

Beitrag von AviferAureus » Samstag 20. April 2019, 12:35

Nonkonformist hat geschrieben:
Donnerstag 18. April 2019, 21:49
Tut mir leit, aber du hast sie als Nonkonformisten qualifiziert:
Reinhard hat geschrieben:
Mittwoch 17. April 2019, 22:48
Und dann war da noch vor Kurzem der Vorfall mit dem Artikel über doch irgendwie so konforme und damit gleich aussehende Nonkonformisten, dass sie sogar so gleich aussehen, dass sich einer fälschlicherweise darüber beschwert hat, warum man denn sein Foto genommen hat ... witzig ...
+(1) - (1) + (1) = + (1)
konforme Nonkonformisten = Konformisten

"leed" in "leed doen" schreibt sich im Niederländischen mit "d" (und logischerweise schreibt sich "leid tun" auch im insoweit den gleichen Regeln folgenden Deutschen mit "d"). Die korrekte Schreibung von "leid tun" ist in Deutschland Stoff der Primarstufe.

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LonesomeCoder
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Re: Habt Ihr auch "soziale Probleme" abseits von unfreiwilliger Partnerlosigkeit?

Beitrag von LonesomeCoder » Samstag 20. April 2019, 12:52

Siegfried hat geschrieben:
Samstag 20. April 2019, 10:48
Erst war die unfreiwillige Partnerlosigkeit da, dann kamen die allgemeinen sozialen Probleme hinzu. Wobei der Prozess in der Kindesphase angefangen und begonnen hat. Ich habe schon früh erlebt von Frauen/Mädchen nur als Luft behandelt zu werden und das die mit mir nichts zu tun haben wollen....das hat die Erkenntnis in mir genährt zu fett und hässlich für Frauen zu sein. Die sozialen Probleme haben erst angefangen größere Ausmaße anzunehmen als nach Ende der Schulzeit sich alles in alle Winde verstreut, die ersten Freundinnen kamen und ich anstatt in Diskos zu gehen lieber zu Hause geblieben bin um zu zocken oder mir Filme anzuschauen. Diesen sozialen Verlust konnte ich nie mehr ansatzweise ausgleichen.... ist eher nur noch schlimmer geworden bis dahin das man überhaupt keine regelmäßigen sozialen Kontakte mehr hat. Das letzte mal das mich jemand besucht hat ist mindestens 5 Jahre her, und davor waren es auch höchstens 1-2 Besuche pro Jahr wenn überhaupt.
Ich fand nach der Schule zwar im Studium relativ viele Kontakte (Männer, MINT-Bereich), aber da war die Klammer das Fachliche und nicht das Persönliche. Hat sich nach dem Studium auch in ganz Deutschland verstreut. Manche gingen wie ich wieder zurück in die Heimat, andere zu den Partnern und andere dahin, wo es den bestbezahltesten Job gab.
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Re: Habt Ihr auch "soziale Probleme" abseits von unfreiwilliger Partnerlosigkeit?

Beitrag von Melli » Samstag 20. April 2019, 14:22

Pferdedieb hat geschrieben:
Samstag 20. April 2019, 11:43
[...] saß ich in der Wohnung und habe für die Uni gelernt.
Ich war noch mit der Idee aufgewachsen, daß man eine gewisse Arbeitsmoral schon mit an die Uni bringen sollte.
Pferdedieb hat geschrieben:
Samstag 20. April 2019, 11:43
Studentenpartys waren mir fremd
Da bin ich auch nie hingegangen, das war nicht was ich wollte.

Ich bin schon im 1. Semester sehr oft mit Profs abgehangen. Wir gingen mittags oft gemeinsam in die Caféteria statt in die Mensa (weil das Essen in ersterer besser war), haben bei Chef in dessen Allerheiligstem Tee getrunken und alles mögliche besprochen, gingen zu Vorträgen, ins Kino, auf Lesungen, in Konzerte, in Restaurants...
Pferdedieb hat geschrieben:
Samstag 20. April 2019, 11:43
Die Idee, dass soziale Kontakte extremst wichtig wären, gab es in meiner "Welt" gar nicht.
Ich habe mir da nie einen Kopf drum gemacht. Ich habe kein einziges meiner OdBs in einem dieser angeblich einschlägigen Kontexte kennengelernt. Ich finde die viel zu allgemein gefaßt. Dagegen bin ich doch "Spezialistin" statt "Universalistin".
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Re: Habt Ihr auch "soziale Probleme" abseits von unfreiwilliger Partnerlosigkeit?

Beitrag von Siegfried » Samstag 20. April 2019, 14:25

Pferdedieb hat geschrieben:
Samstag 20. April 2019, 11:43
Siegfried hat geschrieben:
Samstag 20. April 2019, 10:48
Die sozialen Probleme haben erst angefangen größere Ausmaße anzunehmen als nach Ende der Schulzeit sich alles in alle Winde verstreut, die ersten Freundinnen kamen und ich anstatt in Diskos zu gehen lieber zu Hause geblieben bin um zu zocken oder mir Filme anzuschauen. Diesen sozialen Verlust konnte ich nie mehr ansatzweise ausgleichen.... ist eher nur noch schlimmer geworden bis dahin das man überhaupt keine regelmäßigen sozialen Kontakte mehr hat.
+1

Kann ich sehr gut nachvollziehen.

Ich war in der Schulzeit sowieso Mobbingopfer, also gab es auch keine sozialen Kontakten außerhalb der Schule. Dementsprechend verbrachte ich viel Zeit mit meinen Eltern. Im Studium war es ähnlich. Freitagmittag bin ich fast immer nach Hause gefahren, weil meine Eltern mich ja "sehen" wollten, wenn ich die ganze Woche nicht daheim bin. Und ich habe es bereitwillig mitgemacht. Wenn ich nicht nach Hause gefahren bin, saß ich in der Wohnung und habe für die Uni gelernt. Studentenpartys waren mir fremd - wohl auch weil ich alle Jahre zuvor nie wirkliche soziale Kontakte aufbauen konnte und diese Einstellung ins Studium mitgenommen habe. Also die Einstellung, dass doch eigentlich alles "läuft", so wie es ist.

Die Idee, dass soziale Kontakte extremst wichtig wären, gab es in meiner "Welt" gar nicht. Bis die Erkenntnis kam, war es dann zu spät.
Eine Art "Point of no return." Schüchternheit, Verklemmtheit, Ängstlichkeit haben sich nebenbei entwickelt und stark ausgeprägt.
Heute, mit 32 Jahren, ist da kaum mehr was zu retten.
Was soll ich erst sagen der noch fast 15 Jahre älter ist und entsprechend schon 15 Jahre länger in dem Zustand lebt oder ein Schmog der das wohl schon 30 Jahre länger mitmacht.... den "Point of no return" kann ich schon gar nicht mehr sehen soweit wie der jetzt weg ist. :?

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Re: Habt Ihr auch "soziale Probleme" abseits von unfreiwilliger Partnerlosigkeit?

Beitrag von NBUC » Samstag 20. April 2019, 14:33

Wenn man jetzt im Beruf gut aufgestellt ist und so um die 30 und in einem Großstadtumfeld lebt und sonst keine großen Macken oder Sozialphobien ( mehr) hat, dann bietet sich dort meinem Einblick schon noch einmal die eine oder andere Gelegenheit ebenfalls auf junge Frauen in einer Wechselsituation entweder nach der Ausbildung/Studium oder erstem Jobwechsel/Festanstellung und manchmal wohl auch der Suche nach "jetzt was seriöserem" zu treffen - aber dann auch nicht all zu lange.

Für alle anderen : :vielglueck: oder für die Beziehungsambitionen: :pfarrer:
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Re: Habt Ihr auch "soziale Probleme" abseits von unfreiwilliger Partnerlosigkeit?

Beitrag von Brax » Samstag 20. April 2019, 15:53

NBUC hat geschrieben:
Samstag 20. April 2019, 14:33
Wenn man jetzt im Beruf gut aufgestellt ist und so um die 30 und in einem Großstadtumfeld lebt und sonst keine großen Macken oder Sozialphobien ( mehr) hat, dann bietet sich dort meinem Einblick schon noch einmal die eine oder andere Gelegenheit ebenfalls auf junge Frauen in einer Wechselsituation entweder nach der Ausbildung/Studium oder erstem Jobwechsel/Festanstellung und manchmal wohl auch der Suche nach "jetzt was seriöserem" zu treffen - aber dann auch nicht all zu lange.
Hat man nicht auch erneut wieder bessere Chancen (bzw. größere Auswahl), wenn dann um die 40 (meiner Beobachtung nach häufig Mitte 40) die zweite Runde anfängt? :pfeif:

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Re: Habt Ihr auch "soziale Probleme" abseits von unfreiwilliger Partnerlosigkeit?

Beitrag von Valkyrja » Samstag 20. April 2019, 16:31

Ich war auch immer der absolute Aussenseiter, ganz gleich, wie sehr ich mich um andere bemühte.

Es war anderen auch immer gleichgültig, wie es mir geht.

Ich habe mich heute damit abgefunden und geniesse die Vorzüge des Alleinseins, hat ja nicht nur Nachteile.
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Re: Habt Ihr auch "soziale Probleme" abseits von unfreiwilliger Partnerlosigkeit?

Beitrag von Dr. House » Samstag 20. April 2019, 17:00

Valkyrja hat geschrieben:
Samstag 20. April 2019, 16:31
Ich war auch immer der absolute Aussenseiter, ganz gleich, wie sehr ich mich um andere bemühte.

Es war anderen auch immer gleichgültig, wie es mir geht.

Ich habe mich heute damit abgefunden und geniesse die Vorzüge des Alleinseins, hat ja nicht nur Nachteile.
Geht mir genauso. Mit der Zeit gewöhnt man sich recht gut daran. Ich habe die Erfahrung gemacht, dass man sich Anfangs immer noch tief drinnen nen Funken Hoffnung bewahrt, aber das hört(e) - zumindest bei mir - ziemlich schnell auf.
Ich war einst glücklich, wenn auch nur im Traum.
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Re: Habt Ihr auch "soziale Probleme" abseits von unfreiwilliger Partnerlosigkeit?

Beitrag von NBUC » Samstag 20. April 2019, 18:23

Brax hat geschrieben:
Samstag 20. April 2019, 15:53
NBUC hat geschrieben:
Samstag 20. April 2019, 14:33
Wenn man jetzt im Beruf gut aufgestellt ist und so um die 30 und in einem Großstadtumfeld lebt und sonst keine großen Macken oder Sozialphobien ( mehr) hat, dann bietet sich dort meinem Einblick schon noch einmal die eine oder andere Gelegenheit ebenfalls auf junge Frauen in einer Wechselsituation entweder nach der Ausbildung/Studium oder erstem Jobwechsel/Festanstellung und manchmal wohl auch der Suche nach "jetzt was seriöserem" zu treffen - aber dann auch nicht all zu lange.
Hat man nicht auch erneut wieder bessere Chancen (bzw. größere Auswahl), wenn dann um die 40 (meiner Beobachtung nach häufig Mitte 40) die zweite Runde anfängt? :pfeif:
Mein Eindruck ist, das viele dann erst einmal die Nase voll haben und wenn sie keine Kinder noch zu versorgen haben dann nur noch auf Spaß oder "jetzt eine(n) Richtige(n)" aus sind und nach der Familienphase heißt das dann wohl noch einmal Spaß wie in den 20ern.
Mit Kindern sind die Leute scheinbar so eingebunden, dass wohl nur noch online oder Zufall im bestehenden kinderzentrierten Leben übrig bleibt.

Aber die Stichprobengröße dazu ist dann doch sehr bescheiden.
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Re: Habt Ihr auch "soziale Probleme" abseits von unfreiwilliger Partnerlosigkeit?

Beitrag von Valkyrja » Samstag 20. April 2019, 18:54

Dr. House hat geschrieben:
Samstag 20. April 2019, 17:00
Valkyrja hat geschrieben:
Samstag 20. April 2019, 16:31
Ich war auch immer der absolute Aussenseiter, ganz gleich, wie sehr ich mich um andere bemühte.

Es war anderen auch immer gleichgültig, wie es mir geht.

Ich habe mich heute damit abgefunden und geniesse die Vorzüge des Alleinseins, hat ja nicht nur Nachteile.
Geht mir genauso. Mit der Zeit gewöhnt man sich recht gut daran. Ich habe die Erfahrung gemacht, dass man sich Anfangs immer noch tief drinnen nen Funken Hoffnung bewahrt, aber das hört(e) - zumindest bei mir - ziemlich schnell auf.
Ja das stimmt.
Das hört irgendwann einfach auf und man stellt fest, dass das eigene Leben weit jenseits der Gesellschaft abläuft, sogar die Zeit verläuft für mich anders.

Es ist heute auch gefühlt, eine Parallelwelt. Mich stört es nicht, ich habe mich eingerichtet, in meiner Abgeschiedenheit.
Ich wohne mitten in einer Stadt und dennoch könnte ich genau so gut auf einer einsamen Insel leben.

Es gibt keine Gemeinsankeiten mehr zwischen mir und der Gesellschaft um mich herum, keine Motivation mehr, Kontakte zu knüpfen etc...

Man hat einfach akzeptiert, was Sache ist.
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Re: Habt Ihr auch "soziale Probleme" abseits von unfreiwilliger Partnerlosigkeit?

Beitrag von LonesomeCoder » Sonntag 21. April 2019, 10:48

@ Valkyrja: wie gelang dir diese Akzeptanz? Komm die automatisch mit dem Alter?

Ich war schon seit eh und je ein Sonderling. Während im Kindergarten (war ich mit 5 und 6 Jahren, eingeschult wurde ich wegen meiner rückständigen körperlichen Entwicklung mit 7) andere spielten und tobten, las ich Fachbücher für Erwachsene und lernte Mathe. Ich konnte mit den anderen Kindern nichts anfangen und ich mit ihnen nichts. Davor war ich nie unter anderen Kindern, in meinem "Block" gabs keine und die wenigen Bekannten meiner Eltern wohnten entweder weit weg oder hatten deutlich ältere Kinder. Neben kirchlichen Angeboten (von der Kirche halten aber ich und meine Eltern nichts) hätte es nur noch Fußball und Leichtathletik gegeben. Da meine Eltern aber nichts mit Sport und Vereinen am Hut haben und der Verein zudem nach Leistung auswählt, wer mitmachen darf, war bis zum Alter von 5 Jahren fast nur mit Kontakt zu meinen Eltern aufgewachsen. Bis heute bin ich ein Außenseiter, dessen Kontakte meist durch die fachliche Klammer Gaming und IT gehalten werden.
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Re: Habt Ihr auch "soziale Probleme" abseits von unfreiwilliger Partnerlosigkeit?

Beitrag von Zölibatär » Sonntag 21. April 2019, 10:51

Also als Außenseiter fühle ich mich nicht und würde mich als Einzelgänger bezeichnen.
Früher während meiner Schulzeit hatte ich viele soziale Kontakte durch Freunde, war Mitglied in mehreren Vereinen
und habe auf Wunsch meiner Eltern auch die ein oder andere Aktivität aus Gefälligkeit ausgeführt.
Nach der Schulzeit löste sich mein Freundeskreis auf und jeder ging seiner Wege, mein Vereinsleben endete zu diesem
Zeitpunkt ebenfalls.
Das liegt nun alles schon gut 30 Jahre zurück und seitdem habe ich eigentlich auch nicht mehr nach sozialen Kontakten gesucht.
In meinem Berufsleben habe ich durch meine Tätigkeit im Personalbereich in einem Unternehmen mit > 10000 allerdings jeden Tag
sehr viel Kontakt mit der Belegschaft, führe MA Gespräche und habe ein offenes Ohr für dessen Probleme / Bedürfnisse.
Privat möchte ich dann lieber meine Ruhe.
Was mich von einer Beziehung abhält sind die Verpflichtungen (bzw. der Rattenschwanz) die sich dann oft einstellen.
Die Partnerin hat Eltern, vielleicht noch Geschwister, vielleicht einen großen Freundeskreis, etc.
Ruckzuck findet man sich auf Weihnachts-, Ostern-, Geburtstagsfeiern, Beerdigungen, etc. wieder, auf die man eigentlich nicht möchte.
Selbst in meinem überschaubaren Verwandtenkreis wird mir das oft zu viel, dann schnappe ich mir meinen Camper,fahre ins
Grüne und verbringe die Zeit lieber in der Natur.

Liebe Grüße.
Wer nicht handelt, wird behandelt. (Rainer Barzel)

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Re: Habt Ihr auch "soziale Probleme" abseits von unfreiwilliger Partnerlosigkeit?

Beitrag von Pferdedieb » Sonntag 21. April 2019, 11:18

Zölibatär hat geschrieben:
Sonntag 21. April 2019, 10:51
Was mich von einer Beziehung abhält sind die Verpflichtungen (bzw. der Rattenschwanz) die sich dann oft einstellen.
Die Partnerin hat Eltern, vielleicht noch Geschwister, vielleicht einen großen Freundeskreis, etc.
Ruckzuck findet man sich auf Weihnachts-, Ostern-, Geburtstagsfeiern, Beerdigungen, etc. wieder, auf die man eigentlich nicht möchte.
Wenn du auf einer Beerdigung anfängst zu singen: "Tief soll er liegen, tief soll er liegen, zwei Meter tief",
wirst du zumindest zu keiner Beerdigung mehr eingeladen :mrgreen:

Spaß beiseite, ich verstehe deine Bedenken sehr gut, wobei ich in dieser Hinsicht (immer noch) hin-und hergerissen bin.
Auf der einen Seite habe auch ich nicht das Bedürfnis, z.B. zum Geburtstag der Schwester meiner Freundin eingeladen zu werden um dort wiederum die halbe Verwandschaft mit Anhang kennenzulernen. Eben aus dem Grund, weil ich Probleme habe, mich auf neue Leute einzulassen und in größeren Gruppen (zu sehr) zurückhaltend bin.

Auf der anderen Seite bin ich im jetzigen Zustand "betrübt", dass ich NIRGENDWO eingeladen werde - weil ich eben keine Kontakte habe.
(bis auf die handelsüblichen Familienfeiern, wenn Tanta Erna 80 wird oder so).

Das ist ein großes Problem für mich. Ich möchte liebend gerne viele Kontakte und unter Leute, aber gleichzeitig ist mir das alles zuviel Trubel und ich fühle mich bei solchen Veranstaltungen schnell sehr unwohl. Ich halte das mal ein paar Stunden durch, aber danach würde ich am liebsten alleine im Auto auf einen Waldweg fahren und zwei Stunden spazieren gehen.

Ich hatte mal bei einer Familienfeier einen Mann mit am Tisch, ca. 60 Jahre, der es schaffte, im sekundentakt "dumme" Sprüche loszulassen,
was zur Erheiterung sämtlicher Leute in seinem Sitz-Umkreis führte. Und ich dachte nur: :schrei: :schrei:
Da sieht man mal, wie unterschiedlich soziale Situationen wahrgenommen werden. Jeder schmiss sich weg vor lachen und ich fand den Typ einfach nur peinlich und kein Stück witzig.

Also egal wie es aussieht, ich fühle mich immer unwohl.
Bin ich alleine, will ich Kontakte. Habe ich tatsächlich mal Kontakte, will ich alleine sein, weil ich mit den Leuten dann doch nix anfangen kann.

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Re: Habt Ihr auch "soziale Probleme" abseits von unfreiwilliger Partnerlosigkeit?

Beitrag von LonesomeCoder » Sonntag 21. April 2019, 11:43

Zölibatär hat geschrieben:
Sonntag 21. April 2019, 10:51
Nach der Schulzeit löste sich mein Freundeskreis auf und jeder ging seiner Wege, mein Vereinsleben endete zu diesem
Zeitpunkt ebenfalls.
Das liegt nun alles schon gut 30 Jahre zurück und seitdem habe ich eigentlich auch nicht mehr nach sozialen Kontakten gesucht.
In meinem Berufsleben habe ich durch meine Tätigkeit im Personalbereich in einem Unternehmen mit > 10000 allerdings jeden Tag
sehr viel Kontakt mit der Belegschaft, führe MA Gespräche und habe ein offenes Ohr für dessen Probleme / Bedürfnisse.
Privat möchte ich dann lieber meine Ruhe.
Gibt es Gründe, warum du nach dem Wegzug der Schulfreunde nicht in deinen neuen Umfeldern wie Studium/Ausbildung oder später Beruf nach neuen Kontakten gesucht hast? Nach der Arbeit keine Lust und Kraft mehr für unter Leuten sein wollen, verstehe ich (aber war das zu Schulzeiten anders, in der Schule ist man auch nicht alleine?). Wann ging es dir besser? Komplett eingebunden als Schüler, wo bei dir nach den Kontakten in der Schule in der Freizeit noch die Vereine dazukamen oder privat alleine wie jetzt? Was ich bei mir erlebe: desto älter ich werde, desto mehr strengt mich alles an. Auch unter Leuten sein.
Pferdedieb hat geschrieben:
Sonntag 21. April 2019, 11:18
Also egal wie es aussieht, ich fühle mich immer unwohl.
Bin ich alleine, will ich Kontakte. Habe ich tatsächlich mal Kontakte, will ich alleine sein, weil ich mit den Leuten dann doch nix anfangen kann.
Ich für mich konnte in den vorlesungsfreien Zeiten im Studium feststellen, dass etwa 2x pro Woche 2 - 3 h unter Leuten sein (kleine Gruppe oder Einzelperson an einem ruhigen Ort) für mich das ideale wäre.
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Re: Habt Ihr auch "soziale Probleme" abseits von unfreiwilliger Partnerlosigkeit?

Beitrag von Nonkonformist » Sonntag 21. April 2019, 11:58

Für mich gab es einen großen unterschied zwisschen unter bekannten und unter unbekannten sein .
Ich war immer gerne auf afterwork-aktivitätern mit meinen eigenen sozalkreis.

Aber partys wo ich kaum ein schwein kenne waren für mich immer nur anstrengend und ein qual.
Zwangshaft neue menschen kennen lernen ist nichts das mir freude bereitet.
(Wahrscheinlich auch ein grund warum ich mich so gut wie nie auf den ersten blick für frauien interessiere.)
Zuletzt geändert von Nonkonformist am Sonntag 21. April 2019, 12:30, insgesamt 3-mal geändert.
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Re: Habt Ihr auch "soziale Probleme" abseits von unfreiwilliger Partnerlosigkeit?

Beitrag von Valkyrja » Sonntag 21. April 2019, 12:18

LonesomeCoder hat geschrieben:
Sonntag 21. April 2019, 10:48
@ Valkyrja: wie gelang dir diese Akzeptanz? Komm die automatisch mit dem Alter?
Lieber LSC,

Nun ja, ich war schon immer extrem introvertiert und eine Einzelgängerin.
Ich hatte halt nur in jüngeren Jahren das Bestreben, dazugehören zu wollen, obwohl ich immer aussen vor blieb.
Ich war halt immer anders, ein Sonderling, der nie Akzeptanz fand.
Es hat sich für mich im Wesentlichen ja nichts geändert, ich habe nur keine Motivation und auch keinen Wunsch nach Gesellschaft, Freundschaft und Beziehungen mehr.

Alleine war ich immer, einsam habe ich mich mit mir selber aber nie gefühlt, da ich mich mit mir selber nicht langweile.

Das Alter mag da sicher mit reinspielen, aber ich glaube mittlerweile, dass dies, um so dauerhaft leben zu können, schon irgendwo tief in einem drin stecken muss.

Es gibt ja auch viele Menschen, die an der Einsamkeit, an dem Alleinsein mit der Zeit zerbrechen, mich macht sie stärker und ich gebe meinem Leben ja dennoch so viel Qualität, wie ich kann.

Wie gesagt, es muss irgendwo schon in einem drin stecken, ich war zwar manchmal traurig darüber, überall aussen vor zu bleiben, aber als Belastung habe ich das nie empfunden, da ich allein immer gut mit mir klar kam.

Es geht mir heute besser als je zuvor.
Ich habe keine Wünsche an das Leben mehr und damit geht es mir gut.
Man kommt zur Ruhe.

Liebe Grüsse
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Re: Habt Ihr auch "soziale Probleme" abseits von unfreiwilliger Partnerlosigkeit?

Beitrag von LonesomeCoder » Sonntag 21. April 2019, 12:58

Valkyrja hat geschrieben:
Sonntag 21. April 2019, 12:18
Nun ja, ich war schon immer extrem introvertiert und eine Einzelgängerin.
Ich hatte halt nur in jüngeren Jahren das Bestreben, dazugehören zu wollen, obwohl ich immer aussen vor blieb.
Ich war halt immer anders, ein Sonderling, der nie Akzeptanz fand
Danke für deine Antwort :) Das obige trifft auch alles auf mich zu, nur dass ich tief in mir noch immer den Wunsch nach Akzeptanz und "normal" sein habe. Warum "darf" ich keine Hobbys oder Themen toll und interessant finden, die mehr als nur für eine kleine Nische (fast ohne Frauen) interessant ist? Wieso "darf" ich keine Spaß an Sport oder Partys haben? Sogar in meinen Nischen kann ich nur was mit Nischen anfangen. Die meisten Spiele, die ich zocke, haben laut SteamDB selten über 100 Spieler gleichzeitig aktiv - weltweit! Im TV interessieren mich nur Sendungen, deren Markanteil nicht mehr messbar klein ist. Wäre doch so toll, wenn ich mich auch für Dinge interessieren könnte, die auch viele andere interessieren, um dort Leute kennenzulernen und Themen für Smalltalk zu haben. Ein bewussten Suchen nach Dingen, die Nischen sind, um mich abzugrenzen, liegt bei mir nicht vor.
Auch leider ich darunter, wenn ich wo alleine bin, wo sonst nur Gruppen und Paare sind, etwa Restaurant, Therme, Cafe, Freibad oder früher Disco. Warum muss ich hier immer alleine sein und darf nicht Teil einer Gruppe sein, die Spaß hat? Die bösen Blicke und teils auch Kommentare wie "Na, keine Freunde, du Assi?! Hahaha!" in der Disco machen das nicht besser. Ich muss das ganze aber nicht in Real erleben, auch wenn ich in der Zeitung glückliche Gruppen sehe, hätte ich das auch. Ich habe einen Bekanntenkreis, aber aufgrund meiner Hobbys und Interessen gelang es mir noch nie, Kontakt zu jemanden zu halten, der nicht aus dem IT- und Gamerumfeld ist. Die sind mittlerweile auch alle verpartnert und machen mit mir als einzigen Single kaum mehr was. Vorher war es aber auch nicht besser. Ich wollte im Sommer ins Freibad, aber die anderen Gamer aber lieber drinnen zocken... Ich könnte mich zwar abseits vom Beruf komplett abschotten, aber dann würde ich mir und andere vorwerfen, dass ich daheim sicher keine Frauen oder neuen Freunde kennenlernen kann. Tief in mir ist der Wunsch danach ja da. Wäre schön, wenn ich den nicht hätte und ich isoliert glücklich wäre.
Zuletzt geändert von LonesomeCoder am Sonntag 21. April 2019, 12:59, insgesamt 1-mal geändert.
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Re: Habt Ihr auch "soziale Probleme" abseits von unfreiwilliger Partnerlosigkeit?

Beitrag von Zölibatär » Sonntag 21. April 2019, 12:58

LonesomeCoder hat geschrieben:
Sonntag 21. April 2019, 11:43

Gibt es Gründe, warum du nach dem Wegzug der Schulfreunde nicht in deinen neuen Umfeldern wie Studium/Ausbildung oder später Beruf nach neuen Kontakten gesucht hast? Nach der Arbeit keine Lust und Kraft mehr für unter Leuten sein wollen, verstehe ich (aber war das zu Schulzeiten anders, in der Schule ist man auch nicht alleine?). Wann ging es dir besser? Komplett eingebunden als Schüler, wo bei dir nach den Kontakten in der Schule in der Freizeit noch die Vereine dazukamen oder privat alleine wie jetzt? Was ich bei mir erlebe: desto älter ich werde, desto mehr strengt mich alles an. Auch unter Leuten sein.
Gründe waren / sind wohl in erster Linie meine Hobbys, die hatten schon immer eine sehr hohe Priorität in meinem Leben. Wenn ich mich für etwas interessiere, dann mache ich das richtig oder lasse es bleiben. Dazu kommt, dass ich auschl. Hobbys betreibe, welche man sehr gut alleine realisieren kann. Es passiert schon mal, dass ich mitten in der Nacht nach einem Geistesblitz im Pyjama in der Werkstatt stehe :mrgreen: .

Zu Schulzeiten war ich sehr beliebt, war auch u.a. Klassensprecher. Das war eine schöne Zeit und man konnte einfach so in den Tag leben.
Man hatte sonst keine weiteren Verpflichtungen. Mom und Dad haben sich um alles andere gekümmert.
Ja da ist er wieder, der Begriff Verpflichtungen.
Als Erwachsener, hat man einen eigenen Haushalt, geht einkaufen, macht die Wäsche, kümmert sich um Haus / Garten (ggf. mehrere), hat eigene Interessen, etc.
Durch einen Partner könnte man sich diese Aufgaben sicherlich aufteilen, nur ist es dann wieder so, dass auch der Partner gewisse Bedürfnisse bzw. Interessen hat, welche man selbst nicht so ansprechend findet.

Unter Leuten zu sein strengt mich in keinster Weise an, sonst könnte ich meinen Job nicht ausüben. Nur damit verdiene ich meinen Lebensunterhalt und in meinem Privatleben sieht es halt anders aus.

Liebe Grüße
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Valkyrja
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Re: Habt Ihr auch "soziale Probleme" abseits von unfreiwilliger Partnerlosigkeit?

Beitrag von Valkyrja » Sonntag 21. April 2019, 13:51

LonesomeCoder hat geschrieben:
Sonntag 21. April 2019, 12:58
Valkyrja hat geschrieben:
Sonntag 21. April 2019, 12:18
Nun ja, ich war schon immer extrem introvertiert und eine Einzelgängerin.
Ich hatte halt nur in jüngeren Jahren das Bestreben, dazugehören zu wollen, obwohl ich immer aussen vor blieb.
Ich war halt immer anders, ein Sonderling, der nie Akzeptanz fand
Danke für deine Antwort :) Das obige trifft auch alles auf mich zu, nur dass ich tief in mir noch immer den Wunsch nach Akzeptanz und "normal" sein habe. Warum "darf" ich keine Hobbys oder Themen toll und interessant finden, die mehr als nur für eine kleine Nische (fast ohne Frauen) interessant ist? Wieso "darf" ich keine Spaß an Sport oder Partys haben? Sogar in meinen Nischen kann ich nur was mit Nischen anfangen. Die meisten Spiele, die ich zocke, haben laut SteamDB selten über 100 Spieler gleichzeitig aktiv - weltweit! Im TV interessieren mich nur Sendungen, deren Markanteil nicht mehr messbar klein ist. Wäre doch so toll, wenn ich mich auch für Dinge interessieren könnte, die auch viele andere interessieren, um dort Leute kennenzulernen und Themen für Smalltalk zu haben. Ein bewussten Suchen nach Dingen, die Nischen sind, um mich abzugrenzen, liegt bei mir nicht vor.
Auch leider ich darunter, wenn ich wo alleine bin, wo sonst nur Gruppen und Paare sind, etwa Restaurant, Therme, Cafe, Freibad oder früher Disco. Warum muss ich hier immer alleine sein und darf nicht Teil einer Gruppe sein, die Spaß hat? Die bösen Blicke und teils auch Kommentare wie "Na, keine Freunde, du Assi?! Hahaha!" in der Disco machen das nicht besser. Ich muss das ganze aber nicht in Real erleben, auch wenn ich in der Zeitung glückliche Gruppen sehe, hätte ich das auch. Ich habe einen Bekanntenkreis, aber aufgrund meiner Hobbys und Interessen gelang es mir noch nie, Kontakt zu jemanden zu halten, der nicht aus dem IT- und Gamerumfeld ist. Die sind mittlerweile auch alle verpartnert und machen mit mir als einzigen Single kaum mehr was. Vorher war es aber auch nicht besser. Ich wollte im Sommer ins Freibad, aber die anderen Gamer aber lieber drinnen zocken... Ich könnte mich zwar abseits vom Beruf komplett abschotten, aber dann würde ich mir und andere vorwerfen, dass ich daheim sicher keine Frauen oder neuen Freunde kennenlernen kann. Tief in mir ist der Wunsch danach ja da. Wäre schön, wenn ich den nicht hätte und ich isoliert glücklich wäre.

Lieber LSC,

ich fürchte, Du hast da noch einen langen Weg vor Dir, da Du sehr mit Dir zu ringen scheinst und Dir selber nicht verzeihen kannst, wer Du bist.
Ich habe dafür vollstes Verständnis und wünschte, ich könnte etwas sagen oder tun, um Dir von dieser Belastung etwas zu nehmen.

Ich gehe übrigens gerne alleine in Restaurants, ins Kino, auf Konzerte etc...
Die anderen Menschen interessieren mich da schon lange nicht mehr, ich betrachte mich schon lange nicht mehr als Teil der Gesellschaft, es gibt zwischen mir und den Menschen die ebenfalls anwesend sind, keine Berührungspunkte, daher geniesse ichmein gutes Essen, den Film, das Konzert, oder was auch immer.

Ich habe diese Dinge schon immer alleine unternommen, ich kenne das nicht anders.
Ungewohnt war es eher, mit Menschen aus meinem Umfeld zusammen irgendwo hinzugehen.

Das du so ein Nischentyp bist, liegt an Deinem Charakter, ich bin auch so ein Nischentyp.
Man interessiert sich eben für das, was für einen auch interessant ankommt.

Ich finde die Dinge, welche von der breiten Masse gehypt werden meisten auch belanglos.
Warum sollte ich meine Zeit damit vertun?

Warum sollte ich z.B. Musik anhören, welche ich total schlimm finde, wie Chartkram, dieser sexualisierte HipHop Kram...etc...pp?
Ich werde von dem Blödsinn maximal aggressiv, weil es diesen seichten Zeitgeist wiederspiegelt.

Isoliert glücklich werden, kann man wohl nur, wenn man den langen Weg der Akzeptanz gegangen ist, ohne daran zu zerbrechen, ohne zu verzweifeln, oder man muss, wie ich, dafür geboren sein.

Es tut mir leid für dich....

Liebe Grüsse
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(George R. R. Martin)

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Re: Habt Ihr auch "soziale Probleme" abseits von unfreiwilliger Partnerlosigkeit?

Beitrag von AviferAureus » Sonntag 21. April 2019, 19:30

Pferdedieb hat geschrieben:
Sonntag 21. April 2019, 11:18
...(bis auf die handelsüblichen Familienfeiern, wenn Tanta Erna 80 wird oder so)….
In Liebesromanen aus dem 19. Jhrdt. ist das eigentlich ein typisches Setting für den Beginn einer zur Ehe führenden Romanze.
Pferdedieb hat geschrieben:
Sonntag 21. April 2019, 11:18
...Ich hatte mal bei einer Familienfeier einen Mann mit am Tisch, ca. 60 Jahre, der es schaffte, im sekundentakt "dumme" Sprüche loszulassen,
was zur Erheiterung sämtlicher Leute in seinem Sitz-Umkreis führte. Und ich dachte nur: :schrei: :schrei:
Da sieht man mal, wie unterschiedlich soziale Situationen wahrgenommen werden. Jeder schmiss sich weg vor lachen und ich fand den Typ einfach nur peinlich und kein Stück witzig...
Oft hängt das mehr von der Person und deren gesamter Persönlichkeit als von den Witzen bzw. Sprüchen ab. Bei Person X lacht man herzlich über den Witz, bei Person Y halt nicht. Eine sozial in der Familie gut vernetzte Person kann dann viele Lacher finden.

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