Demisexualität - stark unterschätzt?

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Re: Demisexualität - stark unterschätzt?

Beitrag von Nonkonformist » Freitag 21. Juni 2019, 08:49

Melli hat geschrieben:
Donnerstag 20. Juni 2019, 22:50
Ferdinand hat geschrieben:
Donnerstag 20. Juni 2019, 14:13
Das Wichtigste aber, und das wird dabei oft vergessen oder - deutlich schlimmer - kleingeredet: Diese Eigenschaften sind allesamt nicht frei gewählt, sondern angeboren.
Mal kritisch hinterfragt: Wie soll ich das wissen können?
Was angeboren ist, was nicht, weiß ich nicht.
Aber ich weiß wie ich ticke und was ich empfinde.

Klassenfete, Niederlände, 1978.
Bevor meine hodenentzündung, also ich habe da noch normales testosteron im leib.
Wir sind alle um die 14.

Hormonfest, langsame musik, engtanz.
Jeder mit jedem.
Auch menschen die tagsüber nie ein wort mit einander gewechselt haben.
Ich finde es grauenhaft und mache nicht mit.
Eine der mitschülerinnen, eine nicht-OdB, sieht, wie ich nur sitze und zuschaue.
Kommt auf mich zu.
Fordert mich zum tanz.
Ich lehne sie ab.

Mein erster engtanz habe ich 1985.
Klassenfahrt im ausland, disko.
Wir kennen und seit ein halbes jahr.
In diese kommilitonine bin ich schon verliebt und ich frage sie selbst.
Es ist schön in ihren armen.

Das ist bei mir ein muster.

Es haben frauen körperlich mit mir geflirtet.
Kitzeln, footsie, streicheln.
Bin ich nicht verliebt, dann mag ich das alles nicht.
Deflektorschilden gehen auf maximum.
Und in den meisten fällen bewirkt es vor allem das ich auf distanz gehe.

Ich hatte einmal, einsam und alleine in ein hotelzimmer in China, aus neugier einen happy-end massage.
Das war leer und mechanisch, und ich habe mich mein ganzes leben nie einsamer gefühlt.
Das massagemädchen war schon attraktiv und nett, aber das reicht mir nicht aus.

Ich masturbiere.
Schaue auch pornos.
Aber fühle mich dabei eher voyeur.
Zuschauer.
Ich spüre dabei nicht den lust selbst mit diese darstellerinnen sex zu haben.

Nein, ich bin als zeichnner ein sehr optisch eingestellter mensch.
Ich kann menschen attraktiv und sexy finden.
Auch auf den ersten blick.
Aber ohne zusätzliche emotionen habe ich kein bedarf nach sex.
Oder küssen.
Oder kuscheln.

Und ob ich eine frau auf den ersten blick attraktiv finde, hat nur sehr bedingt damit zu tun ob ich mich später verliebe.
In den meisten dieser auf-anhieb-attraktiv frauen verliebte ich mich nie.
Und mehr als die hälfte meiner OdBs sind mir auf den ersten blick null aufgefallen.
Bei mir ist so ein erster eindrück völlig bedeutungslos.

Und das verlieben findet dann erst nach wochen bis monate statt.
Ohne sofortigen absichten.
Mit freundschaft als zwisschenstufe.
Gegen der zeit kenne ich die frau einigermassen.
Gab es bereits persönlichen gespräche.
Würde regelmäßig ein bisschen geflirtet.
Weiß ich auch wie sie gegenüber anderen als nur mich ist.
Gibt es - zumindestens von meiner seite - eine starke empatische draht, fiebere ich mit sie mit.
Ist ihren alltag, und ihr wohlbefinden mir wichtig.
Die idee, das sie mal aus mein leben verschwinden könnte, macht mir plötzlich angst.
Erst dann bin ich verliebt.
Erst dann will ich auch sex.

Sex wollte ich nur mit meine 15 OdBs, und ein paar wenige halbwegs-OdBs.
Mit alle anderen frauen der welt wolte ich kein sex. Nicht mal küssen oder kuscheln.

Die meisten normalos verlieben sich anders.

Wer sich auf den ersten blick oder innerhalb von stunden verliebt, wer kuscheleien mit fremden mag, etc, ist mit sicherheit nicht demi-sexuell. Und hier im AB-Treff gibt es nicht so ganz viele Demi-Sexuellen. So einigen scheinen nicht mal glauben zu können das es sowas überhaupt gibt.
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Re: Demisexualität - stark unterschätzt?

Beitrag von Melli » Freitag 21. Juni 2019, 09:50

Allgemeine Klassenfeten haben sie bei uns nur viermal in der 8.-9. Klasse veranstaltet, dann haben sie selbst das Interesse daran verloren :mrgreen: Danach haben sich nur noch etwas definiertere Fraktionierungen getroffen. Und selbst das darf man sich nicht so vorstellen, als seien da lauter Päärchen herumgelaufen :shock:

Mag schon sein, daß Demisexualität in verschiedenen Ausprägungen daherkommt. Bzw. es ist ja umgekehrt, es gibt eine ganze Menge möglicher Verhalten, Wünsche, etc., und die werden dann zusammengruppiert (oder eben ausgeschlossen).

Die Idee ist auch noch relativ neu. Ich könnte mir vorstellen, daß für viele immer noch im Vordergrund steht, daß sie sich bislang als hetero, homo, bi, pan etc. etc. auffaßten. Dazu kann dann alles möglich von Asexualität und AB an dazu gerechnet auftreten.

Ist jetzt für mich nicht gerade die große geistige Herausforderung :coolsmoke:
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Re: Demisexualität - stark unterschätzt?

Beitrag von Nonkonformist » Freitag 21. Juni 2019, 10:40

Was ich weiß ist das bei mir diese nicht-personsgebundene algemeine experimentierdrang, diese berühmte sturm und drang periode, dieses planlos erfahrungen sammeln, bei mir nie stattgefunden hat. Das ich mich sogar dagegen gewehrt habe wann ich damit konfrontiert würde. Das ich auch noch nie aktiv auf partnersuche war. Das kuscheln, sex, etc für mich erst zum thema werden wann ich mich mal zufälligerweise und unbeabsichtigt verliebe. Und das ich für dieses verlieben überdurchschnittlich viel zeit brauche. Das label demisexualität kenne ich auch erst seit kurzem.

Habe aber schon das gefühl das die normalgesellschaft damit nichts anfangen kann.
Und das man damit sogar in ein AB-Forum ein exot ist.
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Re: Demisexualität - stark unterschätzt?

Beitrag von Melli » Freitag 21. Juni 2019, 11:40

Nonkonformist hat geschrieben:
Freitag 21. Juni 2019, 10:40
Was ich weiß ist das bei mir diese nicht-personsgebundene algemeine experimentierdrang, diese berühmte sturm und drang periode, dieses planlos erfahrungen sammeln, bei mir nie stattgefunden hat.
Ich darf ja nicht schreiben, was ich über meine ehemaligen Mitschüler wirklich dachte :twisted:
Nonkonformist hat geschrieben:
Freitag 21. Juni 2019, 10:40
Habe aber schon das gefühl das die normalgesellschaft damit nichts anfangen kann.
Bis die Idee da mal ankommen wird, kann noch dauern.
Nonkonformist hat geschrieben:
Freitag 21. Juni 2019, 10:40
Und das man damit sogar in ein AB-Forum ein exot ist.
Wahrscheinlich begreifen sich die doch meisten als "normal", nur mit AB als einem dazu hinzutretenden Problem.
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Re: Demisexualität - stark unterschätzt?

Beitrag von Nonkonformist » Freitag 21. Juni 2019, 11:49

Melli hat geschrieben:
Freitag 21. Juni 2019, 11:40
Nonkonformist hat geschrieben:
Freitag 21. Juni 2019, 10:40
Und das man damit sogar in ein AB-Forum ein exot ist.
Wahrscheinlich begreifen sich die doch meisten als "normal", nur mit AB als einem dazu hinzutretenden Problem.
Auch wann ich damit außerhalb der durchschnitt liege, betrachte ich mich, mit allen anderen demisexuellen, auch als normal. Es scheint aber keinerlei gesellschaftlichen oder gar AB-Forum konsens dazu zu geben...

Ach ja, ich bin eh nonkonformist, was soll es auch...?
Dann halt abnormal.
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Re: Demisexualität - stark unterschätzt?

Beitrag von Melli » Freitag 21. Juni 2019, 17:28

Nonkonformist hat geschrieben:
Freitag 21. Juni 2019, 11:49
Auch wann ich damit außerhalb der durchschnitt liege, betrachte ich mich, mit allen anderen demisexuellen, auch als normal.
Ich bin residual immer noch ein kleines bißchen versucht, mich an grausame Spielchen mit verschiedenen wissenschaftlichen Normbegriffen zu erinnern. Aber eigentlich läßt mich das längst nur noch kalt :oops: Das Wort "normal" taucht bei mir mehr als Zitat oder als Sarkasmus auf :shock:
Nonkonformist hat geschrieben:
Freitag 21. Juni 2019, 11:49
Es scheint aber keinerlei gesellschaftlichen oder gar AB-Forum konsens dazu zu geben...
Klar, die meisten Leute wissen nichts mit dem Konzept anzufangen.

Bei manchen Leuten kann es auch mit AB interagieren (bewußt vorsichtig formuliert).
Nonkonformist hat geschrieben:
Freitag 21. Juni 2019, 11:49
Ach ja, ich bin eh nonkonformist, was soll es auch...?
Sehr richtig. Man muß auch in der Hinsicht nicht alles mitmachen :mrgreen:
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Re: Demisexualität - stark unterschätzt?

Beitrag von Ferdinand » Freitag 21. Juni 2019, 18:42

Je länger ich hier mitlese, desto mehr verstärkt sich mein Eindruck, dass Captain Unsichtbar Recht damit hat, diesen Begriff "Demisexualität" besser nicht mehr zu verwenden. Er macht eine weitere von ohnehin bereits viel zu vielen Schubladen auf, bei denen schon sehr lange niemand mehr so richtig durchblickt. Inklusive ja, letzten Endes, der Bezeichnung "AB", von der wir hier auch alle wissen, dass sie nur ein Sammelbegriff für diverse sehr verschiedene Gründe und Symptomatiken ist, die zu ähnlichen Problemen führen - nicht einmal immer ganz zum selben.
Einigkeit scheint ja hier im Thread nun dahingehend zu bestehen, dass es eben Menschen (wie Nonkonformist oder mich, oder Captain Unsichtbar) gibt, bei denen Gefühle der sexuellen Erregung stärker vorausgehen müssen als dem "Durchschnittsmenschen", soweit man den denn wieder zu greifen bekommt. In jedem Fall ist das subjektive Empfinden so weit abweichend, dass Viele es nur schwer nachvollziehen können. Fragt sich halt, wie man praktisch damit umgehen soll - falls überhaupt. Durchaus möglich, dass dieses Problem sich als unlösbar erweist.

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Re: Demisexualität - stark unterschätzt?

Beitrag von Nonkonformist » Freitag 21. Juni 2019, 19:09

So einheitlich ist das mit diesen demisexualität wahrscheinlich auch nicht.
Laut ein artikel halten demisexuellen nichts von flirten:

https://bestlifeonline.com/demisexual/

Trifft null auf mich zu, auch wann der rest gut passt; eigentlich hat jede meiner OdBs mit mir geflirtet, und hätte ich mich ohne diese gegenseitige flirts auch nie verliebt.
Am ende ist wahrscheinlich jeder ein einzigartiges individuum.
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Re: Demisexualität - stark unterschätzt?

Beitrag von Melli » Freitag 21. Juni 2019, 22:12

Ferdinand hat geschrieben:
Freitag 21. Juni 2019, 18:42
Je länger ich hier mitlese, desto mehr verstärkt sich mein Eindruck, dass Captain Unsichtbar Recht damit hat, diesen Begriff "Demisexualität" besser nicht mehr zu verwenden.
Ich würde nicht gleich das Kind mit dem Badewasser ausschütten 🛀🏾 Der Begriff ist noch relativ neu und muß sich erst noch einregeln.

(Außerdem liebe ich unscharfe Mengen 8-))
Nonkonformist hat geschrieben:
Freitag 21. Juni 2019, 19:09
So einheitlich ist das mit diesen demisexualität wahrscheinlich auch nicht.
[...]
https://bestlifeonline.com/demisexual
Da kommt mir doch wiederum manches bekannt vor.

Gerade zum Thema "Friendzone" habe ich nun meine eigenen Ansichten :shylove:
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Re: Demisexualität - stark unterschätzt?

Beitrag von Ferdinand » Sonntag 23. Juni 2019, 12:45

Melli hat geschrieben:
Freitag 21. Juni 2019, 22:12
Ferdinand hat geschrieben:
Freitag 21. Juni 2019, 18:42
Je länger ich hier mitlese, desto mehr verstärkt sich mein Eindruck, dass Captain Unsichtbar Recht damit hat, diesen Begriff "Demisexualität" besser nicht mehr zu verwenden.
Ich würde nicht gleich das Kind mit dem Badewasser ausschütten 🛀🏾 Der Begriff ist noch relativ neu und muß sich erst noch einregeln.

(Außerdem liebe ich unscharfe Mengen 8-))
Alles klar, dann rudere ich da nochmal schnellstens zurück - hast ja Recht ;) .
Nonkonformist hat geschrieben: Trifft null auf mich zu, auch wann der rest gut passt; eigentlich hat jede meiner OdBs mit mir geflirtet, und hätte ich mich ohne diese gegenseitige flirts auch nie verliebt.
Am ende ist wahrscheinlich jeder ein einzigartiges individuum.
Das auf jeden Fall. Was das Flirten betrifft, so kann ich da auch mitgehen. Wobei "Flirten" halt ebenfalls nicht so klar definiert ist, aber das ist hier im Forum ja auch schon etliche Male rauf- und runter diskutiert worden. Sagen wir mal, es war halt eine lockere Form der Unterhaltung, die ich (die ein, zwei Mal, die sich was anbahnte) mit anderen Frauen so nicht geführt habe. Das hat sich komplett natürlich ergeben, ohne dass zumindest ich damit irgendetwas intendiert hätte - die Chemie passte eben besser als bei anderen, Ende der Geschichte. Aber neben anderen Faktoren gab das definitiv den entscheidenden Ausschlag für mich, nach Wochen mehr Interesse zu empfinden. Diese Unterhaltungen sagen ja auch etwas über den Charakter des Gegenübers aus, was man sonst eher nicht so erfährt und empfindet.

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Re: Demisexualität - stark unterschätzt?

Beitrag von Optimistin » Dienstag 25. Juni 2019, 13:38

Ich würd's nicht so kompliziert machen - bei jeglicher Art Kennenlernen einfach erwähnen, dass man eher langsam in Fahrt kommt und für ein Kennenlernen deutlich länger braucht als andere.
Bei Finya oder Gleichklang ist man mit so einer Aussage in guter Gesellschaft.
Entweder das Gegenüber bringt die nötige Geduld auf solange zu warten, bis beim Betroffenen klar ist, ob da noch mehr als Freundschaft bei ihm kommt oder nicht.
Oder er/sie wünscht zügig ein gutes Leben - dann verschwendet niemand unnötig Zeit. Und Hoffnungen.

Den Satz "Ich bin demisexuell" würde ich mir aber verkneifen, klingt nach ich-bin-anders-nur-dass-du-es-weißt = anstrengend.
Fleißige Menschen bauen Wirtschaft.
Faule Menschen bauen Zivilisation.
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Re: Demisexualität - stark unterschätzt?

Beitrag von VollAB » Dienstag 25. Juni 2019, 13:44

Optimistin hat geschrieben:
Dienstag 25. Juni 2019, 13:38
Ich würd's nicht so kompliziert machen - bei jeglicher Art Kennenlernen einfach erwähnen, dass man eher langsam in Fahrt kommt und für ein Kennenlernen deutlich länger braucht als andere.
Bei Finya oder Gleichklang ist man mit so einer Aussage in guter Gesellschaft.
Entweder das Gegenüber bringt die nötige Geduld auf solange zu warten, bis beim Betroffenen klar ist, ob da noch mehr als Freundschaft bei ihm kommt oder nicht.
Oder er/sie wünscht zügig ein gutes Leben - dann verschwendet niemand unnötig Zeit. Und Hoffnungen.

Den Satz "Ich bin demisexuell" würde ich mir aber verkneifen, klingt nach ich-bin-anders-nur-dass-du-es-weißt = anstrengend.
Guter Hinweis!
Andererseits müsste man sich auch fragen, was für Frauen man selbst gerne kennenlernen würde.

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Re: Demisexualität - stark unterschätzt?

Beitrag von Nonkonformist » Dienstag 25. Juni 2019, 14:38

So fern ich es einschätzen kann war keine meiner OdBs demisexuell.
Dafür haben sie auch viel zu gerne geflritet.
Ich glaube auch nicht das ich mich von anderen demisexuellen hingezogen fühlen würde.
Das würde eher auf ewig freundschaft bleiben.

Was das alles natürlich stark weiter kompliziert.

Ein unterschied in tempo scheint bei mir vorprogrammiert zu sein.

(Überigens warten demisexuellen eher bis jemanden einem zufälligerweise regelmaßig über den weg läuft. Sie suchen eher selten auf SBs. Weil sie eigentlich nicht aktiv auf der suche sind. Ich kann mich nicht vorstellen mich gezielt und absichtlich in jemanden zu verlieben. Das verlieben passiert eher so unbeabsichtigt nebenbei.)
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Re: Demisexualität - stark unterschätzt?

Beitrag von Captain Unsichtbar » Dienstag 25. Juni 2019, 15:29

Nonkonformist hat geschrieben:
Dienstag 25. Juni 2019, 14:38
(Überigens warten demisexuellen eher bis jemanden einem zufälligerweise regelmaßig über den weg läuft. Sie suchen eher selten auf SBs. Weil sie eigentlich nicht aktiv auf der suche sind. Ich kann mich nicht vorstellen mich gezielt und absichtlich in jemanden zu verlieben. Das verlieben passiert eher so unbeabsichtigt nebenbei.)
Dann bin ich wohl eine Ausnahme. Mein Wunsch nach Nähe und Liebe kann ich leider nicht einfach so abstellen. Den Luxus eines grossen Umfelds habe ich leider nicht -- hoffen und abwarten ist also nicht. Deshalb muss ich etwas dafür tun. Allerdings sehe ich das auch etwas anders als du, ich habe nicht vor mich online zu verlieben -- das halte ich für utopisch -- ich möchte mir aber die Chancen geben, neue Frauen kennen zu lernen. Betonung auf Kennenlernen.
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Re: Demisexualität - stark unterschätzt?

Beitrag von Nonkonformist » Dienstag 25. Juni 2019, 15:37

Captain Unsichtbar hat geschrieben:
Dienstag 25. Juni 2019, 15:29
Dann bin ich wohl eine Ausnahme. Mein Wunsch nach Nähe und Liebe kann ich leider nicht einfach so abstellen. Den Luxus eines grossen Umfelds habe ich leider nicht -- hoffen und abwarten ist also nicht. Deshalb muss ich etwas dafür tun. Allerdings sehe ich das auch etwas anders als du, ich habe nicht vor mich online zu verlieben -- das halte ich für utopisch -- ich möchte mir aber die Chancen geben, neue Frauen kennen zu lernen. Betonung auf Kennenlernen.
Ja, da sind wir unterschiedlich.
Einerseits habe ich nicht deine soziale phobien, und kann ich mich auf parties auch mal kurz extravertiert geben; anderenseits durchstehe ich auch ohne große probleme längere perioden mit wenig sozialkontakten.
Aber wie denn auch; ich verliebte mich nur in frauen die mich zufällig über den weg kamen. Ohne das ich dabei sofortige absichten hatte. Mich wären SB dates viel zu anstrengend.
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Re: Demisexualität - stark unterschätzt?

Beitrag von Onkel ABobert » Dienstag 25. Juni 2019, 22:38

Ich habe diesen Beitrag interessiert gelesen, da mit der Begriff "Demisexualität" bis dato völlig unbekannt war.

Ich verstehe ihn aber schon richtig, dass damit nicht die früher allgemein übliche Zurückhaltung gemeint ist (im Extremfall "kein Sex vor der Ehe", zumindest aber kein schneller Sex nach 1-2 Treffen), sondern wirklich die körperliche Unfähigkeit, ohne Verliebtheit sexuelle Beziehungen einzugehen?

Ich bin da nämlich etwas zwiegespalten. Einerseits kann ich mir auch keinen schnellen Sex mit einer Person vorstellen, die ich kaum kenne und in die ich somit nicht verliebt bin. Aber das hat keine körperlichen Gründe, eher moralische.

Andererseits kommt es bei mir wirklich sehr, sehr selten vor, dass ich eine wildfremde Frau sehe und bei ihrem Anblick sexuelle Gedanken habe. Das liegt jedoch nicht an meiner (optischen) Idealvorstellung einer Frau - ich sehe im Alltag täglich Dutzende Frauen, die ich attraktiv finde - aber ich sehe das eher im Sinne einer reinen Feststellung, ohne dabei sexuelles Verlangen zu verspüren. Es gibt sehr seltene Ausnahmen, da reden wir vielleicht von max. 2-3 mal jährlich - ich kann nicht einmal sagen, was dann an der Frau anders ist. Wahrscheinlich sprechen meine Sinne dann eben nicht zu 90% sondern wirklich zu 100% an, keine Ahnung.

Ich habe darüber schon vor längerer Zeit mit meinem bester Kumpel, einem verheirateten "Normalo", der zwar als Spätzünder mit Anfang 20 noch auf meiner Stufe war, dann aber voll durchstartete, gesprochen. Der konnte das nie verstehen. Wenn ich mit ihm z. B. in einem Cafe oder Biergarten sitze (egal ob heute oder vor 25 Jahren), dann wurde ich alle paar Minuten von ihm auf eine (aus seiner Sicht) attraktive Frau hingewiesen, mit entsprechender Kommentierung ihrer Vorzüge - meist zum Glück eher im Leisen, manchmal aber auch an der Grenze zur Peinlichkeit. Mich hat das immer genervt, was ihn allerdings belustigte und noch mehr anspornte.

Keine Ahnung, was ich selber genau bin. Asexuell bin ich nicht, aber viel Wert lege ich eben auch nicht darauf. In meiner bis dato einzigen Beziehung, die über ca. 3 Monate ging und scheiterte, kam es nicht "zum Äußeren". Trotz aller möglichen Versuche rührte sich bei mir einfach nichts. Impotent bin ich aber auch nicht - jedenfalls nicht im körperlichen Sinne.
Es grüßt euch

Onkel ABobert

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Re: Demisexualität - stark unterschätzt?

Beitrag von Nonkonformist » Dienstag 25. Juni 2019, 23:14

Onkel ABobert hat geschrieben:
Dienstag 25. Juni 2019, 22:38
Ich habe diesen Beitrag interessiert gelesen, da mit der Begriff "Demisexualität" bis dato völlig unbekannt war.

Ich verstehe ihn aber schon richtig, dass damit nicht die früher allgemein übliche Zurückhaltung gemeint ist (im Extremfall "kein Sex vor der Ehe", zumindest aber kein schneller Sex nach 1-2 Treffen), sondern wirklich die körperliche Unfähigkeit, ohne Verliebtheit sexuelle Beziehungen einzugehen?
Ich denke nicht das es eine körperliche unfähigkeit ist.
Bereits mehrmals erwähnt hier; meine happy end massage.
Wegen der arbeit über wochen alleine in China.
Ein massagemädchen kommt am zimmer vorbei für normale massagen.
Braucht dann mehr geld und schlagt mich eine happy end massage vor.
Ich stimme aus neugier zu.
Ich kriege ihm hoch und komme nach lange zeit auch zum ejakulation.
Aber ich fühle mich dabei eigentlich nur sehr sehr mies.
Nix mit happy.

Ich fühle mich dabei unwohl wann frauen in den ich nicht verliebt bin zu touchy werden.
Kuscheln, küssen, nein, bitte nicht.
Bin ich verliebt ändert sich das.
Und fürs verlieben brauche ich meist monate.

Es ist eher kopf als körpersache.

Aber wieso körperlichkeiten eingehen wann es einem dabei schlecht geht?
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Re: Demisexualität - stark unterschätzt?

Beitrag von Onkel ABobert » Montag 8. Juli 2019, 17:35

Weil ich weiter oben von Klassenfeten, Engtanz usw. gelesen habe:
Um Gottes Willen, mit 13 oder 14 Jahren ein Mädel zum Tanzen auffordern.
Es gab durchaus 1-2 Mädels, die ich in diesem Alter anziehend fand. Aber ich habe mich nicht einmal getraut, mit denen richtig zu sprechen. Geschweige denn mehr. Ich habe sie aus der Ferne still angeschmachtet, das war es dann. Ich wäre schon gestorben, wenn jemand dem Mädel verraten hätte, dass ich für sie schwärme. Ich war sicherlich nicht der Schnellentwickler; mit 14 Jahren habe ich noch Mickymaus und Donald Duck gelesen und gesammelt.

Mit 15 habe ich an dem damals üblichen Tanzkurs teilgenommen. Aus Gruppenzwang, freiwillig hätte ich nicht teilgenommen.
das war das erste Mal in meinem Leben, daß ich eine nicht mit mir verwandte weibliche Person überhaupt mal berührt habe. Und auch da war ich furchtbar schüchtern, zurückhaltend und im Leben hätte sich da keine Beziehung daraus ergeben können.

Nach Abschluss des Tanzkurses hat es etwa 25 Jahre gedauert, bis ich wieder mal ein Mädel "im Arm" hatte. Das war dann meine erste und bislang einzige Beziehung, die aber nach wenigen Wochen schon wieder beendet war. Die Gründe dafür waren komplizierter, aber einer der Gründe (oder je nach Sichtweise auch nur ein Symptom der tatsächlichen Gründe) war, dass ich auch nach wochenlanger Beziehung und unzähligen Versuchen im Bett nicht mal ansatzweise zu einer Erektion in der Lage war.

Wir haben alles mögliche, das ich jetzt hier nicht tiefergehender erläutern möchte, miteinander veranstaltet. Wir hatten Sex miteinander, aber eben nicht "das eine", zu dem eine Erektion eben zwingend erforderlich ist.

Es ist aber keine körperlich bedingte Impotenz, denn an sich klappt alles, wie es soll.
Es war nur so, dass im Beisein meiner Freundin eine Erektion nicht möglich war. Also nicht mal ein kleines bisschen, trotz engster körperlicher Nähe, herumknutschen, allem, was man halt so macht. Nichts, gar nichts. Über Wochen.

Ist das nun Demisexualität?
Es grüßt euch

Onkel ABobert

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Re: Demisexualität - stark unterschätzt?

Beitrag von Nonkonformist » Montag 8. Juli 2019, 17:47

Onkel ABobert hat geschrieben:
Montag 8. Juli 2019, 17:35
............Ist das nun Demisexualität?
Innerhalb einen beziehung mit jemanden den man liebt sollte sex fuer ein demisexueller moeglich sein.

Das hier ist eher asexualitaet oder noch etwas anderes.
Vielleicht mal mit einen arzt drueber reden...?
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Re: Demisexualität - stark unterschätzt?

Beitrag von Zwerg » Montag 8. Juli 2019, 18:05

Nonkonformist hat geschrieben:
Montag 8. Juli 2019, 17:47

asexualitaet oder noch etwas anderes.
Etwas anderes würde ich sagen. Er hat ja nicht geschrieben, dass es ihm keinen Spaß gemacht hat.

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