Ich weiß zu viel

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Ferdinand
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Ich weiß zu viel

Beitrag von Ferdinand » Sonntag 23. Juni 2019, 20:23

"Ich weiß zu viel" - Dieser Gedanke kommt mir immer öfter in den letzten Monaten. Zu viel über mich selbst. Ich bin jetzt 33 und HC-AB. Meine Strategie, dem Problem "AB" zu begegnen, ist es von Anfang an gewesen, möglichst viel Selbstreflektion zu betreiben und die Ursachen zu ergründen. Eine Zeit lang ist das ganz gewiss normal und nicht schlecht, ganz im Gegenteil. Mittlerweile jedoch weiß ich so Einiges:

Ich weiß, dass ich, wie so viele Männer meiner Generation, kein brauchbares und zugleich ethisch vertretbares Bild von "Männlichkeit" vermittelt bekommen habe.

Ich weiß, dass ich vermutlich an einer (leichten) Körperkontakthemmung leide - hab's nie untersuchen lassen, aber die Indizien sprechen für sich.

Ich weiß, dass ich durch und durch Kopfmensch bin, was einen "intentionslosen" Umgang in diesem Bereich massiv erschwert.

Ich weiß, dass mein Gerechtigkeitssinn und v.a. mein sehr hohes Autonomiebedürfnis eigentlich zu keiner Beziehung passen - da bin ich zu unreif.

Ich weiß, dass ich demisexuell bin, was in einer sexualisierten Gesellschaft die Anbahnung sehr stark erschwert
(für alle, die nicht wissen, was ich meine: https://abtreff.de/viewtopic.php?f=1&t=25487)

Und natürlich: Ich hasse Alkohol, bin eher introvertiert (immerhin nicht hochgradig) und fasse niemals vergebene Frauen an, einfach aus Prinzip.

Ganz ehrlich: Es war einfacher, all das nicht zu wissen. Die Hürde, überhaupt erst mit irgendwas anzufangen, ist jetzt höher denn je. Andererseits widerspricht es meiner natürlichen Neugierde, nicht immer mehr wissen zu wollen - gerade bei Problemen aller Art.

Lässt sich hier noch was reißen?

Wahrscheinlich ja - eine komplette Persönlichkeitstransformation, unter zeitweiser Aufgabe aller anderen Lebensbereiche, vorausgesetzt. Aber ganz ehrlich: Wer will das schon. Ich empfinde Leidensdruck, ja - sonst würde ich nicht hier schreiben - aber alles hat seine Grenzen. Diesen Kreis zu durchbrechen, ist wohl am allerschwersten.

Das weiß ich mittlerweile auch.

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Re: Ich weiß zu viel

Beitrag von Gahaltan » Sonntag 23. Juni 2019, 22:39

Ferdinand hat geschrieben:
Sonntag 23. Juni 2019, 20:23
Mittlerweile jedoch weiß ich so Einiges:

Ich weiß, dass ich, wie so viele Männer meiner Generation, kein brauchbares und zugleich ethisch vertretbares Bild von "Männlichkeit" vermittelt bekommen habe.

Ich weiß, dass ich vermutlich an einer (leichten) Körperkontakthemmung leide - hab's nie untersuchen lassen, aber die Indizien sprechen für sich.

Ich weiß, dass ich durch und durch Kopfmensch bin, was einen "intentionslosen" Umgang in diesem Bereich massiv erschwert.

Ich weiß, dass mein Gerechtigkeitssinn und v.a. mein sehr hohes Autonomiebedürfnis eigentlich zu keiner Beziehung passen - da bin ich zu unreif.

Ich weiß, dass ich demisexuell bin, was in einer sexualisierten Gesellschaft die Anbahnung sehr stark erschwert
(für alle, die nicht wissen, was ich meine: https://abtreff.de/viewtopic.php?f=1&t=25487)

Und natürlich: Ich hasse Alkohol, bin eher introvertiert (immerhin nicht hochgradig) und fasse niemals vergebene Frauen an, einfach aus Prinzip.

Ganz ehrlich: Es war einfacher, all das nicht zu wissen.
ist das nicht wurscht, ob du diese sachen weißt oder nicht? deine anbahnungsversuche würden sie dir doch auch schwer machen, wenn sie dir völlig unbewußt wären.
„Die Geschlechtsreife allein berechtigt noch nicht zur Inbetriebnahme der Geschlechtsorgane.“

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Re: Ich weiß zu viel

Beitrag von marwie » Sonntag 23. Juni 2019, 23:37

Zu viel wissen kann man nicht, aber es macht einen Unterschied, ob man etwas weiss, oder meint, man wisse etwas...
Deine aufgezählten Punkte sind vielleicht für manche Frauen ein KO Grund und ein 08/15 Partygirl bekommst du so wohl nicht rum, aber es gibt Frauen, für die alle Punkte kein Problem sind.

Aber zu den einzelnen Punkten noch:
Ich weiß, dass ich, wie so viele Männer meiner Generation, kein brauchbares und zugleich ethisch vertretbares Bild von "Männlichkeit" vermittelt bekommen habe.
Und? Das wird überbewertet, es gibt auch Frauen, die nicht auf Machos stehen...
Ich weiß, dass ich vermutlich an einer (leichten) Körperkontakthemmung leide - hab's nie untersuchen lassen, aber die Indizien sprechen für sich.
Es gibt auch Frauen, die nicht so gerne Körperkontakt haben, bzw. nicht immer Körperkontakt mögen.
Ich weiß, dass ich durch und durch Kopfmensch bin, was einen "intentionslosen" Umgang in diesem Bereich massiv erschwert.
Das macht es nicht unbedingt einfacher, aber was für eine Frau möchtest du haben, eine die auch eher Kopfmensch ist oder eine, die das pure Gegenteil ist?
Ich weiß, dass mein Gerechtigkeitssinn und v.a. mein sehr hohes Autonomiebedürfnis eigentlich zu keiner Beziehung passen - da bin ich zu unreif.
Warum passt dein Gerechtigkeitssinn nicht zu einer Beziehung? Es gibt auch Frauen mit einem hohen Autonomiebedürfnis.
Ich weiß, dass ich demisexuell bin, was in einer sexualisierten Gesellschaft die Anbahnung sehr stark erschwert
(für alle, die nicht wissen, was ich meine: https://abtreff.de/viewtopic.php?f=1&t=25487)
Die Gesellschaft kann einem egal sein, es geht um einzelne Individuen und da gibts auch Frauen, die demisexuell sind.
Und natürlich: Ich hasse Alkohol, bin eher introvertiert (immerhin nicht hochgradig) und fasse niemals vergebene Frauen an, einfach aus Prinzip.
Na, das sind doch keine schlechten Eigenschaften, das sind alles keine Gründe, eweig ab zu bleiben.

Klar, es wird weniger Frauen geben, die zu dir passen, als zu einem 08/15 normalo, aber unmöglich ist es nicht, eine kennen zu lernen.
Leider ist es halt Zufall, wann und ob man einer passenden Frau begegnet oder nicht. Es kann morgen sein, in ein paar Jahren oder gar nie, who knows..

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Re: Ich weiß zu viel

Beitrag von Melli » Sonntag 23. Juni 2019, 23:44

Ich finde es gut, mich darum zu bemühen, das zu wissen, was ich wissen kann :oops:
Ferdinand hat geschrieben:
Sonntag 23. Juni 2019, 20:23
Ganz ehrlich: Es war einfacher, all das nicht zu wissen. Die Hürde, überhaupt erst mit irgendwas anzufangen, ist jetzt höher denn je. Andererseits widerspricht es meiner natürlichen Neugierde, nicht immer mehr wissen zu wollen - gerade bei Problemen aller Art.
Für praktische Zwecke ist es wahrscheinlich egal (man sehe mir meine intellektuelle Abgebrühtheit nach :coolsmoke:). Und wenn es Deiner Wißbegierde besser tut, dann ist es der richtige Weg :daumen:
Ferdinand hat geschrieben:
Sonntag 23. Juni 2019, 20:23
Ich weiß, dass mein Gerechtigkeitssinn und v.a. mein sehr hohes Autonomiebedürfnis eigentlich zu keiner Beziehung passen - da bin ich zu unreif.
Salomonisch gesagt: Das kommt auf die Beziehung an.

(Hier bei mir zuhause ist hohe Autonomie der Regelfall :oops:)
Ferdinand hat geschrieben:
Sonntag 23. Juni 2019, 20:23
Und natürlich: Ich hasse Alkohol, bin eher introvertiert (immerhin nicht hochgradig) und fasse niemals vergebene Frauen an, einfach aus Prinzip.
Eine Kostverächterin bin ich zwar nicht 🍹, aber auch da denke ich, in der Praxis hatte das keinen Einfluß auf mein Schicksal :oops:
Es genügt nicht, Löcher in die Luft zu starren, man muß auch den Blick durch sie hindurch wagen.

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Re: Ich weiß zu viel

Beitrag von Kief » Montag 24. Juni 2019, 17:09

Ferdinand hat geschrieben:
Sonntag 23. Juni 2019, 20:23
Ganz ehrlich: Es war einfacher, all das nicht zu wissen. Die Hürde, überhaupt erst mit irgendwas anzufangen, ist jetzt höher denn je. Andererseits widerspricht es meiner natürlichen Neugierde, nicht immer mehr wissen zu wollen - gerade bei Problemen aller Art.

Lässt sich hier noch was reißen?
[ ... ] Leidensdruck, ja - sonst würde ich nicht hier schreiben - aber alles hat seine Grenzen. Diesen Kreis zu durchbrechen, ist wohl am allerschwersten.
Wissen ist Macht.
Allerdings musst Du auch wissen, was Du damit anfangen kannst.

Ich gehe davon aus, das verkopfte Wissen einzusetzen bringt Dich kaum weiter.
Kannst Du Deine kopfige Herangehensweise einsetzen, um Deine Gefuehlswelt und Beduerfnisse zu beobachten?
Dass Dich das weiterbringt, davon gehe ich aus.
Und haette auch nen Ansatz.


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das ist wie Ablenkung, oder Hinhalte-Taktik/Aussitzen wollen:
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Re: Ich weiß zu viel

Beitrag von NBUC » Montag 24. Juni 2019, 17:17

Unwissenheit macht zufrieden - Halbwissen gefährlich, gerade auch für sich selbst.

Das Problem ist ja um viele Defizite, Risiken und Hürden zu wissen, aber eben nicht um mögliche Lösungen.
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Alle gesellschaftlichen Betrachtungen enthalten zwangsläufig Verallgemeinerungen und werden daher Ausnahmen und Einzelfälle enthalten, denen sie nicht gerecht werden können.

wenn ich nicht antworten sollte heißt das nicht, dass du Recht hast, sondern ich kein Internet!

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Re: Ich weiß zu viel

Beitrag von VollAB » Montag 24. Juni 2019, 17:45

Ferdinand hat geschrieben:
Sonntag 23. Juni 2019, 20:23
Ich weiß, dass ich, wie so viele Männer meiner Generation, kein brauchbares und zugleich ethisch vertretbares Bild von "Männlichkeit" vermittelt bekommen habe.
Was ist das vertretbare Bild von "Männlichkeit"?
Es gibt so viele Menschen da draußen und nicht jeder hat die selben Präferenzen. Mag sein, dass ein Großteil der Frauen auf charismatische, gutaussehende und sehr selbstbewusste Männer steht, aber ich sehe jeden Tag in meinem Umfeld, dass auch Männer jenseits dieser Vorstellungen eine Freundin haben. Man muss daher doch nicht das nonplusultra sein, um eine Frau für sich zu gewinnen.
Ferdinand hat geschrieben:
Sonntag 23. Juni 2019, 20:23
Ich weiß, dass ich vermutlich an einer (leichten) Körperkontakthemmung leide - hab's nie untersuchen lassen, aber die Indizien sprechen für sich.
Besser so als wenn man super aufdringlich wirkt und wie einige Männer direkt den Körperkontakt sucht ohne dass die Frau damit überhaupt einverstanden wäre.
Ferdinand hat geschrieben:
Sonntag 23. Juni 2019, 20:23
Ich weiß, dass ich durch und durch Kopfmensch bin, was einen "intentionslosen" Umgang in diesem Bereich massiv erschwert.
Das ist jetzt meiner Ansicht nach auch kein Hindernis. Wenn man daran denkt, dass etwa 50% der Menschen sicher introvertiert sind und damit ebenfalls Kopfmenschen, dann wirkt das schon viel weniger "schlimm". Zumal ich nur sehr selten Kerle sehe, die wirklich einen "intentionslosen" Umgang hinbekommen. Viele sind doch sehr offensichtlich, aber versuchen es zu verstecken, was es eigentlich schlimmer macht.
Ferdinand hat geschrieben:
Sonntag 23. Juni 2019, 20:23
Ich weiß, dass mein Gerechtigkeitssinn und v.a. mein sehr hohes Autonomiebedürfnis eigentlich zu keiner Beziehung passen - da bin ich zu unreif.
Weißt du das auch im Hinblick darauf, dass dies auch zutreffen würde, wenn du mit einer Frau intimer werden würdest oder ist lediglich ein Schutzmechanismus der Sorte:"Ach, ich würde sowieso nicht in eine Beziehung passen. Warum also suchen?"
Ich bin auch sehr autonomiebedürftig, aber würde nicht für mich versichern können, dass ich mich da nicht auch anpassen kann, wenn die richtige Frau in mein Leben tritt. Die schöne Zeit mit ihr würde ich da sehr gerne gegen etwas Zeit meiner Autonomie eintauschen. Zumindest, wenn ich wirklich Interesse an einer Beziehung mit ihr hätte und nicht nur Sex will.
Ferdinand hat geschrieben:
Sonntag 23. Juni 2019, 20:23
Ich weiß, dass ich demisexuell bin, was in einer sexualisierten Gesellschaft die Anbahnung sehr stark erschwert
Das sollte auch kein Hindernis sein, denn die meisten Paare entstehen ja aus bereits bekannten Personen des Umfeldes. Der Weg von Kumpel->Beziehung ist daher gar nicht ungewöhnlich.
Ferdinand hat geschrieben:
Sonntag 23. Juni 2019, 20:23
Und natürlich: Ich hasse Alkohol, bin eher introvertiert (immerhin nicht hochgradig) und fasse niemals vergebene Frauen an, einfach aus Prinzip.
Ich weiß nicht inwiefern das ein Hindernis darstellt. Ich glaube jedenfalls nicht, dass sich die meisten Pärchen im Alkoholrausch gebildet haben.

Generell würde ich sagen, dass es gut ist zu reflektieren wie man selbst denkt, aber diese Reflektion sollte nicht dazu genutzt werden sich selbst fertigzumachen, sondern lediglich erstmal Baustellen offenbaren an denen man ja Stück für Stück arbeiten kann.
Das soll nicht heißen, dass man jetzt daran arbeiten soll extrovertiert zu werden, sondern seine Introversion zu akzeptieren und auch mal die Stärken darin zu sehen.

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Re: Ich weiß zu viel

Beitrag von yes_or_no » Montag 24. Juni 2019, 17:51

Ich find auch, dass Wissen einen sehr stark frustrieren kann, grad wenn man so die üblichen Muster durchschaut, die das andere Geschlecht bei der Partnersuche anwendet.
Es war noch einfacher, als man sich für wunderbar hielt und noch an alles geglaubt hat, dass es Schicksal gibt, dass es einfach KLICK macht ohne dass man was dafür tun müsste und es für jeden genau einen gibt.

Wissen über MICH SELBST hat mir bisher eher geholfen. Aber Wissen über das übliche Beuteschema der Männer etc würd ich wenn ich könnte lieber wieder vergessen und mich stattdessen lieber einzigartig, super-besonders und unersetzlich (unaustauschbar) fühlen so wie in meinen früheren Träumen immer :P In der Realität ist es halt nicht so.

Ok, du meinst wie es den Anschein hat eine andere Art von Wissen wie ich @ Threadersteller ;)

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Re: Ich weiß zu viel

Beitrag von Gorbatschow » Montag 24. Juni 2019, 19:53

Du sagst, du habest kein Bild von "Männlichkeit" vermittelt bekommen; du sagst, du seist introvertiert und en Kopfmensch; du sagst, du habest eine Körperkontakthemmung.

Erst einmal sind das alles Eigenschaften, die absolut ok sind, und in denen sich viele (wenn sie ehrlich zu sich selbst sind, ich zum Teil auch) wiederfinden.

Trotzdem ist das nicht das letzte Wort, denn das ist DEIN Bild von dir. Wie dich ANDERE sehen, steht auf einem anderen Blatt und jeder Mensch wird dich anders wahrnehmen. Es gibt sicher Situationen, in denen du bestimmten anderen Menschen männlich und souverän vorkommst. Jeder Mensch hat zigtausende Gesichter und je nach Situation, Umfeld etc. zeigt man mehr oder weniger bewusst ein spezielles Gesicht.

In dem Zusammenhang kann ich dir (da du ja ein "Kopfmensch" bist ;) ) "Uno, nessuno e centomila" von Luigi Pirandello empfehlen. Der Protagonist Vitangelo Moscarda erkennt diesen Unterschied zwischen Innen- und Außenwahrnehmung und seine Versuche, das anzugleichen, scheitern kläglich.

Was ist damit sagen will: Akzeptiere doch deine eigene Wahrnehmung und sei dir dessen bewusst, dass es eine mögliche Interpretation deines Ich ist. Oder um Pirandello nochmals aus einem anderen seiner Werke zu bemühen: "Ciò che conosciamo di noi è però solamente una parte, e forse piccolissima, di ciò che siamo a nostra insaputa." Du kennst einen verschwindend kleinen Teil von dir selbst, der Rest ist dir unbekannt - und vielleicht erkennen andere genau diesen Rest und sind davon fasziniert.

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Re: Ich weiß zu viel

Beitrag von alex321 » Montag 24. Juni 2019, 21:37

Wissen alleine bringt einen nicht viel. Man muss es auch nutzen und praktisch anwenden können.

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Re: Ich weiß zu viel

Beitrag von VollAB » Dienstag 25. Juni 2019, 00:10

alex321 hat geschrieben:
Montag 24. Juni 2019, 21:37
Wissen alleine bringt einen nicht viel. Man muss es auch nutzen und praktisch anwenden können.
Es hilft aber ungemein an seinen Baustellen zu arbeiten, da man nicht mehr im Trüben fischt, sondern diese aktiv angehen kann :)

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Re: Ich weiß zu viel

Beitrag von Two-Tone » Dienstag 25. Juni 2019, 09:01

Es kann morgen sein, in ein paar Jahren oder gar nie, who knows..
"Nie" ist ein Zustand, der nicht eintreten darf.
VollAB hat geschrieben:
Montag 24. Juni 2019, 17:45
Das soll nicht heißen, dass man jetzt daran arbeiten soll extrovertiert zu werden, sondern seine Introversion zu akzeptieren und auch mal die Stärken darin zu sehen.
Was sind denn die Vorteile der Introversion? Weil solange da die Dame nicht den ersten Schritt macht, ist eine Introversion erstmal hinderlich in Sachen Beziehung.

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Re: Ich weiß zu viel

Beitrag von VollAB » Dienstag 25. Juni 2019, 10:48

Two-Tone hat geschrieben:
Dienstag 25. Juni 2019, 09:01
Was sind denn die Vorteile der Introversion? Weil solange da die Dame nicht den ersten Schritt macht, ist eine Introversion erstmal hinderlich in Sachen Beziehung.
Z.B. dass man sich sehr gut selbst beschäftigen kann ohne ständig die Gegenwart von anderen Menschen suchen zu müssen. Ich kenne einige Menschen, die sich ohne andere Menschen schnell einsam fühlen.
Hinzu kommt, dass man allgemein mehr seine Umwelt wahrnimmt/beobachtet und daher auch dadurch spannende Eindrücke mitteilen kann.
Man ist oft geduldiger beim Zuhören und muss nicht jede Gelegenheit nutzen, um sich irgendwie zu profilieren und kann dadurch auch ziemlich mysteriös wirken, da man nicht sofort alles von sich preis gibt.

"Weil solange da die Dame nicht den ersten Schritt macht, ist eine Introversion erstmal hinderlich in Sachen Beziehung."
Das hat aber dann weniger mit Introversion zu tun, sondern eher etwas mit Schüchternheit.
Schüchtern können auch extrovertierte Menschen sein.

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Re: Ich weiß zu viel

Beitrag von Volta » Dienstag 25. Juni 2019, 11:08

VollAB hat geschrieben:
Dienstag 25. Juni 2019, 10:48
Das hat aber dann weniger mit Introversion zu tun, sondern eher etwas mit Schüchternheit.
Klar, wenn man alles Negative wegdefiniert, gibt es keine Probleme...

zumsel

Re: Ich weiß zu viel

Beitrag von zumsel » Dienstag 25. Juni 2019, 11:39

Wieso muss man etwas ganz konkret wissen ?

Fakten legen einen fest. Wollt ihr euch fest-legen, um nicht weiter zu kommen?

Ich mag Schlumpf-Eis. -Yeah. :coolgun: :cooler:
Heißt es aber, dass ich ein für alle mal nur ein Schlumpf bin? Nein- Ich mag auch andere sorten Eis und jede andere Sorte regt meine Sinne auf Weisen an, die ich mir zuvor oft gar nicht vorstellen konnte. Selbst wie schokoladig ein Schokoladeneis schmeckt wird mir erst dann bewusst, wenn ich es in dem Augenblick erfahre. Wenn jemand wie der Threadersteller sagt er sein ein Kopfmensch und leitet daraus Probleme ab - dann ist es doch so naheliegend Situationen zu suchen, in denen man den Kopf nicht braucht. Zum Beispiel beim Sport, bei Bewegungen. Wie fühlt man sich da, so ganz ohne tiefgründige Gedanken? Ist es vielleicht eine anz andere Art sich selbst wahr zu nehmen? Wie nehme ich mich wahr, wenn ich das "in Bewegung sein" auf andere Situationen übertrage und nicht lange fackel sondern Dinge mal einfach mache? Bin das wirklich NIE ich, oder gibt es mehr Seiten an mir, als ich sie bisher gesehen habe?

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Re: Ich weiß zu viel

Beitrag von alex321 » Dienstag 25. Juni 2019, 13:05

VollAB hat geschrieben:
Dienstag 25. Juni 2019, 00:10
alex321 hat geschrieben:
Montag 24. Juni 2019, 21:37
Wissen alleine bringt einen nicht viel. Man muss es auch nutzen und praktisch anwenden können.
Es hilft aber ungemein an seinen Baustellen zu arbeiten, da man nicht mehr im Trüben fischt, sondern diese aktiv angehen kann :)
Das meine ich ja. Man muss das Wissen nutzen können um Lösungen/Auswege erarbeiten zu können.

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Re: Ich weiß zu viel

Beitrag von VollAB » Dienstag 25. Juni 2019, 13:23

Volta hat geschrieben:
Dienstag 25. Juni 2019, 11:08
VollAB hat geschrieben:
Dienstag 25. Juni 2019, 10:48
Das hat aber dann weniger mit Introversion zu tun, sondern eher etwas mit Schüchternheit.
Klar, wenn man alles Negative wegdefiniert, gibt es keine Probleme...
Das hat keiner gesagt. Man muss aber auch die Stärken mal zu schätzen wissen.

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Re: Ich weiß zu viel

Beitrag von Two-Tone » Mittwoch 26. Juni 2019, 14:46

VollAB hat geschrieben:
Dienstag 25. Juni 2019, 10:48
Z.B. dass man sich sehr gut selbst beschäftigen kann ohne ständig die Gegenwart von anderen Menschen suchen zu müssen. Ich kenne einige Menschen, die sich ohne andere Menschen schnell einsam fühlen.
Das ist wohl im Sinne des Erfinders, dass Menschen sich schnell einsam fühlen. Okay, wir sind in der Lage, auch bewusst alleine leben zu können, doch der Großteil sehnt sich nach sozialen Kontakten, da der Mensch eine soziale Spezies ist.
Hinzu kommt, dass man allgemein mehr seine Umwelt wahrnimmt/beobachtet und daher auch dadurch spannende Eindrücke mitteilen kann.
Das ist auch wieder ein Mischmasch, der völlig uneindeutig ist. Angefangen dadurch, dass auch Extrovertierte, wie ich, die Umwelt im Fokus hat. Wenn wir da schon bei Umwelt sind: Würde ich am Meer entlanglaufen, so schaue ich nicht aufs Meer, um die Aussicht zu genießen, sondern, ob sich eventuell Müll im Wasser tummelt, da ich Umweltaktivist bin.
Und spannende Eindrücke weiterzugeben ist auch wieder extrem subjektiv. Im schlimmsten Fall ist so ein Typ nur dazu da "von seinen Reisen" zu erzählen, oder was er "im Meer alles gesehen hat". Der wird kaum für Smalltalk oder für andere Thematiken angesprochen. In einem Gesprächskreis wird diesem nur wenige Sekunden Zeit zum Reden gegeben.
Da wir aber hier von Introvertierten reden, so gebe ich dir natürlich den Punkt, und frage dich: Muss der Introvertierte sich eigentlich anstrengen, ja sich extra bemühen, damit er auch mal in die Gesprächsrunde kommt? Damit er beachtet wird? Das dies nicht freiwillig geschieht, sondern der Introvertierte sich in eine unbequeme Position begeben muss, geht einfach nicht.
Man ist oft geduldiger beim Zuhören und muss nicht jede Gelegenheit nutzen, um sich irgendwie zu profilieren und kann dadurch auch ziemlich mysteriös wirken, da man nicht sofort alles von sich preis gibt.
Ich habe schon Erfahrungen gemacht, oder gar hier schon gelesen, dass das "mysteriös wirken" sehr unangenehm sein kann. War es nicht gar dieser "leere Blick" im Sommer-Sonne-Schämen-Thread, den ich letzte Woche irgendwo gelesen habe?
Schüchtern können auch extrovertierte Menschen sein.
Beweis?

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Re: Ich weiß zu viel

Beitrag von VollAB » Mittwoch 26. Juni 2019, 15:03

Two-Tone hat geschrieben:
Mittwoch 26. Juni 2019, 14:46
Das ist wohl im Sinne des Erfinders, dass Menschen sich schnell einsam fühlen. Okay, wir sind in der Lage, auch bewusst alleine leben zu können, doch der Großteil sehnt sich nach sozialen Kontakten, da der Mensch eine soziale Spezies ist.
Introvertierte Menschen können das eher als extrovertierte Menschen. Liest man hier ja im Forum öfters, dass einige keine Probleme damit haben die Zeit ständig alleine zu verbringen und lediglich alle paar Wochen/Monate mal das Bedürfnis haben den sozialen Kontakt zu suchen.
Die Sehnsucht nach einer Frau bleibt da natürlich unberührt.
Two-Tone hat geschrieben:
Mittwoch 26. Juni 2019, 14:46
Beweis?
Introversion ist nicht das gleiche wie Schüchternheit.
Two-Tone hat geschrieben:
Mittwoch 26. Juni 2019, 14:46
Muss der Introvertierte sich eigentlich anstrengen, ja sich extra bemühen, damit er auch mal in die Gesprächsrunde kommt? Damit er beachtet wird? Das dies nicht freiwillig geschieht, sondern der Introvertierte sich in eine unbequeme Position begeben muss, geht einfach nicht.
Das hat eher etwas mit Schüchternheit zu tun.
Ich bin selbst eine sehr introvertierte Person und war lange Zeit sehr schüchtern. Ich habe immer die Angst gehabt man würde mich bewerten, wenn ich jetzt etwas sagen würde oder die Leute würden sich eh nicht für meine Worte interessieren. Mittlerweile hat sich das aber stark geändert, weil ich viel mit Menschen zu tun habe und es fällt mir leicht in einer Gesprächsrunde das Wort zu ergreifen, wenn ich wirklich etwas zu sagen habe. Wenn ich nichts zu sagen habe, dann sitze ich da auch nur rum, aber sobald mit etwas anspricht, dann spreche ich da auch mit.
Klar kann Introversion Schüchternheit noch mehr begünstigen, weil man generell weniger mit anderen Menschen spricht und die extrovertierten Menschen einem die Erfahrung im sprechen mit anderen Personen voraus haben, aber es ist nicht das gleiche.

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Re: Ich weiß zu viel

Beitrag von Kief » Mittwoch 26. Juni 2019, 16:44

Two-Tone hat geschrieben:
Dienstag 25. Juni 2019, 09:01
VollAB hat geschrieben:
Montag 24. Juni 2019, 17:45
Das soll nicht heißen, dass man jetzt daran arbeiten soll extrovertiert zu werden, sondern seine Introversion zu akzeptieren und auch mal die Stärken darin zu sehen.
Was sind denn die Vorteile der Introversion? Weil solange da die Dame nicht den ersten Schritt macht, ist eine Introversion erstmal hinderlich in Sachen Beziehung.
In irgendeinem Thread hatte ich mal LSC dazu mehrere Beispiele gegeben.
Eines davon betraf die Faehigkeit, bei entsprechenden Themen auch mal tiefsinnigere und intensivere Gespraeche fuehren zu koennen.
Oder auf zurueckhaltendere oder sonstwie besondere Leute besser eingehen zu koennen.

Das bietet selbstverstaendlich auch bei der Partnersuche Moeglichkeiten - nur sind das dann nicht die Disco-Gewohnheiten von Klischee-Extros.


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das ist wie Ablenkung, oder Hinhalte-Taktik/Aussitzen wollen:
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