Probleme bei der Selbsteinschätzung

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Hoppala
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Re: Probleme bei der Selbsteinschätzung

Beitrag von Hoppala » Freitag 19. Juli 2019, 00:02

yes_or_no hat geschrieben:
Dienstag 16. Juli 2019, 10:43
Hoppala hat geschrieben:
Montag 15. Juli 2019, 23:37
Alles kann schiefgehen. Inwiefern man das als "Blöße" empfindet, dürfte eher damit zusammenhängen, ob man das was man tut, auch wirklich selbst gut und richtig findet.
Ich weiß es nicht. Es gibt Menschen, die eine massive Intoleranz ausstrahlen oder Dinge, die man ihnen erzählt, in großer Runde weiter erzählen und einen damit bloßstellen. Das finde ich nicht so lustig. Prinzipiell steh ich schon zu meinen Hobbys und vor einzelnen Personen kann ich auch drüber reden, aber naja.... sobald es um Gruppen geht und da solche Witze-Dynamiken reinkommen und man selbst dann plötzlich öfter hinhalten darf wie die anderen, dann könnt ich mich auch ärgern, weshalb ich das über mich preisgegeben habe.
Was gibt es "preiszugeben"? Machst du was Peinliches?
Blödleute (mwn) gibt es immer. Muss man sich ausgerechnet von denen einschränken lassen, schon bevor sie sich bemerkbar machen?
yes_or_no hat geschrieben:
Dienstag 16. Juli 2019, 10:43
Das was mich an sowas ärgert ist nicht, dass die anderen mein Hobby nicht "toll" finden, sondern wie wenig sie es tatsächlich verstehen und wie taub sie auch für sowas sind. Sobald man ein Hobby hat, bei dem man quasi ausschließlich allein in der Wohnung hockt, wird halt gleich davon ausgegangen, dass das doch sehr traurig und einsam sein muss. Und dann kommen da solche Klischees und ich frag mich halt, wie man "extrovertierten" Menschen ohne sie anzugreifen erklären kann, wie verdammt schön es ist, einfach seine Ruhe zu haben und in eine andere Welt zu versinken. Es geht nicht. Und man wird immer den kürzeren ziehen, weil der andere eben das "ohh wie traurig und einsam"-Argument hat, mit dem er einen nach Belieben immer wieder bloßstellen kann.
Wieso gehst du davon aus, dasss die anderen extrovertiert sind? Vielleicht mögen sie einfach die Gesellschaft netter Menschen. Du doch auch? Alleine Hobbys sind ja auch etwas lückenbehaftet, wenn es nnur Alleine-Hobbys sind. Wenn nicht auch gute Gesellschaft Aspekt deiner Alltagsgestaltung ist. Ist dir selbst ja eigentlich auch nicht egal - du findest dich ab, dass es nicht so ist.
Und was hat das mit "bloßstellen" zu tun? Du magst das eine. Der adnere findet das komsch. Ja und? Du findest doch auch komisch, wie man sich jeden Samstag ab Mitternacht in der Disse vollaufen lassen kann.
yes_or_no hat geschrieben:
Dienstag 16. Juli 2019, 10:43
Dann kommt, egal was man sagt und wie spannend man es hinstellt, irgendwie doch immer "na für mich wär das nichts, ich geh lieber raus und mach was mit freunden". Und was soll man darauf schon sagen? Man kommt sich einfach total dumm vor, die anderen hören nicht zu sondern stellen sich komplett dumpf über einen mit diesen total trotteligen Argumenten, dass ihnen das zu einsam wär.
Warum willst du darauf was sagen. Ist doch seine Sache. Ich habe den Eindruck, du willst dich rechtfertigen. Genau das legt nahe, dass du mit dem, was du tust, selbst nich tim Reinen bist. Egal ob das stimmt oder nicht. Das Rechtfertigen allein brignt dich schon in die Defensive.
yes_or_no hat geschrieben:
Dienstag 16. Juli 2019, 10:43

Ich glaub das hast du falsch verstanden - sich "komplett" von der Person abzugrenzen, wäre wirklich kontraproduktiv. Aber einfach irgendwie signalisieren, dass man sich nicht "erziehen" oder "bekehren" lässt und das Thema abgeschlossen ist und man über was anderes reden mag.
Das läuft in normalen sozialen Situationen auf dasselbe hinaus. Entweder man redet miteinander oder nicht.
yes_or_no hat geschrieben:
Dienstag 16. Juli 2019, 10:43

Hui, das klingt wirklich trüb. Naja, ich hatte auch eine Suchtphase in Sachen Gaming und Ebay (Sammeln der Games ._.) zwischen meinem 17. und 20. Lebensjahr und hab das schon so erlebt, dass ich manchmal ein bisschen Angst um mich selbst hatte, nicht kontrollieren kann, was ich tue, weil ich irgendwie zu tief drin hing. mich das auch alles ein.
Von Sucht war ich weit entfernt. Es hat mir völlig gereicht, mehrfach die halbe Nacht durchzudaddeln und mich dann zu fragen, was zum Teufel ich eigentlich in dieser Zeit erlebt, getan, geschafft, gelernt, für mich selbst mitgenommen, oder für andere Gutes getan habe. Nix. Hab ich mich danach wenigstens erholt gefühlt? Oder glücklich? Zufrieden? Nein. Weder noch. Im Gegenteil.
Tote Zeit, im Sinne des Wortes. Unwiderbringliche Lebenszeit, die ich in eigenem Entschluss in tote Zeit verwandelt habe. Schlimmer Fehler. Nicht wieder tun.

Lieber setz ich mich ne halbe oder 3 Stunden unter einen Baum und hör den Vögeln zu (ist nur ein Beispiel, aber ein reales). Das entspannt, wirkt ausgleichend, macht zufrieden und im Idealfall glücklich. Hinterher hab ich mehr Energie als vorher. Gut.
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Re: Probleme bei der Selbsteinschätzung

Beitrag von alex321 » Freitag 19. Juli 2019, 00:37

Hoppala hat geschrieben:
Freitag 19. Juli 2019, 00:02
Lieber setz ich mich ne halbe oder 3 Stunden unter einen Baum und hör den Vögeln zu (ist nur ein Beispiel, aber ein reales). Das entspannt, wirkt ausgleichend, macht zufrieden und im Idealfall glücklich. Hinterher hab ich mehr Energie als vorher. Gut.
Für mich wären 3h Rumsitzen Zeitverschwendung. Da spiele ich lieber 3h und erlebe in der Zeit eine gute Geschichte (Singleplayer) oder einen spannenden Wettkampf (Multiplayer).

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Re: Probleme bei der Selbsteinschätzung

Beitrag von Melli » Freitag 19. Juli 2019, 07:49

Hoppala hat geschrieben:
Freitag 19. Juli 2019, 00:02
Lieber setz ich mich ne halbe oder 3 Stunden unter einen Baum und hör den Vögeln zu (ist nur ein Beispiel, aber ein reales). Das entspannt, wirkt ausgleichend, macht zufrieden und im Idealfall glücklich. Hinterher hab ich mehr Energie als vorher. Gut.
Da kann ich Dir nur beipflichten 🐦 Überhaupt sind die Soundscapes vor allem, aber nicht nur natüriicher Umwelten, je nachdem, beruhigend, entspannend, interessant... :daumen:
Löcher in die Wand starren ist nur eine weitere Art, Mauern einzureißen.

yes_or_no

Re: Probleme bei der Selbsteinschätzung

Beitrag von yes_or_no » Freitag 19. Juli 2019, 08:40

Ich weiß es nicht. Es gibt Menschen, die eine massive Intoleranz ausstrahlen oder Dinge, die man ihnen erzählt, in großer Runde weiter erzählen und einen damit bloßstellen. Das finde ich nicht so lustig. Prinzipiell steh ich schon zu meinen Hobbys und vor einzelnen Personen kann ich auch drüber reden, aber naja.... sobald es um Gruppen geht und da solche Witze-Dynamiken reinkommen und man selbst dann plötzlich öfter hinhalten darf wie die anderen, dann könnt ich mich auch ärgern, weshalb ich das über mich preisgegeben habe.
Was gibt es "preiszugeben"? Machst du was Peinliches?
Blödleute (mwn) gibt es immer. Muss man sich ausgerechnet von denen einschränken lassen, schon bevor sie sich bemerkbar machen?
Ich bin manchmal ein bisschen zu naiv und offen. Sich einschränken lassen ist natürlich schlecht, aber ich persönlich seh die Welt manchmal ein bisschen zu sehr durch die rosa rote Brille und vertrau Menschen, die ich noch nicht einmal kenn. Es wär besser, manche Dinge erst zu erzählen/preiszugeben, wenn ich mein Gegenüber besser einschätzen kann. Manche Menschen sind eventuell auch einfach überhaupt nicht dazu geeignet, über spezielle Interessen von mir zu reden (zb viele extrovertierte, die es nicht verstehen würden). Da wärs besser für mich, mir das einfach zu ersparen.
Wieso gehst du davon aus, dasss die anderen extrovertiert sind? Vielleicht mögen sie einfach die Gesellschaft netter Menschen. Du doch auch? Alleine Hobbys sind ja auch etwas lückenbehaftet, wenn es nnur Alleine-Hobbys sind. Wenn nicht auch gute Gesellschaft Aspekt deiner Alltagsgestaltung ist. Ist dir selbst ja eigentlich auch nicht egal - du findest dich ab, dass es nicht so ist.
Und was hat das mit "bloßstellen" zu tun? Du magst das eine. Der adnere findet das komsch. Ja und? Du findest doch auch komisch, wie man sich jeden Samstag ab Mitternacht in der Disse vollaufen lassen kann.
Nee, in dem Fall bezieht sich das, was ich schreibe, nur auf Extrovertierte. Auf Introvertierte, trifft das, was ich geschrieben hab, oftmals nicht zu.
Ich hab die Erfahrung gemacht, dass Introvertierte Menschen oft tiefgründiger sind und mich besser verstehen. Und ich da mich eigentlich ganz gut öffnen kann, ohne große Risiken einzugehen.
Dass es bei extrovertierten oft besser ist, einfach den Mund zu halten und Themen gar nicht erst anzuschneiden, bei denen ich schon im Vorfeld weiß, dass man sich nur wieder im Kreis drehen wird und hinterher blöd hingestellt wird. Ich WEISS es ja davor. Und meistens weiß ichs auch, wenn ich meinen Mund öffne - dass es eine schlechte Idee ist. Kein Plan, warum ich trotzdem so strunzdumm manchmal bin, dann wieder irgendwas zu sagen, wenn ich teilweise schon weiß, wie es enden wird..
yes_or_no hat geschrieben:
Dienstag 16. Juli 2019, 10:43
Dann kommt, egal was man sagt und wie spannend man es hinstellt, irgendwie doch immer "na für mich wär das nichts, ich geh lieber raus und mach was mit freunden". Und was soll man darauf schon sagen? Man kommt sich einfach total dumm vor, die anderen hören nicht zu sondern stellen sich komplett dumpf über einen mit diesen total trotteligen Argumenten, dass ihnen das zu einsam wär.
Warum willst du darauf was sagen. Ist doch seine Sache. Ich habe den Eindruck, du willst dich rechtfertigen. Genau das legt nahe, dass du mit dem, was du tust, selbst nich tim Reinen bist. Egal ob das stimmt oder nicht. Das Rechtfertigen allein brignt dich schon in die Defensive.
Naja, bei mir wars eben so, dass ich zwei Jahre lang freiberuflich gearbeitet habe - Home Office. Mir hat der Job Spaß gemacht, ich hab mich dadurch selbst verwirklichen können und hatte viele Freiheiten, die ich lieben gelernt hab. Oft zwischendurch hatte ich natürlich Existenzängste, Stress, Zweifel (zb bei Erkältungen oder leichten Krankheiten wie Kopfweh können normale Leute sich einfach ins Büro hocken und ihre Anwesenheit allein führt dazu, dass sie auch an unproduktiven Tagen bezahlt werden. Bei mir war das quasi sofort ein "Auszeit-Tag" wo ich wenig Kraft hatte, wenig geschafft hatte - und an solchen "leichten Krankheitstagen" bin ich dadurch quasi ein wenig durch die Hölle gegangen, weil ichs wenig mit mir vereinbaren konnte, den Tag nichts geschafft zu haben.
Es GIBT ALSO aus meiner Sicht schon Dinge, wegen denen ich mit mir während dieser freiberuflichen Zeit nicht ganz im Reinen war oder was mir schwergefallen ist,.... nur irgendwie wars mein großer Traum es zu schaffen, es war mir wichtig.
Ich war voller Selbstdisziplin, voller Antrieb, voller Energie und voller Ideen.
Doch NIEMAND hat das gesehen und auch nur ein einziges Mal zu mir gesagt.
ALLES was gesehen und zu mir gesagt wurd war: "Oh, das wäre mir zu einsam".
Es war ein Schlag in die Fresse, jedes Mal. Es tut einfach weh, wenn man WEISS, dass man auch gute Eigenschaften hat, aber Menschen im Tunnelblick nur auf die schlechten starren müssen.
Keine Ahnung, wie ich anders drauf reagieren könnte, auf solche Aussagen, wo Menschen mir mein Leben schlechtreden wollen und das positive, das was mich antreibt, so komplett unterbuttern müssen.
Ich glaub das hast du falsch verstanden - sich "komplett" von der Person abzugrenzen, wäre wirklich kontraproduktiv. Aber einfach irgendwie signalisieren, dass man sich nicht "erziehen" oder "bekehren" lässt und das Thema abgeschlossen ist und man über was anderes reden mag.
Das läuft in normalen sozialen Situationen auf dasselbe hinaus. Entweder man redet miteinander oder nicht.
Viele Themen haben aber ein deutlich geringeres Konfrontationsrisiko, wie ein Thema, wo eine Person (=ich) sehr emotional ist und die andere Person ignorant gegenüber tritt. Mit manchen Menschen verbindet einen wirklich viel, warum also kaputt machen, indem man immer gerade über diese anderen Themen reden muss, die einen nicht verbinden? :P Ich kann damit leben, wenn Menschen nicht alles an mir toll finden, aber ich kann nicht damit leben, wenn sie es mir permanent unter die Nase reiben. Also über manche Dinge mag ich wirklich einfach lieber "nicht reden".
Hui, das klingt wirklich trüb. Naja, ich hatte auch eine Suchtphase in Sachen Gaming und Ebay (Sammeln der Games ._.) zwischen meinem 17. und 20. Lebensjahr und hab das schon so erlebt, dass ich manchmal ein bisschen Angst um mich selbst hatte, nicht kontrollieren kann, was ich tue, weil ich irgendwie zu tief drin hing. mich das auch alles ein.
Von Sucht war ich weit entfernt. Es hat mir völlig gereicht, mehrfach die halbe Nacht durchzudaddeln und mich dann zu fragen, was zum Teufel ich eigentlich in dieser Zeit erlebt, getan, geschafft, gelernt, für mich selbst mitgenommen, oder für andere Gutes getan habe. Nix. Hab ich mich danach wenigstens erholt gefühlt? Oder glücklich? Zufrieden? Nein. Weder noch. Im Gegenteil.
Tote Zeit, im Sinne des Wortes. Unwiderbringliche Lebenszeit, die ich in eigenem Entschluss in tote Zeit verwandelt habe. Schlimmer Fehler. Nicht wieder tun.

Lieber setz ich mich ne halbe oder 3 Stunden unter einen Baum und hör den Vögeln zu (ist nur ein Beispiel, aber ein reales). Das entspannt, wirkt ausgleichend, macht zufrieden und im Idealfall glücklich. Hinterher hab ich mehr Energie als vorher. Gut.
[/quote]

Also wars bei dir immer nur Kompensation von Leere? Bei mir wars so, dass ich in diesen 3 Jahren kein einziges Treffen außerhalb der Schule und damals Ausbildung hatte. Also kein Wochenende unter Leuten. Teilweise hab ich Einladungen bekommen, zu irgendwelchen Geburtstagen oder Veranstaltungen. Hab alle abgesagt - könnt ja ne Ebay-Auktion enden. Mir war das wichtiger.
Ich hab mich oft gefragt, wieso mir alles andere so egal war, aber da war dann immer wieder dieser Bann und diese komplette innere Abwehr, wenn irgendwas mit anderen Leuten anstand. Zum Teil hab ich auch widerstrebt, was mit Leuten zu machen, weil meine Gedanken so gefesselt waren - ich hätt da nicht gewusst, was ich zu denen reden soll, ich saß halt in meiner Seifenblase und hab mich ständig in Eile gefühlt.
Das Gefühl, mal abschalten zu können, wie du es mit den drei Stunden unter dem Baum beschreibst, war mir damals auch fremd. Ich hatte ne ellenlange TODO-Liste. Die hauptsächlich daraus bestand, welche Spiele ich noch ersteigern musste, welche Levels ich abschließen musste und naja... es war schon ziemlich nervenaufreibend, aber irgendwie insgesamt auch ne ziemlich coole und intensive Zeit.
Ich bin quasi allein aus der Sucht wieder rausgekommen, als ich von meinen Eltern ausgezogen bin. Irgendwie erschien mir das Leben von diesem Punkt an wieder lebenswert und ich hab mich wieder selbstbestimmt gefühlt, sodass ich nicht mehr in andere Welten entfliehen musste, sondern wieder mich selbst in der echten Welt steuern konnte :P Also ich hab das Gaming nicht sooo negativ in Erinnerung, es war damals ein bisschen meine Rettung vor ner Welt, mit der ich damals leider überhaupt nichts anfangen konnte. Aber naja,..... natürlich hab ich oft Angst, dass mir Menschen wieder so egal werden könnten wie damals, auch wenns seitdem nicht mehr passiert ist, außer in kurzen Phasen wo ich massiv Stress hatte.

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Re: Probleme bei der Selbsteinschätzung

Beitrag von Captain Unsichtbar » Freitag 19. Juli 2019, 10:05

alex321 hat geschrieben:
Freitag 19. Juli 2019, 00:37
Für mich wären 3h Rumsitzen Zeitverschwendung. Da spiele ich lieber 3h und erlebe in der Zeit eine gute Geschichte (Singleplayer) oder einen spannenden Wettkampf (Multiplayer).
Musst du auch nicht. Hoppalas Einstellungen und Wertevorstellungen sind zum Glück auch nicht das Mass aller Dinge.
Gerade auch für Menschen, die gerne mal zur Grübelei neigen, ist Zocken eine gute Methode um abzuschalten, sich eine Weile einfach mal auf etwas anderes zu fokussieren.
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Re: Probleme bei der Selbsteinschätzung

Beitrag von TheHoff » Freitag 19. Juli 2019, 11:02

Huhu von einem, den manche hier als Normalo bezeichnen würden.

Was macht einen zum Normalo? Warum klingt das manchmal so abwertend? Warum definiert man sich darüber, dass man AB ist? Ich habe da schon ein paar Fragen, denen ich gerne auf den Grund gehen möchte. Ich kenne ein paar ABs und würde ihnen schon mal gerne einen guten Tipp geben können.
In meiner Jugend wäre ich ja fast selbst in Richtung AB gewandert. Erst nach Schule udn Ausbildung wurde es langsam besser.

BTW: Bin selbst Gamer und liebe SciFi. Und hab früher auch Superheldencomics verschlungen. Wenn meine Freundin und meine Freunde eine Frage zum MCU haben, kriegen sie bei mir immer die richtige Antwort (und meist mehr als sie gefragt haben, aber so bin ich halt).

Gaming ist heutzutage doch was ganz normales. Auch wegen den vielen Casualgamern, die man halt nimmt, wie sie sind :-)
Viele Frauen und Mädchen zocken heutzutage, ich sag mal so durchschnittlich unter 37 sieht es ganz anders aus als bei den älteren Frauen. Dafür hat vielleicht auch damals der GameBoy gesorgt. Ich kenne sogar eine Frau, die fast 60 ist und früher begeistert PS1 gespielt hat.

Also definitiv kein Hobby, wegen dem man sich schämen muss.

Dir Frage ist halt auch, macht man noch was anderes? Wenn man natürlich nur zockt und kaum noch rauskommt, ist das einfach suboptimal, gerade was das soziale Leben angeht. Man sollte in seinem Leben schon für Abwechslung sorgen.

Fragt euch doch mal, ob ihr nicht genauso verschlossen gegenüber den Interessen der von euch sogenannten "Normalos" seid, wie ihr es ihnen vorwerft.

Ganz wichtig ist halt, dass ihr zu eurem Hobby steht und zwar wie ein Fels in der Brandung. Dann kann euch da auch keiner einen Strick draus drehen. Mag jemand euer Hobby nicht? Na und - ist doch sein Problem und nicht eures!

Die Haltung gegenüber sich selbst, seinen Interessen und Hobbys ist ganz wichtig. Jeder Mensch ist ein Individuum und hat seine Eigenheiten und eigenen Interessen. Unterscheidet nicht zwischen "Normalos" und keine Ahnung was (Nerds sind heutzutage ja nicht unbeliebt), sondern seht euch als normal und schert nicht jeden, der eure Interessen nicht teilt oder Interessen hat, die ihr als Zeitverschwendung empfindet, über einen Kamm. Diese Einteilung, die ihr da selbst vornehmt (und da bitte nur angesprochen fühlen, wer es wirklich tut), wird Menschen einfach nicht gerecht.

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Re: Probleme bei der Selbsteinschätzung

Beitrag von TheHoff » Freitag 19. Juli 2019, 11:04

alex321 hat geschrieben:
Dienstag 16. Juli 2019, 18:14
Auch andere Nerd Hobbies und Interessen wie Sci Fi und Superhelden scheinen heutzutage viel mehr Akzeptanz zu haben. Wenn ich da an meine Kindheit zurückdenke ... Außenseiter wie Gamer und Superhelden Fans wurden von den Bullies gezielt rausgefasst und verprügelt. Heute hingegen laufen die Leute bei den MCU (Marvel) Filmen in Scharen in die Kinos und Superhelden sind so Mainstream geworden dass sie mit ihrer Omnipräzenz schon wieder nerven.
Das heißt doch nur: Die Guten haben gewonnen! :good:

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Re: Probleme bei der Selbsteinschätzung

Beitrag von TheHoff » Freitag 19. Juli 2019, 11:11

yes_or_no hat geschrieben:
Montag 15. Juli 2019, 22:05
Ich würd mir nicht die Blöße geben, emotional zu belegen, weswegen mir ein Nerdhobby so viel Spaß macht, das von meinem Gegenüber eher scheiße gefunden wird. Das kann auch schiefgehen und man kann sich damit extrem angreifbar machen.
Ich würd mich eher abgrenzen und sagen, dass ichs als Ausgleich halt brauch und mir das nun mal wichtig ist - und sonst nicht mit der Person drüber reden, wenn ich weiß, dass die Person daran gar kein Interesse hat.
Wo wären wir ohne Nintendo? Ich finde es toll, dass du - wenn auch nur gelegentlich -auf diesen Konsolen spielst. Ich bin halt mehr Coregamer und spiele gerade Xenoblade Chronicles auf 3DS und Bloodstained: Curse of the Moon auf Switch.

Angreifbar machen - das ist einfach eine Frage der Einstellung zu dir und deinen Bedürfnissen und Interessen. Im Prinzip kannst du dich gar angreifbar machen und brauchst auch keine Erklärungen und Rechtfertigungen vorbringen. Es ist landläufig bekannt, dass jeder Mensch eigene Interessen hat - und wenn jemand diese Interessen komisch findet, weil sie ihm selbst nicht zusagen, dann hat doch der/diejenige ein Problem, nämlich dass er/sie sich nicht gut in andere reinversetzen, andere Meinungen und Lebensweisen nachvollziehen bzw. akzeptieren kann.

Also steh etwas mehr zu dir und deinen Interessen. Das macht dich doch aus und wie soll jemand, der zu dir passen würde, denn auf dich aufmerksam werden, wenn du dein Wesen versteckst?

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Re: Probleme bei der Selbsteinschätzung

Beitrag von Hoppala » Freitag 19. Juli 2019, 12:04

alex321 hat geschrieben:
Freitag 19. Juli 2019, 00:37
Hoppala hat geschrieben:
Freitag 19. Juli 2019, 00:02
Lieber setz ich mich ne halbe oder 3 Stunden unter einen Baum und hör den Vögeln zu (ist nur ein Beispiel, aber ein reales). Das entspannt, wirkt ausgleichend, macht zufrieden und im Idealfall glücklich. Hinterher hab ich mehr Energie als vorher. Gut.
Für mich wären 3h Rumsitzen Zeitverschwendung. Da spiele ich lieber 3h und erlebe in der Zeit eine gute Geschichte (Singleplayer) oder einen spannenden Wettkampf (Multiplayer).
Ich habe nicht von "Rumsitzen" geschrieben. Sondern von "den Vögeln zuhören". Da erlebe ich was UND fühle mich hinterher besser UND habe was Positives mitgenommen für mein weiteres Leben.
Aspekte, die mir bei Daddelei komplett fehlen. Vielleichg gibt es ja Menschen, die zufrieden und erfüllt ins Bett fallen und am nächsten Morgen energieerfüllt vom Erfolgserlebnis in den Tag starten, weil sie Level XY geschafft oder 1000 wertlose Punkte mehr als irgejemand anderer in mehreren Stunden erdaddelt haben. Mag sein. Kenn ich nicht.
Nutzungsregeln: Mediale Äußerungen von Menschen ersetzen keine Begegungen. Was du hier schreibst, bist nicht du. Was ich hier schreibe, bezieht sich nicht auf dich. Nur auf deinen Beitrag. Ich schreibe meine Meinung, deren Bedeutung in deinem eigenen Ermessen liegt. Vergiss, was dir nichts nützt.

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Re: Probleme bei der Selbsteinschätzung

Beitrag von Hoppala » Freitag 19. Juli 2019, 12:04

yes_or_no hat geschrieben:
Freitag 19. Juli 2019, 08:40
Ich bin manchmal ein bisschen zu naiv und offen. Sich einschränken lassen ist natürlich schlecht, aber ich persönlich seh die Welt manchmal ein bisschen zu sehr durch die rosa rote Brille und vertrau Menschen, die ich noch nicht einmal kenn. Es wär besser, manche Dinge erst zu erzählen/preiszugeben, wenn ich mein Gegenüber besser einschätzen kann. Manche Menschen sind eventuell auch einfach überhaupt nicht dazu geeignet, über spezielle Interessen von mir zu reden (zb viele extrovertierte, die es nicht verstehen würden). Da wärs besser für mich, mir das einfach zu ersparen.
Das liest sich doch schon wesentlich differenzierter. Daraus folgt dann doch: die Menschen erst kennenlernen. Das geht in der Regel aber nicht, ohne auch von sich selbst was zum Kennenlernen mitzuteilen. Es ist also letztlich eine Frage der passenden Dosierung. Die findet man nur durch Übung und Erfahrung. Und das heißt: man muss mmer wieder ins Risiko gehen, um Risiken zu minimieren.
yes_or_no hat geschrieben:
Freitag 19. Juli 2019, 08:40
Nee, in dem Fall bezieht sich das, was ich schreibe, nur auf Extrovertierte. Auf Introvertierte, trifft das, was ich geschrieben hab, oftmals nicht zu.
Ich hab die Erfahrung gemacht, dass Introvertierte Menschen oft tiefgründiger sind und mich besser verstehen. Und ich da mich eigentlich ganz gut öffnen kann, ohne große Risiken einzugehen.
Dass es bei extrovertierten oft besser ist, einfach den Mund zu halten und Themen gar nicht erst anzuschneiden, bei denen ich schon im Vorfeld weiß, dass man sich nur wieder im Kreis drehen wird und hinterher blöd hingestellt wird. Ich WEISS es ja davor. Und meistens weiß ichs auch, wenn ich meinen Mund öffne - dass es eine schlechte Idee ist. Kein Plan, warum ich trotzdem so strunzdumm manchmal bin, dann wieder irgendwas zu sagen, wenn ich teilweise schon weiß, wie es enden wird..
Wonach beurteilst du, dass jemand ein Extrovertierter oder Introvertierter ist? Normalerweise lässt sich das nicht allei aufgrund einer kurzen Situation beurteilen. Bist du vielleicht etwas arg vorschnell bei der Bewertung/Einteilung deiner Mitmenschen - während du dir selbst wünschst, selbst erst mal etwas gründlicher verstanden zu werden?
yes_or_no hat geschrieben:
Freitag 19. Juli 2019, 08:40
Naja, bei mir wars eben so, dass ich zwei Jahre lang freiberuflich gearbeitet habe - Home Office. Mir hat der Job Spaß gemacht, ich hab mich dadurch selbst verwirklichen können und hatte viele Freiheiten, die ich lieben gelernt hab. Oft zwischendurch hatte ich natürlich Existenzängste, Stress, Zweifel (zb bei Erkältungen oder leichten Krankheiten wie Kopfweh können normale Leute sich einfach ins Büro hocken und ihre Anwesenheit allein führt dazu, dass sie auch an unproduktiven Tagen bezahlt werden. Bei mir war das quasi sofort ein "Auszeit-Tag" wo ich wenig Kraft hatte, wenig geschafft hatte - und an solchen "leichten Krankheitstagen" bin ich dadurch quasi ein wenig durch die Hölle gegangen, weil ichs wenig mit mir vereinbaren konnte, den Tag nichts geschafft zu haben.
Es GIBT ALSO aus meiner Sicht schon Dinge, wegen denen ich mit mir während dieser freiberuflichen Zeit nicht ganz im Reinen war oder was mir schwergefallen ist,.... nur irgendwie wars mein großer Traum es zu schaffen, es war mir wichtig.
Ich war voller Selbstdisziplin, voller Antrieb, voller Energie und voller Ideen.
Doch NIEMAND hat das gesehen und auch nur ein einziges Mal zu mir gesagt.
ALLES was gesehen und zu mir gesagt wurd war: "Oh, das wäre mir zu einsam".
Es war ein Schlag in die Fresse, jedes Mal. Es tut einfach weh, wenn man WEISS, dass man auch gute Eigenschaften hat, aber Menschen im Tunnelblick nur auf die schlechten starren müssen.
Keine Ahnung, wie ich anders drauf reagieren könnte, auf solche Aussagen, wo Menschen mir mein Leben schlechtreden wollen und das positive, das was mich antreibt, so komplett unterbuttern müssen.
Du schilderst hier eine spezielle Situation/Episode deines Lebens. Oben las es sich, als würdest du generell zur Rechtfertigung neigen, wenn eine irritierte Antwort kommt.
Wenn ich aber mal bei deinem konkreten Beispiel bleibe: Ich versteh nicht, wieso es für dich ein Angriff ist, wenn jemand anders mittreilt, dass er anders empfindet als du? Und was ist "schlechte Eigenschaft" wenn du deien Arbeitsalltag auch allein meisterst? Das ist doch im Gegenteil eher ein Plus an Disziplin und Motivation? Warum bewertest du selbst deinen Umgang mit der Situation, die dir ja doch irgendwie gefiel/zusagte, so schlecht?
Ich bin selbst Freiberufler und viel im Home Office. Ich habe aber auch immer mit anderen Freiberuflern zu tun gehabt. Für meine Familie dagegen beispielsweise war und ist es ein unfassbares Märchen, dass jemand zuhause am Schreibtisch genug fürs Leben verdient ("Junge, willst du nicht nen richtigen Job suchen?" :-) ). Es gibt auch Freiberufler, die unbedingt ein Büro irgendwo anmieten müssen, weil sie sonst mit ihrer Arbeitstruktur durch den Wind kommen. Wie oft hab ich den Rat gehört: miet dich irgendwo ein. Dabei bin ich selbst froh und glücklich, in meinem eigenen Rythmus arbeiten zu können. Das hab ich auch so gesagt. Dann sagen die anderen: "das könnte ich nicht." Deswegen steh ich doch nicht schlecht da??

Und ja: als Freiberufler hat man mit dem Unverständnis von Nur-Angestellten zu kämpfen. Die werden quasi nach Anwesenheit bezahlt, und wenn krank, dann frei, und wenn schlecht drauf, bummelt man den Tag bis zum Feierabend ab.
Ein Freiberufler merkt sehr direkt, wann und wie er was zuwege bringt und wann nicht. Kein Puffer. Selbstbestimmt sein heißt halt auch, sich selbst wahrnehmen und Selbst-Verantwortung übernehmen. Das liegt nicht jedem. Warum muss jemand, dem das liegt, sich deswegen schlecht fühlen? Mir liegt nicht, von einem Chef feste Arbeits- und Pausenzeiten vorgeschrieben zu bekommen, wobei völlig wurscht ist, ob ich gerad dann auch gute Arbeit leisten kann.
Freu dich dass du schaffst, was andere nicht schaffen.
yes_or_no hat geschrieben:
Freitag 19. Juli 2019, 08:40
Viele Themen haben aber ein deutlich geringeres Konfrontationsrisiko, wie ein Thema, wo eine Person (=ich) sehr emotional ist und die andere Person ignorant gegenüber tritt. Mit manchen Menschen verbindet einen wirklich viel, warum also kaputt machen, indem man immer gerade über diese anderen Themen reden muss, die einen nicht verbinden? :P Ich kann damit leben, wenn Menschen nicht alles an mir toll finden, aber ich kann nicht damit leben, wenn sie es mir permanent unter die Nase reiben. Also über manche Dinge mag ich wirklich einfach lieber "nicht reden".
Damit Leute dir permanent was unter die Nase reiben können, musst du ihnen püermanent die Gelegenheit dazu geben. Warum tust du das?

Ich frage mich auch, ob deine Klage nicht sowieso etwas irreführend ist: im Grunde beklagst du dich ja über das Verhalten von Menschen, mit denen du eh nichts zu tun haben willst - und überlegst dir für die "Abwehrmaßnahmen", die dir eigentlich auch gegen den Strich gehen.
Ich vermute, dass kannst du klüger angehen.
yes_or_no hat geschrieben:
Freitag 19. Juli 2019, 08:40
Also wars bei dir immer nur Kompensation von Leere?
Nein. Neugier.
Und natürlich auch das Gefühl, gerad nichts Besseres zu tun zu haben. Dieses Gefühl hat sich dann selbst korrigiert, nachdem ich bemerkt habe, dass ich quasi alles besser ist als Daddeln.
yes_or_no hat geschrieben:
Freitag 19. Juli 2019, 08:40
Das Gefühl, mal abschalten zu können, wie du es mit den drei Stunden unter dem Baum beschreibst, war mir damals auch fremd.
"Abschalten" ist das falsche Wort. Ich konzentriere mich dann ja sehr stark: auf was anderes, sehr Schönes und Wohltuendes. Es ist eher Umschalten. Von Mehr Tun (Denken?) als Wahrnehmen, auf mehr Wahrnehmen als Tun (Denken?). Das Ideal, beides in angemessener Balance zu halten, ist in unserer Welt ledier sehr vielen Hindernissen ausgesetzt .... :-(
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Re: Probleme bei der Selbsteinschätzung

Beitrag von TheHoff » Freitag 19. Juli 2019, 12:21

Hoppala hat geschrieben:
Freitag 19. Juli 2019, 12:04
Ich habe nicht von "Rumsitzen" geschrieben. Sondern von "den Vögeln zuhören". Da erlebe ich was UND fühle mich hinterher besser UND habe was Positives mitgenommen für mein weiteres Leben.
Aspekte, die mir bei Daddelei komplett fehlen. Vielleichg gibt es ja Menschen, die zufrieden und erfüllt ins Bett fallen und am nächsten Morgen energieerfüllt vom Erfolgserlebnis in den Tag starten, weil sie Level XY geschafft oder 1000 wertlose Punkte mehr als irgejemand anderer in mehreren Stunden erdaddelt haben. Mag sein. Kenn ich nicht.
Merkt ihr, dass ihr euch gegenseitig eure Hobbys und Interessen madig macht und sie abwertet?

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Re: Probleme bei der Selbsteinschätzung

Beitrag von Captain Unsichtbar » Freitag 19. Juli 2019, 12:56

TheHoff hat geschrieben:
Freitag 19. Juli 2019, 12:21
Hoppala hat geschrieben:
Freitag 19. Juli 2019, 12:04
Ich habe nicht von "Rumsitzen" geschrieben. Sondern von "den Vögeln zuhören". Da erlebe ich was UND fühle mich hinterher besser UND habe was Positives mitgenommen für mein weiteres Leben.
Aspekte, die mir bei Daddelei komplett fehlen. Vielleichg gibt es ja Menschen, die zufrieden und erfüllt ins Bett fallen und am nächsten Morgen energieerfüllt vom Erfolgserlebnis in den Tag starten, weil sie Level XY geschafft oder 1000 wertlose Punkte mehr als irgejemand anderer in mehreren Stunden erdaddelt haben. Mag sein. Kenn ich nicht.
Merkt ihr, dass ihr euch gegenseitig eure Hobbys und Interessen madig macht und sie abwertet?
Du bist ja noch neu hier, darum gebe ich dir mal schnell den Hinweis: Hoppala geht es dann am besten, wenn er sich selbst über andere stellen kann. Sollte man nicht zu ernst nehmen. Manche brauchen das offenbar, damit es ihnen gut geht. ;)

Wenn ich das alles so ernst nehmen würde, was er so absondert, müsste ich als Entwickler permanent beleidigt sein. So aber geht mir das Ganze einfach am Allerwertesten vorbei. Wenn er sich dadurch besser fühlt... :lach:
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Re: Probleme bei der Selbsteinschätzung

Beitrag von Hoppala » Freitag 19. Juli 2019, 13:37

TheHoff hat geschrieben:
Freitag 19. Juli 2019, 12:21
Merkt ihr, dass ihr euch gegenseitig eure Hobbys und Interessen madig macht und sie abwertet?
Nein. Ich schildere meine Erfahrungen und Schlussfolgerungen und lasse ausdrücklich offen, dass ich natürlich nicht alles kenne und weiß und berücksichtige.
Wenn jemand daraus schließt, dass er sich vielleicht besser andere Hobbys sucht, ist das seine Sache (solange niemand sonst zu Schaden kommt). Ebenso, wenn jemand was anderes draus schließt. Ebenso, wenn jemand meint, die Schilderung meiner Erfahrungen, Gedanken und Schlussfolgerungen sei irgendeinem Größenwahn geschuldet. Sei's drum. Niemand ist Irrtum verboten oder Schlecht-über-andere-denken und noch vieles mehr.

Alex321 ist auf meine Schilderung des Vögeln Zuhörens - was übrigens weder mein Hobby noch ein besonderes Interesse ist - gar nicht eingegangen, nur auf das meist dazugehörige "Rumsitzen". Entsprechend hat er sich zum eigentlichen Thema gar nicht geäußert und darum natürlich auch nichts "madig gemacht". Ich glaube, "Rumsitzen" ist beim Daddeln noch viel verbreiteter als bem Vögeln zuhören (welches man auch prima im Stehen oder bei leisen Spaziergängen tun kann) - das wird also wohl nicht der Punkt für einen Meinungsunterschied sein ...

Vielleicht darf ich außerdem noch kurz auf meine "Nutzungsregel" unter jedem Beitrag verweisen?
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Re: Probleme bei der Selbsteinschätzung

Beitrag von yes_or_no » Freitag 19. Juli 2019, 15:41

Hoppala hat geschrieben:
Freitag 19. Juli 2019, 12:04
Wonach beurteilst du, dass jemand ein Extrovertierter oder Introvertierter ist? Normalerweise lässt sich das nicht allei aufgrund einer kurzen Situation beurteilen. Bist du vielleicht etwas arg vorschnell bei der Bewertung/Einteilung deiner Mitmenschen - während du dir selbst wünschst, selbst erst mal etwas gründlicher verstanden zu werden?
Ja, ich mach sowas ziemlich schnell an Gestik, Mimik und Lautstärke der Stimme fest.
Es sind nicht alle extrovertierten Menschen in meiner Wahrnehmung "böse". Vielleicht ist das in meiner Nachricht so rüber gekommen. Naja. Ich verallgemeiner vielleicht etwas, wenn ich versuch, was zu erklären, damits leichter verständlicher ist. Klar kann man dann jedes Wort auf die Goldwaage legen und dann muss ich die Verallgemeinerungen halt wieder etwas auflockern ;)
Also sagen wirs so:
WENN eine Person mich genervt hat, ist die Wahrscheinlichkeit hoch (nicht gleich 1!), dass sie extrovertiert war. Manche introvertierten können ebenfalls nerven, aber meistens nicht in Smalltalk/Kennenlern-Situationen, wobei ich hier nicht "nie" sage, sondern nur, dass es bei extrovertierten halt häufer kein "Match" gibt.
Also quasi: WENN ich eine Person nett gefunden hab und sie trotzdem extrovertiert ist, dann beschwer ich mich nicht (haha, was für eine Aussage ._.).
Keine Ahnung, ob das verständlich ist.

Du schilderst hier eine spezielle Situation/Episode deines Lebens. Oben las es sich, als würdest du generell zur Rechtfertigung neigen, wenn eine irritierte Antwort kommt.
Wenn ich aber mal bei deinem konkreten Beispiel bleibe: Ich versteh nicht, wieso es für dich ein Angriff ist, wenn jemand anders mittreilt, dass er anders empfindet als du? Und was ist "schlechte Eigenschaft" wenn du deien Arbeitsalltag auch allein meisterst? Das ist doch im Gegenteil eher ein Plus an Disziplin und Motivation? Warum bewertest du selbst deinen Umgang mit der Situation, die dir ja doch irgendwie gefiel/zusagte, so schlecht?
Ich bin selbst Freiberufler und viel im Home Office. Ich habe aber auch immer mit anderen Freiberuflern zu tun gehabt. Für meine Familie dagegen beispielsweise war und ist es ein unfassbares Märchen, dass jemand zuhause am Schreibtisch genug fürs Leben verdient ("Junge, willst du nicht nen richtigen Job suchen?" :-) ). Es gibt auch Freiberufler, die unbedingt ein Büro irgendwo anmieten müssen, weil sie sonst mit ihrer Arbeitstruktur durch den Wind kommen. Wie oft hab ich den Rat gehört: miet dich irgendwo ein. Dabei bin ich selbst froh und glücklich, in meinem eigenen Rythmus arbeiten zu können. Das hab ich auch so gesagt. Dann sagen die anderen: "das könnte ich nicht." Deswegen steh ich doch nicht schlecht da??

Und ja: als Freiberufler hat man mit dem Unverständnis von Nur-Angestellten zu kämpfen. Die werden quasi nach Anwesenheit bezahlt, und wenn krank, dann frei, und wenn schlecht drauf, bummelt man den Tag bis zum Feierabend ab.
Ein Freiberufler merkt sehr direkt, wann und wie er was zuwege bringt und wann nicht. Kein Puffer. Selbstbestimmt sein heißt halt auch, sich selbst wahrnehmen und Selbst-Verantwortung übernehmen. Das liegt nicht jedem. Warum muss jemand, dem das liegt, sich deswegen schlecht fühlen? Mir liegt nicht, von einem Chef feste Arbeits- und Pausenzeiten vorgeschrieben zu bekommen, wobei völlig wurscht ist, ob ich gerad dann auch gute Arbeit leisten kann.
Freu dich dass du schaffst, was andere nicht schaffen.
Ja, das oben war nur ein Beispiel. Klar kam auch manchmal positives Feedback und interessierte Nachfragen.
Vielleicht ist es bei mir nur ein generelles Problem mit dem Satz "Mir wäre das was du tust zu einsam". Gegen diesen Satz bin ich irgendwie allergisch, ich fühl mich von diesem Satz stark abgewertet, auch wenn ich nicht genau sagen kann, woher das kommt.
Ich würde so einen Satz auch nicht so direkt zu jemandem sagen - zumindest nicht als Antwort auf seine Erzählungen von seinem Job oder liebsten Hobby... Sondern vielleicht als Antwort, wenn jemand SELBST sagt, dass er Probleme hat und nicht weiß warum - DANN würd ich vielleicht sagen, hey vielleicht musst du mehr mit anderen Leuten machen.
Aber es ungefragt sagen, obwohl man selbst das, was man macht, eigentlich nur vorstellen wollte, ohne es auf "soziale verträglichkeit" bewerten zu lassen? Ich finds halt nicht so nett, was daher kommt, dass ich sowas schon oft gehört hab und selbst ja auch WEISS dass ich nicht die sozialkompetenteste Person der Welt bin aber mir trotzdem wünsch, irgendwie einfach mal angenommen zu werden, statt dass da wieder jemand nen Fehler an mir findet: "Oh, das wär mir zu einsam was du da tust" << klar, würds helfen, das einfach nicht persönlich zu nehmen. ich weiß auch, wie du das meinst. aber es ist schwer, das umzusetzen, der stich der mir durch diesen satz versetzt wird, kommt halt automatisch.

Ich frage mich auch, ob deine Klage nicht sowieso etwas irreführend ist: im Grunde beklagst du dich ja über das Verhalten von Menschen, mit denen du eh nichts zu tun haben willst - und überlegst dir für die "Abwehrmaßnahmen", die dir eigentlich auch gegen den Strich gehen.
Ich vermute, dass kannst du klüger angehen.
Nein, das war keine Klage. Ich beklage mich nicht ._. Ich such nach Lösungen und das was ich geschildert habe "nicht alle Themen mit allen Leuten besprechen" war eben die meine ;)
ZB ist ein guter Freund von mir Veganer - mit ihm würd ich nicht über "Gründe gegen das Fleischessen" reden wollen, weil ich selbst Fleisch esse und das dann wieder nur in diese "Bekehrungsrichtung" laufen würde.
Das war jetzt ein sehr eindeutiges Beispiel, oft passiert es ganz unterbewusst, dass Menschen mir gegenüber etwas zu dominant auftreten und versuchen, mich in eine Richtung zu drücken oder mir zu sehr ungebeten ihre Meinung sagen oder mich therapieren wollen (weil ich vielleicht einfach so schüchtern/hilfsbedürftig wirke, keine Ahnung).
Da merk ichs dann selbst nicht so leicht, wie bei Veganern, wo ich gute Routine hab, das Gespräch wieder in bessere Richtungen zu lenken.
ZB wenns eben um Hobbys von mir geht, dann kommen tatsächlich manche Leute daher und sagen, naja du könntest ja auch was sinnvolleres machen, probier doch mal nen VHS Kurs. Aber ich hatte NIE gesagt, dass ich mit meinen Hobbys unzufrieden bin oder einen VHS Kurs machen mag ^^ Da MUSS ich mich ja eigentlich abgrenzen, das ist keine Klage, sondern eher eine Reaktion. Die komplette Person deswegen abschreiben will ich natürlich nicht - die ist vielleicht genauso ungewollt wie ich in diese unangenehme Gesprächsrichtung gekommen und findets selbst nicht mehr so toll, in so ein kontraproduktives Gespräch verwickelt zu sein.
Also wars bei dir immer nur Kompensation von Leere?
Nein. Neugier.
Und natürlich auch das Gefühl, gerad nichts Besseres zu tun zu haben. Dieses Gefühl hat sich dann selbst korrigiert, nachdem ich bemerkt habe, dass ich quasi alles besser ist als Daddeln.
yes_or_no hat geschrieben:
Freitag 19. Juli 2019, 08:40
Das Gefühl, mal abschalten zu können, wie du es mit den drei Stunden unter dem Baum beschreibst, war mir damals auch fremd.
"Abschalten" ist das falsche Wort. Ich konzentriere mich dann ja sehr stark: auf was anderes, sehr Schönes und Wohltuendes. Es ist eher Umschalten. Von Mehr Tun (Denken?) als Wahrnehmen, auf mehr Wahrnehmen als Tun (Denken?). Das Ideal, beides in angemessener Balance zu halten, ist in unserer Welt ledier sehr vielen Hindernissen ausgesetzt .... :-(
Ok, dann haben wir unterschiedliche Definitionen vom Wort "abschalten". :P
Ich kann besonders bei Sport abschalten, zb beim Langlaufen im Winter geht es besonders gut. Oder beim Baden im Sommer oder auch in der Sauna im Winter ._. In solchen Momenten sind meine Gedanken frei und ich nehm nur den Moment und das momentane Gefühl wahr, denk nicht so zielorientiert wie sonst immer. Bei mir ist das Wort abschalten positiv belegt. Und ich mag es manchmal schon sehr. ^^

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Re: Probleme bei der Selbsteinschätzung

Beitrag von TheHoff » Freitag 19. Juli 2019, 16:05

Captain Unsichtbar hat geschrieben:
Freitag 19. Juli 2019, 12:56
Du bist ja noch neu hier, darum gebe ich dir mal schnell den Hinweis: Hoppala geht es dann am besten, wenn er sich selbst über andere stellen kann. Sollte man nicht zu ernst nehmen. Manche brauchen das offenbar, damit es ihnen gut geht. ;)

Wenn ich das alles so ernst nehmen würde, was er so absondert, müsste ich als Entwickler permanent beleidigt sein. So aber geht mir das Ganze einfach am Allerwertesten vorbei. Wenn er sich dadurch besser fühlt... :lach:
Alles klar :-)

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Re: Probleme bei der Selbsteinschätzung

Beitrag von alex321 » Freitag 19. Juli 2019, 16:21

Captain Unsichtbar hat geschrieben:
Freitag 19. Juli 2019, 10:05
alex321 hat geschrieben:
Freitag 19. Juli 2019, 00:37
Für mich wären 3h Rumsitzen Zeitverschwendung. Da spiele ich lieber 3h und erlebe in der Zeit eine gute Geschichte (Singleplayer) oder einen spannenden Wettkampf (Multiplayer).
Musst du auch nicht. Hoppalas Einstellungen und Wertevorstellungen sind zum Glück auch nicht das Mass aller Dinge.
Gerade auch für Menschen, die gerne mal zur Grübelei neigen, ist Zocken eine gute Methode um abzuschalten, sich eine Weile einfach mal auf etwas anderes zu fokussieren.
Eben. Mein Kopf ist immer am denken und grübeln. Ich kann einfach nicht nichts tun. (Angeblich kann man nach denken sogar süchtig sein.)
Abschalten kann ich nur wenn meine ganze Aufmerksamkeit in Anspruch genommen wird, z.B. von einem fesselnden oder schwierigen Spiel. Vogelgezwitscher reicht da bei weitem nicht aus.

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Re: Probleme bei der Selbsteinschätzung

Beitrag von Hoppala » Freitag 19. Juli 2019, 16:38

yes_or_no hat geschrieben:
Freitag 19. Juli 2019, 15:41
Keine Ahnung, ob das verständlich ist.
Ich bin mir nicht sicher, ob dein Gebrauch der Worte "extrovertiert"/"introvertiert" dem entspricht, was ich zunächst mal darunter verstehe. Mir scheint, du schließt aus kurzen Verhaltensepisoden auf solche grundlegenden Wesensmerkmale, bzw. fällst dein Urteil.
Ich würde erst mal nur bei den konkreten Situationen bleiben, ohne die Menschen gleich in solche, noch dazu dualen, Kategorien zu teilen. Da jeder Mensch Anteile von beidem hat und je nach dem mal die einen, mal die anderen überwiegen. Natrürlich nicht statistisch ausgewogen. Aber die erforderliche große Menge Situationen inklusive des erforderlichen Beurteilungsvermögens muss man ja erst mal haben.

Kann es sein, dass du vielleicht eigentlich nur deine eigene Empfindung: "Er/sie nervt mich bzw. mit der/dem komm ich klar" mit den Etiketten extro/introvertiert ausdrücken willst?
yes_or_no hat geschrieben:
Freitag 19. Juli 2019, 15:41
Vielleicht ist es bei mir nur ein generelles Problem mit dem Satz "Mir wäre das was du tust zu einsam". Gegen diesen Satz bin ich irgendwie allergisch, ich fühl mich von diesem Satz stark abgewertet, auch wenn ich nicht genau sagen kann, woher das kommt.
Das wäre ja vielleicht mal interessant.
yes_or_no hat geschrieben:
Freitag 19. Juli 2019, 15:41
statt dass da wieder jemand nen Fehler an mir findet: "Oh, das wär mir zu einsam was du da tust"
Der Satz äußert überhaupt eine Fehler an dir. Der Satz äußert, dass du etwas tust, was der andere nach eigener Einschtzung nicht könnte. Du wertest das als einen Fehler - warum?
Der andere wertet das vielleicht auch als Fehler (das wissen wir aber aufgrund dieses Satzes noch nicht). Selbst falls das so ist: warum ist dessen Wertung für dich so maßgebend, dass sie dich trifft?
yes_or_no hat geschrieben:
Freitag 19. Juli 2019, 15:41
Nein, das war keine Klage. Ich beklage mich nicht ._. Ich such nach Lösungen und das was ich geschildert habe "nicht alle Themen mit allen Leuten besprechen" war eben die meine ;)
Das ist ja ziemlich normal.
Nur die Klassifizierung der Leute in "extro/intro" und Zuschreibung bestimmter Verhaltensweisen und Wertungen macht es etwas fragwürdig.
yes_or_no hat geschrieben:
Freitag 19. Juli 2019, 15:41
Das war jetzt ein sehr eindeutiges Beispiel, oft passiert es ganz unterbewusst, dass Menschen mir gegenüber etwas zu dominant auftreten und versuchen, mich in eine Richtung zu drücken oder mir zu sehr ungebeten ihre Meinung sagen oder mich therapieren wollen (weil ich vielleicht einfach so schüchtern/hilfsbedürftig wirke, keine Ahnung).
Alles hat mindestens zwei Seiten. Eventuell wirst du oft gar nicht gedrückt, sondern gibst zu schnell nach/auf?

Problem meiner Äußerung ist: Du kannst sie natürlich genauso kategorisieren: in eine Richtung drücken, ungebetene Meinung, Therapieversuch ...
Es scheint, diese Beurteilung hängt vielleicht weniger von der Äußerung oder dem Äußerndem ab, als von dir?

Und natürlich gibt es Extremfälle, bei denen die Sache klar ist. Extrem ist nicht der Normalfall.

In diesem Sinne: nimm dir, was du gebrauchen kannst, und ignoriere den Rest nach Belieben.
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Re: Probleme bei der Selbsteinschätzung

Beitrag von Hoppala » Freitag 19. Juli 2019, 16:46

Captain Unsichtbar hat geschrieben:
Freitag 19. Juli 2019, 12:56
Wenn ich das alles so ernst nehmen würde, was er so absondert, müsste ich als Entwickler permanent beleidigt sein.
Komisch. ich äußere mich gar nicht über Entwickler.
alex321 hat geschrieben:
Freitag 19. Juli 2019, 16:21
Eben. Mein Kopf ist immer am denken und grübeln. Ich kann einfach nicht nichts tun. (Angeblich kann man nach denken sogar süchtig sein.)
Abschalten kann ich nur wenn meine ganze Aufmerksamkeit in Anspruch genommen wird, z.B. von einem fesselnden oder schwierigen Spiel. Vogelgezwitscher reicht da bei weitem nicht aus.
Es kommt drauf an, worauf man seine Aufmerksamkeit so lenkt, damit sie in Anspruch genommen wird.
Zu dem Missverständnis "abschalten" hab ich mich ja schon geäußert.

Du fühlst dich also nach enem ausgiebigen Daddeln erholt und frisch und beginnst die nächste mehrstündige Arbeitssession? Oder fällst wenigstens rundrum zufrieden ins Bett und freust dich, dereinst an deinem Lebensende an das Erlebnis zurückdenken zu können?
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yes_or_no

Re: Probleme bei der Selbsteinschätzung

Beitrag von yes_or_no » Freitag 19. Juli 2019, 17:38

Hoppala hat geschrieben:
Freitag 19. Juli 2019, 16:38
yes_or_no hat geschrieben:
Freitag 19. Juli 2019, 15:41
Keine Ahnung, ob das verständlich ist.
Ich bin mir nicht sicher, ob dein Gebrauch der Worte "extrovertiert"/"introvertiert" dem entspricht, was ich zunächst mal darunter verstehe. Mir scheint, du schließt aus kurzen Verhaltensepisoden auf solche grundlegenden Wesensmerkmale, bzw. fällst dein Urteil.
Ich würde erst mal nur bei den konkreten Situationen bleiben, ohne die Menschen gleich in solche, noch dazu dualen, Kategorien zu teilen. Da jeder Mensch Anteile von beidem hat und je nach dem mal die einen, mal die anderen überwiegen. Natrürlich nicht statistisch ausgewogen. Aber die erforderliche große Menge Situationen inklusive des erforderlichen Beurteilungsvermögens muss man ja erst mal haben.

Kann es sein, dass du vielleicht eigentlich nur deine eigene Empfindung: "Er/sie nervt mich bzw. mit der/dem komm ich klar" mit den Etiketten extro/introvertiert ausdrücken willst?
Keine Ahnung... möglich wäre es... ehrlich gesagt kann ich mich grad emotional nicht mehr in so ein Beispiel zurück hineinversetzen, wo ich mich nem extrovertierten ausgeliefert gefühlt hab.. und ja, ein Freund von mir hat mir auch mal gesagt, dass er die Begriffe intro/extro anders verwendet, eher nach dem Motto: "extrovertiert"=er mag gerne mit Menschen zusammen sein, "introvertiert"=er mag nicht gern mit Menschen zusammen sein. Bei mir könnts schon sein, dass es wirklich eher sowas heißt wie "nervt mich", "nervt mich nicht" :P
wobei es da denk ich auch Überlappungen gibt, aber ich weiß schon, dass es nicht so toll ist, Menschen so abzuwerten, wie wenn ich sage: "Ihh, ein Extrovertierter, schnell weg!". Ist inzwischen ja auch nicht mal mehr so schlimm ausgeprägt wie noch vor 5-10 Jahren ^^
Der andere wertet das vielleicht auch als Fehler (das wissen wir aber aufgrund dieses Satzes noch nicht). Selbst falls das so ist: warum ist dessen Wertung für dich so maßgebend, dass sie dich trifft?
Vielleicht weil die Wahrheit am meisten weh tut. Wenn andere einen wunden Punkt von einem berühren. Irgendwie fühl ich mich vermutlich wirklich allein - aber eben nicht wegen Hobby / Job, bzw sind Hobby / Job mir das Wert. Und Freiheit ist mir das Wert.
Und es bringt auch wenig, wenn jemand mir das dann unter die Nase reibt oder mein Hobby/Job dafür verantwortlich macht. Es würd mir mehr bringen, wenn er sagen würd: "Oh das klingt doch interessant" :) . Dann würd ich mich angenommen fühlen. Ich glaub auch, dass Leute oft dann "Das wär nichts für mich" sagen, wenn sie das Thema wechseln wollen. Das heißt dann vielleicht übersetzt: Bitte quatsch mich nicht weiter mit diesem völlig lahmen Hobby/Job/etc zu.
Natürlich wieder nur meine Interpretation... keine Ahnung ....
yes_or_no hat geschrieben:
Freitag 19. Juli 2019, 15:41
Das war jetzt ein sehr eindeutiges Beispiel, oft passiert es ganz unterbewusst, dass Menschen mir gegenüber etwas zu dominant auftreten und versuchen, mich in eine Richtung zu drücken oder mir zu sehr ungebeten ihre Meinung sagen oder mich therapieren wollen (weil ich vielleicht einfach so schüchtern/hilfsbedürftig wirke, keine Ahnung).
Alles hat mindestens zwei Seiten. Eventuell wirst du oft gar nicht gedrückt, sondern gibst zu schnell nach/auf?
Ich weiß es nicht. Aber ich kann das Problem nur selbst lösen, indem ich lern, rechtzeitig selbst das Thema zu wechseln, mich abzugrenzen und selbstbewusster aufzutreten. Ich glaub auch, dass man nicht immer mit böser Absicht in Themen gerät, die für mindestens eine Person unangenehm werden. Mir ist auch umgekehrt schon manchmal was rausgerutscht, wo ich hinterher gemerkt hab, dass das Gegenüber es auch als Angriff hätte aufnehmen können. Wenn mans merkt, werden beide kurz verlegen und man schaut, ob man unauffällig das Thema wechseln kann, manchmal werden beide rot dabei und verhalten sich danach etwas seltsam und finden danach wieder zurück in den Gesprächsfluss.
Manchmal gehts auch schief, da bin ich noch am Probieren.... ;)
Problem meiner Äußerung ist: Du kannst sie natürlich genauso kategorisieren: in eine Richtung drücken, ungebetene Meinung, Therapieversuch
nee alles gut ;) wir müssen das thema aber auch nicht soo unbedingt vertiefen. ;)

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Re: Probleme bei der Selbsteinschätzung

Beitrag von LonesomeCoder » Freitag 19. Juli 2019, 18:19

TheHoff hat geschrieben:
Freitag 19. Juli 2019, 16:05
Hier gibt es so einige Entwickler/Programmierer, oder täuscht das?
Täuscht nicht, bin auch einer und unter MINTler scheint es gehäuft ABs zu geben.
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