Probleme bei der Selbsteinschätzung

Rund um die persönliche Situation, Erlebnisse und was einem auf dem Herzen liegt

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LonesomeCoder
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Re: Probleme bei der Selbsteinschätzung

Beitrag von LonesomeCoder » Dienstag 16. Juli 2019, 13:33

Captain Unsichtbar hat geschrieben:
Dienstag 16. Juli 2019, 11:56
Dann stimmt aber deine Aussage sage nicht, dass du dich für Menschen interessieren würdest. Du als Mensch bist nicht bloss ein Träger von Informationen -- keine Sache oder Ding. Aber zugegeben, die Diskussion ist für mich etwas schwierig, weil ich zu wenig Erfahrung mit Autismus habe.
Für mich ist es auch schwer, weil ich mir nicht vorstellen kann, wie hier ein gesunder Mensch denkt.
Könntest du oder jemand anderes ohne Autismus begründen, warum ihr eurer Hobby habt und zwar in einer Form, die auch bei jemanden ohne Interesse dafür Begeisterung weckt und dabei mehr als "weil es mir Spaß macht" oder was rationales wie "weil es gesund ist", "weil man damit unter Leute kommt", "weil es die motorischen Fähigkeit verbessert" (in diesen Fällen wäre das Hobby nur Mittel zum Zweck um ein bestimmtes Ziel zu erreichen, das Interesse wäre dann hier nicht beim Hobby, sondern bei den Resultaten) schreiben?
NeC hat geschrieben:
Dienstag 16. Juli 2019, 13:16
Blockt man ein Gespächsangebot darüber dagegen mit "weil es mir Spaß macht!" oder einer sachlichen Bemerkung über Gesundheit etc. ab, deuten viele Menschen das als Abgrenzung bzw. Distanzierung. Der Verdacht liegt dann nahe, dass Du eben nicht über Deine Gefühle reden möchtest, weil Du kein Vertrauen in Dein Gegenüber hast oder es schlicht nicht magst. Die können nicht wissen, dass speziell Du das nicht kannst, weil Dir die emotionalen Zusammenhänge selber nicht klar sind.

Ich könnte mir gut vorstellen, dass Du öfter in solchen Situationen tragischerweise als distanziert wahrgenommen wirst, und Du deshalb bei vielen Frauen nicht so gut ankommst. Die von Dir oft erwähnten ungünstigen körperlichen Merkmale kommen dann leider auch noch dazu. :sadman:
Ich weiß schlichtweg nicht, was ich da mehr sagen soll. Ich habe hier keine Gefühle oder Emotionen, so wie ein Tauber nicht hört und deswegen nichts zur Musik im Radio sagen kann.
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Re: Probleme bei der Selbsteinschätzung

Beitrag von Le Chiffre Zéro » Dienstag 16. Juli 2019, 13:45

Gorbatschow hat geschrieben:
Freitag 28. Juni 2019, 15:31
Hat jemand schon ähnliche Erfahrungen gemacht? Wie seid ihr damit umgegangen?
Oft genug.

Von meinem Super-OdB habe ich möglicherweise (← die Optimistin dürfte dieses Wort stark anzweifeln) das eine oder andere Signal bekommen. Angemessen darauf reagiert habe ich nicht, denn zum einen war meine eigene Meinung von mir bei weitem nicht die beste, und zum anderen hatte sie meines Erachtens auch aus anderen Gründen allen Grund dazu, mich nicht leiden zu können.

Die Signale meines Vize-Super-OdB waren etwas weniger subtil, aber trotzdem tat ich nichts, weil ich mir nicht vorstellen konnte, daß sie mich auch nur mögen könnte.

Und dann war da vor etwa 13 Jahren diese Geschichte.
TheRealDeal hat geschrieben:
Mittwoch 10. Juli 2019, 10:10
Ob der Nerd langweilig ist, oder nicht, das entscheidet er selbst. Im Wesentlichen dadurch, was er von sich selbst hält...
Das hängt auch vom Umfeld ab. Derselbe Nerd mit demselben Verhalten wird z. B. auf einer SciFi-Convention oder einer Hackerveranstaltung unter seinesgleichen ganz anders wahrgenommen als auf einer Hochzeitsfeier oder einer After-Work-Party unter Nichtnerds.
Captain Unsichtbar hat geschrieben:
Montag 15. Juli 2019, 22:42
Naja ehrlich gesagt, weshalb man sich dann ausgerechnet eine Person aussuchen muss, welche die Interessen aktiv ablehnt (aka "scheisse" findet), verstehe ich eh nicht ganz.
Du bist beispielsweise auf einer Party mit 30 anderen Leuten, und alle 30 lehnen deine Interessen aktiv ab. Je nach Interessen ist das nicht einmal unwahrscheinlich. Lösungsvorschlag?
← Das da sind keine Klaviertasten. Es sind Synthesizertasten. Doch, da gibt es Unterschiede.

Ich kann es euch erklären. Ich kann es aber nicht für euch verstehen. Das müßt ihr schon selbst tun.

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Re: Probleme bei der Selbsteinschätzung

Beitrag von NeC » Dienstag 16. Juli 2019, 13:49

LonesomeCoder hat geschrieben:
Dienstag 16. Juli 2019, 13:33
Ich weiß schlichtweg nicht, was ich da mehr sagen soll.
Das versteh' ich schon. Blöde Situation. :sadman:
LonesomeCoder hat geschrieben:
Dienstag 16. Juli 2019, 13:33
Ich habe hier keine Gefühle oder Emotionen, so wie ein Tauber nicht hört und deswegen nichts zur Musik im Radio sagen kann.
Das glaube ich wiederum so nicht. Du hast die Gefühle, denn sonst hättest Du nicht bestimmte Dinge, die Spaß machen, während Dich andere kalt lassen. Ich glaube, dass Du "nur" keinen bewussten Zugang zu den Gefühlen und Emotionen hast.

Vielleicht kannst Du Kief ausquetschen. Er schreibt ja von sich, auch autistische Züge zu haben, scheint aber trotzdem irgendwie Zugang zu seinen Gefühlen gefunden zu haben.

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Re: Probleme bei der Selbsteinschätzung

Beitrag von inVinoVeritas » Dienstag 16. Juli 2019, 13:52

LonesomeCoder hat geschrieben:
Dienstag 16. Juli 2019, 13:33

Könntest du oder jemand anderes ohne Autismus begründen, warum ihr eurer Hobby habt und zwar in einer Form, die auch bei jemanden ohne Interesse dafür Begeisterung weckt und dabei mehr als "weil es mir Spaß macht" oder was rationales wie "weil es gesund ist", "weil man damit unter Leute kommt", "weil es die motorischen Fähigkeit verbessert" (in diesen Fällen wäre das Hobby nur Mittel zum Zweck um ein bestimmtes Ziel zu erreichen, das Interesse wäre dann hier nicht beim Hobby, sondern bei den Resultaten) schreiben?
Ich denke schon dass man das gut kann, zwei Beispiele bei mir:

Interessensgebiet Science-Fiction (Literatur) & Astronomie: Es ist unfassbar faszinierend darüber nachzudenken, welche Auswirkungen es auf unsere Gesellschaft (System, Wertvorstellungen, Religion, etc.) hätte, wenn wir tatsächlich mal in Kontakt zu einer uns überlegenen außerirdischen Zivilisation geraten würden. Es tun sich dabei so viele philosophische Fragen in diesem Umfeld auf: wissen "die" vielleicht woher wir kommen, was unser Ursprung (und der des Universums) ist? Was würde es mit uns machen wenn wir erfahren würden, dass wir garnicht unseren Ursprung auf diesem Planeten haben, sondern nur das Ergebnis gezielter Evolutionsbeeinflussung von außen wären? Haben sie bereits die großen existenziellen Rätsel lösen können? Welch wundervolle Dinge warten da draußen noch darauf, von uns entdeckt und erforscht zu werden? Welche Technologien - die für uns wie Magie wirken müssen - sind überhaupt möglich? Wer hat sich noch nicht beim Blick in den Sternenhimmel gefragt, welche Welten sich da so weit weg von uns wohl befinden?

Hobby Videospiele: in Multiplayerspielen ist der Wettkampf total spannend, sich mit anderen zusammentun, an Taktiken feilen, zu bemerken wie man immer besser wird, die Aufregung wenn das Spiel kurz vor der Niederlage steht und man doch noch das Ruder im letzten Moment rumreißt.
Außerdem gibt es spannende Rollenspiele, wo eine wundervolle Geschichte erzählt wird, die man mit eigenen Entscheidungen im Verlauf stark beeinflussen kann. Das ist so als wäre man live bei einem Film oder einem Roman der Hauptdarsteller. Es macht richtig viel Spaß anspruchsvolle Rätsel zu lösen, die Verteidigung eines Gegners auf Schwachstellen abzuklopfen und ihn dann taktisch zu besiegen. Man erlebt Geschichten aktiv und nicht nur passiv wie bei TV und Buch.

Ich habe bisher bei Dates - wenn es zu solchen Themen wie "Hobbys" kam - immer nur positive Erfahrungen mit den Reaktionen der Frauen gemacht, wenn ich begeistert erzählt habe was ich daran so faszinierend finde. In einem anderen Thread hatte ich ja schon mal berichtet, dass es sogar schon mal darin gegipfelt ist, dass ich einer Frau die Relativitätstheorie erklärt habe und sie davon - obwohl noch nie Berührungspunkte mit der Thematik - total angetan war.
Es kommt immer auf das "wie" an, dann kann man auch eher Frauen-untypische Interessen/Hobbys so rüberbringen, dass die Frau sich denkt "wow der ist richtig mit Leidenschaft dabei, das könnte ich auch interessant finden obwohl ich mich noch nie damit beschäftigt habe".

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Re: Probleme bei der Selbsteinschätzung

Beitrag von Kief » Dienstag 16. Juli 2019, 13:53

LonesomeCoder hat geschrieben:
Dienstag 16. Juli 2019, 13:33
NeC hat geschrieben:
Dienstag 16. Juli 2019, 13:16
Blockt man ein Gespächsangebot darüber dagegen mit "weil es mir Spaß macht!" oder einer sachlichen Bemerkung über Gesundheit etc. ab, deuten viele Menschen das als Abgrenzung bzw. Distanzierung. [ ... ]
Ich könnte mir gut vorstellen, dass Du öfter in solchen Situationen tragischerweise als distanziert wahrgenommen wirst, und Du deshalb bei vielen Frauen nicht so gut ankommst. Die von Dir oft erwähnten ungünstigen körperlichen Merkmale kommen dann leider auch noch dazu. :sadman:
Ich weiß schlichtweg nicht, was ich da mehr sagen soll. Ich habe hier keine Gefühle oder Emotionen, so wie ein Tauber nicht hört und deswegen nichts zur Musik im Radio sagen kann.
Um bei NeCs Beispiel zu bleiben:
es geht nicht darum, was Du da (mehr) sagen koenntest.
Sondern wie Du diese fuenf Worte "weil es mir Spaß macht!" sagst.
Ob Du damit schroffe Abgrenzung ausdrueckst, was der Ton impliziert an Beziehung zwischen Dir und der anderen Person, ob Du das Gespraech abkuerzen willst, oder ob das der Auftakt ist fuer einen zweistuendigen Austausch mit dem anderen.

Due fuenf Worte sind es, die Du auch mit nur einem einzigen Wort "Spass!" ausdruecken kannst - relevant ist der Subtext.
Ist der Subtext "Verpiss Dich!" oder "StellmireineQuizfrage,ichweissalles! HastDudiesunddasschonmalgesehen,schaumalhier?" - welche Art von Beziehung drueckt der Subtext aus, was moechtest Du?

Und da glaube ich, drueckst Du etwas aus, wo die Fremdwahrnehmung brutal anders ist, als Dir bewusst ist mit Deiner Eigenwahrnehmung.
Etwas, wo der Feld-, Wald- und Wiesen-PUA mit Schema F einfach ueberfordert ist.


K
Deeskalation, ohne danach die Probleme anpacken zu wollen,
das ist wie Ablenkung, oder Hinhalte-Taktik/Aussitzen wollen:
als Gespraechsverweigerung die getarnteste Form von Eskalation.

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Re: Probleme bei der Selbsteinschätzung

Beitrag von Captain Unsichtbar » Dienstag 16. Juli 2019, 14:54

Le Chiffre Zéro hat geschrieben:
Dienstag 16. Juli 2019, 13:45
Captain Unsichtbar hat geschrieben:
Montag 15. Juli 2019, 22:42
Naja ehrlich gesagt, weshalb man sich dann ausgerechnet eine Person aussuchen muss, welche die Interessen aktiv ablehnt (aka "scheisse" findet), verstehe ich eh nicht ganz.
Du bist beispielsweise auf einer Party mit 30 anderen Leuten, und alle 30 lehnen deine Interessen aktiv ab. Je nach Interessen ist das nicht einmal unwahrscheinlich. Lösungsvorschlag?
Wieso sollte ich auf so eine Party gehen? :gruebel:
Solche Situationen sind mir fremd, ich gehe grundsätzlich nicht auf irgendwelche Parties, einfach weil ich dort nichts verloren habe. Die einzigen Parties die ich kenne bzw. auf die ich noch gehe, sind Geburtstagsparties und da kenne ich die Leute.
Ich kenne meine Grenzen, und irgendwelche fremden Menschen auf Parties kennen lernen gehört definitiv nicht zu meinen Stärken. Das ist definitiv nicht meine Bühne, nicht meine Welt.
"I never asked for this."

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Re: Probleme bei der Selbsteinschätzung

Beitrag von alex321 » Dienstag 16. Juli 2019, 18:14

yes_or_no hat geschrieben:
Dienstag 16. Juli 2019, 10:43
Hoppala hat geschrieben:
Montag 15. Juli 2019, 23:37
yes_or_no hat geschrieben:
Montag 15. Juli 2019, 22:05
Ich würd mir nicht die Blöße geben, emotional zu belegen, weswegen mir ein Nerdhobby so viel Spaß macht, das von meinem Gegenüber eher scheiße gefunden wird. Das kann auch schiefgehen und man kann sich damit extrem angreifbar machen.
Ich würd mich eher abgrenzen und sagen, dass ichs als Ausgleich halt brauch und mir das nun mal wichtig ist - und sonst nicht mit der Person drüber reden, wenn ich weiß, dass die Person daran gar kein Interesse hat.
Alles kann schiefgehen. Inwiefern man das als "Blöße" empfindet, dürfte eher damit zusammenhängen, ob man das was man tut, auch wirklich selbst gut und richtig findet.
Ich weiß es nicht. Es gibt Menschen, die eine massive Intoleranz ausstrahlen oder Dinge, die man ihnen erzählt, in großer Runde weiter erzählen und einen damit bloßstellen. Das finde ich nicht so lustig. Prinzipiell steh ich schon zu meinen Hobbys und vor einzelnen Personen kann ich auch drüber reden, aber naja.... sobald es um Gruppen geht und da solche Witze-Dynamiken reinkommen und man selbst dann plötzlich öfter hinhalten darf wie die anderen, dann könnt ich mich auch ärgern, weshalb ich das über mich preisgegeben habe.
Das was mich an sowas ärgert ist nicht, dass die anderen mein Hobby nicht "toll" finden, sondern wie wenig sie es tatsächlich verstehen und wie taub sie auch für sowas sind. Sobald man ein Hobby hat, bei dem man quasi ausschließlich allein in der Wohnung hockt, wird halt gleich davon ausgegangen, dass das doch sehr traurig und einsam sein muss. Und dann kommen da solche Klischees und ich frag mich halt, wie man "extrovertierten" Menschen ohne sie anzugreifen erklären kann, wie verdammt schön es ist, einfach seine Ruhe zu haben und in eine andere Welt zu versinken. Es geht nicht. Und man wird immer den kürzeren ziehen, weil der andere eben das "ohh wie traurig und einsam"-Argument hat, mit dem er einen nach Belieben immer wieder bloßstellen kann.
Dann kommt, egal was man sagt und wie spannend man es hinstellt, irgendwie doch immer "na für mich wär das nichts, ich geh lieber raus und mach was mit freunden". Und was soll man darauf schon sagen? Man kommt sich einfach total dumm vor, die anderen hören nicht zu sondern stellen sich komplett dumpf über einen mit diesen total trotteligen Argumenten, dass ihnen das zu einsam wär.
Du sprichst mir aus der Seele. Ich bin schon fast 20 Jahre Gamer und ich habe mir in der Zeit viel anhören müssen, z.B. Sätze wie "Hast du nichts besseres zu tun?" oder "Wie kann man in deinem Alter immer noch so kindisch sein?" oder einfach "Du bist so ein scheiß Nerd!". Ich glaube sogar Alkoholiker haben ein bessers Ansehen als Gamer weil sie beim saufen meistens unter Leuten sind. Deshalb halte ich es in der Regel auch geheim dass ich Gamer bin. Nicht gerade toll wenn man sein liebstes Hobby geheim halten muss ... ABER in Puncto Akzeptanz von Gaming wird es immer besser. In den letzten 10 Jahren hat sich viel getan. Auch wenn ich Mainstream Blockbuster wie World of Warcraft und Fortnite persönlich nicht mag, muss ich ihnen doch dankbar dafür sein dass sie Gaming populär gemacht haben. Heute glaubt kaum einer mehr wie noch von 10 - 15 Jahren dass Gamer den ganzen Tag alleine im stillen Kämmerlein sitzen um dem nächsten Pacman Highscore nachzujagen. Für junge Menschen ist Gaming eine ganz normale Freizeitbeschäftigung.

Auch andere Nerd Hobbies und Interessen wie Sci Fi und Superhelden scheinen heutzutage viel mehr Akzeptanz zu haben. Wenn ich da an meine Kindheit zurückdenke ... Außenseiter wie Gamer und Superhelden Fans wurden von den Bullies gezielt rausgefasst und verprügelt. Heute hingegen laufen die Leute bei den MCU (Marvel) Filmen in Scharen in die Kinos und Superhelden sind so Mainstream geworden dass sie mit ihrer Omnipräzenz schon wieder nerven.

Je mehr ich über die Thematik nachdenke ... eigentlich kein Wunder, dass ich so menschenscheu und schweigsam geworden bin. Wenn man schon als Kind von dem meisten Menschen Ablehnung erfährt, entwickelt man nie Verlangen viele Sozialkontakte zu knüpfen. Ein gebranntes Kind ... aber das ist ein anderes Thema.

yes_or_no

Re: Probleme bei der Selbsteinschätzung

Beitrag von yes_or_no » Dienstag 16. Juli 2019, 18:56

Der Witz an der Sache ist, dass ich nicht mal mehr Gamerin bin. Sondern halt ab und an in die SBahn meinen GBA mitgenommen hab in letzter Zeit oder wenn ich mit Flugzeug in Urlaub fliege, den DS mitnehm. Hin und wieder Wii spiele oder GBA oder NES Mini Classics.
Generell eher Casual- Arcade- und Strategiespiele, nichts über nerdiges oder schlimmes.
Aber sobald das Wort Nintendo fällt, schmunzeln andere Menschen dumm drauf los. Es ist halt so.
Irgendwann hatte ich mit einer Freundin auch das Thema, "woher weißt du dann wie viel du wiegst, wenn du gar keine Waage hast" und ich hab gesagt, das kann man bei Wii Fit auch messen und sie hat danach schon sehr seltsam geguckt, ich hab dann schnell das Thema gewechselt :P

Ich persönlich will mich über Games mit anderen Leuten eigentlich nicht unbedingt unterhalten. Klar, wenn es gleich das Lieblingshobby ist, ist es vielleicht etwas dümmer für einen, aber ich persönlich spiel wenn dann (wie gesagt selten ._.) sowieso nur alleine und rede mit Leuten dann eher über allgemeinere Dinge oder wenn ich sie besser kenn auch über persönliche Dinge. Aber Games oder andere Nischen-Hobbys gibt irgendwie auch nicht soo viel Thema her, esseidenn der andere kennt das Spiel und weiß überhaupt, was man da sagt.
Kein Plan.

Also wär dein Gesprächsbedürfnis eher, warum du das Hobby verfolgst oder nach dem Motto: "Was spiel ich gerade?", "Auf welches Spiel freu ich mich gerade, das bald herauskommen wird?" Ich denke ersteres (warum man Gamer ist) interessiert andere Menschen schon, aber diese Details, wo es für unbeteiligte dann nur Namen sind, die sie nicht zuordnen können, kommt glaube ich etwas seltsam oft rüber.

Ich kenn das auch andersrum, zb hab ich von anderen Nicht-Nintendo-Konsolen und PC Games null Ahnung und wenn jemand davon irgendwelche Titel aufreiht, was er da gut findet und was nicht, dann redet er komplett damit an mir vorbei, weil ich nichts davon verstehe.

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Re: Probleme bei der Selbsteinschätzung

Beitrag von Reinhard » Dienstag 16. Juli 2019, 19:06

Einen :umarmung2: für alex321
Mag ja sein, dass jeder seines Glückes Schmied ist.

Aber dabei sollte nicht vergessen werden, dass manche von Haus aus eine komplette Werkstatt mitbekommen, und andere nur einen Hammer und nicht mal einen Amboss.

Wer will findet sucht Wege; wer nicht will findet Gründe erfindet Ausflüchte.

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Re: Probleme bei der Selbsteinschätzung

Beitrag von samoht » Dienstag 16. Juli 2019, 19:07

Ninja Turtle hat geschrieben:
Samstag 29. Juni 2019, 13:32
Gorbatschow hat geschrieben:
Freitag 28. Juni 2019, 15:31
Was mir jedoch große Probleme bereitet, ist es, Interesse richtig zu deuten.

Das ist nämlich die größte Blockade für mich, die mich regelmäßig daran hindert, aktiv zu werden (noch dazu, weil ich nicht als triebgesteuerter Weiberheld dastehen will, der alles anspricht, was nicht bei drei auf dem Baum ist - das fände ich ein schädliches Image, da ich ja mit so vielen Frauen zu tun habe)
Man gilt doch nicht gleich als triebgesteierter Weiberhelt, nur weil man sein Interesse am anderen Geschlecht Ausdruck verleiht.
Und gerade wenn es sich um eine bestimmte Person handelt muss man das schon tun.
Klang jetzt aber so, als ob du dich eher als sexuelles Neutrum präsentierst.
Korrigiere mich, wenn ich mich irre.
Ihr beide habt es auf den Punkt gebracht. Wann redet man sich Interesse der Dame nur ein (nur weil sie freundlich ist und nett lächelt) und wie reagiert man dann angemessen männlich und nicht als Neutrum??? Wenn darauf mal wer eine Antwort hätte.... Ihr Frauen seid so kompliziert :verwirrt:

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Re: Probleme bei der Selbsteinschätzung

Beitrag von alex321 » Dienstag 16. Juli 2019, 19:43

yes_or_no hat geschrieben:
Dienstag 16. Juli 2019, 18:56
Der Witz an der Sache ist, dass ich nicht mal mehr Gamerin bin. Sondern halt ab und an in die SBahn meinen GBA mitgenommen hab in letzter Zeit oder wenn ich mit Flugzeug in Urlaub fliege, den DS mitnehm. Hin und wieder Wii spiele oder GBA oder NES Mini Classics.
Generell eher Casual- Arcade- und Strategiespiele, nichts über nerdiges oder schlimmes.
Aber sobald das Wort Nintendo fällt, schmunzeln andere Menschen dumm drauf los. Es ist halt so.
Irgendwann hatte ich mit einer Freundin auch das Thema, "woher weißt du dann wie viel du wiegst, wenn du gar keine Waage hast" und ich hab gesagt, das kann man bei Wii Fit auch messen und sie hat danach schon sehr seltsam geguckt, ich hab dann schnell das Thema gewechselt :P
Oh sweet summer child.
https://i.redd.it/iqi70kuqhg031.png
Ich bin schon bis zu EVE Online vorgestoßen :brille1:

yes_or_no hat geschrieben:
Dienstag 16. Juli 2019, 18:56
Ich persönlich will mich über Games mit anderen Leuten eigentlich nicht unbedingt unterhalten. Klar, wenn es gleich das Lieblingshobby ist, ist es vielleicht etwas dümmer für einen, aber ich persönlich spiel wenn dann (wie gesagt selten ._.) sowieso nur alleine und rede mit Leuten dann eher über allgemeinere Dinge oder wenn ich sie besser kenn auch über persönliche Dinge. Aber Games oder andere Nischen-Hobbys gibt irgendwie auch nicht soo viel Thema her, esseidenn der andere kennt das Spiel und weiß überhaupt, was man da sagt.
Kein Plan.

Also wär dein Gesprächsbedürfnis eher, warum du das Hobby verfolgst oder nach dem Motto: "Was spiel ich gerade?", "Auf welches Spiel freu ich mich gerade, das bald herauskommen wird?" Ich denke ersteres (warum man Gamer ist) interessiert andere Menschen schon, aber diese Details, wo es für unbeteiligte dann nur Namen sind, die sie nicht zuordnen können, kommt glaube ich etwas seltsam oft rüber.

Ich kenn das auch andersrum, zb hab ich von anderen Nicht-Nintendo-Konsolen und PC Games null Ahnung und wenn jemand davon irgendwelche Titel aufreiht, was er da gut findet und was nicht, dann redet er komplett damit an mir vorbei, weil ich nichts davon verstehe.
Ich will mich mit Normalos auch nicht wirklich mehr über Games unterhalten. Übt man ein Hobby viele Jahre aus und fuchst sich so richtig rein, werden die Gesprächsthemen einfach zu speziell und nischenhaft. Keiner, außer den Mitspielern online, kennt sich aus wenn ich mich über die absurden erlaubten client interp settings im TF2 Match Making aufrege die den Trickstab Spies die berüchtigen Chain Facestabs ermöglichen.

yes_or_no

Re: Probleme bei der Selbsteinschätzung

Beitrag von yes_or_no » Dienstag 16. Juli 2019, 20:00

in der tat hab ich vom letzten satz so gut wie gar nichts verstanden :)

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Re: Probleme bei der Selbsteinschätzung

Beitrag von LonesomeCoder » Dienstag 16. Juli 2019, 22:16

inVinoVeritas hat geschrieben:
Dienstag 16. Juli 2019, 13:52
Interessensgebiet Science-Fiction (Literatur) & Astronomie: Es ist unfassbar faszinierend darüber nachzudenken, welche Auswirkungen es auf unsere Gesellschaft (System, Wertvorstellungen, Religion, etc.) hätte, wenn wir tatsächlich mal in Kontakt zu einer uns überlegenen außerirdischen Zivilisation geraten würden. Es tun sich dabei so viele philosophische Fragen in diesem Umfeld auf: wissen "die" vielleicht woher wir kommen, was unser Ursprung (und der des Universums) ist? Was würde es mit uns machen wenn wir erfahren würden, dass wir garnicht unseren Ursprung auf diesem Planeten haben, sondern nur das Ergebnis gezielter Evolutionsbeeinflussung von außen wären? Haben sie bereits die großen existenziellen Rätsel lösen können? Welch wundervolle Dinge warten da draußen noch darauf, von uns entdeckt und erforscht zu werden? Welche Technologien - die für uns wie Magie wirken müssen - sind überhaupt möglich? Wer hat sich noch nicht beim Blick in den Sternenhimmel gefragt, welche Welten sich da so weit weg von uns wohl befinden?

Hobby Videospiele: in Multiplayerspielen ist der Wettkampf total spannend, sich mit anderen zusammentun, an Taktiken feilen, zu bemerken wie man immer besser wird, die Aufregung wenn das Spiel kurz vor der Niederlage steht und man doch noch das Ruder im letzten Moment rumreißt.
Außerdem gibt es spannende Rollenspiele, wo eine wundervolle Geschichte erzählt wird, die man mit eigenen Entscheidungen im Verlauf stark beeinflussen kann. Das ist so als wäre man live bei einem Film oder einem Roman der Hauptdarsteller. Es macht richtig viel Spaß anspruchsvolle Rätsel zu lösen, die Verteidigung eines Gegners auf Schwachstellen abzuklopfen und ihn dann taktisch zu besiegen. Man erlebt Geschichten aktiv und nicht nur passiv wie bei TV und Buch.

Ich habe bisher bei Dates - wenn es zu solchen Themen wie "Hobbys" kam - immer nur positive Erfahrungen mit den Reaktionen der Frauen gemacht, wenn ich begeistert erzählt habe was ich daran so faszinierend finde. In einem anderen Thread hatte ich ja schon mal berichtet, dass es sogar schon mal darin gegipfelt ist, dass ich einer Frau die Relativitätstheorie erklärt habe und sie davon - obwohl noch nie Berührungspunkte mit der Thematik - total angetan war.
Es kommt immer auf das "wie" an, dann kann man auch eher Frauen-untypische Interessen/Hobbys so rüberbringen, dass die Frau sich denkt "wow der ist richtig mit Leidenschaft dabei, das könnte ich auch interessant finden obwohl ich mich noch nie damit beschäftigt habe".
Das erste würde ich aber als sachlich-informativ einstufen. Das zweite schon als emotional und ich kann mir auch vorstellen, dass das bei Frauen, die zumindest eine neutrale Einstellung gegenüber dem Thema haben gut ankommt. Ich selbst könnte es aber nicht anwenden, da mir Wettbewerb und Leistungsdruck zuwider ist und ich nur SP aufm einfachsten Schwierigkeitsgrad spiele. Frust, Druck, Stress und "Grinden" habe ich in Real genug, das brauche ich nicht auch noch freiwillig in der Freizeit.
Kief hat geschrieben:
Dienstag 16. Juli 2019, 13:53
es geht nicht darum, was Du da (mehr) sagen koenntest.
Sondern wie Du diese fuenf Worte "weil es mir Spaß macht!" sagst.
Ob Du damit schroffe Abgrenzung ausdrueckst, was der Ton impliziert an Beziehung zwischen Dir und der anderen Person, ob Du das Gespraech abkuerzen willst, oder ob das der Auftakt ist fuer einen zweistuendigen Austausch mit dem anderen.

Due fuenf Worte sind es, die Du auch mit nur einem einzigen Wort "Spass!" ausdruecken kannst - relevant ist der Subtext.
Ist der Subtext "Verpiss Dich!" oder "StellmireineQuizfrage,ichweissalles! HastDudiesunddasschonmalgesehen,schaumalhier?" - welche Art von Beziehung drueckt der Subtext aus, was moechtest Du?

Und da glaube ich, drueckst Du etwas aus, wo die Fremdwahrnehmung brutal anders ist, als Dir bewusst ist mit Deiner Eigenwahrnehmung.
Etwas, wo der Feld-, Wald- und Wiesen-PUA mit Schema F einfach ueberfordert ist.
Meine Stimme ist "hardwarebedingt" hoch, piepsig, monoton, leise und schwach. Das und meine nicht wirklich vorhandene Mimik ist sicher kein Vorteil.
Aber Begeisterung kann bei Personen mit einer negativen Einstellung zum Thema auch den gegenteiligen Effekt haben. Würde mir eine Frau erzählen, dass sie Sport macht, würde sie sich mit steigender Begeisterung dafür disqualifizieren. Ein genervtes "eigentlich habe ich keinen Bock auf den stumpfen Mist, aber mein Arzt sagt, ich muss" wäre da mir gegenüber die beste Antwort. Einer Frau gegenüber, die etwa Videospiele als was für Kinder ansieht oder die Spieler für sozialinkompetente Langweiler dürfte es besser sein, möglichst wenig Begeisterung dafür zu zeigen. Da hat sie dann vllt. mehr Hoffnung, dass der Mann doch "normal" ist oder es wahrscheinlicher ist, dass er für Zeit für sie weniger spielt oder ganz damit aufhört (wie es in meinem Umfeld bei vielen mit Beginn vom gemeinsam Wohnen und spätestens dem ersten Kind war). Redet ein Mann dagegen sehr begeistern vom Spielen, wird sie keine Hoffnung auf aus ihrer Sicht "Besserung" haben.
Captain Unsichtbar hat geschrieben:
Dienstag 16. Juli 2019, 14:54
Wieso sollte ich auf so eine Party gehen? :gruebel:
Solche Situationen sind mir fremd, ich gehe grundsätzlich nicht auf irgendwelche Parties, einfach weil ich dort nichts verloren habe. Die einzigen Parties die ich kenne bzw. auf die ich noch gehe, sind Geburtstagsparties und da kenne ich die Leute.
Ich kenne meine Grenzen, und irgendwelche fremden Menschen auf Parties kennen lernen gehört definitiv nicht zu meinen Stärken. Das ist definitiv nicht meine Bühne, nicht meine Welt.
Wenn das bestehende Umfeld keine potentiellen Partner (mehr) hergibt, dann ist notwendig, neue Leute kennenzulernen. Dafür muss man sich in Situationen begeben, wo man auf unbekannte Leute trifft und beim Kennenlernversuch riskieren, dass man abgelehnt wird und/oder niemand passendes von sich aus findet. Bei einer Sucher unter Seinesgleichen mag man zwar seltener auf Ablehnung stoßen, aber die Frage ist, wie viele potentielle Partner sind dabei? Da es etwa im IT- und Gaming-Nerdtum einen massiven Männerüberschuss gibt, findet bei weitem nicht jeder Mann dort eine Frau aus dem eigenen Bereich. Ein Großteil hat also keine andere Option zur Suche woanders.
Ich verstehe dich schon, ich mag auch keine Partys o.ä. mit vielen (besoffenen) Menschen auf einen Haufen und/oder viel Lärm und Online-Dating klappt für mich auch nicht. Aber daheim alleine auf der Couch beim Doku schauen oder beim Treffen nur mit bereits bekannten Männern zum Reden über Spiele und Hardware bei einem daheim lerne ich sicher keine Frauen kennen. Ich muss also wohin, wo Frauen in meinem Alter sind. Ich wünschte, das wäre bei Tätigkeiten und Orten, an denen ich mich wohlfühle, nur dort sind aber keine. Ich bin dort alleine oder nur unter Männern (oder Rentnerpaaren bei den Thermenbesuchen). Mir bleibt nichts anderes übrig, als meine Komfortzone zu verlassen. Ich weiß, ist weder schön noch leicht.
alex321 hat geschrieben:
Dienstag 16. Juli 2019, 18:14
Du sprichst mir aus der Seele. Ich bin schon fast 20 Jahre Gamer und ich habe mir in der Zeit viel anhören müssen, z.B. Sätze wie "Hast du nichts besseres zu tun?" oder "Wie kann man in deinem Alter immer noch so kindisch sein?" oder einfach "Du bist so ein scheiß Nerd!". Ich glaube sogar Alkoholiker haben ein bessers Ansehen als Gamer weil sie beim saufen meistens unter Leuten sind. Deshalb halte ich es in der Regel auch geheim dass ich Gamer bin. Nicht gerade toll wenn man sein liebstes Hobby geheim halten muss ... ABER in Puncto Akzeptanz von Gaming wird es immer besser. In den letzten 10 Jahren hat sich viel getan. Auch wenn ich Mainstream Blockbuster wie World of Warcraft und Fortnite persönlich nicht mag, muss ich ihnen doch dankbar dafür sein dass sie Gaming populär gemacht haben. Heute glaubt kaum einer mehr wie noch von 10 - 15 Jahren dass Gamer den ganzen Tag alleine im stillen Kämmerlein sitzen um dem nächsten Pacman Highscore nachzujagen. Für junge Menschen ist Gaming eine ganz normale Freizeitbeschäftigung.

Auch andere Nerd Hobbies und Interessen wie Sci Fi und Superhelden scheinen heutzutage viel mehr Akzeptanz zu haben. Wenn ich da an meine Kindheit zurückdenke ... Außenseiter wie Gamer und Superhelden Fans wurden von den Bullies gezielt rausgefasst und verprügelt. Heute hingegen laufen die Leute bei den MCU (Marvel) Filmen in Scharen in die Kinos und Superhelden sind so Mainstream geworden dass sie mit ihrer Omnipräzenz schon wieder nerven.
Kenne ich auch. Wurde auch mal gefragt, ob ich für einen Amoklauf trainiere, da ich doch auch so "Killerspiele" wie GTA habe.
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Re: Probleme bei der Selbsteinschätzung

Beitrag von Kief » Dienstag 16. Juli 2019, 22:43

LonesomeCoder hat geschrieben:
Dienstag 16. Juli 2019, 22:16
Kief hat geschrieben:
Dienstag 16. Juli 2019, 13:53
es geht nicht darum, was Du da (mehr) sagen koenntest.
Sondern wie Du diese fuenf Worte "weil es mir Spaß macht!" sagst. [ ... ]
Due fuenf Worte sind es, die Du auch mit nur einem einzigen Wort "Spass!" ausdruecken kannst - relevant ist der Subtext. [ ... ]
Und da glaube ich, drueckst Du etwas aus, wo die Fremdwahrnehmung brutal anders ist, als Dir bewusst ist mit Deiner Eigenwahrnehmung.
Meine Stimme ist "hardwarebedingt" hoch, piepsig, monoton, leise und schwach. Das und meine nicht wirklich vorhandene Mimik ist sicher kein Vorteil.
Aber Begeisterung kann bei Personen mit einer negativen Einstellung zum Thema auch den gegenteiligen Effekt haben.
Die emotionale Situation des Gegenuebers zu registrieren, und darauf einzugehen, das ist nochmal eine andere Disziplin als Fremdwahrnehmung/Eigenwahrnehmung.

Beides ist wichtig, aber wenn Du argumentierst, dann spring bitte nicht zwischen verschiedenen Details hin- und her.
Ausserdem waere es hilfreich, wenn Du die Hinweise nicht so lapidar beiseite schiebst, als ob da kein Handlungsspielraum waere.
Dort sind Optionen, die Du anpacken kannst.


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das ist wie Ablenkung, oder Hinhalte-Taktik/Aussitzen wollen:
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Re: Probleme bei der Selbsteinschätzung

Beitrag von LonesomeCoder » Mittwoch 17. Juli 2019, 11:46

Kief hat geschrieben:
Dienstag 16. Juli 2019, 22:43
Die emotionale Situation des Gegenuebers zu registrieren, und darauf einzugehen, das ist nochmal eine andere Disziplin als Fremdwahrnehmung/Eigenwahrnehmung.

Beides ist wichtig, aber wenn Du argumentierst, dann spring bitte nicht zwischen verschiedenen Details hin- und her.
Ausserdem waere es hilfreich, wenn Du die Hinweise nicht so lapidar beiseite schiebst, als ob da kein Handlungsspielraum waere.
Dort sind Optionen, die Du anpacken kannst.
Weil ich leider für mich den Handlungsspielraum nicht erkenne.
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Re: Probleme bei der Selbsteinschätzung

Beitrag von Kief » Mittwoch 17. Juli 2019, 18:03

LonesomeCoder hat geschrieben:
Mittwoch 17. Juli 2019, 11:46
Kief hat geschrieben:
Dienstag 16. Juli 2019, 22:43
Die emotionale Situation des Gegenuebers zu registrieren, und darauf einzugehen, das ist nochmal eine andere Disziplin als Fremdwahrnehmung/Eigenwahrnehmung.
[ spring bitte nicht ], als ob da kein Handlungsspielraum waere.
Dort sind Optionen, die Du anpacken kannst.
Weil ich leider für mich den Handlungsspielraum nicht erkenne.
Den wirst Du auch alleine schwerlich erkennen koennen.
Solange Du die Unterschiede nicht unterscheiden kannst.
Deshalb ist das hilfreichste Kriterium nicht die Hinweise, was andere beobachtet haben, sondern wenn Du selbst lernst, etwas zu beobachten und unterscheiden.

Es ist nicht hilfreich, wirksame Saetze genannt zu bekommen.
Es ist viel hilfreicher, wenn man erkennen und verstehen kann.
Dies als Lernziel ist recht abstrakt - es ist leichter, wenn Du das in Kombination anpackst mit emotionale Gespraechsentwicklung und/oder Fremd-/Eigenwahrnehmung.
Kann man auch alles zusammen anpacken, aber ich bespreche das mal, als ob es getrennt ist.
So sehe ich zwei Moeglichkeiten an Handlungsspielraum.



Auf die emotionale Situation anderer adaequat reagieren zu koennen, ich glaube da brauchst Du erstmal nen aha-Effekt ueber Fremd-Eigenwahrnehmung.
Koenntest auch direkt einfach ein Redetraining probieren, wie man ein Auditorium besser fesseln kann - aber ich glaube, da brauchst Du mehr den Basics-Level, fuer den Du die Praxisuebungen eher in Autistenkursen findest.
Dennoch koenntest Du in dieser Richtung schauen, ob es da Moeglichkeiten gibt fuer grundlegende Uebungen.
Vortragstraining.

Die auf Dich masssgeschneiderten Angebote duerften nicht so verbreitet und leicht findbar sein, daher nicht so trivial umsetzbar,
und die Erfolge sind auch nicht so schnell erkennbar,
aber das ist eine konkrete Handlungsmoeglichkeit.



Der andere Blick ist die Eigen-/Fremdwahrnehmung.
Dafuer duerfte es wenig bis keine vorgefertigten Angebote geben, Du muesstest also Konzept, Material und Helfer selbst zusammenstellen und zusammentrommeln.
Beispielsweise irgendwohingehen, wo Du von Dir selbst eine Aufzeichnung erhaeltst, und Deine Interaktion mit Fremden oder in Gespraechen hinterher mit anderen auswerten kannst.

Das bietet wesentlich schnellere Erkenntnisse, und zeigt damit auch leichter auf, auf welchen Gruenden Ablehnungen basieren, und was Du anders probieren kannst.
Mit dem aha-Effekt duerfte das der motivierendere Weg sein.
Leichter umsetzbar, schnellere Erfolge an Erkenntnissen,
aber braucht mehr Eigenorganisation.



Schwierig ist halt, jemand Kompetentes zu finden, wenn Du nur in der Pampa suchst.
Bzw. jemand solches zu erkennen ...
aber zu ueberlegen, wie Du entsprechende Aufzeichnungen von Dir gestalten und organisieren koenntest, dazu brauchst Du keine leibhaftige Unterstuetzung.


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Re: Probleme bei der Selbsteinschätzung

Beitrag von LonesomeCoder » Mittwoch 17. Juli 2019, 19:27

Das stimmt, Angebote für solche Themen habe ich auch bei großen Suchradius noch nie gefunden... scheint es wirklich nur in Millionenstädten geben und die sind zu weit weg.
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Re: Probleme bei der Selbsteinschätzung

Beitrag von alex321 » Mittwoch 17. Juli 2019, 23:40

inVinoVeritas hat geschrieben:
Dienstag 16. Juli 2019, 13:52
LonesomeCoder hat geschrieben:
Dienstag 16. Juli 2019, 13:33
Könntest du oder jemand anderes ohne Autismus begründen, warum ihr eurer Hobby habt und zwar in einer Form, die auch bei jemanden ohne Interesse dafür Begeisterung weckt und dabei mehr als "weil es mir Spaß macht" oder was rationales wie "weil es gesund ist", "weil man damit unter Leute kommt", "weil es die motorischen Fähigkeit verbessert" (in diesen Fällen wäre das Hobby nur Mittel zum Zweck um ein bestimmtes Ziel zu erreichen, das Interesse wäre dann hier nicht beim Hobby, sondern bei den Resultaten) schreiben?
Ich denke schon dass man das gut kann, zwei Beispiele bei mir:

Interessensgebiet Science-Fiction (Literatur) & Astronomie: Es ist unfassbar faszinierend darüber nachzudenken, welche Auswirkungen es auf unsere Gesellschaft (System, Wertvorstellungen, Religion, etc.) hätte, wenn wir tatsächlich mal in Kontakt zu einer uns überlegenen außerirdischen Zivilisation geraten würden. Es tun sich dabei so viele philosophische Fragen in diesem Umfeld auf: wissen "die" vielleicht woher wir kommen, was unser Ursprung (und der des Universums) ist? Was würde es mit uns machen wenn wir erfahren würden, dass wir garnicht unseren Ursprung auf diesem Planeten haben, sondern nur das Ergebnis gezielter Evolutionsbeeinflussung von außen wären? Haben sie bereits die großen existenziellen Rätsel lösen können? Welch wundervolle Dinge warten da draußen noch darauf, von uns entdeckt und erforscht zu werden? Welche Technologien - die für uns wie Magie wirken müssen - sind überhaupt möglich? Wer hat sich noch nicht beim Blick in den Sternenhimmel gefragt, welche Welten sich da so weit weg von uns wohl befinden?

Hobby Videospiele: in Multiplayerspielen ist der Wettkampf total spannend, sich mit anderen zusammentun, an Taktiken feilen, zu bemerken wie man immer besser wird, die Aufregung wenn das Spiel kurz vor der Niederlage steht und man doch noch das Ruder im letzten Moment rumreißt.
Außerdem gibt es spannende Rollenspiele, wo eine wundervolle Geschichte erzählt wird, die man mit eigenen Entscheidungen im Verlauf stark beeinflussen kann. Das ist so als wäre man live bei einem Film oder einem Roman der Hauptdarsteller. Es macht richtig viel Spaß anspruchsvolle Rätsel zu lösen, die Verteidigung eines Gegners auf Schwachstellen abzuklopfen und ihn dann taktisch zu besiegen. Man erlebt Geschichten aktiv und nicht nur passiv wie bei TV und Buch.

Ich habe bisher bei Dates - wenn es zu solchen Themen wie "Hobbys" kam - immer nur positive Erfahrungen mit den Reaktionen der Frauen gemacht, wenn ich begeistert erzählt habe was ich daran so faszinierend finde. In einem anderen Thread hatte ich ja schon mal berichtet, dass es sogar schon mal darin gegipfelt ist, dass ich einer Frau die Relativitätstheorie erklärt habe und sie davon - obwohl noch nie Berührungspunkte mit der Thematik - total angetan war.
Es kommt immer auf das "wie" an, dann kann man auch eher Frauen-untypische Interessen/Hobbys so rüberbringen, dass die Frau sich denkt "wow der ist richtig mit Leidenschaft dabei, das könnte ich auch interessant finden obwohl ich mich noch nie damit beschäftigt habe".
Das sind recht gute Erklärungen. Vielleicht könnte man damit sogar bei Normalos Interesse wecken.

Ich habe das Erklären meiner Hobbies und Interessen schon in der Schulzeit aufgegeben weil die neben meiner Schüchternheit wohl der Hauptgrund für das Mobbing waren. Die anderen Kinder und Jugendlichen konnten es einfach nicht verstehen, dass sich jemand freiwillig mit so langweiligen Themen wie Astronomie, Science Ficion, Geschichte oder Informatik beschäftigt. Die meinten ich solle mal "normal" werden und mir "normale" Hobbies zulegen. Damit meinten sie wohl das was sie gerne taten: kiffen, Hip Hop hören und singen, Auto Tuning, ausgehen und besaufen, mit Mädchen rummachen, usw.

Aufgrund dieser negativen Erfahrungen habe ich damals schon beschlossen nichts mehr von mir zu erzählen, was an meinem Außenseiterstatus aber auch nichts geändert hat denn dann war ich erst recht ein Sonderling weil ich so wenig geredet habe. "Stille Wasser sind tief" war so ziemlich das einzige Positive was dann über mich gesagt wurde ... So denke ich auch heute noch: Warum soll ich irgendwem meine Hobbies und Interessen erklären? Die werden das eh langweilig finden und mich damit gehässig sekkieren.

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Re: Probleme bei der Selbsteinschätzung

Beitrag von Nonkonformist » Donnerstag 18. Juli 2019, 07:44

Es hat für mich auch was mit dem gegenüber zu tun.
Obwohl ich nicht sehr krass gemobbt würde. war es ausreichend schlimm um menschen nicht auf anhieb zu vertrauen.
Gegenüber unbekannten müß ich zuerst mal warm werden, und dafür brauche ich wesentlich mehr als ein einziger tag.
Über emotionen und privates wird ich da zuerst mal gar nicht reden.
Und sicher in der anfangsperiode ist es Quid pro quo; auch der andere soll sich dabei zeigen.
Kommt von den gegenüber viel konformismus oder ungefragte kritik, beratungen und belehrungen, blocke ich den ab.

Falls im laufe der zeit vertrauen entsteht kann ich ziemlich offen sein und auch über sachen wie mein AB-tum reden.

Beim über hobbys reden wäre es gut im worten fassen zu können was genau daran soviel spaß macht.
Aber auch dann wird nur ein teil der menschen deine begeisterung teilen oder gar verstehen können.
Die eigenen emotionen verstehen können ist dabei sehr hilfreich.
In meine therapiegruppe gehen wie diese emotionen auch auf den spur; was waren die ur-auslößer, haben die jetzige emotionen würzeln in der kindheit? Verhaltensmüster können sehr hartnäckig sein. Wie man jetzt auf sein chef oder ehefrau reagiert kann viel zu tun haben mit das frühere verhältnis mit den eltern. Das ich mich so gerne im traumwelten verliere hat auch damit zu tun das mir der realität bereits seit kindheit häufig belanglos bis sehr unangenehm und grausam vorkommt. Es ist escapismus, und ich brauche diese zum überleben wie essen, trinken und atmen. (Soviel zum Mit beiden beinen im leben stehen...)

Nur trockene fakten kommen nur bei sehr verkopfte menschen gut an.

Es klickt nicht mit jeden person auf erden; die menge der menschen womit ich wirklich etwas anfangen kann ist beschränkt.
Bei alle anderen bleibt es bei smalltalk. Wann es sein müß.
I Yam What I Yam & Dats What I Yam - (Popeye the Sailorman.)

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Re: Probleme bei der Selbsteinschätzung

Beitrag von LonesomeCoder » Donnerstag 18. Juli 2019, 12:24

alex321 hat geschrieben:
Mittwoch 17. Juli 2019, 23:40
Ich habe das Erklären meiner Hobbies und Interessen schon in der Schulzeit aufgegeben weil die neben meiner Schüchternheit wohl der Hauptgrund für das Mobbing waren. Die anderen Kinder und Jugendlichen konnten es einfach nicht verstehen, dass sich jemand freiwillig mit so langweiligen Themen wie Astronomie, Science Ficion, Geschichte oder Informatik beschäftigt. Die meinten ich solle mal "normal" werden und mir "normale" Hobbies zulegen. Damit meinten sie wohl das was sie gerne taten: kiffen, Hip Hop hören und singen, Auto Tuning, ausgehen und besaufen, mit Mädchen rummachen, usw.

Aufgrund dieser negativen Erfahrungen habe ich damals schon beschlossen nichts mehr von mir zu erzählen, was an meinem Außenseiterstatus aber auch nichts geändert hat denn dann war ich erst recht ein Sonderling weil ich so wenig geredet habe. "Stille Wasser sind tief" war so ziemlich das einzige Positive was dann über mich gesagt wurde ... So denke ich auch heute noch: Warum soll ich irgendwem meine Hobbies und Interessen erklären? Die werden das eh langweilig finden und mich damit gehässig sekkieren.
Da habe ich sehr ähnliche Erfahrungen gemacht. Alle Versuche, normal zu werden, sind bei mir gescheitert. Ich versuchte es, weil ich nie bewusst ein Sonderling sein wollte. Die Gründe fürs Scheitern zum normal werden waren: kein Interesse an den Themen, den Leuten oder ich wurde aktiv abgelehnt.
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