Wie erklärt man, dass man nicht in Urlaub geht?

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Gilbert
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Re: Wie erklärt man, dass man nicht in Urlaub geht?

Beitrag von Gilbert » Samstag 6. Juli 2019, 17:37

In solche Allerweltsfragen sollte man sich nicht zu tief hineindenken. Ich gehöre auch nicht zu den Leuten, die wirklich gern längere Zeit verreisen. Mal hier und da eine Städtereise übers verlängerte Wochenende oder ein paar Verwandte/Bekannte besuchen, solange sie noch leben......
Wenn ich früher zu AB-Zeiten gefragt wurde, habe ich meistens ein bißchen herumgedruckst. So nach dem Motto: "Ja.....vielleicht ein paar Tage mit den Kumpels an die Ostsee, die Campingplätze unsicher machen.....mal schauen, ob das klappt!" Nachfragen gabs dazu kaum. Später konnte ich dann immer noch sagen, den Urlaub ganz woanders verbracht zu haben.
Damit das Mögliche entsteht, muss immer wieder das Unmögliche versucht werden.
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Re: Wie erklärt man, dass man nicht in Urlaub geht?

Beitrag von yes_or_no » Samstag 6. Juli 2019, 19:34

"Ich spare gerade auf etwas teures (irgendwas hier einsetzen)"

Bei mir persönlich ist es so, dass ich schon in Urlaub fahr, aber meistens allein und oft sehr spontan. Dann sag ich halt, ich kann erst spontan entscheiden, ob ich in Urlaub fahre, weil ich beim Camping ja auch aufs Wetter gucken muss und wenn das Wetter schlecht ist, bleibe ich lieber zuhause.

Pferdedieb
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Re: Wie erklärt man, dass man nicht in Urlaub geht?

Beitrag von Pferdedieb » Sonntag 7. Juli 2019, 11:27

BTVS hat geschrieben:
Samstag 6. Juli 2019, 12:48
Es ist eben so tief verwurzelt in unserer Kultur, dass man mindestens einmal im Jahr in den Urlaub fährt. Da ist es kaum verwunderlich, dass viele nicht nachvollziehen, dass man eben nicht wegfährt. Ich bin bisher auch immer verreist, in der Regel alleine. Aber seit meinem letzten Urlaub, wo es sich das richtig sch**** und noch mehr als sonst angefühlt hat denke ich wirklich darüber nach, erst wieder wegzufahren, wenn ich eine Begleitung bzw. Partnerin habe.

Ich würde einfach begegnen, dass es dir zuhause auch gut gefällt, ist doch eine gute Begründung.
Ich sehe das auch so, dass ich tatsächlich nur mit einer Partnerin verreisen würde oder einer sonstigen Begleitung. Aber alleine?
Egal wohin die Reise auch gehen würde, es wäre niemand zum Reden da. Klar kann man die Einheimischen anquatschen, in Geschäfte, Restaurants gehen etc. Aber dennoch macht man diese Aktivitäten alleine - während am Tisch nebenan das frisch verliebte Paar aus Deutschland sitzt.

Die Begründung, dass es mir zuhause auch gut gefällt, bringe ich jedes Jahr. Obwohl das ja gelogen ist.

Um die teilweise Verwirrung im Thread mal aufzulösen:
Ja, ich würde gerne in Urlaub fahren, kann mir das aber ohne Begleitung nicht vorstellen.

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Re: Wie erklärt man, dass man nicht in Urlaub geht?

Beitrag von Antimainstream » Sonntag 7. Juli 2019, 12:10

So, unabhängig davon, was davor geschrieben wurde, mische ich mich jetzt auch mal ein :) . Denn das Thema hat mich auch öfters schon beschäftigt. Aber das ist ne Kopfsache, inzwischen stört mich diese Frage nicht mehr. Ich Antworte ehrlich, warum ich nicht fahre. Ich hab halt nicht jedes Jahr Lust irgendwo hin zu fahren. Das stöst auf viel Unverständnis, aber mit 29 bin ich jetzt so weit, dass mich das nen Dreck schert. Aber genauso bin ich auch schon alleine in Urlaub gefahren und es hat mich ebenfalls nen Dreck geschert, was andere denken könnten.

Es ist unheimlich befreiend, wenn man dieses Schubladen- und Normdenken ablegen kann. Komplett habe ich das auch noch nicht geschafft, aber ich behaupte mal auf nem guten weg zu sein. Und genau das hat mich aus meiner Isolation unter Leute gebracht. Auch wenn daraus noch keine festen Freundschaften entstanden sind (höchstens Bekanntschaften), fühle ich mich besser kein Anonymer in meiner eigenen Heimatstadt zu sein.

Ehrlich und authentisch sein, mit nem gewissen Selbsthumor kommt einfach gut an.

Hmmm.... hat mein Post ne Moral? Was hat das mit dem Thema zu tun? - Naja, kümmere dich nicht darum was Andere denken. Sei ehrlich und verbiege dich nicht für Andere, wenn es gegen deine Überzeugungen ist. Und Urlaub daheim kann auch schön sein, auch wenn es viele nicht glauben.
Es geht nicht darum, dem Leben mehr Tage zu geben, sondern den Tagen mehr Leben.
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Re: Wie erklärt man, dass man nicht in Urlaub geht?

Beitrag von Calliandra » Sonntag 7. Juli 2019, 12:19

Pferdedieb hat geschrieben:
Sonntag 7. Juli 2019, 11:27
Klar kann man die Einheimischen anquatschen, in Geschäfte, Restaurants gehen etc. Aber dennoch macht man diese Aktivitäten alleine - während am Tisch nebenan das frisch verliebte Paar aus Deutschland sitzt.
Ach komm, das ist nun aber auch nicht so, dass man ständig und überall auf frisch verliebte Paare trifft – und dann auch noch aus Deutschland. Aber klar sieht man Paare (wie auch hier im Alltag). Aber es kommt vielleicht drauf an, wo man sich so rumtreibt, wie hoch dann die Pärchendichte ist.
Es kommt aber vielleicht auch ein bisschen drauf an, wie stark einen das generell stört (und wie stark es einen stört, dass man gerade allein unterwegs ist).
Beim Essen im Restaurant stimme ich dir voll zu, das finde ich allein auch total doof und wähle daher lieber Alternativen.
Aber es gibt viele Aktivitäten, die man allein echt gut machen kann. Klar ist es mit einer angenehmen Reisebegleitung nochmal schöner, aber das heißt nicht, dass es allein nichts wert ist. (Man sollte sich natürlich selbst erstmal gute Gesellschaft sein ;) ) ...
Deine Beispiele für "Aktivitäten" klingen allerdings tatsächlich eher nach Alltagsaktivitäten (Geschäfte, Restaurants), für die ich auch nicht unbedingt verreisen muss. Vielleicht fehlt daher auch ein bisschen die Motivation, sich dem überhaupt auszusetzen.

Und von wegen "die Einheimischen anquatschen". Das ist es aus meiner Erfahrung heraus eben nicht. Ich gehöre auch keinesfalls zu den Menschen, die andere ständig anquatschen. Aber aus dem Reisekontext heraus ergeben sich einfach viel natürlicher automatisch Kontakte.

Nochmal zum Punkt Reisebegleitung:
Du bist auf die anderen Vorschläge, eine solche zu finden, nicht eingegangen. Heißt das, für dich kommt nur eine Reisebegleitung infrage, die du schon kennst?
Ansonsten kommt mir auch gerade noch die Idee, dass man hier im Forum auch einen Bereich für Reisepartnersuche anlegen könnte :D
Das Problem hast du ja nicht allein ...
Zuletzt geändert von Calliandra am Sonntag 7. Juli 2019, 12:22, insgesamt 1-mal geändert.

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Re: Wie erklärt man, dass man nicht in Urlaub geht?

Beitrag von BTVS » Sonntag 7. Juli 2019, 12:21

Pferdedieb hat geschrieben:
Sonntag 7. Juli 2019, 11:27
BTVS hat geschrieben:
Samstag 6. Juli 2019, 12:48
Es ist eben so tief verwurzelt in unserer Kultur, dass man mindestens einmal im Jahr in den Urlaub fährt. Da ist es kaum verwunderlich, dass viele nicht nachvollziehen, dass man eben nicht wegfährt. Ich bin bisher auch immer verreist, in der Regel alleine. Aber seit meinem letzten Urlaub, wo es sich das richtig sch**** und noch mehr als sonst angefühlt hat denke ich wirklich darüber nach, erst wieder wegzufahren, wenn ich eine Begleitung bzw. Partnerin habe.

Ich würde einfach begegnen, dass es dir zuhause auch gut gefällt, ist doch eine gute Begründung.
Ich sehe das auch so, dass ich tatsächlich nur mit einer Partnerin verreisen würde oder einer sonstigen Begleitung. Aber alleine?
Egal wohin die Reise auch gehen würde, es wäre niemand zum Reden da. Klar kann man die Einheimischen anquatschen, in Geschäfte, Restaurants gehen etc. Aber dennoch macht man diese Aktivitäten alleine - während am Tisch nebenan das frisch verliebte Paar aus Deutschland sitzt.

Die Begründung, dass es mir zuhause auch gut gefällt, bringe ich jedes Jahr. Obwohl das ja gelogen ist.

Um die teilweise Verwirrung im Thread mal aufzulösen:
Ja, ich würde gerne in Urlaub fahren, kann mir das aber ohne Begleitung nicht vorstellen.
In den letzten zwei Jahren habe ich bei Singlereisen mitgemacht, einfach aus dem Grund weil ich Gesellschaft haben wollte. Es war eigentlich sehr schön mit netten Menschen und tollen Landschaften (Toskana, Portugal). Wenn du eigentlich schon gerne wegfahren würdest wäre das vielleicht eine Möglichkeit für dich. Ich habe es nicht bereut.

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Re: Wie erklärt man, dass man nicht in Urlaub geht?

Beitrag von Michael Knight » Sonntag 7. Juli 2019, 12:26

Pferdedieb hat geschrieben:
Sonntag 7. Juli 2019, 11:27
BTVS hat geschrieben:
Samstag 6. Juli 2019, 12:48
Es ist eben so tief verwurzelt in unserer Kultur, dass man mindestens einmal im Jahr in den Urlaub fährt. Da ist es kaum verwunderlich, dass viele nicht nachvollziehen, dass man eben nicht wegfährt. Ich bin bisher auch immer verreist, in der Regel alleine. Aber seit meinem letzten Urlaub, wo es sich das richtig sch**** und noch mehr als sonst angefühlt hat denke ich wirklich darüber nach, erst wieder wegzufahren, wenn ich eine Begleitung bzw. Partnerin habe.

Ich würde einfach begegnen, dass es dir zuhause auch gut gefällt, ist doch eine gute Begründung.
Ich sehe das auch so, dass ich tatsächlich nur mit einer Partnerin verreisen würde oder einer sonstigen Begleitung. Aber alleine?
Egal wohin die Reise auch gehen würde, es wäre niemand zum Reden da. Klar kann man die Einheimischen anquatschen, in Geschäfte, Restaurants gehen etc. Aber dennoch macht man diese Aktivitäten alleine - während am Tisch nebenan das frisch verliebte Paar aus Deutschland sitzt.

Die Begründung, dass es mir zuhause auch gut gefällt, bringe ich jedes Jahr. Obwohl das ja gelogen ist.

Um die teilweise Verwirrung im Thread mal aufzulösen:
Ja, ich würde gerne in Urlaub fahren, kann mir das aber ohne Begleitung nicht vorstellen.
Dann kannst du doch eine Gruppenreise buchen und das Problem hat sich erledigt. Da findet man immer Anschluß und die Leute sind bis 2 oder 3 Ausnahmen wirklich super nett. Ich habe damit nur positive Erfahrungen gemacht.

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Re: Wie erklärt man, dass man nicht in Urlaub geht?

Beitrag von NBUC » Sonntag 7. Juli 2019, 12:32

Michael Knight hat geschrieben:
Sonntag 7. Juli 2019, 12:26
Da findet man immer Anschluß.
Das würde ich eben nicht so gesichert sehen.

Das hier:
https://abtreff.de/viewtopic.php?f=1&t=25281&start=260
zeigt ja schon ein paar Probleme auf, sich in übliche Mainstreamgruppen mangels passender privater Lebenserfahrung und folgend Smalltalktauglichkeit einzufügen.
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Re: Wie erklärt man, dass man nicht in Urlaub geht?

Beitrag von Milkman » Sonntag 7. Juli 2019, 13:04

Brax hat geschrieben:
Samstag 6. Juli 2019, 15:16
5) Du kannst zurückschießen und sagen "Ist besser für die Umwelt" oder wie Tania schon vorgeschlagen hat "Doch nicht etwa in der Hauptsaison?" (daran ist ja auch nichts gelogen, Milkman?)
Gelogen nicht, aber die Aussage geht am Kern des eigentlichen Problems vorbei. Und beinhaltet die Gefahr, dass sich da eine Duskussion anschließt zum Thema "Umweltschutz" o.ä., mit der Pferdedieb eigentlich gar nichts am Hut hat.

Ich plädiere nach wie vor für folgende Möglichkeit...
Brax hat geschrieben:
Samstag 6. Juli 2019, 15:16
4) Du kannst ehrlich sein und sagen, dass du alleine nicht fahren willst und niemanden hast, der mitfährt (damit outest du dich noch lange nicht als AB, brauchst das ja nicht dazusagen).
...und das muss man auch nicht "happy grinsend" sagen, sondern man kann schon durchblicken lassen, dass man mit der Situation nicht so wirklich glücklich ist, es muss ja nicht gleich mit Leichenbittermiene sein.

Zum Thema "Singlereisen" gibt es ja schon einen umfangreichen Thread, in dem sich Pferdedieb bei Bedarf zum Pro und Contra informieren kann. Ansonsten geht es hier doch eher darum, wie man der Fragerei zum Thema Urlaub seitens der Kollegen begegnet.
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Re: Wie erklärt man, dass man nicht in Urlaub geht?

Beitrag von Le Chiffre Zéro » Sonntag 7. Juli 2019, 14:05

Ich sage einfach, was Sache ist. Nein, a) ich fliege nicht b) nach Koh Samui/Mallorca, um c) am Strand zu liegen und zu baden/den ganzen Urlaub alkoholisiert zu verbringen.

Wenn ich damit Leute vor den Kopf stoße, dann ist das eben so. Manche Menschen müssen ab und zu vor den Kopf gestoßen werden, um zu begreifen, daß es auch noch eine Welt außerhalb ihrer komplett gleichgeschalteten Mainstream-„Immer alles so machen, wie es alle™ machen“-Filterblase gibt.
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Re: Wie erklärt man, dass man nicht in Urlaub geht?

Beitrag von Michael Knight » Sonntag 7. Juli 2019, 14:56

NBUC hat geschrieben:
Sonntag 7. Juli 2019, 12:32
Michael Knight hat geschrieben:
Sonntag 7. Juli 2019, 12:26
Da findet man immer Anschluß.
Das würde ich eben nicht so gesichert sehen.

Das hier:
https://abtreff.de/viewtopic.php?f=1&t=25281&start=260
zeigt ja schon ein paar Probleme auf, sich in übliche Mainstreamgruppen mangels passender privater Lebenserfahrung und folgend Smalltalktauglichkeit einzufügen.
Die anderen Leute sind aber auch nicht alle "Mainstream", sondern individuelle Charaktere. Small Talk kann man auch über das machen, was man den ganzen Tag erlebt hat.

Bei meinen bestimmt 10 Gruppenreisen in den letzten Jahren habe ich mich kein einziges Mal nicht integriert gefühlt. Da waren immer Menschen dabei, mit denen ich was anfangen konnte. Von den zwei oder drei Unsympathen, die manchmal am Start sind, habe ich mich halt ferngehalten. Teilweise sind da Kontakte und sogar zwei Freundschaften entstanden, die heute noch halten.

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Re: Wie erklärt man, dass man nicht in Urlaub geht?

Beitrag von NBUC » Sonntag 7. Juli 2019, 15:05

Michael Knight hat geschrieben:
Sonntag 7. Juli 2019, 14:56
Die anderen Leute sind aber auch nicht alle "Mainstream", sondern individuelle Charaktere. Small Talk kann man auch über das machen, was man den ganzen Tag erlebt hat.
Muss sich dann nur noch jemand dann dafür auch interessieren oder zumindest etwas damit anfangen können.

Wenn alle so extreme Individuen wären, hätten alle nicht mit niemanden zu reden. Die Sache lebt doch davon, dass die Leute eben nicht alle einzigartige isolierte Schneeflöckchen sind, sondern sich Interessenscluster ausmachen lassen.
Und je größer und verbreiteter das Cluster dem man angehört, desto höher ist die Wahrscheinlichkeit auch in dem Meer von Semiindividualisten Leute zu finden, mit denen man auf einer Wellenlänge liegt. Dummerweise wird dieses Cluster zu einem großen Teil aus enstprechend ähnlichen Lebenserfahrungen und Umständen gebildet, folgend ähnlichen Erfahrungen und Interessen.
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Re: Wie erklärt man, dass man nicht in Urlaub geht?

Beitrag von Melli » Sonntag 7. Juli 2019, 15:09

Le Chiffre Zéro hat geschrieben:
Sonntag 7. Juli 2019, 14:05
Manche Menschen müssen ab und zu vor den Kopf gestoßen werden, um zu begreifen, daß es auch noch eine Welt außerhalb ihrer komplett gleichgeschalteten Mainstream-„Immer alles so machen, wie es alle™ machen“-Filterblase gibt.
Ja, schon. Aber wegen so einer Lappalie? Das ist doch nicht der Mühe wert :(
Jeder Kreatur bleibt das eigene Schicksal verschlossen. Niemand weiß, was ihm bevorsteht. Erst der Gang des Lebens zeigt an, was uns von Geburt an vorbestimmt ist, sonst gäbe es das Schicksal nicht. Dennoch lebt in uns die Sehnsucht, die Rätsel zu entschlüsseln, die uns umhüllen.
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Re: Wie erklärt man, dass man nicht in Urlaub geht?

Beitrag von Automobilist » Sonntag 7. Juli 2019, 15:15

Le Chiffre Zéro hat geschrieben:
Sonntag 7. Juli 2019, 14:05
Ich sage einfach, was Sache ist. Nein, a) ich fliege nicht b) nach Koh Samui/Mallorca, um c) am Strand zu liegen und zu baden/den ganzen Urlaub alkoholisiert zu verbringen.

Wenn ich damit Leute vor den Kopf stoße, dann ist das eben so. Manche Menschen müssen ab und zu vor den Kopf gestoßen werden, um zu begreifen, daß es auch noch eine Welt außerhalb ihrer komplett gleichgeschalteten Mainstream-„Immer alles so machen, wie es alle™ machen“-Filterblase gibt.
C'est ça - ergänzen könnte ich noch, daß mich das definitiv niemand fragt - und ich Ziele wie z.B. Gardasee ohnehin mindestens 1x pro Monat sehe und Dieselben mich somit langweilen..fliegen würde ich unter keinen Umständen; Meer und Gebirge interessieren mich keinen Pfifferling - was andere Leute darüber denken sogar noch weniger - falls möglich.
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Re: Wie erklärt man, dass man nicht in Urlaub geht?

Beitrag von Calliandra » Sonntag 7. Juli 2019, 15:22

Le Chiffre Zéro hat geschrieben:
Sonntag 7. Juli 2019, 14:05
Ich sage einfach, was Sache ist. Nein, a) ich fliege nicht b) nach Koh Samui/Mallorca, um c) am Strand zu liegen und zu baden/den ganzen Urlaub alkoholisiert zu verbringen.

Wenn ich damit Leute vor den Kopf stoße, dann ist das eben so. Manche Menschen müssen ab und zu vor den Kopf gestoßen werden, um zu begreifen, daß es auch noch eine Welt außerhalb ihrer komplett gleichgeschalteten Mainstream-„Immer alles so machen, wie es alle™ machen“-Filterblase gibt.
Ich würde das in so einem Fall tatsächlich erstmal als harmlose Nachfrage einordnen. Nur, weil mich jemand fragt, was ich im Urlaub mache und ob ich verreise, muss ich ja nicht unterstellen, dass derjenige mich missionieren will, auf irgendeine bestimmte Weise meine Ferien verbringen zu müssen. Das ist doch auch schon wieder Kopfkino, wenn ich denke, derjenige erwartet das von mir, was du als Beispiel genannt hast, wie du's nicht machen willst. Und gleichzeitig ist es eine subtile Unterstellung, dass derjenige es so machen würde, was du doch auch gar nicht weißt. Es gibt ja auch noch zig andere Arten zu reisen.

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Re: Wie erklärt man, dass man nicht in Urlaub geht?

Beitrag von Pauli » Sonntag 7. Juli 2019, 15:30

Calliandra hat geschrieben:
Sonntag 7. Juli 2019, 12:19
Ansonsten kommt mir auch gerade noch die Idee, dass man hier im Forum auch einen Bereich für Reisepartnersuche anlegen könnte :D
Das Problem hast du ja nicht allein ...
Die Idee mit einer aktiven Reisepartnersuche fände ich auch sehr gut.

Ich habe die letzten Jahre auch immer auf einen Urlaub verzichtet, da ich auf das alleine Reisen keine große Lust hatte.
Dieses Jahr habe ich mich aber überwunden, auch alleine zu verreisen, wenn ich niemanden finden sollte.
Ich würde es aber natürlich viel schöner finden, wenn ich noch jemanden finden würde.

Also falls es Interesse für so einen "Reisebörse" geben würde, könnte man sowas ja durchaus mal hier starten.

PS:
Ich habe vor im September z.B. nach Nordfrankreich an der Küste entlang zu reisen. Ist noch nicht fix und es gibt noch großen Planungsspielraum.
Also wenn jemand Lust hat und auch nicht gerne alleine verreisen will, darf sich gerne melden :-).
(Muss auch nicht unbedingt Frankreich sein...bin da auch offen für andere schöne Reiseziele :-).

Schönen Sonntag noch.

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Re: Wie erklärt man, dass man nicht in Urlaub geht?

Beitrag von Mit müden Augen » Sonntag 7. Juli 2019, 15:59

Le Chiffre Zéro hat geschrieben:
Sonntag 7. Juli 2019, 14:05
Ich sage einfach, was Sache ist. Nein, a) ich fliege nicht b) nach Koh Samui/Mallorca, um c) am Strand zu liegen und zu baden/den ganzen Urlaub alkoholisiert zu verbringen.
Du hast die obligatorischen Instagramm- (das war doch "cooler" als Facebook? :gruebel: ) Fotos vergessen. :roll:
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Re: Wie erklärt man, dass man nicht in Urlaub geht?

Beitrag von Le Chiffre Zéro » Sonntag 7. Juli 2019, 16:12

Melli hat geschrieben:
Sonntag 7. Juli 2019, 15:09
Le Chiffre Zéro hat geschrieben:
Sonntag 7. Juli 2019, 14:05
Manche Menschen müssen ab und zu vor den Kopf gestoßen werden, um zu begreifen, daß es auch noch eine Welt außerhalb ihrer komplett gleichgeschalteten Mainstream-„Immer alles so machen, wie es alle™ machen“-Filterblase gibt.
Ja, schon. Aber wegen so einer Lappalie? Das ist doch nicht der Mühe wert :(
Es wäre mir eine wesentlich größere Mühe, meine Mitmenschen bezüglich meiner Reiseplanung in allen Aspekten anzulügen, als ihnen einfach die Wahrheit zu sagen. Wenn sie dann aus allen Wolken fallen, weil sie bis dahin glaubten, alle™ fliegen im Sommer für mindestens zwei Wochen irgendwo in die Sonne ans Meer (= Mittelmeer oder Indischer Ozean) in den Urlaub, ist das nicht mein Problem, sondern ihres.
Calliandra hat geschrieben:
Sonntag 7. Juli 2019, 15:22
Ich würde das in so einem Fall tatsächlich erstmal als harmlose Nachfrage einordnen.
Ist es auch. Aber häufig ist es so, daß, wenn ich gefragt werde, wohin ich im Sommer verreise, von vornherein von a) einer Flugreise, b) mehreren Wochen Dauer und c) einem Strand in subtropischen oder tropischen Gefilden ausgegangen wird. Mit einer Antwort, die einem der drei Punkte widerspricht, wird gar nicht gerechnet – geschweige denn mit einer, die allen drei Punkten widerspricht. Der Fragesteller ist sich einer seinen Erwartungen konformen Antwort so sicher, daß ihn eine abweichende Antwort trifft wie ein Blitz aus heiterem Himmel.

Fragesteller: „Und wohin fliegst du im Sommer?“
Ich: „Ich fliege überhaupt nirgendwohin.“
[Geräusch einer Plattennadel, die aus der Rille springt und einmal quer über eine ganze LP rutscht]
Fragesteller: „…………WAS?!? Wieso DAS denn nicht?!“
Calliandra hat geschrieben:
Sonntag 7. Juli 2019, 15:22
Nur, weil mich jemand fragt, was ich im Urlaub mache und ob ich verreise, muss ich ja nicht unterstellen, dass derjenige mich missionieren will, auf irgendeine bestimmte Weise meine Ferien verbringen zu müssen.
Ich habe wo behauptet, jemand versuche, mich zu missionieren?
Calliandra hat geschrieben:
Sonntag 7. Juli 2019, 15:22
Und gleichzeitig ist es eine subtile Unterstellung, dass derjenige es so machen würde, was du doch auch gar nicht weißt.
Außer wenn derjenige bereits kundgetan hat, wohin er im Sommer in den Strandurlaub fliegen wird.
Mit müden Augen hat geschrieben:
Sonntag 7. Juli 2019, 15:59
Le Chiffre Zéro hat geschrieben:
Sonntag 7. Juli 2019, 14:05
Ich sage einfach, was Sache ist. Nein, a) ich fliege nicht b) nach Koh Samui/Mallorca, um c) am Strand zu liegen und zu baden/den ganzen Urlaub alkoholisiert zu verbringen.
Du hast die obligatorischen Instagramm- (das war doch "cooler" als Facebook? :gruebel: ) Fotos vergessen. :roll:
Ich bin Mitte 40. Die Leute, die ich kenne, nutzen kein Instagram, zumal die meisten noch älter sind.
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Re: Wie erklärt man, dass man nicht in Urlaub geht?

Beitrag von Melli » Sonntag 7. Juli 2019, 16:30

Le Chiffre Zéro hat geschrieben:
Sonntag 7. Juli 2019, 16:12
Melli hat geschrieben:
Sonntag 7. Juli 2019, 15:09
Ja, schon. Aber wegen so einer Lappalie? Das ist doch nicht der Mühe wert :(
Es wäre mir eine wesentlich größere Mühe, meine Mitmenschen bezüglich meiner Reiseplanung in allen Aspekten anzulügen, als ihnen einfach die Wahrheit zu sagen. Wenn sie dann aus allen Wolken fallen, weil sie bis dahin glaubten, alle™ fliegen im Sommer für mindestens zwei Wochen irgendwo in die Sonne ans Meer (= Mittelmeer oder Indischer Ozean) in den Urlaub, ist das nicht mein Problem, sondern ihres.
Ja, schön, oder eher nicht :neutral: Ich hatte ja erwähnt, daß ich ein lapidares "Nein" bevorzugte. Wenn es jemand genau wissen wollte, dann habe ich aber nicht davor zurückgeschreckt, zu antworten, daß ich es stinkend langweilig fände, am Strand oder sonst in der Sonne herumzusitzen.

Zu Schulzeiten war ich wenigstens noch ambivalent, bzw. es war die Wahl zwischen zwei Übeln. Einerseits ging ich wirklich nicht gerade gerne in die Schule 🏫, andererseits kam das sog. normale Leben tendenziell zum erliegen, was auch nur stinkend langweilig war 🏜️

Typischerweise habe ich meine Tage damals wohl so herumgekriegt, daß ich im Haus saß, Musik hörte und selber machte, Fachzeitschriften las... und für die Schule habe ich natürlich rein gar nichts getan :mrgreen:
Jeder Kreatur bleibt das eigene Schicksal verschlossen. Niemand weiß, was ihm bevorsteht. Erst der Gang des Lebens zeigt an, was uns von Geburt an vorbestimmt ist, sonst gäbe es das Schicksal nicht. Dennoch lebt in uns die Sehnsucht, die Rätsel zu entschlüsseln, die uns umhüllen.
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Re: Wie erklärt man, dass man nicht in Urlaub geht?

Beitrag von Calliandra » Sonntag 7. Juli 2019, 16:41

Le Chiffre Zéro hat geschrieben:
Sonntag 7. Juli 2019, 16:12
Ich habe wo behauptet, jemand versuche, mich zu missionieren?
Ich habe den folgenden Satz als solches interpretiert. Aber vielleicht meintest du es auch nicht im Sinne von Missionieren, sondern sich einfach gar nicht erst vorstellen können, dass andere das anders handhaben möchten:
Le Chiffre Zéro hat geschrieben:
Sonntag 7. Juli 2019, 16:12
Manche Menschen müssen ab und zu vor den Kopf gestoßen werden, um zu begreifen, daß es auch noch eine Welt außerhalb ihrer komplett gleichgeschalteten Mainstream-„Immer alles so machen, wie es alle™ machen“-Filterblase gibt.
Und zu diesem Punkt:
Le Chiffre Zéro hat geschrieben:
Sonntag 7. Juli 2019, 16:12
Außer wenn derjenige bereits kundgetan hat, wohin er im Sommer in den Strandurlaub fliegen wird.
Wenn das wirklich die Ausgangssituation war, kann man ja einfach sagen, ach, Strandurlaub ist ja nicht so mein Ding ... (und wenn man etwas in das Thema einsteigen mag: Ich mag lieber xy. ) ...
Aber vom Ausgangspost her klang es ja erstmal nach neutraler Fragestellung.

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