Wie erklärt man, dass man nicht in Urlaub geht?

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Re: Wie erklärt man, dass man nicht in Urlaub geht?

Beitrag von Elli » Montag 8. Juli 2019, 12:38

Ich denke auch, dass es da nichts weiter zu erklären gibt. Kenne viele Leute, die nicht regelmäßig verreisen - einfach, weil sie keine Lust haben, oder weil das Geld nicht reicht, weil die Arbeit es nicht zulässt, weil ihnen andere Dinge wichtiger sind ... was auch immer. Wenn Leute auf ein "Nein, ich fahre nicht weg" irritiert reagieren, dann könnte das auch - wie NeC ein paar Seiten zuvor geschrieben hat - daran liegen, dass das im Gespräch / Small Talk halt ein wenig schroff rüberkommt. Ich würde also nichts erklären, aber vielleicht versuchen, es nett zu verpacken: "Nein, ich verreise diesen Sommer nicht, was habt ihr denn geplant?" klingt schon verbindlicher als "NEIN!"

Ich selbst hatte eigentlich nie ein Problem mit dem Alleinreisen, zumindest bei bestimmten Formen des Reisens. Einen längeren Badeurlaub würde ich jetzt auch nicht allein machen, das ist langweilig (und man kommt sich tatsächlich komisch vor zwischen Kleinfamilien, Gruppen und Paaren). Aber von A nach B reisen und in Hostels schlafen, das geht alleine doch sehr gut - im Dorm hatte ich mitunter auch eher mehr Anschluss und Ansprache, als mir lieb war ... Klar gab es unterwegs auch mal einsame Momente, aber ich hatte immer ausreichend Lektüre dabei, das ging dann schon.

Eine Reisegruppe oder ein unbekannter Reisepartner, das wäre hingegen nichts für mich. Gruppen sind für mich der Horror, das muss ich im Urlaub nicht haben (liegt aber an soziophoben Tendenzen), und zu zweit zu reisen finde ich schon ziemlich intim, da man sich doch auch oft ein Zimmer teilt und viel Zeit zusammen verbringt. Selbst mit wirklich guten Freunden lief das nicht immer ohne Spannungen ab, mit einem Unbekannten würde ich das schon gar nicht machen.

Ein anderer Tipp für Reiselustige, die nicht allein sein wollen: Wenn man sich traut, könnte man Plattformen wie Couchsurfing oder BeWelcome nutzen. Man muss da auch nicht unbedingt gleich bei den Leuten übernachten, aber man kann sich zum Beispiel mit jemandem auf einen Kaffee treffen und die Stadt zeigen lassen oder gemeinsam essen gehen oder einen Ausflug zusammen machen. Gruppentreffen gibt es da auch. Das funktioniert am besten in Ländern, in denen diese Plattformen noch eher weniger genutzt werden und die Locals noch nicht völlig genervt auf solche Anfragen reagieren. In China habe ich da sehr viel Gastfreundschaft erlebt.

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Re: Wie erklärt man, dass man nicht in Urlaub geht?

Beitrag von Onkel ABobert » Montag 8. Juli 2019, 13:44

Also ich finde nicht, dass die Entscheidung "Verreisen oder nicht" unmittelbar mit AB oder nicht zu tun hat.
Ich selber fahre meist 4 mal jährlich in den Urlaub - nichts besonderes, auch nicht besonders teuer, aber ich liebe Tapetenwechsel und schaue mir sehr gerne andere Gegenden an.

Meist verbringe ich den Haupturlaub (2 bis 2 1/2 Wochen) im Mai/Juni an der Nord- oder Ostseeküste, das ist mein Favorit. Im März, wenn es hier in Deutschland noch kalt und winterlich ist, fahre ich eine Woche nach Südfrankreich oder nach Kroatien. Dann gibt es im Sommer meist eine Woche Wanderurlaub in einem Mittelgebirge oder auch mal in Österreich oder Südtirol und Ende September / Anfang Oktober fahre ich nochmals für eine Woche ans Meer (Nord- oder Ostsee).

Bislang fahre ich immer mit meinen Eltern oder auch mal nur mit meiner Mutter und wir nehmen uns eine Ferienwohnung und versorgen uns selber, d. h. meist gehen wir mittags irgendwo essen und abends machen wir uns unser Abendbrot selber.
Zum einen ist das natürlich deutlich günstiger als ein Hotel, aber genauso wichtig ist für mich, dass man seine Ruhe hat. In einem Hotel würden mich die anderen Feriengäste ziemlich schnell nerven, insbesondere beim Essen.

Wenn meine Eltern mal eines Tages nicht mehr dabei sein werden, dann würde ich trotzdem alleine genauso in den Urlaub fahren. Auch entweder in Ferienwohnungen oder aber ein Wohnmobil könnte ich mir auch gut vorstellen. Da hat man die wesentlichen Sachen immer dabei und muss sich auch nicht mit anderen Menschen herumschlagen.

Ich will damit sagen: ich kann es gut nachvollziehen, dass man sich als introvertierter Alleinreisender nicht unbedingt in einem Hotel mit lauter Pärchen oder Familien wohlfühlt. Für mich wäre es zum Beispiel ein Horror, mit einer anderen (wildfremden) Person an einen Tisch platziert zu werden und dann während des Essens Smalltalk führen zu müssen. Ginge gar nicht. Aber das kann man doch sehr gut vermeiden, gerade bei einer Ferienwohnung muss man ja während des gesamten Urlaubes keine Kontakte haben, wenn man es nicht von sich aus will.

Im Gegensatz wird es mir in meiner Wohnung recht schnell langweilig, wenn ich mal eine Urlaubswoche habe, ohne zu verreisen. Kommt vor (ich habe 40 Tage Jahresurlaub), da gehe ich dann hier in der Umgebung wandern oder mache Ausflüge mit dem Auto. Aber das mache ich ja jedes Wochenende sowieso, darum ist das dann irgendwie kein richtiger Urlaub für mich.

Mir geht es weniger um das rein körperliche Erholen. Ich erhole mich jeden Tag nach der Arbeit, die sowieso nicht körperlich anstrengend ist, mit einem ausführlichen Hundespaziergang und am Wochenende sowieso. Ich bin auch nicht der Typ, der sich im Urlaub 14 Tage lang nur an den Strand legt. Ich liebe eine Kombination von "in den Tag hinein leben", jeden Tag gut essen und hin und wieder mal etwas anschauen. Beispielsweise war ich kürzlich 2 Wochen auf der Nordseeinsel Föhr, wir sind jeden Tag spazieren gegangen, haben jeden Tag gut und reichlich gegessen und getrunken und zwei Ausflüge haben wir in den zwei Wochen auch gemacht.

Hätte ich ein Wohnmobil oder einen Wohnwagen, dann könnte ich mir sehr gut vorstellen, wochenlang am Stück eine schöne Gegend zu "erfahren" (im Wortsinne), beispielsweise von Deutschland über Holland und Belgien bis in die Normandie oder gar Bretagne zu fahren, genauso in Norwegen die Küste mit den Fjorden oder die kroatische Küste bis hinuntern nach Griechenland. Immer jeden Tag nur ein kleines Stück weiter zu fahren und jeden Ort anzuschauen. Das werde ich auch mal so machen, wenn ich in 10-15 Jahren mal in Rente bin.
Es grüßt euch

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Re: Wie erklärt man, dass man nicht in Urlaub geht?

Beitrag von Elli » Montag 8. Juli 2019, 15:15

Onkel ABobert hat geschrieben:
Montag 8. Juli 2019, 13:44
Hätte ich ein Wohnmobil oder einen Wohnwagen, dann könnte ich mir sehr gut vorstellen, wochenlang am Stück eine schöne Gegend zu "erfahren" (im Wortsinne), beispielsweise von Deutschland über Holland und Belgien bis in die Normandie oder gar Bretagne zu fahren, genauso in Norwegen die Küste mit den Fjorden oder die kroatische Küste bis hinuntern nach Griechenland. Immer jeden Tag nur ein kleines Stück weiter zu fahren und jeden Ort anzuschauen. Das werde ich auch mal so machen, wenn ich in 10-15 Jahren mal in Rente bin.
Das klingt sehr schön.
Stimmt, insbesondere, wenn man motorisiert ist (ich bins nicht), kann man ja auch sehr gut einsiedlerisch Urlaub machen, in Wohnmobil, Zelt oder Ferienwohnung. Denke mal, das Problem, das viele beim Alleinreisen sehen, ist ja weniger als Alleinsein als solches, sondern das Alleinsein unter Menschen.

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Re: Wie erklärt man, dass man nicht in Urlaub geht?

Beitrag von Montecristo » Montag 8. Juli 2019, 15:31

Onkel ABobert hat geschrieben:
Montag 8. Juli 2019, 13:44
Wenn meine Eltern mal eines Tages nicht mehr dabei sein werden, dann würde ich trotzdem alleine genauso in den Urlaub fahren. Auch entweder in Ferienwohnungen oder aber ein Wohnmobil könnte ich mir auch gut vorstellen. Da hat man die wesentlichen Sachen immer dabei und muss sich auch nicht mit anderen Menschen herumschlagen.
Du bist im Regelfall gezwungen auf einem Campingplatz zu übernachten. (In Skandinavien geht es vielleicht noch???)
Abgesehen davon dass "wildes" Campen auch gefährlich werden kann.

Wenn ich mir den "Autofahren - och nö"-Thread anschaue, dann bist Du fast ein Fan wie der Automobilist.
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Re: Wie erklärt man, dass man nicht in Urlaub geht?

Beitrag von Arsonist » Montag 8. Juli 2019, 15:38

Ich finde nicht dass man sich dafür rechtfertigen muss nicht in den Urlaub zu fahren. Bin schon einige Male zu Studienzeiten mit Freunden in den Urlaub gefahren und fand es ehrlich gesagt anstrengender als alleine weil man immer Kompromisse machen muss.

Bin die letzten Jahre oft alleine unterwegs gewesen und habe immer wieder sehr nette Menschen kennengelernt. In Hostels findet man, wer nicht gerade vollkommen sozial inkometent ist eigentlich immer Anschluss für ein paar Tage. Dort sind gefühlt > 50% auch alleine unterwegs. Ich bin auch nicht der Typ Mensch der immer und überall Gesellschaft braucht, aber Abends mal ein Bier zusammen trinken oder einen Ausflug in die gegend machen ist schon schön. Mittlerweilge mache ich es so dass ich immer ein paar Tage ins Hostel und dann ein paar Tage ins Hotel gehe weil im Hotel der Komfort höher ist und ein bisschen Ruhe hat schon was.

Ich kann gut nachvollziehen dass es nicht so gut ist alleine ins Hotel zu gehen, das habe ich vor ein paar Jahren gemacht. Da war ich für 8 Tage alleine im Hotel, und das schlimmste war beim Abendessen wo ich der einzige war der alleine dort saß. War mit der Zeit richtig unglücklich weil einfach niemand da war der mit mir geredet hat. Würde sowas auch nie wieder machen. Für ein paar Tage ist es okay, aber nicht länger.

Also wenn jemand wirklich mal alleine in den Urlaub fahren möchte empfehle ich Hostels, auch in Einzelzimmer. In den Dorms findet man erfahrungsgemäß ziemlich wenig Schlaf weil immer irgendjemand rein- ode rausgeht oder die ganze Nacht den Laptop an hat.

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Re: Wie erklärt man, dass man nicht in Urlaub geht?

Beitrag von Montecristo » Montag 8. Juli 2019, 16:02

Arsonist hat geschrieben:
Montag 8. Juli 2019, 15:38
Ich kann gut nachvollziehen dass es nicht so gut ist alleine ins Hotel zu gehen, das habe ich vor ein paar Jahren gemacht. Da war ich für 8 Tage alleine im Hotel, und das schlimmste war beim Abendessen wo ich der einzige war der alleine dort saß. War mit der Zeit richtig unglücklich weil einfach niemand da war der mit mir geredet hat. Würde sowas auch nie wieder machen. Für ein paar Tage ist es okay, aber nicht länger.
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Re: Wie erklärt man, dass man nicht in Urlaub geht?

Beitrag von NBUC » Montag 8. Juli 2019, 16:16

Das Problem mit dem Antworten zu dem Thema ist ja, dass die nächste Runde :shock: des Gegenüber schon absehbar ist und dann das Gespräch spätestens dann erst einmal stockt, abbricht oder je nach Penetranz dann Rechtfertigung angesagt ist.

Umgekehrt sind die meisten Leute da eben gesprächstechnisch pflegeleicht und es für die dann daher im Schnitt ein gutes und damit beliebtes Smalltalkthema. Der Kommunikationsriss ist von denen ja auch nicht gewollt.

NBUC- fährt alleine weg, aber inzwischen auch nur noch "speziell" und dasselbe und auch kaum massentauglich.
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wenn ich nicht antworten sollte heißt das nicht, dass du Recht hast, sondern ich kein Internet!

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Re: Wie erklärt man, dass man nicht in Urlaub geht?

Beitrag von Onkel ABobert » Montag 8. Juli 2019, 16:41

Montecristo hat geschrieben:
Montag 8. Juli 2019, 15:31
Onkel ABobert hat geschrieben:
Montag 8. Juli 2019, 13:44
Wenn meine Eltern mal eines Tages nicht mehr dabei sein werden, dann würde ich trotzdem alleine genauso in den Urlaub fahren. Auch entweder in Ferienwohnungen oder aber ein Wohnmobil könnte ich mir auch gut vorstellen. Da hat man die wesentlichen Sachen immer dabei und muss sich auch nicht mit anderen Menschen herumschlagen.
Du bist im Regelfall gezwungen auf einem Campingplatz zu übernachten. (In Skandinavien geht es vielleicht noch???)
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Wenn ich mir den "Autofahren - och nö"-Thread anschaue, dann bist Du fast ein Fan wie der Automobilist.
Mir persönlich wäre es zu nervig einen Wohnwagen alleine zu kutschieren.
Zumal durch Nebenstraßen in der Normandie. Da sollen schon ganze Armeen stecken geblieben sein...
Ich habe einen guten Bekannten, der seit 30 Jahren mit seinem VW-Bus "wild" campt, d. h. er fährt vielleicht alle 4-5 Tage mal auf einen Campingplatz, um mal wieder gemütlich duschen und die Wassertanks seines Campers auffüllen zu können. Die anderen Tage steht er irgendwo am Waldrand. Man darf halt nicht da stehen, wo es viele machen wollen, sondern sich in irgendeinen stillen Winkel zurückziehen. Dann klappt das gut. Er war beispielsweise in Schottland 3 Wochen kein einziges Mal auf einem Campingplatz.

Ja, ich fahre eigentlich für mein Leben gerne Auto (wenn ich nicht gerade im Stau stehe, was in den letzten Jahren leider immer schlimmer wird). Ich könnte mir ein Leben ohne eigenes Auto nicht vorstellen, da die Möglichkeit, jederzeit überall hinzufahren, wo ich gerade will, für mich sehr wichtig ist. In einer Großstadt zu leben, könnte ich mir sogar noch vorstellen, aber meine Freizeit dann nur mit Herumflanieren in der Stadt zu verbringen, wäre der Horror für mich. Und mit ÖPNV kommt man in die Ecken, die mich interessieren, in aller Regel gar nicht hin.
Es grüßt euch

Onkel ABobert

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Re: Wie erklärt man, dass man nicht in Urlaub geht?

Beitrag von Onkel ABobert » Montag 8. Juli 2019, 16:45

Elli hat geschrieben:
Montag 8. Juli 2019, 15:15
Onkel ABobert hat geschrieben:
Montag 8. Juli 2019, 13:44
Hätte ich ein Wohnmobil oder einen Wohnwagen, dann könnte ich mir sehr gut vorstellen, wochenlang am Stück eine schöne Gegend zu "erfahren" (im Wortsinne), beispielsweise von Deutschland über Holland und Belgien bis in die Normandie oder gar Bretagne zu fahren, genauso in Norwegen die Küste mit den Fjorden oder die kroatische Küste bis hinuntern nach Griechenland. Immer jeden Tag nur ein kleines Stück weiter zu fahren und jeden Ort anzuschauen. Das werde ich auch mal so machen, wenn ich in 10-15 Jahren mal in Rente bin.
Das klingt sehr schön.
Stimmt, insbesondere, wenn man motorisiert ist (ich bins nicht), kann man ja auch sehr gut einsiedlerisch Urlaub machen, in Wohnmobil, Zelt oder Ferienwohnung. Denke mal, das Problem, das viele beim Alleinreisen sehen, ist ja weniger als Alleinsein als solches, sondern das Alleinsein unter Menschen.
Ja, ganz genau. Mich nerven die Menschen um mich herum, die ich nicht kenne, und mit denen ich weder ins Gespräch kommen kann oder will. Klar können diese Menschen nichts dafür, daß ich so bin wie ich bin. Aber ich meide eben gerne die Situation von vornherein.

Hab mal irgendwo einen schlauen Spruch gelesen, der ziemlich genau auf mich zutrifft:
Ich mag keine Menschen, und die Menschen mögen mich nicht. Ich suche den einen Menschen, der genauso wie ich keine Menschen mag und der auch von den anderen Menschen nicht gemocht wird, aber eben mit der Ausnahme, daß ich diesen Menschen mag und er mich.


Das zeigt auch recht gut, wie unwahrscheinlich es ist, diesen einen Menschen zu finden.
Es grüßt euch

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Re: Wie erklärt man, dass man nicht in Urlaub geht?

Beitrag von Montecristo » Montag 8. Juli 2019, 16:50

Onkel ABobert hat geschrieben:
Montag 8. Juli 2019, 16:41
In einer Großstadt zu leben, könnte ich mir sogar noch vorstellen, aber meine Freizeit dann nur mit Herumflanieren in der Stadt zu verbringen, wäre der Horror für mich.
Witzig. So habe ich als HC-AB meine komplette Freizeit verbracht.
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Re: Wie erklärt man, dass man nicht in Urlaub geht?

Beitrag von Onkel ABobert » Montag 8. Juli 2019, 17:19

Montecristo hat geschrieben:
Montag 8. Juli 2019, 16:50
Onkel ABobert hat geschrieben:
Montag 8. Juli 2019, 16:41
In einer Großstadt zu leben, könnte ich mir sogar noch vorstellen, aber meine Freizeit dann nur mit Herumflanieren in der Stadt zu verbringen, wäre der Horror für mich.
Witzig. So habe ich als HC-AB meine komplette Freizeit verbracht.
Ich verbringe meine Freizeit mit meinem Hund in der Natur. Wandern, Ausflüge in die Berge, ans Meer, an einen See, so etwas eben.
In einer Stadt herumzulaufen, das mache ich nicht ohne Grund. Natürlich gibt es schöne Städte, die ich mir auch gerne mal anschaue. Hab auch schon Kurzurlaube zur Städtebesichtigung gemacht. Aber nach 3-4 Tagen muss ich da wieder raus, dann habe ich ja das wesentliche gesehen.

Wie gesagt, ich könnte mir schon vorstellen, z. B. in Berlin zu leben. Jedenfalls in manchen Bezirken. Mein Opa lebte in Berlin-Charlottenburg und zu seinen Lebzeiten habe ich fast jedes Jahr 2 Wochen bei ihm verbracht. War schön.

Aber auch dann würde ich am Wochenende mein Auto nehmen und an die Ostsee, in den Spreewald oder in den Harz zu fahren. Immer nur im Grunewald spazieren zu gehen oder am Wannsee zu baden, würde mich auf Dauer nicht ausfüllen.
Es grüßt euch

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Re: Wie erklärt man, dass man nicht in Urlaub geht?

Beitrag von LonesomeCoder » Montag 8. Juli 2019, 18:04

Genosse Premier hat geschrieben:
Sonntag 7. Juli 2019, 17:28
Mich nervt die Frage nach dem Urlaub auch immer. Vielleicht einfach erwähnen, dass man dieses Jahr nach Tschernobyl fährt, weil das nach der HBO-Serie ja jetzt so cool ist und das alle machen. Und man will auf jeden Fall mit dem Geigerzähler die Gegend unsicher machen und den allerheißesten Hotspot suchen. Dann bleiben diejenigen einem vielleicht ab sofort fern. 8-)
Das geht ja wirklich: https://www.urlaubspiraten.de/reisen/au ... obyl_44537 :o
fredstiller hat geschrieben:
Sonntag 7. Juli 2019, 23:54
Da zahle ich über 60% mehr als für eine Reise als Pärchen.
Bei Kreuzfahrten können es auch mal 80 % sein.
Arsonist hat geschrieben:
Montag 8. Juli 2019, 15:38
Ich kann gut nachvollziehen dass es nicht so gut ist alleine ins Hotel zu gehen, das habe ich vor ein paar Jahren gemacht. Da war ich für 8 Tage alleine im Hotel, und das schlimmste war beim Abendessen wo ich der einzige war der alleine dort saß. War mit der Zeit richtig unglücklich weil einfach niemand da war der mit mir geredet hat. Würde sowas auch nie wieder machen. Für ein paar Tage ist es okay, aber nicht länger.
Geht mir auch so. Am meisten hasse ich diese stechenden Blicke von gelangweilten Paaren, die nie ein Wort miteinander reden sondern immer nur rumglotzen.
Onkel ABobert hat geschrieben:
Montag 8. Juli 2019, 13:44
Für mich wäre es zum Beispiel ein Horror, mit einer anderen (wildfremden) Person an einen Tisch platziert zu werden und dann während des Essens Smalltalk führen zu müssen. Ginge gar nicht.
Habe ich noch nie erlebt. Wurde immer an einem einzelnen Katzentisch/Stuhl platziert oder alleine an einer Stelle für zwei Personen. Ich wurde auch nie gefragt, ob ich wo dazu will. Außer mir war sonst auch nie jemand alleine im Hotelrestaurant.
Warnung vor Pickup: https://www.abtreff.de/viewtopic.php?p=1062199#p1062199
Wissenschaftliches Standardwerk über (männliches) AB-tum: https://www.springer.com/de/book/9783658059231
Geschlechtsspezifische Partnerwahl und Sexualitätsmerkmale: https://d-nb.info/1037687477/34

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Re: Wie erklärt man, dass man nicht in Urlaub geht?

Beitrag von Himbeere » Montag 8. Juli 2019, 18:36

Ich erkläre eigentlich nicht groß, warum ich nicht wegfahre. Ich sag: Nee ich fahr nicht weg. Fertig. Eigentlich hab ich kein Problem damit, allein wegzufahren, es sei denn auf ne Flitterwocheninsel oder so... Allerdings habe ich schon festgestellt, dass man als alleinreisende Frau, obs bei Männern auch so ist, weiß ich nicht, in Hotels irgenwie nicht ernst genommen wird. Man scheint dem Personal weniger wert zu sein als ein Paar, ich hab den Eindruck immer wieder.
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Re: Wie erklärt man, dass man nicht in Urlaub geht?

Beitrag von Brax » Montag 8. Juli 2019, 18:47

Himbeere hat geschrieben:
Montag 8. Juli 2019, 18:36
Allerdings habe ich schon festgestellt, dass man als alleinreisende Frau, obs bei Männern auch so ist, weiß ich nicht, in Hotels irgendwie nicht ernst genommen wird. Man scheint dem Personal weniger wert zu sein als ein Paar, ich hab den Eindruck immer wieder.
Inwiefern? Bzw. wo?


Ich rege mich ja gern über Booking.com auf, weil für die Zimmersuche immer schon 2 Personen voreingestellt sind und man das extra ändern muss, wenn man alleine reist. Erinnert mich jedes Mal daran, dass ich AB bin. Fällt mir nur grad ein. So viel zum Thema. :crybaby:

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Re: Wie erklärt man, dass man nicht in Urlaub geht?

Beitrag von AviferAureus » Montag 8. Juli 2019, 19:01

Montecristo hat geschrieben:
Montag 8. Juli 2019, 16:50
Onkel ABobert hat geschrieben:
Montag 8. Juli 2019, 16:41
.... aber meine Freizeit dann nur mit Herumflanieren in der Stadt zu verbringen, wäre der Horror für mich.
Witzig. So habe ich als HC-AB meine komplette Freizeit verbracht.
Mache ich auch so ein- oder zweimal im Monat für ein, zwei Stunden. Die Motivation zum Flanieren nimmt aber mit zunehmenden Alter ab. Das ist wie mit Hunden, zum Schluss muss man die manchmal in deren letzten Tagen zum Gassigehen raustragen.
Onkel ABobert hat geschrieben:
Montag 8. Juli 2019, 13:44
...Tapetenwechsel ...an der Nord- oder Ostseeküste, das ist mein Favorit...Mittelgebirge ....Ferienwohnung...
Das sind so ungefähr meine Urlaubspläne für die Zeit, in der meine Eltern mit ihrem "Hotel" nicht mehr leben. Ich denke, man kann sich besser erholen, wenn einem eine frische Brise um die Nase weht und man mal was anderes sieht.
Arsonist hat geschrieben:
Montag 8. Juli 2019, 15:38
.... alleine ins Hotel zu gehen.... Da war ich für 8 Tage alleine im Hotel, und das schlimmste war beim Abendessen wo ich der einzige war der alleine dort saß. War mit der Zeit richtig unglücklich weil einfach niemand da war der mit mir geredet hat. Würde sowas auch nie wieder machen. Für ein paar Tage ist es okay, aber nicht länger...
So etwas könnte selbst für ABs etwas hart sein.

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Re: Wie erklärt man, dass man nicht in Urlaub geht?

Beitrag von uhu72 » Montag 8. Juli 2019, 19:09

Ich verreise mit Freunden, so bin ich aus dem Dilemma heraus gekommen.
Es gibt für jeden Topf einen passenden Deckel. Aber es gibt nicht genug passende Deckel für alle Töpfe!

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Re: Wie erklärt man, dass man nicht in Urlaub geht?

Beitrag von NBUC » Montag 8. Juli 2019, 19:23

Diekt oder indirket Gesprächsabbruch ist sicher technisch eine Möglichkeit.

Praktisch ist das Problem doch eher da "sozial intakt" bei raus zu kommen - also ohne wen vor den Kopf zu stoßen, als Freak rüber zu kommen und idealerweise gar das Gespräch auch noch irgendwie positiv fortführen zu können, oder?


Edit: Wird mit den Eltern in den Urlaub fahren nicht wenigstens genauso seltsam angesehen wie noch bei den Eltern wohnen, wenn nicht gar noch mehr? (wenn es nicht gerade um den 80ten der Oma geht)
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Re: Wie erklärt man, dass man nicht in Urlaub geht?

Beitrag von Girassol » Montag 8. Juli 2019, 20:40

NBUC hat geschrieben:
Montag 8. Juli 2019, 19:23
Edit: Wird mit den Eltern in den Urlaub fahren nicht wenigstens genauso seltsam angesehen wie noch bei den Eltern wohnen, wenn nicht gar noch mehr? (wenn es nicht gerade um den 80ten der Oma geht)
Das sehe ich jetzt nicht so kritisch, außer der Mann will immer, also ausnahmslos mit seinen Eltern in den Urlaub fahren. Ab und an würde ich das ok finden. Ich kenne einige Frauen in meinem Alter, die z.B. über ein langes WE mit der Mutter einen Städtetrip (hauptsächlich zum Shoppen) machen oder ins Wellness fahren. Meistens, weil der Partner keine Lust zu solchen Sachen hat.
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Re: Wie erklärt man, dass man nicht in Urlaub geht?

Beitrag von Montecristo » Montag 8. Juli 2019, 21:05

.
Zuletzt geändert von Montecristo am Montag 8. Juli 2019, 21:09, insgesamt 1-mal geändert.
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Re: Wie erklärt man, dass man nicht in Urlaub geht?

Beitrag von Montecristo » Montag 8. Juli 2019, 21:09

Onkel ABobert hat geschrieben:
Montag 8. Juli 2019, 17:19
Aber auch dann würde ich am Wochenende mein Auto nehmen und an die Ostsee, in den Spreewald oder in den Harz zu fahren. Immer nur im Grunewald spazieren zu gehen oder am Wannsee zu baden, würde mich auf Dauer nicht ausfüllen.
No offence!

So unterschiedlich sind die Menschen. Bin jedes WE 2-3 Stunden einfach nur gelaufen.
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