AB weil Abstinenzler?

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Optimist
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AB weil Abstinenzler?

Beitrag von Optimist » Montag 15. Juli 2019, 14:08

Ich vertrage Alkohol nicht sonderlich gut, meist ist nach zwei Bier Schluss. Leider ist es so, dass bei vielen sozialen Begegnungen der Genuss von alkoholischen Getränken wie selbstverständlich dazugehört. In der Schulzeit bin ich auch nur ungerne feiern gegangen, weil das meist nur aufs Saufen hinauslief. Das ist mir auch bei meinem Auslandssemester vor einigen Jahren aufgefallen. Immerhin ist Rauchen längst nicht mehr so populär wie zu meiner Schulzeit, dafür ist jetzt Kiffen ziemlich in, wofür ich mich auch nicht unbedingt begeistern kann.

Besonders viel vertragen zu können gilt immer noch als Zeichen von Männlichkeit und Stärke und man fällt in Gruppensituationen negativ auf wenn man etwas nicht-alkoholisches bestellt.
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Re: AB weil Abstinenzler?

Beitrag von system32 » Montag 15. Juli 2019, 14:17

Gute Frage, ich habe noch nie mit Alkohol angefangen, bedeutet auch nicht probiert. Ich sehe für mich selber darin keinen Vorteil. In der Schulzeit gab es einige Versuche mir etwas heimlich ins Glas zu geben. Dabei muss ich anmerken: nüchtern gegen betrunken gewinnt Man(n) :D

Ich gehe nicht gerne feiern, bin trotzdem ab und zu mal als Fahrer für Feierwütige im Einsatz gewesen. Bis ich irgendwann gesagt habe ich lasse es einfach mit dem feiern gehen und dem zwanghaften Versuch damit unter Menschen zu kommen. Wenn ich auf Geschäftsessen bin kommt ab und zu mal die schiefe Frage wieso ich eigentlich nur Wasser trinke und bis auf den chinesischen Kulturraum kann man es dann aber relativ schnell erklären und dann hat sich die Sache. Heute würde ich sagen es entstehen keine Nachteile und für mich selber bin ich zur Erkenntnis gekommen, Alkohol senkt die Hemmschwelle, hilft vielleicht mal über sich hinaus zu gehen und mit jemanden rumzumachen aber für mehr ist es nicht zu gebrauchen. Ich genieße dafür das ich jederzeit in der Lage bin auf meine mentalen Fähigkeiten zuzugreifen.

Ich würde nicht sagen, das es als Männlichkeit zählt, vielleicht liegt es auch an deiner gesellschaftlichen Umgebung. Bei mir komme ich mittlerweile ganz gut damit klar und die meisten Freunde verstehen meine Beweggründe. Sehe die positiven Dinge, du kannst zum Beispiel Fahrer sein und dich somit in die Gruppe einbringen oder erzählen wieso du keinen Alkohol trinkst oder nicht viel verträgst. Bei mir kommt dies gut an und ich fahre sehr gut damit. Ich selber sehe auch gar keinen Zusammenhang mit kein Alkohol und dem AB dasein.

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Re: AB weil Abstinenzler?

Beitrag von Polarfuchs » Montag 15. Juli 2019, 14:18

Wenig Alhohol trinken finde ich jetzt nicht so problematisch. Massiven Alkoholmissbrauch finde ich viel problematischer.

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Re: AB weil Abstinenzler?

Beitrag von NeC » Montag 15. Juli 2019, 14:58

Polarfuchs hat geschrieben:
Montag 15. Juli 2019, 14:18
Wenig Alhohol trinken finde ich jetzt nicht so problematisch. Massiven Alkoholmissbrauch finde ich viel problematischer.
Definitiv richtig! :daumen:

Ein kompletter Abstinenzler zu sein ist aber denke ich (vom sozialen Standpunkt aus gesehen) doch noch etwas problematischer als wenig Alkohol zu trinken.

system32 hat geschrieben:
Montag 15. Juli 2019, 14:17
ich habe noch nie mit Alkohol angefangen, bedeutet auch nicht probiert. Ich sehe für mich selber darin keinen Vorteil.
(...)
für mich selber bin ich zur Erkenntnis gekommen, Alkohol senkt die Hemmschwelle, hilft vielleicht mal über sich hinaus zu gehen und mit jemanden rumzumachen
Je nachdem, was für ein Typ man ist, kann das doch alleine schon ein ziemlicher Vorteil sein, oder? Nicht wenige ABs sind sehr kontrolliert. Alles wird haarklein durchdacht, jede Nuance der Kommunikation auf ihre konkrete Bedeutung abgeklopft... Bei soviel Gedankenarbeit geraten soziale Kontakte, erst recht mit Vertretern des als Partner bevorzugten Geschlechts, dann schnell zu überfordernden Situationen und einem von außen betrachtet wie erstarrt wirkendem Verhalten (was dann selten einen guten Eindruck macht). Solchen Leuten kann es durchaus helfen, bei einem abendlichen Date z.B. ein Glas Wein zu trinken -
erst recht, wenn der Datepartner mitmacht. :kopfstand:

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Re: AB weil Abstinenzler?

Beitrag von system32 » Montag 15. Juli 2019, 15:24

NeC hat geschrieben:
Montag 15. Juli 2019, 14:58
system32 hat geschrieben:
Montag 15. Juli 2019, 14:17
ich habe noch nie mit Alkohol angefangen, bedeutet auch nicht probiert. Ich sehe für mich selber darin keinen Vorteil.
(...)
für mich selber bin ich zur Erkenntnis gekommen, Alkohol senkt die Hemmschwelle, hilft vielleicht mal über sich hinaus zu gehen und mit jemanden rumzumachen
Je nachdem, was für ein Typ man ist, kann das doch alleine schon ein ziemlicher Vorteil sein, oder? Nicht wenige ABs sind sehr kontrolliert. Alles wird haarklein durchdacht, jede Nuance der Kommunikation auf ihre konkrete Bedeutung abgeklopft... Bei soviel Gedankenarbeit geraten soziale Kontakte, erst recht mit Vertretern des als Partner bevorzugten Geschlechts, dann schnell zu überfordernden Situationen und einem von außen betrachtet wie erstarrt wirkendem Verhalten (was dann selten einen guten Eindruck macht). Solchen Leuten kann es durchaus helfen, bei einem abendlichen Date z.B. ein Glas Wein zu trinken -
erst recht, wenn der Datepartner mitmacht. :kopfstand:
Stimmt, du hast Recht. Daran habe ich jetzt gerade gar nicht gedacht. Wenn das individuelle Problem in der Schüchternheit liegt kann Alkohol vielleicht doch eine Lösung sein (auch wenn es eigentlich ein Destillat ist ... WitzWitz). Den Gedanken vom Zusammenhang mit der Männlichkeit vom TO würde ich trotzdem widersprechen.

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Re: AB weil Abstinenzler?

Beitrag von yes_or_no » Montag 15. Juli 2019, 16:40

Naja, wenn ich weiß, dass wo mehrere Biere nacheinander getrunken werden sollen, zb auf der Wiesn, würd ich gleich nur Radler nehmen, um quasi länger mitmachen zu können. Anstatt dann wenn alle die zweite Mass bestellen schon heim zu wollen.
Sowas fällt bestimmt negativ auf.

Bzw wenn man in anderen Situationen (nicht Wiesn!) einfach erklärt, warum man nicht mittrinkt und nur Cola oä bestellt.
ZB wenn man dazu sagt, es geht nicht, wegen der Medikamente, die man gerade nimmt. Dann fällt es auch niemandem negativ auf. Das einzige, was glaube ich negativ rüberkommt, ist eher so eine "Alkohol ist schlecht und ihr seid kindisch"Haltung. Also wenn man es den anderen quasi schlecht redet und das dann auch so äußert (zb "ich trink aus Prinzip nichts, weil ich Alkohol scheiße finde").
JEDER der "für sich" entscheidet, nichts zu trinken und eine gute Ausrede (muss noch Autofahren, verträgt sich nicht mit Medikamenten, muss morgen früh raus, bin heute schon zu müde) parat hat, wirkt damit authentisch und ich denke, so jemanden lässt man dann auch so sein wie er ist. Schließlich hat er einen Grund, der nachvollziehbar ist. Und verdirbt einem selbst nicht den Spaß.

Nur meine Meinung/Beobachtung.

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Re: AB weil Abstinenzler?

Beitrag von Saraj » Montag 15. Juli 2019, 16:56

Ich kann aus gesundheitlichen Gründen mittlerweile schon seit vielen Jahren absolut keinen Alkohol mehr trinken und dachte bislang oft, das müsse ich verheimlichen oder überspielen, weil ich sonst sozial nicht verträglich sei. Früher habe ich relativ viel Alkohol getrunken (nicht bis zur Bewusstlosigkeit, aber durchaus ordentlich), auch um mit meiner Sozialphobie in Partysituationen klarzukommen und mal von allem loslassen zu können. AB bin ich trotzdem geworden.

Auch meiner Meinung nach ist das wichtig, was yes_or_no sagt. Man sollte authentisch sein, aber sich nicht mit einer Anti-Alkohol-Haltung über die anderen stellen.
Natürlich weiß ich nicht, ob jeder so denkt. Aber ein Freundeskreis, in dem ich abgelehnt würde, weil ich mich nicht besaufen möchte/kann, oder ein Partner, der mich deswegen nicht will, würde mich am Ende sowieso nicht glücklich machen.

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Re: AB weil Abstinenzler?

Beitrag von Cascade » Montag 15. Juli 2019, 17:21

Das man durch Alkoholkonsum in gewisser Weise lockerer wird, das ist schon richtig. Letztendlich muss das jeder für sich selber entscheiden.

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Re: AB weil Abstinenzler?

Beitrag von Melli » Montag 15. Juli 2019, 17:39

Ich vertrage auch nicht viel, aber das heißt nicht, das ich ab und zu nicht gerne mal etwas rüsselte 🍹

Das Problem mit dem Gruppendruck zum Saufen stellt sich mir nicht, hat es auch früher nicht so sehr. Wenn ich mich in bestimmten Kontexten nicht wohlfühlte, dann lag das bestimmt nicht daran.

Aber dann, ich mag ich viele Biere wirklich nicht so gerne 🍺

Eine enthemmende Wirkung aufgrund von Alkohol hat sich bei mir noch nie eingestellt :shock:

Auf sowas wie die Wiesn würde ich mich aber schlechterdings nicht trauen :shy:
Es genügt nicht, Löcher in die Luft zu starren, man muß auch den Blick durch sie hindurch wagen.

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Re: AB weil Abstinenzler?

Beitrag von schmog » Montag 15. Juli 2019, 17:44

Polarfuchs hat geschrieben:
Montag 15. Juli 2019, 14:18
Wenig Alhohol trinken finde ich jetzt nicht so problematisch. Massiven Alkoholmissbrauch finde ich viel problematischer.
So sehe ich das auch! :daumen:
Schreib dein Leben auf ein Stück Papier und warte bis die Zeit vergeht.

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Re: AB weil Abstinenzler?

Beitrag von Giebenrath » Montag 15. Juli 2019, 18:02

Ich denke das Gruppendruck nach der Pubertät kein Thema sein sollte. Für erwachsene Männer gibt es inzwischen genug allgemein akzeptierte Ausreden nichts zu trinken.
Es gelingt mir zum Beispiel ziemlich gut von der rituellen Druckbetankung Abstand zu gewinnen, indem ich auf der Tanzfläche herumhampel. :tanzen2:

Problematisch wird es natürlich, wenn der Abstinenzler Veranstaltungen mit Trinkangeboten wie Familienfeiern, Volksfeste u.a. komplett meidet.
Give a man a mask and he will show his true face. - Oscar Wilde

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Re: AB weil Abstinenzler?

Beitrag von Der Asiate » Montag 15. Juli 2019, 18:42

Wenn man mit den richtigen Leuten zusammen ist und nicht zu sehr übertreibt, sollte auch eine Anti-Alkohol-Haltung unproblematisch sein.
Giebenrath hat geschrieben:
Montag 15. Juli 2019, 18:02
Problematisch wird es natürlich, wenn der Abstinenzler Veranstaltungen mit Trinkangeboten wie Familienfeiern, Volksfeste u.a. komplett meidet.
Denke ich auch.
Das wichtigste im Leben sind deine Familie, deine Freunde und deine Gesundheit. Nimm dir Zeit für deine Familie und Freunde, sonst nimmt die Zeit sie dir. Dann bist du irgendwann nicht nur krank, sondern auch ganz allein.​

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Re: AB weil Abstinenzler?

Beitrag von LonesomeCoder » Montag 15. Juli 2019, 18:47

Optimist hat geschrieben:
Montag 15. Juli 2019, 14:08
Ich vertrage Alkohol nicht sonderlich gut, meist ist nach zwei Bier Schluss. Leider ist es so, dass bei vielen sozialen Begegnungen der Genuss von alkoholischen Getränken wie selbstverständlich dazugehört. In der Schulzeit bin ich auch nur ungerne feiern gegangen, weil das meist nur aufs Saufen hinauslief. Das ist mir auch bei meinem Auslandssemester vor einigen Jahren aufgefallen. Immerhin ist Rauchen längst nicht mehr so populär wie zu meiner Schulzeit, dafür ist jetzt Kiffen ziemlich in, wofür ich mich auch nicht unbedingt begeistern kann.

Besonders viel vertragen zu können gilt immer noch als Zeichen von Männlichkeit und Stärke und man fällt in Gruppensituationen negativ auf wenn man etwas nicht-alkoholisches bestellt.
In meiner Schulzeit und im Zivildienst galt noch: je mehr jemand trinkt, desto besser war das Ansehen bei den Frauen. Das legte sich aber so ab etwa 25 rum, als die meisten dann reifer wurden und die Zeit mit jedes WE auf einer Party endete. Jetzt mit 30 würde ich sagen, nichts trinken ist kein Nachteil mehr. Teils kommt das sogar besser als (viel) trinken.
Warnung vor Pickup: https://www.abtreff.de/viewtopic.php?p=1062199#p1062199
Wissenschaftliches Standardwerk über (männliches) AB-tum: https://www.springer.com/de/book/9783658059231
Geschlechtsspezifische Partnerwahl und Sexualitätsmerkmale: https://d-nb.info/1037687477/34

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Re: AB weil Abstinenzler?

Beitrag von Mit müden Augen » Montag 15. Juli 2019, 19:07

LonesomeCoder hat geschrieben:
Montag 15. Juli 2019, 18:47
In meiner Schulzeit und im Zivildienst galt noch: je mehr jemand trinkt, desto besser war das Ansehen bei den Frauen. Das legte sich aber so ab etwa 25 rum, als die meisten dann reifer wurden und die Zeit mit jedes WE auf einer Party endete. Jetzt mit 30 würde ich sagen, nichts trinken ist kein Nachteil mehr. Teils kommt das sogar besser als (viel) trinken.
Ob das Ansehen bei Frauen besser war keine Ahnung, aber mein Gefühl sagt mir mit dem Alter sinkt der Alkoholverbrauch in der Tat und das ist gut so. Ich selber trinke nie und wer damit ein Problem hat hat selber ein Problem, nicht ich. :roll: Klar, wenn ich jetzt jeden bekehren will kommt das sicher schlecht an, aber ansonsten, leben und leben lassen...
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Re: AB weil Abstinenzler?

Beitrag von Le Chiffre Zéro » Montag 15. Juli 2019, 19:31

NeC hat geschrieben:
Montag 15. Juli 2019, 14:58
system32 hat geschrieben:
Montag 15. Juli 2019, 14:17
ich habe noch nie mit Alkohol angefangen, bedeutet auch nicht probiert. Ich sehe für mich selber darin keinen Vorteil.
(...)
für mich selber bin ich zur Erkenntnis gekommen, Alkohol senkt die Hemmschwelle, hilft vielleicht mal über sich hinaus zu gehen und mit jemanden rumzumachen
Je nachdem, was für ein Typ man ist, kann das doch alleine schon ein ziemlicher Vorteil sein, oder? Nicht wenige ABs sind sehr kontrolliert. Alles wird haarklein durchdacht, jede Nuance der Kommunikation auf ihre konkrete Bedeutung abgeklopft... Bei soviel Gedankenarbeit geraten soziale Kontakte, erst recht mit Vertretern des als Partner bevorzugten Geschlechts, dann schnell zu überfordernden Situationen und einem von außen betrachtet wie erstarrt wirkendem Verhalten (was dann selten einen guten Eindruck macht). Solchen Leuten kann es durchaus helfen, bei einem abendlichen Date z.B. ein Glas Wein zu trinken -
erst recht, wenn der Datepartner mitmacht. :kopfstand:
Es kommt da ganz auf die eigenen Präferenzen an.

Mancher mag es so sehen wie Außenstehende, nämlich, daß er zu steif ist und lockerer werden sollte. (@Tania: So™ war das nicht gemeint.) Andere wiederum, besonders Kopfmenschen, sehen das nicht als den Fehler namens Steifigkeit, sondern als das Feature namens Kontrolle. Kontrolle über die Situation. Und ganz besonders Kontrolle über sich selbst. Diese Kontrolle und die damit verbundene Contenance wollen sie für nichts in der Welt aufgeben – besonders nachdem sie gesehen haben, wozu Alkoholkonsum bei anderen Menschen führt. Nein, so wollen sie nicht sein.

Lockerheit vs. Contenance (also der, der laut grölend mit einem Lampenschirm auf den Kopf eine Polonaise anführt, vs. der stereotypische Film-noir-Privatdetektiv) ist aber nur ein Aspekt. Der andere ist ein sozialer. Häufig genug gehört man, wenn man keinen Alkohol trinkt, nicht „dazu“. Auf dem von yes_or_no schon erwähnten Oktoberfest ist es schwer bis unmöglich, nicht aus dem Rahmen zu fallen, wenn man absoluter Abstinenzler ist und nicht einmal ein Radler* zu trinken bereit ist.

Dasselbe gilt für Cocktailbars, die keine alkoholfreien Cocktails ausschenken – das kann einem sogar in Edelbars in großen Metropolen passieren. Da steht man dann inmitten von Cocktailtrinkern und hat als einziger im ganzen Gebäude Mineralwasser in seinem Glas. Oder man trinkt überhaupt nichts, weil man nicht unbedingt in einer Cocktailbar etwas trinken will, was kein Cocktail ist. In der Dorfkneipe mag das noch löblich sein und praktisch für die anderen, wenn zumindest einer noch fahren darf, während sich alle anderen an reichlich Bier und wie auch immer geartetem Branntwein laben können (allerdings ist man als Abstinenzler immer derjenige, was auch reichlich ausgenutzt wird). In der Cocktailbar ist das irrelevant, denn wo man nie länger auf öffentliche Verkehrsmittel warten muß als 20 Minuten, aber umgekehrt nicht direkt vor der Haustür parken kann, braucht man keinen Pkw, also auch niemanden, der am Ende der Nacht noch fahrtüchtig ist. Wer sich also abnormalerweise keinen Cocktail bestellt, ist nicht zuvorkommend, sondern „komisch“.

*Hier oben ist eher der Begriff „Alsterwasser“ geläufig, aber in Süddeutschland (alles jenseits des Rangierbahnhofs Maschen) ist dieser Ausdruck leider unbekannt …
Melli hat geschrieben:
Montag 15. Juli 2019, 17:39
Auf sowas wie die Wiesn würde ich mich aber schlechterdings nicht trauen :shy:
Ich übrigens auch nicht. Ich sehe nicht ein, warum ich einmal ganz ans andere Ende der Republik fahren soll zu einer Veranstaltung, auf der ich keinen Alkohol trinke, auch wenn das von mir erwartet wird, auf der nur grauenerregende Musik zu hören ist und die mir als eingefleischtem Nordlicht auch kulturell gegen den Strich geht.
Giebenrath hat geschrieben:
Montag 15. Juli 2019, 18:02
Problematisch wird es natürlich, wenn der Abstinenzler Veranstaltungen mit Trinkangeboten wie Familienfeiern, Volksfeste u.a. komplett meidet.
Das Trinkangebot ist nicht das Problem. Trinkerwartung oder gar Trinkzwang ist aber ein Problem. Siehe Wiesn.

Folgende theoretische Möglichkeiten hätte man:
  • alkoholische Getränke trinken wie alle anderen (kommt für den Abstinenzler nicht in Frage)
  • alkoholfreie Getränke trinken (wenn man Glück hat, wird man schräg angesehen; wenn man Pech hat, ist das überhaupt nicht möglich)
  • nichts trinken (man wird schräg angesehen, besonders von Leuten, die irgendwann bemerkt haben, daß man den ganzen Abend noch nichts getrunken hat, während sie selbst schon ihr sechstes Bier haben)
  • gar nicht erst erscheinen (fällt am wenigsten auf, aber wenn es zu solchen Veranstaltungen keine Alternativen gibt, leidet das Sozialleben)
LonesomeCoder hat geschrieben:
Montag 15. Juli 2019, 18:47
In meiner Schulzeit und im Zivildienst galt noch: je mehr jemand trinkt, desto besser war das Ansehen bei den Frauen.
… was bei Jugendlichen zum einen die Popularität von Flatratepartys und zum anderen Komasaufen erklärt.

Teilweise ist es sogar heute noch so, daß man im Altersbereich von ca. 19±2 Jahren annähernd null Chancen bei Frauen hat, wenn man nicht raucht, weil nur Raucher cool und männlich sind. (Und damit meine ich richtige Zigaretten. Mit E-Zigaretten kann man immer noch anfangen, wenn man Student und Hipster wird, zumal man dann meistens in einer Gegend landet, wo an allen Ecken und Enden Rauchverbot herrscht.)
← Das da sind keine Klaviertasten. Es sind Synthesizertasten. Doch, da gibt es Unterschiede.
Bisherige Signatur ersetzt, weil die sowieso kaum jemand liest.

INTJ nach Myers-Briggs

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Re: AB weil Abstinenzler?

Beitrag von Tania » Montag 15. Juli 2019, 20:03

Solange es nur um Soziales geht, ist das Nichttrinker-Außenseitertum ja noch zu verschmerzen. Gute Freunde akzeptieren es (sonst kommen sie nie in diese Rolle), flüchtige Bekannte kann man mit Ausreden a la "muss noch fahren", "morgen früh zeitig raus", "noch fertig von gestern", "nehme Antibiotika", "morgen kommt Oma zu Besuch" trösten.

Echte Probleme hatte ich mal bei nem Job im Ausland, wo betriebliche Gelage die einzige Möglichkeit waren, dem Chef paar Vorschläge zu unterbreiten. Da habe ich dann die Liste erweitert um "dezent dem Kellner mitteilen, dass er mir bei Bestellung eines Getränkes IMMER ungefragt die alkoholfreie Variante bringt, aber die alkoholische berechnet." Verbunden mit etwas schauspielerischem Talent klappte das prima.

Le Chiffre Zéro hat geschrieben:
Montag 15. Juli 2019, 19:31
Mancher mag es so sehen wie Außenstehende, nämlich, daß er zu steif ist und lockerer werden sollte. (@Tania: So™ war das nicht gemeint.)
Du kennst mich inzwischen einfach zu gut ;)

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Re: AB weil Abstinenzler?

Beitrag von Captain Unsichtbar » Montag 15. Juli 2019, 20:25

Giebenrath hat geschrieben:
Montag 15. Juli 2019, 18:02
Problematisch wird es natürlich, wenn der Abstinenzler Veranstaltungen mit Trinkangeboten wie Familienfeiern, Volksfeste u.a. komplett meidet.
Ich meide grundsätzlich jegliche Anlässe, bei denen ich befürchten muss, dass ordentlich gebechert wird. Ich kann alkoholisierte Menschen nicht ausstehen. Es ist nicht wirklich funny als einzige nüchterne Person mit völlig aufgedrehten Menschen abzuhängen. Been there, done that. Da stelle ich mir das Hüten einer Horde Kleinkinder noch angenehmer vor...

btw. bin ich eigentlich der Einzige, der Getränke wie Wein und Bier vom Geschmack her einfach nur widerlich findet? Ich habe bis heute nicht verstanden was daran so lecker oder sonst wie toll sein soll. Aber so gesehen: das selbe Problem habe ich auch mit Kaffee. :mrgreen:
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Re: AB weil Abstinenzler?

Beitrag von Mit müden Augen » Montag 15. Juli 2019, 20:36

Captain Unsichtbar hat geschrieben:
Montag 15. Juli 2019, 20:25
btw. bin ich eigentlich der Einzige, der Getränke wie Wein und Bier vom Geschmack her einfach nur widerlich findet? Ich habe bis heute nicht verstanden was daran so lecker oder sonst wie toll sein soll. Aber so gesehen: das selbe Problem habe ich auch mit Kaffee. :mrgreen:
Als ich Wein zuletzt probiert habe (als Jugendlicher vermutlich) war/ist meine Meinung dazu "schmeckt wie Essig". Bei Bier schreckt mich schon der Geruch ab. Kaffee trinke ich mittlerweile allerdings.
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Re: AB weil Abstinenzler?

Beitrag von Reinhard » Montag 15. Juli 2019, 20:42

Captain Unsichtbar hat geschrieben:
Montag 15. Juli 2019, 20:25
Giebenrath hat geschrieben:
Montag 15. Juli 2019, 18:02
Problematisch wird es natürlich, wenn der Abstinenzler Veranstaltungen mit Trinkangeboten wie Familienfeiern, Volksfeste u.a. komplett meidet.
Ich meide grundsätzlich jegliche Anlässe, bei denen ich befürchten muss, dass ordentlich gebechert wird. Ich kann alkoholisierte Menschen nicht ausstehen. Es ist nicht wirklich funny als einzige nüchterne Person mit völlig aufgedrehten Menschen abzuhängen. Been there, done that. Da stelle ich mir das Hüten einer Horde Kleinkinder noch angenehmer vor...
Ja, das kenne ich. Meine ersten Erfahrungen waren als nüchternes Kind inmitten Gruppen von eher stark alkoholisierten Jugendlicher oder "Erwachsener". Das habe ich erst viel später gemerkt, dass man mit mäßigen Alkoholkonsum auch erstmal nur lustig sein kann, bevor es ins "albern" oder "gröhlend"/etc. umkippt.

Captain Unsichtbar hat geschrieben:
Montag 15. Juli 2019, 20:25
btw. bin ich eigentlich der Einzige, der Getränke wie Wein und Bier vom Geschmack her einfach nur widerlich findet? Ich habe bis heute nicht verstanden was daran so lecker oder sonst wie toll sein soll. Aber so gesehen: das selbe Problem habe ich auch mit Kaffee. :mrgreen:

Bier mag ich auch nicht. Wein hingegen ist praktisch Fruchtsaft mit was extra. :hierlang:
Temporäre Signatur bis jeder das Video gesehen hat:

https://www.youtube.com/watch?v=vmkG5l7CaGw :hierlang:

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Re: AB weil Abstinenzler?

Beitrag von NeC » Montag 15. Juli 2019, 21:17

Mit müden Augen hat geschrieben:
Montag 15. Juli 2019, 20:36
Wein (...) "schmeckt wie Essig"
Exakt diese Erkenntnis hatten wir gerade erst in Travemünde! :lach:

Im Ernst: Bier und Wein sind für mich Getränke, die jeweils zu bestimmten Dingen passen. Zu anderen aber dann auch wieder so gar nicht. Und die wahnsinnig vielen verschiedenen Sorten gibt es sicherlich ja auch nicht ohne Grund. Möglicherweise muss man erst so eine leckere Kombination entdeckt haben, bevor man gefallen daran findet. Ich mochte beides auch nicht von klein auf, und speziell an Bier habe ich erst relativ spät Gefallen gefunden.

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