Wollen die Leute heutzutage überhaupt Beziehungen?

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Seb-X
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Re: Wollen die Leute heutzutage überhaupt Beziehungen?

Beitrag von Seb-X » Freitag 6. September 2019, 14:38

Tania hat geschrieben:
Samstag 31. August 2019, 23:29
Ich kenne allerdings genug Leute - sogar hier im Forum - die das gesamte Paket leben. So mit Zusammenziehen, Hochzeit, Kindern ... Und ich kenne auch genug Leute, die "nichts Festes" wollen. Und ein paar, die gar nichts in Richtung Partnerschaft - egal wie fest oder locker - wollen.
Da stellt sich mir zuerst die Frage: Wie kann man nur so viele Leute persönlich so gut kennen? :gruebel:
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Re: Wollen die Leute heutzutage überhaupt Beziehungen?

Beitrag von Tania » Freitag 6. September 2019, 14:58

Seb-X hat geschrieben:
Freitag 6. September 2019, 14:38
Tania hat geschrieben:
Samstag 31. August 2019, 23:29
Ich kenne allerdings genug Leute - sogar hier im Forum - die das gesamte Paket leben. So mit Zusammenziehen, Hochzeit, Kindern ... Und ich kenne auch genug Leute, die "nichts Festes" wollen. Und ein paar, die gar nichts in Richtung Partnerschaft - egal wie fest oder locker - wollen.
Da stellt sich mir zuerst die Frage: Wie kann man nur so viele Leute persönlich so gut kennen? :gruebel:
Was heisst denn "so gut"? Um zu wissen, ob jemand verheiratet ist und Kinder hat, reicht eine Elternversammlung ....

Und von "persönlich" war nicht die Rede. Mit manchen halte ich auch nur schriftlich Kontakt. Das zum Teil aber auch schon seit Jahren.

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Re: Wollen die Leute heutzutage überhaupt Beziehungen?

Beitrag von LonesomeCoder » Freitag 6. September 2019, 15:41

Tania hat geschrieben:
Freitag 6. September 2019, 12:04
Damit kannst Du aber nur einem Teil aller Frauen eine schöne Zeit bescheren. Klar, die genannten Punkte sind durchaus attraktiv, aber recht viele Damen wünschen sich - sofern sie überhaupt eine Affäre wünschen - doch ein paar Dinge mehr.
Kein Mann wird zu jeder Frau passen. Einige Frauen, die mich nicht wollen würde, würde ich eh auch von mir aus nicht wollen, etwa als Kapitalismusgegner eine auf Statussymbole fixierte Golddiggerin oder als gemütlicher Genussmensch eine Frau, die ihre Freizeit mit Sport und Kalorien zählen verbringt. Ich hätte auch kein Problem, wenn eine Frau neben mir noch andere Männer hat. Was zu wollen, was ich nicht biete, wäre also kein Problem. Sollte sie sich woanders holen. Alle paar Monate einmal Zeit für mich würde mir reichen.
NeC hat geschrieben:
Freitag 6. September 2019, 13:19
Das klingt zwar erstmal sehr positiv, aber ich fürchte, Du hast bei dieser Formulierung etwas anderes im Sinn, als es sich viele Frauen wünschen. Du schreibst ja öfter, dass Dich soziale Situationen mit Leuten, die Deinen Lebensstil und Deine Interessen nicht teilen, nicht interessieren. z.B. Leute mit Familie oder ausgeprägter Lust auf Reisen oder sportliche Aktivitäten. Mit denen magst Du eigentlich nicht reden und denen auch nicht zuhören. Damit fürchte ich, würdest Du leider nur bei Deinen speziellen Themen und beim Abstimmen der sexuellen Aktivitäten reden, zuhören und mitdenken wollen.

Ich hoffe, Du siehst das nicht als Vorwurf. Es war nur der Gedanke, dass Dir vielleicht nicht klar ist, dass Du mit den gleichen Worten etwas beschreibst, was die gesuchten Frauen ganz anders interpretieren.

Vielleicht ist Dir auch hier nicht klar, dass Du sehr wohl einen (für Dich) schönen Körper verlangst. Du schließt Frauen ab einer bestimmten Differenz zu Deinem Lebensalter komplett aus, und Du suchst Frauen, deren Optik Dich sexuell stimuliert. Daran ist auch absolut nichts verkehrt, aber wie gesagt: damit stellst Du Ansprüche an ihren Körper.
Frauen mit minderjährigen Kindern lehne ich in der Tat ab. Mit Frauen, die reisen, würde ich schon reden und mich auf sie einlassen und sogar drüber reden. Ein besseres Beispiel: über Serien oder Promis würde ich nicht reden wollen. Aber da ich lockere Bettgeschichten und keine Beziehungen suche, sollte es eigentlich kaum relevant sein, ob es genug Gesprächsthemen und Freizeitaktivitäten für einen gemeinsamen Alltag gibt.

Ich filtere nicht wegen der Optik nach dem Alter (ich habe schon ein Schönheitsempfinden, aber ich selektiere nicht danach und ich fand sogar schon etwa Lehrerinnen als Schüler hübsch, die 40 oder 45 waren und ich damals 20). Mit einer Frau ins Bett gehen, die vom Alter her meine Mutter sein könnte, fühlt sich einfach falsch an. Genau so wie mit einer, die meine Tochter sein könnte. Außerdem ist viel zu jung aussehen eines meiner größten Probleme und die meisten Frauen wollen ältere Männer. Auch sind Frauen über meinen Alter meist schon verheiratet mit kleinen Kindern. Vereinzelt suchen ältere Frauen zwar einen jungen Mann, aber den schönen, frischen Körper, den sie wollen, den kann ich ihnen nicht bieten. Es geht ihnen ja nicht um die Jahreszahl beim Geburtsdatum. Auch dürfte im Schnitt mit steigenden Alter die Erfahrung höher sein und damit mein Rückstand größer.
Hier viewtopic.php?p=1132599#p1132599 steht im letzten Absatz noch ein weiterer Grund, der für meine Ziele gegen ältere Frauen spricht. Sie suchen Männer für Beziehungen und die Zeit des Austobens ist vorbei.
Warnung vor Pickup: https://www.abtreff.de/viewtopic.php?p=1062199#p1062199
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Re: Wollen die Leute heutzutage überhaupt Beziehungen?

Beitrag von Reinhard » Freitag 6. September 2019, 17:13

Tania hat geschrieben:
Donnerstag 5. September 2019, 23:15
Reinhard hat geschrieben:
Donnerstag 5. September 2019, 22:43
Aber wenn man nicht in einer Beziehung ist, scheint mir, dass viele nicht wieder in eine Beziehung wollen. Also gerade die Beziehungserfahrenen. Naja, so zumindest mein Eindruck, der eben den Thread jetzt ausgelöst hat.
Kannst Du vielleicht mal paar Zitate bringen, die nachvollziehen lassen, wie Du zu diesem Eindruck gekommen bist?
Schwierig ... das war nicht ein konkreter Beitrag sondern ein Eindruck, der sich über die Zeit aufgebaut hat. Auch von außerhalb des Forums, teilweise. Und wenn ich mal so einen konkreteren Eindruck hatte, dann war es vermutlich bei einem Vielposter wie Peter oder dir selbst. :?

Ich habe sie leider nicht gesammelt vorher. Aber ich kann mal schauen, was ich so finde. :gruebel:

Tania hat geschrieben:
Donnerstag 5. September 2019, 23:15
Denn mein Eindruck ist eher, dass es da eine Reihenfolge gibt:
dysfunktionale, anstrengende, unglückliche Beziehung < Singledasein < funktionale, arbeitsreiche, glückliche Beziehung < Rosarotewolkenmitglitzereinhornbeziehung
Ja, aber die Einteilung hätte man zu allen Zeiten machen können, aber es kann sich trotzdem die Grenze verschoben haben, was als funktionierend und nichtfunktionierend gilt. Beispielsweise. Vielleicht ist auch das Singlesein attraktiver geworden; oder die Leute springen mehr an auf Gerede von der persönlichen Unabhängigkeit und Versprechen von Selbstverwirklichung. :gruebel:
Mag ja sein, dass jeder seines Glückes Schmied ist.

Aber dabei sollte nicht vergessen werden, dass manche von Haus aus eine komplette Werkstatt mitbekommen, und andere nur einen Hammer und nicht mal einen Amboss.

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Re: Wollen die Leute heutzutage überhaupt Beziehungen?

Beitrag von Tania » Freitag 6. September 2019, 18:04

Reinhard hat geschrieben:
Freitag 6. September 2019, 17:13

Und wenn ich mal so einen konkreteren Eindruck hatte, dann war es vermutlich bei einem Vielposter wie Peter oder dir selbst. :?
Komisch :gruebel: Peter ist doch glücklicher Beziehungsmensch. Und ich selbst hätte durchaus gern einen lieben Menschen in meinem Leben ... kann mir derzeit nur das klassische 24/7-Modell mit Zusammenziehen, Hochzeitsplänen usw. nicht vorstellen.
Ja, aber die Einteilung hätte man zu allen Zeiten machen können, aber es kann sich trotzdem die Grenze verschoben haben, was als funktionierend und nichtfunktionierend gilt. Beispielsweise. Vielleicht ist auch das Singlesein attraktiver geworden; oder die Leute springen mehr an auf Gerede von der persönlichen Unabhängigkeit und Versprechen von Selbstverwirklichung. :gruebel:
Rein logisch betrachtet wäre es reichlich sinnfrei, eine Beziehung zu führen, wenn man selbst oder der Partner damit langfristig betrachtet unglücklicher ist als als Single. Je besser man sich als Single fühlt, desto besser müsste also auch eine Beziehung laufen.

Dummerweise ist dieses "besser fühlen" höchst subjektiv. Da jetzt allgemeine Aussagen abzuleiten, halte ich für ziemlich schwer ...

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Re: Wollen die Leute heutzutage überhaupt Beziehungen?

Beitrag von LonesomeCoder » Freitag 6. September 2019, 23:08

Tania hat geschrieben:
Freitag 6. September 2019, 18:04
Rein logisch betrachtet wäre es reichlich sinnfrei, eine Beziehung zu führen, wenn man selbst oder der Partner damit langfristig betrachtet unglücklicher ist als als Single. Je besser man sich als Single fühlt, desto besser müsste also auch eine Beziehung laufen.
Zumindest früher gab es noch einen externen Druck für Beziehung und Kinder haben.
Warnung vor Pickup: https://www.abtreff.de/viewtopic.php?p=1062199#p1062199
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Re: Wollen die Leute heutzutage überhaupt Beziehungen?

Beitrag von Reinhard » Sonntag 8. September 2019, 20:29

Reinhard hat geschrieben:
Freitag 6. September 2019, 17:13
Tania hat geschrieben:
Donnerstag 5. September 2019, 23:15
Reinhard hat geschrieben:
Donnerstag 5. September 2019, 22:43
Aber wenn man nicht in einer Beziehung ist, scheint mir, dass viele nicht wieder in eine Beziehung wollen. Also gerade die Beziehungserfahrenen. Naja, so zumindest mein Eindruck, der eben den Thread jetzt ausgelöst hat.
Kannst Du vielleicht mal paar Zitate bringen, die nachvollziehen lassen, wie Du zu diesem Eindruck gekommen bist?
Schwierig ... das war nicht ein konkreter Beitrag sondern ein Eindruck, der sich über die Zeit aufgebaut hat. Auch von außerhalb des Forums, teilweise. Und wenn ich mal so einen konkreteren Eindruck hatte, dann war es vermutlich bei einem Vielposter wie Peter oder dir selbst. :?

Ich habe sie leider nicht gesammelt vorher. Aber ich kann mal schauen, was ich so finde. :gruebel:
So, ich habe jetzt geschaut, ob ich was finde. :/


Da hast du was geschrieben, dass Beziehung nur eine Ergänzung des Lebens ist:
viewtopic.php?p=1129832#p1129832

Bei dem Beitrag habe ich genau das gemacht, wovor am Ende gewarnt wurde, nicht zu tun:
viewtopic.php?p=1129584#p1129584

Hier habe ich noch einen eigenen Beitrag mit Zwischenfazit gefunden:
viewtopic.php?p=1128604#p1128604

Ein Beitrag von Peter, in dem die "man hat eh keine Konkurrenz" Diskussion losgegangen ist ... was im anderen Thread nicht diskutiert wurde, aber was mir halt irgendwie hängenblieb war "die Frau hatte an der möglichen Konkurrenz eh kein Interesse" ===>> ja, hat sie denn überhaupt Interesse ???
viewtopic.php?p=1128900#p1128900

Noch ein Beitrag von bettaweib, wo sie empfiehlt, um Affären einen Bogen zu machen:
viewtopic.php?p=1126312#p1126312

Hier schreibst du was über nicht so andere Kriterien für Partnerwahl als für Nur-Sex. Da habe ich mich auch gefragt, ob die Kriterien dann wirklich weniger strikt sind, oder eher noch strikter für eine Beziehung:
viewtopic.php?p=1125642#p1125642

Da nochmal was von dir konkret zum Thema "ernsthaft suchen":
viewtopic.php?p=1125220#p1125220


Und ja, die Frage danach, was das für das Beziehungsinteresse bedeutet habe ich mir schon damals gestellt. Es gab sicher noch mehr Beiträge, die ich jetzt bei meiner Suche nicht gefunden habe. Insbesondere einen von mutmaßlich Peter habe ich noch einen im Kopf, aber nicht gefunden. Der ist eigentlich super-positiv so in etwa "bei einer solchen Steilvorlage kann sie bei Beziehungsinteresse ja leicht verwandeln" und ich mir dann dachte, und wenn er nicht verwandelt wird, dann muss sie ja wohl kein Beziehungsinteresse gehabt haben ... also irgendwie umgekehrt als er eigentlich gemeint war, aber ... naja ... auch nicht ganz unlogisch mitgedacht.


Und naja ... Jammern gibt es ja immer mal wieder in Sachen "warum findet man denn niemand Interessierten?" Ist halt auch ein Problem- und Jammerforum. Aber vielleicht gibt es halt einfach wenig Interessierte?
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Re: Wollen die Leute heutzutage überhaupt Beziehungen?

Beitrag von Tania » Sonntag 8. September 2019, 23:19

Zur Erinnerung: es ging um Deinen Eindruck, dass Leute nicht (wieder) eine Beziehung wollen. Richtig?
Reinhard hat geschrieben:
Sonntag 8. September 2019, 20:29
Da hast du was geschrieben, dass Beziehung nur eine Ergänzung des Lebens ist:
viewtopic.php?p=1129832#p1129832
Das "nur" hast Du erfunden. Ich habe geschrieben, eine Beziehung sei eine wunderschöne Ergänzung des Lebens. Wie kommt man da zu der Schlussfolgerung, ich würde keine Beziehung wollen?

Wenn ich im Restaurant zum Kellner sage "Das Schokoeis wäre eine wunderschöne Ergänzung dieses tollen Menüs", dann geht der doch auch nicht davon aus, dass ich kein Eis will ... :gruebel:
Bei dem Beitrag habe ich genau das gemacht, wovor am Ende gewarnt wurde, nicht zu tun:
viewtopic.php?p=1129584#p1129584
Versteh ich nicht ... wovor wird wo gewarnt? :gruebel:
Hier habe ich noch einen eigenen Beitrag mit Zwischenfazit gefunden:
viewtopic.php?p=1128604#p1128604
Eigene Beiträge als Beleg für die eigene Meinung zu nehmen, ist zwar elegant, aber wenig überzeugend.
Ein Beitrag von Peter, in dem die "man hat eh keine Konkurrenz" Diskussion losgegangen ist ... was im anderen Thread nicht diskutiert wurde, aber was mir halt irgendwie hängenblieb war "die Frau hatte an der möglichen Konkurrenz eh kein Interesse" ===>> ja, hat sie denn überhaupt Interesse ???
viewtopic.php?p=1128900#p1128900
Wenn der Grund für ihr Desinteresse an der "Konkurrenz" ist, dass diese Leute allesamt für sie nicht als Beziehungspartner in Frage kommen, oder dass sie sich bereits heftig in jemanden verguckt hat, dann hat sie wahrscheinlich durchaus Interesse an einer Beziehung. Nur eben nicht an einer Beziehung mit einem der erwähnten "Konkurrenten".
Noch ein Beitrag von bettaweib, wo sie empfiehlt, um Affären einen Bogen zu machen:
viewtopic.php?p=1126312#p1126312
Sie schrieb "Wenn Frau eine Beziehung sucht sollte sie wirklich einen großen Bogen um Affairen machen." Also: wer Interesse an einer Beziehung hat, sollte keine Affäre anfangen. Klingt für mich, als gäbe es auch hier Interesse an einer Beziehung.

Hier schreibst du was über nicht so andere Kriterien für Partnerwahl als für Nur-Sex. Da habe ich mich auch gefragt, ob die Kriterien dann wirklich weniger strikt sind, oder eher noch strikter für eine Beziehung:
viewtopic.php?p=1125642#p1125642
Eigentlich habe ich geschrieben, dass die Kriterien für Nur-Sex sich von den Kriterien für eine Beziehung unterscheiden. Bei einem Sexdienstleister wäre mir egal, ob er warmherzig ist - bei einem Partner wäre mir wurscht, wie lang sein bestes Stück ist.

Wieder: nichts in dem Beitrag deutet darauf hin, dass Leute keine Beziehung wollen.
Da nochmal was von dir konkret zum Thema "ernsthaft suchen":
viewtopic.php?p=1125220#p1125220
Dass der Beitrag sarkastisch ist, hast Du bemerkt?
Der ist eigentlich super-positiv so in etwa "bei einer solchen Steilvorlage kann sie bei Beziehungsinteresse ja leicht verwandeln" und ich mir dann dachte, und wenn er nicht verwandelt wird, dann muss sie ja wohl kein Beziehungsinteresse gehabt haben ... also irgendwie umgekehrt als er eigentlich gemeint war, aber ... naja ... auch nicht ganz unlogisch mitgedacht.
Der Haken an der Logik ist: wenn die Dame eine Steilvorlage nicht verwandelt, könnte sie entweder kein Interesse an einer Beziehung mit genau diesem Herren haben, oder generell kein Beziehungsinteresse.
Und naja ... Jammern gibt es ja immer mal wieder in Sachen "warum findet man denn niemand Interessierten?" Ist halt auch ein Problem- und Jammerforum. Aber vielleicht gibt es halt einfach wenig Interessierte?
Hier sind wir allerdings in einer ganz speziellen Filterblase. Und sogar hier wird sich nicht zu wenig über die vielen Ex-ABs beschwert. Es gibt also wohl ne Menge Interessierte. Nur sind das für einige Leute eben "immer die Falschen". Andere werden aus mir teilweise völlig unklaren Gründen wirklich einfach nicht beachtet. Aber daraus jetzt zu schließen, dass es generell wenig Interessierte gäbe, finde ich echt gewagt.

Meinem Eindruck nach wünschen sich nach wie vor viele Leute eine Beziehung. Nur nicht mit Jedem, und nicht um jeden Preis. Und nicht jeder wünscht sich dasselbe Beziehungsmodell. Aber ich bin mal so frech und fasse einfach wiederholte Treffen von zwei einander liebenden Menschen, die beidd nix dagegen hätten, wenn das Ganze bis ans Lebensende dauern würde, als Beziehung auf.

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Re: Wollen die Leute heutzutage überhaupt Beziehungen?

Beitrag von LonesomeCoder » Montag 9. September 2019, 00:51

Tania hat geschrieben:
Sonntag 8. September 2019, 23:19
Meinem Eindruck nach wünschen sich nach wie vor viele Leute eine Beziehung. Nur nicht mit Jedem, und nicht um jeden Preis.
Und heute im Vergleich zu früher deutlich seltener aus wirtschaftlichen Gründen.
Warnung vor Pickup: https://www.abtreff.de/viewtopic.php?p=1062199#p1062199
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Re: Wollen die Leute heutzutage überhaupt Beziehungen?

Beitrag von Reinhard » Montag 9. September 2019, 22:41

Tania hat geschrieben:
Sonntag 8. September 2019, 23:19
Zur Erinnerung: es ging um Deinen Eindruck, dass Leute nicht (wieder) eine Beziehung wollen. Richtig?

(Die ganzen Beispiele wieder rausgekürzt)
Tut mir jetzt leid, dass ich kein einmaliges Epiphanie-ereignis benennen kann, aus dem eindeutig sich schlussfolgern lässt, dass heute keine Beziehung mehr gewünscht wird (oder das Gegenteil). Die Beispiele waren jetzt nicht dazu gedacht, das zu belegen, sondern meinen Gedankengang nachvollziehen zu lassen.

"Wie ich zu dem Eindruck kam". Und da passt auch mein eigener Beitrag rein, oder die Reaktionen, die er nicht auslöste.

Vor allem: an den Beiträgen war jetzt weniger wichtiger, was gesagt wurde, sondern wie. Eine Beziehung war jetzt nicht als etwas Erstrebenswertes dargestellt, dass man will, sondern etwas Zufälliges, das sich ergibt. In dem Sinn: Leute stellt die Anstrengungen ein, es macht eh keinen Unterschied. :hammer:

Das zweite, wo es keinen Unterschied zu machen scheint ist die Abfolge zwischen dysfunktionale Beziehung und Rosarotewolkenmitglitzereinhornbeziehung. Es scheint wenig Grund zu geben von der dysfunktionalen in die Einhornbeziehung wechseln zu wollen. Alles derselbe Schrott. Sonst gäbe es zumindest weniger dysfunktionale Beziehungen.

Gemerkt: das betrifft dann vor allem sogenannte Normalos. Die ABs sind die übriggebliebenen, die eine Beziehung noch als was Wunderbares heroisieren. Naja, ist ja fast schon Voraussetzung zum Heroisieren, dass man etwas nicht kennt. Realität ist immer langweiliger als die Vorstellung.

Tania hat geschrieben:
Sonntag 8. September 2019, 23:19
Der Haken an der Logik ist: (...)
Weiß ich doch. :schlafen:

Es war ja auch nicht die Logik sondern die dargestelle "Beziehung ist mir doch wurscht" Haltung. Das "na dann halt nicht ..."

Tania hat geschrieben:
Sonntag 8. September 2019, 23:19
Und naja ... Jammern gibt es ja immer mal wieder in Sachen "warum findet man denn niemand Interessierten?" Ist halt auch ein Problem- und Jammerforum. Aber vielleicht gibt es halt einfach wenig Interessierte?
Hier sind wir allerdings in einer ganz speziellen Filterblase. Und sogar hier wird sich nicht zu wenig über die vielen Ex-ABs beschwert. Es gibt also wohl ne Menge Interessierte. Nur sind das für einige Leute eben "immer die Falschen". Andere werden aus mir teilweise völlig unklaren Gründen wirklich einfach nicht beachtet. Aber daraus jetzt zu schließen, dass es generell wenig Interessierte gäbe, finde ich echt gewagt.

Meinem Eindruck nach wünschen sich nach wie vor viele Leute eine Beziehung. Nur nicht mit Jedem, und nicht um jeden Preis. Und nicht jeder wünscht sich dasselbe Beziehungsmodell. Aber ich bin mal so frech und fasse einfach wiederholte Treffen von zwei einander liebenden Menschen, die beidd nix dagegen hätten, wenn das Ganze bis ans Lebensende dauern würde, als Beziehung auf.

Aber wer tut denn was dafür? Dass etwas Leute haben wollen würden, ja, gibt's. Als Geschenk, viele. Aber sonst?

Ja, es gibt Männer, die in Anbaggerlokale gehen oder in Onlinebörsen rumspammen. Die tun was. Aber entweder wollen die nur Sex, oder sind diskreditiert als genau solche. 90% der Männer geben dem Rest einen schlechten Ruf. :)


-----

Und von der Einschätzung meiner eigenen Motivation habe ich noch gar nicht angefangen. Ich nehme mich da auch nicht aus. Klar hätte ich gern jemand um mich rum, zum Anlehnen und gemeinsames Rumärgern und Alltagsstress erzählen und so abbauen und Flachserei und gemeinsam Urlaub planen und dann auch -fahren und so weiter. Aber das hatte ich so größenordnungs 20 Jahre lang nicht, und die Aussicht darauf motiviert mich auch nicht wirklich, um mich dafür groß anzustrengen. Ging bisher ja auch.
(Dasselbe gibt im Wesentlichen auch für 2-Personen-Sex. Wenns doch alleine auch geht.)

Aus der Warte gesehen kann ich vermuten, dass es anderen auch so geht. Wo findet man denn genügend tolle Leute, dass es sich lohnt, dort überhaupt auf Kompatibilität zu prüfen? :sadman:
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Re: Wollen die Leute heutzutage überhaupt Beziehungen?

Beitrag von Tania » Dienstag 10. September 2019, 00:14

Reinhard hat geschrieben:
Montag 9. September 2019, 22:41

Tut mir jetzt leid, dass ich kein einmaliges Epiphanie-ereignis benennen kann, aus dem eindeutig sich schlussfolgern lässt, dass heute keine Beziehung mehr gewünscht wird (oder das Gegenteil). Die Beispiele waren jetzt nicht dazu gedacht, das zu belegen, sondern meinen Gedankengang nachvollziehen zu lassen.
Schon faszinierend, wie unterschiedlich man dieselben Texte interpretieren kann, wenn man von unterschiedlichen Standpunkten drauf schaut. Für mich sind sie eher Belege dafür, dass die Leute sehr wohl Beziehungen wollen.
Eine Beziehung war jetzt nicht als etwas Erstrebenswertes dargestellt, dass man will, sondern etwas Zufälliges, das sich ergibt. In dem Sinn: Leute stellt die Anstrengungen ein, es macht eh keinen Unterschied. :hammer:
Sehe ich etwas differenzierter. Einen Menschen zu finden, mit dem man eine Beziehung aufbauen kann, ist weitgehend wirklich zufallsgesteuert. Man kann dem Glück auf die Sprünge helfen, z.B
indem man die Zahl der Menschen, denen man begegnet, vergrößert, aber letztlich braucht man Glück.

Die "Anstrengungen" kommen dann später. Und da muss jeder selbst herausfinden, wie viel vom gewohnten ICH er/sie zugunsten eines WIR verändern will und kann. Der Wert dürfte irgendwo zwischen "ich bin mit meinem Leben dermaßen happy, und eine Beziehung wäre ein nur winziger Mehrwert, ich ändere gar nichts, ein Partner dürfte ab und zu, wenn ich gerade frei habe, mal vorbeikommen" und "mein Leben ist scheisse und ich wünsche mir so sehr einen Partner, ich würde locker alles hinschmeißen und mit ihm/ihr neu anfangen" liegen. Logisch, dass man im letztgenannten Zustand deutlich bessere Chancen hat, jemanden zu finden, der einen als "passend" betrachtet - man kann sich ja nach Belieben anpassen.

Aber wie gesagt - meist liegt der Wert irgendwo zwischen den beiden Extremen. Ein Teil passt von vornherein, zu einem anderen Teil sind Anpassungen erforderlich. Manche gehen da bereitwillig bis an die Grenze ihrer Leistungsfähigkeit, andere sagen "Ich könnte zwar noch mehr auf meinen Partner zu gehen, aber ich will nicht, meine Individualität ist mir wichtiger, ich lasse mich nicht verbiegen." Das heisst nicht, dass die Leute keine Beziehung wollen - sie haben nur den Wunsch, auch in einer Beziehung sie selbst zu bleiben. Aus meiner Sicht ein absolut legitimer Wunsch.
Das zweite, wo es keinen Unterschied zu machen scheint ist die Abfolge zwischen dysfunktionale Beziehung und Rosarotewolkenmitglitzereinhornbeziehung. Es scheint wenig Grund zu geben von der dysfunktionalen in die Einhornbeziehung wechseln zu wollen. Alles derselbe Schrott. Sonst gäbe es zumindest weniger dysfunktionale Beziehungen.
Wenn Du ein Rezept findest, wie man in eine Rosarotewolkenmitglitzereinhornbeziehung wechselt, dann schreib ein Buch. Du wärst in Kürze Milliardär. Bis dahin nehmen die Leute halt, was sie kriegen können. Und für manch einen ist die dysfunktionale Beziehung immer noch besser als nix.

Es war ja auch nicht die Logik sondern die dargestelle "Beziehung ist mir doch wurscht" Haltung. Das "na dann halt nicht ..."
Wer merkt, dass er auf einem toten Pferd sitzt, ist mit einem "na dann halt nicht ..." besser bedient als mit jahrelangen erfolglosen Versuchen, das arme Tier zu reanimieren. Was würdest Du denn alternativ Menschen mit Beziehungswunsch empfehlen, wenn die Traumfrau/-mann einfach nicht auftaucht? Wenn nicht einmal jemand annährend Brauchbares Interesse zeigt?
Aber wer tut denn was dafür? Dass etwas Leute haben wollen würden, ja, gibt's. Als Geschenk, viele. Aber sonst?
Genug Leute tun etwas dafür, dass ihre Beziehung funktioniert. Sie ziehen z.B. in gemeinsame Wohnungen (manche wechseln dafür sogar Job und Stadt), oder sie stellen ihren gesamten Lebensrythmus um und fahren endlose Strecken, um eine Fernbeziehung zu leben. Und noch ewig viele kleine und große Dinge. Ich bin jetzt zu müde, um weitere Beispiele zu schreiben - aber wären wir in einer Beziehung, würde ich wach bleiben und die Diskussion fortsetzen. Denn dann wäre Dein Diskussionswunsch ähnlich wichtig wie mein Schlafwunsch.
Ja, es gibt Männer, die in Anbaggerlokale gehen oder in Onlinebörsen rumspammen. Die tun was.
Siehe oben. Das ist Chancenmaximierung, um einen geeigneten Partner zu finden. Damit tun sie aber noch nichts in Richtung Beziehungsaufbau
Aus der Warte gesehen kann ich vermuten, dass es anderen auch so geht.
Du bist m.E. eher eine Ausnahme als ein allgemeiner Maßstab.
Wo findet man denn genügend tolle Leute, dass es sich lohnt, dort überhaupt auf Kompatibilität zu prüfen? :sadman:
Ich bin überzeugt, dass Kollege Zufall einen nahezu überall einen potentiell passenden Menschen vor die Füße werfen könnte. Aber solange Du zur Gruppe der "mein Leben ist super, ich brauche keine Beziehung"-Menschen gehörst, wird es schwer. Denn eine Partnerin, die wirklich jeden Aspekt Deines Lebens teilt, wird schwer zu finden sein. Und mit der o.g. Attitüde bist Du vermutlich null motiviert, ihr entgegenzukommen.

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Re: Wollen die Leute heutzutage überhaupt Beziehungen?

Beitrag von Seb-X » Dienstag 10. September 2019, 20:52

Tania hat geschrieben:
Dienstag 10. September 2019, 00:14
Die "Anstrengungen" kommen dann später.
Das sehe ich komplett anders. Bereits wenn ich mit der Suche beginne, ist die Anstrengung gewaltig. Bereits auf der Startlinie beginnen die großen Überwindungen.
"Wenn man aus einem protestantischen Land kommt, ist man immer etwas beschämt, wenn man bei der Arbeit nicht gelitten hat." (Lars von Trier)

Reinhard
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Re: Wollen die Leute heutzutage überhaupt Beziehungen?

Beitrag von Reinhard » Dienstag 10. September 2019, 22:28

Tania hat geschrieben:
Dienstag 10. September 2019, 00:14
Reinhard hat geschrieben:
Montag 9. September 2019, 22:41

Tut mir jetzt leid, dass ich kein einmaliges Epiphanie-ereignis benennen kann, aus dem eindeutig sich schlussfolgern lässt, dass heute keine Beziehung mehr gewünscht wird (oder das Gegenteil). Die Beispiele waren jetzt nicht dazu gedacht, das zu belegen, sondern meinen Gedankengang nachvollziehen zu lassen.
Schon faszinierend, wie unterschiedlich man dieselben Texte interpretieren kann, wenn man von unterschiedlichen Standpunkten drauf schaut. Für mich sind sie eher Belege dafür, dass die Leute sehr wohl Beziehungen wollen.
Ich bin vermutlich unterbewusst auf der Suche nach Bestätigung der Bringt-doch-eh-nix-Hypothese. Andererseits schaue ich mir die gefundenen Indizien schon an, anstatt sie einfach nur zur Bestätigung heranzuziehen.

Tania hat geschrieben:
Dienstag 10. September 2019, 00:14
Eine Beziehung war jetzt nicht als etwas Erstrebenswertes dargestellt, dass man will, sondern etwas Zufälliges, das sich ergibt. In dem Sinn: Leute stellt die Anstrengungen ein, es macht eh keinen Unterschied. :hammer:
Sehe ich etwas differenzierter. Einen Menschen zu finden, mit dem man eine Beziehung aufbauen kann, ist weitgehend wirklich zufallsgesteuert. Man kann dem Glück auf die Sprünge helfen, z.B
indem man die Zahl der Menschen, denen man begegnet, vergrößert, aber letztlich braucht man Glück.
Also wie Lose kaufen. Ist die Frage, ob der Hauptgewinn so groß ist, dass es rational ist, im Mittel einen Ertrag zu erwarten, oder ob es ein Draufzahlgeschäft ist.

Wobei, da fällt mir ein, dass Ökonomen sich auch dazu schon Gedanken gemacht haben. Sogar Glücksspielteilnahme kann optimal sein, wenn man Ressourcen einsetzt, die man sonst zu nix gebrauchen kann oder keinen Nutzen (mehr) bringen. Vielleicht ist es das, was Normalos letztendlich tun. Es fällt leicht, die Lose an "Kennenlerngelegenheiten" zu ziehen, wenn man eh dauernd unterwegs ist, Leute kennenzulernen.

Wenn man die Lose extra kaufen muss, sieht die Sache aber schon ganz anders aus.

Tania hat geschrieben:
Dienstag 10. September 2019, 00:14
Die "Anstrengungen" kommen dann später. Und da muss jeder selbst herausfinden, wie viel vom gewohnten ICH er/sie zugunsten eines WIR verändern will und kann. Der Wert dürfte irgendwo zwischen "ich bin mit meinem Leben dermaßen happy, und eine Beziehung wäre ein nur winziger Mehrwert, ich ändere gar nichts, ein Partner dürfte ab und zu, wenn ich gerade frei habe, mal vorbeikommen" und "mein Leben ist scheisse und ich wünsche mir so sehr einen Partner, ich würde locker alles hinschmeißen und mit ihm/ihr neu anfangen" liegen. Logisch, dass man im letztgenannten Zustand deutlich bessere Chancen hat, jemanden zu finden, der einen als "passend" betrachtet - man kann sich ja nach Belieben anpassen.
Nein, ich nehme nicht an, dass man sonderlich mehr Chancen hat, wenn man behauptet, dass man alles hinschmeißen würde. Und überhaupt passt nur so halb zur Fragestellung, ich habe nicht gefragt, ob Beziehungen wieder beendet werden, weil sie es nicht als wert betrachtet werden, dafür was aufzugeben. Überhaupt, mir geht es ums Zustandekommen von Beziehungsanfängen. Der Punkt der Aufeinandereinlassens. Und eben die Anstrengungen bis dorthin, wo man überhaupt sagen kann, Beziehung mit dir kann ich mir vorstellen: ja/nein? (Geschenkt, dass da auch manchmal nein rauskommt.)

Und ja, es ist für mich anstrengend, Dinge zu tun, die im Vorfeld die Chancen erhöhen, jemanden zu finden bis zu dem Punkt. Ich habe keine Lose der Kennenlernlotterie und krieg auch keine rein.


Erzähl mir nix von späteren Anstrengungen. Die macht das ganze Konstrukt "Beziehung" noch viel uninteressanter, und zwar ohne dass ich nach Argumenten gesucht hätte! :evil:

Tania hat geschrieben:
Dienstag 10. September 2019, 00:14
Aber wie gesagt - meist liegt der Wert irgendwo zwischen den beiden Extremen. Ein Teil passt von vornherein, zu einem anderen Teil sind Anpassungen erforderlich. Manche gehen da bereitwillig bis an die Grenze ihrer Leistungsfähigkeit, andere sagen "Ich könnte zwar noch mehr auf meinen Partner zu gehen, aber ich will nicht, meine Individualität ist mir wichtiger, ich lasse mich nicht verbiegen." Das heisst nicht, dass die Leute keine Beziehung wollen - sie haben nur den Wunsch, auch in einer Beziehung sie selbst zu bleiben. Aus meiner Sicht ein absolut legitimer Wunsch.
Das zweite, wo es keinen Unterschied zu machen scheint ist die Abfolge zwischen dysfunktionale Beziehung und Rosarotewolkenmitglitzereinhornbeziehung. Es scheint wenig Grund zu geben von der dysfunktionalen in die Einhornbeziehung wechseln zu wollen. Alles derselbe Schrott. Sonst gäbe es zumindest weniger dysfunktionale Beziehungen.
Wenn Du ein Rezept findest, wie man in eine Rosarotewolkenmitglitzereinhornbeziehung wechselt, dann schreib ein Buch. Du wärst in Kürze Milliardär. Bis dahin nehmen die Leute halt, was sie kriegen können. Und für manch einen ist die dysfunktionale Beziehung immer noch besser als nix.
Wer will schon rosarote Wolke werden, oder Glitzereinhorn? Als Wolke ist man eher kurzlebig ... und so ein Horn ist im Alltag doch eher unpraktisch. Wo man sich das alles anstoßen und einklemmen kann ... :brille1:

Tania hat geschrieben:
Dienstag 10. September 2019, 00:14
Es war ja auch nicht die Logik sondern die dargestelle "Beziehung ist mir doch wurscht" Haltung. Das "na dann halt nicht ..."
Wer merkt, dass er auf einem toten Pferd sitzt, ist mit einem "na dann halt nicht ..." besser bedient als mit jahrelangen erfolglosen Versuchen, das arme Tier zu reanimieren. Was würdest Du denn alternativ Menschen mit Beziehungswunsch empfehlen, wenn die Traumfrau/-mann einfach nicht auftaucht? Wenn nicht einmal jemand annährend Brauchbares Interesse zeigt?
Ist das so? Sind die Menschen wirklich alle so unbrauchbar? Eben das bezweifle ich, und vielleicht bin ich unerwarterterweise an der Stelle zu optimistisch und glaube an das Gute im Menschen. Ich nehme mal an, dass die meisten miteinader auskommen würden und sich wertschätzen können, wenn man sie lange genug aneinander gewöhnen lässt. (Oder ich bin zu umgänglich und verallgemeinere zu sehr.)

Naja, jedenfalls, von der Annahme ausgehend könnten eigentlich fast alle Menschen mit jemandem verpartnert sein. Warum sind sie es dann nicht?

Tania hat geschrieben:
Dienstag 10. September 2019, 00:14
Aber wer tut denn was dafür? Dass etwas Leute haben wollen würden, ja, gibt's. Als Geschenk, viele. Aber sonst?
Genug Leute tun etwas dafür, dass ihre Beziehung funktioniert. Sie ziehen z.B. in gemeinsame Wohnungen (manche wechseln dafür sogar Job und Stadt), oder sie stellen ihren gesamten Lebensrythmus um und fahren endlose Strecken, um eine Fernbeziehung zu leben. Und noch ewig viele kleine und große Dinge. Ich bin jetzt zu müde, um weitere Beispiele zu schreiben - aber wären wir in einer Beziehung, würde ich wach bleiben und die Diskussion fortsetzen. Denn dann wäre Dein Diskussionswunsch ähnlich wichtig wie mein Schlafwunsch.
Sind diese Dinge schwerer geworden im Lauf der Zeit? Hat sich an den Umständen etwas geändert, meinetwegen an den Reisezeiten oder ist es ungewöhnlicher, die Anstellung zu wechseln?

Oder sind die Menschen eher individueller geworden, und wollen sich weniger verbiegen? (OK, das bezieht sich auf den anderen Paragraph weiter oben, aber passt.)

Tania hat geschrieben:
Dienstag 10. September 2019, 00:14
Ja, es gibt Männer, die in Anbaggerlokale gehen oder in Onlinebörsen rumspammen. Die tun was.
Siehe oben. Das ist Chancenmaximierung, um einen geeigneten Partner zu finden. Damit tun sie aber noch nichts in Richtung Beziehungsaufbau
Doch. Oder wann fängt Beziehungsaufbau an? Erst nach dem dritten Sex? :gruebel:

Tania hat geschrieben:
Dienstag 10. September 2019, 00:14
Aus der Warte gesehen kann ich vermuten, dass es anderen auch so geht.
Du bist m.E. eher eine Ausnahme als ein allgemeiner Maßstab.
Wo findet man denn genügend tolle Leute, dass es sich lohnt, dort überhaupt auf Kompatibilität zu prüfen? :sadman:
Ich bin überzeugt, dass Kollege Zufall einen nahezu überall einen potentiell passenden Menschen vor die Füße werfen könnte. Aber solange Du zur Gruppe der "mein Leben ist super, ich brauche keine Beziehung"-Menschen gehörst, wird es schwer. Denn eine Partnerin, die wirklich jeden Aspekt Deines Lebens teilt, wird schwer zu finden sein. Und mit der o.g. Attitüde bist Du vermutlich null motiviert, ihr entgegenzukommen.
Nee, mein Leben ist nicht super, aber das heißt nicht, dass ich mich motivieren kann, das gerade in Richtung Beziehung mit einer Frau zu verändern, wenn das einerseits nicht sonderlich erfolgversprechend ist, und andererseits es noch andere Verbesserungsrichtungen mit weniger Aufwand gibt.
Mag ja sein, dass jeder seines Glückes Schmied ist.

Aber dabei sollte nicht vergessen werden, dass manche von Haus aus eine komplette Werkstatt mitbekommen, und andere nur einen Hammer und nicht mal einen Amboss.

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Re: Wollen die Leute heutzutage überhaupt Beziehungen?

Beitrag von Hanuta » Dienstag 10. September 2019, 23:38

Reinhard hat geschrieben:
Dienstag 10. September 2019, 22:28
Also wie Lose kaufen. Ist die Frage, ob der Hauptgewinn so groß ist, dass es rational ist, im Mittel einen Ertrag zu erwarten, oder ob es ein Draufzahlgeschäft ist.

Wobei, da fällt mir ein, dass Ökonomen sich auch dazu schon Gedanken gemacht haben. Sogar Glücksspielteilnahme kann optimal sein, wenn man Ressourcen einsetzt, die man sonst zu nix gebrauchen kann oder keinen Nutzen (mehr) bringen. Vielleicht ist es das, was Normalos letztendlich tun. Es fällt leicht, die Lose an "Kennenlerngelegenheiten" zu ziehen, wenn man eh dauernd unterwegs ist, Leute kennenzulernen.

Wenn man die Lose extra kaufen muss, sieht die Sache aber schon ganz anders aus.
Der Fehler bei diesem Modell liegt in der Annahme, dass Normalos unendlich Lose haben und Leute wie du sich Lose kaufen müssen.
Normalos kochen genau so mit Wasser wie du. Einziger Vorteil liegt vermutlich darin, dass sie am sozialen Leben teilnehmen und es daher eher gewohnt sind mit Menschen zu interagieren. Ich vergleiche das mit meinem Gang ins Gym. Die ersten Wochen war es sehr schwer für mich am Ball zu bleiben und mich konsequent dort hin zu motivieren, aber sobald ich drin war, lief es wie von selbst und ich kam mir eher komisch vor, wenn ich eine Woche mal nicht hingegangen bin.
Es ist also lediglich "Gewohnheit" und nicht die vermeintlich bessere Ausstattung. Bei einigen Ausnahmen okay. Die haben vielleicht wirklich von Natur aus viel Energie und lieben es unter neue Leute zu kommen und diese von 0 kennenzulernen, aber für den ottonormal Normalo gilt das sicher nicht. Nicht umsonst sind die meisten Leute, die ich neu kennenlerne erstmal reserviert. Also Leichtigkeit sieht anders aus.
Viele Kerle aus meinem Freundeskreis gehen oft aus in der Hoffnung ein paar Mädels kennenzulernen. Das fällt denen absolut nicht leicht, aber sie nehmen die "Strapazen" auf sich, weil sie doch gerne eine Freundin oder eine Bettbekanntschaft haben wollen.
In meinem Gym gibt es auch viele Leute, die eig. gar keine Lust auf Training haben, aber eben trotzdem gerne für Frauen interessanter sein wollen oder haben die auch unendlich Lose und können das durchziehen, weil es denen so einfach fällt. Ich empfinde solche Aussagen eher als Herabwürdigung von Leistungen, die die Leute erbracht haben, um Dinge zu tun worauf sie eig. nicht so viel Lust haben oder sagen wir es mal so...auf der Couch zu sitzen und einen netten Film zu schauen wäre deutlich bequemer als sich bei Eiseskälte aufs Fahrrad zu schwingen, um nochmal 30mins. zum Gym zu fahren...
Reinhard hat geschrieben:
Dienstag 10. September 2019, 22:28
Der Punkt der Aufeinandereinlassens. Und eben die Anstrengungen bis dorthin, wo man überhaupt sagen kann, Beziehung mit dir kann ich mir vorstellen: ja/nein? (Geschenkt, dass da auch manchmal nein rauskommt.)
Bist du denn überhaupt bereit dich auf eine Person einzulassen und ich meine das nicht vor dem Hintergrund, dass sie dir um den Hals fällt und die Füße küsst und du dabei die Wahl hast, ob du dir mit ihr eine Beziehung vorstellen kannst. Ich meine dich vor allem einer fremden Person ein Stück weit zu öffnen ohne, dass sie immer in Vorleistung gehen muss.
Reinhard hat geschrieben:
Dienstag 10. September 2019, 22:28
Und ja, es ist für mich anstrengend, Dinge zu tun, die im Vorfeld die Chancen erhöhen, jemanden zu finden bis zu dem Punkt. Ich habe keine Lose der Kennenlernlotterie und krieg auch keine rein.
Für mich wäre es auch anstrengend Dinge zu tun, die ich nicht gewohnt bin. Z.B. würde ich es anstrengend finden ständig zu Fuß zu laufen, wenn ich stattdessen doch mit dem Fahrrad/Bus fahren könnte.
Würde ich es aber schaffen auf Fahrrad/Bus zu verzichten? Ja, würde ich. Es ist aber anstrengend dahin zu kommen, dass es zur Normalität wird, aber diesen Fall gab es schon.
Reinhard hat geschrieben:
Dienstag 10. September 2019, 22:28
Erzähl mir nix von späteren Anstrengungen. Die macht das ganze Konstrukt "Beziehung" noch viel uninteressanter, und zwar ohne dass ich nach Argumenten gesucht hätte!
Ich bin ja der Ansicht, dass man Glück ohne Anstrengung nicht bekommt. Ich kenne keinen, der für sein Glück keine Anstrengung auf sich genommen hat und das ist nicht nur auf Beziehungen bezogen, sondern generell.
Ist auch irgendwo logisch, denn ohne Anstrengung lernt man ja gar nicht zu schätzen, was man hat.
Reinhard hat geschrieben:
Dienstag 10. September 2019, 22:28
Ist das so? Sind die Menschen wirklich alle so unbrauchbar? Eben das bezweifle ich, und vielleicht bin ich unerwarterterweise an der Stelle zu optimistisch und glaube an das Gute im Menschen. Ich nehme mal an, dass die meisten miteinader auskommen würden und sich wertschätzen können, wenn man sie lange genug aneinander gewöhnen lässt. (Oder ich bin zu umgänglich und verallgemeinere zu sehr.)

Naja, jedenfalls, von der Annahme ausgehend könnten eigentlich fast alle Menschen mit jemandem verpartnert sein. Warum sind sie es dann nicht?
Ich bezweifle ja, dass die meisten Menschen miteinander auskommen würden.
Umgänglich sein reicht ja nicht aus für eine emotionale Verbindung. Toleranz, ja. Eine Verbindung zu einem anderen herzustellen, wohl kaum.
Reinhard hat geschrieben:
Dienstag 10. September 2019, 22:28
Nee, mein Leben ist nicht super, aber das heißt nicht, dass ich mich motivieren kann, das gerade in Richtung Beziehung mit einer Frau zu verändern, wenn das einerseits nicht sonderlich erfolgversprechend ist, und andererseits es noch andere Verbesserungsrichtungen mit weniger Aufwand gibt.
Wenn du keine Motivation hast, dann ist es für dich wohl besser Single zu bleiben ;)
Ich finde eine Beziehung mit einer Person haben zu können mit der man eine emotionale Verbindung aufbauen kann, ist Motivation genug. Zumindest gilt das für mich.

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Re: Wollen die Leute heutzutage überhaupt Beziehungen?

Beitrag von Tania » Dienstag 10. September 2019, 23:41

Reinhard hat geschrieben:
Dienstag 10. September 2019, 22:28
Es fällt leicht, die Lose an "Kennenlerngelegenheiten" zu ziehen, wenn man eh dauernd unterwegs ist, Leute kennenzulernen.

Wenn man die Lose extra kaufen muss, sieht die Sache aber schon ganz anders aus.
Ja, da sind wir einer Meinung Was Dich Energie kostet, ist für mich eine Energiequelle. Wenn ich unterwegs bin, komme ich unweigerlich mit Leuten ins Gespräch. Und auch wenn ich Smalltalk deutlich weniger mag als tiefsinnige Gespräche bei einem Glas Bier/Wein/Baileys, sind diese Kurzkontakte für mich trotzdem noch etwas Positives. Nichts, wozu ich mich überwinden müsste.


Nein, ich nehme nicht an, dass man sonderlich mehr Chancen hat, wenn man behauptet, dass man alles hinschmeißen würde.
Nicht behauptet - wenn man tatsächlich dazu bereit ist Meine erste langjährige Beziehung wäre nie zustande gekommen, wenn ich nicht recht spontan beschlossen hätte, ein Auslandsjahr zu machen. Und hatte nicht kürzlich ein Nutzer hier von einer Reisebekanntschaft berichtet, die sich nicht mehr gemeldet hat, nachdem ihr klar wurde, dass das nächste Date erst in paar Wochen in New York stattfinden kann? Hätte er alles hingeschmissen und wäre sofort zu ihr gefahren, wären seine Chancen sicher größer gewesen.
Und überhaupt passt nur so halb zur Fragestellung, ich habe nicht gefragt, ob Beziehungen wieder beendet werden, weil sie es nicht als wert betrachtet werden, dafür was aufzugeben.
Ich meinte auch eher den Fall, dass Beziehungen gar nicht erst zustande kommen, weil man nicht bereit ist, etwas dafür zu "investieren".

Überhaupt, mir geht es ums Zustandekommen von Beziehungsanfängen. Der Punkt der Aufeinandereinlassens. Und eben die Anstrengungen bis dorthin, wo man überhaupt sagen kann, Beziehung mit dir kann ich mir vorstellen: ja/nein?
Auch das ist für mich nicht unbedingt eine Anstrengung. Ob ich jemanden mag oder nicht mag, weiß ich spätestens nach 2-3 Begegnungen. Und wenn ich jemanden mag, und es keine erkennbaren Hindernisse gibt (z.B. bereits vorhandene Partnerin, kein erkennbares Interesse an mir), dann gäbe es nur einen einzigen Grund, mich nicht auf ihn einzulassen: blanke Angst vor Ablehnung. Womit auch geklärt wäre, warum sich selbstbewusste Menschen da leichter tun - sie fürchten weniger, abgelehnt zu werden.






Tania hat geschrieben:
Dienstag 10. September 2019, 00:14
Was würdest Du denn alternativ Menschen mit Beziehungswunsch empfehlen, wenn die Traumfrau/-mann einfach nicht auftaucht? Wenn nicht einmal jemand annährend Brauchbares Interesse zeigt?
Ist das so? Sind die Menschen wirklich alle so unbrauchbar?
Meiner Meinung nach nicht. Aber dennoch gibt es hier im Forum diverse Leute, die entweder gar keine Anfragen bekommen, oder nur welche von Menschen, die sie nicht gebrauchen können. Und genau von diesen Leuten rede ich.
Eben das bezweifle ich, und vielleicht bin ich unerwarterterweise an der Stelle zu optimistisch und glaube an das Gute im Menschen. Ich nehme mal an, dass die meisten miteinader auskommen würden und sich wertschätzen können, wenn man sie lange genug aneinander gewöhnen lässt.
Ich würde sogar noch einen Schritt weiter gehen und behaupten, dass die meisten eine hinreichend gute Beziehung führen könnten, wenn sich zwei Menschen einfach füreinander entscheiden würden.
Naja, jedenfalls, von der Annahme ausgehend könnten eigentlich fast alle Menschen mit jemandem verpartnert sein. Warum sind sie es dann nicht?
Dummerweise sind weder "hinreichend gut" noch "entscheiden" heute wirklich modern. Stattdessen orientiert man in Richtung "optimal" und "vergleichen". Und das funktioniert trotz aller Elitepartnerkatalogangebote nun mal nicht.
Sind diese Dinge schwerer geworden im Lauf der Zeit? Hat sich an den Umständen etwas geändert, meinetwegen an den Reisezeiten oder ist es ungewöhnlicher, die Anstellung zu wechseln?
Ich denke eher, dass viele lieber darauf hoffen, jemanden zu finden, der etwas weniger Umstände macht. Frei nach dem Motto "Man kann sich genauso gut in einen reichen Mann verlieben wie in einen armen."
Oder sind die Menschen eher individueller geworden, und wollen sich weniger verbiegen?
Spielt sicher auch eine Rolle. Aber oft ist es auch Bequemlichkeit. Der feine Unterschied zwischen "Wenn ich mich noch mehr verbiege, zerbreche ich" und "Ich hätte zwar noch viel Spielraum bis zur Schmerzgrenze .... aber ich guck doch lieber mal, ob nicht noch wer kommt, der etwas besser passt."
Oder wann fängt Beziehungsaufbau an? Erst nach dem dritten Sex? :gruebel:
Meiner Meinung nach dann, wenn zwei Menschen aktiv daran beteiligt sind.

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Re: Wollen die Leute heutzutage überhaupt Beziehungen?

Beitrag von Reinhard » Mittwoch 11. September 2019, 21:53

Hanuta hat geschrieben:
Dienstag 10. September 2019, 23:38
Reinhard hat geschrieben:
Dienstag 10. September 2019, 22:28
Also wie Lose kaufen. Ist die Frage, ob der Hauptgewinn so groß ist, dass es rational ist, im Mittel einen Ertrag zu erwarten, oder ob es ein Draufzahlgeschäft ist.

Wobei, da fällt mir ein, dass Ökonomen sich auch dazu schon Gedanken gemacht haben. Sogar Glücksspielteilnahme kann optimal sein, wenn man Ressourcen einsetzt, die man sonst zu nix gebrauchen kann oder keinen Nutzen (mehr) bringen. Vielleicht ist es das, was Normalos letztendlich tun. Es fällt leicht, die Lose an "Kennenlerngelegenheiten" zu ziehen, wenn man eh dauernd unterwegs ist, Leute kennenzulernen.

Wenn man die Lose extra kaufen muss, sieht die Sache aber schon ganz anders aus.
Der Fehler bei diesem Modell liegt in der Annahme, dass Normalos unendlich Lose haben und Leute wie du sich Lose kaufen müssen.
Normalos kochen genau so mit Wasser wie du. Einziger Vorteil liegt vermutlich darin, dass sie am sozialen Leben teilnehmen und es daher eher gewohnt sind mit Menschen zu interagieren.
Ich habe nicht behauptet, dass sie unendlich viel Lose haben, sondern dass sie Lose eher beiläufig bekommen; bei ihren normalen sozialen Tätigkeiten.

Hanuta hat geschrieben:
Dienstag 10. September 2019, 23:38
Ich vergleiche das mit meinem Gang ins Gym. Die ersten Wochen war es sehr schwer für mich am Ball zu bleiben und mich konsequent dort hin zu motivieren, aber sobald ich drin war, lief es wie von selbst und ich kam mir eher komisch vor, wenn ich eine Woche mal nicht hingegangen bin.
Da gibt es einen Unterschied. Beim Gym hängt es nur von einem selbst ab, etwas zu erreichen.

Hanuta hat geschrieben:
Dienstag 10. September 2019, 23:38
Es ist also lediglich "Gewohnheit" und nicht die vermeintlich bessere Ausstattung. Bei einigen Ausnahmen okay. Die haben vielleicht wirklich von Natur aus viel Energie und lieben es unter neue Leute zu kommen und diese von 0 kennenzulernen, aber für den ottonormal Normalo gilt das sicher nicht. Nicht umsonst sind die meisten Leute, die ich neu kennenlerne erstmal reserviert. Also Leichtigkeit sieht anders aus.
Aber ich thematisiere doch gerade die Reserviertheit der anderen als Hindernis.

Hanuta hat geschrieben:
Dienstag 10. September 2019, 23:38
Viele Kerle aus meinem Freundeskreis gehen oft aus in der Hoffnung ein paar Mädels kennenzulernen. Das fällt denen absolut nicht leicht, aber sie nehmen die "Strapazen" auf sich, weil sie doch gerne eine Freundin oder eine Bettbekanntschaft haben wollen.
Ja, Männer unternehmen was, um Sex zu bekommen.
Schrieb ich auch schon ... ich werd' müde. :schlafen:

Hanuta hat geschrieben:
Dienstag 10. September 2019, 23:38
In meinem Gym gibt es auch viele Leute, die eig. gar keine Lust auf Training haben, aber eben trotzdem gerne für Frauen interessanter sein wollen oder haben die auch unendlich Lose und können das durchziehen, weil es denen so einfach fällt. Ich empfinde solche Aussagen eher als Herabwürdigung von Leistungen, die die Leute erbracht haben, um Dinge zu tun worauf sie eig. nicht so viel Lust haben oder sagen wir es mal so...auf der Couch zu sitzen und einen netten Film zu schauen wäre deutlich bequemer als sich bei Eiseskälte aufs Fahrrad zu schwingen, um nochmal 30mins. zum Gym zu fahren...
Ich habe kein Problem damit, Leistung anzuerkennen. Wenn es denn mal eine Leistung ist. Jemand, der sich aus Sozialphobie herausgekämpft hat und trotz schlechtem Selbstwert mit einer Frau/einem Mann ein Gespräch angefangen hat, das ist für mich eine Leistung. Oder sich von 130 auf 85 Kilo trainiert zu haben.

Hingegen: trainieren, nur um Frauen zu gefallen, aber dann war es doch der Zufall, der einen Kontakt erzeugt mit einer Frau, die nicht mal auf Muskeltypen steht ... wo soll da die Leistung sein? Das ist vielleicht Erfolg, aber Erfolg und Leistung sind zwei sehr verschiedene Schuhe. :hierlang:

Hanuta hat geschrieben:
Dienstag 10. September 2019, 23:38
Reinhard hat geschrieben:
Dienstag 10. September 2019, 22:28
Der Punkt der Aufeinandereinlassens. Und eben die Anstrengungen bis dorthin, wo man überhaupt sagen kann, Beziehung mit dir kann ich mir vorstellen: ja/nein? (Geschenkt, dass da auch manchmal nein rauskommt.)
Bist du denn überhaupt bereit dich auf eine Person einzulassen und ich meine das nicht vor dem Hintergrund, dass sie dir um den Hals fällt und die Füße küsst und du dabei die Wahl hast, ob du dir mit ihr eine Beziehung vorstellen kannst. Ich meine dich vor allem einer fremden Person ein Stück weit zu öffnen ohne, dass sie immer in Vorleistung gehen muss.
Leider nicht, denke ich. :sadman:
Ich nehme mich ja selbst auch nicht aus, aus meinen Aussagen.

Gewissermaßen kann man den Thread auch so sehen: ich will wissen, ob ich da die Ausnahme bin, oder ob die anderen auch so sind.

Hanuta hat geschrieben:
Dienstag 10. September 2019, 23:38
Reinhard hat geschrieben:
Dienstag 10. September 2019, 22:28
Und ja, es ist für mich anstrengend, Dinge zu tun, die im Vorfeld die Chancen erhöhen, jemanden zu finden bis zu dem Punkt. Ich habe keine Lose der Kennenlernlotterie und krieg auch keine rein.
Für mich wäre es auch anstrengend Dinge zu tun, die ich nicht gewohnt bin. Z.B. würde ich es anstrengend finden ständig zu Fuß zu laufen, wenn ich stattdessen doch mit dem Fahrrad/Bus fahren könnte.
Würde ich es aber schaffen auf Fahrrad/Bus zu verzichten? Ja, würde ich. Es ist aber anstrengend dahin zu kommen, dass es zur Normalität wird, aber diesen Fall gab es schon.
Würdest du das auch einem Fußkranken zumuten wollen?

Hanuta hat geschrieben:
Dienstag 10. September 2019, 23:38
Reinhard hat geschrieben:
Dienstag 10. September 2019, 22:28
Erzähl mir nix von späteren Anstrengungen. Die macht das ganze Konstrukt "Beziehung" noch viel uninteressanter, und zwar ohne dass ich nach Argumenten gesucht hätte!
Ich bin ja der Ansicht, dass man Glück ohne Anstrengung nicht bekommt. Ich kenne keinen, der für sein Glück keine Anstrengung auf sich genommen hat und das ist nicht nur auf Beziehungen bezogen, sondern generell.
Ist auch irgendwo logisch, denn ohne Anstrengung lernt man ja gar nicht zu schätzen, was man hat.
Wenn man etwas nicht hat, lernt man es genausowenig schätzen.

Hanuta hat geschrieben:
Dienstag 10. September 2019, 23:38
Reinhard hat geschrieben:
Dienstag 10. September 2019, 22:28
Ist das so? Sind die Menschen wirklich alle so unbrauchbar? Eben das bezweifle ich, und vielleicht bin ich unerwarterterweise an der Stelle zu optimistisch und glaube an das Gute im Menschen. Ich nehme mal an, dass die meisten miteinader auskommen würden und sich wertschätzen können, wenn man sie lange genug aneinander gewöhnen lässt. (Oder ich bin zu umgänglich und verallgemeinere zu sehr.)

Naja, jedenfalls, von der Annahme ausgehend könnten eigentlich fast alle Menschen mit jemandem verpartnert sein. Warum sind sie es dann nicht?
Ich bezweifle ja, dass die meisten Menschen miteinander auskommen würden.
Umgänglich sein reicht ja nicht aus für eine emotionale Verbindung. Toleranz, ja. Eine Verbindung zu einem anderen herzustellen, wohl kaum.
Es müssten ja auch nicht alle mit allen verpartnert sein, sondern nur jeder mit jemandem. :hierlang:

Und ich nehme doch an, dass sie sehr wohl eine emotionale Verbindung aufbauen könnte, wenn sie es denn versuchen würden.

Ich hatte da mal so eine Umfrage: Hypothetisches Einsame-Insel-Szenario ... ;)

Hanuta hat geschrieben:
Dienstag 10. September 2019, 23:38
Reinhard hat geschrieben:
Dienstag 10. September 2019, 22:28
Nee, mein Leben ist nicht super, aber das heißt nicht, dass ich mich motivieren kann, das gerade in Richtung Beziehung mit einer Frau zu verändern, wenn das einerseits nicht sonderlich erfolgversprechend ist, und andererseits es noch andere Verbesserungsrichtungen mit weniger Aufwand gibt.
Wenn du keine Motivation hast, dann ist es für dich wohl besser Single zu bleiben ;)
Ich finde eine Beziehung mit einer Person haben zu können mit der man eine emotionale Verbindung aufbauen kann, ist Motivation genug. Zumindest gilt das für mich.
Ich hätte halt gern noch Erfolgsaussichten ...
Mag ja sein, dass jeder seines Glückes Schmied ist.

Aber dabei sollte nicht vergessen werden, dass manche von Haus aus eine komplette Werkstatt mitbekommen, und andere nur einen Hammer und nicht mal einen Amboss.

Wer will findet sucht Wege; wer nicht will findet Gründe erfindet Ausflüchte.

Reinhard
Meisterschreiberling
Beiträge: 7106
Registriert: Donnerstag 7. Januar 2016, 11:53
Geschlecht: männlich
AB Status: AB 30+
Ich bin ...: offen für alles.
Wohnort: Oberpfalz

Re: Wollen die Leute heutzutage überhaupt Beziehungen?

Beitrag von Reinhard » Mittwoch 11. September 2019, 22:22

Tania hat geschrieben:
Dienstag 10. September 2019, 23:41
Reinhard hat geschrieben:
Dienstag 10. September 2019, 22:28
Es fällt leicht, die Lose an "Kennenlerngelegenheiten" zu ziehen, wenn man eh dauernd unterwegs ist, Leute kennenzulernen.

Wenn man die Lose extra kaufen muss, sieht die Sache aber schon ganz anders aus.
Ja, da sind wir einer Meinung Was Dich Energie kostet, ist für mich eine Energiequelle. Wenn ich unterwegs bin, komme ich unweigerlich mit Leuten ins Gespräch. Und auch wenn ich Smalltalk deutlich weniger mag als tiefsinnige Gespräche bei einem Glas Bier/Wein/Baileys, sind diese Kurzkontakte für mich trotzdem noch etwas Positives. Nichts, wozu ich mich überwinden müsste.
Und ich weiß nicht mal, wie ich mit Leuten ins Gespräch komme ... :gruebel:
So bei sachlichen Gesprächen vielleicht, aber selbst da führe ich selten welche.

Tania hat geschrieben:
Dienstag 10. September 2019, 23:41
Überhaupt, mir geht es ums Zustandekommen von Beziehungsanfängen. Der Punkt der Aufeinandereinlassens. Und eben die Anstrengungen bis dorthin, wo man überhaupt sagen kann, Beziehung mit dir kann ich mir vorstellen: ja/nein?
Auch das ist für mich nicht unbedingt eine Anstrengung. Ob ich jemanden mag oder nicht mag, weiß ich spätestens nach 2-3 Begegnungen. Und wenn ich jemanden mag, und es keine erkennbaren Hindernisse gibt (z.B. bereits vorhandene Partnerin, kein erkennbares Interesse an mir), dann gäbe es nur einen einzigen Grund, mich nicht auf ihn einzulassen: blanke Angst vor Ablehnung. Womit auch geklärt wäre, warum sich selbstbewusste Menschen da leichter tun - sie fürchten weniger, abgelehnt zu werden.
Ich nehme mal an, die Ablehnungen werden auch zu schnell ausgesprochen. Da kennt man jemanden noch nicht und kann nur vermuten, dass Ablehnungsgründe auf den anderen zutreffen, und zack: Korb. :fluchen2:

Tania hat geschrieben:
Dienstag 10. September 2019, 23:41
Eben das bezweifle ich, und vielleicht bin ich unerwarterterweise an der Stelle zu optimistisch und glaube an das Gute im Menschen. Ich nehme mal an, dass die meisten miteinader auskommen würden und sich wertschätzen können, wenn man sie lange genug aneinander gewöhnen lässt.
Ich würde sogar noch einen Schritt weiter gehen und behaupten, dass die meisten eine hinreichend gute Beziehung führen könnten, wenn sich zwei Menschen einfach füreinander entscheiden würden.
Genau. Tun sie aber nicht. Bild

Tania hat geschrieben:
Dienstag 10. September 2019, 23:41
Naja, jedenfalls, von der Annahme ausgehend könnten eigentlich fast alle Menschen mit jemandem verpartnert sein. Warum sind sie es dann nicht?
Dummerweise sind weder "hinreichend gut" noch "entscheiden" heute wirklich modern. Stattdessen orientiert man in Richtung "optimal" und "vergleichen". Und das funktioniert trotz aller Elitepartnerkatalogangebote nun mal nicht.
Die Straße zur Depression. Gut geteert und ohne Schlaglöcher. :reporter:
Mag ja sein, dass jeder seines Glückes Schmied ist.

Aber dabei sollte nicht vergessen werden, dass manche von Haus aus eine komplette Werkstatt mitbekommen, und andere nur einen Hammer und nicht mal einen Amboss.

Wer will findet sucht Wege; wer nicht will findet Gründe erfindet Ausflüchte.

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Hanuta
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Re: Wollen die Leute heutzutage überhaupt Beziehungen?

Beitrag von Hanuta » Mittwoch 11. September 2019, 22:59

Reinhard hat geschrieben:
Mittwoch 11. September 2019, 21:53
Ich habe nicht behauptet, dass sie unendlich viel Lose haben, sondern dass sie Lose eher beiläufig bekommen; bei ihren normalen sozialen Tätigkeiten.
Ich nehme an du meinst, dass die Leute neben ihrer normalen sozialen Tätigkeiten noch Energie dazubekommen?
Nun, wenn wir davon ausgehen, dass etwa 50% der Menschen introvertiert und die anderen 50% extrovertiert sind(gibt natürlich viele Ausprägungen dazwischen), dann sollten doch deutlich mehr Menschen Single sein.
Der Punkt ist. Man muss nicht super extrovertiert sein um einen Partner zu finden.
Natürlich kostet es den einen mehr Überwindung als den anderen, aber wenn man sich anguckt wer alles einen Partner hat, dann dürfte man sich selbst doch nicht kleiner machen als man tatsächlich ist.
Reinhard hat geschrieben:
Mittwoch 11. September 2019, 21:53
Da gibt es einen Unterschied. Beim Gym hängt es nur von einem selbst ab, etwas zu erreichen.
Da hast du natürlich bis zu einem gewissen Grad recht. Dennoch ist die Herangehensweise ähnlich.
Man muss sich letztlich in beiden Fällen daran gewöhnen. In dem einen sich ins Gym zu zwingen, in dem anderen einfach sozial zu sein oder mit Leuten zu sprechen. Im letzteren kommt es natürlich noch darauf an, ob der Gesprächspartner auch mit einem selbst sprechen möchte. In den meisten Fällen nehme ich das aber an, wenn man mit einer freundlichen und vor allem offenen Art auf einen zukommt. Auch das ist Übungssache bzw. Gewohnheit. Die Leichtigkeit ist bei den meisten auch nicht von Gott gegeben. Mir z.B. fiel es damals auch absolut nicht leicht, aber mittlerweile ist das relativ normal geworden. Das vergleiche ich mit dem Halten von Referaten. Früher habe ich gezittert und gestottert wie kein anderer. Ich habe bei all der Aufregung und dem Druck selbst die Grammatik und den Inhalt vergessen, aber mittlerweile kann ich solide vor Menschen sprechen ohne dabei aus der Fassung zu fallen. Das hat sich mit viel Wiederholung ergeben.
Reinhard hat geschrieben:
Mittwoch 11. September 2019, 21:53
Aber ich thematisiere doch gerade die Reserviertheit der anderen als Hindernis.
Das war mir bisher nicht klar.
Wie schaffen es denn andere Menschen trotz aller Reserviertheit der anderen sozial zu werden? Jemand muss eben den Anfang machen, damit sich die soziale Situation auflockert. Man kann ja auch nicht immer erwarten, dass der andere den ersten Schritt macht.
Reinhard hat geschrieben:
Mittwoch 11. September 2019, 21:53
Ja, Männer unternehmen was, um Sex zu bekommen.
Schrieb ich auch schon ... ich werd' müde.
Ich verstehe gerade nicht wo das Problem besteht.
Reinhard hat geschrieben:
Mittwoch 11. September 2019, 21:53
Ich habe kein Problem damit, Leistung anzuerkennen. Wenn es denn mal eine Leistung ist. Jemand, der sich aus Sozialphobie herausgekämpft hat und trotz schlechtem Selbstwert mit einer Frau/einem Mann ein Gespräch angefangen hat, das ist für mich eine Leistung. Oder sich von 130 auf 85 Kilo trainiert zu haben.

Hingegen: trainieren, nur um Frauen zu gefallen, aber dann war es doch der Zufall, der einen Kontakt erzeugt mit einer Frau, die nicht mal auf Muskeltypen steht ... wo soll da die Leistung sein? Das ist vielleicht Erfolg, aber Erfolg und Leistung sind zwei sehr verschiedene Schuhe.
Jemand der sich einen ästhetischen Körper antrainiert hat, wäre also keine Leistung? Die Beweggründe mal komplett dahingestellt.
Reinhard hat geschrieben:
Mittwoch 11. September 2019, 21:53
Leider nicht, denke ich.
Ich nehme mich ja selbst auch nicht aus, aus meinen Aussagen.

Gewissermaßen kann man den Thread auch so sehen: ich will wissen, ob ich da die Ausnahme bin, oder ob die anderen auch so sind.
Wo genau denkst du, dass es dann bei dir speziell hapert?
Reinhard hat geschrieben:
Mittwoch 11. September 2019, 21:53
Würdest du das auch einem Fußkranken zumuten wollen?
Ich würde vor allen keine an den Haaren herbeigezogenen Ausnahmen erfinden, um meinen Punkt zu bestätigen.
Reinhard hat geschrieben:
Mittwoch 11. September 2019, 21:53
Wenn man etwas nicht hat, lernt man es genausowenig schätzen.
Ich weiß nicht was du mir mit dieser trivialen Aussage sagen möchtest. :gruebel:
Reinhard hat geschrieben:
Mittwoch 11. September 2019, 21:53
Es müssten ja auch nicht alle mit allen verpartnert sein, sondern nur jeder mit jemandem.

Und ich nehme doch an, dass sie sehr wohl eine emotionale Verbindung aufbauen könnte, wenn sie es denn versuchen würden.

Ich hatte da mal so eine Umfrage: Hypothetisches Einsame-Insel-Szenario ...
Das ist natürlich ein Gefangengen-Dilemma, was in der realen Welt so natürlich nicht existiert.
Und verkennt die Annahme von Alternativen.

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Re: Wollen die Leute heutzutage überhaupt Beziehungen?

Beitrag von Tania » Mittwoch 11. September 2019, 23:46

Reinhard hat geschrieben:
Mittwoch 11. September 2019, 22:22

Ich nehme mal an, die Ablehnungen werden auch zu schnell ausgesprochen. Da kennt man jemanden noch nicht und kann nur vermuten, dass Ablehnungsgründe auf den anderen zutreffen, und zack: Korb. :fluchen2:
Ach, wenn mich jemand ablehnt, dann aus ausgesprochen offensichtlichen Gründen. Alter, Kinderzahl, Wohnort, oder weil ich, wie mal jemand freundlich schrieb, leider nicht mit körperlicher Attraktivität überwältigen kann.
Tania hat geschrieben:
Dienstag 10. September 2019, 23:41
Ich würde sogar noch einen Schritt weiter gehen und behaupten, dass die meisten eine hinreichend gute Beziehung führen könnten, wenn sich zwei Menschen einfach füreinander entscheiden würden.
Genau. Tun sie aber nicht. Bild
Ist mir bewusst. Und das scheinbare Überangebot und der fehlende Entscheidungsdruck (heute lässt man es "locker angehen", vor 70 Jahren hatte ein junger Mann seine Liebste entweder um deren Hand zu bitten oder sie vor Einbruch der Dunkelheit bei deren Eltern abzuliefern) trägt sicher dazu bei. Aber niemand ist letztlich verpflichtet, sich nicht zu entscheiden. Mir persönlich wäre ein klares "Okay, wir gehören zusammen, alles, was jetzt noch kommt, sehen wir als gemeinsam zu lösendes Problem" lieber als ein "Lass mal sehen wie es läuft, und wenn es gut läuft, lassen wir es weiter laufen." Denn nichts läuft immer gut - und während man mit Variante 1 ziemlich motiviert ist, das aufgetretene Problem zu klären, ist man mit Variante 2 beim ersten Problem eigentlich schon wieder getrennt. Läuft halt gerade nicht so ...
Reinhard hat geschrieben:
Mittwoch 11. September 2019, 21:53
Gewissermaßen kann man den Thread auch so sehen: ich will wissen, ob ich da die Ausnahme bin, oder ob die anderen auch so sind
Der Einzige Deiner Art bist Du garantiert nicht. Aber angesichts der Tatsache, dass es ziemlich viele Paare gibt, bist Du wohl Angehöriger einer Minderheit. Allerdings einer nach meinem Gefühl zahlenmäßig durchaus signifikanten Minderheit.

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