Wollen die Leute heutzutage überhaupt Beziehungen?

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Rosarot
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Re: Wollen die Leute heutzutage überhaupt Beziehungen?

Beitrag von Rosarot » Montag 2. September 2019, 22:46

Das ist der Vorteil als AB. Da ist die Impfung gegen HPV sinnvoll.

Die meisten Krankenkassen übernehmen die Kosten aber nur bis zum 17. Lebensjahr, weil sie wohl davon ausgehen, dass die ersten sexualkontakte früher entstehen.
Nur wenige Kassen zahlen bis zum 25. Lebensjahr, darüber keine mehr.

Seit 2018 empfiehlt die Impfkommission die Impfung auch bei Jungs.

Als Selbstzahler ist die Impfung sehr teuer (um die 450 Euro).

Die meisten denken bei sexuell übertragbaren Krankheiten nur an HIV.
Zahlenmäßig liegt aber HPV vorne. Und ist erstmal daraus Krebs entstanden, ist die Heilungschance gering. Bei HIV gibt es hingegen mittlerweile Medikamente, um damit alt zu werden.

Hinzu kommt, dass man Männer schlecht auf HPV testen kann und nicht weiß, wer stiller Überträger ist.

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Re: Wollen die Leute heutzutage überhaupt Beziehungen?

Beitrag von Hanuta » Montag 2. September 2019, 22:57

Rosarot hat geschrieben:
Montag 2. September 2019, 22:46
Das ist der Vorteil als AB. Da ist die Impfung gegen HPV sinnvoll.

Die meisten Krankenkassen übernehmen die Kosten aber nur bis zum 17. Lebensjahr, weil sie wohl davon ausgehen, dass die ersten sexualkontakte früher entstehen.
Nur wenige Kassen zahlen bis zum 25. Lebensjahr, darüber keine mehr.

Seit 2018 empfiehlt die Impfkommission die Impfung auch bei Jungs.

Als Selbstzahler ist die Impfung sehr teuer (um die 450 Euro).

Die meisten denken bei sexuell übertragbaren Krankheiten nur an HIV.
Zahlenmäßig liegt aber HPV vorne. Und ist erstmal daraus Krebs entstanden, ist die Heilungschance gering. Bei HIV gibt es hingegen mittlerweile Medikamente, um damit alt zu werden.

Hinzu kommt, dass man Männer schlecht auf HPV testen kann und nicht weiß, wer stiller Überträger ist.
Ich finde ja, du machst dir da ein bisschen zu viele Gedanken :D

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Re: Wollen die Leute heutzutage überhaupt Beziehungen?

Beitrag von Rosarot » Montag 2. September 2019, 23:58

Gebärmutterhalskrebs ist die zweithäufigste Krebsart bei Frauen. Ich finde schon, dass ich mir da als Frau Gedanken machen sollte.
Viren wie HPV und Hepatitis sind für 15 Prozent aller Krebserkrankungen verantwortlich.

Da HPV auch durch Oralverkehr übertragbar ist, sind Männer ebenso von Krebserkrankungen durch HPV betroffen.

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Re: Wollen die Leute heutzutage überhaupt Beziehungen?

Beitrag von Hanuta » Dienstag 3. September 2019, 00:06

Rosarot hat geschrieben:
Montag 2. September 2019, 23:58
Gebärmutterhalskrebs ist die zweithäufigste Krebsart bei Frauen. Ich finde schon, dass ich mir da als Frau Gedanken machen sollte.
Viren wie HPV und Hepatitis sind für 15 Prozent aller Krebserkrankungen verantwortlich.

Da HPV auch durch Oralverkehr übertragbar ist, sind Männer ebenso von Krebserkrankungen durch HPV betroffen.
HPV ist aber nicht Gebärmutterhalskrebs.
Und die Chance, dass es sich zu Gebärmutterhalskrebs entwickelt ist auch verschwindend gering.
Hinzu kommt, dass es eine sehr lange Inkubationszeit hat und wenn man regelmäßig zur Vorsorgeuntersuchung geht, was ja normal ist, dann sinkt das Risiko noch weiter.

Da kannste auch sagen, dass man nicht rauchen soll, weil es das Lungenkrebsrisiko erhöht.

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Re: Wollen die Leute heutzutage überhaupt Beziehungen?

Beitrag von Rosarot » Dienstag 3. September 2019, 09:16

Wenn du so willst, ist es wenig, dass nur etwas über 13 Frauen von 100.000 in Deutschland Gebärmutterhalskrebs (in 97 Prozent der Fälle ist HPV ursächlich) bekommen, aber ich möchte trotzdem nicht dazu gehören.
Auch wenn ich regelmäßig zur Vorsorge gehe: der Krebs wird dadurch ja nicht verhindert, nur frühzeitig erkannt. Jeder kann sich vorstellen, wie unangenehm OP und Chemo sind.

Wie bei den meisten Menschen, die schon einmal Sex hatten, betraf mich HPV (wenn auch nur der Low-Risk-Typ).
Männer können es nicht testen lassen und Frauen müssen den Test meist selbst zahlen. Deshalb wissen die wenigsten davon, dass sie Überträger sind.

Das Virus ist manchmal erst ein Jahr nach der Übertragung nachweisbar. Oft wird der Körper damit selbst fertig und HPV besteht nur vorübergehend, manchmal bleibt es dauerhaft nachweisbar. Und dazu muss man kein ausschweifendes Sexleben gehabt haben.

Rechnet man noch andere sexuell übertragbare Risiken wie Hepatitis, Herpes und clamydien dazu....Ich finde, das sollte man bei ONS,Affären und wechselnden Beziehungen bedenken.

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Re: Wollen die Leute heutzutage überhaupt Beziehungen?

Beitrag von fidelchen » Dienstag 3. September 2019, 10:23

Zerdenken kann man sich wahrlich alles ;)

Hauptsache man verlernt das Leben nicht. Man sollte ja sein Gehirn nicht ganz zuhause lassen, aber worüber sich die Menschen (oder ist das nur typisch Deutsch) Sorgen machen, kann ich oft nicht nachvollziehen 😶
AWG = Alles wird gut :-)

Nach ganz strenger Definition bin ich ein "Normalo"
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Re: Wollen die Leute heutzutage überhaupt Beziehungen?

Beitrag von knopper » Dienstag 3. September 2019, 10:31

Rosarot hat geschrieben:
Montag 2. September 2019, 23:58
Gebärmutterhalskrebs ist die zweithäufigste Krebsart bei Frauen. Ich finde schon, dass ich mir da als Frau Gedanken machen sollte.
Viren wie HPV und Hepatitis sind für 15 Prozent aller Krebserkrankungen verantwortlich.

Da HPV auch durch Oralverkehr übertragbar ist, sind Männer ebenso von Krebserkrankungen durch HPV betroffen.
oh je. Das klingt nun aber ein wenig nach Panikmache. Ja mag sein, dass diese 15% stimmen. Krebs ist jedoch zum größten Teil einfach Pech und eher von genetischen Faktoren abhängig. Warum sonst bekommen manche schon mit 25, 35 ne üblest aggressive Krebsart wo sie es nicht schaffen?

Aber gut das Ganze ist halt recht komplex. Wenn die Impfung nachweislich wirklich was bringt so ist das natürlich ne gute Sache.

fidelchen hat geschrieben:
Dienstag 3. September 2019, 10:23
Zerdenken kann man sich wahrlich alles ;)

Hauptsache man verlernt das Leben nicht. Man sollte ja sein Gehirn nicht ganz zuhause lassen, aber worüber sich die Menschen (oder ist das nur typisch Deutsch) Sorgen machen, kann ich oft nicht nachvollziehen 😶
Ja wahre Worte :good:

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Re: Wollen die Leute heutzutage überhaupt Beziehungen?

Beitrag von Rosarot » Dienstag 3. September 2019, 12:01

Hier geht es nur um Gebärmutterhalskrebs (und einige orale Krebsarten) und der hat in den meisten Fällen nichts mit Pech oder genetischer Disposition zu tun.
Die Rede ist nicht von Krebs im allgemeinen.

Bei den jüngeren Leuten ist die Impfung zum Glück immer verbreiteter, auch weil Aufklärungskampagnen langsam greifen. Im Vergleich zu anderen Ländern hinken wir aber noch etwas hinterher.

Jeder kann das natürlich für sich entscheiden, wie er damit umgeht.

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Re: Wollen die Leute heutzutage überhaupt Beziehungen?

Beitrag von Hanuta » Dienstag 3. September 2019, 12:23

Rosarot hat geschrieben:
Dienstag 3. September 2019, 12:01
Hier geht es nur um Gebärmutterhalskrebs (und einige orale Krebsarten) und der hat in den meisten Fällen nichts mit Pech oder genetischer Disposition zu tun.
Die Rede ist nicht von Krebs im allgemeinen.

Bei den jüngeren Leuten ist die Impfung zum Glück immer verbreiteter, auch weil Aufklärungskampagnen langsam greifen. Im Vergleich zu anderen Ländern hinken wir aber noch etwas hinterher.

Jeder kann das natürlich für sich entscheiden, wie er damit umgeht.
Gibt ja auch schon Impfungen dafür.
Und ob es sich zu Gebärmutterhalskrebs weiterentwickelt hat auch viel mit der Ausgangslage bzw. der Stärke des Immunsystems zu tun.

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Re: Wollen die Leute heutzutage überhaupt Beziehungen?

Beitrag von LonesomeCoder » Dienstag 3. September 2019, 18:41

Tania hat geschrieben:
Montag 2. September 2019, 18:41
Und genau im letzten Wort liegen wir Welten auseinander. Für mich existiert das Konzept "erlauben", oder die andere Seite der Medaille, "verbieten", in einer Beziehung nicht. Entweder man liebt einander, wie man nun mal ist (also so im Wesentlichen ... ich kann einen Mann natürlich lieben und es trotzdem hassen, wenn dauernd der Klodeckel auf ist), oder eben nicht. Und ersteres impliziert, dass man keine Erlaubnis braucht, um so zu sein, wie man ist.

Wären wir zusammen, und Du würdest Dich nebenbei durch die ganze Stadt vögeln, dann wäre das für mich okay. Denn wenn es das nicht wäre, wären wir nicht zusammen. An welchem Punkt kommen da Verbote, Erlaubnisse oder Einschränkungen Deiner (oder meiner) Freiheit ins Spiel?
Die meisten Leute erwarten in unserem Kulturkreis Monogamie. Für sie ist es nicht ok, wenn der Partner Liebe und Sexualität parallel noch mit anderen Person hat. Es gibt also ein Verbot, selbst wenn das meist wegen der Standardannahme über Monogamie nicht ausgesprochen wird. Ein Verstoß dagegen ist Fremdgehen, ein häufiger Grund für Streit in Beziehungen und Trennungen. Einige wenige Leute erlauben es ihren Partnern, Sex mit anderen zu haben, wenn das abgesprochen ist und versichert wird, dass es nur bei Sex bleibt (und keine Gefühle im Spiel sind) und/oder die andere Person bekannt ist.
Ok, du bist dann eine Ausnahme, wenn es für dich kein Problem wäre, wenn ein Mann parallel noch mit anderen Frauen Sex haben darf und das dir noch nicht mal sagen müsste. Für die meisten Frauen wäre das aber ein Trennungsgrund.
Warnung vor Pickup: https://www.abtreff.de/viewtopic.php?p=1062199#p1062199
Wissenschaftliches Standardwerk über (männliches) AB-tum: https://www.springer.com/de/book/9783658059231
Geschlechtsspezifische Partnerwahl und Sexualitätsmerkmale: https://d-nb.info/1037687477/34

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Re: Wollen die Leute heutzutage überhaupt Beziehungen?

Beitrag von Krausig » Dienstag 3. September 2019, 19:42

LonesomeCoder hat geschrieben:
Dienstag 3. September 2019, 18:41
Tania hat geschrieben:
Montag 2. September 2019, 18:41
Und genau im letzten Wort liegen wir Welten auseinander. Für mich existiert das Konzept "erlauben", oder die andere Seite der Medaille, "verbieten", in einer Beziehung nicht. Entweder man liebt einander, wie man nun mal ist (also so im Wesentlichen ... ich kann einen Mann natürlich lieben und es trotzdem hassen, wenn dauernd der Klodeckel auf ist), oder eben nicht. Und ersteres impliziert, dass man keine Erlaubnis braucht, um so zu sein, wie man ist.

Wären wir zusammen, und Du würdest Dich nebenbei durch die ganze Stadt vögeln, dann wäre das für mich okay. Denn wenn es das nicht wäre, wären wir nicht zusammen. An welchem Punkt kommen da Verbote, Erlaubnisse oder Einschränkungen Deiner (oder meiner) Freiheit ins Spiel?
Die meisten Leute erwarten in unserem Kulturkreis Monogamie. Für sie ist es nicht ok, wenn der Partner Liebe und Sexualität parallel noch mit anderen Person hat. Es gibt also ein Verbot, selbst wenn das meist wegen der Standardannahme über Monogamie nicht ausgesprochen wird. Ein Verstoß dagegen ist Fremdgehen, ein häufiger Grund für Streit in Beziehungen und Trennungen. Einige wenige Leute erlauben es ihren Partnern, Sex mit anderen zu haben, wenn das abgesprochen ist und versichert wird, dass es nur bei Sex bleibt (und keine Gefühle im Spiel sind) und/oder die andere Person bekannt ist.
Ok, du bist dann eine Ausnahme, wenn es für dich kein Problem wäre, wenn ein Mann parallel noch mit anderen Frauen Sex haben darf und das dir noch nicht mal sagen müsste. Für die meisten Frauen wäre das aber ein Trennungsgrund.
Was ich wirklich nicht verstehe ist, wie jemand, dem es noch nie gelungen ist, auch nur EINE Frau für sich zu begeistern, von Polygamie faselt. Get an life!

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Re: Wollen die Leute heutzutage überhaupt Beziehungen?

Beitrag von LonesomeCoder » Dienstag 3. September 2019, 19:46

Es geht mir um die Freiheit, das ist eine Kopfsache. Im Studium tat es mir gut, dass es keine Anwesenheitspflicht gab. Obwohl ich freiwillig immer da war und das keinen Unterscheid bei der Anwesensheitsquote gemacht hätte.
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Re: Wollen die Leute heutzutage überhaupt Beziehungen?

Beitrag von Krausig » Dienstag 3. September 2019, 19:54

LonesomeCoder hat geschrieben:
Dienstag 3. September 2019, 19:46
Es geht mir um die Freiheit, das ist eine Kopfsache. Im Studium tat es mir gut, dass es keine Anwesenheitspflicht gab. Obwohl ich freiwillig immer da war und das keinen Unterscheid bei der Anwesensheitsquote gemacht hätte.
Studium ist was Anderes, das kannst du allein entscheiden.
Ob du Sex mit Frauen bekommst, nicht. Und wie es dir da wichtig sein kann, die Option auf mehrere Frauen zu haben, wenn du seit Jahren nie auch nur eine einzige hattest, das geht mir nicht in den Kopf.

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Re: Wollen die Leute heutzutage überhaupt Beziehungen?

Beitrag von Tania » Dienstag 3. September 2019, 23:20

LonesomeCoder hat geschrieben:
Dienstag 3. September 2019, 18:41
Die meisten Leute erwarten in unserem Kulturkreis Monogamie.
Dann sind die meisten Leute halt keine passenden Partner für Dich.
Einige wenige Leute erlauben es ihren Partnern, Sex mit anderen zu haben, wenn das abgesprochen ist und versichert wird, dass es nur bei Sex bleibt (und keine Gefühle im Spiel sind) und/oder die andere Person bekannt ist.
Das hat dann aber nichts mit "erlauben" zu tun, sondern ist eine einvernehmliche Absprache.
Ok, du bist dann eine Ausnahme, wenn es für dich kein Problem wäre, wenn ein Mann parallel noch mit anderen Frauen Sex haben darf und das dir noch nicht mal sagen müsste.
Die Worte "darf" und "müsste" finde ich in diesem Kontext unpassend.

Wenn mein Partner glaubt, etwas unbedingt tun zu müssen - egal ob mit anderen Frauen Sex haben, eine 24monatige Weltreise machen, oder jedes Wochenende ins Stadion gehen -, dann braucht er keine "Erlaubnis" von mir. Ich bin schließlich nicht seine Mutter. Und wenn er mir davon erzählen möchte, dann erzählt er mir halt davon - dazu verpflichtet ist er allerdings nicht.

Kompliziert könnte es allerdings werden, wenn er auch noch Wert darauf legt, die Beziehung mit mir zu erhalten. Denn ich bin niemand, der lange in einer Beziehung bleibt, in der ich unglücklich bin. An diesem Punkt werden also Absprachen nötig, die sicherstellen, dass wir beide glücklich sind. Aber die werden dann nicht so klingen wie "okay, Du darfst zweimal monatlich Stadion, bringst dafür aber den Müll runter", sondern eher wie "Du brauchst die Stadionbesuche, ich brauche 24 Stunden Gemeinsamzeit pro Wochenende. Wie kriegen wir das hin?" Und dann wird eine Lösung gesucht, ausprobiert, ob beide damit happy sind ... und vielleicht auch mal getestet, ob ich auch mit 18 Stunden auskomme oder ob er vielleicht nur 3 von 4 Wochenenden ins Stadion muss .... In den meisten Fällen wird sich eine Lösung finden lassen, mit der beide zufrieden sind. Und wenn nicht - dann wäre für mich das Beenden des Beziehung deutlich sinnvoller als das Aussprechen von Verboten.

Sorry dass ich jetzt über Stadionbesuche statt über Seitensprünge rede. Mit offenen Beziehungen hab ich keine praktischen Erfahrungen, kann also nicht genau sagen, wie ich im konkreten Fall reagieren würde. Verurteilen würde ich meinen hypothetischen Partner für so einen Wunsch nicht. Aber wie ich damit konkret leben könnte, müsste ich erst noch herausfinden.

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Re: Wollen die Leute heutzutage überhaupt Beziehungen?

Beitrag von ComebackCat » Dienstag 3. September 2019, 23:34

Tania hat geschrieben:
Dienstag 3. September 2019, 23:20
LonesomeCoder hat geschrieben:
Dienstag 3. September 2019, 18:41
Die meisten Leute erwarten in unserem Kulturkreis Monogamie.
Dann sind die meisten Leute halt keine passenden Partner für Dich.
Einige wenige Leute erlauben es ihren Partnern, Sex mit anderen zu haben, wenn das abgesprochen ist und versichert wird, dass es nur bei Sex bleibt (und keine Gefühle im Spiel sind) und/oder die andere Person bekannt ist.
Das hat dann aber nichts mit "erlauben" zu tun, sondern ist eine einvernehmliche Absprache.
Ok, du bist dann eine Ausnahme, wenn es für dich kein Problem wäre, wenn ein Mann parallel noch mit anderen Frauen Sex haben darf und das dir noch nicht mal sagen müsste.
Die Worte "darf" und "müsste" finde ich in diesem Kontext unpassend.

Wenn mein Partner glaubt, etwas unbedingt tun zu müssen - egal ob mit anderen Frauen Sex haben, eine 24monatige Weltreise machen, oder jedes Wochenende ins Stadion gehen -, dann braucht er keine "Erlaubnis" von mir. Ich bin schließlich nicht seine Mutter. Und wenn er mir davon erzählen möchte, dann erzählt er mir halt davon - dazu verpflichtet ist er allerdings nicht.

Kompliziert könnte es allerdings werden, wenn er auch noch Wert darauf legt, die Beziehung mit mir zu erhalten. Denn ich bin niemand, der lange in einer Beziehung bleibt, in der ich unglücklich bin. An diesem Punkt werden also Absprachen nötig, die sicherstellen, dass wir beide glücklich sind. Aber die werden dann nicht so klingen wie "okay, Du darfst zweimal monatlich Stadion, bringst dafür aber den Müll runter", sondern eher wie "Du brauchst die Stadionbesuche, ich brauche 24 Stunden Gemeinsamzeit pro Wochenende. Wie kriegen wir das hin?" Und dann wird eine Lösung gesucht, ausprobiert, ob beide damit happy sind ... und vielleicht auch mal getestet, ob ich auch mit 18 Stunden auskomme oder ob er vielleicht nur 3 von 4 Wochenenden ins Stadion muss .... In den meisten Fällen wird sich eine Lösung finden lassen, mit der beide zufrieden sind. Und wenn nicht - dann wäre für mich das Beenden des Beziehung deutlich sinnvoller als das Aussprechen von Verboten.
Du musst Stadionbesuche als Privileg sehen und nicht als Belastung, Tania. In anderen Ländern haben Frauen jahrzehntelang für dieses Recht gekämpft.

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Re: Wollen die Leute heutzutage überhaupt Beziehungen?

Beitrag von Tania » Dienstag 3. September 2019, 23:42

ComebackCat hat geschrieben:
Dienstag 3. September 2019, 23:34
Du musst Stadionbesuche als Privileg sehen und nicht als Belastung, Tania.
Wenn ich mitgehen kann, zählt das doch schon als Gemeinsamzeit und weitere Absprachen sind gar nicht nötig :good:

Zu seiner Geliebten mitgehen zählt allerdings nicht als Gemeinsamzeit :frech2:

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Re: Wollen die Leute heutzutage überhaupt Beziehungen?

Beitrag von Hanuta » Dienstag 3. September 2019, 23:53

Krausig hat geschrieben:
Dienstag 3. September 2019, 19:42
LonesomeCoder hat geschrieben:
Dienstag 3. September 2019, 18:41
Tania hat geschrieben:
Montag 2. September 2019, 18:41
Und genau im letzten Wort liegen wir Welten auseinander. Für mich existiert das Konzept "erlauben", oder die andere Seite der Medaille, "verbieten", in einer Beziehung nicht. Entweder man liebt einander, wie man nun mal ist (also so im Wesentlichen ... ich kann einen Mann natürlich lieben und es trotzdem hassen, wenn dauernd der Klodeckel auf ist), oder eben nicht. Und ersteres impliziert, dass man keine Erlaubnis braucht, um so zu sein, wie man ist.

Wären wir zusammen, und Du würdest Dich nebenbei durch die ganze Stadt vögeln, dann wäre das für mich okay. Denn wenn es das nicht wäre, wären wir nicht zusammen. An welchem Punkt kommen da Verbote, Erlaubnisse oder Einschränkungen Deiner (oder meiner) Freiheit ins Spiel?
Die meisten Leute erwarten in unserem Kulturkreis Monogamie. Für sie ist es nicht ok, wenn der Partner Liebe und Sexualität parallel noch mit anderen Person hat. Es gibt also ein Verbot, selbst wenn das meist wegen der Standardannahme über Monogamie nicht ausgesprochen wird. Ein Verstoß dagegen ist Fremdgehen, ein häufiger Grund für Streit in Beziehungen und Trennungen. Einige wenige Leute erlauben es ihren Partnern, Sex mit anderen zu haben, wenn das abgesprochen ist und versichert wird, dass es nur bei Sex bleibt (und keine Gefühle im Spiel sind) und/oder die andere Person bekannt ist.
Ok, du bist dann eine Ausnahme, wenn es für dich kein Problem wäre, wenn ein Mann parallel noch mit anderen Frauen Sex haben darf und das dir noch nicht mal sagen müsste. Für die meisten Frauen wäre das aber ein Trennungsgrund.
Was ich wirklich nicht verstehe ist, wie jemand, dem es noch nie gelungen ist, auch nur EINE Frau für sich zu begeistern, von Polygamie faselt. Get an life!
Muss er ja wissen. Zumindest sehe ich da auch eher wenig Hoffnung. Immerhin sagt er ja selbst, dass er einer Frau nichts bieten will, sondern nur Sex will. Sex haben ist ja verständlich und vergönne ich auch keinem, nur sollte man auch bereit sein etwas bieten zu können.
Gibt ja den schönen Spruch:"Wer ficken will, muss freundlich sein."
Wenn man das ein wenig weiterspinnt, dann könnte man auch sagen:"Wer Sex will, muss auch einen Gegenwert bringen."

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Re: Wollen die Leute heutzutage überhaupt Beziehungen?

Beitrag von Tania » Mittwoch 4. September 2019, 00:10

Hanuta hat geschrieben:
Dienstag 3. September 2019, 23:53
Wenn man das ein wenig weiterspinnt, dann könnte man auch sagen:"Wer Sex will, muss auch einen Gegenwert bringen."
Da ja auch Frauen Sex wollen, und nicht nur etwas sind, das motiviert werden muss, die sexuellen Wünsche des Mannes zu erfüllen, würde ich noch ein Stück weiter gehen und sagen "Wer Sex will, muss das erfüllen, was sein Gegenüber braucht, um Sex genießen zu können."

Und ich fürchte, da sind die Kriterien unterschiedlich und das Klischee "Um einen Mann zum Sex zu kriegen, braucht man Brüste und Vagina, um eine Frau zum Sex zu kriegen, einen Porsche, ein super Aussehen und einen Verlobungsring" stimmt nicht so ganz. Vielleicht sollten wir ja mal ne Umfrage zum Thema "Was muss ein Mensch, mit dem Du Sex willst, mitbringen?" starten ;)

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Re: Wollen die Leute heutzutage überhaupt Beziehungen?

Beitrag von Hanuta » Mittwoch 4. September 2019, 00:20

Tania hat geschrieben:
Mittwoch 4. September 2019, 00:10
Hanuta hat geschrieben:
Dienstag 3. September 2019, 23:53
Wenn man das ein wenig weiterspinnt, dann könnte man auch sagen:"Wer Sex will, muss auch einen Gegenwert bringen."
Da ja auch Frauen Sex wollen, und nicht nur etwas sind, das motiviert werden muss, die sexuellen Wünsche des Mannes zu erfüllen, würde ich noch ein Stück weiter gehen und sagen "Wer Sex will, muss das erfüllen, was sein Gegenüber braucht, um Sex genießen zu können."

Und ich fürchte, da sind die Kriterien unterschiedlich und das Klischee "Um einen Mann zum Sex zu kriegen, braucht man Brüste und Vagina, um eine Frau zum Sex zu kriegen, einen Porsche, ein super Aussehen und einen Verlobungsring" stimmt nicht so ganz. Vielleicht sollten wir ja mal ne Umfrage zum Thema "Was muss ein Mensch, mit dem Du Sex willst, mitbringen?" starten ;)
Mal eindeutige Zustimmung! :daumen:

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Re: Wollen die Leute heutzutage überhaupt Beziehungen?

Beitrag von Calliandra » Mittwoch 4. September 2019, 01:51

Ich finde den Thread gut, die Diskussion hat mir nochmal einige ungelöste Punkte vor Augen geführt.
Reinhard hat geschrieben:
Samstag 31. August 2019, 22:35
… Vor allem bei Frauen gibt es wohl noch den Biologische-Uhr-Grund. Das dient dann aber wirklich gut zum Illustrieren, was ich meine, weil da geht es ja überhaupt nicht um den Partner. Die Frauen wollen lieber Kinder als einen Mann, und eigentlich brauchen sie eher einen Samenspender als eine Beziehung.
Sich auf andere Menschen einzulassen und sie zu ertragen scheint schwierig zu sein. …
Antworten auf solche Fragen kann man ja nicht auf die Allgemeinheit übertragen. Aber wenn ich das selbst beantworten sollte, dann hat sich das mit der biologischen Uhr nun eh erledigt, aber auch in jüngeren Jahren habe ich mich eher nach einer Beziehung gesehnt als explizit nach Kindern. Die waren in meiner Vorstellung immer total fern, weil ich nie in einer Situation war, wo die überhaupt reingepasst hätten. Ich weiß nicht, wie es gewesen wäre, wenn es eine langjährige funktionierende und liebevolle Partnerschaft gegeben hätte – ob sich dann da auch ein Kinderwunsch eingestellt hätte (aber ist jetzt auch müßig, darüber zu grübeln). Andersrum wäre es für mich jedenfalls gar nicht vorstellbar gewesen (also Hauptsache Kinder, und dann halt schnell nen Partner dafür auftreiben) …

Was den letzten Satz angeht, so finde ich das wirklich schwierig zu beantworten, so aus der Abinenerfahrung heraus (also null Beziehungserfahrung). Ich weiß, dass ich mich bis zu einem gewissen Grad ganz gut auf andere einstellen kann, ohne mich zu verlieren. Das funktioniert z. B. auch ganz gut, wenn ich mal mit Freunden verreise, wo man ja eigentlich ungewöhnlich viel Zeit am Stück aufeinanderhockt und das durchaus Angriffsfläche für Reibereien geben könnte. Aber das läuft eigentlich dann üblicherweise sehr entspannt ab, und ich kann da normalerweise meine Wünsche gut durchsetzen und mich aber auch auf die des anderen meist gut einlassen. Wenn es z. B. mal starke Uneinigkeit über das Tagesprogramm gibt, finde ich es auch völlig ok, wenn da jeder mal seiner Wege geht, und dann trifft man sich wieder abends zum Essen, trinkt einen Wein zusammen und erzählt sich von den Erlebnissen des Tages.

Auch in WG-Zeiten kam ich eigentlich immer gut mit meinen Mitbewohnern zurecht. In einem Fall wurde es mal etwas anstrengend, aber das hatte spezielle Gründe.

Aber mir ist klar, dass das alles nur ein erstes Reinschnuppern ist und man sich in einer Beziehung noch viel mehr auf einen anderen Menschen einlassen muss (emotional und "organisatorisch") und sich selbst auch noch mehr offenbaren und behaupten muss. Und das ist was, wovor ich ziemlichen Respekt habe, und wo ich gar nicht so recht weiß, ob ich das dann so im Ernstfall überhaupt hinkriegen würde. Ich denke, gerade das sich zeigen mit allen Macken und Schwächen und Verletzlichkeiten ist was, was in meiner Vorstellung superschwierig ist, zumal, wenn das Selbstvertrauen in dieser Hinsicht so ohne jegliche Beziehungserfahrung natürlich total angekratzt ist und man gar kein Gefühl dafür hat, wann man welche Schutzhüllen fallen lassen kann. (Öhm, klingt doof, aber ich finde gerade nicht die passenden Worte dazu).

Ich denke, in der ersten Phase des Kennenlernens ist es ja normal, dass man sich eher von seiner Schokoladenseite zeigen möchte – und natürlich dabei keine komplett andere Person vorgaukelt, aber eben auch nicht gleich anfängt, mit den eigenwilligen Special Effects um sich zu werfen. Wahrscheinlich kommen die dann eh automatisch irgendwann an's Licht (wie das ja auch bei Freundschaften bis zu einem gewissen Punkt so ist) … Nur wenn ich es mir recht überlege, habe ich mich in so Anbahnungssituationen immer nicht so recht aus der Deckung hervorgewagt. Ich glaube, da fehlte mir irgendwie so ein Vertrauen, dass ich jetzt mal einfach weitermachen könnte und alles, was dabei von mir zum Vorschein kommt, ist dann so auch in Ordnung und derjenige mag mich trotzdem oder gerade wegen dieser Mischung.
Lilia hat geschrieben:
Sonntag 1. September 2019, 09:44
… Ich wette, viele ertappen sich dabei, für den anderen mitzudenken ("Die Sache ist aussichtslos - der-/diejenge wird mich nicht wollen, weil ....") oder sich selbst Steine in den Weg zu legen ("Wohnt zu weit weg, hat andere Hobbys, ...).

Ich glaube, viele wollen insgeheim eine Beziehung, auch wenn es auf den ersten Blick anders aussieht - nur sind sie nicht bereit, viel zu investieren.
Ich muss gestehen, das kenne ich auch von mir, dieses "Mitdenken" für die anderen. Und auch dieses Steine in den Weg legen kommt mir sehr bekannt vor. Ich hatte das auch schon, dass ich dabei war, Gefühle für jemanden zu entwickeln, aber der Kopf hat immer schön Gründe gefunden, warum das jetzt eigentlich gar nicht passen würde.
Mir ist nur nicht ganz klar, wie man diesen Konflikt lösen kann bzw. ob er nicht auch irgendwo begründet ist (oder ob es einfach Angst ist, sich auf eine Nähe einzulassen, die einem dann wieder entzogen werden kann).
In den Momenten, wo ich diese Konflikte hatte, musste ich sie aber selbst gar nicht aktiv lösen, weil die Kandidaten in den Fällen dann selbst die Notbremse gezogen haben. Was natürlich darin begründet sein könnte, dass mein innerer Konflikt sich dann auch in meinem Verhalten irgendwie gespiegelt hat und das dann für das Gegenüber verwirrend/anstrengend/merkwürdig war bzw. mich selbst schlicht ausgebremst hat, dass ich es gar nicht mit voranbringen konnte.
Tania hat geschrieben:
Montag 2. September 2019, 12:17
…Stimmt, mitunter ist ne miese Beziehung schlimmer als allein sein. Aber ist Alleinsein auch einer guten Beziehung vorzuziehen? :gruebel:

Wie es letztlich laufen wird, weiß man vorher ja leider nie. Aber wenn es mies laufen sollte: was spricht dann dagegen, es einfach wieder zu beenden?
Ich glaube, genau diese gedankliche Leichtigkeit fehlt da in der Vorstellungskraft eines ABs. Wenn ich es nie auf die Reihe bekommen habe, in einer Beziehung anzukommen und irgendwann packe ich das aus irgendwelchen Gründen, dann will ich sie doch nicht einfach wieder beenden.
Ich kenne aber auch abschreckende Beispiele von Beziehungen und frage mich, wie man das so lange aushält :sadwoman:
NeC hat geschrieben:
Montag 2. September 2019, 18:39
Tania hat geschrieben:
Montag 2. September 2019, 12:17

Stimmt Gerade deswegen wird es für mich an einem bestimmten Punkt einfach. Nämlich an dem, an dem ich davon überzeugt bin, dass das Beenden der ganzen Angelegenheit für beide Parteien im Schnitt weniger emotional aufreibend ist als das Weiterführen.
Dieser Punkt kann aber - zumindest wohl für die harmoniebedüftigen Typen wie Milkman und mich - zeitlich schon in der Kennenlernphase liegen. Und dann sieht es vermutlich so aus, als würden wir gar nicht so sehr eine Beziehung wollen, wenn wir schon so früh die Flinte ins Korn werfen. Und damit den "Schaden" auf beiden Seiten hoffentlich begrenzen.

Du würdest vermutlich argumentieren, das Du zu dem Zeitpunkt noch gar nicht überzeugt davon sein kannst, weil man ja noch gar nicht "richtig" auf Tuchfühlung gegangen ist, und sich noch gar keine Gefühle bilden konnten.

Ich finds schwierig, die richtige Balance dabei zu finden. Schließlich gibt es auch Menschen, die schon sehr früh in der Kennenlernphase etwas in uns zum klingen bringen, wodurch dann sämtliche möglichen Inkompatibilitäten, die man ggf. kommen sieht, einfach wie durch Zauberei weggewischt werden. Und das ist nicht nur ein kurzfristiger Verliebtheits-Effekt, sondern funktioniert auch z.B. bei der Wieder-Annäherung aneinander nach einem Streit oder einer heftigeren Meinungsverschiedenheit. (Hmm, okay, vielleicht ist es doch Verliebtheit. Aber dann war das bei mir nicht bloß ein Strohfeuer, sondern ein lang anhaltendes oder immer wiederkehrendes Gefühl)

Ich fürchte, ich traue mich nicht mehr, ein intimeres Kennenlernen zuzulassen, bevor sich dieses Gefühl nicht eingestellt hat.

Und vor meiner ersten Beziehung war das definitiv anders. Da habe ich mich Hals-über-Kopf und mit einer Ur-Zuversicht in jede der zugegebenermaßen wenigen Beziehungsanbahnungssituationen gestürzt.
Genau diese Ur-Zuversicht ist eine sehr wichtige Sache, die mir fehlt, um eine Anbahnung in die richtigen Bahnen zu lenken (wenn es denn mal eine gibt). Ich finde das beeindruckend, dass du dieses Hals über Kopf trotz ABtum vor deiner ersten Beziehung konntest (aber auch schade, dass du da jetzt befangener bist).
Ich finde es als ABine auch schwierig, einen Verliebtheitseffekt von einer wahren emotionalen Anziehung zu unterscheiden, weil es in meinen seltenen Anbahnungen nie weit genug gekommen ist, dass dieser Effekt dann mal hätte abebben können.
Tania hat geschrieben:
Mittwoch 4. September 2019, 00:10
Vielleicht sollten wir ja mal ne Umfrage zum Thema "Was muss ein Mensch, mit dem Du Sex willst, mitbringen?" starten ;)
:daumen:
(Ich denke gerade selbst drüber nach …)

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