Interesse an Menschen?

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Caligari
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Interesse an Menschen?

Beitrag von Caligari » Mittwoch 11. September 2019, 01:14

Ich lese hier im Forum ja immer viel von sich nicht trauen, zu schüchtern oder zu unsicher sein oder sonstiges. Würde mich da auch gar nicht ausnehmen. Bin selbst auch eher der unsichere, schüchterne Typ. Aber für mich hab ich trotzdem das Gefühl, wenn ich wirklich was will, dann mache ich es auch. Dauert manchmal ein bisschen bis ich mich auch selbst von etwas überzeugt habe, aber dann geht’s auch meist.
Mein Problem ist eher das Wollen. Menschen kennenlernen muss man auch wollen und das bezweifele ich bei mir.
Ich treffe so selten auf Menschen, die ich interessant finde. Die meisten Menschen wirken auf mich irgendwie äußerst glatt, distanziert und irgendwie oberflächlich. Habe neulich die schöne Formulierung „für etwas brennen“ gehört und genau das trifft es. Ich kann mir beim besten Willen bei den meisten Menschen auf die ich treffe nicht vorstellen, dass die für irgendwas wirklich brennen, mal an sich selbst zweifeln und mal eine nicht oberflächliche Emotion zeigen.
Dass das irgendwie nicht stimmen kann, ist mir ja auch selber klar. :?
Aber genau so glatt und oberflächlich, denke ich, wirke ich wohl auch auf andere. Versuche das gerade auch zu ändern (mit bisher überschaubarem Erfolg). Aber das Gefühl, dass sich auf der einen Seite kein Mensch für dich, auf der anderen Seite du dich auch nicht wirklich für andere Menschen interessierst, hab ich trotzdem noch?
Und damit dann andere Menschen kennenlernen wollen ist irgendwie schwierig, oder? Finds aber auch schwierig da irgendwie rauszukommen. Wie entwickelt man Interesse an etwas oder jemandem, wenn alles was man sieht eine glatte Hülle ist? Wie kommt man selbst aus dieser Hülle raus? Wie lernt man Menschen wirklich kennen? Sind halt alles so Fragen, die mir da in den Sinn kommen und wo ich keine Antworten finde.

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Re: Interesse an Menschen?

Beitrag von Brax » Mittwoch 11. September 2019, 02:14

Caligari hat geschrieben:
Mittwoch 11. September 2019, 01:14
Wie entwickelt man Interesse an etwas oder jemandem, wenn alles was man sieht eine glatte Hülle ist?
Ich habe die Erfahrung gemacht, dass Themen, die ich erstmal langweilig finde, doch interessant werden, wenn ich mich mit ihnen beschäftige. Je mehr ich über etwas weiß, desto interessanter finde ich es. Mit Menschen gehts mir im Prinzip genauso. Vielleicht hilft es, sich anfangs zu überwinden und sich die Mühe zu machen, Menschen kennenzulernen, auch wenn du sie erstmal nicht so interessant findest? Durchs Kennenlernen werden sie es dann vielleicht.
Ich denke, es ist auch recht normal, dass man fremde Leute nicht megaspannend findet.

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Re: Interesse an Menschen?

Beitrag von Ninja Turtle » Mittwoch 11. September 2019, 06:01

Caligari hat geschrieben:
Mittwoch 11. September 2019, 01:14
Die meisten Menschen wirken auf mich irgendwie äußerst glatt, distanziert und irgendwie oberflächlich.
Kenne ich, aber wenn man etwas riskiert und auf diese Menschen zugeht, entdeckt man/ich oft nich ganz andere Seiten an ihnen.
Ist halt oft nur der erste Eindruck.
:kopfhoerer: :tanzen2: :umarmung2:

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Re: Interesse an Menschen?

Beitrag von Gatem » Mittwoch 11. September 2019, 10:33

Tendenziell kann ich dich gut verstehen.
Ich habe auch immer Probleme mich für Dinge zu begeistern, Menschen eingeschlossen. Irgendwie habe ich manchmal den Eindruck mein Gehirn abstrahiert da einfach zu viel, nach dem Motto „kennst du einen, kennst du alle“, so dass ich gar nicht mehr das wahrnehme, was die Menschen unterscheidet, sondern nur noch „jo, ist halt ein Mensch“.

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Re: Interesse an Menschen?

Beitrag von Kief » Mittwoch 11. September 2019, 10:36

Caligari hat geschrieben:
Mittwoch 11. September 2019, 01:14
Und damit dann andere Menschen kennenlernen wollen ist irgendwie schwierig, oder? Finds aber auch schwierig da irgendwie rauszukommen. Wie entwickelt man Interesse an etwas oder jemandem, wenn alles was man sieht eine glatte Hülle ist? Wie kommt man selbst aus dieser Hülle raus? Wie lernt man Menschen wirklich kennen? Sind halt alles so Fragen, die mir da in den Sinn kommen und wo ich keine Antworten finde.
Bei der authentischen Gemeinschaftsbildung habe ich dafuer Wege erlebt.

Gefuehle an Fremde auszusprechen, gerade wenn es sich um heikle Themen handelt, das braucht eine sichere und vertrauenswuerdige Umgebung. Bis ich mich da sicher fuehle, das braucht ein bissel.
Aber umgekehrt habe ich beobachtet, dass genau das auch eine intensivere Verbindung aufbaut, bei der die Menschen untereinander emotional zusammenruecken, und sich intensiver wahrnehmen.

In fremden Gruppen schaffe ich das nur begrenzt, in vertrauten Kreisen mache ich das gerne, und wenn ich die Perspektiven anderer Leute erfahre, dann ist auch mein Interesse an Ihnen staerker.
Hat nur die beiden Huerden, dass man das nicht mal eben ueben kann, weil es davon nur wenig Uebungsgruppen gibt,
und dass man das im Alltagsgespraech nicht so simpel unterbringen kann.

Aber ansatzweise wuesste ich, wie ich es fuer mich probieren koennte - nur stellt sich das Kontakt-Problem bei mir nicht.
(Erst wenn ich mit politisch Radikalen vermitteln will, werde ich das aufgreifen.)


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Re: Interesse an Menschen?

Beitrag von NeC » Mittwoch 11. September 2019, 12:32

Caligari hat geschrieben:
Mittwoch 11. September 2019, 01:14
Die meisten Menschen wirken auf mich irgendwie äußerst glatt, distanziert und irgendwie oberflächlich. Habe neulich die schöne Formulierung „für etwas brennen“ gehört und genau das trifft es. Ich kann mir beim besten Willen bei den meisten Menschen auf die ich treffe nicht vorstellen, dass die für irgendwas wirklich brennen, mal an sich selbst zweifeln und mal eine nicht oberflächliche Emotion zeigen.
Dass das irgendwie nicht stimmen kann, ist mir ja auch selber klar. :?
(...)
Wie entwickelt man Interesse an etwas oder jemandem, wenn alles was man sieht eine glatte Hülle ist? Wie kommt man selbst aus dieser Hülle raus? Wie lernt man Menschen wirklich kennen?
Liefert der fett markierte Teil dafür nicht schon eine mögliche Antwort?

Du siehst jemanden, der glatt und distanziert ist. Aber Du ahnst schon, dass das nur die Fassade ist, die den echten Menschen verbirgt. Bei manchen Menschen zuckt man einfach mit den Schultern und lässt sie freundlich-distanziert links liegen. Aber packt Dich bei anderen nicht auch manchmal die Neugierde? Vielleicht aus einem Gespräch oder einer Situation heraus - irgendwo ist kurz etwas "echtes" durch die Fassade durchgeblitzt. Und Du denkst Dir "Ach, schau mal an! Doch nicht so der ganz glatte Typ!" Oder Du spürst die Distanz mit den Fassade zwischen euch, findest das schade, und versuchst etwas echtes dahinter hervorzulocken, indem Du an Deiner eigenen Fassade mal ein Fenster öffnest und ein Kissen ausschüttelst. :klassiker:

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Re: Interesse an Menschen?

Beitrag von Xiangni » Mittwoch 11. September 2019, 13:58

Ich finde andere Menschen sehr spannend und lerne darum auch gerne neue Leute kennen. Zumindest Leute, bei denen ich das Gefühl habe, dass wir uns viel zu sagen haben. Mich interessiert auch das Alltags leben meiner Freunde und es stört mich, dass ich nicht bei allen gleich uptodate sein kann und teils zu wenig Zeit habe.

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Re: Interesse an Menschen?

Beitrag von Hanuta » Mittwoch 11. September 2019, 15:21

Xiangni hat geschrieben:
Mittwoch 11. September 2019, 13:58
Ich finde andere Menschen sehr spannend und lerne darum auch gerne neue Leute kennen. Zumindest Leute, bei denen ich das Gefühl habe, dass wir uns viel zu sagen haben. Mich interessiert auch das Alltags leben meiner Freunde und es stört mich, dass ich nicht bei allen gleich uptodate sein kann und teils zu wenig Zeit habe.
Dann gehörst du wohl zu der Kategorie "sehr extrovertiert".
Ich finde es nicht wirklich aufregend neue Leute kennenzulernen und habe auch nicht wirklich das Bedürfnis mich einer fremden Person mitzuteilen. Der Alltag meiner Freunde interessiert mich recht wenig, solange sie ihn meistern und keine Probleme haben, ist alles gut.

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Re: Interesse an Menschen?

Beitrag von Tesserakt » Mittwoch 11. September 2019, 15:26

Caligari hat geschrieben:
Mittwoch 11. September 2019, 01:14

Mein Problem ist eher das Wollen. Menschen kennenlernen muss man auch wollen und das bezweifele ich bei mir.
Ich treffe so selten auf Menschen, die ich interessant finde.
Ich habe in den letzten Jahren ein ähnliches Desinteresse an Menschen entwickelt. Vielleicht sind sie einfach nicht so interessant? Klar, jeder ist anders, aber sind es nicht immer wieder dieselben Charakterzüge, die bei Menschen auftreten, nur leicht variiert und in unterschiedlichen Kombinationen?

Lang, lang ist's her, da erklärte mir einmal eine Therapeutin, dass Menschen doch das Interessanteste schlechthin wären. Überraschte mich zunächst einmal, da ich dies nie so gesehen hatte. Dann dachte ich mir, na gut, dann versuch mal, Interesse für Menschen zu entwickeln, wenn das so normal ist. War dann so eine Art Glaubenssatz: "Menschen sind interessant! Und wenn du das nicht so siehst, ist irgendwas mit dir nicht in Ordnung!"

Eine Weile ging das ganz gut, aber es stellte sich doch immer mehr Überdruss ein. Dann stieß ich schließlich vor drei Jahren auf Asperger-Autismus und begriff, dass es viele Menschen gibt, die an anderen Menschen nicht sonderlich interessiert sind. Und dass das nichts "Falsches", sondern nur etwas anderes ist. Das gab mir die "Erlaubnis", die obige Regel für mich wieder außer Kraft zu setzen.

(Übrigens ähnlich mit Reisen: Im Laufe meines Lebens war ich in ca. 70 Ländern. Gut, in einigen vielleicht nur wenige Stunden [mal 'ne Zwischenlandung in Addis Abeba etc.], in anderen aber einige Monate. Mittlerweile bin ich es leid. Ich habe keine Lust mehr, neue Länder zu bereisen. Obwohl ich weiß, dass ich vieles noch nicht gesehen habe [bleiben ja für mich auch noch weit über hundert "weiße Flecken" auf der Landkarte], zieht es mich nicht mehr dahin. Einfach aus dem Gefühl heraus, wirklich Neues und Faszinierendes ohnehin nicht mehr finden zu können. Überdruss.)

Vielleicht ändert sich dies auch mal wieder, aber derzeit finde ich wirkliche Faszination nur in der Mathematik (was mich an mein schlechtes Gewissen erinnert, dass ich mich hier immer noch nicht richtig vorgestellt habe). Nur dort sehe ich (derzeit?) für mich Potential, völlig Neues zu entdecken - Gedanken, die ich vorher nie gedacht habe, Gedanken, die ich zuvor überhaupt nicht hatte denken können.

Liebe Grüße
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Re: Interesse an Menschen?

Beitrag von Fawn » Mittwoch 11. September 2019, 16:02

So ähnlich geht es mir auch, daher kommt sicherlich der überschaubare Freundeskreis. Interesse entsteht bei mir meistens erst mit der Zeit, wenn ich bereits - quasi "nebenbei" - ansprechende Facetten einer Person kennengelernt habe und die Neugierde geweckt ist.
Bekannte von Freunden wären so ein Fall, wo man über die Freunde einiges mitbekommen hat und sich dann denkt: "Könnte passen."
Bei Wildfremden auf der Straße fehlen diese Anknüpfungspunkte.

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Re: Interesse an Menschen?

Beitrag von Hanuta » Mittwoch 11. September 2019, 16:42

Fawn hat geschrieben:
Mittwoch 11. September 2019, 16:02
So ähnlich geht es mir auch, daher kommt sicherlich der überschaubare Freundeskreis. Interesse entsteht bei mir meistens erst mit der Zeit, wenn ich bereits - quasi "nebenbei" - ansprechende Facetten einer Person kennengelernt habe und die Neugierde geweckt ist.
Bekannte von Freunden wären so ein Fall, wo man über die Freunde einiges mitbekommen hat und sich dann denkt: "Könnte passen."
Bei Wildfremden auf der Straße fehlen diese Anknüpfungspunkte.
Darin kann ich mich wiederfinden. Bei mir ist es auch so, dass ich erstmal eine gewisse Zeit mit den Personen verbringen muss, damit ich für sie ein Interesse entwickle.

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Re: Interesse an Menschen?

Beitrag von Melli » Mittwoch 11. September 2019, 17:13

Tesserakt hat geschrieben:
Mittwoch 11. September 2019, 15:26
Lang, lang ist's her, da erklärte mir einmal eine Therapeutin, dass Menschen doch das Interessanteste schlechthin wären.
Diese Sprechblase habe ich eine zeitlang öfters gehört. Auch von Leuten, die nicht von Berufs wegen mit Menschen beschäftigt waren (nicht umsonst sog. Anthropologen, Psychologen, Mediziner etc.) :mrgreen:

Nein, im Ernst, sowas kann ich nicht ernstnehmen :shock:

Wenn ich da an Szenen denke, wo man einfach nur gestreßt durch den Alltag navigiert, bleibt ja nicht viel Raum für Interesse :( Was sehr wahrscheinlich sogar schade ist, weil irgendwo zwischen dem ganzen Gewusele tatsächlich jemand sein könnte, bei dem einem etwas entgeht, den nie zu sprechen zu kommen :schwarzekatze:
Tesserakt hat geschrieben:
Mittwoch 11. September 2019, 15:26
(Übrigens ähnlich mit Reisen: Im Laufe meines Lebens war ich in ca. 70 Ländern. Gut, in einigen vielleicht nur wenige Stunden [mal 'ne Zwischenlandung in Addis Abeba etc.], in anderen aber einige Monate. Mittlerweile bin ich es leid. Ich habe keine Lust mehr, neue Länder zu bereisen. Obwohl ich weiß, dass ich vieles noch nicht gesehen habe [bleiben ja für mich auch noch weit über hundert "weiße Flecken" auf der Landkarte], zieht es mich nicht mehr dahin. Einfach aus dem Gefühl heraus, wirklich Neues und Faszinierendes ohnehin nicht mehr finden zu können. Überdruss.)
Man muß ja nun nicht überall gewesen sein :? Zumal Reisen eine ganze Reihe von Problemen aufwerfen kann.

Interessant kann das schon immer noch sein. Aber fragt sich auch wie man wo womit zurechtkommt :schwarzekatze:
Jeder Kreatur bleibt das eigene Schicksal verschlossen. Niemand weiß, was ihm bevorsteht. Erst der Gang des Lebens zeigt an, was uns von Geburt an vorbestimmt ist, sonst gäbe es das Schicksal nicht. Dennoch lebt in uns die Sehnsucht, die Rätsel zu entschlüsseln, die uns umhüllen.
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Re: Interesse an Menschen?

Beitrag von Xiangni » Mittwoch 11. September 2019, 17:23

Hanuta hat geschrieben:
Mittwoch 11. September 2019, 15:21
Xiangni hat geschrieben:
Mittwoch 11. September 2019, 13:58
Ich finde andere Menschen sehr spannend und lerne darum auch gerne neue Leute kennen. Zumindest Leute, bei denen ich das Gefühl habe, dass wir uns viel zu sagen haben. Mich interessiert auch das Alltags leben meiner Freunde und es stört mich, dass ich nicht bei allen gleich uptodate sein kann und teils zu wenig Zeit habe.
Dann gehörst du wohl zu der Kategorie "sehr extrovertiert".
Ich finde es nicht wirklich aufregend neue Leute kennenzulernen und habe auch nicht wirklich das Bedürfnis mich einer fremden Person mitzuteilen. Der Alltag meiner Freunde interessiert mich recht wenig, solange sie ihn meistern und keine Probleme haben, ist alles gut.
Echt? Der Alltag deiner Freunde interessiert dich nicht? Ich finde es schade, dass ich meistens nicht mehr am Leben meiner Freunde teilhaben kann. Je seltener man sich sieht, desto eher werden einem nur die Hauptveränderungen/events im Leben des anderen mitgeteilt. Wenn ich jemanden wöchentlich sehe, so erhalte ich einen viel besseren Einblick wie sich die Person gerade fühlt und was auch gerade nicht so Weltbewegendes bei ihr passiert.
Eine Freundin von mir ist seit Kurzem in einer Beziehung. Da ich sie relativ häufig sehe, habe ich viel mitbekommen wie sie sich angenähert haben, was sie sich für Gedanken dazu machte etc. Ich fand es sehr schön an diesem Prozess teilhaben zu können. Würde ich sie nur irgendwie 2x im Jahr sehen, so hätte sie mir beim nächsten Treffen wohl einfach mitgeteilt: Ich bin jetzt mit XY seit April zusammen.

Und ansonsten finde ich es einfach spannend Gedanken und Meinungen mit anderen auszutauschen. Gleichzeitig finde ich es aber auch sehr angenehm wenn dieser Austausch nicht mit neuen Leuten ist, wo man bei 0 starten muss, sondern bei guten Freunden, wo man sich schon kennt und gewisse Sachen ,die selbstverständlich sind, nicht mehr erklären muss.

Aber ja, bin definitiv extrovertierter als die Mehrheit hier.

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Re: Interesse an Menschen?

Beitrag von Hanuta » Mittwoch 11. September 2019, 18:14

Xiangni hat geschrieben:
Mittwoch 11. September 2019, 17:23
Hanuta hat geschrieben:
Mittwoch 11. September 2019, 15:21
Xiangni hat geschrieben:
Mittwoch 11. September 2019, 13:58
Ich finde andere Menschen sehr spannend und lerne darum auch gerne neue Leute kennen. Zumindest Leute, bei denen ich das Gefühl habe, dass wir uns viel zu sagen haben. Mich interessiert auch das Alltags leben meiner Freunde und es stört mich, dass ich nicht bei allen gleich uptodate sein kann und teils zu wenig Zeit habe.
Dann gehörst du wohl zu der Kategorie "sehr extrovertiert".
Ich finde es nicht wirklich aufregend neue Leute kennenzulernen und habe auch nicht wirklich das Bedürfnis mich einer fremden Person mitzuteilen. Der Alltag meiner Freunde interessiert mich recht wenig, solange sie ihn meistern und keine Probleme haben, ist alles gut.
Echt? Der Alltag deiner Freunde interessiert dich nicht? Ich finde es schade, dass ich meistens nicht mehr am Leben meiner Freunde teilhaben kann. Je seltener man sich sieht, desto eher werden einem nur die Hauptveränderungen/events im Leben des anderen mitgeteilt. Wenn ich jemanden wöchentlich sehe, so erhalte ich einen viel besseren Einblick wie sich die Person gerade fühlt und was auch gerade nicht so Weltbewegendes bei ihr passiert.
Eine Freundin von mir ist seit Kurzem in einer Beziehung. Da ich sie relativ häufig sehe, habe ich viel mitbekommen wie sie sich angenähert haben, was sie sich für Gedanken dazu machte etc. Ich fand es sehr schön an diesem Prozess teilhaben zu können. Würde ich sie nur irgendwie 2x im Jahr sehen, so hätte sie mir beim nächsten Treffen wohl einfach mitgeteilt: Ich bin jetzt mit XY seit April zusammen.

Und ansonsten finde ich es einfach spannend Gedanken und Meinungen mit anderen auszutauschen. Gleichzeitig finde ich es aber auch sehr angenehm wenn dieser Austausch nicht mit neuen Leuten ist, wo man bei 0 starten muss, sondern bei guten Freunden, wo man sich schon kennt und gewisse Sachen ,die selbstverständlich sind, nicht mehr erklären muss.

Aber ja, bin definitiv extrovertierter als die Mehrheit hier.
Ich merke es gibt hier ein wenig Schwierigkeiten mit der Definition von "Alltag". Klar interessiere ich mich dafür, was meine Freunde machen, aber eben nicht, was sie jeden Tag so tun, sondern was in ihrem Leben interessantes vorgefallen ist un darüber tausche ich mich auch gerne aus. Vor allem wenn es um Begegnungen mit dem anderen Geschlecht geht, werden Details ja wichtig.

Ich habe aber wahrscheinlich im Gegenzug zu dir kein wirkliches Interesse daran ständig neue Leute kennenzulernen, um zu schauen ob sie auf meiner Wellenlänge sind. Das wäre mir zu anstrengend.
Du bist da sicher eher wie Tania, die aus solchen Begegnungen sogar noch Kraft schöpfen, wenn sie neue Menschen kennenlernen dürfen.

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Re: Interesse an Menschen?

Beitrag von Reinhard » Mittwoch 11. September 2019, 22:46

Interesse an Menschen habe ich eher weniger. Also was sie so im Alltag machen oder wer mit wem dies und das ...

Ich finde aber die Weltsichten, die Menschen so im Kopf haben, relativ interessant. Wie Menschen sich Zusammenhänge erklären und was sie denken, wie die Welt so funktioniert.

Leider braucht man dazu ein gewisses Niveau, solche Ansichten hat zwar jeder (explizit oder implizit), um sich darüber austauschen zu können, muss man sie aber verbalisieren und das fällt manchen halt recht schwer. Das andere ist halt, dass man gewöhnlich nicht auf so hohen Ebenen einsteigt und sich erst ans Endniveau herankämpfen muss und vorher weiss ich halt nicht, wie ich dort hinkommen soll.

Daran scheitert's dann. :sadman:


Vielleicht sollte ich den Zeugen Jehovas beitreten. "Haben Sie eine Minute Zeit, um über Gott und die Welt zu reden?"
Mag ja sein, dass jeder seines Glückes Schmied ist.

Aber dabei sollte nicht vergessen werden, dass manche von Haus aus eine komplette Werkstatt mitbekommen, und andere nur einen Hammer und nicht mal einen Amboss.

Wer will findet sucht Wege; wer nicht will findet Gründe erfindet Ausflüchte.

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Re: Interesse an Menschen?

Beitrag von Hanuta » Mittwoch 11. September 2019, 23:19

Reinhard hat geschrieben:
Mittwoch 11. September 2019, 22:46
Interesse an Menschen habe ich eher weniger. Also was sie so im Alltag machen oder wer mit wem dies und das ...

Ich finde aber die Weltsichten, die Menschen so im Kopf haben, relativ interessant. Wie Menschen sich Zusammenhänge erklären und was sie denken, wie die Welt so funktioniert.

Leider braucht man dazu ein gewisses Niveau, solche Ansichten hat zwar jeder (explizit oder implizit), um sich darüber austauschen zu können, muss man sie aber verbalisieren und das fällt manchen halt recht schwer. Das andere ist halt, dass man gewöhnlich nicht auf so hohen Ebenen einsteigt und sich erst ans Endniveau herankämpfen muss und vorher weiss ich halt nicht, wie ich dort hinkommen soll.

Daran scheitert's dann. :sadman:


Vielleicht sollte ich den Zeugen Jehovas beitreten. "Haben Sie eine Minute Zeit, um über Gott und die Welt zu reden?"
Ich finde man kann sich damit aber auch schnell ins Aus schießen.
Ich rede auch gerne über die Welt und finde es auch interessant wie andere sie sehen, nur hat das auch seine Grenzen. Für mich hören solche Gespräche auf, wenn sie unlogisch werden und eher in die Welt der Fantasien gehören. Da gab es z.B. mal einen Kerl mit dem ich über Lichtenergie geredet habe und er war der festen Überzeugung der Mensch könnte ohne Nahrung auskommen.

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Re: Interesse an Menschen?

Beitrag von Kief » Mittwoch 11. September 2019, 23:29

Hanuta hat geschrieben:
Mittwoch 11. September 2019, 23:19
Ich finde man kann sich damit aber auch schnell ins Aus schießen.
[ ... ] Da gab es z.B. mal einen Kerl mit dem ich über Lichtenergie geredet habe und er war der festen Überzeugung der Mensch könnte ohne Nahrung auskommen.
Gibt es da nicht ein oder zwei Menschen, bei denen genau das ein ungeloestes Raetsel ist?
Der (die) das also von sich behauptet, und bei dem Wissenschaftler dann mal beobachtet haben, ob er wirklich nix isst, und die haben dann keine Erklaerung gefunden, warum der immer noch lebt?

Vielleicht hat er ja Photosynthese gelernt? ;-)


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Re: Interesse an Menschen?

Beitrag von Hanuta » Mittwoch 11. September 2019, 23:37

Kief hat geschrieben:
Mittwoch 11. September 2019, 23:29
Hanuta hat geschrieben:
Mittwoch 11. September 2019, 23:19
Ich finde man kann sich damit aber auch schnell ins Aus schießen.
[ ... ] Da gab es z.B. mal einen Kerl mit dem ich über Lichtenergie geredet habe und er war der festen Überzeugung der Mensch könnte ohne Nahrung auskommen.
Gibt es da nicht ein oder zwei Menschen, bei denen genau das ein ungeloestes Raetsel ist?
Der (die) das also von sich behauptet, und bei dem Wissenschaftler dann mal beobachtet haben, ob er wirklich nix isst, und die haben dann keine Erklaerung gefunden, warum der immer noch lebt?

Vielleicht hat er ja Photosynthese gelernt? ;-)


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Ich kenne genau das Experiment, wo sie es mit einem Wissenschaftler getestet haben und nach einigen Tagen mussten sie das Experiment bereits abbrechen, weil der Kerl zu viel Gewicht verloren hat und damit seine These als unwahr belegt wurde. ;)

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Re: Interesse an Menschen?

Beitrag von Melli » Mittwoch 11. September 2019, 23:52

Reinhard hat geschrieben:
Mittwoch 11. September 2019, 22:46
Vielleicht sollte ich den Zeugen Jehovas beitreten. "Haben Sie eine Minute Zeit, um über Gott und die Welt zu reden?"
Kann nicht so recht glauben, daß das Zeugen Jehovas in einer Minute schaffen:
Reinhard hat geschrieben:
Mittwoch 11. September 2019, 22:46
Das andere ist halt, dass man gewöhnlich nicht auf so hohen Ebenen einsteigt und sich erst ans Endniveau herankämpfen muss und vorher weiss ich halt nicht, wie ich dort hinkommen soll.
Nebenbei auch nicht die noch so penetranten Esoteriker, die in mir früher nur den Wunsch nach Flucht hervorriefen :(
Jeder Kreatur bleibt das eigene Schicksal verschlossen. Niemand weiß, was ihm bevorsteht. Erst der Gang des Lebens zeigt an, was uns von Geburt an vorbestimmt ist, sonst gäbe es das Schicksal nicht. Dennoch lebt in uns die Sehnsucht, die Rätsel zu entschlüsseln, die uns umhüllen.
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Re: Interesse an Menschen?

Beitrag von Tania » Donnerstag 12. September 2019, 00:43

Caligari hat geschrieben:
Mittwoch 11. September 2019, 01:14
Mein Problem ist eher das Wollen. Menschen kennenlernen muss man auch wollen und das bezweifele ich bei mir.
Ich treffe so selten auf Menschen, die ich interessant finde. Die meisten Menschen wirken auf mich irgendwie äußerst glatt, distanziert und irgendwie oberflächlich.
Schlechte Nachrichten für Dich: die meisten Menschen SIND auf den ersten Blick auch glatt, distanziert und oberflächlich. So gut wie niemand erlaubt Dir im realen Leben so schnell einen Blick in seine Seele. In Foren wie diesem, in denen im Schutz der Anonymität ziemlich intime Dinge geschrieben werden, ist das anders ... aber bei den ersten 2-3 realen Begegnungen sind Menschen tatsächlich eher unspannend.

Allerdings: wenn man sie besser kennengelernt hat, werden einem manchmal tiefere Blicke erlaubt. Und dann kann ein vor wenigen Wochen noch völlig unbekannter, unspannender Mensch plötzlich zu dem Interessantesten werden, was einem je begegnet ist. Oder zumindest zu etwas wesentlich Interessanterem als das Fernsehprogramm.

Und diese Chance ist es mir wert, mich durch einen Haufen von im Sande verlaufenden oberflächlichen Erstkontakten zu wurschteln. Denn so 1-2 Mal im Jahr ist dann doch jemand dabei, dem man gern häufiger begegnet, ohne dass es einem langweilig wird. Ganz im Gegenteil....

You'll miss 100% of the shots you don't take. (Wayne Gretzky)

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