Nonverbale Kommunikation

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Re: Nonvervale Kommunikation

Beitrag von Obelix » Freitag 17. Januar 2020, 14:35

Zigg hat geschrieben:
Freitag 17. Januar 2020, 11:40
Meine Frage an Euch ist, worauf achtet ihr genau?
Bewusst achte ich nur selten darauf. Aber ich spüre in der Regel schon, was abgeht - sowohl bei mir als auch bei meinem Gegenüber. Körpersprache passiert eben meist unbewusst, hat aber einen direkten Draht zu den Emotionen.
Zigg hat geschrieben:
Freitag 17. Januar 2020, 11:40
Könnt ihr die Emotionen eures Gegenüber erkennen?
Im Großen und Ganzen ja. Zwischen einem Lächeln mit offener Körperhaltung und einem verschlossenen Verhalten liegen Welten, auch wenn dabei kaum ein Wort gefallen ist. Schwierig wird es bei mir allerdings, wenn es darum geht, zwischen allgemeiner freundlicher Zuneigung und "eindeutigen Absichten" zu unterscheiden. Da habe ich wohl ein paarmal überhaupt nichts gemerkt, und war dann über die große Enttäuschung der Frau total überrascht. Aber in diesen Fällen gab es bei mir eben auch keine Gegenliebe, also war das eigentlich auch wieder egal.
Zigg hat geschrieben:
Freitag 17. Januar 2020, 11:40
Reflektiert ihr euch selbst in eurer Körpersprache?
Eher selten, zumindest in normalen Gesprächssituationen.
Anders ist das, wenn ich als Sänger auf der Bühne stehe. Da achte ich immer wieder auf meine Körperhaltung, auch weil das für die nötige Atemtechnik wichtig ist. Gleichzeitig will ich natürlich auch die Emotionen, die in der Musik stecken, glaubwürdig rüberbringen, also darf ich auch nicht nur steif da stehen. Obwohl - manchmal gehen da mit mir ohnehin die Pferde durch... Letztlich ist es die ständige Suche nach dem Kompromiss zwischen Emotion und Technik (und manchmal auch Choreographie).

Was ich aus der Bühnenarbeit in den Alltag mitgenommen habe, ist beispielsweise das bewusste Betreten der "Bühne". Wenn ich in eine wichtige Gesprächssituation einsteige, dann achte ich darauf, dass ich im Moment des ersten Blickkontakts (etwa beim Durchschreiten der Tür) eine aufrechte Körperhaltung habe und diese auch mindestens bis zur Begrüßung beibehalte. Damit lässt sich der berüchtigte "erste Eindruck" schon mal ein wenig steuern. Der Rest muss sich dann aus der Gesprächssituation heraus ergeben.
Zigg hat geschrieben:
Freitag 17. Januar 2020, 11:40
Wisst ihr, anhand eurer Körpersprache, wie ihr auf den Anderen wirkt und könnt ihr eure Körpersprache ändern? Z. Bsp. Interesse zeigen, trotz starker Schüchternheit?
Wie meine Körpersprache auf den anderen wirkt, erkenne ich am ehesten an dessen Reaktion. Auch wenn da sehr vieles nach ziemlich universellen "Regeln" funktioniert, kommt es immer noch darauf an, was der andere in diesem Moment von mir wahrgenommen hat und was nicht. Was hilft mir die beste Körperhaltung, wenn der andere gar nicht hingeschaut hat?

Hingegen merke ich immer wieder auch, was meine eigene Körpersprache mit mir selbst macht. Wenn ich aufrecht stehe oder sitze, spüre ich eine ganz andere Energie in mir als wenn ich den Kopf und die Schultern hängen lasse. Dadurch klingt nicht nur meine Stimme deutlich kräftiger, sondern ich fühle mich insgesamt auch (selbst)sicherer. Aus diesem Grund bin ich auch dazu übergegangen, besonders wichtige Telefonate im Stehen zu führen. Das sieht mein Gesprächspartner zwar nicht, aber ich fühle mich dadurch deutlich besser.

Meine Körpersprache ändern kann ich allenfalls punktuell - wenn mir erstens auffällt, dass ich nicht gerade optimal sitze oder stehe, und ich zweitens den Kopf frei habe, hier bewusst gegenzusteuern. Das passiert nicht allzu oft. Was halt meistens geht, ist, beim Einstiegs ins Gespräch darauf zu achten.

Zum Thema "Schüchternheit" fällt mir in diesem Kontext noch eine andere Variante ein: Da begegne ich jemandem, der mir sympathisch rüberkommt. Ich lächle und bekomme auch ein Lächeln zurück, aber dann fällt mir ums Verrecken nicht ein, was ich sagen soll, um mit der Person in ein Gespräch einzusteigen. Und angesichts der zu langen Pause gefriert irgendwann das Lächeln des Gegenübers, und ich bin wieder allein. In diesem Fall hat die Körpersprache bestens funktioniert, aber die Blockade lag woanders :? .
Zigg hat geschrieben:
Freitag 17. Januar 2020, 11:40
Ist dieses Thema überhaupt etwas für euch?

Ich halte es nämlich wie Paul Watzlawick "man kann nicht nicht kommunizieren ".
Ja, finde ich hochinteressant. Und die Sache mit dem "nicht nicht kommunizieren" kann ich immer wieder nachvollziehen.
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Re: Nonvervale Kommunikation

Beitrag von Zigg » Freitag 17. Januar 2020, 14:41

Melli hat geschrieben:
Freitag 17. Januar 2020, 13:52
Zigg hat geschrieben:
Freitag 17. Januar 2020, 11:40
Die meisten Threads drehen sich um die verbale Kommunikation, dabei achten wir als allererstes auf die nonverbalen Zeichen.
Selbst das soll kulturell unterschiedlich sein.

(Gegen die Behauptungen zur "südindischen" Intonation muß ich allerdings Widerspruch einlegen. Im Prinzip erhalten Aussagen, je nachdem, wo sie im Kontext stehen, eine progrediente oder eine finale Intonation. Beispiel: Sherin macht Eistee :))
Das stimmt natürlich. :)
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Re: Nonvervale Kommunikation

Beitrag von Hanuta » Freitag 17. Januar 2020, 15:51

Als ich noch schüchtern war, aber nicht mehr so wahrgenommen werden wollte war es sehr interessant zu beobachten, dass ich bewusst eine selbstbewusste Körperhaltung einnahm und dadurch mehr wahrgenommen wurde. Jetzt kommt aber der Punkt, dass ich innerlich ja immer noch eine schüchterne Person war, aber bewusst auf die Körperhaltung achtete, um nicht mehr so zu wirken.
Als "selbstbewusst" wurde ich immer noch nicht wahrgenommen, sondern eher als arrogant. Ich vermied ja immer noch den Augenkontakt und beschränkte die Gespräche auf ein Minimum. Da ich aber so "selbstbewusst" durch meine Körperhaltung wirkte, dachten die Menschen wohl, dass ich mich für etwas besseres hielt.
Es kann also durchaus hilfreich sein, wenn man seine Körpersprache ändert, aber auch Augenkontakt ist sehr wichtig, um auch als sympathisch wahrgenommen zu werden.

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Re: Nonvervale Kommunikation

Beitrag von ComebackCat » Freitag 17. Januar 2020, 15:55

Warum vermeidet man denn überhaupt Augenkontakt? Das ist doch auch eine Frage der Höflichkeit und des Respekts, dass man dem entsprechenden Gesprächspartner in die Augen sieht.
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Re: Nonvervale Kommunikation

Beitrag von Hanuta » Freitag 17. Januar 2020, 15:58

ComebackCat hat geschrieben:
Freitag 17. Januar 2020, 15:55
Warum vermeidet man denn überhaupt Augenkontakt? Das ist doch auch eine Frage der Höflichkeit und des Respekts, dass man dem entsprechenden Gesprächspartner in die Augen sieht.
Soziale Phobie z.B.
Du glaubst nicht wie vielen Menschen es schwer fällt dem anderen in die Augen zu gucken.
Damit meine ich nicht nur wenn man in einem Gespräch mit einer Person ist, sondern vor allem wenn man nicht in einem Gespräch ist.
Ansonsten wäre es ja für viele einfacher Menschen kennenzulernen. In der Regel wartet man ja darauf, dass jemand anderes den ersten Schritt macht, damit man nicht in die Situation kommt sich abgelehnt zu fühlen.

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Re: Nonvervale Kommunikation

Beitrag von Polarfuchs » Freitag 17. Januar 2020, 16:03

ComebackCat hat geschrieben:
Freitag 17. Januar 2020, 15:55
Warum vermeidet man denn überhaupt Augenkontakt? Das ist doch auch eine Frage der Höflichkeit und des Respekts, dass man dem entsprechenden Gesprächspartner in die Augen sieht.
Möglicherweise vermeidet man den Augenkontakt aus Angst oder Scham. Selbstbewusste Menschen suchen den Augenkontakt und schüchterne Menschen vermeiden den Blickkontakt.

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Re: Nonvervale Kommunikation

Beitrag von virtually pt.1 » Freitag 17. Januar 2020, 17:00

"Man kann nicht nicht kommunizieren", da stimme ich dem guten alten Watzlawik zu. Nicht allerdings in vielen seiner anderen Thesen, besonders hinsichtlich das alles Wirkliche letztendlich Konstruktion ist.

Mit Körpersprache und Nonverbaler Kommunikation habe ich mich nie näher beschäftigt, da ich das Gefühl habe, dass mir hier Theoretisieren (und ich bin ein ziemlicher Theoretiker) nicht weiterhilft. Ich bin schon froh, dass ich mittlerweile gelernt habe, längere Zeit Augenkontakt in Gesprächen halten zu können und dass ich meistens ein freundliches Lächeln zurück bekomme, wenn ich jemanden grüße. Das ist schon so viel wert.

Eins würde mich aber mal interessieren. Wie "intensiv" sollte der Augenkontakt sein, wenn man mehr als freundliches Interesse am Gegenüber bekunden möchte? Ein einzelner, längerer Blick? Mehrere kurze Blicke?

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Re: Nonvervale Kommunikation

Beitrag von Gatem » Freitag 17. Januar 2020, 17:03

Polarfuchs hat geschrieben:
Freitag 17. Januar 2020, 16:03
ComebackCat hat geschrieben:
Freitag 17. Januar 2020, 15:55
Warum vermeidet man denn überhaupt Augenkontakt? Das ist doch auch eine Frage der Höflichkeit und des Respekts, dass man dem entsprechenden Gesprächspartner in die Augen sieht.
Möglicherweise vermeidet man den Augenkontakt aus Angst oder Scham. Selbstbewusste Menschen suchen den Augenkontakt und schüchterne Menschen vermeiden den Blickkontakt.
Ich würde eher sagen es ist eine Frage der Höflichkeit.
Bit einem Blick in die Augen dringt man praktisch in den Hoheitsbereich des anderen ein, genauso wie wenn man den (jeweils kulturell individuellen) Gesprächsabstand unterschreitet. Das wird von der anderen Person dann als Angriff wahrgenommen.
Nette und höfliche Menschen beschränken den AUgenkontakt also auf ein Minimum, so wie sie eben auch den Abstand einhalten. Selbstbewussten Menschen sind diese Abstände einfach egal.

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Re: Nonvervale Kommunikation

Beitrag von Reinhard » Freitag 17. Januar 2020, 17:05

Welche Information entnimmt man denn einem Blick in die Augen? Warum macht man das?
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Re: Nonvervale Kommunikation

Beitrag von Obelix » Freitag 17. Januar 2020, 17:12

Reinhard hat geschrieben:
Freitag 17. Januar 2020, 17:05
Welche Information entnimmt man denn einem Blick in die Augen? Warum macht man das?
Da geht es weniger um das "Auslesen" von Information. Man signalisiert dem anderen damit, dass man sich auf ihn konzentriert und ihn ernst nimmt, und nicht irgendwie abgelenkt ist. Genauso zeigt man dem anderen seine Mimik und macht sich selbst damit "lesbarer" als wenn man den Blick abwendet.
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Re: Nonvervale Kommunikation

Beitrag von Hanuta » Freitag 17. Januar 2020, 17:13

Gatem hat geschrieben:
Freitag 17. Januar 2020, 17:03
Polarfuchs hat geschrieben:
Freitag 17. Januar 2020, 16:03
ComebackCat hat geschrieben:
Freitag 17. Januar 2020, 15:55
Warum vermeidet man denn überhaupt Augenkontakt? Das ist doch auch eine Frage der Höflichkeit und des Respekts, dass man dem entsprechenden Gesprächspartner in die Augen sieht.
Möglicherweise vermeidet man den Augenkontakt aus Angst oder Scham. Selbstbewusste Menschen suchen den Augenkontakt und schüchterne Menschen vermeiden den Blickkontakt.
Ich würde eher sagen es ist eine Frage der Höflichkeit.
Bit einem Blick in die Augen dringt man praktisch in den Hoheitsbereich des anderen ein, genauso wie wenn man den (jeweils kulturell individuellen) Gesprächsabstand unterschreitet. Das wird von der anderen Person dann als Angriff wahrgenommen.
Nette und höfliche Menschen beschränken den AUgenkontakt also auf ein Minimum, so wie sie eben auch den Abstand einhalten. Selbstbewussten Menschen sind diese Abstände einfach egal.
Sehe ich ehrlich gesagt nicht so.
Ich denke schüchterne Menschen schämen sich einfach und haben durch ihr negatives Mindset immer das Gefühl, dass sie auf den Prüfstand gesetzt werden und liefern müssten, wenn sie in ein Gespräch verwickelt würden.
Es wird darüber hinaus nicht als höflich wahrgenommen, wenn man einem nicht in die Augen guckt.
Andersrum haben selbstbewusste Menschen ein positives Mindset von sich und gehen in erster Linie davon aus, dass es normal ist mit Menschen zu interagieren und sie sehen sich auch nicht als Bürde, sondern eher als jemand der etwas von sich teilen kann.
Jemand der einem nicht in die Augen guckt wird sogar als unhöflich wahrgenommen.

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Re: Nonvervale Kommunikation

Beitrag von Obelix » Freitag 17. Januar 2020, 17:15

Gatem hat geschrieben:
Freitag 17. Januar 2020, 17:03
Polarfuchs hat geschrieben:
Freitag 17. Januar 2020, 16:03
ComebackCat hat geschrieben:
Freitag 17. Januar 2020, 15:55
Warum vermeidet man denn überhaupt Augenkontakt? Das ist doch auch eine Frage der Höflichkeit und des Respekts, dass man dem entsprechenden Gesprächspartner in die Augen sieht.
Möglicherweise vermeidet man den Augenkontakt aus Angst oder Scham. Selbstbewusste Menschen suchen den Augenkontakt und schüchterne Menschen vermeiden den Blickkontakt.
Ich würde eher sagen es ist eine Frage der Höflichkeit.
Bit einem Blick in die Augen dringt man praktisch in den Hoheitsbereich des anderen ein, genauso wie wenn man den (jeweils kulturell individuellen) Gesprächsabstand unterschreitet. Das wird von der anderen Person dann als Angriff wahrgenommen.
Nette und höfliche Menschen beschränken den AUgenkontakt also auf ein Minimum, so wie sie eben auch den Abstand einhalten. Selbstbewussten Menschen sind diese Abstände einfach egal.
Hier gibt es einen Unterschied zwischen einem Starren und einem lockeren Blickkontakt. Ersteres wird tatsächlich als aggressiv empfunden, letzteres ist eher angenehm.
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Re: Nonvervale Kommunikation

Beitrag von Hanuta » Freitag 17. Januar 2020, 17:17

Reinhard hat geschrieben:
Freitag 17. Januar 2020, 17:05
Welche Information entnimmt man denn einem Blick in die Augen? Warum macht man das?
Zusätzlich zur Mimik und Gestik kann man da vieles lesen. Ist der Augenkontakt intensiv, kann da schon mal eine gewisse Spannung entstehen.

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Re: Nonvervale Kommunikation

Beitrag von Menelaos » Freitag 17. Januar 2020, 17:25

Reinhard hat geschrieben:
Freitag 17. Januar 2020, 17:05
Welche Information entnimmt man denn einem Blick in die Augen? Warum macht man das?
Dabei beobachtet man instinktiv die Pupillen des anderen. Geweitete Pupillen deuten auf Zuneigung zum Gegenüber hin, während verengte Pupillen Wut oder Angst signalisieren.
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Re: Nonvervale Kommunikation

Beitrag von LonesomeCoder » Freitag 17. Januar 2020, 18:05

Ich dachte, die Weite der Pupillen hängt auch vom Lichteinfall ab: "Durch Verkleinern (Miosis) oder Vergrößern (Mydriasis) der Pupille mit Hilfe des Musculus sphincter pupillae bzw. des Musculus dilatator pupillae kann der Lichteinfall auf die Netzhaut angepasst werden." (Quelle: Wikipedia) Sagt also nicht zwingend was über die Psyche aus (kann, muss nicht).
Warnung vor Pickup: https://www.abtreff.de/viewtopic.php?p=1062199#p1062199
Wissenschaftliches Standardwerk über (männliches) AB-tum: https://www.springer.com/de/book/9783658059231
Geschlechtsspezifische Partnerwahl und Sexualitätsmerkmale: https://d-nb.info/1037687477/34

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Re: Nonvervale Kommunikation

Beitrag von Zigg » Freitag 17. Januar 2020, 18:14

virtually pt.1 hat geschrieben:
Freitag 17. Januar 2020, 17:00
"Man kann nicht nicht kommunizieren", da stimme ich dem guten alten Watzlawik zu. Nicht allerdings in vielen seiner anderen Thesen, besonders hinsichtlich das alles Wirkliche letztendlich Konstruktion ist.

Mit Körpersprache und Nonverbaler Kommunikation habe ich mich nie näher beschäftigt, da ich das Gefühl habe, dass mir hier Theoretisieren (und ich bin ein ziemlicher Theoretiker) nicht weiterhilft. Ich bin schon froh, dass ich mittlerweile gelernt habe, längere Zeit Augenkontakt in Gesprächen halten zu können und dass ich meistens ein freundliches Lächeln zurück bekomme, wenn ich jemanden grüße. Das ist schon so viel wert.

Eins würde mich aber mal interessieren. Wie "intensiv" sollte der Augenkontakt sein, wenn man mehr als freundliches Interesse am Gegenüber bekunden möchte? Ein einzelner, längerer Blick? Mehrere kurze Blicke?
Ich mag ja Watzlawick aufgrund seiner 5 Axiome der menschlichen Kommunikation. Mal was anderes zu Schulz von Thun.

Die Frage, wie intensiv ein Augenkontakt sein darf um nicht als starren gewertet zu werden, lässt sich in Zeitabschnitten nicht beantworten. Denn dazu wäre noch wichtig wie die ganze Mimik und Gestik aussieht.
Sind die Augenbrauen hochgezogen wie bei einer Überraschung, wechselt der Blick von einem Auge ins Andere, ist die Mimik entspannt, dann ist es eine freundliche Geste.

Sind die Augenbrauen zusammen gezogen, die Augen zugekniffen, die Stirn in Falten, wird es für dein Gegenüber unangenehm.

Auch komplette Unbeweglichkeit in deinen Augen beim Blick in die Augen des Anderen würde als starren gewertet werden.

@LSC,
nicht nur.
Die Pupillen weiten sich auch, wenn der Mensch etwas als angenehm empfindet, und schiesst sich bei Ekel.
Unsere Augen heissen nicht ohne Grund "Spiegel der Seele ", denn die Pupillen reagieren auf weitaus mehr, als nur hell und dunkel.
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Re: Nonvervale Kommunikation

Beitrag von LonesomeCoder » Freitag 17. Januar 2020, 18:17

Zigg hat geschrieben:
Freitag 17. Januar 2020, 18:14
@LSC,
nicht nur.
Die Pupillen weiten sich auch, wenn der Mensch etwas als angenehm empfindet, und schiesst sich bei Ekel.
Unsere Augen heissen nicht ohne Grund "Spiegel der Seele ", denn die Pupillen reagieren auf weitaus mehr, als nur hell und dunkel.
Wollte sagen, man sollte nicht zu viel reininterpretieren :) Weil man nicht genau sagen kann, woran es liegt.
Warnung vor Pickup: https://www.abtreff.de/viewtopic.php?p=1062199#p1062199
Wissenschaftliches Standardwerk über (männliches) AB-tum: https://www.springer.com/de/book/9783658059231
Geschlechtsspezifische Partnerwahl und Sexualitätsmerkmale: https://d-nb.info/1037687477/34

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Re: Nonvervale Kommunikation

Beitrag von Hanuta » Freitag 17. Januar 2020, 18:39

Im Bezug auf die Mann/Frau-Dynamik, sollte man aber trotzdem nicht zu sehr darauf achten wie sich der Gegenüber verhält.
Ich kann mich ja auch noch an Phasen erinnern, wo ich versucht habe damit Interesse von Frauen einzuschätzen, aber merkte, dass ich damit nur auf die Fresse fliege. Ich habe viel zu sehr darauf geachtet, ob die Frau jetzt bestimmte Indikatoren von vermeintlicher Anziehung erfüllt, um nicht in die Situation zu kommen sie anzubaggern, wenn ich die Zeichen nicht erkennen kann.
Das hat mich in meinem Handeln natürlich sehr eingeschränkt, weil ich mich nicht mehr auf meinen Gesprächspartner fokussiert habe, sondern bereits Schweißausbrüche bekam, wenn sie in ihrer Körpersprache mir nicht komplett zugewandt war, weil das ja angeblich ein Zeichen von Desinteresse sei.
Und auch habe ich versucht die Pupillengröße als Indikator für Anziehung auszuwerten, aber auch das schlug fehl, da das wohl meist nur für Frauen oder Menschen generell gilt, die eine sehr starke Anziehung zu einem haben. Ein zuverlässiger Indikator dafür, ob sie mich jetzt mag oder nicht war das jedenfalls meiner Erfahrung nach nicht.
Für mich war es daher überhaupt nicht praktikabel so analytisch vorzugehen und ständig nach den vermeintlichen Anziehungs-Indikatoren Ausschau zu halten. Damit wirkte ich nicht nur sehr verkrampft, sondern habe mir auch meine eigenen Chancen verbaut.
Seit dem sind mir die Indikatoren recht egal und ich fahre besser damit, wenn ich mich auf die Person einlasse und das Denken darüber, ob sie sich jetzt extra wegen mir in die Haare streicht weglasse.

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Re: Nonvervale Kommunikation

Beitrag von Menelaos » Freitag 17. Januar 2020, 19:44

Hanuta hat geschrieben:
Freitag 17. Januar 2020, 18:39
Für mich war es daher überhaupt nicht praktikabel so analytisch vorzugehen und ständig nach den vermeintlichen Anziehungs-Indikatoren Ausschau zu halten. Damit wirkte ich nicht nur sehr verkrampft, sondern habe mir auch meine eigenen Chancen verbaut.
Du musst ja nicht gezielt danach Ausschau halten. Man könnte diese Indikatoren ja einfach mal lernen, die Beobachtung der Selben bei weniger wichtigen Gesprächen (oder komplett als Beobachter der Gespräche anderer Leute) ein wenig einüben, und dann wird man feststellen dass es einem immer wieder ins Auge springt, ohne dass man bewusst darauf geachtet hat.
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Re: Nonvervale Kommunikation

Beitrag von Hanuta » Freitag 17. Januar 2020, 20:10

Menelaos hat geschrieben:
Freitag 17. Januar 2020, 19:44
Hanuta hat geschrieben:
Freitag 17. Januar 2020, 18:39
Für mich war es daher überhaupt nicht praktikabel so analytisch vorzugehen und ständig nach den vermeintlichen Anziehungs-Indikatoren Ausschau zu halten. Damit wirkte ich nicht nur sehr verkrampft, sondern habe mir auch meine eigenen Chancen verbaut.
Du musst ja nicht gezielt danach Ausschau halten. Man könnte diese Indikatoren ja einfach mal lernen, die Beobachtung der Selben bei weniger wichtigen Gesprächen (oder komplett als Beobachter der Gespräche anderer Leute) ein wenig einüben, und dann wird man feststellen dass es einem immer wieder ins Auge springt, ohne dass man bewusst darauf geachtet hat.
Naja, das ergibt wenig Sinn, wenn man nicht danach Ausschau hält und dann doch darauf achtet?
Ich habe festgestellt, dass jede Frau da sowieso ein wenig anders ist.
Und vieles springt einem auch gar nicht ins Auge, weil man ja selbst in der Situation ist. Daher gibt es ja immer wieder Situationen, wo Dritte sehen können, dass gewisse Personen eine Anziehung hatten, aber die Personen selbst davon gar nichts mitbekommen haben.

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