Warum eigentlich outen?

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Warum eigentlich outen?

Beitrag von Languste » Sonntag 19. Januar 2020, 13:02

Liebe Foristen,
was mir beim Durchlesen vieler Threads aufgefallen ist, war die Frage nach dem Gestehen des AB-Tums, insbesondere wegen der negativen Reaktionen, mit denen man konfrontiert werden kann. Ich habe mich gefragt, warum eigentlich überhaupt outen? Es gibt ja viele Menschen, die sich als Single durchs Leben schlagen und dabei sind auch viele, die nicht eine ganze Galerie an Partner*innen hatten und/oder schon lange alleine sind, viele, die unsicher und schüchtern sind, nervös und aufgeregt. Ich würde, wäre ich AB, mich vermutlich eher durchmogeln mit "nicht so vielen" und ziemlich sicher nie den Mut aufbringen, die Nulllinie zu gestehen.

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Re: Warum eigentlich outen?

Beitrag von Reinhard » Sonntag 19. Januar 2020, 13:07

Weil man ehrlich sein will. :hierlang:
Und weil man so dem Gegenüber eher erklären kann, warum man so oder so reagiert. Quasi ein Bitten um Verständnis.
Mag ja sein, dass jeder seines Glückes Schmied ist.
Aber dabei sollte nicht vergessen werden, dass manche von Haus aus eine komplette Werkstatt mitbekommen, und andere nur einen Hammer und nicht mal einen Amboss.

Wer will findet sucht Wege; wer nicht will findet Gründe erfindet Ausflüchte.

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Re: Warum eigentlich outen?

Beitrag von Finnlandfreundin » Sonntag 19. Januar 2020, 13:11

Reinhard hat geschrieben:
Sonntag 19. Januar 2020, 13:07
Weil man ehrlich sein will. :hierlang:
Und weil man so dem Gegenüber eher erklären kann, warum man so oder so reagiert. Quasi ein Bitten um Verständnis.
Man bekommt nur leider kein Verständnis.

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Re: Warum eigentlich outen?

Beitrag von pink_raven » Sonntag 19. Januar 2020, 13:12

Ich hätte da zur Auswahl

- Angst, dass die eigene Unsicherheit oder unbeholfenes Verhalten schlecht ankommt oder einen verrät
- Angst genau ausgefragt zu werden nach vergangenen Beziehungen oder warum man denn wieder Single ist - > diese Notlügen könnten irgendwann auffliegen oder man hat ein schlechtes Gewissen seinen Partner dann gleich zu Beginn belogen zu haben
- das erhoffen für Verständnis, warum man für manches mehr Zeit braucht oder eben nicht sofort in die Kiste springen will
- man selbst sieht das als riesengroßes Problem und einen Makel und hat das Gefühl, man muss den potentiellen Partner vorwarnen, was er sich da antut

Nicht (mehr) alles mein Denken, aber das könnten sicher Gründe sein. :gruebel:

Richtig ist, dass es für den/die richtige(n) Partner(in) ziemlich belanglos sein sollte.
Nicht jede Veränderung ist eine Verbesserung, aber wenn sich etwas verbessern soll, muss sich etwas verändern!

The definition of insanity is doing the same thing over and over again and expecting a different outcome. - Albert Einstein

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Re: Warum eigentlich outen?

Beitrag von Hanuta » Sonntag 19. Januar 2020, 13:29

Ich finde ein Outing ist dann nützlich, wenn man öfters daran scheitert, dass die andere Person nicht weiß was mit einem los ist und danach den Kontakt abbricht.

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Re: Warum eigentlich outen?

Beitrag von DaRealOnionhead » Sonntag 19. Januar 2020, 13:35

Ich habe mich eigtl nie direkt geoutet. Über mein AB-Dasein wissen aber meine Familie und meine wichtigsten Cliquen bescheid. Teilweise ist da eine Art Outing erfolgt. Oder man weiß es halt, weil man mich seit mindestens der Pubertät kennt und ich bisher noch nie in Begleitung aufgetaucht bin.
Bei einem meiner Ex-OdBs habe ich dann einige Zeit später, nachdem es durch ein neues Odb "getilgt" wurde, auch mein AB-Tum gestanden. Da wir heute gut befreundet sind (Uni-Freundeskreis), war das kein Problem und sie hat darauf recht gelassen reagiert.
Man sollte das aber von Fall zu Fall entscheiden, ob man es gesteht oder ob man es lieber sein lässt. :cooler:
Frauen sind kompliziert... Mabsen aber auch :kopfstand:

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Re: Warum eigentlich outen?

Beitrag von Nonkonformist » Sonntag 19. Januar 2020, 13:40

Wegen mangelnden erfahrung reagieren wir OdBs häufig anders als normalos es machen würden.
Als demisexueller ist das bei mir noch schlimmer (sehr langsames verlieben, und nicht verliebt sein ist nicht körperlich werden wollen)

Man wird damit falsch verstanden, die signale werden falsch interpretiert.
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Re: Warum eigentlich outen?

Beitrag von Hoppala » Sonntag 19. Januar 2020, 13:58

Es gibt keinen Grund.
Habe noch keinen gefunden oder gelesen.
Ehrlich sein kann man, wann man will. Die Frage ist doch, welche Relevanz es für den Partner in spe haben sollte.

Meines Erachtens steckt hinter dem "Beicht"-Drang vor allem eine gewisse Überforderung mit der Situation (verständlicherweise; es hat ja nicht nur Urasachen,warum man AB ist, sondern auch noch die Erfahrung dazu, dass es so ist und sich anfühlt, als solle es so bleiben - und dann plötzlich ...). Der Partner in spe scheint mir allerdings idR als der falsche, ausgerechnet in dieser Situation mit diesem Hilfsbedarf konfrontiert zu werden.

Individuelle Einzelfälle, in denen das anders ist, mag und wird es geben. Ich würde aber auf keinen Fall von vornherein darauf bauen.
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Re: Warum eigentlich outen?

Beitrag von Heathcliff » Sonntag 19. Januar 2020, 14:15

Ich persönlich habe mit dem Outen schlechte Erfahrungen gemacht und rate davon ab.

Ein weiteres Problem ist, den richtigen Zeitpunkt zu finden. Wann sag ich es? Gleich am Anfang? Nach dem x-ten Treffen? Vor dem ersten Sex?

Kann alles furchtbar in die Hose gehen ...

Meine "Pfingstbekanntschaft" wusste Bescheid, das ging in die Hose. Meine erste Freundin, die sich schnell als Griff ins Klo erwies, wusste nix, worüber ich im Nachhinein heilfroh bin. Meine jetzige Freundin weiß auch nichts davon, jetzt, im Nachhinein weiß ich, ich hätte mit ihr darüber reden können, aber damals, als ich sie kennenlernte, konnte ich das nicht wissen, und verschwieg ihr meine Unerfahrenheit. Ich halte das auch heute noch für die richtige Entscheidung.
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Re: Warum eigentlich outen?

Beitrag von Finnlandfreundin » Sonntag 19. Januar 2020, 14:17

pink_raven hat geschrieben:
Sonntag 19. Januar 2020, 13:12
Ich hätte da zur Auswahl

- Angst, dass die eigene Unsicherheit oder unbeholfenes Verhalten schlecht ankommt oder einen verrät
- Angst genau ausgefragt zu werden nach vergangenen Beziehungen oder warum man denn wieder Single ist - > diese Notlügen könnten irgendwann auffliegen oder man hat ein schlechtes Gewissen seinen Partner dann gleich zu Beginn belogen zu haben
- das erhoffen für Verständnis, warum man für manches mehr Zeit braucht oder eben nicht sofort in die Kiste springen will
- man selbst sieht das als riesengroßes Problem und einen Makel und hat das Gefühl, man muss den potentiellen Partner vorwarnen, was er sich da antut

Richtig ist, dass es für den/die richtige(n) Partner(in) ziemlich belanglos sein sollte.
Bei mir ist es nicht nur die Angst, dass mein unbeholfene Verhalten schlecht ankommt, sondern es war schon so. Folge: Kontaktabbruch

Angst vorm Ausfragen weniger, aber hin und wieder unangenehm. Kommt darauf an, wie gefragt wird und was.

Verständnis bekommt man so oder so nicht. Vielleicht war der Richtige, dem das Wurst ist, noch nicht dabei.

Für mich ist es auf jeden Fall ein Problem, das mich hemmt, aber ums Vorwarnen geht es mir nicht. Ob ich wirklich viel Zeit brauche, weiß ich nicht. Kommt, glaube ich, auf den Anderen mit an.
Hanuta hat geschrieben:
Sonntag 19. Januar 2020, 13:29
Ich finde ein Outing ist dann nützlich, wenn man öfters daran scheitert, dass die andere Person nicht weiß was mit einem los ist und danach den Kontakt abbricht.
Dachte ich auch, deswegen hatte ich es hin und wieder angesprochen. Aber danach war dann auch kein Intetesse mehr da bzw gleich Funkstille.

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Re: Warum eigentlich outen?

Beitrag von Finnlandfreundin » Sonntag 19. Januar 2020, 14:23

DaRealOnionhead hat geschrieben:
Sonntag 19. Januar 2020, 13:35
Ich habe mich eigtl nie direkt geoutet. Über mein AB-Dasein wissen aber meine Familie und meine wichtigsten Cliquen bescheid. Teilweise ist da eine Art Outing erfolgt. Oder man weiß es halt, weil man mich seit mindestens der Pubertät kennt und ich bisher noch nie in Begleitung aufgetaucht bin.
Bei einem meiner Ex-OdBs habe ich dann einige Zeit später, nachdem es durch ein neues Odb "getilgt" wurde, auch mein AB-Tum gestanden. Da wir heute gut befreundet sind (Uni-Freundeskreis), war das kein Problem und sie hat darauf recht gelassen reagiert.
Man sollte das aber von Fall zu Fall entscheiden, ob man es gesteht oder ob man es lieber sein lässt. :cooler:
Irgendwie komme ich mit dem Begriff OdB (Objekt der Begierde) nicht klar und hätte paar Fragen dazu.
- Weiß derjenige, dass er OdB ist?
- Oder behält man das nur für sich?
- Ist das so eine Art anschmachten?
- Sind das Freunde, aber eben nur das?
- Hat man eine sexuelle Beziehung oder hätte man diese nur gerne?

Frage richtet sich nicht nur an DaRealOnionhead, ging mir nur gerade wieder durch den Kopf.

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Re: Warum eigentlich outen?

Beitrag von Two-Tone » Sonntag 19. Januar 2020, 14:28

Finnlandfreundin hat geschrieben:
Sonntag 19. Januar 2020, 13:11
Man bekommt nur leider kein Verständnis.
Eben. Absolute Beginnertum ist ein Zustand, der sehr negativ gesehen wird.

Daher: Lieber so früh wie möglich beichten, man sei AB. Je schneller man es hinter sich bringen kann, und je schneller die Frau (oder der Mann) nichts mehr mit einem zu tun haben will, desto besser.

Und wenn dein ABtum die Dame oder den Herrn doch nicht abgeschreckt hat, es gar okay findet, dann ist es ein wichtiges Zeichen, dass sie oder er dich so mag, wie du bist. Der erste kleine Schritt zur Liebe.

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Re: Warum eigentlich outen?

Beitrag von Finnlandfreundin » Sonntag 19. Januar 2020, 14:28

Heathcliff hat geschrieben:
Sonntag 19. Januar 2020, 14:15
Ich persönlich habe mit dem Outen schlechte Erfahrungen gemacht und rate davon ab.

Ein weiteres Problem ist, den richtigen Zeitpunkt zu finden. Wann sag ich es? Gleich am Anfang? Nach dem x-ten Treffen? Vor dem ersten Sex?

Kann alles furchtbar in die Hose gehen ...

Meine "Pfingstbekanntschaft" wusste Bescheid, das ging in die Hose. Meine erste Freundin, die sich schnell als Griff ins Klo erwies, wusste nix, worüber ich im Nachhinein heilfroh bin. Meine jetzige Freundin weiß auch nichts davon, jetzt, im Nachhinein weiß ich, ich hätte mit ihr darüber reden können, aber damals, als ich sie kennenlernte, konnte ich das nicht wissen, und verschwieg ihr meine Unerfahrenheit. Ich halte das auch heute noch für die richtige Entscheidung.
Wenn ihr zusammen seid, scheinst du dich ja nicht komisch zu benehmen. Dann sehe ich auch keinen Grund, es zu erzählen. Wenn sie allerdings mal fragen würde, würde ich kein Geheimnis draus machen. Glaube nicht, dass sie dann auf dem Absatz umdreht und geht.

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Re: Warum eigentlich outen?

Beitrag von Finnlandfreundin » Sonntag 19. Januar 2020, 14:32

Two-Tone hat geschrieben:
Sonntag 19. Januar 2020, 14:28
Finnlandfreundin hat geschrieben:
Sonntag 19. Januar 2020, 13:11
Man bekommt nur leider kein Verständnis.
Eben. Absolute Beginnertum ist ein Zustand, der sehr negativ gesehen wird.

Daher: Lieber so früh wie möglich beichten, man sei AB. Je schneller man es hinter sich bringen kann, und je schneller die Frau (oder der Mann) nichts mehr mit einem zu tun haben will, desto besser.

Und wenn dein ABtum die Dame oder den Herrn doch nicht abgeschreckt hat, es gar okay findet, dann ist es ein wichtiges Zeichen, dass sie oder er dich so mag, wie du bist. Der erste kleine Schritt zur Liebe.
Damit bin ich aber auch nicht gut gefahren, da der Kontakt abgebrochen wurde. Wenn das paarmal passiert, tut es auch im Herzen weh.

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Re: Warum eigentlich outen?

Beitrag von Hanuta » Sonntag 19. Januar 2020, 14:37

Finnlandfreundin hat geschrieben:
Sonntag 19. Januar 2020, 14:23
DaRealOnionhead hat geschrieben:
Sonntag 19. Januar 2020, 13:35
Ich habe mich eigtl nie direkt geoutet. Über mein AB-Dasein wissen aber meine Familie und meine wichtigsten Cliquen bescheid. Teilweise ist da eine Art Outing erfolgt. Oder man weiß es halt, weil man mich seit mindestens der Pubertät kennt und ich bisher noch nie in Begleitung aufgetaucht bin.
Bei einem meiner Ex-OdBs habe ich dann einige Zeit später, nachdem es durch ein neues Odb "getilgt" wurde, auch mein AB-Tum gestanden. Da wir heute gut befreundet sind (Uni-Freundeskreis), war das kein Problem und sie hat darauf recht gelassen reagiert.
Man sollte das aber von Fall zu Fall entscheiden, ob man es gesteht oder ob man es lieber sein lässt. :cooler:
Irgendwie komme ich mit dem Begriff OdB (Objekt der Begierde) nicht klar und hätte paar Fragen dazu.
- Weiß derjenige, dass er OdB ist?
- Oder behält man das nur für sich?
- Ist das so eine Art anschmachten?
- Sind das Freunde, aber eben nur das?
- Hat man eine sexuelle Beziehung oder hätte man diese nur gerne?

Frage richtet sich nicht nur an DaRealOnionhead, ging mir nur gerade wieder durch den Kopf.
Im englischen würde man wohl "Crush" sagen.

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Re: Warum eigentlich outen?

Beitrag von Schlomo » Sonntag 19. Januar 2020, 14:43

Reinhard hat geschrieben:
Sonntag 19. Januar 2020, 13:07
Weil man ehrlich sein will. :hierlang:
Und weil man so dem Gegenüber eher erklären kann, warum man so oder so reagiert. Quasi ein Bitten um Verständnis.
Eigentlich genau das.

Und weil ich die ganze Zeit denken würde: "Was würde ich tun, wenn ich irgendeine Ahnung von [insert Beziehungsbezogenes here] hätte" und versuchen würde, es zu faken.

Und wenn jemand versucht was zu faken, merkt man das normalerweise.

Dann lieber gleich raus damit, dann kann ich mich theoretisch so blöd anstellen, wie ich will. Zumindest weiß mein Gegenüber, wieso.

Edit: An OP: Eigentlich bist du doch selber ein gutes Beispiel. Wäre es für dich nicht bei weitem einfacher und angenehmer gewesen, wenn er gleich gesagt hätte, was Sache ist? Dann hättest du dich nicht mit den Fragen über sein Verhalten herumquälen müssen, dich hier nicht anmelden müssen, etc.

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Re: Warum eigentlich outen?

Beitrag von Nonkonformist » Sonntag 19. Januar 2020, 14:54

Finnlandfreundin hat geschrieben:
Sonntag 19. Januar 2020, 14:23
Irgendwie komme ich mit dem Begriff OdB (Objekt der Begierde) nicht klar und hätte paar Fragen dazu.
- Weiß derjenige, dass er OdB ist?
- Oder behält man das nur für sich?
- Ist das so eine Art anschmachten?
- Sind das Freunde, aber eben nur das?
- Hat man eine sexuelle Beziehung oder hätte man diese nur gerne?

Frage richtet sich nicht nur an DaRealOnionhead, ging mir nur gerade wieder durch den Kopf.
Ich definiere ein OdB als eine ausnahmeperson.
Jemanden mit wem man, in gegensatz zu allen anderen personen in den moment, sich mehr als nur freundschaft vorstellen kann und wünscht.
Jemanden in der man verliebt ist, oder für wem man zumindestens sehr schwärmt.
Der person um wem sich den gedanken kreisen, der einem nicht mehr aus den kopf geht.

Für mich ist ein OdB exklusiv; der einzige person in der welt, in der periode, mit wem man kuscheln, sex, beziehung will.
Es schließt alle andere frauen der welt damit aus.

Das kann jemanden sein mit wem man bereits befreundet ist, oder jemanden der man erst neulich kennen gelernt hat.

Im grunde ist das OdB sich von dessen nicht bewusst.
Und sucht man nach einen weg diesen OdB zu erobern, für sich zu gewinnen.
In meinem fall war ich in den moment mit den meisten meiner OdBs ziemlich gut befreundet, und gab es das risiko, in den moment das ihr klar ist das man mehr als freundschaft wünscht, den freundschaft zu zerstören. (Was auch mal passierte.)

Als AB ist man da nur planlos wie das genau gehen soll, und macht das alles angst.

Es gibt einen ungleichgewicht; man ist selbst heimlich verliebt, weiß aber nicht ob das gegenseitig ist.

In meinem fall verliebte ich mich immer über verbale interaktion, und optischen eindrücke, kognitiv/platonisch/emotional; nie haptisch, wegen sich steigernden körperlichkeiten.

Damit würde ich sagen: im fall eines OdBs ist man verliebt in jemanden mit wem man bereits einen platonischen band hat, aber mit wem man mehr will, ohne das diese person das in den moment bereits weiß.

Manchmal sind bei mir, nach den korb, während kumpleschiene-freundschaften, OdBs auch OdBs geblieben. Was sie meist auch schon gewußt haben.
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Re: Warum eigentlich outen?

Beitrag von Brax » Sonntag 19. Januar 2020, 14:59

Schlomo hat geschrieben:
Sonntag 19. Januar 2020, 14:43
Und wenn jemand versucht was zu faken, merkt man das normalerweise.
Nö, wieso? Kommt darauf an, wie geschickt man sich anstellt.

Ich finde im Grunde auch nicht, dass man es "beichten" soll. Damit problematisiert man sich nur.
Aber wenn man es aufgrund von Ängsten o. ä. nicht schafft, sich "normal" zu verhalten (mir fällt da gerade ein, dass eine Frau hier im Forum mal von einem Mann berichtet hat, der bei den ersten Annäherungen eine Panikattacke bekommen hat), dann ist es vielleicht schon besser, zu erklären, warum das so ist.

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Re: Warum eigentlich outen?

Beitrag von Finnlandfreundin » Sonntag 19. Januar 2020, 15:07

Schlomo hat geschrieben:
Sonntag 19. Januar 2020, 14:43
Reinhard hat geschrieben:
Sonntag 19. Januar 2020, 13:07
Weil man ehrlich sein will. :hierlang:
Und weil man so dem Gegenüber eher erklären kann, warum man so oder so reagiert. Quasi ein Bitten um Verständnis.
Eigentlich genau das.

Und weil ich die ganze Zeit denken würde: "Was würde ich tun, wenn ich irgendeine Ahnung von [insert Beziehungsbezogenes here] hätte" und versuchen würde, es zu faken.

Und wenn jemand versucht was zu faken, merkt man das normalerweise.

Dann lieber gleich raus damit, dann kann ich mich theoretisch so blöd anstellen, wie ich will. Zumindest weiß mein Gegenüber, wieso.

Edit: An OP: Eigentlich bist du doch selber ein gutes Beispiel. Wäre es für dich nicht bei weitem einfacher und angenehmer gewesen, wenn er gleich gesagt hätte, was Sache ist? Dann hättest du dich nicht mit den Fragen über sein Verhalten herumquälen müssen, dich hier nicht anmelden müssen, etc.
Zwischen Faken und beichten ja / nein ist ein Unterschied. Faken bringt nichts, flunkern schon eher - aber am Ende hat man eigentlich auch nichts von. Am besten man wird garnicht erst danach gefragt, ich frage ja auch nicht nach Sex - oder Beziehungserfahrungen.

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Re: Warum eigentlich outen?

Beitrag von Wölkchen » Sonntag 19. Januar 2020, 15:16

Finnlandfreundin hat geschrieben:
Sonntag 19. Januar 2020, 15:07
Zwischen Faken und beichten ja / nein ist ein Unterschied. Faken bringt nichts, flunkern schon eher - aber am Ende hat man eigentlich auch nichts von. Am besten man wird garnicht erst danach gefragt, ich frage ja auch nicht nach Sex - oder Beziehungserfahrungen.
Richtig. Also Lügen würde ich keinesfalls, das könnte später sehr unangenehm werden. Aber ich hätte meinen Dates im Traum nicht erzählt dass ich ABine bin. Meine sexuellen Vorerfahrungen gehen die überhaupt nichts an, ich frag die ja auch nicht mit wie vielen Frauen sie schon im Bett waren - und wissen will ich das auch nicht.
Bei Freunden hab ich es bisher so gehandhabt, dass ich es - sofern sie es nicht eh wussten weil Schulfreunde - ich nur etwas gesagt habe, wenn sie von selbst drauf gekommen sind. Eine hat mich mal gefragt ob ich schonmal nen Freund hatte, da hab ich dann ehrlich geantwortet.

Meinem Freund hab ich es erst erzählt, als ich nach ein paar Treffen gemerkt habe dass er gern weiter gehen würde und ich da recht erschrocken drauf reagiert habe, aber keinesfalls wollte, dass er sich zurückgewiesen fühlt. Seine Reaktion auf mein herausgepresstes "Du bist mein erster Freund" war die coolste, die man sich vorstellen kann und für mich völlig unerwartet "Heißt das, wir sind zusammen?" :lach:
Aber nachdem er, wie ich später erfahren habe, ebenfalls zero Beziehungserfahrung hatte (SC-AB), war er auch nicht in der Position darüber zu urteilen.

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