Autoverrückt

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Radioactivman
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Autoverrückt

Beitrag von Radioactivman » Sonntag 26. Mai 2019, 21:21

Da ich ein riesen Autofan bin, heute noch am Nürburgring war, wo an jeder Ecke schön Autos zu sehen waren, frage ich mich, ob es hier auch noch andere Autofreaks hier gibt :gruebel: :mrgreen:

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marwie
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Re: Autoverrückt

Beitrag von marwie » Montag 27. Mai 2019, 12:07

Hier ist noch einer :winken: hauptsächlich mag ich ältere Autos, die neuen haben zu viel Elektronik und Abgas Vorschriften etc. verhindern so einiges...

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Le Chiffre Zéro
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Re: Autoverrückt

Beitrag von Le Chiffre Zéro » Montag 27. Mai 2019, 13:34

Ich bin eine seltsame Kombination: einerseits auf eine Art autoverrückt, andererseits hatte ich aber nie auch nur einen Führerschein.

Allerdings geht mein Autogeschmack weit an all dem vorbei, was irgendwie mehrheitsfähig wäre. Generell mag ich gewisse Young- und Oldtimer mehr als alles, was in den letzten 20 Jahren produziert wurde; das allerdings betrifft höchstens am Rande die Modelle, die unter eingefleischten Oldtimer-Enthusiasten Aufsehen erregen. Als es die Motoraver noch an Kiosken gab, habe ich die regelmäßg gekauft; die ist so wunderbar subversiv und abgedreht, und im Gegensatz zu Nachahmern wie Motormaniacs ist nichts davon gekünstelt.

Selbst wenn ich einen Führerschein hätte, wäre meine Wahl eines Vernunftsautos ein klassischer Kombi, wie er in den 1970er oder 1980er Jahren entwickelt wurde (z. B. Mercedes S123, Mercedes S124, Volvo 245/240 Kombi/7xx Kombi/9xx Kombi, Citroën CX Break). Diese Autos sind um Größenordnungen praktischer als alles, was sich heute „Kombi“ schimpft. (Man vergleiche einmal einen Volvo V60 mit einem Volvo 940 Kombi – ersterer ist ein lifestylisher Tourer, letzterer ist ein Bootsschuppen auf vier Rädern.) Abgesehen davon gab es im 20. Jahrhundert noch so etwas wie Charakter und Markenidentität bei den Autos.

US-Cars interessieren mich ebenso, und auch da weiche ich mit meinem Geschmack von dem vieler US-Car-Fans ab. Es muß kein rot/weißer ‘57 Chevrolet Bel Air, kein rosa ‘59er Cadillac Eldorado Biarritz Convertible und kein roter ‘65 Ford Mustang Convertible sein. Statt eines dunkelgrünen ‘68er Shelby Mustang G.T.390 oder der 2000er Chip-Foose-Interpretation eines ‘67er Shelby Mustang G.T.500 (nein, die Jerry-Bruckheimer-„Eleanor“ ist kein echter ‘67er Shelby) darf es gern auch ein künstlich auf ‘73 gemachter gelber ‘71er Mach 1 sein. (Die Verfolgungsjagd in Die Blechpiraten, von dem Nur noch 60 Sekunden ein Quasi-Remake ist, schlägt die in Bullitt sowieso in sämtlichen Klassen nach Punkten bis auf das Fehlen einer Explosion. Zwölf Minuten? Wie wär’s mit 42 Minuten und 93 zerstörten Fahrzeugen inklusive „Eleanor“ selbst?) Der „Tri-Chevy“ muß kein perfekt restaurierter Oldtimer sein, dann lieber ein amtlicher Gasser. Leadsleds und andere Customs, Lowriders (egal, auf welcher Basis – es muß kein ‘64er Chevy Impala Coupé sein), Streetmachines – da gibt es viel Interessantes.

An dieser Stelle – à propos „Gasser“ – sollte ich Ed „Big Daddy“ Roth erwähnen, dessen Beiträge zur Kustom Kulture mir sehr gefallen, vor allem seine so wunderbar übertriebenen Cartoons. Ich sage nur Rat Fink und Mr. Gasser.

Andererseits bin ich generell jemand, der im Autobereich Extreme liebt. Burnouts auf amerikanische Art machen mir nicht soviel Spaß wie das wesentlich extremere australische Pendant – der Skid. Darunter fallen auch der schon erwähnte Zeichenstil eines „Big Daddy“ Roth und Autojagden in Filmen, die um Größenordnungen extremer sind als die in Bullitt, die immer wieder in jeglicher Hinsicht als der Höhepunkt cineastischer Jagdkunst bezeichnet wird. (Kennt jemand Wanted?)

Am extremsten sind meine Vorlieben beim Tuning. Zunächst einmal: Für mich ist es nur Tuning, wenn die Motorleistung gesteigert und damit die Performance verbessert wird. Da aber kann es gar nicht zu exzessiv sein. Nur das heftigste Tuning ist gut genug. Außerhalb des Supersportwagenbereichs wäre ein Beispiel für Tuning nach meinem Geschmack das, was GAD mit den großen AMG-Mercedes-Achtzylindermodellen anstellt: Hubraumerweiterung, Leistungssteigerung auf bis zu 1200 PS (Serie: maximal 585 PS) und Allradumbau, um die Power auch in Vortrieb umsetzen zu können.

Bei Supersportwagen beobachte ich mit Faszination das, was AMS mit dem Nissan GT-R und Underground Racing mit den „kleinen“ Lamborghinis (Gallardo, Huracán) anstellt. AMS soll beim GT-R schon die 3000-PS-Marke hinter sich gelassen haben. Letztes Jahr hat ein Lamborghini Huracán, der von Underground Racing auf Biturboaufladung und ca. 3500 PS umgebaut wurde, auf etwas mehr als 800 m Strecke (½ Meile) in 14 Sekunden aus dem Stand über 400 km/h erreicht. Mittlerweile sollen sie sich der 4000-PS-Marke annähern – ich bin gespannt, ob auf der Standing Mile endlich die 500-km/h-Marke fällt. (Bei der Moscow Unlim500+, deren Strecke leicht bergauf geht, hat schon vor einigen Jahren ein 2005 PS starker Biturbo-Gallardo auf der Meile mit stehendem Start in 22 Sekunden 424 km/h erreicht.)

Im Bereich „klassischer amerikanischer“ V8-Triebwerke ist meine Vorstellung wirklich exzessiven Tunings noch gar nicht durchgeführt worden: Jemand sollte einen Sonny Leonard S.A.R. 1005 „The Godfather“ – einen gigantischen Vierventil-DOHC-V8 mit 16,2 Litern Hubraum, der so, wie er ist, mit dem richtigen Kraftstoff schon über 2000 PS leistet – aufladen bis zum Gehtnichtmehr.

Vielleicht ist es besser, daß ich keinen Führerschein habe.
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Re: Autoverrückt

Beitrag von Gilbert » Montag 27. Mai 2019, 13:36

Ich mag eher nigelnagelneue Autos. Habe in meinem Leben schon 13 Neuwagen gekauft. ;)
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Re: Autoverrückt

Beitrag von marwie » Montag 27. Mai 2019, 20:47

Für Neuwagen bezahlt man zu viel, dann besser einen gebrauchten mit Garantie. Aber es kommt natürlich auf das Auto an, bei einem günstigen Kleinwagen spart man natürlich weniger als bei einem Mittel oder Oberklassen Fahrzeug.

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Re: Autoverrückt

Beitrag von Gambler » Freitag 31. Mai 2019, 20:52

Meine bisherigen Autos : 190er mb (2004 bis 2005) , c180 w202 (2005 bis 2007), c230 kopressor w 203 (2008 bis 2017) .
Seit 2018 e250 w212 .
Bin mb infiziert. Keines der Autos hat mich je im Laufe der Jahre im Stich gelassen.
Ausser dass der w202 nach recht kürzer Zeit hat angefangen an jeder Ecke und Kante zu gammeln gab es nie Probleme.
Leider musste ich den irgendwann eintauschen nach der Einsicht dass der Gammel immer wieder kommt . Mit dem 203er und meinem jetzigen gibt es derartige Probleme nicht.
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Re: Autoverrückt

Beitrag von marwie » Sonntag 9. Juni 2019, 23:42

Wie alt wart ihr, als ihr euer erstes eigenes Auto gekauft habt? War das auch aus praktischen Gründen, weil ihr eins benötigt habt, oder nur, weil ihr eins haben wolltet?

Bis jetzt hab ich noch kein eigenes Auto, da ich nicht wirklich eins benötige (zur Arbeit mit dem Auto fahren wäre unsinnig und mühsahm und wenn ich mal was transportieren muss bzw. wo hinfahren möchte, wo man mit dem öv nicht hinkommt (was bei uns sehr selten ist), könnte ich ein Auto mieten oder ausleihen) und mich noch nicht getraut habe, einfach just for fun eines zu kaufen.
Aber als Autofan wird der Wunsch ein eigenes Auto zu besitzen immer grösser und daher bin ich momentan ernsthaft am überlegen, eines zu kaufen (hab schon ein konkretes Modell im Auge, die Frage wäre nur noch, welcher Jahrgang und welche Ausstattung). Da ich keines benötige, würde es auch nur ein wenig vernünftiges Modell (zu grosser Motor und mehr als genügend Leistung für die Grösse, ergo ziemlich hoher Verbrauch und Versicherung und Steuern wären dementsprechend höher als sie sein könnten, aber immerhin gross genug, um damit auch mal was zu transportieren) werden, wodurch die Akzeptanz bei nicht autoverrückten im Umfeld wohl nicht all zu gross sein dürfte :lol:
Aber da ich es mir momentan leisten kann und ich mir weniger Gedanken darüber machen sollte, was andere darüber denken, werde ich den Schritt wohl wagen, zur Not könnte man es ja wieder verkaufen. Der erste Schritt ist wohl, mir zuzugestehen, dass es wirklich keinen finanziell vernünftigen Grund gibt für mich, ein Auto zu kaufen, sondern es hauptsächlich ein freizeit Auto wäre.
Standet ihr schon mal vor einer ähnlichen Entscheidung?

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Re: Autoverrückt

Beitrag von marwie » Dienstag 18. Juni 2019, 23:06

So, hab nun mal ein in Frage kommendes Auto getestet (das erste Auto, dass ich alleine getestet hab :-)), hat Spass gemacht, aber wird wohl eher das Modell mit etwas weniger Leistung und dafür etwas mehr Komfort, 300PS brauche ich nicht wirklich, 230PS sollten auch genügen :-)

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Re: Autoverrückt

Beitrag von Automobilist » Mittwoch 19. Juni 2019, 08:42

marwie hat geschrieben:
Dienstag 18. Juni 2019, 23:06
So, hab nun mal ein in Frage kommendes Auto getestet (das erste Auto, dass ich alleine getestet hab :-)), hat Spass gemacht, aber wird wohl eher das Modell mit etwas weniger Leistung und dafür etwas mehr Komfort, 300PS brauche ich nicht wirklich, 230PS sollten auch genügen :-)
marwie hat geschrieben:
Sonntag 9. Juni 2019, 23:42
Wie alt wart ihr, als ihr euer erstes eigenes Auto gekauft habt? War das auch aus praktischen Gründen, weil ihr eins benötigt habt, oder nur, weil ihr eins haben wolltet?

Standet ihr schon mal vor einer ähnlichen Entscheidung?
Dekadenz. Max. 30 PS genügen vollauf, um j e d e s Ziel in Europa zu erreichen ( Stichwort P 601 am schwarzen Meer ).
Deine Fragen : ich war 16 Jahre alt, als ich meinen ersten Wagen bekam; ich wollte möglichst bald nach London fahren können. Überflüssig zu erwähnen, daß der Wagen noch immer in der Garage steht.
Schon damals wäre Derjenige verlassen gewesen, welcher sich auf " öffentliche " Verkehrsmittel hätte verlassen müssen - und da, wo ich jetzt bin, gibt man auf Dieselben besser keinen Pfifferling.
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Re: Autoverrückt

Beitrag von Melli » Mittwoch 19. Juni 2019, 09:04

marwie hat geschrieben:
Sonntag 9. Juni 2019, 23:42
War das auch aus praktischen Gründen, weil ihr eins benötigt habt, oder nur, weil ihr eins haben wolltet?
Ersteres. Ganz nüchtern.

Mit irgendwelchen Dingen (Sportwagen, Boote, Häuser, Teppiche, yada) konnte man mich als kleines Kind noch beeindrucken. Danach hatte ich andere Probleme, eher hätte mir die Lust an allem vergehen können Bild Da heitert einem irgendwelcher Krempel auch nicht mehr auf. Am ehesten noch Musikinstrumente oder Bücher, also Dinge, mit denen man produktiv und kreativ arbeiten kann.

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Re: Autoverrückt

Beitrag von Gilbert » Mittwoch 19. Juni 2019, 11:21

Automobilist hat geschrieben:
Mittwoch 19. Juni 2019, 08:42
marwie hat geschrieben:
Dienstag 18. Juni 2019, 23:06
So, hab nun mal ein in Frage kommendes Auto getestet (das erste Auto, dass ich alleine getestet hab :-)), hat Spass gemacht, aber wird wohl eher das Modell mit etwas weniger Leistung und dafür etwas mehr Komfort, 300PS brauche ich nicht wirklich, 230PS sollten auch genügen :-)
marwie hat geschrieben:
Sonntag 9. Juni 2019, 23:42
Wie alt wart ihr, als ihr euer erstes eigenes Auto gekauft habt? War das auch aus praktischen Gründen, weil ihr eins benötigt habt, oder nur, weil ihr eins haben wolltet?

Standet ihr schon mal vor einer ähnlichen Entscheidung?
Max. 30 PS genügen vollauf, um j e d e s Ziel in Europa zu erreichen ( Stichwort P 601 am schwarzen Meer ).
Haha, das war auch mein erster Gedanke, als ich Marwiens Frage las. ;)

Meine ersten beiden Autos waren vor ca. 30 Jahren tatsächlich P 601 mit einer 4-Gang-Revolverschaltung. Völlig ausreichend, um sich als Fahranfänger im Verkehrgeschehen zurechtzufinden.
Ich war 20 Jahre alt, hatte gerade ausgelernt und machte mir Gedanken über meine Zukunft. In meiner Generation war es damals das Nonplusultra, über einen eigenen fahrbaren Untersatz zu verfügen. Obwohl ich als Bahn-Beschäftigter in ganz Deutschland unbegrenzte Freifahrt in Anspruch nehmen und auch einen FIP-Ausweis für das Ausland beantragen konnte, zog ich es vor, meine Wege überwiegend mit dem Auto zu bewältigen. Ich konnte damit auch meine Eltern unterstützen, die zeitlebens nie ein Fahrzeug besaßen.
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Re: Autoverrückt

Beitrag von Automobilist » Mittwoch 19. Juni 2019, 11:32

Gilbert hat geschrieben:
Mittwoch 19. Juni 2019, 11:21
Meine ersten beiden Autos waren vor ca. 30 Jahren tatsächlich P 601 mit einer 4-Gang-Revolverschaltung. Völlig ausreichend, um sich als Fahranfänger im Verkehrgeschehen zurechtzufinden.
Und das ist bereits als Privileg zu betrachten ! Meine eigenen Erinnerungen an die DDR : Fahranfänger hatten oft einen F 8 oder einen Dixi aus den 20ern; an die abenteuerlichen Seilzugbremsen denke ich oft zurück...an den 601 war s o leicht gar nicht heranzukommen; eine - instandsetzungsbedürftige - Karosse mit " Brief " ( s e h r wichtig ) kostete meist schon M 4000,-.

Zumindest konnte man sich dann seinen eigenen Wagen bauen - oder eine E - Karosse vom VEB AWZ bekommen.
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Re: Autoverrückt

Beitrag von Gilbert » Mittwoch 19. Juni 2019, 15:07

Automobilist hat geschrieben:
Mittwoch 19. Juni 2019, 11:32
[....]an den 601 war s o leicht gar nicht heranzukommen; eine - instandsetzungsbedürftige - Karosse mit " Brief " ( s e h r wichtig ) kostete meist schon M 4000,-.
Ich erinnere mich an die total überzogenen Mondpreise, die damals verlangt und gezahlt wurden. Sie verschwanden innerhalb weniger Wochen aufgrund der politischen Entwicklung im Winter 1989/90.
Ein fabrikneuer 601 kostete damals um die 13.000,- M; während das gleiche Fahrzeug auf dem Gebrauchtwagenmarkt angeboten locker das Doppelte der Summe oder gar mehr einbrachte. Aber Geld hatte damals für die Menschen in der DDR nur eine untergeordnete Funktion. Viel wichtiger war Vitamin B, um an das Gewünschte heranzukommen. Ohne diesen besonderen 'sozialen' Beziehungen konnte man sich lebendig begraben lassen.
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Re: Autoverrückt

Beitrag von Le Chiffre Zéro » Donnerstag 20. Juni 2019, 12:55

Gilbert hat geschrieben:
Mittwoch 19. Juni 2019, 15:07
Ich erinnere mich an die total überzogenen Mondpreise, die damals verlangt und gezahlt wurden. Sie verschwanden innerhalb weniger Wochen aufgrund der politischen Entwicklung im Winter 1989/90.
Ein fabrikneuer 601 kostete damals um die 13.000,- M; während das gleiche Fahrzeug auf dem Gebrauchtwagenmarkt angeboten locker das Doppelte der Summe oder gar mehr einbrachte. Aber Geld hatte damals für die Menschen in der DDR nur eine untergeordnete Funktion.
Was durchaus nachvollziehbar war. Denn die Wartezeiten auf Neuwagen waren in der DDR legendär, während man einen gebrauchten Trabant sofort hätte mitnehmen können.

Aber kaum war die Grenze offen, hatten die DDR-Bürger Zugriff auf den Gebrauchtwagenmarkt im Westen. Erleichternd kam für sie dann noch der zunächst einmal festgelegte Tauschkurs zwischen Ost- und Westmark von 1:1 dazu, der das Preis-Leistungs-Verhältnis westlicher Gebrauchtfahrzeuge geradezu lächerlich günstig machte. Wer nicht gerade ein realsozialistischer Hardliner war, wollte kein Fahrzeug aus RGW-Produktion mehr haben, schon gar nicht aus der DDR.

Das Resultat sah man dann Anfang der 90er an Straßenrändern, wo zahllose Trabis und Wartburgs illegal verklappt worden waren, die noch kurz zuvor auf dem Gebrauchtmarkt Mondpreise kosteten, die jetzt aber fast niemand mehr haben wollte.
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Re: Autoverrückt

Beitrag von Gilbert » Donnerstag 20. Juni 2019, 13:59

Le Chiffre Zéro hat geschrieben:
Donnerstag 20. Juni 2019, 12:55
Erleichternd kam für sie dann noch der zunächst einmal festgelegte Tauschkurs zwischen Ost- und Westmark von 1:1 dazu, der das Preis-Leistungs-Verhältnis westlicher Gebrauchtfahrzeuge geradezu lächerlich günstig machte.
Ja, der bundesdeutsche Gebrauchtwagenmarkt wurde leer gekauft. Sämtlicher unbrauchbare fahrbare Schrott wurde ebenfalls verhökert.
Aber lächerlich günstig? Bei einem durchschnittlichen Monatsverdienst von knapp 900 Mark? Wie kommst Du auf den Trichter?

Unmittelbar nach der Grenzöffnung gab es alle möglichen offiziellen und nichtoffiziellen Tauschkurse zwischen Ost- und Westmark, jedoch sicher nicht 1:1. Das sind Ammenmärchen. Bis zur Einführung der D-Mark auf dem Gebiet der DDR am 1. Juli 1990 lagen die Tauschkurse in der Regel zwischen 10:1 und 2:1. Firmen verkauften ihre Waren an DDR-Bürger zum Kurs von 3:1, später 2:1, als die Vertragsbedingungen der Währungs-, Wirtschafts- und Sozialunion feststanden.
Am 1. Juli 1990 wurden die Konten aller DDR-Bürger auf D-Mark umgestellt. Bargeld wurde nicht getauscht. Die Beträge, die 1:1 umgestellt wurden, waren nach Lebensalter je Person bis zu 6000 Mark sozial gestaffelt. Bei mir waren das aufgrund meines Alters lediglich 2000 Mark; der Rest meines Kontos wurde in 2:1 umgestellt.
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Re: Autoverrückt

Beitrag von Le Chiffre Zéro » Donnerstag 20. Juni 2019, 22:04

Gilbert hat geschrieben:
Donnerstag 20. Juni 2019, 13:59
Le Chiffre Zéro hat geschrieben:
Donnerstag 20. Juni 2019, 12:55
Erleichternd kam für sie dann noch der zunächst einmal festgelegte Tauschkurs zwischen Ost- und Westmark von 1:1 dazu, der das Preis-Leistungs-Verhältnis westlicher Gebrauchtfahrzeuge geradezu lächerlich günstig machte.
Ja, der bundesdeutsche Gebrauchtwagenmarkt wurde leer gekauft. Sämtlicher unbrauchbare fahrbare Schrott wurde ebenfalls verhökert.
Aber lächerlich günstig? Bei einem durchschnittlichen Monatsverdienst von knapp 900 Mark? Wie kommst Du auf den Trichter?
Jedenfalls im Vergleich zu gebrauchten DDR-Fahrzeugen, bevor die Grenze offen war.
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Re: Autoverrückt

Beitrag von Moseltom » Freitag 21. Juni 2019, 14:03

Ja bin ich schon ein wenig und fahre Auto seit ich 18 bin. 8-) Habe schon verschiedene Fabrikate durch, darunter auch etwas "exotische" Modelle wie Fiat Coupe´und Lancia Delta III.

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Re: Autoverrückt

Beitrag von Automobilist » Freitag 21. Juni 2019, 15:11

Le Chiffre Zéro hat geschrieben:
Donnerstag 20. Juni 2019, 12:55

Was durchaus nachvollziehbar war. Denn die Wartezeiten auf Neuwagen waren in der DDR legendär, während man einen gebrauchten Trabant sofort hätte mitnehmen können.

Das Resultat sah man dann Anfang der 90er an Straßenrändern, wo zahllose Trabis und Wartburgs illegal verklappt worden waren, die noch kurz zuvor auf dem Gebrauchtmarkt Mondpreise kosteten, die jetzt aber fast niemand mehr haben wollte.
Wie immer : keine Regel ohne Ausnahme. Bis zum Ende des Imports betrug die Wartezeit für einen PKW " Saporoshez " deutlich weniger als ein Jahr.

Ich habe mich damals auch gefragt, wie es denn möglich sei, daß Menschen s o dumm sein können - ein ähnliches Phänomen kenne ich aus Bulgarien. Es fällt aber deutlich auf, daß es vor allem jüngere Leute betrifft...und selbst die sind lernfähig; in BG kenne ich so einige, die unbedingt NSW - Autos haben wollten - nach einiger Zeit aber doch wieder ganz gerne am Moskwitsch - oder Ladavolant drehen...manche Grille kann teuer zu stehen kommen.
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Re: Autoverrückt

Beitrag von marwie » Mittwoch 26. Juni 2019, 01:16

Automobilist hat geschrieben:
Mittwoch 19. Juni 2019, 08:42
Dekadenz. Max. 30 PS genügen vollauf, um j e d e s Ziel in Europa zu erreichen ( Stichwort P 601 am schwarzen Meer ).
Ja irgendwie erreicht man sein ziel wohl schon, aber die Frage ist, wie sicher und wie viel Spass das noch macht... So ein Trabant schafft ja nicht mal 120km/h und bergauf kann man damit wohl nicht mal ein Traktor sicher überholen...
Ne, möchte schon ein Auto haben, mit dem man auch Bergauf genügend Leistung hat zum überholen und allrad Antrieb sollte auch sein. Hab mittlerweile auch mal die 230PS Variante getestet, das ist immer noch mehr als genug für mich, als nächstes kommt die 150PS Variante (bei ca 1500kg Leergewicht) dran, mal schauen, ob das auch noch Spass macht oder ob die Motorisierung eher zäh ist wie oftmals berichtet wird...

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Re: Autoverrückt

Beitrag von Tania » Mittwoch 26. Juni 2019, 06:10

Gilbert hat geschrieben:
Mittwoch 19. Juni 2019, 15:07
Ein fabrikneuer 601 kostete damals um die 13.000,- M; während das gleiche Fahrzeug auf dem Gebrauchtwagenmarkt angeboten locker das Doppelte der Summe oder gar mehr einbrachte.
Dabei lag der Durchschnittsbruttolohn bei 1300,- Mark. Heute sind es 3770 EUR. Umgerechnet war der Trabi also für ca. 37.700 EUR zu haben.
Aber Geld hatte damals für die Menschen in der DDR nur eine untergeordnete Funktion. Viel wichtiger war Vitamin B, um an das Gewünschte heranzukommen. Ohne diese besonderen 'sozialen' Beziehungen konnte man sich lebendig begraben lassen.
Noch besser als Beziehungen waren Tauschobjekte. Ganz oben auf der Liste: Baumaterialien (z.B. Fliesen), spezielle Lebensmittel (wer ein Spargelbeet im Garten hatte, durfte sich glücklich schätzen) oder die kurz vor der Zuteilung stehende Anmeldung zum Autokauf.

In the end we only regret the chances we didn’t take, the relationships we were afraid to have, and the decisions we waited too long to make. (Lewis Carroll)

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