Telepolis: "Das Gefühl, sozial unnütz zu sein"

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Telepolis: "Das Gefühl, sozial unnütz zu sein"

Beitrag von Reinhard » Donnerstag 21. September 2017, 00:15

"Das Gefühl, sozial unnütz zu sein"

Ein Artikel über eine Studie über soziale Isolation und Einsamkeit in Frankreich.
(Wird in Deutschland vermutlich nicht so unterschiedlich sein, oder?)
Nicht weil es schwer ist, wagen wir es nicht, sondern weil wir es nicht wagen, ist es schwer. --- Lucius Annaeus Seneca

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Re: Telepolis: "Das Gefühl, sozial unnütz zu sein"

Beitrag von Clochard » Donnerstag 21. September 2017, 08:43

in Japan gibt es das Phänomen "Hikikomori":

https://de.wikipedia.org/wiki/Hikikomori

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Tania
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Re: Telepolis: "Das Gefühl, sozial unnütz zu sein"

Beitrag von Tania » Donnerstag 21. September 2017, 22:14

Ich frage mich, ob bei dieser Studie nicht eine Menge objektiv durchaus isolierter Menschen "durch die Maschen rutschen".
Die Studie, die im April und Mai dieses Jahres online 2.000 Personen im Alter zwischen 15 und 30 Jahren befragt und bei 21 Personen eine Telefonbefragung durchgeführt hat, nahm den Kontakt zu fünf "Netzwerken des sozialen Umgangs" zum Maßstab: Familie, Freunde, Nachbarn und schließlich Arbeitskollegen, Klassenkameraden ggf. Mitstudierende oder andere Personen, mit denen man im Rahmen einer gesellschaftlichen oder vereinsmäßigen Tätigkeit zu tun hat.
Steht irgendwo, wie genau "Kontakt" definiert ist? Wenn ich einmal monatlich etwas auf FB poste und von meiner Schwester ein "Like" bekomme, wäre das doch schon Kontakt, oder? Und ist Schulbesuch schon Kontakt zur Gruppe "Klassenkameraden", oder muss davon wenigstens einer "Salut" sagen?

Aus einer (nach welchen Kriterien zusammengestellten?) Stichprobe von 2000 Personen auf die Gesamtbevölkerung zu schließen, finde ich auch schon ziemlich gewagt ...

Naja, vielleicht lässt sich der Link zur Studie ja irgendwann mal öffnen. Aber so rein intuitiv scheint mir die Zahl von 6% ziemlich niedrig ....
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Re: Telepolis: "Das Gefühl, sozial unnütz zu sein"

Beitrag von Reinhard » Donnerstag 21. September 2017, 22:34

Tania hat geschrieben:
Donnerstag 21. September 2017, 22:14
Ich frage mich, ob bei dieser Studie nicht eine Menge objektiv durchaus isolierter Menschen "durch die Maschen rutschen".
Die Studie, die im April und Mai dieses Jahres online 2.000 Personen im Alter zwischen 15 und 30 Jahren befragt und bei 21 Personen eine Telefonbefragung durchgeführt hat, nahm den Kontakt zu fünf "Netzwerken des sozialen Umgangs" zum Maßstab: Familie, Freunde, Nachbarn und schließlich Arbeitskollegen, Klassenkameraden ggf. Mitstudierende oder andere Personen, mit denen man im Rahmen einer gesellschaftlichen oder vereinsmäßigen Tätigkeit zu tun hat.
Steht irgendwo, wie genau "Kontakt" definiert ist? Wenn ich einmal monatlich etwas auf FB poste und von meiner Schwester ein "Like" bekomme, wäre das doch schon Kontakt, oder? Und ist Schulbesuch schon Kontakt zur Gruppe "Klassenkameraden", oder muss davon wenigstens einer "Salut" sagen?

Aus einer (nach welchen Kriterien zusammengestellten?) Stichprobe von 2000 Personen auf die Gesamtbevölkerung zu schließen, finde ich auch schon ziemlich gewagt ...

Naja, vielleicht lässt sich der Link zur Studie ja irgendwann mal öffnen. Aber so rein intuitiv scheint mir die Zahl von 6% ziemlich niedrig ....
Bei mir geht der PDF-Link schon auf und auch den kompletten Bericht habe ich gefunden. Allerdings ist mein Französisch so selten benutzt, dass das Verstehen "Arbeit" wäre und kein "Lesen". Da gibt es sicher Leute im Forum, die das besser können als ich. (Mir fallen mindestens drei ein.)


Nach der Beschreibung wäre ich auch nicht sozial isoliert, weil ich Kollegen, Familie und einen Verein habe, über den ich noch Kontakte hätte. ABER, und was es für mich ausmacht: ich habe über diese Kanäle selten weitere Kontakte, die über den Beruf oder den Vereinszweck hinausgehen ...

(2000 Menschen sind übrigens eine Stichprobe, die für viele Zwecke groß genug ist.)
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Re: Telepolis: "Das Gefühl, sozial unnütz zu sein"

Beitrag von Tania » Freitag 22. September 2017, 18:34

Reinhard hat geschrieben:
Donnerstag 21. September 2017, 22:34
Bei mir geht der PDF-Link schon auf und auch den kompletten Bericht habe ich gefunden.
Danke, jetzt konnte ich es auch öffnen.
Allerdings ist mein Französisch so selten benutzt, dass das Verstehen "Arbeit" wäre und kein "Lesen".
Vielleicht solltest Du Dein Französisch dann öfter mal benutzen ;)

Ich konnte glaube ich die wesentlichen Punkte erfassen.
Nach der Beschreibung wäre ich auch nicht sozial isoliert, weil ich Kollegen, Familie und einen Verein habe, über den ich noch Kontakte hätte. ABER, und was es für mich ausmacht: ich habe über diese Kanäle selten weitere Kontakte, die über den Beruf oder den Vereinszweck hinausgehen ...
Soweit ich verstanden habe, wird in der Studie allerdings genau nach solchen über den eigentlichen Zweck hinausgehenden Kontakten gefragt. Also z.B. nicht, ob man zur Schule geht, sondern ob man Mitschüler auch mal nachmittags sieht. ABER: Du hast ja noch mich. Und ich bin überzeugt, dass es in diesem Forum noch diverse andere Leute gibt, die gern mit Dir ihre Freizeit verbringen. Bist also höchstens sozial gefährdet, aber nicht isoliert. :umarmung2:
(2000 Menschen sind übrigens eine Stichprobe, die für viele Zwecke groß genug ist.)
Mir fallen sogar paar Zwecke ein, für die sie deutlich zu groß wäre :oops:

Aber die betrachtete Gruppe ist recht heterogen. Allein wenn man nur nach Geschlecht und den 3 Altersgruppen unterscheidet, sind es nur noch 333 pro Gruppe. Dann wird (lt. Studie, S.7) noch unterschieden in 3 Beschäftigungssituationen, 2 Bildungslevel und 3 Wohnortgrößen (ländlich, 2000-200.000, größer); das Ganze nochmal unterteilt in 12 Regionen. Letztlich stehen also ungefähr 2 19-24jährige berufstätige Pariser Jungs ohne Bachelorabschluss stellvertretend für alle 19-24jährigen berufstätigen Pariser Jungs ohne Bachelorabschluss. Kann man machen, ist aber m.E. nicht allzu belastbar.
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Re: Telepolis: "Das Gefühl, sozial unnütz zu sein"

Beitrag von Reinhard » Montag 25. September 2017, 00:04

Tania hat geschrieben:
Freitag 22. September 2017, 18:34
Nach der Beschreibung wäre ich auch nicht sozial isoliert, weil ich Kollegen, Familie und einen Verein habe, über den ich noch Kontakte hätte. ABER, und was es für mich ausmacht: ich habe über diese Kanäle selten weitere Kontakte, die über den Beruf oder den Vereinszweck hinausgehen ...
Soweit ich verstanden habe, wird in der Studie allerdings genau nach solchen über den eigentlichen Zweck hinausgehenden Kontakten gefragt. Also z.B. nicht, ob man zur Schule geht, sondern ob man Mitschüler auch mal nachmittags sieht. ABER: Du hast ja noch mich. Und ich bin überzeugt, dass es in diesem Forum noch diverse andere Leute gibt, die gern mit Dir ihre Freizeit verbringen. Bist also höchstens sozial gefährdet, aber nicht isoliert. :umarmung2:
Aber wenn der Zweck des Forums ist, hin und wieder ein Treffen zu haben, dann müssten es schon darüber hinausgehende Kontakte sein, damit es im Sinn der Studie zählt ... ;)

Tania hat geschrieben:
Freitag 22. September 2017, 18:34
(2000 Menschen sind übrigens eine Stichprobe, die für viele Zwecke groß genug ist.)
Mir fallen sogar paar Zwecke ein, für die sie deutlich zu groß wäre :oops:
OK ... der brauchte ein bisschen. :oops:
:lach: :lach: :lach:

Tania hat geschrieben:
Freitag 22. September 2017, 18:34
Aber die betrachtete Gruppe ist recht heterogen. Allein wenn man nur nach Geschlecht und den 3 Altersgruppen unterscheidet, sind es nur noch 333 pro Gruppe. Dann wird (lt. Studie, S.7) noch unterschieden in 3 Beschäftigungssituationen, 2 Bildungslevel und 3 Wohnortgrößen (ländlich, 2000-200.000, größer); das Ganze nochmal unterteilt in 12 Regionen. Letztlich stehen also ungefähr 2 19-24jährige berufstätige Pariser Jungs ohne Bachelorabschluss stellvertretend für alle 19-24jährigen berufstätigen Pariser Jungs ohne Bachelorabschluss. Kann man machen, ist aber m.E. nicht allzu belastbar.
Man nimmt die gesamte Stichprobe, um irgendwas über Geschlechtsunterschiede auszusagen. Dann noch die gesamte Stichprobe für Aussagen über Alterseinfluss. Dann noch die gesamte Stichprobe für den Effekt der Wohnortgröße. Dann noch die gesamte Stichprobe für Einkommensunterschiede. Und so weiter. Erst dann wertet man alles zusammen mit mathematischen Methoden aus, und nennt das dann "Big Data" ...
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Re: Telepolis: "Das Gefühl, sozial unnütz zu sein"

Beitrag von Tania » Montag 25. September 2017, 00:13

Reinhard hat geschrieben:
Montag 25. September 2017, 00:04
Aber wenn der Zweck des Forums ist, hin und wieder ein Treffen zu haben, dann müssten es schon darüber hinausgehende Kontakte sein, damit es im Sinn der Studie zählt ... ;)
Hmm ... hast Du denn schon mal Forenmitglieder in einem Rahmen getroffen, der über die im Forum öffentlich angekündigten Treffen hinausgeht? :gruebel:

Tania hat geschrieben:
Freitag 22. September 2017, 18:34
(2000 Menschen sind übrigens eine Stichprobe, die für viele Zwecke groß genug ist.)
Mir fallen sogar paar Zwecke ein, für die sie deutlich zu groß wäre :oops:
OK ... der brauchte ein bisschen. :oops:
:lach: :lach: :lach:
Also ich dachte jetzt an eine Umfrage zur Kundenzufriedenheit unter Blackberry-Nutzern :holy: Und Du?
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Re: Telepolis: "Das Gefühl, sozial unnütz zu sein"

Beitrag von Reinhard » Montag 25. September 2017, 00:22

Tania hat geschrieben:
Montag 25. September 2017, 00:13
Reinhard hat geschrieben:
Montag 25. September 2017, 00:04
Aber wenn der Zweck des Forums ist, hin und wieder ein Treffen zu haben, dann müssten es schon darüber hinausgehende Kontakte sein, damit es im Sinn der Studie zählt ... ;)
Hmm ... hast Du denn schon mal Forenmitglieder in einem Rahmen getroffen, der über die im Forum öffentlich angekündigten Treffen hinausgeht? :gruebel:
Hmm. Zu selten ... :verwirrt:

Tania hat geschrieben:
Montag 25. September 2017, 00:13
Tania hat geschrieben:
Freitag 22. September 2017, 18:34

Mir fallen sogar paar Zwecke ein, für die sie deutlich zu groß wäre :oops:
OK ... der brauchte ein bisschen. :oops:
:lach: :lach: :lach:
Also ich dachte jetzt an eine Umfrage zur Kundenzufriedenheit unter Blackberry-Nutzern :holy: Und Du?
Meinst du, dass es nur noch so wenige von denen gibt? :pfeif:
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Re: Telepolis: "Das Gefühl, sozial unnütz zu sein"

Beitrag von Tania » Montag 25. September 2017, 00:43

Reinhard hat geschrieben:
Montag 25. September 2017, 00:22
Tania hat geschrieben:
Montag 25. September 2017, 00:13

Hmm ... hast Du denn schon mal Forenmitglieder in einem Rahmen getroffen, der über die im Forum öffentlich angekündigten Treffen hinausgeht? :gruebel:
Hmm. Zu selten ... :verwirrt:
Dann solltest Du das vielleicht häufiger tun. Nur für den Fall dass irgendwann mal eine ähnliche Studie in Deutschland stattfindet ... ;)
Tania hat geschrieben:
Montag 25. September 2017, 00:13

Also ich dachte jetzt an eine Umfrage zur Kundenzufriedenheit unter Blackberry-Nutzern :holy: Und Du?
Meinst du, dass es nur noch so wenige von denen gibt? :pfeif:
Ach, es dürften ein paar mehr als 2000 sein. Vielleicht 2005 8-) Aber es geht ja nur darum, eine möglichst repräsentative Stichprobe zu wählen. Bestimmte Bevölkerungsgruppen kann man also vielleicht von vornherein ausschließen (z.B. alle unter 25 ;) )
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