Ich bin seit fünf Jahren in meine Kollegin verliebt – und sie weiß es nicht

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BartS
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Re: Ich bin seit fünf Jahren in meine Kollegin verliebt – und sie weiß es nicht

Beitrag von BartS » Sonntag 29. Juli 2018, 15:27

cama hat geschrieben:
Sonntag 29. Juli 2018, 14:33
...also das ist jetzt, ähm...Verstehen, warum ich einen Korb kriege, ist für mich schon noch mal was anderes, als es richtig zu finden, daß ich abgewiesen werde. Ich fand nicht, daß ich Abweisung verdiene. Ich fand, es könnte mich ruhig mal einer zurücklieben.
...und was hast Du empfunden, als Du merktest, dass sie Dich nicht zurücklieben?
cama hat geschrieben:
Sonntag 29. Juli 2018, 14:33
Wenn jemand keine Gefühle für mich hat, ist es vollkommen richtig, daß er mich abweist. Alles andere wäre eine Gemeinheit mir gegenüber.
Dann stellt sich aber schon die Frage, warum Deine Trauerphase so lange anhält, wenn Du weißt, dass er keine Gefühle für Dich hat.
cama hat geschrieben:
Sonntag 29. Juli 2018, 14:33
Ich bin speziell meinte ich im Hinblick darauf, daß ich mich selten verliebe. (Das hängt natürlich damit zusammen, ewig und ewig das gleiche OdB zu haben, schon klar.)
Ja, das ist irgendwie logisch, solange Du nicht den alten OdB loslassen kannst, hat ein neuer OdB kein Platz. Und obwohl die alten OdB keine Gefühle für Dich haben, ist es für Dich schöner, gedanklich an ihnen zu hängen als an Männern, die Dir diesen Korb nicht gegeben haben.
cama hat geschrieben:
Sonntag 29. Juli 2018, 14:33
Selbstbewusstsein...was ist denn das? :verwirrt:
Wichtig ist, dass Du Deinen eigenen Wert anerkennst und Deine Bedürfnisse hoch schätzt.


...Und wie geht das? :lol:
Ich finde diese Frage sollte man im Rahmen eines AB-Forums öfters stellen und reflektieren als beispielsweise welche Datingplattform die bessere ist oder wie wichtig Sex ist.
cama hat geschrieben:
Sonntag 29. Juli 2018, 14:33
Jetzt aber nicht sagen, ich solle mal an meinem Selbstbewußtsein arbeiten! :lol:
Nein, keine Angst :), darauf wirst Du keine einfache Antwort bekommen. Wichtiger finde ich es an sich selbst festzustellen, ob man überhaupt bereit ist, beim Thema Selbstbewußtsein etwas zu tun.
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Re: Ich bin seit fünf Jahren in meine Kollegin verliebt – und sie weiß es nicht

Beitrag von cama » Sonntag 29. Juli 2018, 15:42

Knallgrau schrieb:
Du kannst entscheiden, ob du Verliebtheit zulässt oder nicht
Nein. Das stieß mir jedesmal irgendwie zu.
denn die meisten begegnen dann im Leben Menschen, die sie faszinieren und dann?
Was 'die meisten' dann machen, weiß ich nicht. Ich habe während meiner Ehe einmal jemanden getroffen, der Interesse an mir hatte. Ich hatte selber keins und hab seins auch sehr spät erst mitbekommen. Und ich selber hab in den letzten 18 Jahren niemanden getroffen, den ich ähnlich gut fand wie meinen Mann, ergo hab ich mich seit Beziehungsstart nicht mehr in jemand Neues verliebt.
aber jeder hat Möglichkeiten aktiv dafür oder dagegen zu arbeiten.
Ja, man kann dagegen arbeiten. Meine Möglichkeit war, dem OdB für immer aus dem Weg zu gehen. Das andere hat alles nicht geklappt.
Ich hab die schon erwähnte Liste mit schlechten Eigenschaften geschrieben, ich habe Leute getroffen ohne Ende, ich hab mich auf Gelegenheitssex eingelassen, ich bin nicht mehr an Orte gegangen, die ich mit dem OdB verband, ich bin gerade extra an Orte gegangen, die ich mit dem OdB verband, ich war auf einem Zufallsdate mit einem Mann, den ich nicht interessant fand, und, und, und.
Ich hatte ernsthaft als Plan B, den Studienort zu wechseln, falls es mit meinem Mann nicht geklappt hätte. :oops:
Du entscheidest, ob du einem Mann, die Möglichkeit gibst in dein Leben zu kommen.
Ja. Er muß dann aber auch wollen. Wenn er nicht will...seine Entscheidung, nicht meine.
Ich hab mich aus Angst immer dagegen gewehrt und kämpfe auch heute noch mit meinen Fluchtendenzen.
Ich drücke dir die Daumen, daß du dich selbst besiegst. :umarmung2:

Das Problem hatte ich selbst nie. Ich bin nie aus einer Beziehungsanbahnung geflohen, weil ich vor irgendwas Angst hatte.Bei mir gab's erst gar keine Beziehungsstarts.
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Re: Ich bin seit fünf Jahren in meine Kollegin verliebt – und sie weiß es nicht

Beitrag von BartS » Sonntag 29. Juli 2018, 15:42

cama hat geschrieben:
Sonntag 29. Juli 2018, 15:01
Nein. Ich entscheide nicht, in wen ich mich verliebe. Ich entscheide nicht, wann Liebeskummer vorbei ist. Ich entscheide nicht, ob ich eine Beziehung habe oder nicht. (Naja, eingeschränkt: Ich kann natürlich schon eine bestehende Beziehung beenden. Ich kann aber niemanden in eine Liebesbeziehung kriegen, der nicht will. )
Auch wenn Du es völlig anders siehst, cama, ich finde, sich verlieben ist eine Entscheidung für eine Person. Diese Person schenkst Du Deine Gedanken und Energie. Jetzt könnte man sich darüber streiten, ob diese Entscheidung bewusst oder unbewusst stattfindet. Aber ich sage mal folgendes, das ist zweitrangig. Wenn Du jemanden im juristischen Sinne Schaden zufügst, wirst Du auch zur Rechenschaft gezogen, wenn es eine unbewusste Handlung ist. Wenn Du in einer Beziehung bist und Deinem Freund Treue versprochen hast und dann fremdgehst, kannst Du auch nicht sagen, sorry, das war eine unbewusste Entscheidung. Und wer sagt, man entscheide sich nicht dafür, in einer Beziehung zu sein, der gibt seine Verantwortung für sein Handeln an der Garderobe hat. Der hat auch keinerlei Selbstwirksamkeit und ist so willenlos wie ein Blatt im Wind. Ich habe manchmal den Eindruck, dass dieses Unbewusste gerne als Rechtfertigung für schlechte Entscheidungen genommen wird. Aber Dein Unbewusstes ist auch Teil Deiner Persönlichkeit und gehört untrennbar zu Dir. Arrangiere Dich mit ihm und lass Dich nicht von ihm beherrschen.
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Re: Ich bin seit fünf Jahren in meine Kollegin verliebt – und sie weiß es nicht

Beitrag von cama » Sonntag 29. Juli 2018, 15:52

BartS schrieb:
...und was hast Du empfunden, als Du merktest, dass sie Dich nicht zurücklieben?
Enttäuschung, Trauer, Frust. Vor allem Trauer.
Dann stellt sich aber schon die Frage, warum Deine Trauerphase so lange anhält, wenn Du weißt, dass er keine Gefühle für Dich hat.
Wieso soll die Trauerphase denn eigentlich kurz sein? Das wäre natürlich praktischer für die Partnerfindung, weil man dann schneller wieder offen für was Neues wäre, aber so aus der Innenperspektive...was spricht gegen lange Trauer? Da fehlt doch ein wichtiger Mensch.
Und obwohl die alten OdB keine Gefühle für Dich haben, ist es für Dich schöner, gedanklich an ihnen zu hängen als an Männern, die Dir diesen Korb nicht gegeben haben.
Nein, loslassen können hätte ich sogar super gefunden. Schön war da nichts.

BartS schrieb auf die Frage, wie man den eigenen Wert anerkennen und die eigenen Bedürfnisse hoch schätzen könne:
Ich finde diese Frage sollte man im Rahmen eines AB-Forums öfters stellen und reflektieren als beispielsweise welche Datingplattform die bessere ist oder wie wichtig Sex ist.
Amen. Volle Zustimmung! :D
Wichtiger finde ich es an sich selbst festzustellen, ob man überhaupt bereit ist, beim Thema Selbstbewußtsein etwas zu tun.
...das zieht sich schon so lang. Ich bin 42, Selbstbewußtsein ist so lala, ich hab keine Lust...
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Re: Ich bin seit fünf Jahren in meine Kollegin verliebt – und sie weiß es nicht

Beitrag von Knallgrau » Sonntag 29. Juli 2018, 15:55

cama hat geschrieben:
Sonntag 29. Juli 2018, 15:42
Knallgrau schrieb:
Du kannst entscheiden, ob du Verliebtheit zulässt oder nicht
Nein. Das stieß mir jedesmal irgendwie zu.
denn die meisten begegnen dann im Leben Menschen, die sie faszinieren und dann?
Was 'die meisten' dann machen, weiß ich nicht. Ich habe während meiner Ehe einmal jemanden getroffen, der Interesse an mir hatte. Ich hatte selber keins und hab seins auch sehr spät erst mitbekommen. Und ich selber hab in den letzten 18 Jahren niemanden getroffen, den ich ähnlich gut fand wie meinen Mann, ergo hab ich mich seit Beziehungsstart nicht mehr in jemand Neues verliebt.
aber jeder hat Möglichkeiten aktiv dafür oder dagegen zu arbeiten.
Ja, man kann dagegen arbeiten. Meine Möglichkeit war, dem OdB für immer aus dem Weg zu gehen. Das andere hat alles nicht geklappt.
Ich hab die schon erwähnte Liste mit schlechten Eigenschaften geschrieben, ich habe Leute getroffen ohne Ende, ich hab mich auf Gelegenheitssex eingelassen, ich bin nicht mehr an Orte gegangen, die ich mit dem OdB verband, ich bin gerade extra an Orte gegangen, die ich mit dem OdB verband, ich war auf einem Zufallsdate mit einem Mann, den ich nicht interessant fand, und, und, und.
Ich hatte ernsthaft als Plan B, den Studienort zu wechseln, falls es mit meinem Mann nicht geklappt hätte. :oops:
Du entscheidest, ob du einem Mann, die Möglichkeit gibst in dein Leben zu kommen.
Ja. Er muß dann aber auch wollen. Wenn er nicht will...seine Entscheidung, nicht meine.
Ich hab mich aus Angst immer dagegen gewehrt und kämpfe auch heute noch mit meinen Fluchtendenzen.
Ich drücke dir die Daumen, daß du dich selbst besiegst. :umarmung2:

Das Problem hatte ich selbst nie. Ich bin nie aus einer Beziehungsanbahnung geflohen, weil ich vor irgendwas Angst hatte.Bei mir gab's erst gar keine Beziehungsstarts.
Ja, Verliebtheit passiert schon, aber du entscheidest, ob du weiter gehst oder es weiter zulässt.
Siehst du, dann wars ja vergleichsweise einfach bei dir. Der Mann hatte Interesse an dir, du aber keins an ihm, was wäre gewesen, hättest du auch Interesse gehabt...?
Ja, wie gesagt, es gibt kein Gerneralrezept. Studienort zu wechseln wär schon krass gewesen, aber dennoch es wäre eine Handlung gewesen, gut, dass du das dann nicht machen musstest.
Natürlich beide müssen wollen, aber wenn mich ein Mann schlecht behandelt, entscheide auch ich ob und wie lange ich das mit mir machen lasse...
Ich will nicht mich selbst besiegen, nur meine Fluchtendenzen, aber danke! ;)
knallgraue Grüße von
Knallgrau :winken:

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Re: Ich bin seit fünf Jahren in meine Kollegin verliebt – und sie weiß es nicht

Beitrag von cama » Sonntag 29. Juli 2018, 16:04

BartS schrieb:
sich verlieben ist eine Entscheidung für eine Person. Diese Person schenkst Du Deine Gedanken und Energie. Jetzt könnte man sich darüber streiten, ob diese Entscheidung bewusst oder unbewusst stattfindet. Aber ich sage mal folgendes, das ist zweitrangig.
Die Entscheidung findet unbewusst statt. Um mich bewußt, absichtlich, in Männer zu verlieben, die mich ablehnen, hätte ich ja bewußt blöd sein müssen. :verwirrt:
Unbewußte Abläufe sind in meinen Augen keine Entscheidung.
Wenn Du jemanden im juristischen Sinne Schaden zufügst, wirst Du auch zur Rechenschaft gezogen, wenn es eine unbewusste Handlung ist.
Wenn ich mich verliebe, muß ich ja auch die Folgen ausbaden. Der Vergleich paßt, Absicht war aber immer noch nicht im Spiel.
Wenn Du in einer Beziehung bist und Deinem Freund Treue versprochen hast und dann fremdgehst, kannst Du auch nicht sagen, sorry, das war eine unbewusste Entscheidung.
Der Vergleich hinkt. Fremdgehen ist eine Handlung, das habe ich schon in der Hand, was ich da tue oder lasse. Es könnte mir aber sehr wohl passieren, daß ich mich trotz Beziehung in jemand anders verliebe. Ich sehe nicht, was dagegen sprechen würde.
Und wer sagt, man entscheide sich nicht dafür, in einer Beziehung zu sein, der gibt seine Verantwortung für sein Handeln an der Garderobe hat. Der hat auch keinerlei Selbstwirksamkeit und ist so willenlos wie ein Blatt im Wind. Ich habe manchmal den Eindruck, dass dieses Unbewusste gerne als Rechtfertigung für schlechte Entscheidungen genommen wird. Aber Dein Unbewusstes ist auch Teil Deiner Persönlichkeit und gehört untrennbar zu Dir. Arrangiere Dich mit ihm und lass Dich nicht von ihm beherrschen.
Das ist doch wieder was völlig anderes. Natürlich bin ich absichtlich in der Beziehung mit meinem Mann und habe dazu beigetragen, daß sie zustande kam und mich dafür entschieden. Mein Unbewusstes gehört natürlich zu mir dazu, aber nochmal: Ich steuere nicht, in wen ich mich verliebe oder wie lange Liebeskummer dauert.
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Re: Ich bin seit fünf Jahren in meine Kollegin verliebt – und sie weiß es nicht

Beitrag von cama » Sonntag 29. Juli 2018, 16:21

Knallgrau schrieb:
Ja, Verliebtheit passiert schon, aber du entscheidest, ob du weiter gehst oder es weiter zulässt.
Na jaaaaa...ich hab halt dann immer meine unbeholfenen ABinen-Annäherungsversuche gemacht und immer einen Korb bekommen. Bis ich's bei meinem Mann versucht habe, da kam und kam einfach kein Korb, trotz meiner Befürchtungen. Trotz beidseitiger extremer Unbeholfenheit. :lol:
Und wenn ich erstmal so weit war, was zu versuchen, war bei mir auf der Gefühlsebene schon alles viel zu spät. Verlieben ist bei mir so, wie wenn...was weiß ich, ich merke das sehr spät. Ich bemerke nicht, daß ich Interesse habe oder sowas. Mir fällt übergangslos auf, daß ich in Flammen stehe. Funkenflug merk ich nicht. Daß ich nah am Feuer stehe, keine Ahnung, hä? Ist vielleicht ein Problem mit der Introspektion, obwohl ich mir einbilde, ich könnte das abgesehen von Liebesdingen ganz gut.
was wäre gewesen, hättest du auch Interesse gehabt...?
Ich hätte es spät gemerkt, und dann: keine Ahnung. Vielleicht hätte ich es toll gefunden? Vielleicht hätte ich es mit der Angst gekriegt? Vielleicht wäre ich fremdgegangen...wobei, das ist schwer vorstellbar. Es gibt doch meinen Mann. :shylove:
Natürlich beide müssen wollen, aber wenn mich ein Mann schlecht behandelt, entscheide auch ich ob und wie lange ich das mit mir machen lasse...
Da hast du auch völlig recht. :good:
Schlecht behandelt hat mich aber nie ein OdB. Keine Beziehung mit mir wollen ist nicht das Gleiche wie ein mieser Charakter oder schwerwiegendes Fehlverhalten.
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Re: Ich bin seit fünf Jahren in meine Kollegin verliebt – und sie weiß es nicht

Beitrag von BartS » Sonntag 29. Juli 2018, 16:27

cama hat geschrieben:
Sonntag 29. Juli 2018, 16:04
Um mich bewußt, absichtlich, in Männer zu verlieben, die mich ablehnen, hätte ich ja bewußt blöd sein müssen. :verwirrt:
Weil ja für die blöden Entscheidungen das Unterbewusstsein zuständig ist. :mrgreen: Das ist genau das, was ich vorhin meinte. Wenn man eine ganz tolle Sache gemacht hat, dann heißt es, ich habe mich ganz bewusst dazu entschieden, habe meine Intelligenz genutzt, was Gutes zu machen. Wenn man Fehler macht, eine blöde Entscheidung trifft, dann heißt es sorry, das war ganz unbewusst passiert. :pfeif: Nein, wir müssen selbst die Konsequenzen für unser Handeln tragen, da ist es egal, ob sie bewussten oder unbewussten Ursprungs sind. Wenn uns jemand auf die Nase haut und sagt "Sorry, das war ein unbewusster Reflex", dann sagen wir auch nicht "achso, dann ist ja gut, kein Problem".
cama hat geschrieben:
Sonntag 29. Juli 2018, 16:04
Unbewußte Abläufe sind in meinen Augen keine Entscheidung.
Unbewusste Abläufe reifen aber dann zu Entscheidungen heran.
cama hat geschrieben:
Sonntag 29. Juli 2018, 16:04
Der Vergleich hinkt. Fremdgehen ist eine Handlung, das habe ich schon in der Hand, was ich da tue oder lasse.
Wieso schreibst Du dann vorher, dass es nicht unsere Entscheidung ist, ob wir in einer Beziehung sind oder nicht?
Enttäuschung, Trauer, Frust. Vor allem Trauer.
Wenn es hauptsächlich Trauer ist, dann zeigt die Erfahrung, dass man diese Trauer nach einiger Zeit verarbeitet hat und nicht mehr traumatisiert sind.
Wieso soll die Trauerphase denn eigentlich kurz sein? Das wäre natürlich praktischer für die Partnerfindung, weil man dann schneller wieder offen für was Neues wäre, aber so aus der Innenperspektive...was spricht gegen lange Trauer? Da fehlt doch ein wichtiger Mensch.
Ich finde, gegen eine lange Trauerphase spricht gar nichts wenn sie nicht auf Dauer unser Leben negativ beeinträchtigt. Es ist so wie mit den alltäglichen Ticks, die man hat. In der Psychologie weist man solchen Handlungen wie häufiges Händewaschen nur dann einen Krankheitswert zu, wenn wir nicht mehr im Alltag die Dinge auf die Reihe bekommen. Deine Postings zu dem Thema und die Aussagen beinhalten, dass Du schon den Studienort wechseln musstest oder den Arbeitsplatz. Vielleicht ist das jetzt ein großes Missverständnis, aber genau das hört sich nach einer erheblichen Beeinträchtigung Deines Lebens an. Und Du bist auch überhaupt nicht glücklich über die Situation.
Nein, loslassen können hätte ich sogar super gefunden. Schön war da nichts.
Hört sich auch nach einer negativen Folge an.
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Re: Ich bin seit fünf Jahren in meine Kollegin verliebt – und sie weiß es nicht

Beitrag von Knallgrau » Sonntag 29. Juli 2018, 16:35

cama hat geschrieben:
Sonntag 29. Juli 2018, 16:21
Knallgrau schrieb:
Ja, Verliebtheit passiert schon, aber du entscheidest, ob du weiter gehst oder es weiter zulässt.
Na jaaaaa...ich hab halt dann immer meine unbeholfenen ABinen-Annäherungsversuche gemacht und immer einen Korb bekommen. Bis ich's bei meinem Mann versucht habe, da kam und kam einfach kein Korb, trotz meiner Befürchtungen. Trotz beidseitiger extremer Unbeholfenheit. :lol:
Und wenn ich erstmal so weit war, was zu versuchen, war bei mir auf der Gefühlsebene schon alles viel zu spät. Verlieben ist bei mir so, wie wenn...was weiß ich, ich merke das sehr spät. Ich bemerke nicht, daß ich Interesse habe oder sowas. Mir fällt übergangslos auf, daß ich in Flammen stehe. Funkenflug merk ich nicht. Daß ich nah am Feuer stehe, keine Ahnung, hä? Ist vielleicht ein Problem mit der Introspektion, obwohl ich mir einbilde, ich könnte das abgesehen von Liebesdingen ganz gut.
Ich merke mein Interesse auch spät bzw. eigentlich eher die Verliebtheit und wenn ich verliebt bin und rosa Wölkchen und so (ist bei mir auch ein nahtloser Übergang) kann ich immer noch sagen: "Ach du heilige Scheisse, den Kerl mag ich und nun?" Bei meinem Arbeitskollegen hätt ich sagen müssen "und nun gilt es zu klären, wieviel noch mit seiner Ex läuft" Aber zu dem damaligen Zeitpunkt wollte ich es nicht hören, weil ich wusste, was die Konsequenz gewesen wäre und die war ich nicht bereit zu ziehen...
was wäre gewesen, hättest du auch Interesse gehabt...?
Ich hätte es spät gemerkt, und dann: keine Ahnung. Vielleicht hätte ich es toll gefunden? Vielleicht hätte ich es mit der Angst gekriegt? Vielleicht wäre ich fremdgegangen...wobei, das ist schwer vorstellbar. Es gibt doch meinen Mann. :shylove:
Siehst du: Bewusste Entscheidungen. ;)
Natürlich beide müssen wollen, aber wenn mich ein Mann schlecht behandelt, entscheide auch ich ob und wie lange ich das mit mir machen lasse...
Da hast du auch völlig recht. :good:
Schlecht behandelt hat mich aber nie ein OdB. Keine Beziehung mit mir wollen ist nicht das Gleiche wie ein mieser Charakter oder schwerwiegendes Fehlverhalten.
Schlecht behandelt ist viell. falsch ausgedrückt, sein Verhalten war nicht wertschätzend bzw. ehrlich...
knallgraue Grüße von
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Re: Ich bin seit fünf Jahren in meine Kollegin verliebt – und sie weiß es nicht

Beitrag von cama » Sonntag 29. Juli 2018, 17:40

BartS schrieb:
Weil ja für die blöden Entscheidungen das Unterbewusstsein zuständig ist. :mrgreen: Das ist genau das, was ich vorhin meinte. Wenn man eine ganz tolle Sache gemacht hat, dann heißt es, ich habe mich ganz bewusst dazu entschieden, habe meine Intelligenz genutzt, was Gutes zu machen. Wenn man Fehler macht, eine blöde Entscheidung trifft, dann heißt es sorry, das war ganz unbewusst passiert. :pfeif: Nein, wir müssen selbst die Konsequenzen für unser Handeln tragen, da ist es egal, ob sie bewussten oder unbewussten Ursprungs sind. Wenn uns jemand auf die Nase haut und sagt "Sorry, das war ein unbewusster Reflex", dann sagen wir auch nicht "achso, dann ist ja gut, kein Problem".
Nö. Meinen Mann habe ich ja ganz genauso unbewußt 'ausgesucht'. Nix mit Intelligenz. Zufall. Genauso wie es Zufall gewesen wäre, wenn er mich auch nicht gewollt hätte, so, wie seine OdB-Vorgänger.
Nein, wir müssen selbst die Konsequenzen für unser Handeln tragen, da ist es egal, ob sie bewussten oder unbewussten Ursprungs sind.

Ja, stimmt, wir müssen alles ausbaden. Trotzdem passiert verlieben unbewusst.
Wenn uns jemand auf die Nase haut und sagt "Sorry, das war ein unbewusster Reflex", dann sagen wir auch nicht "achso, dann ist ja gut, kein Problem
Mein Sohn hat mir als er noch klein war, mal einen ganz üblen Schwinger verpasst, mit Bauklotz im Händchen. Das war ein unbewusster Reflex, und das ist was ganz anderes als Absicht, auch und vor allem für mich, als Empfängerin der 'Nachricht'. Das siehst du doch auch so, oder?
Unbewusste Abläufe reifen aber dann zu Entscheidungen heran.

Ja. Entscheidungen und unbewusste Abläufe sind trotzdem nicht das Gleiche. Wie ich oben schon schrieb: Taten habe ich in der Hand, Gefühle nicht.
Wieso schreibst Du dann vorher, dass es nicht unsere Entscheidung ist, ob wir in einer Beziehung sind oder nicht?
Weil es nicht meine Entscheidung ist, deswegen. Wenn ich versuche, ein OdB von mir zu überzeugen, er findet mich aber nicht toll, dann ist das nicht meine Entscheidung.
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'Nach einiger Zeit' kann sich ziehen, glaub mir.
Ich finde, gegen eine lange Trauerphase spricht gar nichts wenn sie nicht auf Dauer unser Leben negativ beeinträchtigt. Es ist so wie mit den alltäglichen Ticks, die man hat. In der Psychologie weist man solchen Handlungen wie häufiges Händewaschen nur dann einen Krankheitswert zu, wenn wir nicht mehr im Alltag die Dinge auf die Reihe bekommen. Deine Postings zu dem Thema und die Aussagen beinhalten, dass Du schon den Studienort wechseln musstest oder den Arbeitsplatz. Vielleicht ist das jetzt ein großes Missverständnis, aber genau das hört sich nach einer erheblichen Beeinträchtigung Deines Lebens an. Und Du bist auch überhaupt nicht glücklich über die Situation.
Studienort tatsächlich gewechselt hab ich nicht, das war nur Plan B für den Fall der Fälle. Einen Freundeskreis hab ich mal verlassen, das ja. Und klar, ich war damals unglücklich und es hat mein Leben beeinträchtigt.

...das zieht sich schon so lang. Ich bin 42, Selbstbewußtsein ist so lala, ich hab keine Lust...

....auf...?
Ich hab keine Lust, an meinem Selbstbewußtsein zu arbeiten. Es ging auch ohne bisher, und ich kenne keine konkreten Methoden, wie das Selbstbewußtsein zu verbessern wäre. Leb ich halt mit ganz wenig davon, das geht auch.
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Re: Ich bin seit fünf Jahren in meine Kollegin verliebt – und sie weiß es nicht

Beitrag von cama » Sonntag 29. Juli 2018, 17:44

Knallgrau schrieb:
Siehst du: Bewusste Entscheidungen. ;)
...jaaa, das sind bewusste Entscheidungen. Aber wenn die anstehen, diese bewussten Entscheidungen, dann bin ich doch schon verliebt. Weil: Verlieben ist keine bewusste Entscheidung. ;)

Bei meinem Arbeitskollegen hätt ich sagen müssen "und nun gilt es zu klären, wieviel noch mit seiner Ex läuft" Aber zu dem damaligen Zeitpunkt wollte ich es nicht hören, weil ich wusste, was die Konsequenz gewesen wäre und die war ich nicht bereit zu ziehen...
Da hast du dich vor einer Entscheidung gedrückt. Verliebt warst du da aber schon, oder verstehe ich das falsch?
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Re: Ich bin seit fünf Jahren in meine Kollegin verliebt – und sie weiß es nicht

Beitrag von cama » Sonntag 29. Juli 2018, 17:53

Brax schrieb:
Mich wundert manchmal, wie sich hier über OdBs geäußert wird. Das bezieht sich jetzt nicht auf dich, Avifer, aber du hast mir gerade den Aufhänger dazu gegeben. Ich hab hier schon öfters gelesen, dass man nicht nachvollziehen könne, warum jemand ein OdB "auswählen" würde oder warum man ihm immer noch hinterhertrauert, wenn man bereits einen Korb bekommen hat. Ich schätze mal, die, die das nicht nachvollziehen können, haben das selbst noch nie erlebt. Das läuft ja nicht rational. Man wählt ein OdB nicht bewusst aus, sondern verliebt sich halt in jemanden. Und kommt über die Person hinweg oder leider auch nicht. Ich sehe auch keinen Sinn darin, bei einem OdB, das einen nicht will, zu bleiben. Und tue es trotzdem. Gefühle kann man halt nicht einfach abschalten.
Genau so. Ganz genau so.
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Re: Ich bin seit fünf Jahren in meine Kollegin verliebt – und sie weiß es nicht

Beitrag von Knallgrau » Sonntag 29. Juli 2018, 17:55

cama hat geschrieben:
Sonntag 29. Juli 2018, 17:44
Knallgrau schrieb:
Siehst du: Bewusste Entscheidungen. ;)
...jaaa, das sind bewusste Entscheidungen. Aber wenn die anstehen, diese bewussten Entscheidungen, dann bin ich doch schon verliebt. Weil: Verlieben ist keine bewusste Entscheidung. ;)
Ok ich geb mich geschlagen, sonst wirds ne Ja-Nein-Ja-Nein-Diskussion. :mrgreen: Ich sehs halt anders. Sonst hätte ich mit 17 versuchen müssen einer Freundin ihren Freund auszuspannen. Ich hab mich bewusst dagegen entschieden, obwohl ich ihn extrem gut fand...

Bei meinem Arbeitskollegen hätt ich sagen müssen "und nun gilt es zu klären, wieviel noch mit seiner Ex läuft" Aber zu dem damaligen Zeitpunkt wollte ich es nicht hören, weil ich wusste, was die Konsequenz gewesen wäre und die war ich nicht bereit zu ziehen...
Da hast du dich vor einer Entscheidung gedrückt. Verliebt warst du da aber schon, oder verstehe ich das falsch?
Ja, ich war sicher schon etwas verliebt, wir hatten uns ja des öfteren getroffen usw. Deshalb wollt ichs vermutlich auch nicht wissen. Konsequenterweise hätte ich aber nachfragen müssen und wär dann sowas gekommen wie k.A. "Ja, wir sehen uns jedes WE und schlafen dann miteinander" hätt ich die Reißleine gezogen. Hätte mir die gemeinsame Nacht erspart, hätte sicher auch gelitten, aber vielleicht nicht so extrem...aber ja hätte hätte Fahrradkette
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Re: Ich bin seit fünf Jahren in meine Kollegin verliebt – und sie weiß es nicht

Beitrag von Tania » Sonntag 29. Juli 2018, 18:11

cama, zu den meisten Dingen hat Knallgrau ja schon netterweise etwas geschrieben. Eine Stellungnahme noch
cama hat geschrieben:
Sonntag 29. Juli 2018, 13:54
ich hab es wochenlang nicht geschafft, etwas zu finden, was das Bild meines strahlenden Ritters trüben könnte
:verwirrt: Wochenlang? Du meine Güte, das muß ja schlimm gewesen sein!
Ja, war es. Danke für Dein freundliches Mitgefühl.

Wenn Du mal Zeit hast ... vielleicht lohnt es, mal über das spontane Bedürfnis nachzudenken, meine Situation klein zu reden. Braucht irgendwas in Dir die Gewissheit, mehr gelitten zu haben? Ich bin jetzt echt keine Psychoexpertin - aber manchmal ist der Schmerz das Einzige, das man wirklich noch deutlich fühlen kann. Quasi das, wobei man am besten fühlt, dass man lebt. Auch das kann ein Grund sein, warum man so lange an ihm festhält. Wie jemand, der sich ritzt, um überhaupt etwas zu spüren.

Glaubt bloß nicht alles, was ich schreibe. Würde ich wirklich wissen, wie Beziehungen funktionieren, hätte ich kaum dieses Forum entdeckt ;)

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BartS
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Re: Ich bin seit fünf Jahren in meine Kollegin verliebt – und sie weiß es nicht

Beitrag von BartS » Sonntag 29. Juli 2018, 18:15

@cama, das was Du hier als unbewusste Auswahl bezeichnest, so wie bei der Partnerwahl Deines Ehemannes, ist letztlich auch ein Ausdruck Deiner Persönlichkeit. Es spiegelt Deine Eigenschaften, Vorlieben, Wünsche, Bedürfnisse, frühere Erfahrungen wieder. Nur das Du keinen bewussten Zugriff auf diesen Auswahlprozess zu haben glaubst. Es ist glaube ich eher eine Übungssache, sich diese "unbewussten" Prozesse mehr bewusst zu machen und sie entsprechend gewollt zu steuern.
Mein Sohn hat mir als er noch klein war, mal einen ganz üblen Schwinger verpasst, mit Bauklotz im Händchen. Das war ein unbewusster Reflex, und das ist was ganz anderes als Absicht, auch und vor allem für mich, als Empfängerin der 'Nachricht'. Das siehst du doch auch so, oder?
Für Kleinkinder ist es schwierig, eine gute Hand-Augen-Koordination hinzubekommen. Von solchen Unfällen und Missgeschicken rede ich jetzt nicht. Gemeint war eher was in Richtung gezielter Faustschlag, den man aber als unbewussten Akt hinstellen will.
Wieso schreibst Du dann vorher, dass es nicht unsere Entscheidung ist, ob wir in einer Beziehung sind oder nicht?
Weil es nicht meine Entscheidung ist, deswegen. Wenn ich versuche, ein OdB von mir zu überzeugen, er findet mich aber nicht toll, dann ist das nicht meine Entscheidung.
Sorry, ich verstehe immer noch nicht, warum Du geschrieben hast, dass es nicht unsere Entscheidung ist, ob Du in einer Beziehung bist oder nicht. Wer hat denn sonst die Entscheidung darüber getroffen, dass zwei Menschen eine Beziehung eingehen?
Studienort tatsächlich gewechselt hab ich nicht, das war nur Plan B für den Fall der Fälle. Einen Freundeskreis hab ich mal verlassen, das ja. Und klar, ich war damals unglücklich und es hat mein Leben beeinträchtigt.
Seinen Freundeskreis zu verlassen, ist ein ziemlich einschneidendes Erlebnis. Ich würde das keinem Menschen wünschen, sowas durchzumachen. Ich finde, man sollte wegen Liebeskummer nicht diese Leiden erfahren und das kann auch nicht gesund sein.
Ich hab keine Lust, an meinem Selbstbewußtsein zu arbeiten.
Gut (ohne Ironie). Dann macht es auch keinen Sinn, sich weiter mit dem Thema zu beschäftigen und Fragen danach zu stellen.
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Re: Ich bin seit fünf Jahren in meine Kollegin verliebt – und sie weiß es nicht

Beitrag von Schneeleopard » Sonntag 29. Juli 2018, 18:45

cama hat geschrieben:
Sonntag 29. Juli 2018, 16:04
sich verlieben ist eine Entscheidung für eine Person.
Die Entscheidung findet unbewusst statt. Um mich bewußt, absichtlich, in Männer
zu verlieben, die mich ablehnen, hätte ich ja bewußt blöd sein müssen. :verwirrt:
Unbewußte Abläufe sind in meinen Augen keine Entscheidung.
Dazu mal eine Metapher, die ich in so einer Situation sehr hilfreich und treffend finde:

Abends am Lagerfeuer erzählte ein alter Indianer seinem Enkelsohn von einem Kampf, der in seinem Inneren tobt.
Er sagte: „Mein Sohn, dieser Kampf wird von zwei Wölfen ausgefochten.“
Der eine Wolf ist böse: Er ist der HASS, der Zorn, der Neid, die Eifersucht, die Sorgen, der Schmerz, die Gier, die Arroganz,
das Selbstmitleid, die Schuld, die Vorurteile, die Minderwertigkeitsgefühle, die Lügen, der falsche Stolz und das Ego.
Der andere Wolf ist gut: Er ist die LIEBE, die Freude, der Friede, die Hoffnung, die Heiterkeit, die Demut, die Güte, das
Wohlwollen, die Zuneigung, die Großzügigkeit, die Aufrichtigkeit, das Mitgefühl und der Glaube.
Sein Enkel dachte einige Zeit über die Worte nach und fragte dann: “Und welcher der beiden Wölfe gewinnt den Kampf?”
Der alte Cherokee antwortete lächelnd: „Der den du fütterst!“
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Re: Ich bin seit fünf Jahren in meine Kollegin verliebt – und sie weiß es nicht

Beitrag von cama » Sonntag 29. Juli 2018, 18:47

Knallgrau schrieb:
Ok ich geb mich geschlagen, sonst wirds ne Ja-Nein-Ja-Nein-Diskussion. :mrgreen: Ich sehs halt anders. Sonst hätte ich mit 17 versuchen müssen einer Freundin ihren Freund auszuspannen. Ich hab mich bewusst dagegen entschieden, obwohl ich ihn extrem gut fand...
Ähm...ja, sag ich doch hier dauernd. Du hast bewusst entschieden, nicht den Versuch zu machen, ihn ihr auszuspannen. Obwohl du ihn extrem gut fandest. Schon vor irgendwelchen Entscheidungen fandest du ihn gut, einfach so...

Tania:

Tut mir leid, daß ich dich ärgere. :sadwoman:

Tania schrieb:
cama, zu den meisten Dingen hat Knallgrau ja schon netterweise etwas geschrieben. Eine Stellungnahme noch

cama hat geschrieben: ↑
Sonntag 29. Juli 2018, 12:54

ich hab es wochenlang nicht geschafft, etwas zu finden, was das Bild meines strahlenden Ritters trüben könnte

:verwirrt: Wochenlang? Du meine Güte, das muß ja schlimm gewesen sein!

Ja, war es. Danke für Dein freundliches Mitgefühl.

Wenn Du mal Zeit hast ... vielleicht lohnt es, mal über das spontane Bedürfnis nachzudenken, meine Situation klein zu reden. Braucht irgendwas in Dir die Gewissheit, mehr gelitten zu haben? Ich bin jetzt echt keine Psychoexpertin - aber manchmal ist der Schmerz das Einzige, das man wirklich noch deutlich fühlen kann. Quasi das, wobei man am besten fühlt, dass man lebt. Auch das kann ein Grund sein, warum man so lange an ihm festhält. Wie jemand, der sich ritzt, um überhaupt etwas zu spüren.
Du hast mein Zitat gekürzt, ich hab mich direkt nach der Stelle mit dem 'schlimm gewesen' für meinen Sarkasmus entschuldigt.

Ich bin sicher, deine Situation war schwer. Es liegt mir fern, sie kleinzureden.
Was für einen Knall ich nun auch hatte, als ich zwanzig war: Er ist vermutlich nicht verschwunden, zumindest nicht ganz. Darum bin ich im AB-Forum.

Die ernsthafte Überzeugung, man würde entscheiden, in wen man sich verliebt oder wie lang man jemand nachtrauert, ist mir unvorstellbar. Es gibt Menschen, die behaupten, das ginge, aber ich kann's nicht nachvollziehen.
Deswegen gehe ich in diesem Thread so ab.

Entschuldige bitte nochmal, ich möchte dich nicht angreifen und bin für deine Beiträge dankbar.

Zum Thema: Manchmal ist Schmerz das einzige, was man noch deutlich spüren kann, und deswegen hält man vielleicht so lange daran fest.
Hm. Dann wäre ich jahrelang unglücklich verliebt gewesen, weil ich...nichts anderes spüren konnte? Das ist ein interessanter Gedanke, ich finde ihn im Moment sperrig.
Vielleicht, ähhhhmmm...ich wäre sozusagen im Nichts verschwunden, wenn ich nicht traurig gewesen wäre?
Ok, fremdartige Vorstellung. Mal abwarten, ob da noch was dazu kommt bei mir.
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Re: Ich bin seit fünf Jahren in meine Kollegin verliebt – und sie weiß es nicht

Beitrag von cama » Sonntag 29. Juli 2018, 19:03

BartS schrieb:
@cama, das was Du hier als unbewusste Auswahl bezeichnest, so wie bei der Partnerwahl Deines Ehemannes, ist letztlich auch ein Ausdruck Deiner Persönlichkeit. Es spiegelt Deine Eigenschaften, Vorlieben, Wünsche, Bedürfnisse, frühere Erfahrungen wieder. Nur das Du keinen bewussten Zugriff auf diesen Auswahlprozess zu haben glaubst. Es ist glaube ich eher eine Übungssache, sich diese "unbewussten" Prozesse mehr bewusst zu machen und sie entsprechend gewollt zu steuern.
Das mit dem Ausdruck meiner Persönlichkeit glaube ich sofort. Tatsächlich erfahre ich das so, daß ich da keinen bewußten Zugriff habe. Möglich, daß es Übungssache wäre, sich das mehr bewußt zu machen, aber bei einer ABine beißt sich da die Katze in den Schwanz. Ich bekam keine Übung, weil ich mich ungünstig verliebt habe, weswegen ich dann keine Übung bekam...trotzdem hat's dann irgendwann funktioniert, weil ich genug Glück hatte.
Von solchen Unfällen und Missgeschicken rede ich jetzt nicht. Gemeint war eher was in Richtung gezielter Faustschlag, den man aber als unbewussten Akt hinstellen will.
Verlieben ist für mich tatsächlich immer eine Art Mißgeschick gewesen. Ich verliebe mich nicht gezielt. Auch hier: Vielleicht ist es wie die Hand-Auge-Koordination beim Kleinkind. Wenn man das Kleinkind fragen könnte, wie das mit dem Faustschlag war, würde es vielleicht sagen: 'Oh, sorry, keine Ahnung, wie das passiert ist...'
Ich versuche nicht, meine Verliebtheiten als unbewußte Akte darzustellen, sondern es sind unbewußte Akte.
Sorry, ich verstehe immer noch nicht, warum Du geschrieben hast, dass es nicht unsere Entscheidung ist, ob Du in einer Beziehung bist oder nicht. Wer hat denn sonst die Entscheidung darüber getroffen, dass zwei Menschen eine Beziehung eingehen?
Na, zwei Menschen treffen die Entscheidung. Da müssen dann beide das gleiche wollen, sonst wird keine Beziehung draus. Ist das so unverständlich?
'Hey, OdB, hast du am Samstag schon was vor? Ich will ins Kino, kommst du mit?'-'...nein, ich hab schon was vor. Du hör mal, ich habe das Gefühl, du...willst was von mir. Das...wird nichts...ich...'
Und so weiter. Einer will, der andere nicht. Der, der will, kann nicht bewirken, daß der andere sich umentscheidet. Wenn all die ABs und ABinen hier einfach nur entscheiden müßten, daß sie jetzt eine Beziehung haben, und dann hätten sie eine, könnten wir das Forum dichtmachen. ;)

cama schrieb:Ich hab keine Lust, an meinem Selbstbewußtsein zu arbeiten.

Gut (ohne Ironie). Dann macht es auch keinen Sinn, sich weiter mit dem Thema zu beschäftigen und Fragen danach zu stellen.
Wir kamen ja auch nur über Umwege darauf. Es geht ja eigentlich um einen Ausgangsbeitrag, in dem jemand fünf Jahre lang das gleiche OdB hat. Ich verstehe, wie sowas passieren kann.
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Re: Ich bin seit fünf Jahren in meine Kollegin verliebt – und sie weiß es nicht

Beitrag von Knallgrau » Sonntag 29. Juli 2018, 19:09

cama hat geschrieben:
Sonntag 29. Juli 2018, 18:47
Knallgrau schrieb:
Ok ich geb mich geschlagen, sonst wirds ne Ja-Nein-Ja-Nein-Diskussion. :mrgreen: Ich sehs halt anders. Sonst hätte ich mit 17 versuchen müssen einer Freundin ihren Freund auszuspannen. Ich hab mich bewusst dagegen entschieden, obwohl ich ihn extrem gut fand...
Ähm...ja, sag ich doch hier dauernd. Du hast bewusst entschieden, nicht den Versuch zu machen, ihn ihr auszuspannen. Obwohl du ihn extrem gut fandest. Schon vor irgendwelchen Entscheidungen fandest du ihn gut, einfach so...
Naja aber zuerst doch nur freundschaftlich. Es war nicht "BÄM, den und keinen anderen!" Es kam durchaus die Stimme hoch "Oje es ist dein Arbeitskollege, so jung, frisch getrennt, wenn du so weiter machst, verliebst du dich noch." Ich hätte den Kontakt damals noch unterbinden können. Ich habe sehr gehadert. Er war mir sympatisch und wir konnten gut reden und ich merkte genau, wenn ich den Kontakt nicht zurückschraube, dann verlieb ich mich und will mehr als reden und ihn sympatisch finden. ;)
knallgraue Grüße von
Knallgrau :winken:

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Re: Ich bin seit fünf Jahren in meine Kollegin verliebt – und sie weiß es nicht

Beitrag von cama » Sonntag 29. Juli 2018, 19:13

Knallgrau schrieb:
Naja aber zuerst doch nur freundschaftlich. Es war nicht "BÄM, den und keinen anderen!" Es kam durchaus die Stimme hoch "Oje es ist dein Arbeitskollege, so jung, frisch getrennt, wenn du so weiter machst, verliebst du dich noch." Ich hätte den Kontakt damals noch unterbinden können.
Ich meinte zwar den Freund deiner Freundin, als du 17 warst, aber das Prinzip ist ja gleich: Das hieße ja, du merkst es vorher, wenn du dich verliebst?
Das habe ich nie gelernt zu bemerken. Bei mir war es tatsächlich immer: 'Bäm, verliebt'.
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