"Warum Leiden schöner ist als Veränderung... "

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Morkel

"Warum Leiden schöner ist als Veränderung... "

Beitrag von Morkel » Dienstag 8. Januar 2019, 22:55

Oh Mist. Deckt sich leider absolut mit meiner eigenen Geschichte und Erfahrungen... und ist sicher auch für viele hier ein immer wiederkehrendes Thema.

Hinweis: Der Text ist recht direkt. Also lesen wie immer auf eigene Gefahr :)

https://www.adios-angst.de/warum-leiden ... aenderung/

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Re: "Warum Leiden schöner ist als Veränderung... "

Beitrag von Ferienhaus » Mittwoch 9. Januar 2019, 01:14

Ich würde gerne mehr aktivere Lebensschritte einleiten. Mit schwerer Depression ohne bisher richtiges Medikament ist das jedoch noch nicht möglich (ich kann momentan nichmal das Haus verlassen). Ich arbeite am richtigen Medikament. Ich hoffe, DAS wird mir hier nicht als "Gerne Leiden, weil Leben nicht selbst in die Hand genommen werden soll" ausgelegt wird.

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Lilia
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Re: "Warum Leiden schöner ist als Veränderung... "

Beitrag von Lilia » Mittwoch 9. Januar 2019, 07:13

Ich glaube, dass in dem Text sehr viel Wahres drinsteht. Auch bezüglich dessen, warum es immer wieder zwischen ABs einerseits und Ex-ABs und Non-ABs andererseits Konflikte hier im Forum gibt.
Manchmal kommt es mir so vor, als wären wir hier beim Bungee Jumping. Die, die schon gesprungen sind, sind begeistert und überaus motiviert, den anderen den Sprung schmackhaft zu machen. Springen kann aber nur jeder für sich. Mag sein, dass der ein oder andere davon profitieren kann, sich die Erfahrungen der anderen anzuhören. Dann ist er aber schon innerlich davon überzeugt, auch springen zu können. Für die, die noch mit ihren Ängsten kämpfen, ist das Reden darüber, welch tolles Erlebnis der Sprung war, wahrscheinlich eher störend, weil sie noch an anderen Baustellen, z.B. die Bewältigung ihrer Ängste, zu arbeiten haben und sich unverstanden fühlen.

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Re: "Warum Leiden schöner ist als Veränderung... "

Beitrag von Kief » Mittwoch 9. Januar 2019, 16:41

Lilia hat geschrieben:
Mittwoch 9. Januar 2019, 07:13
[ ... ] Auch bezüglich dessen, warum es immer wieder zwischen ABs einerseits und Ex-ABs und Non-ABs andererseits Konflikte hier im Forum gibt. [ ... ], ist das Reden darüber, welch tolles Erlebnis der Sprung war, wahrscheinlich eher störend, [ ... ] und sich unverstanden fühlen.
Das mit dem bequem gemacht, da bin ich mit dem Verallgemeinern vorsichtig.
Dem weiteren Konfliktmechanismus stimme ich komplett zu, ich formuliere das gerne mit "triggern".


K
Deeskalation, ohne danach die Probleme anpacken zu wollen,
das ist wie Ablenkung, oder Hinhalte-Taktik/Aussitzen wollen:
als Gespraechsverweigerung die getarnteste Form von Eskalation.

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Re: "Warum Leiden schöner ist als Veränderung... "

Beitrag von Lilia » Mittwoch 9. Januar 2019, 21:03

Kief hat geschrieben:
Mittwoch 9. Januar 2019, 16:41
Lilia hat geschrieben:
Mittwoch 9. Januar 2019, 07:13
[ ... ] Auch bezüglich dessen, warum es immer wieder zwischen ABs einerseits und Ex-ABs und Non-ABs andererseits Konflikte hier im Forum gibt. [ ... ], ist das Reden darüber, welch tolles Erlebnis der Sprung war, wahrscheinlich eher störend, [ ... ] und sich unverstanden fühlen.
Das mit dem bequem gemacht, da bin ich mit dem Verallgemeinern vorsichtig.
Dem weiteren Konfliktmechanismus stimme ich komplett zu, ich formuliere das gerne mit "triggern".


K
Da stimme ich dir zu, das "bequem gemacht" ist viel zu abwertend und respektiert nicht, dass es Veränderungen im Leben gibt, die für den einen leicht zu bewältigen sind und für andere ein Riesenhindernis darstellen, gleich ob dies das Erlernen einer neuen Sprache, ein Arbeitsplatzwechsel oder Sonstiges ist.

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Re: "Warum Leiden schöner ist als Veränderung... "

Beitrag von asymetric » Donnerstag 10. Januar 2019, 00:13

@Morkel

DANKE für den Link.
...Mein Leben wäre eigentlich super, wenn in meinem Kopf nicht so komische Sachen herumspuken würden und mein Körper endlich mal das machen würde, was ich von ihm will....
Ja, das kommt mir bekannt vor - auch jetzt noch...

Ich wünschte ich hätte vieles eher gefunden. Solche Gedanken wie diesen.

-------------------------------
Lilia hat geschrieben:
Mittwoch 9. Januar 2019, 07:13
Ich glaube, dass in dem Text sehr viel Wahres drinsteht. Auch bezüglich dessen, warum es immer wieder zwischen ABs einerseits und Ex-ABs und Non-ABs andererseits Konflikte hier im Forum gibt.
Manchmal kommt es mir so vor, als wären wir hier beim Bungee Jumping. Die, die schon gesprungen sind, sind begeistert und überaus motiviert, den anderen den Sprung schmackhaft zu machen. Springen kann aber nur jeder für sich. Mag sein, dass der ein oder andere davon profitieren kann, sich die Erfahrungen der anderen anzuhören. Dann ist er aber schon innerlich davon überzeugt, auch springen zu können. Für die, die noch mit ihren Ängsten kämpfen, ist das Reden darüber, welch tolles Erlebnis der Sprung war, wahrscheinlich eher störend, weil sie noch an anderen Baustellen, z.B. die Bewältigung ihrer Ängste, zu arbeiten haben und sich unverstanden fühlen.
+1
gute Beschreibung
Zuletzt geändert von asymetric am Donnerstag 10. Januar 2019, 00:46, insgesamt 1-mal geändert.
Liebe wird aus Mut gemacht.

Morkel

Re: "Warum Leiden schöner ist als Veränderung... "

Beitrag von Morkel » Donnerstag 10. Januar 2019, 00:42

Vielleicht sollte man das "sich bequem machen" ja auch weniger als persönliche Abwertung oder Vorwurf sehen, sondern eher als recht direkte aber durchaus zutreffende Analyse unserer zutiefst menschlichen Gewohnheit, immer wieder unseren vertrauten Denk- und Verhaltensmustern den Vorzug zu geben, statt den Sprung ins Ungewisse zu riskieren, auch wenn diese Muster uns noch so viel Leid bescheren und uns nur im Kreis umherhetzen. Das betrifft nicht nur ABs und Dauergäste in der Psychiatrie, sondern eigentlich jeden.

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Re: "Warum Leiden schöner ist als Veränderung... "

Beitrag von NBUC » Donnerstag 10. Januar 2019, 01:29

Der Artikel macht es sich leicht und geht davon aus, dass die Betreffenden genau wissen müssten, wie sie es besser machen.
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Re: "Warum Leiden schöner ist als Veränderung... "

Beitrag von Simonetta » Donnerstag 10. Januar 2019, 12:18

Interessanter Artikel, danke fürs Verlinken. Ich arbeite mit psychisch Kranken, nachdem ich lange Zeit selbst betroffen war. Das was der Artikel beschreibt habe ich tatsächlich oft beobachtet. Auch wenn man das sicherlich nicht verallgemeinern kann und man jeden Fall individuell betrachten muss ist viel Wahres dran.

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Re: "Warum Leiden schöner ist als Veränderung... "

Beitrag von schmog » Donnerstag 10. Januar 2019, 12:55

Das ist heikel bei psychisch Kranken!

Meine schizophrene Kollegin hatte Psychosen, weil sie ihre Medis absetzte, und landete in der Folge (über Jahre) immer wieder in der Drehtür/Zwangspsychiatrie.
Eine Krankheitseinsicht hatte sie kaum.
So schreib dein Leben auf ein Stück Papier und warte bis die Zeit vergeht.

Morkel

Re: "Warum Leiden schöner ist als Veränderung... "

Beitrag von Morkel » Donnerstag 10. Januar 2019, 13:47

NBUC hat geschrieben:
Donnerstag 10. Januar 2019, 01:29
Der Artikel macht es sich leicht und geht davon aus, dass die Betreffenden genau wissen müssten, wie sie es besser machen.
Tut er das? Habe ich jedenfalls nirgendwo gelesen. Oder machst nicht viel eher du dir gerade etwas leicht, indem du irgendwas reininterpretierst, um dich von oben herab belehrt zu fühlen, und sich somit inhaltlich nicht näher damit auseinandersetzen zu müssen? Genau über solche Abwehrreflexe, wenn auch in deutlich verschärfter Form, handelt ja schließlich der Artikel. Also ist es nur mehr als logisch, dass er diese auch hier bei einigen triggern wird. Aber auch das steht in dem Artikel...

Volta
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Re: "Warum Leiden schöner ist als Veränderung... "

Beitrag von Volta » Donnerstag 10. Januar 2019, 14:30

Morkel hat geschrieben:
Donnerstag 10. Januar 2019, 13:47
NBUC hat geschrieben:
Donnerstag 10. Januar 2019, 01:29
Der Artikel macht es sich leicht und geht davon aus, dass die Betreffenden genau wissen müssten, wie sie es besser machen.
Tut er das? Habe ich jedenfalls nirgendwo gelesen.
Wie soll es denn sonst gemeint sein?

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Re: "Warum Leiden schöner ist als Veränderung... "

Beitrag von Mit müden Augen » Donnerstag 10. Januar 2019, 14:47

TL;DR. Kann mal jemand dieses Blabla in 2 klare Sätze fassen?

Sollte dabei herauskommen "Der Mensch leidet gerne" oder sowas: Nein. Aber es stimmt dass man oft Mühe hat sich zu neue Sachen zu trauen die das Leiden vielleicht reduzieren könnten, das ist die verdammte Angst vor Veränderung, "es könnte noch schlimmer werden" bzw vor Neuem.
Mein Leben ist die Hölle.
sei still und leide

Morkel

Re: "Warum Leiden schöner ist als Veränderung... "

Beitrag von Morkel » Donnerstag 10. Januar 2019, 16:32

Volta hat geschrieben:
Donnerstag 10. Januar 2019, 14:30
Morkel hat geschrieben:
Donnerstag 10. Januar 2019, 13:47
NBUC hat geschrieben:
Donnerstag 10. Januar 2019, 01:29
Der Artikel macht es sich leicht und geht davon aus, dass die Betreffenden genau wissen müssten, wie sie es besser machen.
Tut er das? Habe ich jedenfalls nirgendwo gelesen.
Wie soll es denn sonst gemeint sein?
Ganz im Gegenteil. Der Autor zeigt eher auf, wie sehr sich viele Betroffene mit der Zeit immer mehr mit ihrer Leidensgeschichte identifizieren. Umso weiter dieser Prozess voranschreitet, desto stärker werden alle anderen Möglichkeiten abgewehrt, sei es durch offene oder verdeckte Leugnung, Rationalisierung, Sabotage usw. Die Betroffenen wissen also immer weniger, wie es "besser geht".

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Re: "Warum Leiden schöner ist als Veränderung... "

Beitrag von NBUC » Donnerstag 10. Januar 2019, 17:12

Morkel hat geschrieben:
Donnerstag 10. Januar 2019, 13:47
NBUC hat geschrieben:
Donnerstag 10. Januar 2019, 01:29
Der Artikel macht es sich leicht und geht davon aus, dass die Betreffenden genau wissen müssten, wie sie es besser machen.
Tut er das? Habe ich jedenfalls nirgendwo gelesen. Oder machst nicht viel eher du dir gerade etwas leicht, indem du irgendwas reininterpretierst, um dich von oben herab belehrt zu fühlen, und sich somit inhaltlich nicht näher damit auseinandersetzen zu müssen? Genau über solche Abwehrreflexe, wenn auch in deutlich verschärfter Form, handelt ja schließlich der Artikel. Also ist es nur mehr als logisch, dass er diese auch hier bei einigen triggern wird. Aber auch das steht in dem Artikel...
Es wird eben nur auf das "wollen" ausgerichtet und dahinter bleibt es wieder leer. Ich würde sagen Leute wie diese Frau haben die so Beschriebenen zu einem guten Teil überhaupt erst auf dem Gewissen - und zwar basierend auf 2 Elementen:

- Veränderung braucht Perspektive, denn nicht jede Veränderung ist dann auch eine Verbesserung. Und es ist anzunehmen, dass die große Mehrzahl an Leuten sich erst dann formell nach Hilfe umsieht - sei es Foren oder auch psychologische Hilfe - wenn sie selbst nciht weiter kommen, also die von ihnen versuchten Änderungen nicht geholfen haben.

- Veränderung braucht Energie. Veränderungen brauchen aktives Agieren und oft auch bei guten Wegen erst einmal einen Weg bergan. Aber die Energie eines jeden ist begrenzt, doppelt, wenn es am Ende keine Auffrischung durch Erfolg gibt.

Rein mit Tschaka wie auch hier wieder kann man Leute ein paar mal in eine Veränderung jagen. Aber wenn das nicht mit fachlicher Beratung einhergeht, dann ist das nur leute dazu zu bringen einen emotionalen Kredit aufzunehmen, welcher sie in einen neuen Durchgang einer Lotterie schickt, zu der sie offenbar grundlegend schlechte Karten haben.
Und wie bei jedem Kredit muss eben irgendwann zurückgezahlt werden und wenn die Investition nicht aufgeht, steht man schlechter da als zuvor.

Es ist also nicht Leiden gegenüber Veränderung allgemein, sonder leiden gegenüber eines weiteren unqualifizierten Veränderungsaufrufs!
Wobei wer so etwas oft genug erlitten hat, ggf auch nicht mehr die Hoffnung und Energie hat sich dann noch einem qualifizierteren Versuch zu stellen - denn scheitern könne auch die noch.
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Re: "Warum Leiden schöner ist als Veränderung... "

Beitrag von schmog » Donnerstag 10. Januar 2019, 17:26

NBUC hat geschrieben:
Donnerstag 10. Januar 2019, 17:12
Es wird eben nur auf das "wollen" ausgerichtet und dahinter bleibt es wieder leer. Ich würde sagen Leute wie diese Frau haben die so Beschriebenen zu einem guten Teil überhaupt erst auf dem Gewissen - und zwar basierend auf 2 Elementen:

- Veränderung braucht Perspektive, denn nicht jede Veränderung ist dann auch eine Verbesserung.
Und es ist anzunehmen, dass die große Mehrzahl an Leuten sich erst dann formell nach Hilfe umsieht - sei es Foren oder auch psychologische Hilfe - wenn sie selbst nciht weiter kommen, also die von ihnen versuchten Änderungen nicht geholfen haben.

- Veränderung braucht Energie. Veränderungen brauchen aktives Agieren und oft auch bei guten Wegen erst einmal einen Weg bergan. Aber die Energie eines jeden ist begrenzt, doppelt, wenn es am Ende keine Auffrischung durch Erfolg gibt.
:daumen: Das ist so!
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Re: "Warum Leiden schöner ist als Veränderung... "

Beitrag von Hoppala » Freitag 11. Januar 2019, 05:50

NBUC hat geschrieben:
Donnerstag 10. Januar 2019, 17:12
Es wird eben nur auf das "wollen" ausgerichtet und dahinter bleibt es wieder leer. Ich würde sagen Leute wie diese Frau haben die so Beschriebenen zu einem guten Teil überhaupt erst auf dem Gewissen - und zwar basierend auf 2 Elementen:

- Veränderung braucht Perspektive, denn nicht jede Veränderung ist dann auch eine Verbesserung. Und es ist anzunehmen, dass die große Mehrzahl an Leuten sich erst dann formell nach Hilfe umsieht - sei es Foren oder auch psychologische Hilfe - wenn sie selbst nciht weiter kommen, also die von ihnen versuchten Änderungen nicht geholfen haben.

- Veränderung braucht Energie. Veränderungen brauchen aktives Agieren und oft auch bei guten Wegen erst einmal einen Weg bergan. Aber die Energie eines jeden ist begrenzt, doppelt, wenn es am Ende keine Auffrischung durch Erfolg gibt.

Rein mit Tschaka wie auch hier wieder kann man Leute ein paar mal in eine Veränderung jagen. Aber wenn das nicht mit fachlicher Beratung einhergeht, dann ist das nur leute dazu zu bringen einen emotionalen Kredit aufzunehmen, welcher sie in einen neuen Durchgang einer Lotterie schickt, zu der sie offenbar grundlegend schlechte Karten haben.
Und wie bei jedem Kredit muss eben irgendwann zurückgezahlt werden und wenn die Investition nicht aufgeht, steht man schlechter da als zuvor.

Es ist also nicht Leiden gegenüber Veränderung allgemein, sonder leiden gegenüber eines weiteren unqualifizierten Veränderungsaufrufs!
Wobei wer so etwas oft genug erlitten hat, ggf auch nicht mehr die Hoffnung und Energie hat sich dann noch einem qualifizierteren Versuch zu stellen - denn scheitern könne auch die noch.
Ich frage mich, welcher "nicht speziell an einem konkreten Einzelfall ausgerichtete" Beitrag sich dieser Kritik entziehen könnte, also "qualifiziert" wäre. Anders gesagt. Die Kritik ist so allgemein, dass gar keine Option für irgendwas "Qualifiziertes" bleibt, ganz egal was da steht.

Ob Veränderung = Verbesserung ist, ist nur im konkreten Einzelfall entscheidbar.
Diese Entscheidung findet im Nachhinein - nach der Veränderung - statt. Nicht vorher, wo du sie einforderst. Inwieweit eine "Perspektive" - also die Sicht in die Zukunft - eine Verbesserung zeigt, hängt zentral von der Bewertung des Bewertenden ab. Der Automobilist zum Beispiel wird Veränderungen, bei denen sich 100 nackte Jungfrauen mit Liebesschwüren um ihn bemühen, perspektivisch als aiuch im Nachhinein anders bewerten als Lonesome Coder. Das im Vorwege in eine nicht-100%-fallspezifische Betrachtung aufzunehmen, ist unmögich.

Dass Energie begrenzt ist, ist so richtig wie dass das Leben rein zeitlich begrenzt ist. Aus dem einen Grund kann man nun neuen Ideen skeptisch und vorsichtig begegnen; aus dem anderen Grund könnte man neue Ideen gegen "Leiden" gar nicht schnell genug ausprobieren wollen.

"Fachliche Beratung" muss sich ein jeder aktiv selbst suchen. Die kommt, außer in lebensbedrohlichen Fällen, hierzulande selten auf einen zu. Natürlich ist es immer besser, auf fachliche Beratung zurückgreifen zu können. Was aber genau ist "fachliche Beratung" bei der Frage "wie finde ich Beziehung" oder auch nur "wie verringere ich mein Leiden" - ist das nicht eine Frage des sehr konkreten Einzelfalls (und selbst dann oft kaum beantwortbar - bis man es ausprobiert hat)?

Es bleibt also die Frage: was wäre, so ganz konkret, ein "qualifizierter Veränderungsaufruf" (mal angenommen, hier wurde zu irgendwas "aufgerufen"), der nicht am zuvor exakt und abschließend unmissverständlich beschriebenen Einzelfall ansetzt?

Und dass Erfolg bei was auch immer nicht garantiert ist, und Veränderung auch Risiko bedeutet, ist auch keine Neuigkeit.

De Frage ist also: was bezweckt deine Kritik?
Willst du alle "nicht am Einzelfall orientierten" Beiträge genau dafür kritisieren?
Sollen nur noch am Einzelfall orientierte Beitrage geschrieben werden? (Das würde erfordern, dass die Einzelfälle hinriechend genau beschrieben sind, sowie im Grunde geänderte Forenregeln)
Sollen bessere allgemeine Beiträge geschrieben werden? Wenn ja; was soll da stehen, was nicht per se mit genau derselben, allgemeinen und wertenden Kritik aufgrund noch nicht eingetretener zukünftig möglicher (wahrscheinlicher oder unwahrscheinlicher) Erfahrungen gekontert werden kann?

Welchen Raum lässt deine Betrachtungsweise für Ideen, die nicht einen detalliert und abschließend individuell bschriebenen Einzelfall adressieren?
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Re: "Warum Leiden schöner ist als Veränderung... "

Beitrag von Milkman » Freitag 11. Januar 2019, 13:10

Morkel hat geschrieben:
Dienstag 8. Januar 2019, 22:55
Hinweis: Der Text ist recht direkt. Also lesen wie immer auf eigene Gefahr :)
Finde ich zur Abwechslung nicht. Er ist konstruktiv und überhaupt nicht so gehässig und voller Verachtung wie manch anderer Text, geschrieben von Menschen, die meinen, die alleinseligmachende Erkenntnis gewonnen zu haben.

Aber ach, es ist eh alles umsonst:
Lass uns 2016 zu dem Jahr machen, in dem wir uns gegenseitig noch mehr zu unbequemen Schritten motivieren!
2016 wäre also das Jahr gewesen, in dem ich mich hätte verändern können! Jetzt bleibt alles auf ewig so, wie es ist! :crybaby:
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Re: "Warum Leiden schöner ist als Veränderung... "

Beitrag von Volta » Freitag 11. Januar 2019, 13:30

Morkel hat geschrieben:
Donnerstag 10. Januar 2019, 16:32
Volta hat geschrieben:
Donnerstag 10. Januar 2019, 14:30
Morkel hat geschrieben:
Donnerstag 10. Januar 2019, 13:47

Tut er das? Habe ich jedenfalls nirgendwo gelesen.
Wie soll es denn sonst gemeint sein?
Ganz im Gegenteil. Der Autor zeigt eher auf, wie sehr sich viele Betroffene mit der Zeit immer mehr mit ihrer Leidensgeschichte identifizieren. Umso weiter dieser Prozess voranschreitet, desto stärker werden alle anderen Möglichkeiten abgewehrt, sei es durch offene oder verdeckte Leugnung, Rationalisierung, Sabotage usw. Die Betroffenen wissen also immer weniger, wie es "besser geht".
"Sie entscheiden sich für die Unsicherheit der Veränderung und begeben sich mit vollem Bewusstsein auf das Glatteis des Lebens. Manchmal brechen sie dabei kurz ein, aber ihre Rettungstruppe ist stets aktiviert."

Die Leute wissen also was sie tun sollten und tun das dann. Eben genau das was NBUC gesagt hat.

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Re: "Warum Leiden schöner ist als Veränderung... "

Beitrag von Hoppala » Freitag 11. Januar 2019, 15:08

Volta hat geschrieben:
Freitag 11. Januar 2019, 13:30
Morkel hat geschrieben:
Donnerstag 10. Januar 2019, 16:32
Volta hat geschrieben:
Donnerstag 10. Januar 2019, 14:30

Wie soll es denn sonst gemeint sein?
Ganz im Gegenteil. Der Autor zeigt eher auf, wie sehr sich viele Betroffene mit der Zeit immer mehr mit ihrer Leidensgeschichte identifizieren. Umso weiter dieser Prozess voranschreitet, desto stärker werden alle anderen Möglichkeiten abgewehrt, sei es durch offene oder verdeckte Leugnung, Rationalisierung, Sabotage usw. Die Betroffenen wissen also immer weniger, wie es "besser geht".
"Sie entscheiden sich für die Unsicherheit der Veränderung und begeben sich mit vollem Bewusstsein auf das Glatteis des Lebens. Manchmal brechen sie dabei kurz ein, aber ihre Rettungstruppe ist stets aktiviert."

Die Leute wissen also was sie tun sollten und tun das dann. Eben genau das was NBUC gesagt hat.
Ich habe den fraglichen Text nicht gelesen, habe mich nur auf die Logik NBUCs bezogen. Aber auf Basis deines Zitates: "Unsicherheit", "brechen manchmal kurz ein" - offenbar wissen sie nicht genau, was zu tun ist; sonst gäbe es keine Unsicherheit, und Einbrüche würden vermieden. Was sie wissen ist, dass etwas getan werden muss.

Beide Aspekte sind angesprochen: Sicherheit über die Lagebeurteilung, mit dem Ergebnis "jetzt muss gehandelt werden". Und Unsicherheit über das Ergebnis des Handelns. Über den Weg/Methoden des Handelns wird in dieser allgemeinen Betrachtung hinweggegangen, da das nur im Einzelfall beantwortbar ist.
Nun kann man genau dieses Weglassen der Methode/des konkreten Wegs kritisieren. Oder man kann sich auf das angesprochene unausweichliche Risiko konzentrieren. Oder man kann den Text nehmen, wie er ist, und sich davon inspirieren/motivieren lassen oder auch nicht.
Es bleibt so oder so eine Frage der persönlichen Wertung und welchen Aspekt man für sich selbst in den Vordergrund stellt; der vorgetragene Gedanke selbst hat dafür - bei NBUCs Betrachtung - keine Bedeutung, da er sich der Kritik so oder so nicht entziehen könnte - selbst, wenn er gar nicht erst geschrieben worden wäre. Erst, wenn er sehr konkret wird. Und dann würde es ziemlich sicher heißen: "Mag sein, aber bei mir ist das anders, und darauf geht der Text nicht ein".
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