Einfach mal die Ansprüche runterschrauben...

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ABine
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Re: Einfach mal die Ansprüche runterschrauben...

Beitrag von ABine » Freitag 26. November 2010, 09:59

Bea hat geschrieben:Hallo zusammen!

Ich gehöre ohne Zweifel zur Spezies der Anspruchs-ABinen, deren hohe Ansprüche eine Partnerwahl sehr erschweren. Erspart mir bitte Kommentare wie "Jammern auf hohem Niveau" und Co, denn ich möchte wirklich etwas wissen: Wie schraubt man Ansprüche runter?
Man kann ja kaum sagen, "ab morgen ist es mir egal, ob er durchtrainiert ist", und plötzlich fühlt man wirklich so. Ebenso wenig könnte ich auch Knopfdruck lesbisch oder Schalke-Fan werden.
Ich habe auch schon versucht, Männer etwas näher kennen zu lernen, die nicht meinem Ideal entsprachen, weil ich dachte, wenn man sich näher kommt, könnte es ja was werden. Ergebnis: Was ich vorher schon nicht mochte, wurde mit der Zeit für mich immer schlimmer, größer, wichtiger, das war total sinnlos. So habe ich 2009 mehreren Männern, die an mir interessiert waren und mir wenigsten nett und interessant vorkamen, eine Chance gegeben und habe dabei eine Spur des Elends hinterlassen. Körbe, enttäuschte Männer und eine traurige Bea, die niemandem etwas Böses wollte. :cry:
Hat das jemand von Euch schon geschafft und wenn ja- wie?
Vielleicht etwas "dumm" dahergesagt, manchmal lohnt es sich auch hinter die Fassade zu gucken. (ich meine zumindest mal von der "ach so wichtigen Optik" mal etwas abweichen, nicht zu sagen, "och, der/die ist nicht groß genug, geht mal gar nicht" oder "och,er/sie könnte aber schlanker sein" oder so. Natürlich, wenns so gar nicht passt, passts halt nicht aber das meine ich mit runterschrauben. ;)
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Bea

Re: Einfach mal die Ansprüche runterschrauben...

Beitrag von Bea » Freitag 26. November 2010, 10:10

Silver hat geschrieben:Vielleicht ist das alles aber auch vollkommener Quatsch und es war einfach nur noch nicht der Richtige dabei :good:
Das kann gut sein, vielleicht kann ich auch wirkliche Nähe durch einen Mann nicht zulassen, alles möglich. Am Wochenende werde ich wohl mal wieder in einen Club gehen und schauen, was das Schicksal für mich bereithält. Ich arbeite daran! :mrgreen:

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Re: Einfach mal die Ansprüche runterschrauben...

Beitrag von NBUC » Freitag 26. November 2010, 10:22

Bea hat geschrieben:
Silver hat geschrieben:Vielleicht ist das alles aber auch vollkommener Quatsch und es war einfach nur noch nicht der Richtige dabei :good:
Das kann gut sein, vielleicht kann ich auch wirkliche Nähe durch einen Mann nicht zulassen, alles möglich. Am Wochenende werde ich wohl mal wieder in einen Club gehen und schauen, was das Schicksal für mich bereithält. Ich arbeite daran! :mrgreen:
Falls die Fehlkandidaten alle aus so einem Club stammen sollten (oder nach entsprechendem Profil aus dem Internet gezogen sein sollten): Mal das Jagdrevier ändern?

Ähnliche Umgebungen ziehen in der Regel ähnliche Typen an.
Natural Born UnCool

Alle gesellschaftlichen Betrachtungen enthalten zwangsläufig Verallgemeinerungen und werden daher Ausnahmen und Einzelfälle enthalten, denen sie nicht gerecht werden können.

wenn ich nicht antworten sollte heißt das nicht, dass du Recht hast, sondern ich kein Internet!

Bea

Re: Einfach mal die Ansprüche runterschrauben...

Beitrag von Bea » Freitag 26. November 2010, 10:41

@NBUC: Ich schau schon, wo ich kann! :mrgreen: Ich bin ja schon in zwei Sportvereinen, habe auf der Arbeit mit vielen Menschen zu tun, gehe zum Fußball, habe einen großen Bekanntenkreis, usw.. Disco ist für mich eigentlich nur der Bonus, wobei ich da meistens sowieso tanze bis zum Umfallen. Aber Du hast schon recht, man kann sich nie genug umschauen.

Nochmal kurz zu ABine: Ich bemühe mich wirklich, hinter die Fassade zu schauen, das schrieb ich auch schonmal. Ich renne ja nicht gleich weg, wenn jemand nicht meinen Idealen entspricht, sondern lerne sie durchaus kennen, nur kommt es dann halt nicht zu "mehr", es bleibt dann eher unverbindlich. Soooooo schnell gebe ich ja nicht auf. :) Es geht mir auch darum, dass ich niemandem weh tun möchte. Meine "Versuche" haben schon zu sehr unglücklichen Männern geführt und das will ich wirklich nicht. Genau deshalb möchte ich mir auch halbwegs sicher sein, dass es halt passt.

FrankBN

Re: Einfach mal die Ansprüche runterschrauben...

Beitrag von FrankBN » Freitag 26. November 2010, 10:53

Was ich mich da halt frage Bea, was muss passieren dass es "passt"?
Reicht es nicht wenn sein Aussehen, Verhalten, Hobbies ect. einigermassen im gruenen Bereich sind und zu passen scheinen? Muss da unbedingt dieses "Kribbeln" dazu kommen? Oder koennte das vielleicht noch mit der Zeit dazu kommen?
Vielleicht bist du auch der Typ der sich ehr gar nicht verlieben kann, willst du deswegen immer alleine bleiben? Warum schaltest du nicht einfach mal deinen Kopf an und sagst dir, hey der ist sympathisch, das koennte passen, ich probiers!

Ich glaube bei dir ist es Angst. Angst nicht perfekt zu sein, Angst dass der Andere nicht perfekt ist, Angst davor die Realitaet akzeptieren zu muessen, Angst auf etwas keinen eigenen Einfluss zu haben. Auch Angst dem Anderen vielleicht mal irgendwann weh tun zu muessen. Aber des leben ist nunmal nicht perfekt, shit happens. Ich glaube DAS willst du noch nicht akzeptieren!

Bea

Re: Einfach mal die Ansprüche runterschrauben...

Beitrag von Bea » Freitag 26. November 2010, 11:11

FrankBN hat geschrieben:Was ich mich da halt frage Bea, was muss passieren dass es "passt"?
Das frage ich mich auch. :D Bislang ist es so, dass nett mir halt nicht ausreicht (sonst hätte ich mir den Thread ja schenken können). Verlieben kann ich mich aber, hat ja schon 3x geklappt. :oops: Bestimmt ist da Perfektionsdrang und vielleicht auch Angst vor dem Unbekannten dabei. Aber einfach so "Hey, der ist nett, ich probiere es mal" geht nicht, da werde ich fuchsig...

orchideen

Re: Einfach mal die Ansprüche runterschrauben...

Beitrag von orchideen » Freitag 26. November 2010, 11:42

Bea hat geschrieben:
FrankBN hat geschrieben:Was ich mich da halt frage Bea, was muss passieren dass es "passt"?
Das frage ich mich auch. :D Bislang ist es so, dass nett mir halt nicht ausreicht (sonst hätte ich mir den Thread ja schenken können). Verlieben kann ich mich aber, hat ja schon 3x geklappt. :oops: Bestimmt ist da Perfektionsdrang und vielleicht auch Angst vor dem Unbekannten dabei. Aber einfach so "Hey, der ist nett, ich probiere es mal" geht nicht, da werde ich fuchsig...
Auch ich denke angst wird ein Stück weit dabei sein. Du schreibst du strebst nach Perfektion, weißt aber du bist es nicht. Kann es sein, das du dich nach aussen aber perfekt gibst? Schön, fleißig, ordentlich, klug usw. Wie nah kommen dir Freunde? wissen die von Macken, die du sonst nicht zeigst? Wenn nicht, kann es doch sein, dass es dir Angst macht, das jemand diese Macken finden könnte. Vlt ist es aber nur ein bestimmter Fehler, den du anderen absolut nicht zeigen willst.

Ich kann mir auch nicht vorstellen jeden zu küssen, aber ich kann mir trotzdem vorstellen mit einem rum zu machen, wo noch keine Gefühle aber viel sympathie da ist. Wo begann bei dir denn immer das zurückweichen, vor dem Kuss oder vor dem Sex oder vor der enger werdenden Beziehung? Wenn es vor einem Kuss war, kann es sowohl abneigung gewesen sein, als auch Angst, dass er merkt, das du keine Ahnung hast. In dem Fall würde ich an deiner Stelle wenigstens mal einen Kuss probieren. Damit versprichst du nichts und sammelst Erfahrung, die dann wieder deine Angst sinken lässt. Ganz unsympathisch war er dir doch nie, wenn du vorher mit den Gedanken von mehr gespielt hast.

Wegen dem Gefühle verletzen würde ich den Mann nicht über mehrere (3 oder mehr Dates) hoffnungen machen, sondern zügig den Kuss probieren. Wenn es dann doch nichts ist, kommen viele Menschen nach kurzer Zeit damit klar. Du lässt also keinen gebrochenen Mann zurück sondern maximal nur einen enttäuschten. Um so länger du dir Zeit lässt um dir einfach 1000%ig sicher zu sein, umso mehr Hoffnungen machst du ihm. Er denkt dann, du brauchst nur Zeit, aber das wird was, weil du auch was von ihm willst.

Dichter
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Re: Einfach mal die Ansprüche runterschrauben...

Beitrag von Dichter » Freitag 26. November 2010, 18:03

Wie will man immer wissen, ob derjenige nach drei Dates der Richtige ist? Oft braucht es eben auch Zeit und Geduld, um rauszufinden, ob man zueinander passt. Es gibt ja nicht umsonst dieses Lied "Tausend mal berührt, tausend mal nicht passiert." Ich bin der Meinung, dass sich viele heute keine Zeit zum verlieben nehmen. Meistens braucht Liebe Zeit und Vertrauen und kommt nicht von heute auf morgen. Die Liebe auf den ersten Blick ist doch oft eine Ausnahme. Manchmal dauert es viele Monate, bis mehr geschieht.
Liebe ohne Schmerzen kann es nicht geben, aber alle wollen heute sich gegen Liebe wie bei einem Gegenstand versichern. Erwachsene Menschen müssen auch Enttäuschungen einstecken können, auch Liebeskummer.
Vielleicht hat ja eine Frau mit reifem Geist und Intellekt Lust einen humorvollen kreativen Chaoten aus NRW kennenzulernen. Ich verfüge über schöne grünbraune Augen, bin 1,82 groß und bin etwas mollig. Wer will kann sich melden Ich beiße auch nicht. ;-)

orchideen

Re: Einfach mal die Ansprüche runterschrauben...

Beitrag von orchideen » Freitag 26. November 2010, 19:59

Dichter hat geschrieben:Wie will man immer wissen, ob derjenige nach drei Dates der Richtige ist? .
Muss man das schon wissen, wenn man einen küsst oder mit einer Beziehung beginnt. Ich bin nun mit einem Mann zusammen, den ich sehr liebe. Aber ob er der RICHTIGE ist weiß ich nicht. Ich kenne genug die das erst nach 7 Jahren Beziehung sagen konnten. Es geht doch mehr darum, ob du nun mit einem Menschen gerne zusammen bist.

Donnie.Darko

Re: Einfach mal die Ansprüche runterschrauben...

Beitrag von Donnie.Darko » Freitag 26. November 2010, 23:56

Gibt es überhaupt den oder die Richtige? Ist doch eher eine Frage, wie man sich arrangiert, oder?

Und da viele Ehen auch nach Jahren noch zerbrechen können, glaube ich an solch ein Phänomen nicht.

An einer Beziehung müssen beide ständig arbeiten, sonst ist da irgendwann die Luft raus.

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Re: Einfach mal die Ansprüche runterschrauben...

Beitrag von Dichter » Samstag 27. November 2010, 00:01

Irgendwie in meiner romantischen Vorstellung glaube ich an die Richtige. Ob das den Realitätstest besteht ist die andere Frage.
Vielleicht hat ja eine Frau mit reifem Geist und Intellekt Lust einen humorvollen kreativen Chaoten aus NRW kennenzulernen. Ich verfüge über schöne grünbraune Augen, bin 1,82 groß und bin etwas mollig. Wer will kann sich melden Ich beiße auch nicht. ;-)

fab_tom
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Re: Einfach mal die Ansprüche runterschrauben...

Beitrag von fab_tom » Samstag 27. November 2010, 17:48

Bea hat geschrieben:Nö, das ist nicht besonders intim. Bevor ich ihn ein 2. Mal sehen konnte (vorher war Mail plus Telefon angesagt) hat er sich in eine andere verliebt und verbringt jede freie Minute in Skandinavien. Vorher lief es eigentlich richtig, gut, aber da war halt Ende.
Passiert wenn man sich in einen der wenigen Alphas im Forum verguckt.
Ich vermisse ihn aber auch ein büssl ;)
Das Leben eines Menschen ist das, was seine Gedanken daraus machen. (Marc Aurel)
Da es sehr förderlich für die Gesundheit ist, habe ich beschlossen, glücklich zu sein. (Voltaire)

nocheiner

Re: Einfach mal die Ansprüche runterschrauben...

Beitrag von nocheiner » Sonntag 28. November 2010, 11:57

Bea hat geschrieben:ebenso ist mir bewusst, dass ich nicht selber perfekt bin (so sehr ich mich auch bemühe) und meine Vorstellungen nicht wirklich realistisch sind. Ich habe mir schon Stunden den Kopf zerbrochen, darüber gelesen und mit richtig schlauen, erfahrenen Menschen gesprochen, in der Theorie ist mit alles klar. Nur in der Umsetzung sieht das dann leider anders aus.
Ich denke, wichtig wäre: Was ist ungewollte Perfektion?

Dabei sehe ich die folgenden Punkte, wie sie hier jemand beschrieben hat:
'Die typischen Symptome von Perfektionisten heizen die Situation zusätzlich an. Je nach Themenwahl zählen zu ihnen: Pedanterie, Rigidität, zwanghaftes Nörgeln, Abwerten, Verurteilen und Kontrollieren, Unnachgiebigkeit, Starrheit, Rechthaberei, blinde Selbstgerechtigkeit, Arroganz.'
(Die Perfektionsfalle)

Es gibt ja einige Bücher zu diesem Thema. Vielleicht ist das folgende ganz interessant: Lieber schlampig glücklich als ordentlich gestresst: Wege aus der Perfektionismusfalle

Viel Glück.

Bea

Re: Einfach mal die Ansprüche runterschrauben...

Beitrag von Bea » Montag 29. November 2010, 15:11

@nocheiner: Das 2. Buch klingt sehr interessant, werde ich mir bestellen. Klingt nach Weisheit für die Badewanne. :mrgreen: Danke!

PapaRatzi

Re: Einfach mal die Ansprüche runterschrauben...

Beitrag von PapaRatzi » Mittwoch 15. Dezember 2010, 06:14

Ich glaube dass man an den Ansprüchen nicht so einfach "rumschrauben" kann - höchstens wenn man besessen von der Idee ist, auf Biegen und Brechen eine Beziehung führen zu müssen.


Eher würde ich dazu tendieren, am eigenen Marktwert zu arbeiten. Das ist ja auch die Triebfeder vieler Menschen.

Man kann in der Regel gar nicht so ohne Weiteres beeinflussen, ob einem eine Person gefällt oder nicht.
Wenn alles so einfach wäre, dann könnten ja z.B. Homosexuelle einfach die Ansprüche ans eigene Geschlecht raufschrauben, und die Ansprüche ans andere Geschlecht einfach runterdrehen.
Es gibt so viele Menschen, die sich in andere regelrecht verknallen und denen das furchtbar unangenehm ist. Z.b. passiert es ja schonmal, dass sich Lehrer/innen und Schüler/innen ineinander verlieben und sogar eine Beziehung möchten - wobei ich mal die Frage der Umsetzung außen vor lasse.

Wäre alles so simpel, dann könnte ja der Lehrer einfach die Ansprüche raufschrauben und sich sagen: "Ne, also eine Schülerin kannst du nicht lieben. Die hat doch beruflich noch gar nichts erreicht". PUMM, PENG AUS ENDE - Liebe vorbei!
Geht leider nicht so einfach. :mrgreen:

Klar kann man seine Erwartungshaltung kritisch überdenken, aber die Liebe und der Wunsch nach Beziehung fragt da meistens nicht nach.
Ich denke eher dass Liebe an sozialen Barrieren scheitern kann, weil man Angst davor hat, was andere sagen.

Die meisten hier gehen immer nur davon aus, ihre Ansprüche runterschrauben zu müssen.
Aber nur wenige haben offenbar schonmal darüber nachgedacht, dass es auch Situationen geben kann, wo man sie raufschrauben müsste.
D.h. man verliebt sich in eine obdachlose Frau und möchte auch eine Beziehung - kann ja passieren.

Wenn es aber schon wahnsinnig schwierig ist, die Ansprüche raufzuschrauben, wie soll man sie einfach runterschrauben?

Man kann das meiste denke ich gar nicht beeinflussen, denn sonst würde es weltweit nicht so viele Leute geben, denen ihre Beziehungswünsche sogar regelrecht unangenehm sind.

Joe_Sixpack

Re: Einfach mal die Ansprüche runterschrauben...

Beitrag von Joe_Sixpack » Mittwoch 15. Dezember 2010, 12:17

Kannst Du das mit der obdachlosen Frau mal erläutern? :gruebel:

Darkfire

Re: Einfach mal die Ansprüche runterschrauben...

Beitrag von Darkfire » Mittwoch 15. Dezember 2010, 18:15

PapaRatzi hat geschrieben:Ich glaube dass man an den Ansprüchen nicht so einfach "rumschrauben" kann - höchstens wenn man besessen von der Idee ist, auf Biegen und Brechen eine Beziehung führen zu müssen.
Hängt davon ab, wie hoch die Ansprüche liegen.

Wer mindestens einen 1,90 Meter großen Mann will, könnte wenn das nicht klappt auch 1,80 Männer in Betracht ziehen.

Es gibt natürlich auch Ansprüche (Nicht zu großes Übergewicht, nicht arbeitslos, Kinderwunsch vorhanden), die nicht so einfach runterzuschrauben sind.

Dummheit und zu starkes Übergewicht sind für mich klare No-GOs, aber ansonsten bin ich auch bereit Abstriche zu machen.

Natürlich hätte ich auch gern eine wunderschöne Freundin, aber da ich selber alles andere als hübsch bin wäre das wohl etwas vermessen.

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Re: Einfach mal die Ansprüche runterschrauben...

Beitrag von Asyndeton » Freitag 7. Januar 2011, 23:43

Hey :winken:,

da fast jeder Satz von Bea auch von mir hätte sein können, melde ich mich jetzt hier auch mal zu Wort.

Bea, war Deine Anspruchshaltung schon immer so hoch oder hat sich im Laufe der Zeit etwas verändert? Bei mir war das früher definitiv noch anders. In der Pubertät war ich eigentlich immer verliebt, also nicht jede Woche in einen anderen, sondern immer ziemlich lange in dieselbe Person, aber es gab halt immer jemanden. In dieser Zeit war ich schüchtern, wenig selbstbewusst etc. Zwischen Anfang und Mitte 20 habe ich dann einen ziemlichen Entwicklungssprung gemacht, mich in einigem um 180° gedreht, in teilweise zermürbenden Prozessen sozusagen „zu mir gefunden“. In dem Maße, in dem ich mich selbst weiterentwickelt habe und differenzierter geworden bin, sind auch meine Ansprüche an potenzielle Partner gestiegen und das mit dem Verlieben wurde immer schwieriger.

Ein Mann, der mich umhaut, ist sehr intelligent, vielseitig interessiert und begabt, selbstbewusst, sportlich, gutaussehend- das alles aber ganz ohne Arroganz, sondern gepaart mit Natürlichkeit, Aufrichtigkeit, Empfindsamkeit, Empathiefähigkeit, Humor, Tiefgründigkeit und dem, was ich unter „Herzensgüte“ verstehe.

Ich bin nicht nur kritisch, sondern auch sehr selbstkritisch. Deshalb habe ich mir schon den Kopf darüber zerbrochen, ob an meiner Anspruchshaltung etwas „falsch“ im Sinne von pathologisch ist und immer wieder habe ich sogar an meiner Liebesfähigkeit gezweifelt, weil ich das Interesse, das mir schon so oft von Männern entgegengebracht worden ist, so selten erwidern kann.

Ja, was Großes und Schönes stelle ich mir unter einer Partnerschaft auch vor. Mir ist klar, dass diese rauschhafte Verliebtheit kein Dauerzustand sein kann und dass zu einer Beziehung auch ganz viel langweiliger Alltag und Kompromisse gehören. Aber mein Problem ist ja, dass ich bei den allermeisten Männern nicht mal die Motivation habe, eine Partnerschaft einzugehen, da fehlt schon die Initialzündung, der Wunsch, ihn näher kennenlernen zu wollen. Und dann wird es halt wirklich schwierig.

Einige haben ja geschrieben: Einfach mal ausprobieren. Habe ich gemacht, sogar mit küssen, Sex und allem, was dazu gehört. Mit Männern, die ich ganz nett fand und die ganz ok aussahen, die mich aber nicht umgehauen haben (allerdings ohne dabei jemandem die große Liebe zu versprechen, ich hab dann schon durchblicken lassen, dass das für mich jetzt nicht so ernst ist, wäre ja sonst unfair gewesen). Das Ergebnis war aber letztendlich dasselbe wie bei Bea: Wenn ich nicht von Anfang an ein gutes Gefühl hatte, habe ich mich auch nicht im Laufe der Zeit verliebt.
Ich bin sehr intuitiv und habe den Eindruck, ein sehr feines Gespür für andere Menschen zu haben, sie schnell "zu durchschauen" bzw. zu erkennen, was sie ausmacht. Die Erfahrung hat mir einfach gezeigt, dass ich mich auf dieses Gespür verlassen kann und dass es mir nichts bringt, jemanden näher kennenzulernen, wenn mir von Anfang an jegliche Motivation dazu fehlt.

Was ich aber in letzter Zeit gemerkt habe, ist, dass es wichtig ist, dass ich trotz meiner Liste offen für neue Erfahrungen bleibe und merke, dass ich im konkreten Fall dann doch mal über den ein oder anderen Punkt, der nicht meinem Ideal entspricht, hinwegsehen kann. Ein Beispiel dazu: Ich bin mit viel Herzblut bei der Sache, was meinen Fachbereich betrifft. Bis vor kurzem dachte ich in die Richtung, dass jemand, der dafür nicht genauso brennt wie ich, gar nicht optimal zu mir passen kann. Der letzte Mann, den ich so richtig toll fand, macht aber beruflich was völlig anderes als ich. Trotzdem hatte ich das Gefühl, mit ihm mehr gemeinsam zu haben als mit allen Männern aus meinem Metier, die mir je begegnet sind. Seitdem sehe ich diesen Punkt viel lockerer.
Gerade lerne ich z.B. jemanden kennen (mal wieder übers Internet), der evangelischer Priester ist. Ich habe mit Religion nichts am Hut und als ich das gelesen habe, dachte ich erstmal: Urgs. :roll: Da er aber, soweit ich das bisher nach den wenigen Mails einschätzen kann, Charakterzüge besitzt, die ich sehr anziehend finde, will ich ihn jetzt nicht gleich abschießen (wobei ich gespannt bin, ob ich jetzt abgeschossen werde, nachdem ich mich als ungläubig geoutet habe ;)). Wie gesagt habe ich nicht vor, in Zukunft meine Intuition zu ignorieren und in Männer zu investieren, wenn es sich einfach nicht richtig anfühlt. Aber ich will 70%-Männer nicht (mehr) vorschnell abschreiben. Wenn es dann doch nichts wird mit der Liebe, reicht es vielleicht immerhin für eine gute Freundschaft und das ist ja auch was wert.
Seit ein paar Wochen habe ich auch eine Affäre mit einem ca. 65%-Mann. Seitdem wir darüber gesprochen haben, was das denn jetzt mit uns ist und uns einig sind, dass wir beide „nichts Festes“ wollen, finde ich das gerade richtig gut so, wie es ist. Klar, es ist nicht das, was ich auf Dauer suche, und mit Schmetterlingen wäre es sicherlich schöner. Ich hab auch nicht bewusst diese Affäre initiiert, aber nachdem es sich so ergeben hat, spricht für mich jetzt auch einfach nichts dagegen, mit einem sympathischen Mann ein bisschen Erfahrung zu sammeln und körperliche Nähe zu genießen und das einfach mal so locker weiterlaufen zu lassen. Vielleicht wäre sowas auch mal was für Dich, also etwas, was von vornherein von beiden Seiten „nur“ als Affäre definiert ist? Da fällt eine Menge von diesem Druck „er passt mir nicht so hundertprozentig, da will ich eigentlich keine Beziehung und verlieben geht dann eh nicht“ von einem ab und man kann sich ganz unbekümmert ein bisschen ausprobieren.

Solche Gedanken, dass nur jemand, der ähnlich tickt wie ich, mich verstehen kann, kenne ich auch sehr gut. Ich frage mich da auch, ob das normal und ok so ist, oder ob nicht doch ein bisschen Schizoidie dahinter steckt. Ein Buchtipp hierzu: Wolfgang Schmidbauer- Die Angst vor Nähe.
(Ein anderer Buchtipp: Hans Jellouschek- Die Kunst, als Paar zu leben. Das ist aber eher nicht für Leute wie uns, sondern vor allem für solche, die bereits in einer Partnerschaft sind, hilfreich. Was hast Du so alles gelesen?)
Wenn ich darüber nachdenke, ob diese hohen Ansprüche nicht zumindest teilweise auch ein Schutzmechanismus sind, komme ich letztendlich doch immer wieder zu diesem Punkt: WENN mich mal jemand begeistert und ich Hoffnungen hege, dass sich vielleicht endlich mal mehr entwickeln könnte, bin ich alles andere als schüchtern, sondern sehr offensiv und zeige mein Interesse sehr direkt. Wenn da wirklich so viel Angst im Spiel wäre, müsste ich mir doch eigentlich sofort einen neuen Abwehrmechanismus einfallen lassen, sobald ich mal jemanden kennenlerne, der meinen Idealvorstellungen zumindest zum großen Teil entspricht, und würde mich dann doch nicht so ins Zeug legen...

Mmh, nicht ganz einfach, das alles.

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Re: Einfach mal die Ansprüche runterschrauben...

Beitrag von bettaweib » Samstag 8. Januar 2011, 00:31

Asyndeton hat geschrieben:Vielleicht wäre sowas auch mal was für Dich, also etwas, was von vornherein von beiden Seiten „nur“ als Affäre definiert ist? Da fällt eine Menge von diesem Druck „er passt mir nicht so hundertprozentig, da will ich eigentlich keine Beziehung und verlieben geht dann eh nicht“ von einem ab und man kann sich ganz unbekümmert ein bisschen ausprobieren.

Für mich klingt das wie "Was? Das Volk hat kein Brot? Warum ißt es dann keinen Kuchen?!"
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Re: Einfach mal die Ansprüche runterschrauben...

Beitrag von Asyndeton » Samstag 8. Januar 2011, 00:40

bettaweib hat geschrieben: Für mich klingt das wie "Was? Das Volk hat kein Brot? Warum ißt es dann keinen Kuchen?!"
Solange es sich darüber im Klaren ist, dass es eigentlich lieber das Brot hätte, aber halt auch mal bereit ist, den Kuchen zu probieren, ist doch eigentlich alles in Butter, oder? ;)
Zuletzt geändert von Asyndeton am Samstag 8. Januar 2011, 00:44, insgesamt 1-mal geändert.

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