Erkenntnis des Tages

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Re: Erkenntnis des Tages

Beitrag von Dérkesthai » Mittwoch 22. Mai 2019, 20:29

Einsamer Igel hat geschrieben:
Mittwoch 22. Mai 2019, 19:21
Es heißt im Plural tatsächlich auch Habitus. Wieder was gelernt. :daumen:

Es geht nicht ums grüßen oder bedanken. Sondern darum, dass man nicht miteinander in Kontakt kommt, sich nicht miteinander austauschen kann, obwohl man Tür an Tür wohnt. Schon einfache Fragen werden nicht verstanden. Für mich als Sozialphobiker ist es mit Überwindung verbunden, meine Nachbarn anzusprechen. Wenn man dann aber auch überhaupt nicht ! verstanden wird und die Nachbarn sich irgendwas denken, was ich wohl gemeint haben mag... dann finde ich das unangenehm bis peinlich. Andere Nachbarn sprechen daheim und miteinander auch nur in ihrer Heimatsprache, aber ein paar Brocken deutsch sind drin und zur Not klappt es mit dritten und vierten Sprachen und Gestik und Lächeln. Ich wünsche mir mehr Miteinander und möchte es lernen. Das ist in diesem Haus aber echt schwer. :( Ein einzelner Mensch kann Spzialphobie haben und deshalb auf der Flucht vor seinen Nachbarn. Aber ganze Familien? So richtig verstehe ich es nicht, wie man keinerlei Kontakt zu seinen Nachbarn haben will. Das hat auch was damit zu tun, dass daheim nur russisch, türkisch und polnisch gesprochen wird. Ich sehe, dass sich die Nachbarn mit gemeinsamer Sprache durchaus zum Plausch im Treppenhaus treffen... Man gehört da einfach nicht dazu. Ich darf das schade finden. :roll:
Was dachtest du denn? Habitusse? (Klingt irgendwie nach Hab i Tusse? Ist ja schon eine ganze Frage... ;-) ) Rhetorische Frage, möchte mich darüber nicht lustig machen, habe mich selbst erkundigen müssen vorher.

Ja, Sozialphobie ist halt nicht ohne Grund eine Angst, bewertet zu werden. Wie wirkt man auf andere? Und wenn das Kopfkino einmal an ist, geht es so schnell auch nicht wieder aus. Gerade, wenn man nicht nachfragen kann, ob das oder jenes gemeint war, wie das Gesagte verstanden wurde und man ggf. korrigieren kann. Und wenn sie sich unterhalten mit anderen, dann haben die schon mal keine Sozialphobie, sondern einfach versäumt diesen oder jenen Schritt zu gehen. Die Überwindung jetzt noch etwas zu lernen, dürfte in etwa gleich hoch sein, wie bei einem psych. Kranken in Therapie zu gehen. Das dauert auch bis dass durch ist. Es sei denn, unter 18, dann wird man mit Pech / Glück dazu genötigt. Am Anfang sicherlich Pech, könnte sich aber als Glücksfall herausstellen. Immerhin konnten sich die Verhaltensweisen nicht so stark einfahren. Denke, das oder ähnliches dürfte ein großes Problem sein. Es ist allerdings nicht zwingend deine Aufgabe deinen Nachbarn diese scheu zu nehmen.

Ja, klar, darfst du... ;)
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Re: Erkenntnis des Tages

Beitrag von Einsamer Igel » Mittwoch 22. Mai 2019, 20:36

Dérkesthai hat geschrieben:
Mittwoch 22. Mai 2019, 20:29
Was dachtest du denn? Habitusse? (Klingt irgendwie nach Hab i Tusse? Ist ja schon eine ganze Frage... ;-) ) Rhetorische Frage, möchte mich darüber nicht lustig machen, habe mich selbst erkundigen müssen vorher.
:frech2: Habiti. Klingt doch lustig. Ich schaue auch oft vorher nach.
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Re: Erkenntnis des Tages

Beitrag von Einsamer Igel » Mittwoch 22. Mai 2019, 20:42

Dérkesthai hat geschrieben:
Mittwoch 22. Mai 2019, 20:29
Es sei denn, unter 18, dann wird man mit Pech / Glück dazu genötigt. Am Anfang sicherlich Pech, könnte sich aber als Glücksfall herausstellen. Immerhin konnten sich die Verhaltensweisen nicht so stark einfahren.
Ich sehe es leider auch bei einem Jungen hier im Haus, der ist zwischen 10 und 12. Er spielt vor dem Haus. Fast immer allein. Am Sonntag mit seinem Vater. Es gibt hier auch andere Kinder. Ich habe ihn erst ein einziges Mal mit einem anderen Jungen gesehen und ich glaub, der gehörte hier nicht in die Nachbarschaft, sondern zum Familienbesuch und spricht dieselbe Sprache. Der Junge geht hier zur Schule. Und sondert sich in seiner Freizeit trotzdem ab. Er schaut sich das entweder von den Eltern ab oder befolgt deren Anweisung. Dabei scheint er ein aufgeweckter und hilfsbereiter Junge zu sein. Ich grüße den viel lieber als seinen großen Bruder, der ein richtiger Muffel ist und nicht mal zurückgrüßt.
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Re: Erkenntnis des Tages

Beitrag von Versingled » Mittwoch 22. Mai 2019, 21:17

Einsamer Igel hat geschrieben:
Mittwoch 22. Mai 2019, 20:42
Dérkesthai hat geschrieben:
Mittwoch 22. Mai 2019, 20:29
Es sei denn, unter 18, dann wird man mit Pech / Glück dazu genötigt. Am Anfang sicherlich Pech, könnte sich aber als Glücksfall herausstellen. Immerhin konnten sich die Verhaltensweisen nicht so stark einfahren.
Ich sehe es leider auch bei einem Jungen hier im Haus, der ist zwischen 10 und 12. Er spielt vor dem Haus. Fast immer allein. Am Sonntag mit seinem Vater. Es gibt hier auch andere Kinder. Ich habe ihn erst ein einziges Mal mit einem anderen Jungen gesehen und ich glaub, der gehörte hier nicht in die Nachbarschaft, sondern zum Familienbesuch und spricht dieselbe Sprache. Der Junge geht hier zur Schule. Und sondert sich in seiner Freizeit trotzdem ab. Er schaut sich das entweder von den Eltern ab oder befolgt deren Anweisung. Dabei scheint er ein aufgeweckter und hilfsbereiter Junge zu sein. Ich grüße den viel lieber als seinen großen Bruder, der ein richtiger Muffel ist und nicht mal zurückgrüßt.
Nun ja ... es könnte ja auch sein, dass er sich absondert, weil man ihn als Außenseiter behandelt, wegen Sprache, Herkunft ... was weiß ich. Sprache ist das erste, was ein "neuer" Menschen mit anderen Menschen gemeinsam hat. Im Zweifelsfall wird er sich immer andere Menschen suchen, die die gleiche Sprache sprechen.

Ich sehe es bei der Arbeit ... die erste Generation der Gastarbeiter ... sie radebrechen, aber irgendwie kann man sich verständigen (liegt natürlich sehr stark daran, dass man ihnen im Alltag "Dummheit" unterstellt hat und sie entsprechend in Deutsch angeredet hat). Die 2. und teilweise 3. Generation hat sich "reingehängt" und Deutsch gelernt ... die Generationen danach ziehen sich wieder vermehrt auf ihre Muttersprache zurück.
In Gedenken an all das Leben, das heute zu Ende ging. Sei es durch Unglücke, Krieg, Hunger, Ignoranz, Geldgier, Umweltverschmutzung, Verbrechen, was weiß ich ... es ist ein unwiederbringlicher Verlust ... :sadman:

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Re: Erkenntnis des Tages

Beitrag von Melli » Mittwoch 22. Mai 2019, 23:13

Δέρκεσθαι hat geschrieben:
Mittwoch 22. Mai 2019, 17:03
Wenn nicht miteinander geredet wird, wie soll man davon erfahren?
Es ist noch viel schlimmer. Die besten Erklärungen nützen nichts. Es gibt durchaus Literatur von Reiseführern bis zu Ethnographie der Kommunikation, aber dann stehen die Leute (egal ob Touristen oder Wissenschaftler) irgendwo herum und können gar nicht an das alles denken.

Es geht mir ja umgekehrt keineswegs besser. Nur daß es didaktisch nicht sehr geschickt war, mich als ohnehin verschüchtertes Kind anzumachen als sei ich zu blöd für alles :( Es war mir schlichtweg zu peinlich, für mich leere Floskeln aufzusagen. Ich habe mich nur mit der Zeit daran gewöhnt, auch wenn es mir immer noch nichts bedeutete. Um wirklich etwas auszudrücken habe ich mir andere Formen ausgesucht, z.B. Konjunktive.
Einsamer Igel hat geschrieben:
Mittwoch 22. Mai 2019, 19:21
dass man nicht miteinander in Kontakt kommt, sich nicht miteinander austauschen kann, obwohl man Tür an Tür wohnt.
Das ist mir auch schon passiert, und das lag nicht an Sprachbarrieren, sondern an meinen Hemmungen und Bedenken, ob das denn mal so Leute gewesen wären, mit denen ich gut um gekonnt hätte. Weder wollte ich mich aufdrängen, noch mir immer nur noch weitere Ablehnungen einhandeln.

Meine Erfahrung als Kind/Jugendliche war, daß Nachbarn nicht unbedingt die Leute waren, zu denen ich ein engeres Verhältnis entwickeln konnte.
Versingled hat geschrieben:
Mittwoch 22. Mai 2019, 21:17
... es könnte ja auch sein, dass er sich absondert, weil man ihn als Außenseiter behandelt, wegen Sprache, Herkunft ... was weiß ich.
"I can't belong, I give up, leave me alone, thanks for your concern anyway, I'll be ok." Meine zweite Natur.
Versingled hat geschrieben:
Mittwoch 22. Mai 2019, 21:17
Sprache ist das erste, was ein "neuer" Menschen mit anderen Menschen gemeinsam hat. Im Zweifelsfall wird er sich immer andere Menschen suchen, die die gleiche Sprache sprechen.
Wenn man die Option hat... :shy:
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Re: Erkenntnis des Tages

Beitrag von Dérkesthai » Donnerstag 23. Mai 2019, 00:14

Melli hat geschrieben:
Mittwoch 22. Mai 2019, 23:13
Δέρκεσθαι hat geschrieben:
Mittwoch 22. Mai 2019, 17:03
Wenn nicht miteinander geredet wird, wie soll man davon erfahren?
Es ist noch viel schlimmer. Die besten Erklärungen nützen nichts. Es gibt durchaus Literatur von Reiseführern bis zu Ethnographie der Kommunikation, aber dann stehen die Leute (egal ob Touristen oder Wissenschaftler) irgendwo herum und können gar nicht an das alles denken.

Es geht mir ja umgekehrt keineswegs besser. Nur daß es didaktisch nicht sehr geschickt war, mich als ohnehin verschüchtertes Kind anzumachen als sei ich zu blöd für alles :( Es war mir schlichtweg zu peinlich, für mich leere Floskeln aufzusagen. Ich habe mich nur mit der Zeit daran gewöhnt, auch wenn es mir immer noch nichts bedeutete. Um wirklich etwas auszudrücken habe ich mir andere Formen ausgesucht, z.B. Konjunktive.
Natürlich ist es tiefgreifender. Mit der Axt im Chrysanthemenwald (oder so ähnlich), ist ein Fettnäpfchenführer für Japan, stieg meine Befürchtung. Danach hat man schon keine große Lust mehr - ich habe zudem auch gar nicht das Geld. Wüsste aber auch nicht, ob mein Abenteuersinn - das auf mich zukommen zu lassen, meine Freude am Lernen (ist schließlich Urlaub *sic*) etc. den negativen Aspekten Einhalten gebieten könnten. Wahrscheinlich nur, wenn - das Geld für überall - die Kriminalitätsrate geringer wird und man "an die Hand genommen" wird, um dort zu überleben. Früher hätte ich die Kontakte gehabt. Schon vor 15-20 Jahren habe ich Kontakt auf jedem Kontinent gehabt. Da hätte man mich bestimmt vermitteln können an einen inoffiziellen Reiseführer. Aber so? Heute?

Kommt mir aus meiner Kind- und Jugendzeit bekannt vor. Pädagogen -> mir hat von denen damals nie einer geholfen. Floskeln mag ich auch nicht, sagen wir, das Ankündigen von Unheil (mir gegenüber) hat mich das "schnell" "lernen" lassen. Müssen. Müssen. Nicht lassen. Nicht lassen deutet darauf hin, ich hätte eine annehmbare Option gehabt.
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Re: Erkenntnis des Tages

Beitrag von Melli » Donnerstag 23. Mai 2019, 02:12

Δέρκεσθαι hat geschrieben:
Donnerstag 23. Mai 2019, 00:14
Natürlich ist es tiefgreifender. Mit der Axt im Chrysanthemenwald (oder so ähnlich), ist ein Fettnäpfchenführer für Japan, stieg meine Befürchtung.
Ich habe mir davon und von dem "Fettnäpfchenführer Indien" mal Leseproben heruntergeladen, aber die schaffe ich jetzt nicht mehr alle zu lesen. Bislang habe ich viel gelacht, denke aber, das sollte zu schaffen sein.
Δέρκεσθαι hat geschrieben:
Donnerstag 23. Mai 2019, 00:14
Wahrscheinlich nur, wenn - das Geld für überall - die Kriminalitätsrate geringer wird und man "an die Hand genommen" wird, um dort zu überleben.
Mit Gästen übernimmt man schon Verantwortung... Und ein bißchen mehr Lebensfreude als nur bloßes Überleben sollte schon drin sein. (Bei allem Kulturschock, den man sicherlich bei uns Zuhause nicht erspart bekommen wird :oops:)
Δέρκεσθαι hat geschrieben:
Donnerstag 23. Mai 2019, 00:14
Kommt mir aus meiner Kind- und Jugendzeit bekannt vor. Pädagogen -> mir hat von denen damals nie einer geholfen. Floskeln mag ich auch nicht, sagen wir, das Ankündigen von Unheil (mir gegenüber) hat mich das "schnell" "lernen" lassen.
Ich dachte mal naiv, in die Schule ginge man, um etwas zu lernen, und Lehrern sollte man Respekt entgegenbringen. Als erstes fand ich das Benehmen mancher Mitschüler grenzwertig. Dann mußte ich miterleben was für lächerliche Möchtegern-Autoritäten manche Lehrer waren und wie respektlos die sich gegenüber manchen Schülern verhielten. Schließlich kamen mir auch an der Lehrpraxis gewisse Zweifel.

Nichtsdestoweniger habe ich unter Paukern weitaus weniger zu leiden gehabt als unter Mitschülern. Wahrscheinlich eine sehr untypische Erfahrung.

Die schlimmen Konflikte mit Erwachsenen waren die in meiner zerrissenen Patchwork-Familie und deren Umkreis. Aber selbst die hatten nicht allzuviel Handhabe gegen mich.

Manchmal haben die irgendetwas gesagt, was ich zwar akustisch verstand, aber dessen Bedeutung mir schleierhaft blieb. Ich gab dann irgendwelche Antworten so wie ich gerade dachte. Was das nun aber zu heißen gehabt haben könnte, ging mir erst Jahre später auf – und dann hätte ich mich schieflachen können wie die sich selbst ein Bein gestellt hatten.
Δέρκεσθαι hat geschrieben:
Donnerstag 23. Mai 2019, 00:14
Müssen. Müssen. Nicht lassen. Nicht lassen deutet darauf hin, ich hätte eine annehmbare Option gehabt.
Denke ich auch.
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Re: Erkenntnis des Tages

Beitrag von Dérkesthai » Donnerstag 23. Mai 2019, 09:03

Melli hat geschrieben:
Donnerstag 23. Mai 2019, 02:12
Δέρκεσθαι hat geschrieben:
Donnerstag 23. Mai 2019, 00:14
Natürlich ist es tiefgreifender. Mit der Axt im Chrysanthemenwald (oder so ähnlich), ist ein Fettnäpfchenführer für Japan, stieg meine Befürchtung.
Ich habe mir davon und von dem "Fettnäpfchenführer Indien" mal Leseproben heruntergeladen, aber die schaffe ich jetzt nicht mehr alle zu lesen. Bislang habe ich viel gelacht, denke aber, das sollte zu schaffen sein.
Δέρκεσθαι hat geschrieben:
Donnerstag 23. Mai 2019, 00:14
Wahrscheinlich nur, wenn - das Geld für überall - die Kriminalitätsrate geringer wird und man "an die Hand genommen" wird, um dort zu überleben.
Mit Gästen übernimmt man schon Verantwortung... Und ein bißchen mehr Lebensfreude als nur bloßes Überleben sollte schon drin sein. (Bei allem Kulturschock, den man sicherlich bei uns Zuhause nicht erspart bekommen wird :oops:)
Δέρκεσθαι hat geschrieben:
Donnerstag 23. Mai 2019, 00:14
Kommt mir aus meiner Kind- und Jugendzeit bekannt vor. Pädagogen -> mir hat von denen damals nie einer geholfen. Floskeln mag ich auch nicht, sagen wir, das Ankündigen von Unheil (mir gegenüber) hat mich das "schnell" "lernen" lassen.
Ich dachte mal naiv, in die Schule ginge man, um etwas zu lernen, und Lehrern sollte man Respekt entgegenbringen. Als erstes fand ich das Benehmen mancher Mitschüler grenzwertig. Dann mußte ich miterleben was für lächerliche Möchtegern-Autoritäten manche Lehrer waren und wie respektlos die sich gegenüber manchen Schülern verhielten. Schließlich kamen mir auch an der Lehrpraxis gewisse Zweifel.

Nichtsdestoweniger habe ich unter Paukern weitaus weniger zu leiden gehabt als unter Mitschülern. Wahrscheinlich eine sehr untypische Erfahrung.

Die schlimmen Konflikte mit Erwachsenen waren die in meiner zerrissenen Patchwork-Familie und deren Umkreis. Aber selbst die hatten nicht allzuviel Handhabe gegen mich.

Manchmal haben die irgendetwas gesagt, was ich zwar akustisch verstand, aber dessen Bedeutung mir schleierhaft blieb. Ich gab dann irgendwelche Antworten so wie ich gerade dachte. Was das nun aber zu heißen gehabt haben könnte, ging mir erst Jahre später auf – und dann hätte ich mich schieflachen können wie die sich selbst ein Bein gestellt hatten.
Δέρκεσθαι hat geschrieben:
Donnerstag 23. Mai 2019, 00:14
Müssen. Müssen. Nicht lassen. Nicht lassen deutet darauf hin, ich hätte eine annehmbare Option gehabt.
Denke ich auch.
Viel Spaß beim Lesen.

Ich bin gerade zu faul, dass auseinander zu fummel mit den Zitaten. Ich versuche in der Reihenfolge zu antworten.

Ja, klar, dass sollte alles nicht so zwanghaft sein. Aber so grobe Hinweise kann man geben. Nachts keine Kühe umschubsen, keine Kuhmilchimporte anbieten etc. (Blöde Beispiele, ich weiß, aber sollen halt verdeutlichen, das selbst einfache Hinweise helfen können und man selbst, das zwar als "muss man doch wissen" abgespeichert hat aber nicht zwingend der Besuch des Landes.

Ja, das man mir helfen könnte habe ich auch mal gedacht. Die haben jeden Tag weggesehen, wenn man mich geschlagen hat in der Schule (Mitschüler). Was sie m.E. zu Mittätern macht. Der Rest der Antwort wäre mir zu persönlich. Sagen wir mal so, da habe ich heute noch etwas davon mit Krankheiten, Ängsten, scheu, ...
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Re: Erkenntnis des Tages

Beitrag von Melli » Donnerstag 23. Mai 2019, 11:40

Dérkesthai hat geschrieben:
Donnerstag 23. Mai 2019, 09:03
Ja, klar, dass sollte alles nicht so zwanghaft sein. Aber so grobe Hinweise kann man geben. Nachts keine Kühe umschubsen, keine Kuhmilchimporte anbieten etc. (Blöde Beispiele, ich weiß, aber sollen halt verdeutlichen, das selbst einfache Hinweise helfen können und man selbst, das zwar als "muss man doch wissen" abgespeichert hat aber nicht zwingend der Besuch des Landes.
Als ich mich nun so von Leseprobe zu Leseprobe weiter begab, nutzte sich bei mir der Effekt von Belustigung und Kuriosum etwas ab. Durch Blumenbeeten würde man auch in D im Normalfall nicht stapfen, etc. etc. Auf manches hätte man also auch selbst kommen können. Vielleicht auch nach Lektüre eines anderen Reiseführers :mrgreen:

Lakritze ertrage ich übrigens auch nicht :oops: Ein legendär gemeiner Prof in D ist mit Gästen, die er nicht mochte, zum Italiener essen gegangen. Die saßen dann pikiert vor irgendetwas, das unter zerlaufenem Käse begraben war.

Fermentierte Sojabohnen gibt es in einem riesigen Gebiet von Nepal an ostwärts. Mancherorts haben Einheimische eine gewisse Selbstironie und kommentieren, es rieche und sehe aus wie Sch... :roll: Aber da sind wir schon in einem Bereich, wo man einen Sinn dafür entwickeln muß, was mit wem wie bereden kann.

Eigentlich ist es makaber, jemandem etwas vorzusetzen, was der nur stehen lassen wird, und man es anschließend wegwerfen kann. Definitiv nicht lustig.

Den "Fettnäpfchenführer Indien" fand ich noch schneller nicht lustig. Natürlich bin ich schnell damit bei der Hand, zu denken, im Norden geht es unverständlicherweise stressig zu :roll: Einreiseformalitäten, Hotel-eigene Abholservices vom Flughafen etc. gibt es auch in anderen Ländern. Yeah, "What's the problem?" Was ich im Alltag aber nicht oft sage :oops:
Dérkesthai hat geschrieben:
Donnerstag 23. Mai 2019, 09:03
Ja, das man mir helfen könnte habe ich auch mal gedacht. Die haben jeden Tag weggesehen, wenn man mich geschlagen hat in der Schule (Mitschüler). Was sie m.E. zu Mittätern macht. Der Rest der Antwort wäre mir zu persönlich. Sagen wir mal so, da habe ich heute noch etwas davon mit Krankheiten, Ängsten, scheu, ...
Lehrer, aber auch andere Erwachsene, sind oft zutiefst verantwortungslos. Früher nannte sich das nur noch nicht Mobbing, sondern Hänseln. Beliebt auch Verharmlosungen wie "Es sind doch noch Kinder," oder Von-sich-Wegschieben: "Die sollen das unter sich ausmachen."

Es gab auch außerhalb der Schule Kinder/Jugendliche, die ich lieber nie hätte kennenlernen müssen. Da vermengte sich der Kulturschock (war in TN wohlbehütet aufgewachsen) damit, daß solches Verhalten selbst nach D Maßstäben völlig inakzeptabel ist. Folgen hatte das für mich auch... Würde ich hier das schreiben, was ich manchmal denke (und zuhause sage), dann verstieße das wahrscheinlich gegen die Forenregeln :oops:
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Re: Erkenntnis des Tages

Beitrag von Einsamer Igel » Donnerstag 23. Mai 2019, 11:50

Sommerliche Klamotten und eine Bluse mit Ausschnitt führen sofort dazu, von Männern angesprochen zu werden. Früher fand ich es einfach nur unangenehm, inzwischen denke ich, ich sollte das nett finden, aber mühsam ist es trotzdem, auch wenn ich mit einem Lächeln auf das Gespräch eingehe. Manchmal denke ich, bei allen Fortschritten, eine Sozialphobie wird man niemals wirklich los. Man kann so tun, als hätte man sie nicht und sich zwingen, aber es ändert nix daran, wie es innendrin aussieht.
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Re: Erkenntnis des Tages

Beitrag von schmog » Donnerstag 23. Mai 2019, 12:07

Einsamer Igel hat geschrieben:
Donnerstag 23. Mai 2019, 11:50
Sommerliche Klamotten und eine Bluse mit Ausschnitt führen sofort dazu, von Männern angesprochen zu werden. Früher fand ich es einfach nur unangenehm, inzwischen denke ich, ich sollte das nett finden, aber mühsam ist es trotzdem, auch wenn ich mit einem Lächeln auf das Gespräch eingehe. Manchmal denke ich, bei allen Fortschritten, eine Sozialphobie wird man niemals wirklich los. Man kann so tun, als hätte man sie nicht und sich zwingen, aber es ändert nix daran, wie es innendrin aussieht.
:?
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Re: Erkenntnis des Tages

Beitrag von Melli » Donnerstag 23. Mai 2019, 12:19

Einsamer Igel hat geschrieben:
Donnerstag 23. Mai 2019, 11:50
Man kann so tun, als hätte man sie nicht und sich zwingen, aber es ändert nix daran, wie es innendrin aussieht.
Mach Dir bloß keinen Streß damit. Das gilt für so vieles. Es gibt sogar möchtegern-therapeutische Ratschläge wie man solle so tun also ob (... man nicht depressiv sei, man glücklich wäre, blah).

Und was Kerle angeht, so ist man doch nicht verpflichtet, einen nur deshalb sympathisch zu finden, weil er einem gerade mal angelabert hat :roll: Abgesehen davon bist Du glücklich vergeben :hammer:

Über Klamotten ließe sich trefflich streiten, aber hier ist wohl wirklich mal Einstellung und Ausdruck entscheidender :hierlang:
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Re: Erkenntnis des Tages

Beitrag von Einsamer Igel » Donnerstag 23. Mai 2019, 12:29

Melli hat geschrieben:
Donnerstag 23. Mai 2019, 12:19
Und was Kerle angeht, so ist man doch nicht verpflichtet, einen nur deshalb sympathisch zu finden, weil er einem gerade mal angelabert hat :roll: Abgesehen davon bist Du glücklich vergeben :hammer:
Vom Flirten habe ich keine Ahnung. Daher ignoriere ich das einfach. Mir gehts darum, freundlichen Smalltalk erwidern zu können. Das hat nix damit zu tun, ob man vergeben ist.
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Re: Erkenntnis des Tages

Beitrag von Melli » Donnerstag 23. Mai 2019, 12:37

Einsamer Igel hat geschrieben:
Donnerstag 23. Mai 2019, 12:29
Mir gehts darum, freundlichen Smalltalk erwidern zu können.
Ach so.
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Re: Erkenntnis des Tages

Beitrag von Rayah » Donnerstag 23. Mai 2019, 15:39

Nur weil sich ein Tag schlecht anfühlt, muss er nicht unbedingt schlecht bleiben. Manchmal gibt es auch positive Überraschungen. :kopfstand:
Angst klopfte an. Vertrauen öffnete. Keiner war draußen.

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Re: Erkenntnis des Tages

Beitrag von Dérkesthai » Donnerstag 23. Mai 2019, 16:01

Melli hat geschrieben:
Donnerstag 23. Mai 2019, 11:40
Lehrer, aber auch andere Erwachsene, sind oft zutiefst verantwortungslos. Früher nannte sich das nur noch nicht Mobbing, sondern Hänseln. Beliebt auch Verharmlosungen wie "Es sind doch noch Kinder," oder Von-sich-Wegschieben: "Die sollen das unter sich ausmachen."

Es gab auch außerhalb der Schule Kinder/Jugendliche, die ich lieber nie hätte kennenlernen müssen. Da vermengte sich der Kulturschock (war in TN wohlbehütet aufgewachsen) damit, daß solches Verhalten selbst nach D Maßstäben völlig inakzeptabel ist. Folgen hatte das für mich auch... Würde ich hier das schreiben, was ich manchmal denke (und zuhause sage), dann verstieße das wahrscheinlich gegen die Forenregeln :oops:
Ich fand die auch nur bedingt lustig und mit Sozialphobie eher irritierend und mein Hirn zum Rotieren bringend.

zum Rest: Ja, diese ganzen abartigen Floskeln. Wahrscheinlich selber so aufgewachsen und so wenig selbstreflektierend, dass sie nicht gemerkt haben, wie sie selbst eigenartige, einschränkende Muster übernommen haben. Geschweige denn, dass diese Floskeln das ausgelöst haben und man andere damit ebenfalls den gleichen Weg zumutet. Ohne zu wissen, ob die Person das kann und/oder genug Rückdeckung hat.
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Re: Erkenntnis des Tages

Beitrag von Kalypso » Donnerstag 23. Mai 2019, 16:35

Melli transkribiert Usernamen ins Griechische. :hammer:
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Re: Erkenntnis des Tages

Beitrag von Melli » Donnerstag 23. Mai 2019, 18:25

Dérkesthai hat geschrieben:
Donnerstag 23. Mai 2019, 16:01
Ich fand die auch nur bedingt lustig und mit Sozialphobie eher irritierend und mein Hirn zum Rotieren bringend.
Ich fand angebliche "Tips" und "Hilfen" nun auch nicht immer hilfreich :( Oft kam ich alleine besser klar in fremden Umgebungen, ob nun banaler Urlaub oder Feldforschungen in Stammesgesellschaften.

Wäre anders aber auch nicht zu erwarten gewesen. Menschen haben schon lange (= seit dem Oberen Paläolithikum) ihre Umwelt bei sich statt einfach nur in jeweils der einen oder anderen zu leben.

Kompatibilitäten sind schon ein recht interessantes Thema.
Dérkesthai hat geschrieben:
Donnerstag 23. Mai 2019, 16:01
Wahrscheinlich selber so aufgewachsen und so wenig selbstreflektierend, dass sie nicht gemerkt haben, wie sie selbst eigenartige, einschränkende Muster übernommen haben.
Ja, scheint leider so. Selbst bei Dingen, die die nicht unerheblich verletzt und geschädigt haben müssen. Darüber habe ich mich damals mit meinem Analytiker (in D) gestritten, weil es mir unbegreiflich war, wie jemand das nicht merken kann. Oder auch, wenn ihm selbst die Erfahrung erspart blieb, wie er nicht durch ein bißchen Nachdenken darauf kommen kann, daß etwas eine ziemliche Qual sein muß.

Aber vielleicht war der Analytiker auch deswegen so merkbefreit, weil er im Umgang mit der Mehrheit seiner Klienten (und möglicherweise auch seiner Kollegen) abgestumpft ist :specht:


Rayah hat geschrieben:
Donnerstag 23. Mai 2019, 15:39
Nur weil sich ein Tag schlecht anfühlt, muss er nicht unbedingt schlecht bleiben. Manchmal gibt es auch positive Überraschungen. :kopfstand:
Ich habe mal gelernt: "Man soll den Tag nicht vor den Spätnachrichten loben." Aber offensichtlich gilt auch: "... nicht tadeln." :)


Kalypso hat geschrieben:
Donnerstag 23. Mai 2019, 16:35
Melli transkribiert Usernamen ins Griechische. :hammer:
Der Name ist griechisch :oops: Zwar bekomme ich ständig Halluzinationen wegen der Verbalwurzel, entsprechend Sanskrit dṛś- "sehen", aber die medialen Imperative (auf -σθαι) sind eine griechische Neuerung.
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Re: Erkenntnis des Tages

Beitrag von Dérkesthai » Donnerstag 23. Mai 2019, 20:54

Melli hat geschrieben:
Donnerstag 23. Mai 2019, 18:25
Ja, scheint leider so. Selbst bei Dingen, die die nicht unerheblich verletzt und geschädigt haben müssen. Darüber habe ich mich damals mit meinem Analytiker (in D) gestritten, weil es mir unbegreiflich war, wie jemand das nicht merken kann. Oder auch, wenn ihm selbst die Erfahrung erspart blieb, wie er nicht durch ein bißchen Nachdenken darauf kommen kann, daß etwas eine ziemliche Qual sein muß.

Aber vielleicht war der Analytiker auch deswegen so merkbefreit, weil er im Umgang mit der Mehrheit seiner Klienten (und möglicherweise auch seiner Kollegen) abgestumpft ist :specht:
Hab ich auch nie verstanden. Vor allem, weil man umgekehrt zwar reflektierend sein sollte, wenn man selbst blöd agiert hat aber das Gegenüber war eher so stumpfsinnig.
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Re: Erkenntnis des Tages

Beitrag von Melli » Freitag 24. Mai 2019, 01:33

Dérkesthai hat geschrieben:
Donnerstag 23. Mai 2019, 20:54
weil man umgekehrt zwar reflektierend sein sollte, wenn man selbst blöd agiert hat aber das Gegenüber war eher so stumpfsinnig.
Ganz banal: es steht nicht in der Macht eines Therapeuten (um Lacan, 2. Seminar, fast wörtlich zu zitieren). Das redet der dann schön mit Sprüchen wie: "Aber was macht das mit Ihnen?" oder: "Man kann nicht die anderen ändern, aber man kann sich selbst ändern." Das fand ich einen sehr schwachen Trost. Um nicht zu sagen: statt daß ich mehr/besser zu sprechen gekommen wäre, hat er mir das Wort abgeschnitten. Und vieles von dem, was ich immer noch zu sagen wagte, hat er ignoriert 🤦🏿‍♀️ Am Ende habe ich für mich selbst die Veränderung geleistet, die ich konnte: ich bin gegangen.
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