Beziehungsarbeit: was ist das eigentlich?

Auch mit einem Partner sind nicht alle Fragen geklärt

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Arikari
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Re: Beziehungsarbeit: was ist das eigentlich?

Beitrag von Arikari » Dienstag 15. Mai 2018, 14:08

Teenage Kicks hat geschrieben:
Dienstag 15. Mai 2018, 13:54
Dieser Prozess scheint eher schleichend (und unbemerkt) voran zu schreiten, oft sind es kleine Veränderungen die sich dann am Ende summieren.
In den meisten Fällen ist es wohl ein langsamer Wandel, eine Mischung von sich verändernden Persönlichkeiten, neuen äußeren Umständen und der sich verändernden eigenen Haltung (Stichwort: Partner für selbstverständlich halten, sich keine Mühe mehr geben).
Teenage Kicks hat geschrieben:
Dienstag 15. Mai 2018, 13:54
Doch werden sie in ein paar Jahren wahrscheinlich nicht drum herum kommen an ihrer Beziehung zu arbeiten, da diese ganzen kleinen Veränderungen sich mit der Zeit durchaus negativ auf eine Beziehung auswirken können.
In ein paar Jahren erst anzufangen sich mit den Themen auseinanderzusetzen wird zu spät sein... Die gemeinsamen Ziele müssen sie jetzt schon erarbeiten.
Pssst! Ruft da ein Schokokeks?

Kief
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Re: Beziehungsarbeit: was ist das eigentlich?

Beitrag von Kief » Dienstag 15. Mai 2018, 15:21

Arikari hat geschrieben:
Dienstag 15. Mai 2018, 14:08
Teenage Kicks hat geschrieben:
Dienstag 15. Mai 2018, 13:54
Doch werden sie in ein paar Jahren wahrscheinlich nicht drum herum kommen an ihrer Beziehung zu arbeiten, da diese ganzen kleinen Veränderungen sich mit der Zeit durchaus negativ auf eine Beziehung auswirken können.
In ein paar Jahren erst anzufangen sich mit den Themen auseinanderzusetzen wird zu spät sein... Die gemeinsamen Ziele müssen sie jetzt schon erarbeiten.
+1

Wenn sie jetzt bemerken, dass die Gemeinsamkeiten schwinden, sollten sie jetzt auch fuer dauerhaft tragende Gemeinsamkeiten sorgen - bevor die Bindung eine merkbare Kluft entwickelt.


K
Deeskalation, ohne danach die Probleme anpacken zu wollen,
das ist wie Ablenkung, oder Hinhalte-Taktik/Aussitzen wollen:
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Re: Beziehungsarbeit: was ist das eigentlich?

Beitrag von Nasobem » Dienstag 15. Mai 2018, 15:41

Arikari hat geschrieben:
Montag 14. Mai 2018, 14:10
Mal ganz provokativ gefragt: sollte es in einer glücklichen Beziehung nicht reichen, man selbst zu sein, um miteinander glücklich zu sein? Schließlich hat das ja mal gereicht, um sich in einander zu verlieben. Warum muss man nach einer Weile dafür arbeiten, diesen Zustand aufrechtzuerhalten? Ist man noch authentisch, wenn man versucht es dem anderen recht zu machen, oder Kompromisse eingeht, obwohl man eigentlich etwas anderes möchte? Ab einem gewissen Punkt entwickelt man sich dadurch vielleicht in eine Richtung, die einem selbst nicht mehr gefällt. Ich habe gewissermaßen ein Abgrenzungsproblem zwischen "meinen", "seinen" und "unseren" Bedürfnissen und frage mich, inwieweit ich diesbezüglich an mir selbst und unserer Beziehung arbeiten sollte, was das rechte Maß an Anpassung ist.
Von Verliebtheit kann man sich auf Dauer nichts kaufen. Das Eingehen von Kompromissen und generell das Umgehen mit Differenzen auf eine konstruktive Art, die weder in sich gegenseitig anbrüllen noch auf einer für beide Seiten unbefriedigenden Minimallösung wie dem grössten gemeinsamen Nenner beruht, sind für eine längere Beziehung aus meiner Sicht essenziell. Man kann als Paar z.B. auch neue Dinge entdecken, auf die man sonst vielleicht nicht gekommen wäre.

Ob man das nun als "Arbeit" bezeichnen sollte, sei dahingestellt.

Teenage Kicks

Re: Beziehungsarbeit: was ist das eigentlich?

Beitrag von Teenage Kicks » Dienstag 15. Mai 2018, 16:00

Kief hat geschrieben:
Dienstag 15. Mai 2018, 15:21
Arikari hat geschrieben:
Dienstag 15. Mai 2018, 14:08
Teenage Kicks hat geschrieben:
Dienstag 15. Mai 2018, 13:54
Doch werden sie in ein paar Jahren wahrscheinlich nicht drum herum kommen an ihrer Beziehung zu arbeiten, da diese ganzen kleinen Veränderungen sich mit der Zeit durchaus negativ auf eine Beziehung auswirken können.
In ein paar Jahren erst anzufangen sich mit den Themen auseinanderzusetzen wird zu spät sein... Die gemeinsamen Ziele müssen sie jetzt schon erarbeiten.
+1

Wenn sie jetzt bemerken, dass die Gemeinsamkeiten schwinden, sollten sie jetzt auch fuer dauerhaft tragende Gemeinsamkeiten sorgen - bevor die Bindung eine merkbare Kluft entwickelt.


K
Aber das merken sie selbst doch gar nicht, lies dir noch mal den ersten Satz meines ersten Posts durch
Ich werde sie auch nicht darauf hinweisen, warum auch? Sie sind wie ich geschrieben habe momentan glücklich in ihrer Beziehung.
Es scheint mir als wenn ihr eine gewisse Sicherheit in der Prävention und Kontrolle sucht, doch man kann die persönliche Entwicklung eines Menschen nun mal nicht gezielt kontrollieren, man kann es versuchen aber ob es klappt ist eine andere Frage ;)

Diese kleinen Sachen die sich im Leben eines Menschen fortwährend ändern, lösen oft eine Kettenreaktion aus.
Wenn eine Person bspw. eine Ausbildung zum KFZ Mechaniker macht wird sie in Zehn Jahren ganz anders über bestimmte Dinge denken als wenn sie nun eine Lehre zum Bankkaufmann macht.

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Re: Beziehungsarbeit: was ist das eigentlich?

Beitrag von Kief » Dienstag 15. Mai 2018, 16:26

Teenage Kicks hat geschrieben:
Dienstag 15. Mai 2018, 16:00
Aber das merken sie selbst doch gar nicht, lies dir noch mal den ersten Satz meines ersten Posts durch
Ich werde sie auch nicht darauf hinweisen, warum auch? Sie sind wie ich geschrieben habe momentan glücklich in ihrer Beziehung.
Es scheint mir als wenn ihr eine gewisse Sicherheit in der Prävention und Kontrolle sucht, doch man kann die persönliche Entwicklung eines Menschen nun mal nicht gezielt kontrollieren, man kann es versuchen aber ob es klappt ist eine andere Frage ;)
Genau das meine ich.

Man kann es nicht erzwingen - aber man kann es thematisieren.
Wenn man auf den Busch klopft, dann merkt man ja, ob der (oder beide) sich mit solch langfristigen Gedanken befassen will.
Manche sind gluecklich darueber, wenn man ihnen Hinweise gibt.
Andere nicht - aber das findet man nur heraus, wenn man es ausprobiert.

Eine Anregung anbieten ist nichts Falsches, oder gar Kontrollwunsch nach Sicherheit.
Im Gegenteil empfaende ich es als fahrlaessig und unterlassene Hilfeleistung, wenn ich jemanden sehenden Auges einen Hinweis vorenthalte, der seine Partnerschaft retten kann.
Geht ja nicht um aufdraengen oder zwingen, sondern um die Frage, ob ein Hinweis gewuenscht ist.


K
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Peter
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Re: Beziehungsarbeit: was ist das eigentlich?

Beitrag von Peter » Dienstag 15. Mai 2018, 16:53

Nasobem hat geschrieben:
Dienstag 15. Mai 2018, 15:41
Das Eingehen von Kompromissen und generell das Umgehen mit Differenzen auf eine konstruktive Art, die weder in sich gegenseitig anbrüllen noch auf einer für beide Seiten unbefriedigenden Minimallösung wie dem grössten gemeinsamen Nenner beruht, sind für eine längere Beziehung aus meiner Sicht essenziell. Man kann als Paar z.B. auch neue Dinge entdecken, auf die man sonst vielleicht nicht gekommen wäre.

Ob man das nun als "Arbeit" bezeichnen sollte, sei dahingestellt.
Finde ich gut formuliert. Insbesondere der positive Ansatz und der Hinweis, dass eben die Suche nach dem gemeinsamen Nenner nicht immer förderlich ist. Statt laue Kompromisse zu suchen, einfach mal dem anderen Geben ohne einen direkten Ausgleich zu bekommen.
Wenn dieses Verhalten beide zeigen, sinkt das Konfliktpotential.
Wenn du einen bestimmten Punkt im Leben erreicht hast, musst du wie deine eigenen Eltern sein. Du musst dich leiten und beschützen, aber du darfst das Kind in dir nicht töten.

Iggy Pop

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Re: Beziehungsarbeit: was ist das eigentlich?

Beitrag von Teenage Kicks » Mittwoch 16. Mai 2018, 12:47

Kief hat geschrieben:
Dienstag 15. Mai 2018, 16:26
Teenage Kicks hat geschrieben:
Dienstag 15. Mai 2018, 16:00
Aber das merken sie selbst doch gar nicht, lies dir noch mal den ersten Satz meines ersten Posts durch
Ich werde sie auch nicht darauf hinweisen, warum auch? Sie sind wie ich geschrieben habe momentan glücklich in ihrer Beziehung.
Es scheint mir als wenn ihr eine gewisse Sicherheit in der Prävention und Kontrolle sucht, doch man kann die persönliche Entwicklung eines Menschen nun mal nicht gezielt kontrollieren, man kann es versuchen aber ob es klappt ist eine andere Frage ;)
Genau das meine ich.

Man kann es nicht erzwingen - aber man kann es thematisieren.
Wenn man auf den Busch klopft, dann merkt man ja, ob der (oder beide) sich mit solch langfristigen Gedanken befassen will.
Manche sind gluecklich darueber, wenn man ihnen Hinweise gibt.
Andere nicht - aber das findet man nur heraus, wenn man es ausprobiert.

Eine Anregung anbieten ist nichts Falsches, oder gar Kontrollwunsch nach Sicherheit.
Im Gegenteil empfaende ich es als fahrlaessig und unterlassene Hilfeleistung, wenn ich jemanden sehenden Auges einen Hinweis vorenthalte, der seine Partnerschaft retten kann.
Geht ja nicht um aufdraengen oder zwingen, sondern um die Frage, ob ein Hinweis gewuenscht ist.


K
wir beiden haben anscheinend komplett verschiedene Ansichten zu diesem Thema.
Ich stelle mir die schöne Vase die ich mir gekauft habe lieber auf den Schrank und erfreue mich an ihr, als sie in Watte eingepackt in einer Kiste in den Schrank zu sperren :hierlang:
Dies birgt zwar das Risiko das sie schnell mal runterfällt und zerbricht, aber dafür hatte ich was von der Vase.
...und wer weiß vielleicht lässt sie sich ja noch kleben ;)

Kief
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Re: Beziehungsarbeit: was ist das eigentlich?

Beitrag von Kief » Mittwoch 16. Mai 2018, 13:05

Teenage Kicks hat geschrieben:
Mittwoch 16. Mai 2018, 12:47
Kief hat geschrieben:
Dienstag 15. Mai 2018, 16:26
Man kann es nicht erzwingen - aber man kann es thematisieren.
[ ... ]
Geht ja nicht um aufdraengen oder zwingen, sondern um die Frage, ob ein Hinweis gewuenscht ist.
wir beiden haben anscheinend komplett verschiedene Ansichten zu diesem Thema.
Ich stelle mir die schöne Vase die ich mir gekauft habe lieber auf den Schrank und erfreue mich an ihr, als sie in Watte eingepackt in einer Kiste in den Schrank zu sperren :hierlang:
Diese Metapher ist mir nicht verstaendlich.

Das Thema "Frueherkennung" und ein erwuenschtes Ziel bereits langfristig ins Fadenkreuz nehmen, sowie darauf zuarbeiten,
das ist das von mir unerwuenschte Gegenteil, dass man darauf wartet, das Kurskorrekturen irgendwann nicht mehr laenger aufschiebbar sind.
Je laenger ich mit einer Kurskorrektur warte, desto haerter muss die Korrektur werden, damit ich zurueck in meine gewuenschte Spur komme ... oder ich irgendwann sogar mein Ziel verfehle, und nur noch Schadensbegrenzung hinbekomme, moeglichst wenig daneben zu landen.

Deshalb ist es doch so wertvoll, fruehzeitig kleine Fehler erkennen zu koennen.
Die Konsequenz sind ja keine grossen Schritte zur Lebensvermeidung - sondern Mechanismen zu verstehen, und Impulse und Gewohnheiten zu hinterfragen, was davon sinnvoll ist.
Da kann ich Dein Bild nicht wirklich zuordnen.


K
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