Umzugswunsch der Freundin

Auch mit einem Partner sind nicht alle Fragen geklärt

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Goldilocks
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Re: Umzugswunsch der Freundin

Beitrag von Goldilocks » Freitag 16. November 2018, 12:12

Montecristo hat geschrieben:
Freitag 16. November 2018, 10:19

Es hängt ein emotionales Preisschild dran. Und wer das abtut hat auch keinen realistischen Bezug. ;)
Ich kann aus eigener Erfahrung sagen, dass ich im Zweifel auf alles Geld der Welt verzichte. Mein Seelenfrieden ist mir heilig.
Ich habe mal gelesen "sometimes the cheapest way to pay is with money".

Das stimmt häufig.

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Re: Umzugswunsch der Freundin

Beitrag von kim » Freitag 16. November 2018, 12:50

desigual hat geschrieben:
Donnerstag 15. November 2018, 22:12
Zum Thema Schwiegereltern:Würde ich im Leben nicht machen, nicht mal bei meiner eigenen Mutter. Zu viel Nähe kann so viel kaputt machen. So knapp bei Kasse werdet ihr wohl nicht sein, immerhin könnt ihr euch jetzt ja auch eine Wohnung leisten...
Ich hoffe, du wohnst weit genug von deiner Mutter weg. :D

Mal im Ernst: Wer ein Problem damit hat, in einer abgetrennten Wohnung mit den Eltern im gleichen Haus zu wohnen, dem nützt es auch nichts, wenn er paar Straßen weiter weg eine Wohnung hat. Der sollte dann schon einige Kilometer Entfernung dazwischen haben, wenn er nicht ständig Angst um seinen Seelenfrieden haben will.

Wenn man sich so gut versteht, dass man alltägliche Erledigungen und auch spätere Pflege der Eltern übernehmen will, dann ist ein Wohnen in zwei Wohnungen im gleichen Haus, eher hilfreich als hinderlich.

In dem Punkt bin ich mit Eric überein: Eine Mietswohnung in der Nähe der Eltern zu nehmen, halte ich für eine Schnapsidee. Entweder richtige Nähe oder dann gleich einen "Sicherheitsradius" von 50 km aufwärts, was aber dann den Umzug wieder ziemlich sinnlos erscheinen lassen würde.

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Re: Umzugswunsch der Freundin

Beitrag von Montecristo » Freitag 16. November 2018, 12:57

Wohnen im gleichen Haus ist was völlig anderes. Die Eltern kriegen jeden Besuch mit. Sehen wann man geht und kommt. Sehen was an Post kommt. Nehmen ALLE Päckchen entgegen.
Entweder man kommt damit klar, oder eben nicht. Aber einfach Tür abschließen ist nicht.

Aber NEC hat schon recht. Kenne da die Hardcore-Variante. Da kann man halt nix sagen, wenn die Rocker an ihrem Bike schweißen und das ganze Haus stinkt...
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Re: Umzugswunsch der Freundin

Beitrag von Cascade » Freitag 16. November 2018, 14:02

Esperanza hat geschrieben:
Freitag 16. November 2018, 08:39
In einem gemeinsamen Haus mit den Eltern würde ich auch nicht ziehen wollen, aber es gibt durchaus Familien, die das so praktizieren und wo es anscheinen funktioniert.
Es kann funktionieren, aber ich denke das hierfür die wichtigste Voraussetzung ist das sich alle untereinander auch verstehen und keiner dem anderen in sein Leben reinredet.

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Re: Umzugswunsch der Freundin

Beitrag von kim » Freitag 16. November 2018, 14:13

Montecristo hat geschrieben:
Freitag 16. November 2018, 12:57
Wohnen im gleichen Haus ist was völlig anderes. Die Eltern kriegen jeden Besuch mit. Sehen wann man geht und kommt. Sehen was an Post kommt. Nehmen ALLE Päckchen entgegen.
Entweder man kommt damit klar, oder eben nicht. Aber einfach Tür abschließen ist nicht.
Solche Argumente habe ich auch schon gehört, aber dann liegt schon mehr quer. Dass die Eltern mitbekommen, wann ich nach Hause gehe, hat mich als Teenager gestört. Weil ich um 22 Uhr zuhause sein sollte und es Ärger gab, wenn es 23 Uhr geworden ist. Aber heute? Wir sind alle erwachsen. Und unsere Nachbaren nehmen so gut wie alle Pakete an uns an, weil mein Freund und ich untertags selten zuhause sind. Ja, und? Ich bedanke mich fürs Annehmen, bringe ab und zu auch ein Dankeschön vorbei und gut ist.

Wenn einen so etwas stört, dann ist ein Gedanke an eine Unterstützung oder gar Pflege dann eh fehl am Platz. Als ich zum Beipiel meine Oma tageweise gepflegt habe, habe ich ihr manchmal auch beim Saubermachen und Umziehen geholfen wenn sie mal Nachts ins Bett und Nachthemd gekotet hat. Da geht es im wahrsten Sinn des Wortes ans Eingemachte. Wer sich da Gedanken macht, dass sie ja mitbekommt, wenn ich Post bekomme, der sollte lieber erst gar nicht an so was denken. Dann lieber einen "sicheren" Abstand zu den Eltern und alle sind glücklich. Es muss ja nicht jeder der Typ dafür sein.

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Re: Umzugswunsch der Freundin

Beitrag von Goldilocks » Freitag 16. November 2018, 14:31

Ich habe den Eindruck, dass der TE unbedingt mit seiner Partnerin besprechen sollte, welche genauen Vorstellungen alle Beteiligten von Art und Umfang der Unterstützung jetzt und in Zukunft haben, schon dieser Thread zeigt ja, wie unterschiedlich Unterstützung verstanden werden kann. (Ich zum Beispiel könnte für keine Mietersparnis der Welt meine alten Angehörigen pflegen, und ich weiß auch, dass das von mir keiner erwartet.)
Das solche Gespräche nicht gerade vergnüglich sind ist mir klar.

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Re: Umzugswunsch der Freundin

Beitrag von BartS » Freitag 16. November 2018, 15:02

Hallo Eric, mir kommt das schon etwas seltsam vor. Ich habe noch nicht alles durchgelesen, aber sie scheint sich in den Kopf gesetzt zu haben, bei ihren Eltern einzuziehen und Du sollst ihr folgen. Mal angenommen, Du hättest denselben Wunsch, auch Deinen Eltern behilflich zu sein und wieder in ihre Stadt zu ziehen? Würde sie Dir dann genauso folgen wollen? Und was sagen eigentlich ihre Eltern dazu? Wollen die das überhaupt, dass ihre Tochter ihr jetziges Arbeitsumfeld für sie aufgibt? Weil eigentlich sind Eltern eher selbstloser und wollen für ihre Kinder keine größere Belastung sein.
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Re: Umzugswunsch der Freundin

Beitrag von desigual » Freitag 16. November 2018, 15:15

kim hat geschrieben:
Freitag 16. November 2018, 12:50
desigual hat geschrieben:
Donnerstag 15. November 2018, 22:12
Zum Thema Schwiegereltern:Würde ich im Leben nicht machen, nicht mal bei meiner eigenen Mutter. Zu viel Nähe kann so viel kaputt machen. So knapp bei Kasse werdet ihr wohl nicht sein, immerhin könnt ihr euch jetzt ja auch eine Wohnung leisten...
Ich hoffe, du wohnst weit genug von deiner Mutter weg. :D

Mal im Ernst: Wer ein Problem damit hat, in einer abgetrennten Wohnung mit den Eltern im gleichen Haus zu wohnen, dem nützt es auch nichts, wenn er paar Straßen weiter weg eine Wohnung hat. Der sollte dann schon einige Kilometer Entfernung dazwischen haben, wenn er nicht ständig Angst um seinen Seelenfrieden haben will.

Wenn man sich so gut versteht, dass man alltägliche Erledigungen und auch spätere Pflege der Eltern übernehmen will, dann ist ein Wohnen in zwei Wohnungen im gleichen Haus, eher hilfreich als hinderlich.

In dem Punkt bin ich mit Eric überein: Eine Mietswohnung in der Nähe der Eltern zu nehmen, halte ich für eine Schnapsidee. Entweder richtige Nähe oder dann gleich einen "Sicherheitsradius" von 50 km aufwärts, was aber dann den Umzug wieder ziemlich sinnlos erscheinen lassen würde.
Ne, im Gegenteil, ich verstehe mich sehr gut mit meiner Mutter und wir hatten lange Zeit ein enges Verhältnis (in letzter Zeit ist es etwas getrübt durch ihren neuen Freund). Mittlerweile wohnen wir über dreihundert Kilometer voneinander entfernt und ich finde das schade. Wir besuchen uns regelmäßig und waren auch schon öfter zusammen im Urlaub. Nichtsdestotrotz nerven wir uns gegenseitig, wenn wir imselben Haus wohnen. Sie hängt sich in Themen rein, die sie nichts angehen, hat zu allem gleich eine Meinung und äußert gern ungefragt unangebrachte Kritik. Das brauche ich bestimmt nicht jeden Tag. Von so Dingen wie einem gemeinsamen Treppenhaus oder Garten, die gemeinsam geputzt und gepflegt werden wollen gar nicht anzufangen. Bei meiner Mutter muss immer alles sofort passieren, ich hingegen würde das machen, wenn ich es für nötig halte und Zeit dazu habe.
Ich würde mich hingegen sehr freuen, in derselben Stadt wie meine Mutter zu leben. Man könnte sich ein, zweimal die Woche sehen, was Schönes unternehmen, bei Bedarf gegenseitig unterstützen.

Ich finde nicht, dass ein Anspruch auf ein eigenes Leben außerhalb des elterlichen Hauses die Bereitschaft mal bei den Eltern mit anzupacken ausschließt. Manche unterstellen einem hier ja größten Egoismus und das schlechteste Verhältnis überhaupt zu den Eltern, nur weil man nicht das Haus teilen will.

@TE: Mir war nach deinem Einstiegspost nicht klar, dass das Hauptargument für den Umzug die Mietersparnis ist. Wenn du es nur unter finanziellen Gesichtspunkten siehst, verstehe ich deine Zweifel erst recht nicht. Den Umzug hast du ja finanziell nach wenigen Monaten wieder reingeholt.

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Re: Umzugswunsch der Freundin

Beitrag von BartS » Freitag 16. November 2018, 15:15

NeC hat geschrieben:
Mittwoch 14. November 2018, 16:46
Aber vielleicht kannst Du einen Umzug jetzt als einen Schritt in Richtung einer sehr stabilen Wohnsituation sehen, wenn ihr irgendwann Hauseigentümer sein werdet?
Wäre das wirklich so? Denn Eltern vererben ihr Eigentum in der Regel nicht an ihre Schwiegertöchter oder -söhne, sondern an ihre direkten Nachfahren.
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Re: Umzugswunsch der Freundin

Beitrag von AviferAureus » Freitag 16. November 2018, 15:18

Soweit ich derartige Diskussionen mitbekommen habe, dann ging es eher in die Richtung eines Umzuges der Eltern, da diese "nur" eine seniorengerechte Wohnung suchen müssen, die (Schwieger)kinder dagegen Wohnung und Job(s). Hängt aber natürlich im Einzelfall immer von den näheren Umständen wie z. B. dem Arbeits- und Wohnungsmarkt und der Situation der beiden Elternpaare ab.
Aus meiner Kinderzeit kenne ich noch das Altenteil oder Ausgedinge, eine etwas separat gelegene Kammer, in der die frühere Bäuerin lebte (gerne im Stallbereich, denn da ist es schön warm mit den Kühen).

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Re: Umzugswunsch der Freundin

Beitrag von BartS » Freitag 16. November 2018, 15:30

kim hat geschrieben:
Donnerstag 15. November 2018, 14:58
Ich kann deine Abneigung gegen Umzüge zum großen Teil verstehen. Die will ich dir auch nicht absprechen. Aber ist es dir tatsächlich soviel "wert", dass du von deiner Freundin erwartest, dass sie wegen "dem" die Chance ungenutzt lässt, ihren Wunsch nach Unterstützung ihrer Eltern nicht umsetzen kannt? Dass sie stattdessen mit dir allein über 300 km von ihren Eltern entfernt wohnen bleibt? Weil du nicht umziehen "willst"? Nach 3 Jahren sind deine sozialen Strukturen dort vermutlich noch nicht so extrem gefestigt und so wie es aussieht, wäre am neuen Wohnort die Möglichkeit einer "längeren Bleibe" sehr wahrscheinlich.
Hmm, gilt das nicht für Eric genauso? Auch er hat zwei Eltern, die nicht jünger werden. Auch er würde bestimmt seinen Eltern öfters im Alltag helfen wollen. Wenn man generell solche Entscheidungen trifft, ohne die Wünsche des Partners zu berücksichtigen, sondern nur die Chance sieht (wobei ich das Wort schon für einen Euphemismus halte) bei ihren Eltern kostenlos einzuziehen, dann ist das keine Entscheidung für die Beziehung. Welche Rolle spielt Eric in dieser 4er-Konstellation? Ja, braucht sie überhaupt Eric für ihren Umzug? Wie sieht eigentlich ihr Kinderwunsch aus?

Wenn generell ihre Eltern wichtiger sind als ihr Lebenspartner, dann sollte sie zu ihren Eltern umziehen. Dann sollte sie aber auch nicht erwarten, dass ihr Partner mitkommt. In so einer Situation zeigt sich doch, wo die eigentlichen Lebensprioritäten liegen.
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Re: Umzugswunsch der Freundin

Beitrag von BartS » Freitag 16. November 2018, 15:32

Reinhard hat geschrieben:
Donnerstag 15. November 2018, 21:31
Was macht es für einen Unterschied, wie lange der letzte Umzug her ist?
Wie oft bist Du schon im Leben umgezogen?
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Re: Umzugswunsch der Freundin

Beitrag von BartS » Freitag 16. November 2018, 15:35

desigual hat geschrieben:
Donnerstag 15. November 2018, 22:12
Sei mir nicht böse, aber das Argument kann ich nicht gut nachvollziehen und klingt für mich nach einer unflexiblen Mimose.
Hallo???!!! Vielleicht kann man auch mal die berühmte Kirche im Dorf lassen. Ist sie denn vor 3 Jahren zu ihm gezogen, hat dort versucht, beruflich neu Fuß zu fassen, einen neuen Bekanntenkreis aufzubauen, sich in eine neue Stadt einzuleben oder war er es?
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Re: Umzugswunsch der Freundin

Beitrag von BartS » Freitag 16. November 2018, 15:46

Eric hat geschrieben:
Freitag 16. November 2018, 10:01
Ich weiß, dass es im Grunde das Sinnvollste ist, diesen Umzug zu machen.
Vermutlich wäre es dann das Sinnvollste, wenn Du keine Bedürfnisse hättest, oder zum Wohninventar gehörst. Sinn macht es in meinen Augen dann, wenn die Bedürfnisse aller Parteien berücksichtigt werden und nach einem gemeinsamen Kompromiss gesucht wird. Innerhalb einer Beziehung sollten Deine Bedürfnisse denselben Rang haben wie die von Deiner Freundin. Momentan steht scheinbar eine Maximalforderung im Raum mit dem Umzug direkt in das Haus ihrer Eltern und Alternativen werden bisher nicht wirklich in Betracht gezogen. Von daher kann ich noch keine Sinnhaftigkeit im bisherigen Entscheidungsprozess erkennen. Meine Meinung.
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Re: Umzugswunsch der Freundin

Beitrag von Tania » Freitag 16. November 2018, 16:36

Eric, diese Entscheidung trefft ihr GEMEINSAM. Deine Bedürfnisse zählen genauso viel wie ihre.

Solche Diskussionen können sich durchaus auch mal über Jahre hinziehen. Und mitunter gibt es einfach keine Lösung, mit der beide leben können. Und oft ist der berühmte Kompromiss nur die Variante, die beiden gleich weh tut.

Ich hab das im Familienkreis mal erlebt. Da war die Mutter der Ehefrau (A) verwitet, pflegebedürftig, lebte knapp 20 km entfernt und wollte sowohl Pflege als auch Gesellschaft. Zur Debatte standen die Optionen
- die Mutter zieht zu A und ihrem Mann oder
- A zieht weitgehend zur Mutter und besucht ihren Mann ab und zu.

Da A keinen Führerschein hatte und es per ÖPNV ne Weltreise gewesen wäre, und der Mann von A sich aus diversen Gründen gegen die Aufnahme der Schwiegermutter gewehrt hat, und A ihren Mann nicht verlassen wollt, gab es einfach keine Lösung, die allen gerecht geworden wäre.

Letztlich lief es darauf hinaus, dass ein Kompromiss mit mehreren Bausteinen gebastelt wurde
- A und ihr Mann besuchen zweimal die Woche die (Schwieger-)Mutter für je 4 Stunden und übernehmen die Hausarbeiten (kochen waschen putzen einkaufen)
- Die tägliche Pflege (Körperhygiene, anziehen, ...) übernimmt ein Pflegedienst
- A telefoniert täglich 2x mit der Mutter
- im Haus von A und ihrem Mann wurde ein Zimmer für den Fall vorbereitet, dass die Mutter dauerhaft bettlägrig werden würde und 24h Betreuung brauchen würde.

Das Ganze wurde dann ausprobiert und bedarfsweise angepasst. Z.B. wurden aus den zwei Besuchen pro Woche drei, als sich der Zustand der Mutter verschlechtert hat. Der Mann von A spielte irgendwann nur noch den Chauffeur, nachdem er sich mal wieder mit seiner Schwiegermutter gestritten hat und die ihm Hausverbot erteilt hat. Und bei der nächsten, deutlichen Verschlechterung des Gesundheitszustands wurde alles über Bord geworfen und A ist zu ihrer Mutter gezogen. Die dann wenige Tage später verstarb. Wäre sie das nicht, wäre eine andere, langfristige Lösung erarbeitet worden.

Was ich sagen will: im Moment habt ihr, so weit ich das verstehe, ja keinen unmittelbaren Druck umzuziehen. Noch könnt ihr euch eure Wohnung leisten und noch kommen die Eltern klar. Also setzt euch doch vielleicht mal zusammen und macht einen "Was ist wenn" - Plan. Wie ist die Situation heute - welche Maßnahmen sind sofort nötig? Was ist wenn die Eltern nur Hilfe im Garten brauchen? Was wenn einer bettlägrig wird? Was, wenn es beide trifft? Was, wenn ihr Kinder bekommt? Wenn Deine Eltern krank werden? Wie wichtig ist ihr die "Rettung" ihres Elternhauses vor der Pflegekasse?

Und bedenkt bei allen Situationen nicht nur, was ihr leisten wollt, sondern auch, was ihr leisten könnt. Kinder und Großeltern pflegen und nebenbei arbeiten gehen kannst Du z.B. knicken - der Versuch geht regelmäßig schief.

Und lasst euch beraten. Anwälte kennen sich mitunter mit rechtlichen Fragen besser aus, Caritas und Co mit Pflegemodellen. Sammelt Informationen. Oder seid ihr bereits vertraut mit Pflegestufen, Pflegegeld, Kosten von Pflegediensten, Heranziehung von Kindern und deren Einkommen...?

Nehmt euch Zeit. Je mehr Infos ihr habt, je mehr Optionen ihr diskutiert, desto kleiner werden die Zweifel.

Und vielleicht solltet ihr auch mal deutlich aussprechen: Das ist UNSER Problem, WIR finden eine Lösung. Trennung ist keine Option.

Reinhard hat geschrieben:
Donnerstag 15. November 2018, 21:31
Was macht es für einen Unterschied, wie lange der letzte Umzug her ist?
Wie oft bist Du schon im Leben umgezogen?
Wenn auf diesem Niveau argumentiert werden soll, dann sollten hier nur Meinungen von Leuten zählen, die schon mindestens 3 Jahre Beziehungserfahrung besitzen, mindestens einmal umgezogen sind und pflegebedürftige Schwiegereltern, die Eigentümer eines Mehrfamilienhauses sind, haben ;)

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Re: Umzugswunsch der Freundin

Beitrag von Montecristo » Freitag 16. November 2018, 16:53

kim hat geschrieben:
Freitag 16. November 2018, 14:13
Wenn einen so etwas stört, dann ist ein Gedanke an eine Unterstützung oder gar Pflege dann eh fehl am Platz. Als ich zum Beipiel meine Oma tageweise gepflegt habe, habe ich ihr manchmal auch beim Saubermachen und Umziehen geholfen wenn sie mal Nachts ins Bett und Nachthemd gekotet hat. Da geht es im wahrsten Sinn des Wortes ans Eingemachte. Wer sich da Gedanken macht, dass sie ja mitbekommt, wenn ich Post bekomme, der sollte lieber erst gar nicht an so was denken. Dann lieber einen "sicheren" Abstand zu den Eltern und alle sind glücklich. Es muss ja nicht jeder der Typ dafür sein.
Willst Du MICH beeindrucken? Wird nicht funktionieren. Ich habe in den letzten Jahren genug erlebt.
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Re: Umzugswunsch der Freundin

Beitrag von BartS » Freitag 16. November 2018, 17:28

Ich finde übrigens diesen Thread sehr lehrreich und inhaltsvoll. Denn er zeigt schön, dass im realen Leben es in Beziehungen nicht darum geht, ob man Schmetterlinge im Bauch hat oder sich ganz toll liebt, sondern ob man wirklich in der Lage ist, als Team zu bestehen und gemeinsam Entscheidungen zu treffen, ohne das sich jemand mies dabei fühlt. Solche Fragen wie, wo werden wir leben, wer zieht wohin und auch, willst Du Kinder haben und wie stellst Du Dir unser gemeinsames Leben vor, entscheiden über eine Beziehung, finde ich. Da sind solche Gedanken wie wäre er nur 5 cm größer oder sie 5 Kilo leichter Kindergarten dagegen. :D
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Re: Umzugswunsch der Freundin

Beitrag von Brax » Freitag 16. November 2018, 20:04

Jetzt bin ich aber echt erleichtert, dass mittlerweile Kommentare kamen, die eher meiner Meinung entsprechen. Hab mich schon richtig böse gefühlt... :mrgreen:

Ich würde im Leben nicht zu meinen Eltern oder Schwiegereltern ziehen, erst recht nicht, wenn es noch gar nicht nötig ist und es nur darum geht, ihnen den Garten zu machen.
Eric, ich würde dir raten, dir gut zu überlegen, wie deine Schwiegereltern drauf sind. Bitten sie dann um Hilfe, wenn sie es wirklich brauchen? Oder schleicht sich dann Bequemlichkeit ein und es wird 24/7 für jeden Handreich um Hilfe gerufen? Letzteres habe ich mittlerweile schon oft genug mitbekommen und wenn das bei den Schwiegereltern zu befürchten ist, würde ich auf keinen Fall da einziehen.

Zwei Fragen drücken mir auf die Seele, wenn ich diesen Thread lese:
1) Warum stellst du deine Bedürfnisse hintenan? Und warum habe ich den Eindruck, dass ihr eigentlich noch gar nicht richtig darüber gesprochen habt, aber der Umzug ins Elternhaus für deine Freundin schon wie eine ausgemachte Sache wirkt? Deine Bedürfnisse sind genauso wichtig. Und in einer Partnerschaft haben erstmal die Partner Priorität (meine Meinung), danach kommen die andern. Es sollte nur Lösungen geben, mit denen sich alle (also auch du) wohlfühlen.

2) Avifer hat das schon angesprochen: Warum wird nicht in Betracht gezogen, dass die Eltern, wenn sie's brauchen, in ein betreutes Wohnen ziehen? Das könnte dann ja auch bei euch in der Nähe sein. Stattdessen sollen die Tochter und der Schwiegersohn ihr komplettes bisheriges Leben aufgeben und Job, Wohnung und soziales Umfeld hinter sich lassen und komplett neu aufbauen müssen?

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Re: Umzugswunsch der Freundin

Beitrag von Montecristo » Freitag 16. November 2018, 20:35

Eben im Radio gehört: ZZTop nennt als Geheimnis für gute Zusammenarbeit getrennte Tourbusse. :mrgreen:
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Re: Umzugswunsch der Freundin

Beitrag von Montecristo » Samstag 17. November 2018, 09:23

BartS hat geschrieben:
Freitag 16. November 2018, 17:28
Solche Fragen wie, wo werden wir leben, wer zieht wohin und auch, willst Du Kinder haben und wie stellst Du Dir unser gemeinsames Leben vor, entscheiden über eine Beziehung, finde ich.
Aus eigener Erfahrung: Kinderwunsch ist nochmal eine andere Herausforderung. Besonders wenn es nicht klappt. Und an der Stelle bereue ich wirklich so alt zu sein. Vielleicht wäre dann vieles einfacher. Vielleicht auch nicht. Es geht im Zweifelsfall ein riesiges Rätselraten los. Am Ende machen die Ärzte auch nur ihre Tests. Und wenn eigentlich alles irgendwie okay ist, dann stehen alle doof da. Der liebe Gott hat es so eingerichtet, dass es ein großes Wunder ist und bleibt.

Noch was anderes: Auch alte Leute wissen was sie wollen, besonders was sie nicht wollen. Als Außenstehender (und unverheiratet ist man das allemal) sollte man sich da sehr mit schlauen Vorschlägen zurückhalten. Ich bin so auf jeden Fall gut gefahren.

Vielleicht ist dem TE auch klar geworden, dass sein Single-Leben dann endgültig vorbei wäre. Mit dem Umzug wären die Weichen klar auf Dauerhaft und Familie gestellt. Aus der Nummer wäre auf jeden Fall nicht mehr rauszukommen.
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