Umzugswunsch der Freundin

Auch mit einem Partner sind nicht alle Fragen geklärt

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Re: Umzugswunsch der Freundin

Beitrag von selina » Samstag 17. November 2018, 09:28

Brax hat geschrieben:
Freitag 16. November 2018, 20:04

2) Avifer hat das schon angesprochen: Warum wird nicht in Betracht gezogen, dass die Eltern, wenn sie's brauchen, in ein betreutes Wohnen ziehen? Das könnte dann ja auch bei euch in der Nähe sein. Stattdessen sollen die Tochter und der Schwiegersohn ihr komplettes bisheriges Leben aufgeben und Job, Wohnung und soziales Umfeld hinter sich lassen und komplett neu aufbauen müssen?
Wenn ich den Eingangstext richtig verstanden habe, geht der Wunsch wohl von der Tochter aus. Also sie würde sich besser fühlen, in der Nähe der Eltern zu leben.

Wenn ich alt bin, werde ich nur noch nörgeln. Das wird ein Spaß. :oma:

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Re: Umzugswunsch der Freundin

Beitrag von uhu72 » Samstag 17. November 2018, 09:42

Montecristo hat geschrieben:
Samstag 17. November 2018, 09:23
...
Noch was anderes: Auch alte Leute wissen was sie wollen, besonders was sie nicht wollen. Als Außenstehender (und unverheiratet ist man das allemal) sollte man sich da sehr mit schlauen Vorschlägen zurückhalten. Ich bin so auf jeden Fall gut gefahren.
...
Um das zu wissen muss man nun wirklich nicht verpartnert sein.
Ich kenne das Thema aus der eigenen Familie. Alte Bäume verpflanzt man nicht. Die alten Leute wollen in der Regel nicht aus ihrer vertrauten Umgebung weg, schon gar nicht, wenn es Eigentum ist. Und da geht es um ganz andere Dimensionen. Da reichen schon die wenigen Kilometer Distanz zur nächsten Senioren- und/oder Pflegeeinrichtung, weil der tägliche Kontakt mit den vertrauten Nachbar entfällt. Es sind nicht mehr die vier Wände, die man seit Jahrzehnten kennt, an denen Erinnerungen hängen. Usw.
Es gibt für jeden Topf einen passenden Deckel. Aber es gibt nicht genug passende Deckel für alle Töpfe!

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Re: Umzugswunsch der Freundin

Beitrag von NeC » Samstag 17. November 2018, 10:22

Montecristo hat geschrieben:
Samstag 17. November 2018, 09:23
Vielleicht ist dem TE auch klar geworden, dass sein Single-Leben dann endgültig vorbei wäre. Mit dem Umzug wären die Weichen klar auf Dauerhaft und Familie gestellt. Aus der Nummer wäre auf jeden Fall nicht mehr rauszukommen.
Das ist ein ziemlicher guter Gedanke!
Es könnte gleichzeitig erklären, warum

a.)der Umzug für die Freundin schon so glasklar ist, OBWOHL ihr gleichzeitig Eric und ihre Paarbeziehung wichtig sind. Und warum

b.) Eric emotional noch nicht ganz hinterher kommt.

Ob beides zutrifft oder nur eines oder nix davon wissen wir natürlich nicht, aber Eric: ich glaube es lohnt sich für euch, das zu erforschen.


Außerdem möchte ich nochmal anmerken, das anscheinend alle die, die wehement ein Zusammenleben mit den Schwiegereltern im gleichen Haus ablehnen, das natürlich aus eigenen, individuellen Erfahrungen heraus tun. Eric hat offenbar keine schlechten Erfahrungen mit seinen Schwiegereltern. Wenn er sie schon gut genug kennt, wäre das ja ein sehr positives Zeichen.

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Re: Umzugswunsch der Freundin

Beitrag von Tania » Samstag 17. November 2018, 11:33

NeC hat geschrieben:
Samstag 17. November 2018, 10:22
Außerdem möchte ich nochmal anmerken, das anscheinend alle die, die wehement ein Zusammenleben mit den Schwiegereltern im gleichen Haus ablehnen, das natürlich aus eigenen, individuellen Erfahrungen heraus tun.
In meinem Fall nicht. Ich kenne mich einfach nur zu gut und weiß, dass ich mit dem Hausbesitzer regelmäßig in Kompetenzgerangel verfallen würde. Egal ob Eltern oder Schwiegereltern - solange die Konstellation ist "Papa sagt an und Tania führt aus", gibt es Konfliktpotential.

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Re: Umzugswunsch der Freundin

Beitrag von NeC » Samstag 17. November 2018, 11:52

Tania hat geschrieben:
Samstag 17. November 2018, 11:33
NeC hat geschrieben:
Samstag 17. November 2018, 10:22
Außerdem möchte ich nochmal anmerken, das anscheinend alle die, die wehement ein Zusammenleben mit den Schwiegereltern im gleichen Haus ablehnen, das natürlich aus eigenen, individuellen Erfahrungen heraus tun.
In meinem Fall nicht. Ich kenne mich einfach nur zu gut und weiß, (...)
Aber genau das ist doch eine eigene individuelle Erfahrung?
Nur halt mit Dir und nicht bezogen auf ganz bestimmte andere Menschen.

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Re: Umzugswunsch der Freundin

Beitrag von NeC » Samstag 17. November 2018, 12:01

NeC hat geschrieben:
Samstag 17. November 2018, 10:22
Montecristo hat geschrieben:
Samstag 17. November 2018, 09:23
Vielleicht ist dem TE auch klar geworden, dass sein Single-Leben dann endgültig vorbei wäre. Mit dem Umzug wären die Weichen klar auf Dauerhaft und Familie gestellt. Aus der Nummer wäre auf jeden Fall nicht mehr rauszukommen.
Es könnte (...) erklären, warum (...) der Umzug für die Freundin schon so glasklar ist, OBWOHL ihr gleichzeitig Eric und ihre Paarbeziehung wichtig sind.
Es ist ja hier im Thread auch öfter von "Forderungen" seitens der Freundin die Rede.

Wenn man obiges durchdenkt, kann man das Verhalten der Freundin aber auch als ganz tolle Vertrauens- und Absichtserklärung sehen: Sie sagt damit ja zu Eric "Ich möchte Dich in meiner Familie haben!" Von einem Familienmensch (der sie offenbar ist, wenn der Wunsch ursprünglich von Ihr statt von den Eltern kommt) ist das ein riesiges Kompliment!

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Re: Umzugswunsch der Freundin

Beitrag von Kief » Samstag 17. November 2018, 14:43

Nell The Sentinel hat geschrieben:
Freitag 16. November 2018, 10:36
Was mir noch durch den Kopf geht: Könntet ihr das nicht mal ausprobieren? Für ein oder zwei Wochen "auf Probe" in dieser Wohnung übernachten? Könnte dir mehr Sicherheit geben, ob deine Befürchtungen tatsächlich wahr werden könnten (ich hab nämlich die Erfahrung gemacht, dass meine Fantasie der unangenehmste Moment ist und die Realität längst nicht immer so übel war wie ausgemalt).
Finde ich gerade die wichtigste Frage.

An der Konstellation sehe ich keine grosse Auswahl, wo es langfristig hingeht:
sie will zu ihren Eltern ziehen, und dort mit Dir Familie sein.
An sich hast Du nichts dagegen, vieles daran ist sinnvoll und von Dir gewuenscht.
Das einzige, was dagegen spricht, ist Dein Gefuehl, die erneute Entwurzelung und Neuverpflanzung.
Aber eigntlich hat auch diese Entscheidung keine akute Eile.
Ist das soweit korrekt?

Dann nehme ich an, geht es nicht darum, nach grossen Alternativen an langfristigen Optionen zu suchen, denn da wird sich wohl kaum etwas Besseres finden.
Das Beste, was machbar ist, waere also einen Weg zu suchen, auf dem die langfristige Loesung Dich einfach nicht ueberfaehrt, sondern Du damit besser klarkommst.
Quasi change-management.
Soweit auch korrekt?

Dann komme ich bei der Loesung heraus, dass Du einfach auf Tuchfuehlung gehst mit der langfristigen Option.
Nicht nur Weihnachten mal ne Woche dort verbringen, sondern gleich nach weiteren Moeglichkeiten schauen fuer (verlaengerte) Wochenenden.
Das duerfte schon ne ganze Menge veraendern in Deinem Unwohlsein, wenn Du zum dritten mal mitten in der Woche zu Besuch bist, die Eltern im Alltag begleitest, beim Einkauf, zum Arzt oder in die Post.
Was dann noch an Unwohlsein da sein wird, kann komplett anders und vernachlaessigbar sein.

Um diesen Umgang mit der Veraenderung auszuprobieren, wuerde ich beispielsweise angesammelte Urlaubstage auf ne Besuchswoche Ende Januar investieren, und vielleicht auch Februar. Dann hast Du mit Weihnachten schon die ersten Alltagszeiten vor Ort.
Das kann mental einiges veraendern.
Ohne das gleich der Job gekuendigt werden muss.
Also lass Dir die Zeit, triff Entscheidungen mit dem fuer Dich passenden Tempo.
Wenn so eine Entscheidung dann Maerz oder September oder so faellt, kannst Du immer noch den Job gedanklich abhaken, und die Suche nach nem neuen starten.


K
Deeskalation, ohne danach die Probleme anpacken zu wollen,
das ist wie Ablenkung, oder Hinhalte-Taktik/Aussitzen wollen:
als Gespraechsverweigerung die getarnteste Form von Eskalation.

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Re: Umzugswunsch der Freundin

Beitrag von BartS » Samstag 17. November 2018, 22:19

Montecristo hat geschrieben:
Samstag 17. November 2018, 09:23
Vielleicht ist dem TE auch klar geworden, dass sein Single-Leben dann endgültig vorbei wäre. Mit dem Umzug wären die Weichen klar auf Dauerhaft und Familie gestellt. Aus der Nummer wäre auf jeden Fall nicht mehr rauszukommen.
Dieser Schritt ist doch so gesehen schon längst geschehen. Eric ist zu seiner Freundin in eine neue Stadt gezogen, hat dort eine neue Arbeit angefangen, neue Bekannte und Freunde kennengelernt und dafür sein bisheriges Umfeld verlassen. Das ist doch ein klares Signal, dass damit ein neuer Abschnitt begonnen hat.
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Re: Umzugswunsch der Freundin

Beitrag von BartS » Samstag 17. November 2018, 22:24

NeC hat geschrieben:
Samstag 17. November 2018, 10:22
Außerdem möchte ich nochmal anmerken, das anscheinend alle die, die wehement ein Zusammenleben mit den Schwiegereltern im gleichen Haus ablehnen, das natürlich aus eigenen, individuellen Erfahrungen heraus tun. Eric hat offenbar keine schlechten Erfahrungen mit seinen Schwiegereltern. Wenn er sie schon gut genug kennt, wäre das ja ein sehr positives Zeichen.
Auch wenn man sich mit den Schwiegereltern gut versteht, muss das kein Grund für ein Zusammenleben mit ihnen sein. Oder anders gesagt, dass man nicht mit ihnen nicht zusammenleben möchte, muss nicht heißen, dass man sich nicht gut mit ihnen versteht. Ich habe bei einigen Antworten im Thread übrigens den leisen Verdacht, dass sie die Gleichrangigkeit von Erics Unbehagen im Vergleich zum Wunsch der Partnerin zu den Eltern zu ziehen, nicht so recht anerkennen wollen.
NeC hat geschrieben:
Samstag 17. November 2018, 10:22
Sie sagt damit ja zu Eric "Ich möchte Dich in meiner Familie haben!" Von einem Familienmensch (der sie offenbar ist, wenn der Wunsch ursprünglich von Ihr statt von den Eltern kommt) ist das ein riesiges Kompliment!
Ist sowas nur durch das Zusammenleben mit den eigenen (Schwieger-)Eltern möglich? Ich kenne so viele Paare, die sich wirklich gut mit den Schwiegereltern verstehen. Sie feiern gemeinsame Geburtstage, Weihnachten und nehmen Anteil am Leben des Anderen. Da käme niemand der Eltern auf die Idee zu sagen "schade das Du nicht in unserer Familie bist, weil Du nicht bei uns im Haus wohnst". Familie definiert sich in meinen Augen nicht über dieselbe Postanschrift, sondern das gemeinsame Gefühl, auch wenn einen vielleicht 4 Stunden Autofahrt oder 6 Stunden Flugzeit voneinander trennen. Ich bin ja auch noch das Kind meiner Eltern, auch wenn ich schon längst dort ausgezogen bin.
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Re: Umzugswunsch der Freundin

Beitrag von BartS » Samstag 17. November 2018, 22:57

Kief hat geschrieben:
Samstag 17. November 2018, 14:43
Dann nehme ich an, geht es nicht darum, nach grossen Alternativen an langfristigen Optionen zu suchen, denn da wird sich wohl kaum etwas Besseres finden.
Ein bissel seltsam hört es sich für mich schon an, wenn man den Wiedereinzug zu den Eltern als langfristige Option bezeichnet. In meinen Augen ist das kein "nachhaltiges" Lebenskonzept und geht von heutigen Lebensentwürfen weg. Ich will gar nicht abstreiten, dass das Zusammenleben über mehrere Generation noch vor einigen Jahrzehnten ziemlich normal war. Ich selbst bin in einem 3-Generationen-Haus aufgewachsen. Aber davon abgesehen, ich persönlich kann dieses Konzept nicht wirklich empfehlen und letztlich bedeutet es auch, dass eine Hälfte dann nicht bei seinen Eltern sein kann, bzw. weniger Zeit mit ihnen verdrängt.

Aber irgendwie gibt es diesen für mich unerklärlichen Trend, dass die Jugend von heute den Wunsch verspürt, ewige Wohngemeinschaften mit ihren Eltern zu gründen. Meine Nichte, Ende 20 würde wohl auch am liebsten wieder in das Haus ihrer Eltern einziehen.
Kief hat geschrieben:
Samstag 17. November 2018, 14:43
Dann komme ich bei der Loesung heraus, dass Du einfach auf Tuchfuehlung gehst mit der langfristigen Option.
Nicht nur Weihnachten mal ne Woche dort verbringen, sondern gleich nach weiteren Moeglichkeiten schauen fuer (verlaengerte) Wochenenden.
Das duerfte schon ne ganze Menge veraendern in Deinem Unwohlsein, wenn Du zum dritten mal mitten in der Woche zu Besuch bist, die Eltern im Alltag begleitest, beim Einkauf, zum Arzt oder in die Post.
Oder das Unwohlsein verstärkt sich noch. ;)

Ich weiß nicht, ob mein Vater damals so glücklich war, dass es über ein paar Stationen dann zu meiner Oma mütterlicherseits ging. Wir haben nie so richtig darüber gesprochen. Aber damals galten in erster Linie materielle Gründe. Wohnraum war in der DDR nun mal knapp. Und so sind wir mit Eltern und als drei Kinder von einer 3-Zi-Whg. in das Eigenheim der Oma gezogen. Wohnlich betrachtet natürlich ein großer Fortschritt.

Prinzipiell finde ich den Vorschlag von Kief gar nicht schlecht. Wichtig ist aber dabei, meiner Meinung nach, dass das nicht als Einbahnstraße verstanden wird, mit dem Zielbahnhof "endgültiger Einzug bei den Schwiegereltern". Es muss da auch immer eine "Ausstiegsklausel" geben.
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Re: Umzugswunsch der Freundin

Beitrag von Brax » Samstag 17. November 2018, 23:10

selina hat geschrieben:
Samstag 17. November 2018, 09:28
Wenn ich den Eingangstext richtig verstanden habe, geht der Wunsch wohl von der Tochter aus. Also sie würde sich besser fühlen, in der Nähe der Eltern zu leben.
Wenn die Eltern selbst es gar nicht wollen/brauchen, dann würde ich den Umzug erst recht lassen.
Wenn es nur darum geht, dass sie sich "besser fühlt", sind die Opfer, die da gebracht werden, mMn zu groß. Eric fühlt sich ja offenbar nicht so wohl damit.

Vielleicht wäre auch mal eine interessante Frage, warum sie unbedingt zu ihren Eltern ziehen will, wenn es nicht mal nötig ist (und von den Eltern selbst gar nicht gewünscht wurde?).

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Re: Umzugswunsch der Freundin

Beitrag von NeC » Sonntag 18. November 2018, 08:32

BartS hat geschrieben:
Samstag 17. November 2018, 22:24
NeC hat geschrieben:
Samstag 17. November 2018, 10:22
(...)
(...)
BartS, ich habe nicht den Eindruck, dass Du mich verstehst. Es scheint mir als zerpflückst Du die Beiträge in kleine Stücke, und benutzt die dann um Nebendiskussionen anzustoßen.

Ich finde nicht, dass das hierher gehört, und möchte mich da nicht dran beteiligen.

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Re: Umzugswunsch der Freundin

Beitrag von BartS » Sonntag 18. November 2018, 11:14

NeC hat geschrieben:
Sonntag 18. November 2018, 08:32
Es scheint mir als zerpflückst Du die Beiträge in kleine Stücke, und benutzt die dann um Nebendiskussionen anzustoßen.
In dem Punkt scheint mir eher, dass Du mich nicht verstehst. ;) Im Ernst, mir geht es darum, mich inhaltlich mit Deinen genannten Thesen auseinanderzusetzen. Ich gebe dabei offen zu, dass es sein kann, sie falsch aufgefasst zu haben oder ein Missverständnis vorliegt, kann aber auch nur das als Diskussionsgrundlage nehmen, was hier geschrieben wurde. Du hast als These aufgestellt (korrigier mich bitte, falls nicht so), dass der Wunsch der Partnerin mit ihm zu den Eltern zu ziehen, ein Zeichen dafür wäre, dass sie ich ihn in ihre Familie haben möchte. Das mag durchaus sein (schließlich können wir nur spekulieren, worum es ihr wirklich geht). Ich finde nur, dass so ein großer Schritt nicht unbedingt notwendig ist, um in eine Familie aufgenommen zu werden. Wie schon geschrieben, die Familienzugehörigkeit definiert sich in meinen Augen nicht durch den Wohnort.
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Re: Umzugswunsch der Freundin

Beitrag von Tania » Sonntag 18. November 2018, 11:47

Brax hat geschrieben:
Samstag 17. November 2018, 23:10
Wenn es nur darum geht, dass sie sich "besser fühlt", sind die Opfer, die da gebracht werden, mMn zu groß.
Warum "nur"? Ihr Wunsch, sich besser zu fühlen, scheint mir wichtiger als die ganzen sachlichen Gründe. Er steht auf derselben Stufe wie Erics Wunsch, sich weiter gut zu fühlen.

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Re: Umzugswunsch der Freundin

Beitrag von Montecristo » Sonntag 18. November 2018, 20:29

BartS hat geschrieben:
Samstag 17. November 2018, 22:19
Montecristo hat geschrieben:
Samstag 17. November 2018, 09:23
Vielleicht ist dem TE auch klar geworden, dass sein Single-Leben dann endgültig vorbei wäre. Mit dem Umzug wären die Weichen klar auf Dauerhaft und Familie gestellt. Aus der Nummer wäre auf jeden Fall nicht mehr rauszukommen.
Dieser Schritt ist doch so gesehen schon längst geschehen. Eric ist zu seiner Freundin in eine neue Stadt gezogen, hat dort eine neue Arbeit angefangen, neue Bekannte und Freunde kennengelernt und dafür sein bisheriges Umfeld verlassen. Das ist doch ein klares Signal, dass damit ein neuer Abschnitt begonnen hat.
Ich habe den Eingangsbeitrag von Eric sehr wohl gelesen. Nur ziehe ich daraus andere Schlüsse als Du.
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Re: Umzugswunsch der Freundin

Beitrag von Brax » Sonntag 18. November 2018, 21:44

Tania hat geschrieben:
Sonntag 18. November 2018, 11:47
Brax hat geschrieben:
Samstag 17. November 2018, 23:10
Wenn es nur darum geht, dass sie sich "besser fühlt", sind die Opfer, die da gebracht werden, mMn zu groß.
Warum "nur"? Ihr Wunsch, sich besser zu fühlen, scheint mir wichtiger als die ganzen sachlichen Gründe. Er steht auf derselben Stufe wie Erics Wunsch, sich weiter gut zu fühlen.
Natürlich sind die Wünsche der beiden gleich wichtig.

Nur scheint es mir, dass Eric die größeren Opfer bringen muss, um ihrem Wunsch nachzukommen, als umgekehrt.

Und ich meine, dass Eric "handfestere" Gründe hat, um gegen den Umzug zu sein, als seine Freundin, um dafür zu sein. Wer sagt denn, dass das mit nem neuen Job und nem neuen Freundeskreis so hinhaut, dass er damit zufrieden sein kann? Was ist, wenn das Zusammenleben mit den Schwiegereltern schwierig wird? Am Ende leidet auch seine Beziehung drunter?
Dagegen scheint mir der Wunsch seiner Freundin eher aus der Luft gegriffen als seine Bedenken. Ich spekuliere da jetzt natürlich nur, aber bisher scheint es ja immer noch so, als dass der Wunsch eher von ihr, also nicht von den Eltern ausgeht, dass sie bei ihnen einziehen. Wenn die Eltern das jetzt gar nicht wollen oder brauchen, welcher Grund besteht dann, von Eric solche Opfer einzufordern?
Weshalb würde sie sich denn besser fühlen, wenn sie ohne Notwendigkeit und ohne den Wunsch der Eltern bei ihnen einzieht? Da würde ich mal die Ursprünge ihres Wunsches genauer beleuchten, das hilft ganz sicher auch bei der Lösungsfindung.

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Re: Umzugswunsch der Freundin

Beitrag von Eric » Dienstag 20. November 2018, 11:18

Erstmal vielen Dank auf alle Fälle für die vielen Wortmeldungen dazu. Sie haben mich nochmal zum Nachdenken und auch Nachfragen gebracht. :hut:

Angeregt durch meine Frage hier und der Diskussion, die sich entwickelt hat, hatte ich am Wochenende nochmals gezielt das Gespräch mit meiner Freundin dazu gesucht. Wir haben uns auch lange darüber ausgetauscht. Ich will nicht zu sehr ins Detail gehen, aber es haben sich einige Punkte nochmals klarer heraus gefiltert.

Was mir nicht so klar war ist, dass es durchaus so etwas wie eine zeitliche "Frist" gibt. Keine konkrete mit Datum oder "nächsten Monat", aber es wurde doch klar, dass wir für die Überlegungen nicht "ewig" Zeit haben. Ihr Vater ist momentan noch weitestgehend selbstständig, allerdings prognostizierten seine Ärzte, dass sich das in den kommenden Monaten ändern wird und er voraussichtlich in spätestens einem Jahr doch deutlich mehr auf Hilfe angewiesen sein wird.

Mit diesem Wissen hat meine "Schwiegermutter" vor einiger Zeit mal meiner Freundin von dieser Zukunftsaussicht erzählt. Und dass sie überlegen, wie sie das in Zukunft wohl alles schaffen werden. Sie hätten ja "niemanden in der Nähe" und dass ein Haus mit Garten schon auch Arbeit bedeutet, von einer Pflege des Vaters mal ganz abgesehen.

Daraufhin ist bei meiner Freundin der Wunsch und das Bedürfnis erstarkt (rudimentär vorhanden war er wohl schon länger), in die Wohnung im Haus ihrer Eltern zu ziehen. Zum einen, um in ihrer Nähe zu sein, um auch mal unkompliziert im Haus und Alltag mithelfen zu können. Und zum anderen natürlich auch, um das Elternhaus erhalten zu können. Falls nämlich die Eltern in eine Wohnung im Seniorenheim ziehen sollten, dann würde es im Raum stehen, dass zur Mitfinanzierung der Heimkosten das Haus verkauft wird und meine Freundin so ihr Elternhaus verlieren würde.

Details, wie zum Beispiel eine Pflege (des Vaters) konkret geregelt würde, sind noch nicht ganz ausdiskutiert worden. Je nach Bedarf, ist die stundenweise Einbindung eines ambulanten Pflegedienstes momentan das bevorzugte Verfahren, aber da ist nichts in Stein gemeiselt und hängt dann natürlich auch von der konkreten Situation ab.

Es ist also jetzt nicht so, dass das "nur" ein Hirngespinst meiner Freundin ist, das sich bald wieder verzieht, sondern das sind von ihr ziemlich konkrete und wohlüberlegte Gedanken zum Umzug. Ihre Eltern würden sich über einen Umzug auch sehr freuen, auch weil es ihnen eine andere Zukunftsperspektive ermöglichen könnte. Sie würden schon sehr gerne in ihrem eigenen Haus alt werden.

Die Wohnung im Haus der Eltern an andere zu vermieten kommt für die Eltern nicht in Frage. Ihre Eltern wollen nach einigen Jahren der Vermietung nun den "Stress damit" nicht mehr haben, man muss sich als Vermieter ja doch auch um eine Wohnung immer mal kümmern. Und falls sie das Haus verkaufen wollen, dann ist es auch unkomplizierter, wenn keine Mieter in der Wohnung sind.

Wenn dann wäre vielleicht noch eine theoretische Option, dass meine Freundin und ich die Vermietung der Wohnung regeln, was ich allerdings als ineffektiv ansehe. Ich muss mich um eine Wohnung kümmern und deren Einnahmen dann verwenden, um die eigene Wohnung mit zu finanzieren. Und die Eltern haben fremde Leute bei sich wohnen, während wir "paar Straßen weiter" Miete bezahlen. Das erscheint mir nach wie vor für mich unsinnig und erleichtert das Problem, dass ein Umzug stattfindet auch nicht.

Für mich wäre ein Wohnen im Haus der "Schwiegereltern" nicht so das Problem. Es ist eine komplett eigene Wohnung mit dem Berührungspunkt "Haustüre und Treppenhaus".In dem Punkt bin ich mir wirklich klar: Das wäre kein Problem für mich, auch wenn andere damit offensichtlich ziemliche Probleme haben. Da ist halt jeder anders, was ja auch ok ist.

Mein Problem ist in der Tat, dass ich einen Umzug mit Wechsel des Wohnraums allgemein als gefühlsmäßig sehr anstrengend empfinde und ich mich gerade mal vom letzten Umzug soweit "erholt" und nun eingewöhnt habe. Ich weiß, dass das manche so nicht nachvollziehen können, weil es ihnen mit Umzügen anders geht.

Wir sind immer wieder mal einige Tage bei den Schwiegereltern zu Besuch, übernachten dann allerdings bei ihnen in der Wohnung. Die obere Wohnung ist komplett leer, so dass wir dort höchstens mit Schlafsack oder Isomatte auf dem Boden schlafen könnten. Reales "Probewohnen" wäre das eher nicht.

Was mir insgesamt bei den Gesprächen klar geworden ist:

Meine Freundin betont, dass es ihr leid tut, mir wieder einen Umzug "zuzumuten". Sie weiß schon, wie sehr ich damit zu kämpfen hatte. Sie hat es ja hautnah miterlebt. Aber die Umstände sind nun mal so und das ist jetzt nichts, dass wir nun 5 oder mehr Jahre verschieben können. Das sollte schon in "absehbarer Zeit" über die Bühne gehen.

Mein Gefühl: Im Endeffekt ist die Entscheidung für den Umzug bei meiner Freundin schon gefallen. Es spricht letztendlich zu Vieles dafür und ihr Bedürfnis danach ist zu groß. Ich halte es für nicht langfristig erfolgversprechend umsetzbar, dass wir diesen Umzug nicht machen. Daran würde letztendlich vermutlich unsere Beziehung zerbrechen.

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Re: Umzugswunsch der Freundin

Beitrag von BartS » Dienstag 20. November 2018, 14:47

Hallo Eric, erstmal danke für das Vertrauen, was Du uns Lesern gibst und dem Einblick in eure Planungen.
Eric hat geschrieben:
Dienstag 20. November 2018, 11:18
Mein Problem ist in der Tat, dass ich einen Umzug mit Wechsel des Wohnraums allgemein als gefühlsmäßig sehr anstrengend empfinde und ich mich gerade mal vom letzten Umzug soweit "erholt" und nun eingewöhnt habe. Ich weiß, dass das manche so nicht nachvollziehen können, weil es ihnen mit Umzügen anders geht.
Das ist eigentlich völlig egal, was andere über Deine Bedenken denken. Wichtig ist, wie Du und Deine Freundin damit umgehen.
Eric hat geschrieben:
Dienstag 20. November 2018, 11:18
Meine Freundin betont, dass es ihr leid tut, mir wieder einen Umzug "zuzumuten". Sie weiß schon, wie sehr ich damit zu kämpfen hatte. Sie hat es ja hautnah miterlebt. Aber die Umstände sind nun mal so und das ist jetzt nichts, dass wir nun 5 oder mehr Jahre verschieben können. Das sollte schon in "absehbarer Zeit" über die Bühne gehen.
Okay. Deine Freundin scheint zu wissen, welche Belastung es für Dich darstellt. Trotzdem sage ich mal, was mich daran wundert. Es hört sich so an, ja, ich weiß dass Dich ein neuer Umzug belastet, aber wir machen das trotzdem. Welches Mitspracherecht hast Du bei dieser Entscheidung? Ist ihr bewusst, dass Du auch nein sagen könntest?
Eric hat geschrieben:
Dienstag 20. November 2018, 11:18
Mein Gefühl: Im Endeffekt ist die Entscheidung für den Umzug bei meiner Freundin schon gefallen. Es spricht letztendlich zu Vieles dafür und ihr Bedürfnis danach ist zu groß. Ich halte es für nicht langfristig erfolgversprechend umsetzbar, dass wir diesen Umzug nicht machen. Daran würde letztendlich vermutlich unsere Beziehung zerbrechen.
Prinzipiell, ich finde es ist okay, wenn man sich für seine Eltern entscheidet und zu ihnen ziehen will. Wenn man das dann so umsetzen will, muss man auch mit den Konsequenzen leben. Und eine Konsequenz kann beispielsweise sein, dass Du mitziehst, aber Du mit dieser Entscheidung unglücklich bist. Oder Du von Dir aus sagst, ich werde nicht mitziehen. Das muss nicht so kommen, aber wenn man etwas mit höchster Priorität durchsetzen will, dann muss man auch damit rechnen, dass der eigene Partner nicht mitzieht. Ist das Deiner Partnerin bewusst? Ich glaube, dass Paare öfters vor solchen Situationen stehen, als man für allgemein denkt. Man nehme nur das Beispiel wenn beide Partner unterschiedliche Kinderwünsche haben. Wenn einem das absolut wichtig ist, dann ist zu überlegen, ob man für diesen Wunsch auch den passenden Partner wählt. Meine Meinung dazu. Ich beneide Dich nicht.
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Re: Umzugswunsch der Freundin

Beitrag von Tania » Dienstag 20. November 2018, 16:59

Eric hat geschrieben:
Dienstag 20. November 2018, 11:18

Meine Freundin betont, dass es ihr leid tut, mir wieder einen Umzug "zuzumuten". Sie weiß schon, wie sehr ich damit zu kämpfen hatte. Sie hat es ja hautnah miterlebt. Aber die Umstände sind nun mal so und das ist jetzt nichts, dass wir nun 5 oder mehr Jahre verschieben können. Das sollte schon in "absehbarer Zeit" über die Bühne gehen.

Mein Gefühl: Im Endeffekt ist die Entscheidung für den Umzug bei meiner Freundin schon gefallen. Es spricht letztendlich zu Vieles dafür und ihr Bedürfnis danach ist zu groß. Ich halte es für nicht langfristig erfolgversprechend umsetzbar, dass wir diesen Umzug nicht machen. Daran würde letztendlich vermutlich unsere Beziehung zerbrechen.
Eric, ich finde es großartig, wie ihr euch mit der Situation auseinandersetzt und dabei immer das WIR im Auge behaltet. Denn es ist nun mal eine Situation, in der einer von euch in den sauren Apfel beißen muss. Entweder Du nimmst die Belastung durch den Umzug auf Dich - oder sie die Belastung der Sorge um ihren Vater, des unerfüllten Wunsches, die Eltern in dieser schweren Zeit zu unterstützen, des Verlustes des Elternhauses.

Klar, jeder von euch könnte sich jetzt auf den Standpunkt stellen: "Das scheint Dir ja wichtiger zu sein als ich". Ist es aber nicht. Allenfalls wäre es wichtiger als die Wünsche des Anderen. Aber wie Du schon selbst erkannt hast: so ein Ansatz wäre ziemlich beziehungsschädigend.

Es geht nun mal nicht darum, wie man die eigenen Wünsche am besten durchsetzen kann - es geht darum, das Modell zu finden, bei dem die SUMME eurer beider Belastungen minimal ist. Und da deutet Dein Gefühl auf Umzug. Und ehrlich gesagt sagt meins dasselbe. Die Perspektive, eines Tages am Grab des Vaters zu stehen und zu wissen, dass man nicht alles getan hat, um ihn in seinen letzten Jahren zu unterstützen, ist einfach zu heftig.

Es ist scheisse, dass bei diesem Modell der Hauptteil der Last bei Dir liegt. Aber Deine Partnerin scheint sich dessen bewusst zu sein - und im Laufe eures gemeinsamen Lebens wird sich dieses Ungleichgewicht wieder einpendeln. Vielleicht wenn ihr eins Deiner Elternteile zu euch nehmen und pflegen müsst. Vielleicht wenn sie eines Tages den Hauptteil von Haushalt und Kinderbetreuung übernimmt, damit Du Karriere machen kannst.

Fürs Erste würde ich empfehlen, mal die Details eines Umzugs zu prüfen. Wissen die Eltern überhaupt davon, dass ihr mietfrei da wohnen könnt? Lässt sich das rechtlich so absichern, dass die Pflegekasse dann keine fiktive Miete ansetzen kann? Wie sieht es mit Jobs am Zielort aus?

Und dann überlegt euch erstmal, was ihr mit dem eingesparten Geld machen wollt. Positive Pläne schmieden ist immer was Schönes - und hilft vielleicht, den Umzugsstress zu überstehen :daumen:

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Re: Umzugswunsch der Freundin

Beitrag von BartS » Dienstag 20. November 2018, 18:04

Drei Anmerkungen noch:

* es wird öfters von Umzugsstress gesprochen, als wenn der Aufwand allein darin besteht, Kisten zu packen, ein Umzugsunternehmen zu beauftragen und dann mit den Lastern die Strecke abzufahren. Der wesentlich größere Aufwand in meinen Augen ist, in der neuen Umgebung zwei(!) adäquate neue Jobs zu finden, die nicht mittelfristig zu Frustrationen führen und ob man Anschluss an die Menschen Vorort findet. Ich vermute sowieso, bevor nicht einer ein konkretes Jobangebot hat, steht auch noch kein Umzug an. Apropos mietfrei wohnen, als Häuslebesitzer weiß man auch, dass man immer wieder Geld ins Haus stecken muss. Wenn die leere Wohnung komplett renoviert werden muss, ist das auch nicht ohne.

* ein bissel den Eltern unter die Arme greifen ist das eine. Aber was ist, wenn eine echte Pflegebedürftigkeit hinzukommt, die mit ein paar Stunden ambulanter Pflege in der Woche erledigt ist? Zumindest da sollte man sich auch überlegen, ob man auf Lohnverzicht bereit ist und die psychische Anstrengung der Pflege auf sich nehmen will (was wohl in erster Linie die Freundin betreffen würde). Ich habe das selbst in unserem 3-Generationen-Haus erlebt.

* getrennte Wohnungen zu haben wäre für eine Beziehung eine große Belastung. Daran können Beziehungen scheitern. Aber damit ist nicht gesagt, dass nach dem gemeinsamen Umzug die Beziehung stabil bleibt. Wir kennen die Wohnverhältnisse dort nicht und wissen auch nicht, wie sehr die Eltern auch eine Belastung sein können, wenn man dauerhaft dort wohnt. Zumal wenn sich das Gefühl einschleicht, dass man immer wieder dem Partner entgegenkommen ist, und sich immer neue Forderungen und Wünsche ergeben. Das sollte auch nicht vergessen werden.
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