Trennung oder nicht?

Auch mit einem Partner sind nicht alle Fragen geklärt

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Gambler
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Trennung oder nicht?

Beitrag von Gambler » Dienstag 11. Juni 2019, 00:02

Moin forumgeneinde!
Weiss nicht wo ich anfangen soll.
In unserer 1.5 jährigen Beziehung hat mir meine Freundin nun bereits zum Dritten mal die Trennung ausgesprochen.
Wir haben uns durch ihren ex Freund kennen gelernt - der hat sie psychisch wohl sehr geschädigt . Gewalt in der Beziehung ist das Stichwort. Er hat sie nach dem sie sich getrennt hatten noch Monate lang "gestalkt"
und insbesondere die erste Zeit wo wir zusammen kamen.
Und auch diesmal nennt Sie mir den gleichen Grund für das aus. Sie möchte eine Trennung weil sie Angst hat mir immer wieder weh mir zu tun- natürlich tut sie das durch "mich beiseite schieben " immer wieder.
Sie sagt heute noch dass sie mich liebt und das merke ich auch. Und mir geht es genauso.

Wir können beide keinen schlussstrich ziehen.
Bei der letzen "aussprache" sagte sie aber auch sie sei eventuell nach den Erfahrungen mit ihrem ex einfach "nicht Beziehungsfähig" und es sei zu wenig Zeit dazwischen gewesen.

Sie war 6 Jahre verheiratet. Unglücklicherweise laut Aussage. Danach kam ihr Gewalt ex..... und dann ich.
In all ihren Beziehungen hat sie sich nie wirklich geliebt gefühlt laut Aussage. Mit mir wäre es das erste mal.
Und auch für mich war es einfach nur toll wie wir uns verstanden haben.

Ich bin zwiegespalten. Was soll ich jetzt machen?
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Re: Trennung oder nicht?

Beitrag von marwie » Dienstag 11. Juni 2019, 00:24

Schwierg zu sagen, was du tun sollst. Gibt es noch weitere Probleme oder sprechen "nur" ihre psychischen Probleme gegen die Beziehung? Fals letzteres, könnte ev. eine Therapie helfen (entweder nur sie oder eine Paartherapie bzw. kombiniert). Falls es auch sonstige Probeme gibt, die sich nicht aus der Welt schaffen lassen, wäre wohl eine Trennung das beste.

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Re: Trennung oder nicht?

Beitrag von Gambler » Dienstag 11. Juni 2019, 00:36

Laut meinem Gefühl sind es wirklich nur ihre psychischen Probleme.
Eine Therapie habe ich ihr mal vorgeschlagen. ...das wollte sie nicht. Sie würde das so schaffen laut Aussage.
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Re: Trennung oder nicht?

Beitrag von VollAB » Dienstag 11. Juni 2019, 01:23

Sehr schwierige Situation bei dir. Kann man so von der Ferne natürlich keinen guten Ratschlag geben, aber für mich wäre so eine Beziehung nur toxisch und ich würde da wahrscheinlich wohl auch emotional dran zerbrechen. Man stelle sich vor, die Dame würden dann wirklich mit dir Schluss machen und nie wiederkehren. Für mich sind solche unberechenbaren Beziehungen einfach nichts.

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Re: Trennung oder nicht?

Beitrag von Nonkonformist » Dienstag 11. Juni 2019, 15:05

Schwierig,
Sie ist traumatisiert und hat deswegen einen bindungsangst.
Leidet darunter das sie dich demit verletzt.
Aber sie scheint dich zu lieben.

Ich würde in den fall wahrscheinlich bleiben.
Zumindestens so lange als ich das emotional schaffen würde.
Die hauptfrage ist ob du so was auf dauer durchhalten kannst/willst.
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Re: Trennung oder nicht?

Beitrag von mak1 » Dienstag 11. Juni 2019, 21:58

Gambler hat geschrieben:
Dienstag 11. Juni 2019, 00:36
Laut meinem Gefühl sind es wirklich nur ihre psychischen Probleme.
Eine Therapie habe ich ihr mal vorgeschlagen. ...das wollte sie nicht. Sie würde das so schaffen laut Aussage.
Wenn ihr euch liebt, könnt ihr beide nur gewinnen, aber vor allem sie, wenn sie eine Therapie macht. Alleine wird sie das kaum schaffen und damit eure Beziehung belasten. Zudem wird sie vermutlich immer wieder in alte Muster verfallen und an gewalttätige Typen geraten.
Viel Glück wünscht
mak

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Re: Trennung oder nicht?

Beitrag von Oxymoron » Dienstag 11. Juni 2019, 22:28

Solange sie keine Krankheitseinsicht bzw. Compliance, in dem Sinne eine Therapie beginnen zu wollen, hat es keinen Sinn. Und auch wenn gibt es keine Erfolgsgarantie, eher wird es ein jahrelanger steiniger Weg ohne Aussicht auf Besserung. Musst du wissen ob du dir das antun willst.
Habe ich auch alles schon gehört "Du bist ja so toll und viel besser als mein Ex","Ich könnte dich gar nicht verletzen, dafür habe ich viel zu viele Gefühle" -> 1 Woche später Schluss "Mein Ex ist meine große Liebe, ich habe Kontakt zu ihm aufgenommen aber leider will er mich nicht mehr"

Oder ein guter Freund von mir, wurde von einem Mädel was auch traumatische Erlebnisse hatte auch angelogen mit großen Gefühlen etc. und im Hintergrund hat sie heimlich Herrenüberschuss Filmchen mit alten Säcken hobbymäßig gedreht.

Du kennst sich aber besser als wir. Ich wäre da gaaaanz vorsichtig. Das sind Verhaltensweisen die man kaum nachvollziehen kann. Völlig irrationales und kaltes Handeln...
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Re: Trennung oder nicht?

Beitrag von Gambler » Mittwoch 12. Juni 2019, 20:59

Danke für eure Ratschläge.
Rationell gesehen tendiere ich ebenso das ganze zu beenden.... wenn nur nicht der "teufel" oder "Engel " auf der Schulter wären.

Nachvollziehen kann ich ihr Verhalten nur sehr sehr schwer. Zum Teil ja zum Teil Nein.
Wahrscheinlich geht das nur wenn man es selbst erlebt hat was ihr passiert ist.

Wir halten derzeit sporadisch Kontakt und ich glaube wir beide wissen nicht derzeit wohin das führen wird / soll.
Ich werde berichten.
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Re: Trennung oder nicht?

Beitrag von yes_or_no » Mittwoch 12. Juni 2019, 21:30

Eventuell hast du ein bisschen was wie Helfersyndrom? Bzw lässt du ihre negative Vergangenheit glaube ich sehr sehr stark an dich ran - vermutlich unvermeidlich, weil du sie liebst und daher verständlich ...
Aber ihre Probleme muss sie selbst in die Hand nehmen, versuch dich da auch ein bisschen abzugrenzen und ihr klar zu machen, dass sie ihre schlechten Erfahrungen mit einer Therapeutin besprechen sollte, statt (ausschließlich) mit dir.
Bei allem, egal was du für sie tust, vergiss nie, auch an dich selbst zu denken und daran, dass auch DU von der Beziehung einen Vorteil haben musst im Sinne von "es muss dir mit ihr besser gehen wie ohne ihr", sie sollte dein Leben bereichern und auch andersrum DIR Halt geben können. - Natürlich, nicht permanent, jeder hat mal schlechte Phasen, wo EINER stärker sein muss. Aber insgesamt schon.
Viel Erfolg weiterhin und dass du die für dich richtige Entscheidung treffen kannst.

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Re: Trennung oder nicht?

Beitrag von Gambler » Donnerstag 13. Juni 2019, 21:58

Es fällt mir schwer von ihr loszulassen....natürlich weil ich sie liebe . Und vor allem auch weil meine Vorstellung ist dass man in einer Partnerschaft zusammen durch dick und dünn geht.
Aber ich sehe auch das ihre Probleme unfassbar gross sind.
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Re: Trennung oder nicht?

Beitrag von Seren » Freitag 14. Juni 2019, 09:34

Gambler hat geschrieben:
Dienstag 11. Juni 2019, 00:02
Sie war 6 Jahre verheiratet. Unglücklicherweise laut Aussage. Danach kam ihr Gewalt ex..... und dann ich.
In all ihren Beziehungen hat sie sich nie wirklich geliebt gefühlt laut Aussage. Mit mir wäre es das erste mal.
Schwierige Entscheidung. Ich kenne bisher nur Fälle, in denen solche Menschen ihr Leben lang beziehungsunfähig waren, weil sie sich selbst so wenig liebenswert fanden, dass sie immer wieder Beziehungen, in denen sie wirklich geliebt wurden, beendeten und stattdessen in Beziehungen gerieten, in denen sie schlecht behandelt wurden. Keine Ahnung, wie hoch die Wahrscheinlichkeit ist, dass sich zwischen euch noch eine gesunde Beziehung entwickelt. Wie war denn deine Reaktion auf ihren Trennungsgrund? Wenn jemand sich wegen Angst, mir weh zu tun, von mir trennen wollen würde, würde ich ja widersprechen und versuchen, ihr die Angst zu nehmen und die Beziehung zu erhalten.

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Re: Trennung oder nicht?

Beitrag von NeC » Freitag 14. Juni 2019, 11:18

Gambler hat geschrieben:
Dienstag 11. Juni 2019, 00:02
Sie möchte eine Trennung weil sie Angst hat mir immer wieder weh mir zu tun- natürlich tut sie das durch "mich beiseite schieben " immer wieder.
Sie sagt heute noch dass sie mich liebt und das merke ich auch. Und mir geht es genauso.
Wir können beide keinen schlussstrich ziehen.
yes_or_no hat geschrieben:
Mittwoch 12. Juni 2019, 21:30
Eventuell hast du ein bisschen was wie Helfersyndrom? (...)
Bei allem, egal was du für sie tust, vergiss nie, auch an dich selbst zu denken und daran, dass auch DU von der Beziehung einen Vorteil haben musst im Sinne von "es muss dir mit ihr besser gehen wie ohne ihr", sie sollte dein Leben bereichern und auch andersrum DIR Halt geben können. - Natürlich, nicht permanent, jeder hat mal schlechte Phasen, wo EINER stärker sein muss. Aber insgesamt schon.
Gambler hat geschrieben:
Donnerstag 13. Juni 2019, 21:58
Es fällt mir schwer von ihr loszulassen....natürlich weil ich sie liebe . Und vor allem auch weil meine Vorstellung ist dass man in einer Partnerschaft zusammen durch dick und dünn geht.
Aber ich sehe auch das ihre Probleme unfassbar gross sind.
Wenn es tatsächlich ein wenig in Richtung "Helfersyndrom" geht, dann könnte diese Beziehung auch Dir halt geben - eben weil Du (im Gegensatz zu vielen anderen Männern) in der Lage bist, die schwankenden Gemütszustände Deiner Freundin auszuhalten. Das wäre etwas, was Dich auszeichnet und ggf. Dein Selbstbewustsein stärken könnte. Ich finde den Gedanken tröstlich, dass eben auch für die "schwierigen Fälle" (ob nun AB oder post-traumatisch oder was auch immer) tendenziell gut passende Partner gibt. Und ich bin auch sicher, dass gegenseitige Liebe verdammt große Gräben überbrücken kann.

Was yes_or_no schreibt, ist aber wirklich ganz wichtig: Ob Du das wirklich aushalten kannst, musst Du selbst für Dich herausfinden. Es gibt auch etwas wie selbstzerstörerische Liebe.

Ich glaube, davor will Dich Deine Freundin bewahren, und daher kommen die Trennungswünsche. Redet intensiv miteinander. Wenn Du glaubst, es aushalten zu können, und sie wirklich mit Dir zusammensein möchte (und die Trennungswünsche wirklich als Schutz für Dich gedacht waren), dann könntest Du ihr klar machen, dass sie Dich mit diesen "Schutzreaktionen" auch verletzt, und dass Sie nicht für Dich über die Zukunft entscheiden soll, sondern ihr beiden zusammen.

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Re: Trennung oder nicht?

Beitrag von Oxymoron » Freitag 14. Juni 2019, 15:36

@NEC

Liebe kann keine verdammt großen Gräben in solchen Konstellationen überwinden. Man kann einen psychisch kranken bzw. traumatisierten Menschen nicht durch Liebe heilen. Das funktioniert nicht, dass sind Rahmenbedingungen die man als Außenstehender schlecht versteht. So ein Mensch verhält sich von außen gesehen komplett irrational, für den Betroffenen macht das aber alles Sinn in dem Moment. Auch die beigefügten Verletzungen. Und das sage ich als ebenfalls Betroffener von so einer Erkrankung.
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Re: Trennung oder nicht?

Beitrag von Tania » Freitag 14. Juni 2019, 16:12

Oxymoron hat geschrieben:
Freitag 14. Juni 2019, 15:36
@NEC

Liebe kann keine verdammt großen Gräben in solchen Konstellationen überwinden. Man kann einen psychisch kranken bzw. traumatisierten Menschen nicht durch Liebe heilen.
Heilen nicht. Aber ertragen.

The woods are lovely, dark and deep,
But I have promises to keep,
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And miles to go before I sleep.
(Robert Frost)

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Re: Trennung oder nicht?

Beitrag von NeC » Freitag 14. Juni 2019, 17:25

Tania hat geschrieben:
Freitag 14. Juni 2019, 16:12
Oxymoron hat geschrieben:
Freitag 14. Juni 2019, 15:36
@NEC

Liebe kann keine verdammt großen Gräben in solchen Konstellationen überwinden. Man kann einen psychisch kranken bzw. traumatisierten Menschen nicht durch Liebe heilen.
Heilen nicht. Aber ertragen.
Danke Tania, das trifft es.


@Oxymoron
Was schlägst Du also vor? Sollen alle psychisch kranken bzw. traumatisierten Menschen erstmal (wie auch immer - als ob das so einfach wär) diesen Makel loswerden, bevor sie eine Beziehung mit anderen Menschen eingehen? Es gibt ja auch diesen Kalenderspruch: "Du musst Dich erst selbst lieben, bevor es andere Menschen auch können!". Das mag ein ganz guter Ratschlag an jemanden sein, der mit der Selbstliebe so seine Schwierigkeiten hat, weil es nicht schadet und seine Chancen verbessert. Aber nach meiner Erfahrung ist es in dieser Endgültigkeit trotzdem nicht richtig. Man kann einen Menschen lieben, der ein schweres Problem mit sich herumschleppt. Ob das für alle Beteiligten gut ist, kann man aber nur im Einzelfall bewerten.

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Re: Trennung oder nicht?

Beitrag von Oxymoron » Freitag 14. Juni 2019, 21:59

Nein, diesen "Makel" kann man im Normalfall nicht los werden. Aber man sollte eine gewisse Selbstreflektion und Einsicht haben. Sonst funktioniert das alles nicht. Wer als Betroffener nicht bereit ist an sich zu arbeiten, sich in Therapie zu begeben und seine eigenen Verhaltensweisen zu hinterfragen -> derjenige sollte auf keinen Fall eine Beziehung eingehen.

Das Problem dabei ist, dass wenn die Einsicht fehlt natürlich Beziehungen eingegangen werden. "Es sind ja immer die Anderen schuld!", der Fehler wird nie bei sich selbst gesucht.
Aber es entwickeln sich dann sehr schlimme Dynamiken und am Ende bleiben gebrochene Herzen.

Klar, hat jeder Mensch Liebe verdient. Ich wünsche mir auch nichts sehnlicher, aber ich zweifel so langsam an der Existenz der Liebe.
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Re: Trennung oder nicht?

Beitrag von VollAB » Freitag 14. Juni 2019, 22:09

NeC hat geschrieben:
Freitag 14. Juni 2019, 17:25
Tania hat geschrieben:
Freitag 14. Juni 2019, 16:12
Oxymoron hat geschrieben:
Freitag 14. Juni 2019, 15:36
@NEC

Liebe kann keine verdammt großen Gräben in solchen Konstellationen überwinden. Man kann einen psychisch kranken bzw. traumatisierten Menschen nicht durch Liebe heilen.
Heilen nicht. Aber ertragen.
Danke Tania, das trifft es.


@Oxymoron
Was schlägst Du also vor? Sollen alle psychisch kranken bzw. traumatisierten Menschen erstmal (wie auch immer - als ob das so einfach wär) diesen Makel loswerden, bevor sie eine Beziehung mit anderen Menschen eingehen? Es gibt ja auch diesen Kalenderspruch: "Du musst Dich erst selbst lieben, bevor es andere Menschen auch können!". Das mag ein ganz guter Ratschlag an jemanden sein, der mit der Selbstliebe so seine Schwierigkeiten hat, weil es nicht schadet und seine Chancen verbessert. Aber nach meiner Erfahrung ist es in dieser Endgültigkeit trotzdem nicht richtig. Man kann einen Menschen lieben, der ein schweres Problem mit sich herumschleppt. Ob das für alle Beteiligten gut ist, kann man aber nur im Einzelfall bewerten.
Da muss ich Oxymoron größtenteils zustimmen.
Für mich würde es darauf ankommen, ob der Mensch erkennbar an sich arbeitet und um die Herausforderungen mit ihm weiß. Wenn jemand komplett uneinsichtig ist und dazu noch manipulativ andere Menschen für sich beeinflusst, dann wäre das für mich einfach nur toxisch und nicht zielführend. So jemand sollte dann tatscählich erstmal an sich arbeiten bevor er die Aufgabe "Beziehung" angeht.
Passiert halt schnell, dass wenn jemand psychisch krank ist und keine Einsicht zeigt er/sie schnell die eigenen Probleme auf den Partner überträgt und dabei kein falsches Verhalten bemerkt.

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Re: Trennung oder nicht?

Beitrag von Gambler » Freitag 14. Juni 2019, 22:12

Sie hat Schwierigkeiten mit mir offen zu reden. Wenn es klappt artet es bei ihr in Tränen aus.
Und Aussagen wie "du bist viel zu gut für mich".

Ich habe auf ihre Ängste hin gesehen ihr immer wieder in unserer Beziehung versucht das Gefühl zu geben dass egal was in der Vergangenheit war sie für mich einfach nur toll ist.

Ich sehe das sie es will. Aber ich weiss nicht ob sie es auch kann.
Ich würde es schon längst aufgeben. .... und jeder andere "macho" Typ sowieso.

Auf die Frage wie ich auf ihren trennungswunsch reagiert habe: wie auch die Male zuvor habe ich ihr vermittelt dass sie einfach offener mit mir sprechen soll so schwer es ihr fällt. Und anschliessend den Kontakt abgebrochen..... so wie ich es sonst kenne wenn man sich ernsthaft trennt.

Wenn sie nach einer Woche Funkstille jedoch wieder heulend vor meiner Haustür steht .... fällt es natürlich auch mir schwer "knallhart" zu bleiben.
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Re: Trennung oder nicht?

Beitrag von NeC » Freitag 14. Juni 2019, 22:27

Oxymoron hat geschrieben:
Freitag 14. Juni 2019, 21:59
Nein, diesen "Makel" kann man im Normalfall nicht los werden. Aber man sollte eine gewisse Selbstreflektion und Einsicht haben. Sonst funktioniert das alles nicht. Wer als Betroffener nicht bereit ist an sich zu arbeiten, sich in Therapie zu begeben und seine eigenen Verhaltensweisen zu hinterfragen -> derjenige sollte auf keinen Fall eine Beziehung eingehen.
(...)
Klar, hat jeder Mensch Liebe verdient.
Oh, da sind wir uns ja dann doch überraschend einig. :daumen: :klassiker:
Oxymoron hat geschrieben:
Freitag 14. Juni 2019, 21:59
Das Problem dabei ist, dass wenn die Einsicht fehlt natürlich Beziehungen eingegangen werden. "Es sind ja immer die Anderen schuld!", der Fehler wird nie bei sich selbst gesucht.
Das stimmt wohl. So allgemein gesehen.
Nach dem, was Gambler so schreibt, sehe ich das bei seiner Freundin aber so nicht.
Sicher, sie ist wohl jetzt noch nicht in Therapie, aber ein gewisses Problembewusstsein scheint es da doch schon zu geben. Das gibt doch Hoffnung.

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Re: Trennung oder nicht?

Beitrag von Polarfuchs » Freitag 14. Juni 2019, 23:16

Gambler hat geschrieben:
Freitag 14. Juni 2019, 22:12
Sie hat Schwierigkeiten mit mir offen zu reden. Wenn es klappt artet es bei ihr in Tränen aus.
Und Aussagen wie "du bist viel zu gut für mich".

Ich habe auf ihre Ängste hin gesehen ihr immer wieder in unserer Beziehung versucht das Gefühl zu geben dass egal was in der Vergangenheit war sie für mich einfach nur toll ist.

Ich sehe das sie es will. Aber ich weiss nicht ob sie es auch kann.
Ich würde es schon längst aufgeben. .... und jeder andere "macho" Typ sowieso.

Auf die Frage wie ich auf ihren trennungswunsch reagiert habe: wie auch die Male zuvor habe ich ihr vermittelt dass sie einfach offener mit mir sprechen soll so schwer es ihr fällt. Und anschliessend den Kontakt abgebrochen..... so wie ich es sonst kenne wenn man sich ernsthaft trennt.

Wenn sie nach einer Woche Funkstille jedoch wieder heulend vor meiner Haustür steht .... fällt es natürlich auch mir schwer "knallhart" zu bleiben.
Bleib' doch einfach bei ihr. Sie hat es nicht leicht. Du liebst sie- warum solltest du dich von ihr trennen?
Gibt es in deiner Nähe eine Selbsthilfegruppe für Partner von Traumatisierten? Du kannst in dieser speziellen Beziehung sicherlich Hilfe von aussen gebrauchen, oder?

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