Ich brauche Klarheit

Auch mit einem Partner sind nicht alle Fragen geklärt

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Artemis
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Ich brauche Klarheit

Beitrag von Artemis » Sonntag 20. Oktober 2019, 21:55

Ich bin gerade wirklich mitten in einem Gefühlschaos und weiß nicht mehr weiter. :cry:

Zum Stand der Dinge: Mein Freund (in den 40ern, zum Anfang unserer Beziehung Hardcore-AB) und ich (in den 30ern, ehemals Softcore-AB) kennen uns seit beinahe 10 Jahren. Richtig etwas gelaufen ist bei uns erst so vor anderthalb Jahren was. Ich weiß noch nicht mal, ob ich sagen würde, dass wir ab diesem Zeitpunkt „zusammen“ waren – irgendwie kam mir unsere Beziehung nie normal vor. Aber ich war (oder bin) sehr verliebt in ihn, auch wenn das nie ungetrübt war durch die Schwierigkeiten, die ich so habe und hatte, aber auch durch die Probleme in unserer Beziehung.

Die da wären:
- Fernbeziehung. Wirkliche Fernbeziehung – wir sehen uns nur alle paar Monate
- Mein mangelndes Selbstbewusstsein, das ihn wohl in den Wahnsinn treibt, weil ich dadurch immer weder in Frage stelle, ob und wenn ja wieso er mich wirklich mag (von lieben ganz zu schweigen)
- Seine „Faulheit“ und sein In-den-Tag-hinein-leben. Er hat keine richtige Arbeit, kommt zwar so ganz gut klar, aber ehrlich – das ist doch keine Einstellung.
- Meine Sehnsucht nach einer Festigung der Beziehung und der Schaffung von klaren Verhältnissen
- Sein Grundoptimismus, den ich ihm eher als Eh-alles-egal-Einstellung auslege
- Unsere Probleme im Intimen (Sex ist für uns noch immer Neuland, andere Zärtlichkeiten sind beinahe noch schwieriger :oops: )

Die Konflikte, die dadurch entstehen, liegen wohl auf der Hand. Während ich eine gemeinsame Zukunft planen will, lässt er alles auf sich zukommen. Ich könnte demnächst umziehen. Ich könnte es so machen, dass ich zu ihm ziehe. Nur kommt von seiner Seite da keine wirkliche Anteilnahme. Er fände das gut, ja. Aber er wird mir dabei null entgegenkommen. Das heißt dann wohl, dass ich alles aufgebe und er mich dann einfach in sein Leben einbaut. Also, falls ich ihn da nicht störe.

Mir ist auch finanzielle Sicherheit sehr wichtig. Durch einen Umzug gehe ich ein gewisses Risiko ein, möchte aber auf jeden Fall meinen Lebensstandard nicht verschlechtern. Während er nicht einsieht, dass es für ihn und uns auch gut wäre, wenn er endlich auch mal Geld verdienen würde.

Ehrlich gesagt ist mir der letzte Punkt auch vor allem wichtig, weil ich noch über Kinder nachdenke. Das geht aber nur, wenn wir beide unsere Schäfchen im Trockenen haben.

Letztlich weiß ich gar nicht, ob er zu einer Beziehung – einer Nahbeziehung – wirklich fähig wäre. Er hat so lange alleine gelebt. Ich ja auch. Wir haben beide unsere Spleens entwickelt. Er kann seine Gefühle nicht zeigen. Ich zeige ihm zu viel. Er hat wohl auch eine leichte Form von Autismus.

Wir können oft so schlecht miteinander reden. Oft schweigt er mich einfach nur an. Das macht mich wirklcih fertig. :wuetend:

Ich liebe ihn und will ihn nicht verlieren. Aber Tatsache ist auch, dass ich mich manchmal erleichtert fühle, wenn ein Skype-Gespräch mit ihm mal ausfällt.

Manchmal habe ich den Eindruck, dass ich mich abracker für diese Beziehung, wohingegen er einfach stillsteht. Ich weiß nicht, ob ich das alles mit dieser Krankheit entschuldigen kann.

Für mich wäre Klarheit wichtig. Wenn in den nächsten Monaten nichts passiert – was soll ich dann machen? Mich nach einer anderen Stelle umsehen, die eben nicht in seiner Nähe ist?

Ich bin echt verzweifelt.

Gibt es hier Meinungen dazu? Vor allem vielleicht von anderen männlichen ABs, die mir sein Verhalten erklären können?

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Re: Ich brauche Klarheit

Beitrag von Tania » Sonntag 20. Oktober 2019, 22:26

Eigentlich gibt es nur 2 Optionen. Entweder Du ziehst sonstwohin, dann wird es so weiter laufen wie bisher. Oder Du ziehst in seine Stadt - dann wird sich etwas ändern. In welche Richtung, weiß ich aber nicht. Bisschen mehr Klarheit wirst Du auf jeden Fall bekommen.

Erwarte aber lieber kein "zieh in meine Stadt" von ihm. So viel Verantwortung übernimmt kaum jemand - auch kein Normalo. Einfach wegen der Angst, im Falle eines Scheiterns dann mit einem "... und wegen Dir bin ich extra hierher gezogen!!!" konfrontiert zu werden.

Ich würde in seine Stadt ziehen. Schlimmstenfalls verlierst Du Geld und gewinnst Klarheit. Bestenfalls gewinnst Du ihn. Wäre mir den Einsatz wert.

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Re: Ich brauche Klarheit

Beitrag von Hanuta » Sonntag 20. Oktober 2019, 22:33

Ich würde ja eher sagen, dass dir eine Vertiefung der Beziehung zu ihm das Genick brechen wird. Er wird sich kaum mehr ändern und ich denke da ist Hopfen und Malz verloren, wenn du mehr Einsatz von ihm erwartest.
Ich kenne solche Geschichten von einigen Kumpelinen. Das war alles aber eher Anfang 20. Der Mann der sich zu bequem ist sich zu ändern und erst dann eine Änderung vornimmt, wenn alles zu spät ist.

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Re: Ich brauche Klarheit

Beitrag von Reinhard » Sonntag 20. Oktober 2019, 22:57

Ich kann mir seinen fehlenden Enthusiasmus eigentlich richtig gut vorstellen. :schuechtern:
Er findet es gut, wenn du in seine Nähe ziehen willst, aber eigentlich ist es wohl eher so ein "Schöner wär's ja, aber wenn nicht, dann nicht".

Wenn es wirklich am Autismus liegt, werdem ihm seine Routine wichtig sein. Wenn er dich da einbauen kann, ist alles gut und du wirst dich sehr regelmäßig an ihn kuscheln können ... Routine eben. :shylove: Wenn nicht, wird er selber kaum wissen, was er da machen soll.


Andererseits kannst du davon ausgehen, dass er das gesagt hätte, wenn er die Idee schlecht findet. Geh mal davon aus, er ist dafür.
Schweigen ist so eine Art des Nichtfestlegens. Was man mal gesagt hat, kan man nicht mehr zurückholen.


----

Aber mal anders gefragt: was hast du verloren, wenn du zu ihm ziehst und dann feststellst, dass die Nahbeziehung mit ihm nicht klappt? :gruebel:


Probier es eher früher als später, dann bleibt dir hinterher umso mehr Zeit.
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Re: Ich brauche Klarheit

Beitrag von Kief » Sonntag 20. Oktober 2019, 23:19

Artemis hat geschrieben:
Sonntag 20. Oktober 2019, 21:55
Er hat wohl auch eine leichte Form von Autismus.
Wenn er Diagnose-taugliche Auspraegungen hat, dann wird das wohl keine leichte Auspraegung sein.
Ich unterscheide da eher in die Klischee-Varianten und die subtileren Varianten - welche an Konsequenzen eher die unterschwelligen und schwerer verstaendlichen Konflikte erzeugen.
Die ueblicherweise fuer andere weniger nachvollziehbar sind, und daher gerne mit einem "Stell Dich nicht so an!" abgewatscht werden.
Solche Konflikte, fuer die weniger Verstaendnis aufkommt, die werden schnell unloesbar fuer Autisten, weil sie damit dann eben schnell alleingelassen werden.
Eine Formulierung wie "leichter Autismus" fuehrt da schnell in die Irre.

Was es noch gibt, sind Persoenen, bei denen die autistischen Auspraegungen nicht fuer eine Autismus-Diagnose ausreichen.
Die kann man dann am Rande (knapp ausserhalb) vom Autismus-Spektrum verorten, und da ergeben sich dann auch ein paar Gemeinsamkeiten - sowas nennt man dann Schattensyndrom, das waere tatsaechlich eine leichte Form von Autismus.

Diesen Unterschied moechte ich aufzeigen, weil ich mit dem Schattensyndrom wenig Beruehrungspunkte habe - falls Du das mit "leichtem Autismus" meinst.
Wenn "Dein" Autist eine Diagnose hat (oder bekommen koennte), dann: diese Wechselwirkungen durch Autismus in einer Partnerschaft sind selbst den meisten Autisten nicht bekannt, weil nur wenige die brisanten Wechselwirkungen ueberhaupt wahrnehmen, unterscheiden und damit irgendwie auch mitbekommen koennen.

Wenn Du diesbezueglich Rat suchst, kann ich Dir eine spezialisierte Anlauf-Adresse nennen.


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Re: Ich brauche Klarheit

Beitrag von Himbeere » Sonntag 20. Oktober 2019, 23:26

Artemis hat geschrieben:
Sonntag 20. Oktober 2019, 21:55

Die da wären:
- Fernbeziehung. Wirkliche Fernbeziehung – wir sehen uns nur alle paar Monate
- Mein mangelndes Selbstbewusstsein, das ihn wohl in den Wahnsinn treibt, weil ich dadurch immer weder in Frage stelle, ob und wenn ja wieso er mich wirklich mag (von lieben ganz zu schweigen)
- Seine „Faulheit“ und sein In-den-Tag-hinein-leben. Er hat keine richtige Arbeit, kommt zwar so ganz gut klar, aber ehrlich – das ist doch keine Einstellung.
- Meine Sehnsucht nach einer Festigung der Beziehung und der Schaffung von klaren Verhältnissen
- Sein Grundoptimismus, den ich ihm eher als Eh-alles-egal-Einstellung auslege
- Unsere Probleme im Intimen (Sex ist für uns noch immer Neuland, andere Zärtlichkeiten sind beinahe noch schwieriger :oops: )
Ok also aktueller Stand ist offenbar: Ihr seht euch "alle paar Monate" und nach eineinhalb Jahren Beziehung bist du dir nicht sicher, ob er dich mag. Im Bett funktioniert es nicht und er plant offensichtlich in absehbarer Zeit keine Nachkommen, du aber schon.
Ich weiß nicht, vielleicht schätze ich das total falsch ein, aber große Chancen gebe ich der Sache nach dieser Zustandbeschreibung nicht. Es ist wahrscheinlich wirklich das Beste, wenn du eine Weile zu ihm ziehst, um zu sehen, wie sich das entwickelt. Wenn du weiterhin das Gefühl hast, dass von ihm nichts kommt, zieh einen Schlusstrich, so bitter es ist.
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Re: Ich brauche Klarheit

Beitrag von Tania » Sonntag 20. Oktober 2019, 23:29

Um mal ein Positivbeispiel einzubringen: ich bin mal (mit 22) für einen Mann, den ich erst paar Wochen kannte, für ein Jahr nach Schottland gezogen bin. Ohne die Sprache zu sprechen, mit dem Wissen, dass sich dadurch mein Studium 2 Jahre verlängern wird ... und vor allem ohne mit ihm drüber zu reden. Ich habe es entschieden, und erst danach sagte er "freut mich". Wir waren dann fast 10 Jahre miteinander glücklich ...

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Re: Ich brauche Klarheit

Beitrag von Calliandra » Montag 21. Oktober 2019, 02:22

Ich würde erstmal für mich selbst versuchen, Klarheit bezüglich der Kinderfrage zu schaffen. Du schreibst, du denkst drüber nach. Da würde ich an deiner Stelle nochmal in mich gehen, ob es für dich wirklich wichtig wäre, Kinder zu haben oder ob du dir auch vorstellen kannst, ohne Kinder ein zufriedenes Leben zu führen.
Wenn es wirklich ein wichtiger Aspekt ist, dann würde ich ihn konkret darauf ansprechen, ob er Kinder möchte. Du schreibst nur vage, dass er eher in den Tag hineinlebt und keine Zukunft plant in dem Sinn, aber man kann ja dazu dann trotzdem eine Einstellung haben, ob man Kinder grundsätzlich möchte oder nicht.
Je nachdem wie du die Frage für dich selbst beantwortest und er sie dir beantwortet, sind ja ein paar Punkte vielleicht schon geklärt oder es geht erstmal darum, zu entscheiden, wie man damit umgeht, wenn es hier eine Diskrepanz gibt.

Mit dieser Frage sind dann vielleicht auch ein paar andere Fragen einfacher zu beantworten. Z. B. würde dich ohne Kinder immernoch so sehr seine unsichere berufliche Situation stören etc. Du schreibst, er hat keine richtige Arbeit, aber kommt zurecht. Heißt das, er arbeitet trotzdem temporär und lebt auf diese Weise schon länger und es funktioniert, es fühlt sich nur für dich komisch an, weil du eine Vollzeit-Anstellung und ein bestimmtes Einkommen gewohnt bist und das auch bei anderen erwartest (und dir eben der Lebensstandard extrem wichtig ist)? Oder ist es eine Situation, die schnell zu wirklichen Existenznöten führen könnte?

Wenn du der Typ Zukunftsplanerin bist, dann hast du ja vielleicht eine Vision, wie dein Leben in 5 Jahren aussehen würde. Und dann stell dir vor, wie diese Vision sich jeweils ändern würde, wenn diese und jene Parameter nicht erfüllt sind (du mit ihm und mit Kind(ern) in sicheren finanziellen Verhältnissen und hohem Lebensstandard, das Ganze mit weniger finanzieller Sicherheit und niedrigerem Lebensstandard, das Ganze ohne Kinder und mit ihm, das Ganze mit finanzieller Sicherheit und Kindern, aber ohne ihn etc. – und welche wäre deine zweitliebste Option, wenn die erste nicht geht? Und welche die schlimmste?

Die Sache, dass du immerwieder in Frage stellst, ob er dich wirklich mag, finde ich noch wichtig. (Und dabei ist mir auch gerade was über mich selbst aufgegangen, was mir irgendwie gar nicht so bewusst war.)
Du schreibst ja selbst schon, dass es auch mit deinem mangelnden Selbstbewusstsein zu tun haben könnte, dass du diese Bestätigung öfter brauchst. Ich kenne das von mir auch so, ohne jemals wirklich in einer Beziehung gewesen zu sein. Aber eben auch von früheren Anbahnungen kenne ich es so, dass ich zwischendurch immer unsicher war, ob ich ihm jetzt überhaupt wichtig bin. Und als ABine oder Ex-ABine hat man diese Unsicherheit wahrscheinlich einfach viel stärker als jemand, der die Erfahrung gemacht hat, dass eine Beziehung entstehen und gutgehen kann.
Ich habe diese Bestätigung nie "eingefordert", aber bei mir gab es dann eher so ein Phänomen, dass ich mich selbst aus Selbstschutz oder so irgendwie auch etwas zurückgezogen habe bzw. meine Zuneigung dann auch eher "versteckt" habe, wenn mir zwischendurch dieses Gefühl der Bestätigung fehlte. Und ich habe ein Ausbleiben von Bestätigung dann wahrscheinlich oft voreilig als Abwendung interpretiert. Vielleicht habe ich mit dem Verstecken meiner Gefühle sogar selbst bei ihm genau dasselbe verursacht, dass ihm ein Gefühl der Bestätigung fehlte, was dann tatsächlich eine Abwendung seinerseits ausgelöst haben könnte :gruebel:
Und dann ist hierbei auch noch die Frage, gibt es denn überhaupt Momente, in denen du seine Zuneigung spürst, nur sie sind dir zu selten? Oder bist du dir generell unsicher, ob er wirklich was für dich empfindet, weil er das gar nicht zeigen kann?

Wenn ihr diese Fernbeziehung habt und euch nur alle paar Monate seht, dann gehe ich davon aus, dass ihr hauptsächlich Wochenenden zusammen verbringt? Seid ihr denn auch schon mal zusammen verreist, um zu sehen, wie es ist, wenn man mal x Wochen am Stück zusammen ist?
Das könnte ja auch schon einen kleinen Hinweis geben, wie man im Alltag zusammen funktionieren würde, auch wenn so eine Reise natürlich kein Alltag ist.

Be der Sache mit dem Anschweigen fände ich es auch wichtig, einen Unterschied zu machen zwischen "entspanntem Anschweigen" (weil man muss ja auch nicht dauernd quatschen) und man schafft es nicht, über wichtige Themen zu reden.

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Re: Ich brauche Klarheit

Beitrag von Calliandra » Montag 21. Oktober 2019, 02:28

Tania hat geschrieben:
Sonntag 20. Oktober 2019, 23:29
Wow, das ist ja eine tolle Geschichte :good: :shylove:
Das hätte ich mich nie getraut :omg:
(Wahrscheinlich vor allem auch deswegen, weil ich dann den Mut gebraucht hätte, zu offenbaren, dass der Mann mir echt wichtig ist – und das, ohne es vorher von ihm zu wissen).

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Re: Ich brauche Klarheit

Beitrag von Tania » Montag 21. Oktober 2019, 06:51

Calliandra hat geschrieben:
Montag 21. Oktober 2019, 02:28
(Wahrscheinlich vor allem auch deswegen, weil ich dann den Mut gebraucht hätte, zu offenbaren, dass der Mann mir echt wichtig ist – und das, ohne es vorher von ihm zu wissen).
Naja, wir waren ja schon ein Paar. Dass er mir nicht so ganz unwichtig ist, dürfte er deswegen
gewusst haben. Aber dann hat er sich, ohne mit mir zu reden, für dieses Auslandsstudium beworben ... ich war ihm wohl etwas weniger wichtig. Das war eigentlich die größte Hürde ...

Karrieretechnisch war es übrigens ne super Entscheidung. Ohne die Englischkenntnisse, die ich da erworben habe, hätte ich meine späteren Jobs nie bekommen.

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Re: Ich brauche Klarheit

Beitrag von Nonkonformist » Montag 21. Oktober 2019, 08:29

Ich würde mal offen mit ihm reden ob er al die sachen die du willst selbst auch will.
Mein bester kumpel (freiberuflicher künstler mit bohemienne lebensstil und mit etwa noch fünf mal weniger lust auf kinder als ich hatte) hat eine frau mit konservativ-bürgerliche lebensstil mit großen kinderwünsch geheiratet. Ohne vorher groß zu reden, und beide in der naive hoffnung das der ander sich wohl noch ändern würde. Am ende hat sie ihm auf drohung sich zu trennen in einen normalo-job gezwungen, und wann er in diesen job depressiv geworden ist, und er auch in diese neue konstellation immer noch keine kinder wollte, hat sie sich dennoch von ihm getrennt. Laut mein kumpel hat sie dann jemanden geheiratet den sie nicht wirklich liebte, aber ihr diese kinderwünsch verwirklicht hat. (Ihre spätere vorwurf: Das hätten wir zusammen haben können - dabei vergessend das nur sie diese wünsch hatte.) Er hat dann gekündigt und ist erneut künstler geworden.

Zu unterschiedlich, was lebensstil, wünschpaket und wertvorstellungen angeht, funktioniert halt nicht auf dauer.
Und deren großte fehler, meiner meinung nach, ist das sie sich am anfang nicht getraut haben diese sachen wirklich zu thematisieren.
Was zu klären ist, ist, ob ihm seine lebensstil egal ist, oder ob er dank seinen lebensstil bei laune bleibt, ob sie ihm wichtig ist, und ob er mit einen ganz anderen lebensstil überhaupt glücklich sein könnte. Wann nicht, dann sehe ich da wenig zukunft...
Zuletzt geändert von Nonkonformist am Montag 21. Oktober 2019, 08:46, insgesamt 2-mal geändert.

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Re: Ich brauche Klarheit

Beitrag von Zwerg » Montag 21. Oktober 2019, 08:34

Artemis hat geschrieben:
Sonntag 20. Oktober 2019, 21:55
..
Die Basis an Gemeinsamkeiten scheint mir ausgesprochen dünn zu sein. Für euch beide dürfte gelten, dass ihr nur zusammen gekommen seit, weil über viele Jahre sonst niemand interessiert war. Wenn es der/die Einzige ist, können Gefühle sehr leicht falsch interpretiert und wichtige Punkte ausgeblendet werden. Das kommt mir bekannt vor. In unserem Fall gab es ja äußere Umstände, die uns, obwohl wir inkompatibel waren, zusammengeschweißt haben. Ansonsten schließe ich mich der Meinung von Hanuta an. Die Wahrscheinlichkeit, dass er sich in die Richtung entwickelt, die Du dir vorstellst, liegt nahe Null.
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Re: Ich brauche Klarheit

Beitrag von Artemis » Montag 21. Oktober 2019, 09:41

Erstmal danke für eure Beiträge. Ich versuch, nun auf das wichtigste einzugehen und dabei übersehe ich dann hoffentlich nicht allzu viel...

Zum Thema: "Dann zieh doch einfach zu ihm und sieh, ob es funktioniert, du hast ja nichts zu verlieren": Das ist natürlich nicht so einfach. Ich würde da ja alles aufgeben, meinen jetzigen Job, meine Freunde, meine Familie. Das ist ein großer Schritt. Und ich denke, es ist klar, dass ich dafür zumindest eine minimale Sicherheit von seiner Seite aus haben will. Nicht die Sicherheit, dass es auf jeden Fall mit uns funktioniert. Aber ich würde zumindest erwarten, dass er aktiv mithilft (etwa bei Planung des Umzugs, evtl. Wohnung etc.) und mir vor allem signalisiert: Ja, ich fände es toll, wenn wir uns öfter sehen würden. Das hat er früher übrigens schon mal getan - also mir gesagt, dass er mich gerne in seiner Nähe hätte. Aber er findet es oft nicht notwendig, solche Dinge zu wiederholen - er hat es ja schon mal gesagt.

Zur Diagnose Autismus: Er redet nicht gerne darüber. Er hat eine Diagnose (war auch in Behandlung) und soweit ich es verstanden habe, ist es eben eine spezielle Ausprägung. Jedenfalls macht das es ihm schwer in manchen sozialen Belangen.
Ich muss zugeben, dass mich dieser Punkt mit am meisten verunsichert. Er verhält sich einfach oft nicht so, wie ich es von anderen Leuten gewohnt bin. Ich bin gewöhnlich jemand, der sich sehr gut in andere hinein versetzen kann und Reaktionen oft vorausahnt. Bei ihm habe ich da irgendwie einen blinden Fleck. Sein Verhalten ist oft absolut ungewöhnlich, oft unsensibel und auf den ersten Blick egozentrisch. Wenn man dann mit ihm darüber redet, ist er überrascht und es tut ihm auch leid. Außerdem kann er die Gefühle andere sehr schlecht lesen. Ganz zu schweigen von feinen Zwischentönen, Sarkasmus oder Ironie.

Zum Thema "Im Bett funktioniert es nicht": Doch, tut es. Wir fühlen uns auch beide wohl damit. Aber wir stehen da eben noch am Anfang und haben Nachholbedarf. Und ich bin unsicher, weil ich ja keine großartigen Vergleichsmöglichkeiten habe und oft denke, dass ich ihm da nicht viel bieten kann. Aber im Grunde mögen wir es beide.

Zum Thema Kinder: Er will Kinder. Das hat er mir mal so gesagt. Offenbar ist ihm aber nicht klar, dass da zumindest auf meiner Seite die Natur gewisse Grenzen gesetzt hat. Und gerade das ist ein Punkt, wo ich finde, dass wir da die nächsten Jahre planen sollten. Sonst ist es eben zu spät für mich. Dann müsste er sich eben eine andere, jüngere suchen, wenn er dann noch Kinder will. Aber wenn ich ihn darauf anspreche, sagt er, dass er aber eben keine andere will.

Zum Thema Arbeit: Es stimmt, ich habe da etwas spießige Ansichten. Ich war selbst lange arbeitslos und mir ist einfach ein geregeltes Einkommen sehr, sehr wichtig. Kein hohes übrigens. Ich verdiene selbst nicht viel, lebe sparsam. Dabei ist es mir aber wichtig, mir auch mal was zu gönnen und vor allem: das Leben zu genießen. Bei ihm ist es eher so, dass er jeden Monat unterschiedlcih Geld zur Verfügung hat. Und manchmal ist mir sein Sparen oder auch Geiz schon unangenehm. Ich finde, wenn man sich alles versagt, macht das auf Dauer nur unglücklich. Dann sollte er doch lieber sehen, dass er eben weniger finanzielle Engpässe fürchtet und eben - ja, wieder mal einer geregelten Arbeit nachgeht.

Für eine Zukunfstplanung, eine Familie (und da ist es egal, ob diese Familie nur aus uns zweien besteht oder ob da noch ein weiterer Erdenbürger entsteht) sind meiner Meinung nach aber eben gesicherte finanzielle Verhältnisse wichtig. Ihm meinen Standpunkt da klar zu machen, ist aber irgendwie offenbar nicht möglich.

Im Übrigen sind Kinder für mich kein absolutes MUSS. Wer weiß - vielleicht kann ich ja gar keine bekommen? Wenn ich stattdessen davon ausgehen könnte, dass mein Partner sich für mich entscheidet, wir eine gemeinsame Zukunft planen mit Wohnung, evtl. auch Hochzeit etc etc, dann wären Kinder für mich nur so... na ja, das Sahnehäubchen.
Calliandra hat geschrieben:
Montag 21. Oktober 2019, 02:22
Ich habe diese Bestätigung nie "eingefordert", aber bei mir gab es dann eher so ein Phänomen, dass ich mich selbst aus Selbstschutz oder so irgendwie auch etwas zurückgezogen habe bzw. meine Zuneigung dann auch eher "versteckt" habe, wenn mir zwischendurch dieses Gefühl der Bestätigung fehlte. Und ich habe ein Ausbleiben von Bestätigung dann wahrscheinlich oft voreilig als Abwendung interpretiert. Vielleicht habe ich mit dem Verstecken meiner Gefühle sogar selbst bei ihm genau dasselbe verursacht, dass ihm ein Gefühl der Bestätigung fehlte, was dann tatsächlich eine Abwendung seinerseits ausgelöst haben könnte
Genau so ist es auch bei mir. Und ich verstehe auch, dass das einen Partner wahnsinnig machen kann. Aber es ist so schwer, dagegen anzukämpfen, wenn man eine selbstunsichere Persönlichkeitsstörung hat und auch nicht die besten Erfahrungen gesammelt hat.

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Re: Ich brauche Klarheit

Beitrag von Tania » Montag 21. Oktober 2019, 11:21

Artemis hat geschrieben:
Montag 21. Oktober 2019, 09:41
"Dann zieh doch einfach zu ihm und sieh, ob es funktioniert, du hast ja nichts zu verlieren": Das ist natürlich nicht so einfach. Ich würde da ja alles aufgeben, meinen jetzigen Job, meine Freunde, meine Familie.
Eigentlich ist an dem Satz nur Deine Wortwahl besorgniserregend. Warum "aufgeben"? Warum nicht "Job wechseln und Familie und Freunde seltener sehen"?
Das ist ein großer Schritt.
Nicht nur für Dich. Für ihn auch. Könnte sein, dass er mit dem Gedanken, Platz in seinem Leben für einen anderen Menschen zu schaffen, genug zu tun hat, und Dir nicht auch noch bei Deinem Schritt helfen kann.
Und ich denke, es ist klar, dass ich dafür zumindest eine minimale Sicherheit von seiner Seite aus haben will. Nicht die Sicherheit, dass es auf jeden Fall mit uns funktioniert. Aber ich würde zumindest erwarten, dass er aktiv mithilft (etwa bei Planung des Umzugs, evtl. Wohnung etc.) und mir vor allem signalisiert: Ja, ich fände es toll, wenn wir uns öfter sehen würden.
Warum erwartest Du das?

In einer Beziehung ist ja nicht die Größe der jeweiligen Schritte wichtig, sondern nur, ob man am Ende zusammenfindet. Bildlich gesprochen steht ihr an zwei Enden eines 100-m-Weges. Du bewegst Dich auf ihn zu, er sich auf Dich. Kann passieren, dass Du 98m zurücklegen musst, weil er nur 2m schafft. Aber wenn Du das kannst und wenn ihr euch schließlich trefft - why not?
Das hat er früher übrigens schon mal getan - also mir gesagt, dass er mich gerne in seiner Nähe hätte. Aber er findet es oft nicht notwendig, solche Dinge zu wiederholen - er hat es ja schon mal gesagt.
Eben. Und Du hast es offenbar nicht vergessen. Also warum willst Du ne Wiederholung? Fragst Du danach, oder soll er von selbst ahnen, dass Du das willst?

Nimm mir die Frage bitte nicht übel, aber bist Du sicher, dass Du IHN willst? Aus welchem Grund ist egal ... von "Liebe meines Lebens" bis zu "was Besseres finde ich eh nicht" ist alles okay. Aber kannst Du Dich wirklich für ihn entscheiden?

Du weisst doch ... wer etwas will findet Wege, wer nicht will, findet Gründe. Und Du findest auffallend viele Gründe :gruebel:

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Re: Ich brauche Klarheit

Beitrag von Antonia » Montag 21. Oktober 2019, 13:10

Wenn er sowieso keiner geregelten Arbeit nachgeht, wäre es doch einfacher, wenn er zu dir ziehen würde oder sich eine Wohnung in deiner Nähe suchen würde. Warum sollst du das Risiko eingehen und er kommt dir dabei keinen Schritt entgegen? Mir wäre das alles viel zu einseitig.
Und wenn dann auch noch Kinder später im Spiel sein sollten und er weigert sich weiter, für finanzielle Sicherheit zu sorgen...nee.
Du kannst nicht erwarten, dass er sich noch ändert und seine Trägheit überwindet.
Ich würde es nicht machen.
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Re: Ich brauche Klarheit

Beitrag von Hanuta » Montag 21. Oktober 2019, 13:48

Tania hat geschrieben:
Montag 21. Oktober 2019, 11:21
Artemis hat geschrieben:
Montag 21. Oktober 2019, 09:41
"Dann zieh doch einfach zu ihm und sieh, ob es funktioniert, du hast ja nichts zu verlieren": Das ist natürlich nicht so einfach. Ich würde da ja alles aufgeben, meinen jetzigen Job, meine Freunde, meine Familie.
Eigentlich ist an dem Satz nur Deine Wortwahl besorgniserregend. Warum "aufgeben"? Warum nicht "Job wechseln und Familie und Freunde seltener sehen"?
Das ist ein großer Schritt.
Nicht nur für Dich. Für ihn auch. Könnte sein, dass er mit dem Gedanken, Platz in seinem Leben für einen anderen Menschen zu schaffen, genug zu tun hat, und Dir nicht auch noch bei Deinem Schritt helfen kann.
Und ich denke, es ist klar, dass ich dafür zumindest eine minimale Sicherheit von seiner Seite aus haben will. Nicht die Sicherheit, dass es auf jeden Fall mit uns funktioniert. Aber ich würde zumindest erwarten, dass er aktiv mithilft (etwa bei Planung des Umzugs, evtl. Wohnung etc.) und mir vor allem signalisiert: Ja, ich fände es toll, wenn wir uns öfter sehen würden.
Warum erwartest Du das?

In einer Beziehung ist ja nicht die Größe der jeweiligen Schritte wichtig, sondern nur, ob man am Ende zusammenfindet. Bildlich gesprochen steht ihr an zwei Enden eines 100-m-Weges. Du bewegst Dich auf ihn zu, er sich auf Dich. Kann passieren, dass Du 98m zurücklegen musst, weil er nur 2m schafft. Aber wenn Du das kannst und wenn ihr euch schließlich trefft - why not?
Das hat er früher übrigens schon mal getan - also mir gesagt, dass er mich gerne in seiner Nähe hätte. Aber er findet es oft nicht notwendig, solche Dinge zu wiederholen - er hat es ja schon mal gesagt.
Eben. Und Du hast es offenbar nicht vergessen. Also warum willst Du ne Wiederholung? Fragst Du danach, oder soll er von selbst ahnen, dass Du das willst?

Nimm mir die Frage bitte nicht übel, aber bist Du sicher, dass Du IHN willst? Aus welchem Grund ist egal ... von "Liebe meines Lebens" bis zu "was Besseres finde ich eh nicht" ist alles okay. Aber kannst Du Dich wirklich für ihn entscheiden?

Du weisst doch ... wer etwas will findet Wege, wer nicht will, findet Gründe. Und Du findest auffallend viele Gründe :gruebel:
Hört sich bei dir so vorwurfsvoll an als sei es ihre Schuld :gruebel:
Ich finde das alles viel zu einseitig und ich würde nicht auf Basis von Spekulationen solche großen Schritte riskieren.
Antonia hat geschrieben:
Montag 21. Oktober 2019, 13:10
Wenn er sowieso keiner geregelten Arbeit nachgeht, wäre es doch einfacher, wenn er zu dir ziehen würde oder sich eine Wohnung in deiner Nähe suchen würde. Warum sollst du das Risiko eingehen und er kommt dir dabei keinen Schritt entgegen? Mir wäre das alles viel zu einseitig.
Und wenn dann auch noch Kinder später im Spiel sein sollten und er weigert sich weiter, für finanzielle Sicherheit zu sorgen...nee.
Du kannst nicht erwarten, dass er sich noch ändert und seine Trägheit überwindet.
Ich würde es nicht machen.
Sehe ich genau so.

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Re: Ich brauche Klarheit

Beitrag von Zwerg » Montag 21. Oktober 2019, 14:09

Artemis hat geschrieben:
Montag 21. Oktober 2019, 09:41
Ich bin gewöhnlich jemand, der sich sehr gut in andere hinein versetzen kann und Reaktionen oft vorausahnt.
Vorausgeschickt: Ich nehme nicht an, dass es auf dich zutrifft. Aber: Es gibt aber mehr Frauen als Männer mit Helfersyndrom. Kannst Du das definitiv, auch nach gründlichem Nachdenken, für dich ausschließen? Die Situation ist hier ja völlig anders als bei Tania. Die hat sich nach ihrer Schilderung spontan verliebt und ist nach Schottland gezogen. Das ist nicht vergleichbar.
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Re: Ich brauche Klarheit

Beitrag von Tania » Montag 21. Oktober 2019, 14:10

Hanuta hat geschrieben:
Montag 21. Oktober 2019, 13:48
Hört sich bei dir so vorwurfsvoll an als sei es ihre Schuld :gruebel:
Dann hoffe ich mal, dass sie das nicht so hört. Denn eine "Schuldfrage" gibt es in so einer Konstellation nicht - nur die Frage, ob zwei Menschen zusammen sein wollen und können, oder nicht.

Und deswegen versuche ich herauszufinden, wie viel der gewünschten Klarheit die TE selbst beisteuern kann. Ob sie sich über ihre eigenen Wünsche klar ist.

Was zu betonen ist:
Antonia hat geschrieben:
Montag 21. Oktober 2019, 13:10
Du kannst nicht erwarten, dass er sich noch ändert und seine Trägheit überwindet.
Nach 10 Jahren Bekanntschaft und 1.5 Jahren Beziehung sollte zumindest klar sein, wie er ist. Vielleicht wird er sich noch ändern, aber ob und in welche Richtung ist völlig unklar. Die Frage ist also: wie sieht es mit dem Beziehungswillen aus, wenn er exakt so bleibt, wie er ist?

Sogar ein Kaktus geht ein, wenn er zu wenig Wasser bekommt.

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Re: Ich brauche Klarheit

Beitrag von Calliandra » Montag 21. Oktober 2019, 14:34

Tania hat geschrieben:
Montag 21. Oktober 2019, 06:51
[+] Off topic
Tania hat geschrieben:
Montag 21. Oktober 2019, 06:51
Calliandra hat geschrieben:
Montag 21. Oktober 2019, 02:28
(Wahrscheinlich vor allem auch deswegen, weil ich dann den Mut gebraucht hätte, zu offenbaren, dass der Mann mir echt wichtig ist – und das, ohne es vorher von ihm zu wissen).
Naja, wir waren ja schon ein Paar. Dass er mir nicht so ganz unwichtig ist, dürfte er deswegen
gewusst haben. Aber dann hat er sich, ohne mit mir zu reden, für dieses Auslandsstudium beworben ... ich war ihm wohl etwas weniger wichtig. Das war eigentlich die größte Hürde ...

Karrieretechnisch war es übrigens ne super Entscheidung. Ohne die Englischkenntnisse, die ich da erworben habe, hätte ich meine späteren Jobs nie bekommen.
Wenn ich jetzt so drüber nachdenke, ist es sehr bezeichnend, dass ich geschrieben habe, das würde ich mich nicht trauen. Dabei habe ich ja genau das auch gemacht – ins Ausland gegangen, ohne zu wissen, was mich dort erwartet und ohne die Sprache vorher zu sprechen. Nur nicht wegen eines Mannes. Bei mir war es sogar ohne jegliche soziale oder berufliche Kontakte. Und ich bin dann letzten Endes über zwei Jahre dortgeblieben.
Komischerweise würde es sich für mich riskanter anfühlen, wenn ich das wegen eines Mannes gemacht hätte, ohne zu wissen, wie er dann reagiert als wenn ich gleich von vornherein auf mich allein gestellt bin.
Naja, wenn man es allein macht, ist es klar, dass man es für sich macht und man würde wahrscheinlich allein gar nicht bleiben, wenn man wegen einer konkreten Person ursprünglich hingegangen ist und diese dann aber vielleicht gar nicht so begeistert darüber wäre.
Die Hürde, die du als größte beschrieben hast, hätte mich auch sehr unsicher gemacht, so dass ich von vornherein wohl frühzeitig das Handtuch geworfen hätte. Insofern auch noch mal gut, ein Beispiel zu haben, dass es sich manchmal lohnen kann, über den eigenen Schatten zu springen.

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Re: Ich brauche Klarheit

Beitrag von Calliandra » Montag 21. Oktober 2019, 14:34

Tania hat geschrieben:
Montag 21. Oktober 2019, 14:10
Nach 10 Jahren Bekanntschaft und 1.5 Jahren Beziehung sollte zumindest klar sein, wie er ist. Vielleicht wird er sich noch ändern, aber ob und in welche Richtung ist völlig unklar. Die Frage ist also: wie sieht es mit dem Beziehungswillen aus, wenn er exakt so bleibt, wie er ist?
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