Ich schaffe es nicht, längerfristig interessant für einen Mann zu sein

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desigual
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Ich schaffe es nicht, längerfristig interessant für einen Mann zu sein

Beitrag von desigual » Mittwoch 30. Oktober 2019, 22:32

Was mir gerade passiert (ist), ist mir leider schon mehrfach passiert und es scheint irgendwie mein Problem, zusätzlich von dem früheren (und mittlerweile überwundenen) Problem des HC-Abtums zu sein... Eigentlich passt es gar nicht in diese Kategorie des Forums, da es in die Beziehungsanbahnungsphase betrifft und nicht die eigentliche Beziehung. Aber da es auch kein richtiges AB-Problem mehr ist, möchte ich die (empfindlicheren Vertreter der) " richtigen" ABs damit nicht belästigen.

Aktuelle Geschichte, so oder so ähnlich aber schon ein paar Mal erlebt; dieses Mal aber am krassesten:
Vor 8,5 Wochen hatte ich ein erstes Date mit einem Mann. Im Vorfeld war er mir sehr sympathisch, aber ich ahnte schon, dass er optisch überhaupt nicht mein Typ wäre. So war es auch in real: ziemlich dicklich, ne Glatze (was mich an und für sich stört!!), die er aber durch für meinen Geschmack zu lange Haare vergeblich zu verstecken sucht, schlechte Haltung und so einen auf jung und cool gemachten Kleidungsstil: trägt mit 37 Jahren, was meine Klassenkameraden zur Abizeit trugen.
Beim ersten Date selbst hatte ich auch eher gemischte Gefühle: Er redete v.a. am Anfang, wahnsinnig viel (gut, schob ich verständnisvoll auf die Nervosität), der Humor war übertrieben (Nervosität?), phasenweise Vorstellungsgesprächsatmosphäre (wo ich mich in 5 Jahren sehe, Beziehungserfahrungen, ... auch als Ex-AB doch seeeeehr unangenehm, wie ihr wisst)... Dann ziemlich unerwartet Kuschelattacke und wildes Rumgeknutsche - das war zwar schön, aber eigentlich stand ich ja nicht auf ihn. Auf dem Rückweg wollte er dann schon Händchen halten (ich war besorgt, dass wir wen treffen könnten, den ich kenne!) und sprach schon mögliche Termine für nächste Treffen an.
Am nächsten Tag erkundigte er sich dann schon, ob ich an dem Wochenende 6 (!!!) Wochen später Zeit hätte, weil es da in Berlin (350 km weit weg) ein Konzert, das uns bestimmt beiden gefallen würde, gibt. Da ich zu dem Zeitpunkt noch nicht mal wusste, ob ich ein zweites Date will, schob ich die Klassenfahrt vor. (Wobei ich von der Freitag zurückkam, da hätte ich Samstagabend durchaus zum Konzert gekonnt).
Sein hohes Tempo und Emotionalität hielt an: Wir hatten, auf sein Betreiben hin, jeden Tag Kontakt und haben uns jedes Wochenende sowie immer noch einmal unter der Woche gesehen. Er sprach bei jedem Treffen schon an, wann wir uns das nächste Mal sehen wollen.
Wir hatten uns dann zweimal unter der Woche am Mittwoch gesehen, dann begann er eine Fortbildung, die immer mittwochsabends ist. Daraufhin sagte mir, wir müssten für unsere unter-der-Treffen einen neuen Rhythmus (kann man bei zwei Mal überhaupt davon reden??) finden und hatte auch schon einen Termin, den er eigentlich immer donnerstags hatte auf montags verlegt, um mir immer den Dienstag und den Donnerstag für Treffen anbieten zu können.
(Zu dem Zeitpunkt hatten wir uns gerade viermal gesehen, mir war noch nicht klar, ob das für mich überhaupt Richtung Beziehung geht!)
Aber allmählich lernte ich ihn mögen und fand ihn sogar zunehmend attraktiv.
So ging das noch ne Weile weiter. Es war immer total selbstverständlich, dass wir uns sehen. Z. B. nach der Rückkehr von meiner Klassenfahrt: Ich kam Freitag zurück, er ging von Samstag aus (vermutlich auch, weil ich die anfangs vorgeschoben hatte, um den gemeinsamen Konzertbesuch zu vermeiden). Als er dann feststellte, dass ich schon Freitag zurückkäme, er aber für Samstag schon was anderes ausgemacht hatte, war er von sich aus, ohne dass ich gefragt hätte, ob oder wann wir uns sehen, bestürzt, dass er die Termine durcheinander gebracht hatte, hat sich mehrfach entschuldigt - für mich war es voll ok, uns erst den Sonntag zu sehen, weil die Rückfahrt von der Klassenfahrt 22 Stunden Busfahrt bedeuteten und ich k.o. war und Erholung gebrauchen konnte.)
Und auch sonst war er immer total verbindlich: Nach den Besuchen bei mir hat er mir nach den 45 Minuten Fahrt immer geschrieben, dass er gut angekommen ist, ich sollte das genauso handhaben. Er war zwei, dreimal zu Fortbildungen weiter weg. Da hat er mir sogar früh, wenn er dort nach zwei, drei Stunden Fahrt angekommen war, eine Whatsapp geschrieben, dass er gut angekommen ist... Als ich vor 9 Tagen zu meiner Schwester gefahren bin (3 Stunden Fahrt) hat er mir, als ich gerade angekommen war, schon geschrieben, ob ich denn gut angekommen sei.
Zudem jeden Abend eine gute Nacht WhatsApp. Alles Dinge, insbesondere die gute Nacht Whatsapp und diese Nachrichten, dass man gut angekommen ist, die ich nie eingefordert hätte. Schon gleich gar nicht nach einer so kurzen Zeit des Kennens. Ich kam auch gar nicht dazu, mal von mir aus nach einem Treffen zu fragen, weil er mir immer zuvor kam. Außerdem könnte ich noch eine Reihe von Situationen beschreiben, in denen er ganz klar Pläne für die mittelfristige Zukunft gemacht hat.

Das alles hat sich vor einer Woche schlagartig geändert: Er zog sich zurück, konzentrierte sich auf andere Dinge (hatte akute Gründe), was mich verunsicherte und auch etwas wütend machte - andererseits war es objektiv nachvollziehbar. Gut, es stellte sich heraus, dass der Ärger auf meinem Missverständnis meinerseits beruhte, aber die Stimmung am Wochenende war dann schon etwas schlecht. Danach (Sonntag im Laufe des weiteren Tages und Montag kam dann nichts von ihm). Mein erster Impuls war, ihn entsprechend auch zu ignorieren, das kam mir aber gerade am Sonntag seltsam vor: Es war ja nun üblich, kurz zurückzumelden, dass man gut angekommen ist - also wäre es mir unfair vorgekommen, das nicht zu machen. Daraufhin haben wir dann noch kurz geschrieben. Und abends diese gute Nacht- Nachrichten haben sich nun mal auch eingebürgert und da klar war, dass ich deutlich vor ihm ins Bett gehen würde, war es also auch da an mir, ihm zu schreiben. Der Fehler war dann vielleicht Montag, dass ich mich da wieder bei ihm gemeldet habe. Das war schon - verhältnismäßig - sehr viele Aktivität von mir aus, aber wir haben uns gut unterhalten. Gestern hat er sich dann von sich aus gemeldet, wir haben auch nett ein bisschen Whatsapp geschrieben, sodass ich ihn dann, vermutlich sogar das erste Mal, nach einem nächsten Treffen gefragt habe. Da ging es mir eigentlich mehr ums Organisatorische als darum, dass ich ihn unbedingt sehen muss, um glücklich zu sein. Aber ich wollte gerne den Feiertag und das Wochenende ein bisschen planen - ich will mich ja auch noch mal mit anderen Leuten treffen und mich nicht nur von ihm abhängig machen und meine Freizeit nur mit ihm gestalten.

Und heute kam er dann damit um die Ecke, dass er nicht genug Gefühle für mich hat und er den Eindruck hat, dass ich emotional sehr viel weiter sei als er. Und das ist halt echt das Absurde. Ich hatte die ganze Zeit Zweifel, ob das was werden kann. Er hat unseren Kontakt durch diese ganzen Rituale und Gewohnheiten eigentlich zu einer Beziehung gemacht, bevor es emotional überhaupt eine war. Und gleichzeitig - und das ärgert mich so - hat er sich, ohne dass ich das wollte oder danach gefragt hätte, in meinen Alltag geschlichen, sodass ich ihn jetzt unweigerlich schmerzlich vermissen werde, obwohl ich eigentlich gar keine richtigen Gefühle für ihn habe.
Auf jeden Fall hat er erhebliche Zweifel, v.a. seit dem Wochenende und, um mich nicht mehr als nötig zu verletzen, wollte er mir das lieber früher als später mitteilen.

Und diese Situation, also dass ein Mann total begeistert ist von mir, ich gar nicht dazukomme, nur mal was vorzuschlagen, weil er mir immer zuvor kommt und wenn er sich dann nur ein klein wenig zurückzieht und ich dann mal etwas mehr Aktivität an den Tag lege als zuvor, es dann plötzlich heißt, ich hätte mehr Gefühle für ihn als er für mich und er mir ja nicht wehtun möchte, bla bla bla...
Dieser letzte Fall ist besonders krass, weil ich verglichen mit ihm wirklich nicht besonders viel Anhänglichkeit oder Engagement die letzten Tage gezeigt habe. Ich habe unseren Kontakt höchstens in der Intensität der letzten 8 Wochen fortsetzen wollen - da kann doch von "den Mann erdrücken" keine Rede sein. Ich käme nie auf die Idee, ihm eine Whatsapp zu schicken, ob er denn gut angekommen ist, zu einem Zeitpunkt wo er rein rechnerisch gerade erst angekommen sein kann. Das ist doch erdrücken. Aber doch nicht, wenn ich frage, ob wir uns sehen - gar nicht mal wann, sondern ob!
Da ich das so in der Art schon mehrfach hatte, frage ich mich schon, ob es überhaupt Sinn macht, noch weitere Männer kennenzulernen. Eigentlich müsste ich mich direkt weiter daten, immerhin aber ich diese teure Parship-Mitgliedschaft, die jetzt seinetwegen schon zehn Wochen ungenutzt ist. Aber andererseits habe ich keinen Bock mehr darauf, dass Männer mich toll finden, solange ich Zweifel habe und zurückhaltend bin und sobald ich ihn dann doch auch ganz gut finde und das dezent zeige, er mich plötzlich nicht mehr will. Und diesen Fehler, den ich vor 15 Jahren als HC-Abine noch gemacht habe, dass ich zu verfügbar bin und dem Mann zu sehr hinterherrenne, weil sich endlich mal wer für die schüchterne und unscheinbare Abine interessiert, mache ich schon lange nicht mehr.

Daher stellt mich das schon vor gewisse Rätsel: Ich kann mir nicht ernsthaft vorstellen, dass ich so wenig liebenswert bin, dass fast jeder Mann, der mich ein bisschen kennt, wieder wegläuft.
Daher muss es ja schon daran liegen, dass ich dem Mann in dem Moment, wenn er mal keinen Bock auf mich hat, zu sehr hinterherlaufe?! Aber soll ich gar nichts machen und nur darauf warten, dass er was initiiert? (Das empfehlen ja manche Frauenratgeber.) Aber das ist doch auch ätzend. Zumal ich aktuell mein Leben wirklich im Griff habe und es mit Arbeit, Hobbys und Freundschaften/Familie auch schon ausgefüllt ist. Daher sollte ich wirklich nicht so dieser Typ langweilige, immer verfügbare Frau sein.


Nun ja, sorry für den langen Beitrag - musste ich irgendwie mal loswerden. :?

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Re: Ich schaffe es nicht, längerfristig interessant für einen Mann zu sein

Beitrag von ComebackCat » Mittwoch 30. Oktober 2019, 23:06

Aus MAB-Sicht wäre es natürlich sehr interessant, wenn dieser Mann einmal schildern könnte, wie er es schafft, Frauen, die ihn eigentlich unattraktiv finden, trotzdem für sich zu begeistern. Das muss eine große Gabe sein.
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Re: Ich schaffe es nicht, längerfristig interessant für einen Mann zu sein

Beitrag von Wuchtbrumme » Mittwoch 30. Oktober 2019, 23:09

Ich glaube nicht, dass es an Dir liegt.

Der Mann schien mir auf Biegen und Brechen eine Beziehung herbeiführen zu wollen. So als würde die automatisch entstehen, wenn man sich so verhält.

Vielleicht ist er auch so ein Beziehungsverhinderer, der am Anfang sein Balzen total übertreibt und dann kneift, wenn es verbindlich werden sollte.

Auf keinen Fall vertreibst Du einen normal denkenden Mann wenn Du Dich bei ihm meldest, auch nicht, wenn es mehrmals hintereinander ist.
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Re: Ich schaffe es nicht, längerfristig interessant für einen Mann zu sein

Beitrag von Melli » Mittwoch 30. Oktober 2019, 23:44

desigual hat geschrieben:
Mittwoch 30. Oktober 2019, 22:32
Da ich das so in der Art schon mehrfach hatte, frage ich mich schon, ob es überhaupt Sinn macht, noch weitere Männer kennenzulernen. Eigentlich müsste ich mich direkt weiter daten, immerhin aber ich diese teure Parship-Mitgliedschaft, die jetzt seinetwegen schon zehn Wochen ungenutzt ist. Aber andererseits habe ich keinen Bock mehr darauf, dass Männer mich toll finden, solange ich Zweifel habe und zurückhaltend bin und sobald ich ihn dann doch auch ganz gut finde und das dezent zeige, er mich plötzlich nicht mehr will.
Du hattest schon in anderen Beiträgen geschrieben, daß dieser Mann derzeit Probleme in seinem Leben hat. Insofern denke ich eher nicht, daß dies eines dieser doofen Rollenspielchen ist. Warum er jetzt auch noch mit Dir hinwirft, weiß man nicht. Die freundlichst mögliche Annahme wäre, daß es durchaus Leute gibt, die sich in einer allgemeinen Frustsituation aus sehr vielen Dingen sehr weit zurückziehen. Aber auch ein solches Verhalten wäre für Dich sehr verletzend.

Was mit den anderen Männern los war, weiß man erst recht nicht. Das reicht nicht für eine psychoanalytische Verschwörungstheorie, die davon ausginge, man würde sich regelmäßig Leute mit Problemen aussuchen, über die es irgendwann zu Konflikten käme :dont:

Frustrierend ist das für Dich dennoch, wenn Du denken mußt, mit Regelmäßigkeit passiert irgendetwas :(
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Re: Ich schaffe es nicht, längerfristig interessant für einen Mann zu sein

Beitrag von NickP » Donnerstag 31. Oktober 2019, 02:17

Ich finde es ja schon interessant das dich, sein Verhalten nicht erdrückt hat. Ich glaube viele Frauen wären schnell genervt von so vielen "bin zuhause angekommen" und jeden Tag "gute Nacht" Nachrichten und das ständige fragen nach dem nächsten Treffen.
Und das Kuscheln und Knutschen gleich beim ersten Date, obwohl du ihn da noch nicht attraktiv fandest...
Klingt für mich alles irgendwie komisch. Aber er scheint ja dann doch irgendwie passend für dich gewesen zu sein.
Hattet ihr auch Sex?

Warum er dann aber plötzlich eine Kehrtwende macht und behauptet du hättest die stärkeren Gefühle von euch beiden ist auch sehr seltsam.

Da ich dich nicht persönlich kenne, kann ich auch nicht sagen ob es an dir liegt. Letztlich weiß halt nur er was der Grund für sein Verhalten ist.
Vielleicht ein paar Tage abwarten ob er sich meldet und wenn nicht dann mal nachfragen was nun ist und so.
Was ich heute Abend mache? Das selbe wie (fast) jeden Abend. Ich sitze vorm PC, surfe hier, surfe da, schalalala und versuche die Weltherrschaft an mich zu reißen!

Noch aktuell: https://www.abtreff.de/viewtopic.php?f=21&t=24876

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Re: Ich schaffe es nicht, längerfristig interessant für einen Mann zu sein

Beitrag von Ringelnatz » Donnerstag 31. Oktober 2019, 08:46

Ach mann - tut mir leid, dass es so gelaufen ist! :umarmung2:
desigual hat geschrieben:
Mittwoch 30. Oktober 2019, 22:32
Sein hohes Tempo und Emotionalität hielt an: Wir hatten, auf sein Betreiben hin, jeden Tag Kontakt und haben uns jedes Wochenende sowie immer noch einmal unter der Woche gesehen. Er sprach bei jedem Treffen schon an, wann wir uns das nächste Mal sehen wollen.
desigual hat geschrieben:
Mittwoch 30. Oktober 2019, 22:32
Das alles hat sich vor einer Woche schlagartig geändert: Er zog sich zurück, konzentrierte sich auf andere Dinge (hatte akute Gründe), was mich verunsicherte und auch etwas wütend machte - andererseits war es objektiv nachvollziehbar. Gut, es stellte sich heraus, dass der Ärger auf meinem Missverständnis meinerseits beruhte, aber die Stimmung am Wochenende war dann schon etwas schlecht.
desigual hat geschrieben:
Mittwoch 30. Oktober 2019, 22:32
Und heute kam er dann damit um die Ecke, dass er nicht genug Gefühle für mich hat und er den Eindruck hat, dass ich emotional sehr viel weiter sei als er. (...) Auf jeden Fall hat er erhebliche Zweifel, v.a. seit dem Wochenende und, um mich nicht mehr als nötig zu verletzen, wollte er mir das lieber früher als später mitteilen.
Für mich liest es sich im ersten Moment so, als hätte er krampfhaft versucht, eine Beziehung entstehen zu lassen und dann den Versuch aufgegeben als es zum ersten mal eine Unstimmigkeit gab. Ich glaube, er war sehr transparent mit dir - erst wollte er und hat sich nicht zurückgehalten, dir das direkt und unmissverständlich zu signalisieren. Dann hat er gezweifelt (getrübte Stimmung am Wochenende) und kaum hatte er entschieden, dass es aus seiner Sicht nicht ausreicht, hat er dir das auch gleich mitgeteilt.

Was mir auffällt ist, dass er von Anfang an und durchgängig ganz stark das Tempo gesteuert hat. Du bist mitgegangen - wenn auch manchmal widerwillig. Ist das in den Geschichten davor auch so gewesen?
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Michael Knight

Re: Ich schaffe es nicht, längerfristig interessant für einen Mann zu sein

Beitrag von Michael Knight » Donnerstag 31. Oktober 2019, 08:56

Ich finde, dass der Mann sehr unsicher ist und unbedingt die Kontrolle behalten möchte.

Diese ganzen WhatsApps, ob du gut angekommen bist, sind doch völlig übertrieben. Sowas machen Mütter von Fahranfängern. Natürlich schreiben meine Freundin und ich diese Nachrichten auch, aber eben nur selten wenn die Witterung wirklich schlecht ist oder jemand eine weite Strecke zu fahren hat.

In einem so frühen Stadium der Beziehungsanbahnung einen Termin in sechs Wochen und in der großen Entfernung ausmachen zu wollen ist meiner Meinung auch völlig übertrieben. Er wollte dich da wohl schon für die nächste Zeit an dich binden. Prinzipiell brauchst du aber keine Klassenfahrt vorschieben, sondern sag ihm doch ehrlich, dass dir das in der Phase zu viel ist. Wenn er das nicht versteht, ist er eh der falsche.

Diese ganzen Gute-Nacht-WhatsApps weisen auch auf zu viel Kontrollwunsch seinerseits hin: Klar, wenn man sich spätabends eh schreibt, wünscht man sich zum Abschluss eine gute Nacht. Aber extra deswegen schreiben :gruebel: ?

Auch diese mehrfache Entschuldigung wegen einer Kleinigkeit ist sehr strange. Sowas kann man machen, wenn man wirklich was verbockt hat, aber doch nicht wegen eines Termins... Jeder selbstbewusste Mensch entschuldigt sich hier maximal einmal und gut ist es. In dem geschilderten Fall hätte ich mich z. B. gar nicht entschuldigt.

Ich glaube nicht, dass du mit diesem Mann auf Dauer glücklich geworden wärst. Da ist seinerseits viel zu viel Kontrolle und viel zu wenig Spontanität dabei. Du hast ja auch Bedürfnisse - diese wären mit Sicherheit viel zu kurz bekommen.

Die Tipps aus dem Ratgeber sind meiner Meinung nach auch sehr merkwürdig. Egal, ob F+ oder Beziehung, natürlich sollen beide sich einbringen und was vorschlagen. Das ist doch gerade das Spannende daran - man lässt sich auf Sachen ein, die man selber vielleicht nie gemacht hätte (ich wäre nie in ein Musical gegangen oder hätte bei einem Krimidinner mitgemacht, das waren Ideen meiner Freundin, die mir sehr gefallen haben).

Vielleicht kommst du unbewusst immer wieder an solche unsicheren, kontrollierenden Männer. Mir kommt es so vor, als fürchtete er, die Kontrolle zu verlieren.

Ich hoffe, dass dein Vertrauen in die Männerwelt nicht vollends zerstört ist und du bald auf einen anderen, besseren Charakter triffst, mit dem du glücklich werden kannst und der erkennt, dass du auch Bedürfnisse hast :vielglueck:

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Re: Ich schaffe es nicht, längerfristig interessant für einen Mann zu sein

Beitrag von Montecristo » Donnerstag 31. Oktober 2019, 09:19

desigual hat geschrieben:
Mittwoch 30. Oktober 2019, 22:32
Und heute kam er dann damit um die Ecke, dass er nicht genug Gefühle für mich hat und er den Eindruck hat, dass ich emotional sehr viel weiter sei als er. Und das ist halt echt das Absurde. Ich hatte die ganze Zeit Zweifel, ob das was werden kann. Er hat unseren Kontakt durch diese ganzen Rituale und Gewohnheiten eigentlich zu einer Beziehung gemacht, bevor es emotional überhaupt eine war. Und gleichzeitig - und das ärgert mich so - hat er sich, ohne dass ich das wollte oder danach gefragt hätte, in meinen Alltag geschlichen, sodass ich ihn jetzt unweigerlich schmerzlich vermissen werde, obwohl ich eigentlich gar keine richtigen Gefühle für ihn habe.
Auf jeden Fall hat er erhebliche Zweifel, v.a. seit dem Wochenende und, um mich nicht mehr als nötig zu verletzen, wollte er mir das lieber früher als später mitteilen.
Es ist immer sehr traurig, wenn das Mailen aufhört. Es fühlt sich so wie Beziehung an, auch wenn objektiv noch nicht so viel da ist und gar nicht da sein kann. In die Erklärungen würde ich jetzt gar nicht so viel reindeuten. Es hat eben nicht gepasst. Und das hat er versucht (ein bisschen krampfhaft) zu überspielen. Vielleicht ist das auch ein "technisches Problem" von Fernbeziehungen. Es gibt halt nur das Geschreibsel und wenn das ausbleibt, geht sofort das Grübeln los.

Insofern ist das "längerfristig" auch relativ. Ohne den Aspekt der Fernbeziehung wäre das ganze vermutlich sehr viel schneller ans Ende gekommen? So ziehen sich diese Episoden wie Kaugummi, ohne dass es Fortschritte gibt.

Es hakt IMHO irgendwie eher daran, dass man als AB grundsätzlich Schwierigkeiten hat den richtigen Partner zu finden. Bevor ich meine Frau kennenlernte, habe ich auch gedacht, dass ich komplett beziehungsunfähig und gestört wäre. Und dann lief es aus dem Stand wie am Schnürchen.
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Re: Ich schaffe es nicht, längerfristig interessant für einen Mann zu sein

Beitrag von Gatem » Donnerstag 31. Oktober 2019, 09:38

Irgendwie finde ich deinen Beitrag sehr irritierend.
Die ganze Zeit über, während ich ihn gelesen habe, hat es sich für mich so angehört, als hättest du überhaupt keinen Bock auf eine Beziehung oder einen derart intensiven Kontakt mit diesem Mann, was mich unweigerlich innerlich zu der Frage brachte „Wieso beschwerst du dich überhaupt über den Abbruch der "Beziehung"?“
Es müsste dir doch eigentlich entgegen kommen.
Daher wäre das im ersten Moment auch meine Vermutung: Auch wenn es – meiner Erfahrung nach – nicht unbedingt die Stärke von Männern ist: Vielleicht hat der Mann einfach gemerkt, dass von deiner Seite aus nicht das gleiche Maß an Verbundenheit vorhanden ist wie von ihm und er hat diese Trennung herbeigeführt, damit du es nicht machen musst. (Vielleicht ist er ja auch vom Typ her so, dass er besser damit klar kommt, wenn er sich sagen kann, dass er sich getrennt hat)

Bonbon

Re: Ich schaffe es nicht, längerfristig interessant für einen Mann zu sein

Beitrag von Bonbon » Donnerstag 31. Oktober 2019, 09:51

desigual hat geschrieben:
Mittwoch 30. Oktober 2019, 22:32
Was mir gerade passiert (ist), ist mir leider schon mehrfach...


Nun ja, sorry für den langen Beitrag - musste ich irgendwie mal loswerden. :?
Sei nicht traurig, ich weiß, das sagt sich so leicht :umarmung2: . Ich hatte beim Lesen das Gefühl, daß du total überfordert warst und dich zu etwas gezwungen hast, was du überhaupt nicht magst, nur um nicht alleine zu sein.

Vielleicht hat der Mann gemerkt, daß du keine Gefühle für ihn entwickelst, so wie er es sich gewünscht hätte und hat vorher die Reißleine gezogen und dann behauptet, er hätte keine Gefühle für dich. Es kann nicht jeder gut mit Ablehnung umgehen, so fühlt er sich besser, weil er es beendet hat. Glaube mir, du wärst nicht glücklich geworden mit ihm.

:umarmung2:

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Re: Ich schaffe es nicht, längerfristig interessant für einen Mann zu sein

Beitrag von Montecristo » Donnerstag 31. Oktober 2019, 10:41

Gatem hat geschrieben:
Donnerstag 31. Oktober 2019, 09:38
Daher wäre das im ersten Moment auch meine Vermutung: Auch wenn es – meiner Erfahrung nach – nicht unbedingt die Stärke von Männern ist: Vielleicht hat der Mann einfach gemerkt, dass von deiner Seite aus nicht das gleiche Maß an Verbundenheit vorhanden ist wie von ihm und er hat diese Trennung herbeigeführt, damit du es nicht machen musst.
Vermutlich noch nicht einmal das. Es war der Versuch eine Beziehung durch genügend Äußerlichkeiten zu konstruieren. Habe ich am Anfang meiner SB-Karriere auch mal versucht. Wenn beide das mitmachen geht das. Und es geht es auch erstmal ziemlich weit.
Man stellt dann aber trotzdem sehr schnell fest, dass in dem Konstrukt einfach nichts drin ist. Und tatsächlich habe dann ich (und nicht die Frau) die Sache einfach beendet. Die Inhaltslosigkeit hätte erstmal nix daran geändert, dass das alles halbwegs unterhaltsam war. Vielleicht wäre sogar Sex drin gewesen. Nur eine Perspektive hat das alles nicht.
Gatem hat geschrieben:
Donnerstag 31. Oktober 2019, 09:38
Vielleicht ist er ja auch vom Typ her so, dass er besser damit klar kommt, wenn er sich sagen kann, dass er sich getrennt hat
Kann durchaus sein.
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Re: Ich schaffe es nicht, längerfristig interessant für einen Mann zu sein

Beitrag von Kief » Donnerstag 31. Oktober 2019, 12:10

Ringelnatz hat geschrieben:
Donnerstag 31. Oktober 2019, 08:46
Für mich liest es sich im ersten Moment so, als hätte er krampfhaft versucht, eine Beziehung entstehen zu lassen und dann den Versuch aufgegeben als es zum ersten mal eine Unstimmigkeit gab. Ich glaube, er war sehr transparent mit dir - erst wollte er und hat sich nicht zurückgehalten, dir das direkt und unmissverständlich zu signalisieren. Dann hat er gezweifelt (getrübte Stimmung am Wochenende) und kaum hatte er entschieden, dass es aus seiner Sicht nicht ausreicht, hat er dir das auch gleich mitgeteilt.

Was mir auffällt ist, dass er von Anfang an und durchgängig ganz stark das Tempo gesteuert hat. Du bist mitgegangen - wenn auch manchmal widerwillig. Ist das in den Geschichten davor auch so gewesen?
Ich sehe das ebenso, nicht nur beim ersten Lesen.

Er gibt ziemlich krampfhaft Tempo,
aber hat dabei offenbar weder Deine Gefuehle im Blick, noch kann er seine eigene Verhaltensweise einschaetzen, ob das ausgewogen und angemessen ist.
Dadurch hat er einen verdrehten Kompass, wenn er Dein Verhalten einschaetzt.
Immerhin ist er soweit transparent, was er wahrnimmt und vermutet.

Fuer Dich heisst das, dass ich bei Dir kein Indiz fuer irgendeine Schuld oder Ursache sehe.
Bestenfalls, wo ich ebenfalls Ringelnatz zustimme, koenntest Du mal schauen, ob es da wiederholte Muster gibt.
Ansonsten halte ich das fuer eine relativ normale Entwicklung, dass es nicht passt.
Hat halt nen deutlichen Touch dadurch, was der andere hier an Macke mitbringt, und dass das fuer Dich offenbar ungewohnt ist.


K
Deeskalation, ohne danach die Probleme anpacken zu wollen,
das ist wie Ablenkung, oder Hinhalte-Taktik/Aussitzen wollen:
als Gespraechsverweigerung die getarnteste Form von Eskalation.

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Re: Ich schaffe es nicht, längerfristig interessant für einen Mann zu sein

Beitrag von Finnlandfreundin » Donnerstag 31. Oktober 2019, 13:10

ComebackCat hat geschrieben:
Mittwoch 30. Oktober 2019, 23:06
Aus MAB-Sicht wäre es natürlich sehr interessant, wenn dieser Mann einmal schildern könnte, wie er es schafft, Frauen, die ihn eigentlich unattraktiv finden, trotzdem für sich zu begeistern. Das muss eine große Gabe sein.
Ich würde denken, das wusste er garnicht.
NickP hat geschrieben:
Donnerstag 31. Oktober 2019, 02:17
Ich finde es ja schon interessant das dich, sein Verhalten nicht erdrückt hat.
Ich finde dieses Verhalten auch etwas sehr kontrollierend. Wenn man von alleine schreibt, ist das was anderes.


Ist er auch AB oder Ex-AB? So wie er zu Beginn scheinbar krampfhaft versucht, eine Beziehung zu haben und dann einen Rückzieher macht, wirkt so als ob er auch noch nicht viel Beziehungserfahrung hat und unsicher ist.
Ich würde ihn darauf ansprechen, was los sei. Kann ja auch Ärger oder Kummer in anderen Bereichen sein.
Es macht aber nur Sinn, wenn du dir eine Beziehung mit ihm vorstellen kannst.

Kannst du sagen, was ihn zu Beginn sympathisch machte?

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Re: Ich schaffe es nicht, längerfristig interessant für einen Mann zu sein

Beitrag von Solstice » Donnerstag 31. Oktober 2019, 13:12

[+] Was Kief und Ringelnatz sagen
Kief hat geschrieben:
Donnerstag 31. Oktober 2019, 12:10
Ringelnatz hat geschrieben:
Donnerstag 31. Oktober 2019, 08:46
Für mich liest es sich im ersten Moment so, als hätte er krampfhaft versucht, eine Beziehung entstehen zu lassen und dann den Versuch aufgegeben als es zum ersten mal eine Unstimmigkeit gab. Ich glaube, er war sehr transparent mit dir - erst wollte er und hat sich nicht zurückgehalten, dir das direkt und unmissverständlich zu signalisieren. Dann hat er gezweifelt (getrübte Stimmung am Wochenende) und kaum hatte er entschieden, dass es aus seiner Sicht nicht ausreicht, hat er dir das auch gleich mitgeteilt.

Was mir auffällt ist, dass er von Anfang an und durchgängig ganz stark das Tempo gesteuert hat. Du bist mitgegangen - wenn auch manchmal widerwillig. Ist das in den Geschichten davor auch so gewesen?
Ich sehe das ebenso, nicht nur beim ersten Lesen.

Er gibt ziemlich krampfhaft Tempo,
aber hat dabei offenbar weder Deine Gefuehle im Blick, noch kann er seine eigene Verhaltensweise einschaetzen, ob das ausgewogen und angemessen ist.
Dadurch hat er einen verdrehten Kompass, wenn er Dein Verhalten einschaetzt.
Immerhin ist er soweit transparent, was er wahrnimmt und vermutet.

Fuer Dich heisst das, dass ich bei Dir kein Indiz fuer irgendeine Schuld oder Ursache sehe.
Bestenfalls, wo ich ebenfalls Ringelnatz zustimme, koenntest Du mal schauen, ob es da wiederholte Muster gibt.
Ansonsten halte ich das fuer eine relativ normale Entwicklung, dass es nicht passt.
Hat halt nen deutlichen Touch dadurch, was der andere hier an Macke mitbringt, und dass das fuer Dich offenbar ungewohnt ist.


K
+1

Wenn ich hier im Forum über (halbwegs) erfolgreiche Beziehungsanbahnungen lese, dann versetze ich mich häufig in die Rolle des Mannes und versuche daraus zu lernen, was er "richtig gemacht" hat, um daraus Schlüsse für mich ziehen zu können.

Ich muss auch sagen, dass mich der Eröffnungsbeitrag daher irritiert:
Ein Mann, den du im ersten Moment als unattraktiv, geschwätzig und schlecht angezogen empfindest, knutscht noch am ersten Date mit dir rum. Und "nervt" dann in den nächsten Tagen und Wochen mit Textnachrichten und unangebrachter Verbindlichkeit.
Eigentlich hat er doch alles falsch gemacht? Da frag ich mich, wie ich so viele erste Dates versemmeln konnte, obwohl es gefühlt sehr gut lief ... Naja, anderes Thema.

Jedenfalls scheint es auf mich auch so, dass er dich mit seinem Tempo und der frühen Verbindlichkeit ziemlich überrumpelt hat, und bevor du dich versehen hast warst du in einer Art Beziehung. Ich kenne dich nicht, aber wenn du sagst, dass dir frühere Geschichten ähnlich abliefen wäre mein Rat, sich für das Kennenlernen anfangs mehr Zeit zu lassen und deine Gefühle für den Mann erstmal über 3,4,5 Dates oder mehr hinweg zu ergründen. :gruebel:
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Re: Ich schaffe es nicht, längerfristig interessant für einen Mann zu sein

Beitrag von desigual » Donnerstag 31. Oktober 2019, 13:48

Vielen lieben Dank für eure ganzen Meinungen und Denkanstöße. Es war sicherlich so, dass ich die meiste Zeit eher passiv war, v. a. am Anfang. Und das ist zweifellos ein Muster, das sich bei mir immer wiederholt. Ich denke, das liegt daran, dass ich einfach lange brauche, mich einem Mann wirklich zu öffnen und zum Beginn des Kennenlernens noch sehr kritisch bin. Daher passt Onlinedating vermutlich auch nicht gut für mich. Da geht das Kennenlernen schnell, die Männer sind - meiner Erfahrung nach - früh begeistert. Ich bräuchte eher ein sanftes, allmähliches Kennenlernen im Alltag. Aber dazu bietet mein Leben leider kaum Gelegenheiten. Daher die Onlinesuche.
Er hat da zweifellos das Tempo vorgegeben, auch wenn ich es nicht immer mitgegangen bin, ihn durchaus mal ausgebremst und mir meine Freiheiten genommen habe. Auch das läuft bei Männern, die ich kennenlerne, meistens so.
Ich denke schon, dass die beiden Aspekte äußerst ungünstig für den weiteren Verlauf des Kennenlernens sind: Wenn ich dann auch mal "Fahrt aufnehme" ist das eben zu einem Zeitpunkt, zu dem du anfängliche große Begeisterung beim Mann schon wieder verpufft ist - entsprechend wirke ich dann scheinbar emotional sehr involviert. Außerdem befeuern meine Zögerlichkeit und meine Zweifel zu Beginn vielleicht auch noch die Anstrengungen der Männer - man will ja oft, was man gerade nicht so richtig haben kann.
Was ich aus diesen Erkenntnissen für die Zukunft lernen soll, weiß ich aber auch nicht.
Keine Männer mehr kennenlernen scheint keine Option. Aufs Onlinekennenlernen zu verzichten auch nicht.

Vielleicht noch grundsätzlich zur Erläuterung:
Ich habe in den letzten Wochen dann natürlich auch noch Gefühle für ihn entwickelt. Sonst hätte mich das Ende unserer Geschichte ja überhaupt nicht so mitgenommen. Ich habe nur so betont, dass ich anfangs keine oder kaum Gefühle für ihn hatte, weil ich mich gerade über ihn ärgere: Dass ich jetzt so enttäuscht und mitgenommen bin, liegt in erster Linie daran, dass er schon so voll auf einen Beziehung gemacht hat. Ich leide gerade nicht unter "gebrochenem Herzen" oder richtigem Liebeskummer (dafür kannten wir uns noch nicht gut genug und meine Gefühle sind noch nicht stark genug), ich leide darunter, dass mir ein sehr schöner Teil meines Lebens entzogen wurde.
Ich fand dieses Selbstverständnis, ihn am Wochenende zu sehen, was zu unternehmen, die ganze körperliche Nähe, den sich entwickelnden Gedanken eines "Wir" einfach wunderbar. Das Wissen, wen ich als erstes anrufe, wenn ich Sorgen, Probleme oder auch Freude teilen will. Die Gewissheit, dass er mir hilft, wenn ich ein Dübelloch bohren will und das bei den komischen Wänden in meiner Wohnung wieder nicht hinkriege.
Und all das hätte ich von mir aus noch lange nicht so gestaltet oder vorangetrieben, einfach weil ich noch viel zu große Zweifel hatte. Ich habe mich da von ihm mitreißen lassen; gefallen hat es mir natürlich trotzdem sehr, denn ich hätte ja liebend gern eine richtige Beziehung.
Gerade ärgert mich einfach, dass er einen auf richtige Beziehung macht und dann feststellt, doch keine richtigen Gefühle zu haben. Den jetzigen Kummer hätte er mir gut ersparen können, wenn er erst richtig in sich reingehorcht hätte und dann erst, wenn er sicher ist, auf Beziehung macht. Daher habe ich so betont, dass er das hohe Tempo gegangen ist und ich erst keine und dann erst sich sehr allmählich entwickelnde Gefühle für ihn hatte.
Wuchtbrumme hat geschrieben:
Mittwoch 30. Oktober 2019, 23:09
Auf keinen Fall vertreibst Du einen normal denkenden Mann wenn Du Dich bei ihm meldest, auch nicht, wenn es mehrmals hintereinander ist.
Das hoffe ich sehr.
Melli hat geschrieben:
Mittwoch 30. Oktober 2019, 23:44
Du hattest schon in anderen Beiträgen geschrieben, daß dieser Mann derzeit Probleme in seinem Leben hat.
Ja, ich denke schon, dass seine Zweifel und sein Gefühlswandel damit zu tun hat - er selbst denkt das jedoch nicht.
NickP hat geschrieben:
Donnerstag 31. Oktober 2019, 02:17
Letztlich weiß halt nur er was der Grund für sein Verhalten ist.
Vielleicht ein paar Tage abwarten ob er sich meldet und wenn nicht dann mal nachfragen was nun ist und so.
Er möchte ja gern noch meine Sicht auf die Dinge und die fehlenden Gefühle oder das Problem zwischen uns diskutieren. Er hat mir seine Zweifel/Sorgen schriftlich dargelegt, damit wir darüber sprechen können. Insofern wird sicherlich noch ein Gespräch stattfinden. Ich weiß bloß gerade nicht, was das bringen soll. Gefühle kann man nicht herbeidiskutieren und ich habe auch keine Lust um einen Mann zu kämpfen, den ich eh schon verloren habe. Das möchte ich mir und meinem eh schon eher geringen Selbstwergefühl nicht antun.
Ringelnatz hat geschrieben:
Donnerstag 31. Oktober 2019, 08:46
Ich glaube, er war sehr transparent mit dir - erst wollte er und hat sich nicht zurückgehalten, dir das direkt und unmissverständlich zu signalisieren. Dann hat er gezweifelt (getrübte Stimmung am Wochenende) und kaum hatte er entschieden, dass es aus seiner Sicht nicht ausreicht, hat er dir das auch gleich mitgeteilt.
Er kommuniziert sehr offen, direkt und selbstbewusst. Das ist tatsächlich etwas, das mir an ihm gefällt - weil ja viele hier sich fragen, was ich an ihm überhaupt finde.
Ringelnatz hat geschrieben:
Donnerstag 31. Oktober 2019, 08:46
Was mir auffällt ist, dass er von Anfang an und durchgängig ganz stark das Tempo gesteuert hat. Du bist mitgegangen - wenn auch manchmal widerwillig. Ist das in den Geschichten davor auch so gewesen?
Ja, das ist schon meistens so. Das liegt, wie oben geschrieben, sicher an meinem extrem niedrigen Tempo am Anfang. Zudem bin ich (als Ex-Abine) noch immer wahnsinnig unsicher im Umgang mit Männern, will mich auf keinen Fall aufdrängen, lebe in ständiger Sorge vor Zurückweisung. Daher finde ich es tatsächlich immer sehr beruhigend, wenn mir der Mann klar zeigt, dass er mich (oft/regelmäßig) sehen will.

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Re: Ich schaffe es nicht, längerfristig interessant für einen Mann zu sein

Beitrag von desigual » Donnerstag 31. Oktober 2019, 14:34

Montecristo hat geschrieben:
Donnerstag 31. Oktober 2019, 09:19
Es ist immer sehr traurig, wenn das Mailen aufhört. Es fühlt sich so wie Beziehung an, auch wenn objektiv noch nicht so viel da ist und gar nicht da sein kann. In die Erklärungen würde ich jetzt gar nicht so viel reindeuten. Es hat eben nicht gepasst. Und das hat er versucht (ein bisschen krampfhaft) zu überspielen. Vielleicht ist das auch ein "technisches Problem" von Fernbeziehungen. Es gibt halt nur das Geschreibsel und wenn das ausbleibt, geht sofort das Grübeln los.

Insofern ist das "längerfristig" auch relativ. Ohne den Aspekt der Fernbeziehung wäre das ganze vermutlich sehr viel schneller ans Ende gekommen? So ziehen sich diese Episoden wie Kaugummi, ohne dass es Fortschritte gibt.
So eine richtige Fernbeziehung war es nicht: eine dreiviertel Stunde Autofahrt ist in einer ländlichen Gegend wie meiner nichts besonderes. Viele meiner Kollegen fahren 30 bis 45 Minuten einfach zur Arbeit. Auch er fuhr 30 Minuten zu seinem Arbeitsplatz, 30 Minuten lagen zwischen seiner Arbeit und meiner Wohnung und eben 45 Minuten zwischen unseren Wohnungen. Daher war er öfter mal nach der Arbeit für drei, vier Stunden bei mir - das war für ihn kaum ein zeitlicher Mehraufwand - zumal er sehr gern Auto fährt.
Montecristo hat geschrieben:
Donnerstag 31. Oktober 2019, 09:19
Es hakt IMHO irgendwie eher daran, dass man als AB grundsätzlich Schwierigkeiten hat den richtigen Partner zu finden. Bevor ich meine Frau kennenlernte, habe ich auch gedacht, dass ich komplett beziehungsunfähig und gestört wäre. Und dann lief es aus dem Stand wie am Schnürchen.
Der Witz ist, dass ich die ersten 7,5 Wochen, in denen wir uns gekannt haben, auch den Eindruck hatte, es liefe alles wie am Schnürchen. Und auch schon fast verleitet war zu denken "Der Richtige kann nichts falsch machen und der Falsche nichts richtig". Ich war die ganze Zeit authentisch und habe mich so verhalten wie ich wollte. Ich habe mich nicht einmal anstrengend müssen.
Gatem hat geschrieben:
Donnerstag 31. Oktober 2019, 09:38
Irgendwie finde ich deinen Beitrag sehr irritierend.
Die ganze Zeit über, während ich ihn gelesen habe, hat es sich für mich so angehört, als hättest du überhaupt keinen Bock auf eine Beziehung oder einen derart intensiven Kontakt mit diesem Mann, was mich unweigerlich innerlich zu der Frage brachte „Wieso beschwerst du dich überhaupt über den Abbruch der "Beziehung"?“
Es müsste dir doch eigentlich entgegen kommen.
Wie gesagt habe ich meine anfänglichen Zweifel so betont, weil ich mich gerade über meinen Kummer so ärgere und ihm die Schuld daran gebe.
Mit jedem Treffen fand ich ihn attraktiver, weil er so einen tollen Charakter hat, ich mich in seiner Gegenwart super wohl fühle, ich das Gefühl habe, bei ihm so sein zu können wie ich bin. In der Summe habe ich gemerkt, wie unwichtig die äußere Hülle ist und wie leicht es doch ist, jemanden aufgrund seiner inneren Werte zu mögen und dann als Gesamtpaket attraktiv zu finden. Und dann sind ein paar Kilo mehr oder weniger, die Haarfrisur oder der Kleidungsstil plötzlich so egal. Außerdem riecht er toll, sogar sein Schweiß.
Gatem hat geschrieben:
Donnerstag 31. Oktober 2019, 09:38
Daher wäre das im ersten Moment auch meine Vermutung: Auch wenn es – meiner Erfahrung nach – nicht unbedingt die Stärke von Männern ist: Vielleicht hat der Mann einfach gemerkt, dass von deiner Seite aus nicht das gleiche Maß an Verbundenheit vorhanden ist wie von ihm und er hat diese Trennung herbeigeführt, damit du es nicht machen musst.
Er ist ziemlich empathisch und ich glaube ihm tatsächlich, dass er sich möglichst früh von mir trennen wollte, um eine weitere Entwicklung von Gefühlen und damit verbunden einen größeren Liebeskummer bei mir zu verhindern. Aber ja, ich denke auch, dass er gespürt hat, dass nicht das gleiche Maß an Verbundenheit vorhanden war und dass das seine Gefühle hat abflauen lassen.
Bonbon hat geschrieben:
Donnerstag 31. Oktober 2019, 09:51
Vielleicht hat der Mann gemerkt, daß du keine Gefühle für ihn entwickelst, so wie er es sich gewünscht hätte und hat vorher die Reißleine gezogen und dann behauptet, er hätte keine Gefühle für dich.
Ich habe doch Gefühle für ihn.
Finnlandfreundin hat geschrieben:
Donnerstag 31. Oktober 2019, 13:10
Ist er auch AB oder Ex-AB? So wie er zu Beginn scheinbar krampfhaft versucht, eine Beziehung zu haben und dann einen Rückzieher macht, wirkt so als ob er auch noch nicht viel Beziehungserfahrung hat und unsicher ist.
Ich würde ihn darauf ansprechen, was los sei. Kann ja auch Ärger oder Kummer in anderen Bereichen sein.
Es macht aber nur Sinn, wenn du dir eine Beziehung mit ihm vorstellen kannst.
Er ist so ziemlich das Gegenteil eines ABs: Er hatte schon einige Beziehungen, wurde als Abiturient sogar zum "sexiest" Schüler des Jahrgangs gewählt, hatte eine lang dauernde Beziehung, trotzdem schon ein, zwei längere Singlephasen. Insgesamt ruht er sehr viel mehr in sich als ich es tue, ist mit sich und seinem Leben auch ohne Frau zufrieden, hat Ziele für die Zukunft. Verglichen mit ihm bin ich deutlich dringender auf der Suche nach Partner und familiärem Glück.
Er hat gerade definitiv große berufliche Sorgen, meint aber, dass es nicht nur daran liegen kann. Er will unbedingt noch ein klärendes Gespräch. Seine Zweifel hat er mir schriftlich dargelegt, um meine Meinung einzuholen. Ich bin gerade eher diejenige, die nicht weiß, wozu ein Gespräch gut sein soll, aber ich will das schon noch führen. Daher finde ich es auch sehr hilfreich, eure Meinungen zu lesen und so meine Situation zu reflektieren.
Das "Blöde" ist ja, dass ich mir mittlerweile sehr gut eine Beziehung mit ihm vorstellen kann. Wir sind uns in vielerlei Hinsicht sehr ähnlich. Trotzdem habe ich den Eindruck, dass wir uns gegenseitig auch schon einige neue Impulse geliefert haben, was ich auch wichtig finde. Wir fühlen uns beide in der Gegenwart des anderen sehr wohl. Wir haben schon viel gelacht, rumgeblödelt und sexuelle Spannung erlebt - das alles hat unter der belasteten beruflichen Situation aber - für mein Empfinden gelitten. Er tut mir wahnsinnig gut. Und meine Gefühle für ihn haben sich in den letzten Wochen allmählich aber kontinuierlich entwickelt. :?
Finnlandfreundin hat geschrieben:
Donnerstag 31. Oktober 2019, 13:10
Kannst du sagen, was ihn zu Beginn sympathisch machte?
Ich habe mich gleich bei ihm wohlgefühlt, sein Humor (auch wenn der zu Beginn des ersten Dates ein bisschen verkrampft war; davor und danach war er immer toll), seine in sich ruhende, selbstbewusste und zufriedene Art.
Solstice hat geschrieben:
Donnerstag 31. Oktober 2019, 13:12
Ich kenne dich nicht, aber wenn du sagst, dass dir frühere Geschichten ähnlich abliefen wäre mein Rat, sich für das Kennenlernen anfangs mehr Zeit zu lassen und deine Gefühle für den Mann erstmal über 3,4,5 Dates oder mehr hinweg zu ergründen.
Da ist vielleicht was Wahres dran. Wobei ich sonst nicht beim 1. Date geknutscht habe und beim 2. Date Sex hatte. Es hat sich mit ihm einfach richtig angefühlt. Das erste Date ging den ganzen Tag. Wir waren wandern, irgendwann lagen wir auf der Picknickdecke, bei Sonnenschein, in der Wiese - da ist Knutschen einfach toll. Und irgendwie ist es dann auch egal, wie er aussieht: Er hat schöne Augen, ein liebevolles Lachen und riecht toll - mehr kriegt man beim Kuscheln eh nicht mit.

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Re: Ich schaffe es nicht, längerfristig interessant für einen Mann zu sein

Beitrag von Kief » Donnerstag 31. Oktober 2019, 17:23

desigual hat geschrieben:
Donnerstag 31. Oktober 2019, 13:48
Außerdem befeuern meine Zögerlichkeit und meine Zweifel zu Beginn vielleicht auch noch die Anstrengungen der Männer - man will ja oft, was man gerade nicht so richtig haben kann.
Was ich aus diesen Erkenntnissen für die Zukunft lernen soll, weiß ich aber auch nicht.
Keine Männer mehr kennenlernen scheint keine Option. Aufs Onlinekennenlernen zu verzichten auch nicht.
Wenn onlinedating Deine einzige Moeglichkeit ist, weshalb dann darauf verzichten?

Ich wuerde einfach die Strategie anpassen, und vielleicht fuer etwas Informationsfluss sorgen?
Ich koennte mir vorstellen, dass sich Deine Dates besser darauf einstellen koennen, wenn Du ankuendigst, dass Du 15 Treffen/3-6 Monate <insert intended dose of information> benoetigst, um herauszufinden, ob Du Dich in jemanden verlieben kannst.
Eine derartige Zeitspanne duerfte viele Player abschrecken, und die ernsthaften Interessenten angemessen vorbereiten.

Wasauchimmer Du fuer eine Herangehensweise waehlst, die Loesung muss ja nicht nur gewaehlt werden zwischen onlinedating beenden oder ewig identisch weiterfuehren.
Wenn das Dein einziger praktikabler Weg ist, dann nutze ihn, und variiere die Details.

Melli hat geschrieben:
Mittwoch 30. Oktober 2019, 23:44
Du hattest schon in anderen Beiträgen geschrieben, daß dieser Mann derzeit Probleme in seinem Leben hat.
Ja, ich denke schon, dass seine Zweifel und sein Gefühlswandel damit zu tun hat - er selbst denkt das jedoch nicht. [/quote]Nicht selten ...
Leute, die ihre Probleme und die Schneise hinter sich nicht sehen, die glauben eben nicht, dass sie Probleme haben und verursachen. Wollen teilweise nicht.
Aber gerade dadurch ist es auch besonders schwer, derlei zu loesen ... wenn die Ursache der Probleme nix peilt und entsprechend nix aendern will.

Gibt ja auch hier im Forum entsprechende Charaktere, die Reibungspunkte nicht wahrhaben wollen ...
NickP hat geschrieben:
Donnerstag 31. Oktober 2019, 02:17
Letztlich weiß halt nur er was der Grund für sein Verhalten ist.
Vielleicht ein paar Tage abwarten ob er sich meldet und wenn nicht dann mal nachfragen was nun ist und so.
Er möchte ja gern noch meine Sicht auf die Dinge und die fehlenden Gefühle oder das Problem zwischen uns diskutieren. Er hat mir seine Zweifel/Sorgen schriftlich dargelegt, damit wir darüber sprechen können. Insofern wird sicherlich noch ein Gespräch stattfinden. Ich weiß bloß gerade nicht, was das bringen soll. Gefühle kann man nicht herbeidiskutieren und ich habe auch keine Lust um einen Mann zu kämpfen, den ich eh schon verloren habe. Das möchte ich mir und meinem eh schon eher geringen Selbstwergefühl nicht antun.
Oha?!?
Das finde ich echt bemerkenswert ...

um ihn zu kaempfen, wenn er sich bereits entschieden hat, das ist Unfug, klar.
Was jedoch spricht dagegen, ihm mitzuteilen, dass er mit seinem Beziehungs-Simulations-Tempo Dir weh getan hat?
Das bietet Dir eine Gelegenheit, Deine Schmerzen zu verarbeiten, und damit leichter abzuschliessen.
Wenn er in seinem Kommunikationsstilderart offen und ehrlich ist, dann kann er Dir damit vielleicht sogar entgegenkommen.
Und was die vermisste Naehe betrifft, vielleicht vermag er Dir auf kameradschaftlicher Basis etwas bieten?


K
Deeskalation, ohne danach die Probleme anpacken zu wollen,
das ist wie Ablenkung, oder Hinhalte-Taktik/Aussitzen wollen:
als Gespraechsverweigerung die getarnteste Form von Eskalation.

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Re: Ich schaffe es nicht, längerfristig interessant für einen Mann zu sein

Beitrag von silentium » Donnerstag 31. Oktober 2019, 19:31

Hier noch ein Gedankenanstoß.

Eine meiner Beobachtungen:

Die meisten Menschen sind (im Vergleich zu mir und erstaunlich für mich) sehr schnell darin, eine Beziehung anzubahnen, einzugehen bzw. nach einer Beziehung die Fähigkeit zu haben, wieder eine neue einzugehen (auch, wenn die alte Beziehung von sehr langer Dauer war bzw. mit heftigen Verletzungen und Erfahrungen verbunden). Wahrscheinlich auch, etwas, was nicht mehr passend scheint (besonders wenn noch nicht weit entwickelt), aufzugeben.
Das Tempo und Timing ist ein ganz anderes (und ist wohl bei Online-Dating nochmals um einiges schneller).

"Ökonomischer" umgelegt auf die nunmal beschränkte Lebenszeit sowie die biologische Uhr wäre das vielleicht, für mich aber so nicht machbar.

[Eine wahre Geschichte: In der Zeit, in der ich noch meinem Ex hinterhertrauerte, hat eine Bekannte von mir sich nach 10jähriger Beziehung von ihrem Freund getrennt (war natürlich nicht ihre erste Beziehung), mit ihrem neuen Freund ihr erstes Kind bekommen, sich nach einigen Jahren wieder getrennt und ist bis heute glücklich mit ihrem Mann verheiratet (2 Kinder sind inzwischen noch dazugekommen.) Zeitraum erste Trennung bis zur Heirat: etwa 6 Jahre.]

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Re: Ich schaffe es nicht, längerfristig interessant für einen Mann zu sein

Beitrag von Obelix » Donnerstag 31. Oktober 2019, 19:42

Was mir bei der Geschichte aufgefallen ist: Die meiste Zeit war er es, der das "Tempo" vorgegeben hat, während Du versucht hast, mitzuhalten. Auch schreibst Du, dass Dir seine vielen "Gute Nacht" und "Gut angekommen"-Nachrichten eigentlich zuviel waren, aber ich entnehme Deinem Text nicht, dass Du ihm das mal gesagt hättest. Vielleicht hat er auch deswegen nicht "genug Gefühle" für Dich, weil er keine (oder nur wenig) Initiative von Deiner Seite wahrgenommen hat. Gut, wie Du schreibst, hat er Dich erst gar nicht dazu kommen lassen, aber eine Form der Initiative hätte auch sein können, hier und da mal ein wenig auf die Bremse zu treten - um dann anschließend einen konstruktiven Vorschlag Deinerseits zu machen - in Deinem Tempo, und mit den Freiräumen, die Du für Dich haben willst.
Gefühle für andere entstehen dann, wenn man den anderen als Persönlichkeit wahrnimmt. Und wenn Du Dich ihm immer angepasst hast, dann hat er Deine Wünsche nicht ausreichend wahrgenommen. Und nachdem ihm nach dem starken "Spurt" in der Anfangsphase die Puste ausgegangen ist, war nichts da, was bei ihm die Flamme am Brennen gehalten hat.

Soweit mal meine Vermutung. Mag sein, dass das ein wenig aus der Kenntnis meiner eigenen Schwächen kommt, da ich auch jemand bin, der sich im Zweifelsfall eher anpasst als sich mal selbst auf die Hinterbeine zu stellen. Aber langfristige Beziehungen können nur dann funktionieren, wenn beide ihre Ecken und Kanten nicht voreinander verbergen, sondern Wege finden, sich gegenseitig einander anzupassen. Und dieser Prozess sollte einigermaßen gleichberechtigt ablaufen.
''Life's a happy song, when there's someone by your side to sing along.'' - The Muppets

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Re: Ich schaffe es nicht, längerfristig interessant für einen Mann zu sein

Beitrag von desigual » Samstag 2. November 2019, 11:03

Dieser Mann hat sich leider als arrogant, verschlossen, unreflektiert und besserwisserisch erwiesen.
Daraufhin habe ich ihm einige sehr gemeine Dinge in vulgärer Ausdrucksweise an den Kopf geworfen (rein inhaltlich finde ich das auch mit Abstand ok, aber die Art und Weise war leider Mist).
Er hat mich jetzt als Kontakt in seinem Handy gelöscht, zumindest sehe ich sein WhatsApp-Foto nicht mehr.

Das war es also endgültig. Einerseits weiß ich, dass ich ihm was obige Charakterzüge angeht, nicht hinterher weinen solte. Andererseits bin ich, gerade nach seinen gestrigen Äußerungen, ziemlich sicher, dass die schlechte Stimmung zwischen uns und sein Auftreten in den letzten 2 Wochen mit seinen großen beruflichen Problemen zu tun hat.
Da wir ansonsten sehr gut zusammen passten, wie wir beide mehrfach festgestellt haben, bedaure ich es daher sehr.
Ich hatte bis letzte Woche das Gefühl, endlich mal einen Mann gefunden zu haben, der "der Richtige" sein könnte. Daher sitzt die Enttäuschung tief.

Es wird Wochen dauern, bis ich wirklich Lust habe, überhaupt Onlinedating zu betreiben. Die biologische Uhr tickt, mein Leben ist leer an privatem Glück und voll an Arbeit.

Dazu kommt die quälende Frage aus dem Eingangspost, ob es überhaupt mal anders laufen kann als es die letzten 10 Jahre seit Beendigung meines HC-Abtums läuft.

In der Summe finde ich es daher enttäuschend ihn überhaupt kennengelernt zu haben. Zudem ärgere ich mich noch immer, dass er zu so einem frühen Zeitpunkt, als seine Gefühle zu mir ganz offensichtlich noch weit davon entfernt waren, stabil, sicher, wirklich groß zu sein, schon auf Beziehung gemacht hat. Hätte er sich das verkniffen, wären meine Gefühle nie so geworden wie sie jetzt sind und ich hätte jetzt keinen solchen Kummer.

Für dueses Wochenende muss ich den Kummer und die Gedanken jedoch beiseite legen: meine Wohnung ist ein Chaos, der Kühlschrank leer und ich habe massenhaft Arbeit liegen, da der November so wahnsinnig arbeitsintensiv ist und ich die letzten drei Tage nichts getan habe als traurig zu sein.

@Kief und Obelix:Ich finde eure Beiträge treffend - ich denke, ich werde sie in Zukunft noch mal als hilfreich empfinden. Danke!

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