Ich schaffe es nicht, längerfristig interessant für einen Mann zu sein

Auch mit einem Partner sind nicht alle Fragen geklärt

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Gucki
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Re: Ich schaffe es nicht, längerfristig interessant für einen Mann zu sein

Beitrag von Gucki » Samstag 2. November 2019, 12:38

desigual hat geschrieben:
Samstag 2. November 2019, 11:03
Dieser Mann hat sich leider als arrogant, verschlossen, unreflektiert und besserwisserisch erwiesen.
Ich finde es Interessant, dass dir diese Wesenszügen in den letzten 10 Wochen nicht aufgefallen sind. Hat er sich so gut verstellt?
desigual hat geschrieben:
Samstag 2. November 2019, 11:03
Zudem ärgere ich mich noch immer, dass er zu so einem frühen Zeitpunkt, als seine Gefühle zu mir ganz offensichtlich noch weit davon entfernt waren, stabil, sicher, wirklich groß zu sein, schon auf Beziehung gemacht hat.
Hat er auf Beziehung gemacht? Oder hast Du ihn machen lassen? Ich habe den Eindruck, er hat dich überfahren mit seinem Verhalten – du hast dich aber auch nicht beschwert oder ihm gesagt, dass dir das zuviel ist? Oder hab ich was missverstanden?

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Re: Ich schaffe es nicht, längerfristig interessant für einen Mann zu sein

Beitrag von _Ghostwriter_ » Samstag 2. November 2019, 13:01

desigual hat geschrieben:
Samstag 2. November 2019, 11:03
Das alles hat sich vor einer Woche schlagartig geändert: Er zog sich zurück, konzentrierte sich auf andere Dinge (hatte akute Gründe), was mich verunsicherte und auch etwas wütend machte - andererseits war es objektiv nachvollziehbar. Gut, es stellte sich heraus, dass der Ärger auf meinem Missverständnis meinerseits beruhte, aber die Stimmung am Wochenende war dann schon etwas schlecht.
Ich denke dass das wirklich der Knackpunkt war. Vielleicht hat er dann sowas gedacht wie: "Wow, da habe ich einmal weniger Zeit für sie und schon macht sie so ein Problem daraus, was für eine Drama-Queen".

desigual hat geschrieben:
Samstag 2. November 2019, 11:03
Dieser Mann hat sich leider als arrogant, verschlossen, unreflektiert und besserwisserisch erwiesen.
Daraufhin habe ich ihm einige sehr gemeine Dinge in vulgärer Ausdrucksweise an den Kopf geworfen (rein inhaltlich finde ich das auch mit Abstand ok, aber die Art und Weise war leider Mist).
Er hat mich jetzt als Kontakt in seinem Handy gelöscht, zumindest sehe ich sein WhatsApp-Foto nicht mehr.
Womit sich auch das "Drama-Queen" bestätigt hätte...
Kein schöner Charakterzug dann so über den "Ex" zu reden bzw mit ihm umzugehen.
Weiter oben hattest du noch geschrieben "Er kommuniziert sehr offen, direkt und selbstbewusst. Das ist tatsächlich etwas, das mir an ihm gefällt". Also quasi das genaue Gegenteil.
desigual hat geschrieben:
Samstag 2. November 2019, 11:03
Das war es also endgültig. Einerseits weiß ich, dass ich ihm was obige Charakterzüge angeht, nicht hinterher weinen solte. Andererseits bin ich, gerade nach seinen gestrigen Äußerungen, ziemlich sicher, dass die schlechte Stimmung zwischen uns und sein Auftreten in den letzten 2 Wochen mit seinen großen beruflichen Problemen zu tun hat.
s.o., der Stress hat ihn sicher etwas dünnhäutig gemacht, der Knackpunkt war aber mMn dass du darauf un-empathisch und angepisst reagiert hast und ihm keinen Freiraum gelassen hast.
desigual hat geschrieben:
Samstag 2. November 2019, 11:03
Zudem ärgere ich mich noch immer, dass er zu so einem frühen Zeitpunkt, als seine Gefühle zu mir ganz offensichtlich noch weit davon entfernt waren, stabil, sicher, wirklich groß zu sein, schon auf Beziehung gemacht hat. Hätte er sich das verkniffen, wären meine Gefühle nie so geworden wie sie jetzt sind und ich hätte jetzt keinen solchen Kummer.
Ich denke hier liegt ein weiterer Knackpunkt und ungesundes Muster bei dir. Du überträgst ihm die Verantwortung für deine Gefühle!? Wie soll das funktionieren? Nur du allein trägst die Verantwortung für deine Gefühle!

Du hast es im Eingangspost ja schon selber recht richtig analysiert
desigual hat geschrieben:
Samstag 2. November 2019, 11:03
Daher muss es ja schon daran liegen, dass ich dem Mann in dem Moment, wenn er mal keinen Bock auf mich hat, zu sehr hinterherlaufe?!

Ich würde es nur nicht "hinterherlaufen" nennen, das wäre ja eher passiv, sondern "klammern". Du hast in dem Moment wohl so Gedanken wie "WAS? Wie kann dir irgendetwas wichtiger sein als ich??? Du MUSST mich doch sehen wollen!"

"gar nichts machen" ist in diesem Fall wirklich nicht die schlechteste Option, auf jeden Fall den Kontakt erstmal herunterfahren, ihm Freiraum lassen und sich wieder mehr auf das eigene Leben konzentrieren.

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Re: Ich schaffe es nicht, längerfristig interessant für einen Mann zu sein

Beitrag von desigual » Samstag 2. November 2019, 14:23

Gucki hat geschrieben:
Samstag 2. November 2019, 12:38
desigual hat geschrieben:
Samstag 2. November 2019, 11:03
Dieser Mann hat sich leider als arrogant, verschlossen, unreflektiert und besserwisserisch erwiesen.
Ich finde es Interessant, dass dir diese Wesenszügen in den letzten 10 Wochen nicht aufgefallen sind. Hat er sich so gut verstellt?
Hallo Gucki,
danke für die kritischen Denkanstöße.

Zunächst einmal bin ich gerade sicherlich von meinen Emotionen geleitet. Für die oben ganannten vier Adjektive hätte ich bestimmt auch freundlichere Ausdrucksweisen finden können.
Er wirkte im Gegenteil sehr reflektiert und offen kommunizierend. Reflektiert ist er ein Stück weit, aber ich denke, das betrifft v. a. einen bestimmten Aspekt seines Lebens, weswegen er auch mal in Therapie war. Diesbezüglich ist er zweifellos aufgeräumt, mit sich selbst im Reinen, usw. Ich habe das, bzw. ich denke das tut er selbst, auf sein gesamtes Leben übertragen. Daran habe ich jetzt Zweifel.
Die offene Kommunikation läuft hingegen nur in eine Richtung: seine eigenen Wünsche, Erwartungen, Gefühle zu äußern fällt ihm nicht schwer. Damit verbunden ist irgendwie auch das Besserwisserische, da er eben auch gern seine eigene Meinung vertritt. In vielen Bereichen wirkt das auch nicht negativ und daher auch nicht wirklich besserwisserisch. Er ist zweifellos intelligent und sehr belesen. D. h. er weiß viel, zeigt das auch, aber kann zusätzlich auch Fakten liefern, die zeigen, dass das keine Hochstaplerei ist.

Was führte nun zu meinem neuen Eindruck von ihm? Auf seinen Vorschlag hin, habe ich ihm sehr offen gesagt, was meiner Meinung nach zwischen uns schwierig war. Dabei war ich auch bzgl. meiner Person schonungslos ehrlich und habe ihm daher auch mein früheres ABtum gestanden, da es leider noch immer nachwirkt.
Seine Reaktion war im Wesentlichen, dass er mir aufgezählt hat, wie eine Frau sein müsste, um wirklich zu ihm zu passen. Er hat das sehr höflich und vorwurfsfrei formuliert, nichtsdestotrotz habe ich es als Auflistung meiner Mängel empfunden, da alles von dem Mann, für den ich gerade Gefühle entwickelt habe, kam. Da fällt es schwer profesionnell und sachlich zu bleiben.
Gleichzeitig wollte er aber die Punkte, die ich kritisch fand und die mich bei unserem Kennenlernen wirklich gehemmt haben, gar nicht hören! Einen wirklich wichtigen Punkt hatte ich schon vor ein paar Wochen angesprochen, aber das ist schon damals, wie ich jetzt erkannt habe, gar nicht bei ihm angekommen. Mag sein, dass das Dinge sind, die ihn nicht stören, aber wenn es mich stört und verunsichert, wirkt sich das doch auf unser Miteinander aus.

Auf der anderen Seite beharrt er auf zwei Aspekte meiner Persönlichkeit, die seiner Meinung nach nicht zu ihm passen. Das ist natürlich okay, wobei ich mich dann schon wundere, dass er noch meine Sicht der Dinge hören will. Absurd ist, dass diese zwei Aspekte sich zweifellos nicht erst jetzt so herauskristallisiert haben: Zum einen bin ich ihm zu verkopft und nicht emotional genug. Mit der Interpretation liegt er schon richtig. Aber trotz allen Flirtens und Lachens, was beides insbesondere bei unseren ersten Treffen sehr präsent war, kam doch immer klar raus, dass ich nicht die emotionale Person bin, die immer alles frei heraus sagt, direkt und unüberlegt kommuniziert. Auch wenn ich zweifellos nicht nur sachlich bin.
Der andere Aspekt, den ich nicht genauer benennen möchte, weil es wirklich privat ist (und ich mich hier, wie der Beitrag über diesem zeigt, angreifbar mache und manche das nutzen, um sich die Zeit zu vertreiben), hat sich sogar schon bei unserem 2. Date gezeigt. Er hat mir gestanden, dass er sich in der Situation damals schon dachte "na das kann ja was werden".

Das wirklich Schlimme aber war, dass er mir zum Schluss noch per Whatsapp eine Reihe sicherlich gut gemeinter Tipps zu meiner Persönlichkeitsentwicklung, die seiner eigenen Lebenserfahrung, u. a. der Therapie, entspringen, gegeben hat. Dabei hat er jedoch zwei - zentrale - Dinge nicht bedacht:
Erstens hat er mich gerade mal zwei Monate im eigentlich immer selben privaten Zweierkontext erlebt. Das gibt ihm doch keinen wirklichen Einblick in meine Persönlichkeit.
Zweitens hat er nicht bedacht, dass mein Verhalten in seiner Gegenwart ja immer auch in Beziehung steht zu ihm. Nur weil ich mich bei Treffen mit ihm oder im Bett mit ihm auf eine gewisse Weise verhalte, bin ich ja nicht bei jedem Mann so.

Gucki hat geschrieben:
Samstag 2. November 2019, 12:38
Zudem ärgere ich mich noch immer, dass er zu so einem frühen Zeitpunkt, als seine Gefühle zu mir ganz offensichtlich noch weit davon entfernt waren, stabil, sicher, wirklich groß zu sein, schon auf Beziehung gemacht hat.
Hat er auf Beziehung gemacht? Oder hast Du ihn machen lassen? Ich habe den Eindruck, er hat dich überfahren mit seinem Verhalten – du hast dich aber auch nicht beschwert oder ihm gesagt, dass dir das zuviel ist? Oder hab ich was missverstanden?
[/quote]
Er hat sich vom ersten Date an so verhalten, als seien wir in einer Beziehung. Ich habe zwar hier und da mal gesagt, dass ich was nicht will, aber im Wesentlichen hat es mir schon gefallen. Ich war bis 26 oder so HC-Abine und hatte seitdem auch nur ein paar - mal früher mal später endende - Beziehungen / Beziehungsversuche. Gleichzeitig bin ich aber leider definitiv so der Typ Beziehungsmensch, der am liebsten noch mit der Jugendliebe zusammen wäre und ein langweiliges, gediegenes Familienleben im eigenen Häuschen mit Katze oder Hund hätte. So ganz konnte ich mich von dieser Hoffnung leider auch noch immer nicht lösen, auch wenn ich eigentlich weiß, dass das wohl nichts mehr werden wird. Daher finde ich es natürlich toll, wenn ein Mann, der zwar nicht dem Bild meines Traummanns entspricht, der aber gleichzeitig (scheinbar?) viele tolle Seiten hat, in dessen Gegenwart ich mich von Anfang an sehr wohlfühle und dessen Lebensstil eigentlich perfekt zu meinem passt, so ein bisschen tut als seien wir zusammen.
Wenn ich tief in mich hineingehorcht hätte, hätte ich sicher gespürt, dass für mich ein zweites Date mit Spaziergang mit Händchenhalten, intensivem Knutschen und irgendwo Kaffee trinken passender gewesen wäre als gemeinsames Kochen, Sex, Kuscheln. Aber nach der wilden Knutscherei war ich natürlich Sex auch nicht abgeneigt. Und vielleicht hätte ich auch gemerkt, dass mich zusätzliche Treffen unter der Woche stressen; andererseits fand ich ihn toll und da ist es natürlich auch super, sich zu sehen und nicht zu schreiben oder zu telefonieren.
Ein langsameres Tempo hätte, rückblickend, mir vielleicht mehr Raum gegeben, überhaupt mal zu spüren, dass ich ihn vermisse / sehen / anfassen will und mehr Vertrauen aufzubauen für einen wirklich entspannten Umgang.
Schön war es mit ihm trotzdem immer alles.

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Re: Ich schaffe es nicht, längerfristig interessant für einen Mann zu sein

Beitrag von Esperanza » Samstag 2. November 2019, 15:41

Deine Geschichte ist auf alle Fälle interessant zu lesen! Dass du gundsätzlich abschreckend auf Männer wirkst, glaube ich nicht. Wobei ich über mich schon eher geneigt wäre, so etwas zu behaupten.
Soweit ich das beurteilen kann, war euer Timing einfach nicht gut. Vermutlich hat er das irgendwie gemerkt, dass du sein TEmpo nur mitgehst und dich Ziehen lässt, von dir inital wenig kommt. Und dann kommen noch seine Probleme dazu.
Dass er ein klärendes Gespräch mit dir gesucht hat, finde ich gut. Auch wenn es für dich nicht so optimal verlaufen ist. So bleiben einfach weniger offene Fragen.
Der einzige Tipp den ich dir hier aber geben möchte ist der es beim nächsten Mal langsamer, nach deinem Tempo angehen zu lassen. Lass dich nicht (die ganze Zeit) mitziehen und überfahren. Und sage dem Mann auch dass du etwas Zeit brauchst um Gefühle zu entwickeln.
Das könnte helfen. :vielglueck:
Ob du glaubst etwas erreichen zu können oder nicht - du liegst immer richtig. Henry Ford.
Kein Mensch war ohne Grund in deinem Leben. Der eine war ein Geschenk. Der andere eine Lektion. Manche auch beides.
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Re: Ich schaffe es nicht, längerfristig interessant für einen Mann zu sein

Beitrag von Melli » Samstag 2. November 2019, 16:20

desigual hat geschrieben:
Samstag 2. November 2019, 11:03
Dieser Mann hat sich leider als arrogant, verschlossen, unreflektiert und besserwisserisch erwiesen.
Daraufhin habe ich ihm einige sehr gemeine Dinge in vulgärer Ausdrucksweise an den Kopf geworfen (rein inhaltlich finde ich das auch mit Abstand ok, aber die Art und Weise war leider Mist).
Das ist das Problem, daß was eine Aussprache werden sollte in Streit enden kann.

So schnell nach einer Trennung stelle ich mir das schwierig vor.

(Selbst mit manchen "Nur"-Ex-Odbs könnte ich aber auch nach Jahrzehnten nicht reden.)
desigual hat geschrieben:
Samstag 2. November 2019, 14:23
Das wirklich Schlimme aber war, dass er mir zum Schluss noch per Whatsapp eine Reihe sicherlich gut gemeinter Tipps zu meiner Persönlichkeitsentwicklung, die seiner eigenen Lebenserfahrung, u. a. der Therapie, entspringen, gegeben hat.
Das ist schon der Gipfel der Unverschämtheiten (und davon hat er sich einige geleistet :() Ein Ex tut so als sei er trotz allem immer noch wohlmeinend und gibt Tips. Nein danke :(
desigual hat geschrieben:
Samstag 2. November 2019, 11:03
Das war es also endgültig. Einerseits weiß ich, dass ich ihm was obige Charakterzüge angeht, nicht hinterher weinen solte. Andererseits bin ich, gerade nach seinen gestrigen Äußerungen, ziemlich sicher, dass die schlechte Stimmung zwischen uns und sein Auftreten in den letzten 2 Wochen mit seinen großen beruflichen Problemen zu tun hat.
Da wir ansonsten sehr gut zusammen passten, wie wir beide mehrfach festgestellt haben, bedaure ich es daher sehr.
Ich hatte bis letzte Woche das Gefühl, endlich mal einen Mann gefunden zu haben, der "der Richtige" sein könnte. Daher sitzt die Enttäuschung tief.
Ja, solche Ambivalenzen können einem noch eine ganze Weil zusetzen. Gibt Dir wenigstens jetzt die Zeit.


_Ghostwriter_ hat geschrieben:
Samstag 2. November 2019, 13:01
Ich denke dass das wirklich der Knackpunkt war. [...]
:dont:
»Whether the leaf falls on the thorn, or the thorn falls on the leaf, it is the leaf that suffers.« (Malayāḷi proverb)

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Re: Ich schaffe es nicht, längerfristig interessant für einen Mann zu sein

Beitrag von Strange Lady » Samstag 2. November 2019, 20:39

@Desigual

Sehr berührende Geschichte, mit der ich mich trotz anderer Erfahrungen sehr identifiziere.
Anders als du bin ich immer bei meinem Tempo geblieben, habe mich nie überrollen lassen.
Aber auch da kann es scheitern: wenn Männer nicht spätestens beim 3. Date mal drüberrutschen dürfen, sind sie weg. Bei mir Durchschnittsfrau zumindestens.

Ich weiss, dass es Männer gibt, die sich Zeit lassen. Aber mE. nur bei richtig tollen Frauen.


Will sagen: egal wie frau es macht, es kann immer schief laufen. Mach dir keinen Kopf, es war doch vollkommen ok, wie du das ganze angegangen bist.
Es hat leider einfach nicht gepasst.
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Re: Ich schaffe es nicht, längerfristig interessant für einen Mann zu sein

Beitrag von silentium » Samstag 2. November 2019, 20:42

Ich denke hier liegt ein weiterer Knackpunkt und ungesundes Muster bei dir. Du überträgst ihm die Verantwortung für deine Gefühle!? Wie soll das funktionieren? Nur du allein trägst die Verantwortung für deine Gefühle!
Ähm nein.....als Mensch unter anderen Menschen kann ich auch darauf achten, wie ich mit anderen umgehe. Und natürlich werde ich andere Menschen gefühlsmäßig beeinflussen und umgekehrt. Sich dann darauf zu versteifen, dass das eben (ausschließlich) deren Problem ist, wie sie empfinden und wie jemand auf sie wirkt, find ich etwas einfach gedacht.
@desigual: Kann es sein, dass Du eine große Bedürftigkeit durchs lange Alleinesein spürst (kenne ich von mir und finde ich an sich nicht ungewöhnlich oder verwerflich) und ausstrahlst? Das könnte auch ein Punkt sein, mit dem Du "die Falschen" anziehst.
Der Mann klingt für mich komisch. (Wobei mich schon dieses Tempo am Anfang sehr skeptisch gemacht hätte - wie eine rosa Zuckerblase, die er dann platzen lässt.)

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Re: Ich schaffe es nicht, längerfristig interessant für einen Mann zu sein

Beitrag von silentium » Samstag 2. November 2019, 20:46

Aber auch da kann es scheitern: wenn Männer nicht spätestens beim 3. Date mal drüberrutschen dürfen, sind sie weg. Bei mir Durchschnittsfrau zumindestens.
Ach Strangie.... Du, wenn Dich wer wirklich gern hat, dann wirst Du auch zur tollsten Frau der Welt für diese Person. Und dann kann derjenige auch warten. :sadwoman: :umarmung2:
Das hat für mich auch mit Respekt zu tun, dass ich einem Menschen, mit dem ich dabei bin, mir etwas aufzubauen, die Zeit gebe, die er braucht.

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Re: Ich schaffe es nicht, längerfristig interessant für einen Mann zu sein

Beitrag von Strange Lady » Samstag 2. November 2019, 21:09

silentium hat geschrieben:
Samstag 2. November 2019, 20:46
Aber auch da kann es scheitern: wenn Männer nicht spätestens beim 3. Date mal drüberrutschen dürfen, sind sie weg. Bei mir Durchschnittsfrau zumindestens.
Ach Strangie.... Du, wenn Dich wer wirklich gern hat, dann wirst Du auch zur tollsten Frau der Welt für diese Person. Und dann kann derjenige auch warten. :sadwoman: :umarmung2:
Das hat für mich auch mit Respekt zu tun, dass ich einem Menschen, mit dem ich dabei bin, mir etwas aufzubauen, die Zeit gebe, die er braucht.

Im Grunde sehe ich das doch genauso. :?
Es ist einfach eine bittere Pille zu erkennen, dass in den letzten 30 Jahren keiner wirkliches Interesse hatte. Bzw man/frau nicht in der Lage war ein Mensch zu werden, der gemocht werden kann.
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Re: Ich schaffe es nicht, längerfristig interessant für einen Mann zu sein

Beitrag von desigual » Samstag 2. November 2019, 23:16

Strange Lady hat geschrieben:
Samstag 2. November 2019, 20:39
Mach dir keinen Kopf, es war doch vollkommen ok, wie du das ganze angegangen bist.
Es hat leider einfach nicht gepasst.
Das versuche ich mir ja auch zu sagen. Der Schmerz ist trotzdem da, die Enttäuschung, die erneute Einsamkeit. Aber du hast das selbst oft genug erlebt.
silentium hat geschrieben:
Samstag 2. November 2019, 20:42
@desigual: Kann es sein, dass Du eine große Bedürftigkeit durchs lange Alleinesein spürst (kenne ich von mir und finde ich an sich nicht ungewöhnlich oder verwerflich) und ausstrahlst? Das könnte auch ein Punkt sein, mit dem Du "die Falschen" anziehst.
Ich glaube eigentlich nicht, dass ich besonders bedürftig wirke. So ziemlich mein ganzes Umfeld denkt, ich sei glücklich und zufrieden, hätte mein Leben im Griff und kein Problem mit dem Singlesein. Denke nicht, dass ich auf Männer im Datingkontext anders wirke.

Ich denke zudem nicht, dass ich die "falschen Männer" anziehe. Bis auf meinen allerersten Freund, der definitiv ein "Falscher" war, waren alle ausnahmslos alle Männer, die ich gedatet (oder auch mehr) habe, fair und ehrlich zu mir.
Auch der Mann aus diesem Thread ist es eigentlich, auch wenn ich schlimm über ihn geschimpft habe. Ich habe mir mittlerweile seine Worte und seine letzten Nachrichten noch mal durch den Kopf gehen lassen und muss leider sagen, dass ich die einzige bin, die unfreundlich und böse war.

Irgendwie ist es so: Ich lerne einen Mann kennen (meistens online). Er bedeutet mir nichts, ich kann locker, flockig, flirtig, lustig sein. Auf schriftlichem Wege fällt mir das ohnehin nicht schwer. Bei den ersten ein, zwei Dates kriege ich das nach einer ersten kritischen "Beschnupper-Phase" auch noch gut hin. Wir lachen also viel, flirten etwas (mal mehr, mal weniger, hängt natürlich auch vom Mann ab) - das finden Männer natürlich gut. Außerdem sehe ich zumindest ganz passabel aus, habe online auch nie Fotos drinnen, die mich besser darstellen als in echt. Zudem sucht man sich für ein Date natürlich auch eine Aktivität aus, die beiden Spaß macht.
In der Folge laufen die Dates oft gut. Rückblickend habe ich nur ein einziges Mal nach dem zweiten Date einen Korb bekommen (der war nicht schlimm, weil ich mich zu dem Zeitpunkt eh schon in wen anders verliebt hatte und ich dem Mann eh noch den Korb hätte geben müssen).
Ansonsten habe entweder immer ich den Korb gegeben, meistens nach dem ersten, selten nach dem zweiten Date oder er kam vom Mann, dann aber zu einem Zeitpunkt, zu dem es echt schon wehtat.

Denn, danach wird alles kompliziert: Irgendwann ab dem dritten (oder vierten, fünften) Date kommt der Punkt, dass mir der Mann anfängt mir wirklich zu gefallen. Die Lockerheit ist weg, das Flirten auch. Je nach dem wie sensibel, geduldig, verzweifelt (?) der Mann ist und in Abhängigkeit davon, was zwischen uns in körperlicher Hinsicht schon gelaufen ist, ist der Mann dann direkt weg.
Oder es geht noch ein bisschen gut, meine Nervosität hält sich in Grenzen (wie dieses Mal), der Mann ist so begeistert von mir, dass er über ein, zwei nicht so tolle Dates hinwegsieht. Dann sagt er mir erst nach dem 5. / 6. Date, dass sich keine Gefühle einstellen. Da bin ich auch schon enttäuscht, aber aufgrund meiner Anspannung hat es sich eh nicht so super angefühlt. Es tut weh, aber hält sich noch in Grenzen.
Ansonsten kommt irgendwann später der Punkt, dass ich denke, es läuft ja vielleicht doch ganz gut, er könnte der Richtige sein (so wie dieses Mal). Ich werde lockerer, baue Vertrauen auf, intensiviere den Kontakt. Zeitgleich kommt der Mann in eine Phase, in der er sich zurückzieht, mehr was eigenes machen will - vermutlich sieht er die Beziehungsanbahnung als erst mal halbwegs gemeistert, wir hatten mehrfach Sex (Zwischenziel für ihn erreicht), er hat das Gefühl nicht mehr um mich "werben" zu müssen. Ich hingegen habe endlich das Gefühl, halbwegs angekommen zu sein und mich so verhalten zu können, wie ich will und kommuniziere meine Bedürnisse endlich mal deutlicher, fordernder. Und peng, der Mann hat Sorge, ich sei was weiß ich wie verliebt, er hingegen zweifelt gerade und bräuchte wohl einfach wieder meine anfängliche Distanziertheit und Skepsis, um mich wieder so begehren zu können wie am Anfang. Also hat er Angst, ich könnte mehr Gefühle haben als er, er könnte mich zu sehr verletzen und ehe er mich zu sehr verletzt, macht er lieber früher als später Schluss.
Denn dass ich mich - wie oben behauptet - wie eine Klette verhalten und ihn so nerven könnte, kann ich mir im Leben nicht vorstellen. Ich bin immer viel zu empathisch, sensibel und rücksichtsvoll, um irgendwem auf die Nerven zu gehen.
silentium hat geschrieben:
Samstag 2. November 2019, 20:42
Der Mann klingt für mich komisch. (Wobei mich schon dieses Tempo am Anfang sehr skeptisch gemacht hätte - wie eine rosa Zuckerblase, die er dann platzen lässt.)
Ich fürchte auch, dass ich beim nächsten Mann der sich vergleichbar verhält, direkt die Flucht ergreifen werde.
Das Problem ist, dass ich - wenn es nach meinen gemachten Erfahrungen geht, bei vielen Männern skeptisch werden müsste:
- Männer, die sehr viel Sport treiben, insbesondere wenn es wettkampfmäßig ist
- Männer, die schon Kinder haben
- Männer, die einen intensiven Kontakt zu den Eltern pflegen (= jedes Wochenende bei den Eltern)
- Männer, die mehrere weibliche Freundinnen haben
- Männer, die zu vielen Freizeitaktivitäten nachgehen
- Männder, die gern alles spontan entscheiden
- Männer, die weiter weg als 50 km wohnen oder die nicht gern Auto fahren
Und jetzt also auch noch Männer, die zu schnell sehr begeistert sind von mir

Vorhin habe ich mich mal wieder ein bisschen bei Parship umgeschaut. Fast alle Vorschläge, Anschreiben oder sonstige Kontaktanfragen habe ich aufgrund obiger Kriterien aussortiert. Es wird nicht einfacher mit den gemachten Erfahrungen.

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Re: Ich schaffe es nicht, längerfristig interessant für einen Mann zu sein

Beitrag von Hanuta » Samstag 2. November 2019, 23:48

Was spricht dagegen, dass die Männer vielleicht von Anfang an lediglich Sex wollten? :gruebel:

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Re: Ich schaffe es nicht, längerfristig interessant für einen Mann zu sein

Beitrag von Tania » Samstag 2. November 2019, 23:56

desigual hat geschrieben:
Samstag 2. November 2019, 23:16
Das Problem ist, dass ich - wenn es nach meinen gemachten Erfahrungen geht, bei vielen Männern skeptisch werden müsste:
- Männer, die sehr viel Sport treiben, insbesondere wenn es wettkampfmäßig ist
- Männer, die schon Kinder haben
- Männer, die einen intensiven Kontakt zu den Eltern pflegen (= jedes Wochenende bei den Eltern)
- Männer, die mehrere weibliche Freundinnen haben
- Männer, die zu vielen Freizeitaktivitäten nachgehen
- Männder, die gern alles spontan entscheiden
- Männer, die weiter weg als 50 km wohnen oder die nicht gern Auto fahren
Und jetzt also auch noch Männer, die zu schnell sehr begeistert sind von mir

Vorhin habe ich mich mal wieder ein bisschen bei Parship umgeschaut. Fast alle Vorschläge, Anschreiben oder sonstige Kontaktanfragen habe ich aufgrund obiger Kriterien aussortiert. Es wird nicht einfacher mit den gemachten Erfahrungen.
Du schließt wirklich von einem Mann mit einer der genannten Eigenschaften auf den Rest der Gesamtpopulation, die mit dem jeweiligen Ex vielleicht nichts anderes gemeinsam haben als diese Eigenschaft?

Sogar ein Kaktus geht ein, wenn er zu wenig Wasser bekommt.

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Re: Ich schaffe es nicht, längerfristig interessant für einen Mann zu sein

Beitrag von desigual » Sonntag 3. November 2019, 00:07

Tania hat geschrieben:
Samstag 2. November 2019, 23:56
desigual hat geschrieben:
Samstag 2. November 2019, 23:16
Das Problem ist, dass ich - wenn es nach meinen gemachten Erfahrungen geht, bei vielen Männern skeptisch werden müsste:
- Männer, die sehr viel Sport treiben, insbesondere wenn es wettkampfmäßig ist
- Männer, die schon Kinder haben
- Männer, die einen intensiven Kontakt zu den Eltern pflegen (= jedes Wochenende bei den Eltern)
- Männer, die mehrere weibliche Freundinnen haben
- Männer, die zu vielen Freizeitaktivitäten nachgehen
- Männder, die gern alles spontan entscheiden
- Männer, die weiter weg als 50 km wohnen oder die nicht gern Auto fahren
Und jetzt also auch noch Männer, die zu schnell sehr begeistert sind von mir

Vorhin habe ich mich mal wieder ein bisschen bei Parship umgeschaut. Fast alle Vorschläge, Anschreiben oder sonstige Kontaktanfragen habe ich aufgrund obiger Kriterien aussortiert. Es wird nicht einfacher mit den gemachten Erfahrungen.
Du schließt wirklich von einem Mann mit einer der genannten Eigenschaften auf den Rest der Gesamtpopulation, die mit dem jeweiligen Ex vielleicht nichts anderes gemeinsam haben als diese Eigenschaft?
Ich habe es zumindest im Hinterkopf, ja.

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Re: Ich schaffe es nicht, längerfristig interessant für einen Mann zu sein

Beitrag von desigual » Sonntag 3. November 2019, 00:08

Hanuta hat geschrieben:
Samstag 2. November 2019, 23:48
Was spricht dagegen, dass die Männer vielleicht von Anfang an lediglich Sex wollten? :gruebel:
Ich hatte zweimal was mit Männern, die nur Sex wollten. Das war deutlich zu spüren.
Bei den anderen wäre es natürlich möglich, dass sie es gut verbergen, ganze Wochenenden mit mir verbringen, Kurztripps unternehmen, mit mir für alle sichtbar händchenhaltend durch ihre Stadt spazieren (mit diesem Mann sind wir sogar seinen Freunden begegnet und er hat die noch fröhlich gegrüßt), sie auch mal mir zuliebe Aktivitäten machen, die sie eigentlich nicht unbedingt brauchen,... Von anderen Anstrengungen und Kompromissen ganz zu schweigen. Und den oftmals vorangegangenen Unterhaltungen über die Gründe fürs Dating, Ziele, Träume im Leben, sanften Gefühlsbekundungen (fühl mich wohl mit dir, verbringe gern Zeit mit dir...), die ja dann auch gelogen wären. Für ab und an Sex. Klar, kann sein,dass ich wirklich nur an solche lügenden Arschlöcher gerate. An und für sich habe ich da aber ein ganz gutes Bauchgefühl.

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Re: Ich schaffe es nicht, längerfristig interessant für einen Mann zu sein

Beitrag von Hanuta » Sonntag 3. November 2019, 00:25

desigual hat geschrieben:
Sonntag 3. November 2019, 00:08
Hanuta hat geschrieben:
Samstag 2. November 2019, 23:48
Was spricht dagegen, dass die Männer vielleicht von Anfang an lediglich Sex wollten? :gruebel:
Ich hatte zweimal was mit Männern, die nur Sex wollten. Das war deutlich zu spüren.
Bei den anderen wäre es natürlich möglich, dass sie es gut verbergen, ganze Wochenenden mit mir verbringen, Kurztripps unternehmen, mit mir für alle sichtbar händchenhaltend durch ihre Stadt spazieren (mit diesem Mann sind wir sogar seinen Freunden begegnet und er hat die noch fröhlich gegrüßt), sie auch mal mir zuliebe Aktivitäten machen, die sie eigentlich nicht unbedingt brauchen,... Von anderen Anstrengungen und Kompromissen ganz zu schweigen. Und den oftmals vorangegangenen Unterhaltungen über die Gründe fürs Dating, Ziele, Träume im Leben, sanften Gefühlsbekundungen (fühl mich wohl mit dir, verbringe gern Zeit mit dir...), die ja dann auch gelogen wären. Für ab und an Sex. Klar, kann sein,dass ich wirklich nur an solche lügenden Arschlöcher gerate. An und für sich habe ich da aber ein ganz gutes Bauchgefühl.
Ich kenne beide Typen von Männern und die, die auf Pärchen tun sind mit Abstand am schlimmsten, da sie einer Frau indirekt die Hoffnung machen, dass es in Richtung Beziehung geht, aber von vornherein kein Interesse daran hatten.
Ich kann mir durchaus vorstellen, dass du an solche Männer geraten bist, die dich als Person mögen und auch gerne Zeit mit dir verbringen, aber am besten eher in der Konstellation Freundschaft+. Wahrscheinlich wussten sie selbst nicht wie sie den Korb verpacken sollten, aber waren noch guten Willens genug, um dir keine weiteren Hoffnungen zu machen in dem sie das Ganze dann von sich aus beendeten.
Finde ich persönlich ziemlich asozial. Ich denke aber die Männer hatten nicht die Eier es dir direkt zu sagen, dass sie keine Beziehung suchen, sondern lediglich etwas lockeres.

Ich weiß nicht wann ihr das erste Mal miteinander geschlafen habt, aber vielleicht hilft es ja das nächste Mal den Mann nicht so schnell ranzulassen. Das sehe ich bei vielen Frauen immer wieder als Problem. Ist zwar ein bisschen Spielchen spielen, aber andererseits funktioniert es bei vielen Männern nicht anders :sadman:

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Re: Ich schaffe es nicht, längerfristig interessant für einen Mann zu sein

Beitrag von Kief » Sonntag 3. November 2019, 03:28

desigual hat geschrieben:
Samstag 2. November 2019, 14:23
Die offene Kommunikation läuft hingegen nur in eine Richtung: [ ... ]
Tja, mancher macht und lernt es, weil er bestimmte Probleme damit loesen will ...
und bei manchen loest offene Kommunikation die Probleme nicht, weil die Probleme woanders liegen ...


Gleichzeitig wollte er aber die Punkte, die ich kritisch fand und die mich bei unserem Kennenlernen wirklich gehemmt haben, gar nicht hören! Einen wirklich wichtigen Punkt hatte ich schon vor ein paar Wochen angesprochen, aber das ist schon damals, wie ich jetzt erkannt habe, gar nicht bei ihm angekommen. Mag sein, dass das Dinge sind, die ihn nicht stören, aber wenn es mich stört und verunsichert, wirkt sich das doch auf unser Miteinander aus.
Deshalb achte ich so grundlegend darauf, ob ein Gespraechspartner sich darauf einlaesst, wenn wer anderes Beduerfnisse aeussert.

Oder, um Deine Liste mal zusammenzufassen:
desigual hat geschrieben:
Samstag 2. November 2019, 23:16
Das Problem ist, dass ich - wenn es nach meinen gemachten Erfahrungen geht, bei vielen Männern skeptisch werden müsste: [ Liste ]
demgegenueber achte ich nicht mehr auf einzelne Details.
Sondern auf das dahinterstehende Muster.

Umgang mit Konflikten und in Stresssituationen.
Lebt die Person auch dann noch Werte, welche mir wichtig sind?
Respektiert sie, wenn Grenzen erbeten werden?
Letzteres habe ich als fundamentales Kriterium klassifiziert.

Was die Liste betrifft, so hat jeder Menschen seine Macken und Eigenheiten.
Du wirst zu jeder Macke jemanden finden, der diese Macke katastrophal auslebt, und Du wirst jemanden finden, der die Macke beziehungstauglich auslebt.
Nicht die Macke ist das ko-Kriterium, sondern wie der Mensch damit umgeht.
Das ist das Muster, nach dem ich suche, welches ich zu verstehen versuche: wonach ein Mensch handelt.

Und - zu jeder Macke findest Du jemanden, der sie toleriert, und Du findest jemanden, fuer den sie ein ko-Kriterium ist.
Achte nicht darauf, ob Du bei jemandem eine bereits kennengelernte Macke auffindest.
Sondern achte darauf, ob die Macke zu Dir kompatibel ist, und ob diese Macke bei dieser Person ein ertraeglicher "Spleen" ist, oder ob es fuer Dich ein fundamentales Problem ist.
"Kompatibel oder nicht?" - diese Frage stelle ich mir.


K
Deeskalation, ohne danach die Probleme anpacken zu wollen,
das ist wie Ablenkung, oder Hinhalte-Taktik/Aussitzen wollen:
als Gespraechsverweigerung die getarnteste Form von Eskalation.

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Re: Ich schaffe es nicht, längerfristig interessant für einen Mann zu sein

Beitrag von desigual » Sonntag 3. November 2019, 11:52

Hanuta hat geschrieben:
Sonntag 3. November 2019, 00:25
Ich weiß nicht wann ihr das erste Mal miteinander geschlafen habt, aber vielleicht hilft es ja das nächste Mal den Mann nicht so schnell ranzulassen. Das sehe ich bei vielen Frauen immer wieder als Problem. Ist zwar ein bisschen Spielchen spielen, aber andererseits funktioniert es bei vielen Männern nicht anders :sadman:
Das verjagt vielleicht den Typ Mann, der mal unkompliziert fix ficken will. Diesen Typ Mann verjage ich aber schon viel früher damit, dass ich ewig brauche bis ich mich überhaupt mal auf ein Date einlasse.
Gibt bestimmt noch den Typ Mann, der eine Frau, die sich ziert und ihn nicht gleich ranlässt, als Herausforderung ansieht. Den wird aber auch ein niedriges Tempo bei der körperlichen Annäherung (Umarmung zum Abschied beim 1. Date, Abschiedskuss beim 2., Küssen beim 3., Knutschen beim 4.,Treffen zu Hause und zögerliches Fummeln beim 5.,.... Bis Sex beim 8. Date) wohl eher heiß machen als abschrecken.
Und einen freundschaftlichen Umgang bei den ersten drei Dates könnte ich mir selbst nicht vorstellen. Dann will ich am Ende selbst nur Freundschaft.
Nee, auf solche Spielchen hab ich keine Lust. Ich schlafe mit einem Mann, wenn ich Lust dazu habe. Zumal meine wesentliches Problem ist, nicht authentisch genug zu sein. In dem Moment, wenn ich nervös werde, verkrampfe und nicht mehr die Lockerheit und Entspanntheit des ersten Kennenlernens ausstrahle, bin ich nicht mehr wirklich ich selbst. Wenn ich dann noch zusätzlich Taktikspielchen im Kopf habe, wird es richtig absurd.

Übrigens habe ich durchaus schon Taktikspielchen verwendet. Nicht beim Sex, aber sonst, mich rar zu machen, z. B. Auf diese Weise, mit entsprechenden Ratgebern, bin ich z. B. mit zweien meiner Ex-Freunde noch mal zusammen gekommen. Aber nur für eine gewisse Zeit, solange ich mich diszipliniert an die Taktik hielt - das ist doch Mist!

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Re: Ich schaffe es nicht, längerfristig interessant für einen Mann zu sein

Beitrag von Vidar » Sonntag 3. November 2019, 19:59

Klingt einfach nach einem komischen Typ. Würde ich an deiner Stelle die Schuld nicht so sehr bei mir sehen.

Nonkonformist

Re: Ich schaffe es nicht, längerfristig interessant für einen Mann zu sein

Beitrag von Nonkonformist » Montag 4. November 2019, 08:33

desigual hat geschrieben:
Sonntag 3. November 2019, 11:52
Hanuta hat geschrieben:
Sonntag 3. November 2019, 00:25
Ich weiß nicht wann ihr das erste Mal miteinander geschlafen habt, aber vielleicht hilft es ja das nächste Mal den Mann nicht so schnell ranzulassen. Das sehe ich bei vielen Frauen immer wieder als Problem. Ist zwar ein bisschen Spielchen spielen, aber andererseits funktioniert es bei vielen Männern nicht anders :sadman:
Das verjagt vielleicht den Typ Mann, der mal unkompliziert fix ficken will. Diesen Typ Mann verjage ich aber schon viel früher damit, dass ich ewig brauche bis ich mich überhaupt mal auf ein Date einlasse.
Gibt bestimmt noch den Typ Mann, der eine Frau, die sich ziert und ihn nicht gleich ranlässt, als Herausforderung ansieht. Den wird aber auch ein niedriges Tempo bei der körperlichen Annäherung (Umarmung zum Abschied beim 1. Date, Abschiedskuss beim 2., Küssen beim 3., Knutschen beim 4.,Treffen zu Hause und zögerliches Fummeln beim 5.,.... Bis Sex beim 8. Date) wohl eher heiß machen als abschrecken.
Und einen freundschaftlichen Umgang bei den ersten drei Dates könnte ich mir selbst nicht vorstellen. Dann will ich am Ende selbst nur Freundschaft.
Ich hatte nur einmal im leben klassischen dates zum kennenlernen. (Alle anderen dates waren mit kolleginnen die ich in den moment bereits gut kannte; ich bin ihr auf einen trickfilmfestival begegnet.)
War da sogar ausnahmegeweis auf den ersten blick verliebt.
Mehr als zwei dates sind dabei nicht rausgekommen (sie würde auf spontan Au Pair im ausland; wir haben da noch etwa fünf monate lang korrespondiert in pre-internetzeiten.)
Sie hat auf den zweiten date über liebe auf den ersten blick geredet und schmierigen witze erzählt, also das gespräch sehr auf liebe und sex gelenkt, aber sogar da war es mir zu früh zum küssen.

In meinem fall hatten meine OIdBs ein hoheres tempo als ich, in deinen fall scheint es umgekehrt gewesen zu sein. Er wollte mehr und schneller als du, du bist eher distanziert geblieben. In meinen fall endete ich meist in der kumpelzone; er hat wahrscheinlich ein mangel an begeisterung bei dir gespürt und den hoffnung oder interesse verloren. Du schreibst sogar das du keine richtige gefühle für ihm hattest; ich vermute das er das wohl gespürt hat.

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Re: Ich schaffe es nicht, längerfristig interessant für einen Mann zu sein

Beitrag von Onkel ABobert » Montag 4. November 2019, 14:08

Ich kann jetzt nur von mir berichten.
Als ich vor knapp 10 Jahren meine erste und einzige Beziehung hatte, war ich derjenige, der anfangs aufs Gas gedrückt hat. Wir haben uns zunächst PN bzw. e-Mails geschrieben, etwa 3 Wochen lang. Fast jeden Tag eine lange E-Mail.
Nach 3 Wochen dann das erste echte Treffen, nach anfangs kurzer Unsicherheit hat es bei beiden ziemlich gefunkt. Und ab diesem Zeitpunkt war ich es, der das Tempo vorgab, wir trafen uns auch jedes Wochenende und auch einmal unter der Woche, trotz 120 KM Entfernung.

Ich kann mich noch an meine damalige Gefühlswelt erinnern. Ich geriet in einen "Rausch", es war ja das erste Mal für mich. Wir kochten zusammen, wir hockten aufeinander, ich mußte mich geradezu zurücknehmen, am liebsten hätte ich sie nach dem 2. Treffen gefragt, ob sie mich heiraten will und wann wir zusammenziehen und mit der Kinderplanung beginnen. Ernsthaft.

Ich habe es gottlob nicht getan, da war noch ein Rest Realismus und Vernunft, aber rein emotional wäre ich in dieser Phase zu allem bereit gewesen .....nur dass diese Phase leider nach kurzer Zeit schon wieder vorbei war. Und ich dann derjenige war, der abrupt die Beziehung beendete und die Partnerin damit emotional sehr, sehr verletzte.

Ich weiß nicht, ob es gut gegangen wäre, wenn ich nicht derart vorgeprescht wäre. Wahrscheinlich auch nicht, denn die Gründe meinerseits sind ja tiefergehend. Aber zumindest hätte ich sie nicht verletzt.
Es grüßt euch

Onkel ABobert

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