Depressionen

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Re: Depressionen

Beitragvon dfg82 » Mittwoch 19. April 2017, 22:32

Mir hat jetzt jemand, der heute entlassen wurde und mit dem ich auch viel Kontakt hatte, geschrieben, dass mein Mitbewohner und die Mitpatientin am Freitag ein Abschiedsessen machen und die beiden sich freuen würden, wenn ich dort auch auftauchen würde. Mein Zimmergenosse hat kein Smartphone; dass er sich nicht selbst meldet, kann ich nachvollziehen. Natürlich hätte sich die Mitpatientin auch melden können. Sie hat es aber nicht getan. Eher kein gutes Zeichen, nicht wahr? Ich weiß gar nicht, wie ich mich ihr gegenüber verhalten soll, wenn ich da nun hingehe. Ich muss wohl ein bisschen schauspielern.

Ich habe mich bereits damit abgefunden, dass sie keinen Kontakt mit mir haben möchte. Sonst hätte sie doch schon längst geantwortet, wenn da auch nur ein Hauch von Interesse bestehen würde.
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Re: Depressionen

Beitragvon OlliP » Mittwoch 19. April 2017, 22:51

dfg82 hat geschrieben:Mir hat jetzt jemand, der heute entlassen wurde und mit dem ich auch viel Kontakt hatte, geschrieben, dass mein Mitbewohner und die Mitpatientin am Freitag ein Abschiedsessen machen und die beiden sich freuen würden, wenn ich dort auch auftauchen würde. Mein Zimmergenosse hat kein Smartphone; dass er sich nicht selbst meldet, kann ich nachvollziehen. Natürlich hätte sich die Mitpatientin auch melden können. Sie hat es aber nicht getan. Eher kein gutes Zeichen, nicht wahr? Ich weiß gar nicht, wie ich mich ihr gegenüber verhalten soll, wenn ich da nun hingehe. Ich muss wohl ein bisschen schauspielern.

Ich habe mich bereits damit abgefunden, dass sie keinen Kontakt mit mir haben möchte. Sonst hätte sie doch schon längst geantwortet, wenn da auch nur ein Hauch von Interesse bestehen würde.

Die Leute haben vermutlich ihre eigenen Sorgen. Jemand der wegen Depression in eine Klinik geht ganz bestimmt. Das ist normal und muss gar nichts mit dir zu tun haben. Wichtig ist die Dinge versuchen zu sehen wie sie sind. Mit deinen Vermutungen, dass sie dich wohl nicht mag, redest du dir stattdessen selbst Schuld ein. Dies kann nur zu negativen Gedanken führen. Immer positiv denken und egal was passiert: Gib niemals auf!.

Mögen alle fühlenden Lebewesen frei von Leiden sein _()_

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Re: Depressionen

Beitragvon Goldstück » Donnerstag 20. April 2017, 10:59

dfg82 hat geschrieben:Mir hat jetzt jemand, der heute entlassen wurde und mit dem ich auch viel Kontakt hatte, geschrieben, dass mein Mitbewohner und die Mitpatientin am Freitag ein Abschiedsessen machen und die beiden sich freuen würden, wenn ich dort auch auftauchen würde. Mein Zimmergenosse hat kein Smartphone; dass er sich nicht selbst meldet, kann ich nachvollziehen. Natürlich hätte sich die Mitpatientin auch melden können. Sie hat es aber nicht getan. Eher kein gutes Zeichen, nicht wahr? Ich weiß gar nicht, wie ich mich ihr gegenüber verhalten soll, wenn ich da nun hingehe. Ich muss wohl ein bisschen schauspielern.

Ich habe mich bereits damit abgefunden, dass sie keinen Kontakt mit mir haben möchte. Sonst hätte sie doch schon längst geantwortet, wenn da auch nur ein Hauch von Interesse bestehen würde.

Ich denke auch, dass es eindeutig ist. Wenn du es dir zutraust, da hinzugehen und ausreichend zu schauspielern, dass du nicht verletzt bist, dann mach! :) verhalte dich ihr gegenüber neutral, also freundlich-kühl. Kein ignorieren!!! Das ist ein Eingeständnis sondergleichen. Grüß sie und behandle sie wie die anderen. Du könntest eventuell auch, wenn ihr euch unterhalten solltet, deutlich machen, dass deine Nachricht im Sinne von Freundschaft gemeint war und nicht als Beziehungsanbahnung (hat sie vermutlich so gedeutet, ist auch naheliegend in der Konstellation m und w). Und dass du verstehen kannst dass sie es so aufgefasst hat und nicht geantwortet hat. Dass du sie nett findest und dich freuen würdest, mit ihr und anderen Freizeit zu verbringen, aber mehr nicht. Wenn du dir das nicht zutraust, belasse es beim smalltalk. Aber niemals ignorieren!
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Re: Depressionen

Beitragvon Hoppala » Donnerstag 20. April 2017, 16:04

Spiele mit offenen kartebn.
Du bist ja von den beiden "Veranstaltern" nicht direkt eingeladen worden.
Geh hin, sag, du habest von dem Abschiedsessen gehört, und frag, ob du auch daran teilnehmen darfst. Dass du das gern möchtest, ist damit ja auch gleich ausgedrückt.
Frag das beide.
Je nach dem gehst du dann mit den besten Wünschen für beide direkt wieder nach Hause, oder es ist eine für alles offene Situation.

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Re: Depressionen

Beitragvon dfg82 » Donnerstag 20. April 2017, 17:29

Goldstück hat geschrieben:Du könntest eventuell auch, wenn ihr euch unterhalten solltet, deutlich machen, dass deine Nachricht im Sinne von Freundschaft gemeint war und nicht als Beziehungsanbahnung (hat sie vermutlich so gedeutet, ist auch naheliegend in der Konstellation m und w).
Also das wäre mir wirklich sehr unangenehm. Zumal sie sich ja in einer glücklichen Beziehung befindet und wir auch irgendwann mal darüber geredet haben, dass Männer und Frauen auch Freunde sein können und ich dort explizit zu verstehen gab, dass mich in erster Linie Frauen als Menschen interessieren und ich nicht ständig mit dem Gedanken herumlaufe, dass Frauen, die nett zu mir sind, etwas von mir wollen.

Goldstück hat geschrieben:Ich denke auch, dass es eindeutig ist. Wenn du es dir zutraust, da hinzugehen und ausreichend zu schauspielern, dass du nicht verletzt bist, dann mach! :) verhalte dich ihr gegenüber neutral, also freundlich-kühl. Kein ignorieren!!! Das ist ein Eingeständnis sondergleichen. Grüß sie und behandle sie wie die anderen.
Also ich werde definitiv dort hingehen, da mich ja auch mein Zimmergenosse schon letzte Woche inoffiziell eingeladen hat. Ja, ich werde sie ganz normal behandeln und das Thema gar nicht erst ansprechen, da das sowieso nicht der angemessene Rahmen dafür wäre.

Ich gerate aber auch immer in solche nervigen und anstrengenden Situationen. :roll:
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Re: Depressionen

Beitragvon Silvina » Freitag 21. April 2017, 06:33

dfg82 hat geschrieben:Ich gerate aber auch immer in solche nervigen und anstrengenden Situationen. :roll:


Den Satz finde ich interessant, weil er für mein Empfinden vermittelt, daß Dir das einfach so passiert und Du nichts daran ändern könntest. So, als wärst Du in einer passiven Opferrolle. Siehst Du es so, als hättest Du aktiv keinen Anteil daran?
Manchmal muss man das Chaos nur ein bisschen schütteln, und es wird ein Wunder draus.

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Re: Depressionen

Beitragvon Strange Lady » Freitag 21. April 2017, 13:34

Silvina hat geschrieben:
dfg82 hat geschrieben:Ich gerate aber auch immer in solche nervigen und anstrengenden Situationen. :roll:


Den Satz finde ich interessant, weil er für mein Empfinden vermittelt, daß Dir das einfach so passiert und Du nichts daran ändern könntest. So, als wärst Du in einer passiven Opferrolle. Siehst Du es so, als hättest Du aktiv keinen Anteil daran?


Genau das ist mir auch aufgefallen! Schön, dass du das erwähnst, ich hatte schon die Befürchtung, dass ich da wieder zu viel reinlese.

dfg, das ist ein ganz normaler, alltäglicher kommunikativ-zwischenmenschlicher Aushandlungsprozess, den du da beschreibst .... normale Menschen machen das nebenbei, ohne sich großartig damit aufzuhalten.
Silvinas Frage trifft tatsächlich genau in die wunde Stelle: warum fühlst du dich so ausgeliefert? Du bist doch Teil des Settings, du kannst doch immer noch "mitverhandeln", Eindrücke lassen sich korrigieren, durch neue Signale und Statements überschreiben .... alles ist im Fluß und nichts in Stein gemeißelt.

Geh hin, finde raus, was sie denkt, notfalls korrigiere dein Signal ... und gut ist.

Ich weiß, wie schwierig es ist, sich solch eine gelassene Haltung (= sich als aktiven Teil von sozialen Konstellationen zu begreifen) zu Sozialdynamiken anzueignen. Auch ich musste das erst lernen und bin noch lange nicht durch damit. :umarmung2:
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Re: Depressionen

Beitragvon TheRealDeal » Freitag 21. April 2017, 15:08

Strange Lady hat geschrieben:
Silvina hat geschrieben:
dfg82 hat geschrieben:Ich gerate aber auch immer in solche nervigen und anstrengenden Situationen. :roll:


Den Satz finde ich interessant, weil er für mein Empfinden vermittelt, daß Dir das einfach so passiert und Du nichts daran ändern könntest. So, als wärst Du in einer passiven Opferrolle. Siehst Du es so, als hättest Du aktiv keinen Anteil daran?


Geh hin, finde raus, was sie denkt, notfalls korrigiere dein Signal ... und gut ist.

Ich weiß, wie schwierig es ist, sich solch eine gelassene Haltung (= sich als aktiven Teil von sozialen Konstellationen zu begreifen) zu Sozialdynamiken anzueignen. Auch ich musste das erst lernen und bin noch lange nicht durch damit. :umarmung2:
Diesen Satz fand ich auch interessant. Wenn etwas immer wieder passiert (und da kann uns unsere Wahrnehmung ja durchaus täuschen, vor allem, was die Quantität betrifft), dann hast du damit auf jeden Fall ein Thema. Die Strategie dagegen heißt: Sich einlassen. Auf Situationen und Menschen. Spüren, was das mit dir macht und dabei möglich nichts erwarten und wenig denken. :umarmung2: :vielglueck:
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Re: Depressionen

Beitragvon dfg82 » Samstag 22. April 2017, 00:26

So, es ist dann folgendermaßen abgelaufen:

Auf der Hinfahrt erzählte mir der Mitpatient, dass seit meinem Abgang keine keine Karten mehr gespielt wurden und die Stimmung auch gedrückt sei. Die Mitpatientin, um die es geht, war seitdem auch nur noch auf ihrem Zimmer und ließ sich, außerhalb der Therapieveranstaltungen, kaum noch draußen blicken. Außerdem hat sie wohl auch auf einmal berufliche Probleme usw. Da ging mir schon durch den Kopf, dass sie vielleicht wirklich keinen Nerv hatte, mir zu antworten. Ich halte mich mal kurz: Sie empfing mich so wie immer und auch im Laufe des Abends war alles wie sonst. In einer ruhigen Minute fragte ich sie mal, ob denn meine Nachricht bei ihr schlecht ankam. Sie verneinte und sagte mir, dass sie viele andere Sachen im Kopf hatte und mir eigentlich noch ganz viel schreiben wollte und sie mich immer noch lieb hat. Sie würde mir noch schreiben. Danach war ich erstmal erleichtert.

Als es dann zum Abschied kam, wurde sie auf einmal etwas seltsam und meinte zu mir, wir würden das draußen machen. Also ging sie mit mir vor die Tür der Station und umarmte mich dort. Ich war mit dieser Situation überfordert und stammelte nur etwas davon, dass ich ihr wünsche, sie würde gut nach Hause kommen. Daraufhin erwiderte sie, warum ich denn jetzt so einen Blödsinn sagen würde und umarmte mich noch einmal fester. Außerdem fragte sie mich zweimal, ob sie mir ein Taxi rufen sollte, obwohl ich ihr vorher schon sagte, dass ich mit dem Zug fahren würde. Sie war anscheinend ein wenig durch den Wind. Ich wollte noch etwas sagen, da stampfte sie auf einmal wütend in die Station und sagte, ich solle verschwinden.

Im Zug schrieb sie mir dann, dass sie so glücklich darüber war, dass sie mich wiedersehen konnte, dass sie jeden Moment mit mir genossen hätte und dass sie mich sehr lieb hat. Zudem war sie sauer darüber, dass wir um Punkt 22:00 Uhr rausgeschmissen wurden und sie mir doch noch so viele Dinge erzählen wollte. Ich schrieb ihr, dass es mir ähnlich ging und sie mir das alles noch erzählen könne.. Dann war mein Akku leer und als ich eben nach Hause kam und das Handy anschloss, sah ich, dass sie mir noch einen Küsschensmiley mit Herz geschickt hat. Ich habe ihr erst einmal eine schöne Nacht gewünscht.

Ich weiß gar nicht, ob ich heute irgendwie dem Ziel näher gekommen bin, mit ihr eine Freundschaft aufzubauen. Andererseits frage ich mich, ob man sich so jemandem gegenüber verhält, den man ab jetzt nie wieder sehen möchte? Vielleicht sind das auch nur Überreaktionen, hervorgerufen durch ihre derzeitige "schlechte" Phase.
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Re: Depressionen

Beitragvon dfg82 » Samstag 22. April 2017, 02:13

Warum ich mich in der passiven Opferrolle sehe? Ich weiß nicht. Ich denke eben, dass sowieso niemand an mir Interesse hat, wenn mich Personen nicht direkt darauf ansprechen und da ich sowieso auf Ablehnung stoßen werde, probiere ich es gar nicht erst. Außerdem will ich Personen nicht mit etwaigen Kontaktwünschen auf die Nerven gehen. Die werden sich denken: "DER glaubt wirklich, ich will Kontakt zu ihm?", "Was fällt dem ein, mich zu fragen?".
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Re: Depressionen

Beitragvon Xanopos » Sonntag 23. April 2017, 07:54

dfg82 hat geschrieben:Ich weiß gar nicht, ob ich heute irgendwie dem Ziel näher gekommen bin, mit ihr eine Freundschaft aufzubauen.

Wenn ich mir deinen Bericht so durchlese, klingt das nach mehr als nur Freundschaft.
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Re: Depressionen

Beitragvon Elli » Sonntag 23. April 2017, 11:20

Strange Lady hat geschrieben:Ich weiß, wie schwierig es ist, sich solch eine gelassene Haltung (= sich als aktiven Teil von sozialen Konstellationen zu begreifen) zu Sozialdynamiken anzueignen.

Enorm wichtiger Punkt! Geht mir auch oft genug so, dass ich das Gefühl habe, ich müsste auf Leute & Situationen (angemessen) reagieren. Dann fühlt man sich überfordert (weil deren komisches Verhalten den Takt vorgibt) und verliert auch leicht die eigenen Gestaltungsmöglichkeiten aus dem Blick. Schließlich entscheiden beide Seiten darüber, wie der Kontakt sich entwickelt.
Aus der passiv-reaktiven Rolle rauszukommen, fand ich immer lohnend, wo es mir bisher gelungen ist.
Xanopos hat geschrieben:
dfg82 hat geschrieben:Ich weiß gar nicht, ob ich heute irgendwie dem Ziel näher gekommen bin, mit ihr eine Freundschaft aufzubauen.

Wenn ich mir deinen Bericht so durchlese, klingt das nach mehr als nur Freundschaft.

Naja, was heißt denn "mehr als nur Freundschaft"? Für mich klingt es so, als ob sie grade sehr durch den Wind ist (sicher auch der Situation, grade frisch aus der Klinik, geschuldet) und ein bisschen die Kontrolle verliert. Klar, dass sie ihn so halbwegs angebaggert hat, würde ich auch so sehen. Aber wenn man eine Freundschaft aufbauen will (schrieb dfg82 ja, dass er das möchte), ist das halt eher hinderlich.
dfg82 hat geschrieben:Andererseits frage ich mich, ob man sich so jemandem gegenüber verhält, den man ab jetzt nie wieder sehen möchte? Vielleicht sind das auch nur Überreaktionen, hervorgerufen durch ihre derzeitige "schlechte" Phase.

Wieso kommst Du denn jetzt noch darauf, dass sie Dich "nie wieder sehen möchte"? Das scheint doch nun wirklich nicht der Fall. Genau hier wäre aber auch ohnehin ein Punkt, um anzusetzen: nicht immer nur reagieren (Frage stellen: Was will sie?), sondern die eigenen Bedürfnisse & Handlungswünsche im Blick behalten.
Das mit den Überreaktionen glaube ich nach Deinen Beschreibungen auch.


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