Depressionen

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dfg82

Re: Depressionen

Beitrag von dfg82 » Mittwoch 19. April 2017, 22:32

Mir hat jetzt jemand, der heute entlassen wurde und mit dem ich auch viel Kontakt hatte, geschrieben, dass mein Mitbewohner und die Mitpatientin am Freitag ein Abschiedsessen machen und die beiden sich freuen würden, wenn ich dort auch auftauchen würde. Mein Zimmergenosse hat kein Smartphone; dass er sich nicht selbst meldet, kann ich nachvollziehen. Natürlich hätte sich die Mitpatientin auch melden können. Sie hat es aber nicht getan. Eher kein gutes Zeichen, nicht wahr? Ich weiß gar nicht, wie ich mich ihr gegenüber verhalten soll, wenn ich da nun hingehe. Ich muss wohl ein bisschen schauspielern.

Ich habe mich bereits damit abgefunden, dass sie keinen Kontakt mit mir haben möchte. Sonst hätte sie doch schon längst geantwortet, wenn da auch nur ein Hauch von Interesse bestehen würde.

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Re: Depressionen

Beitrag von OlliP » Mittwoch 19. April 2017, 22:51

dfg82 hat geschrieben:Mir hat jetzt jemand, der heute entlassen wurde und mit dem ich auch viel Kontakt hatte, geschrieben, dass mein Mitbewohner und die Mitpatientin am Freitag ein Abschiedsessen machen und die beiden sich freuen würden, wenn ich dort auch auftauchen würde. Mein Zimmergenosse hat kein Smartphone; dass er sich nicht selbst meldet, kann ich nachvollziehen. Natürlich hätte sich die Mitpatientin auch melden können. Sie hat es aber nicht getan. Eher kein gutes Zeichen, nicht wahr? Ich weiß gar nicht, wie ich mich ihr gegenüber verhalten soll, wenn ich da nun hingehe. Ich muss wohl ein bisschen schauspielern.

Ich habe mich bereits damit abgefunden, dass sie keinen Kontakt mit mir haben möchte. Sonst hätte sie doch schon längst geantwortet, wenn da auch nur ein Hauch von Interesse bestehen würde.
Die Leute haben vermutlich ihre eigenen Sorgen. Jemand der wegen Depression in eine Klinik geht ganz bestimmt. Das ist normal und muss gar nichts mit dir zu tun haben. Wichtig ist die Dinge versuchen zu sehen wie sie sind. Mit deinen Vermutungen, dass sie dich wohl nicht mag, redest du dir stattdessen selbst Schuld ein. Dies kann nur zu negativen Gedanken führen. Immer positiv denken und egal was passiert: Gib niemals auf!.

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Goldstück
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Re: Depressionen

Beitrag von Goldstück » Donnerstag 20. April 2017, 10:59

dfg82 hat geschrieben:Mir hat jetzt jemand, der heute entlassen wurde und mit dem ich auch viel Kontakt hatte, geschrieben, dass mein Mitbewohner und die Mitpatientin am Freitag ein Abschiedsessen machen und die beiden sich freuen würden, wenn ich dort auch auftauchen würde. Mein Zimmergenosse hat kein Smartphone; dass er sich nicht selbst meldet, kann ich nachvollziehen. Natürlich hätte sich die Mitpatientin auch melden können. Sie hat es aber nicht getan. Eher kein gutes Zeichen, nicht wahr? Ich weiß gar nicht, wie ich mich ihr gegenüber verhalten soll, wenn ich da nun hingehe. Ich muss wohl ein bisschen schauspielern.

Ich habe mich bereits damit abgefunden, dass sie keinen Kontakt mit mir haben möchte. Sonst hätte sie doch schon längst geantwortet, wenn da auch nur ein Hauch von Interesse bestehen würde.
Ich denke auch, dass es eindeutig ist. Wenn du es dir zutraust, da hinzugehen und ausreichend zu schauspielern, dass du nicht verletzt bist, dann mach! :) verhalte dich ihr gegenüber neutral, also freundlich-kühl. Kein ignorieren!!! Das ist ein Eingeständnis sondergleichen. Grüß sie und behandle sie wie die anderen. Du könntest eventuell auch, wenn ihr euch unterhalten solltet, deutlich machen, dass deine Nachricht im Sinne von Freundschaft gemeint war und nicht als Beziehungsanbahnung (hat sie vermutlich so gedeutet, ist auch naheliegend in der Konstellation m und w). Und dass du verstehen kannst dass sie es so aufgefasst hat und nicht geantwortet hat. Dass du sie nett findest und dich freuen würdest, mit ihr und anderen Freizeit zu verbringen, aber mehr nicht. Wenn du dir das nicht zutraust, belasse es beim smalltalk. Aber niemals ignorieren!
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Re: Depressionen

Beitrag von Hoppala » Donnerstag 20. April 2017, 16:04

Spiele mit offenen kartebn.
Du bist ja von den beiden "Veranstaltern" nicht direkt eingeladen worden.
Geh hin, sag, du habest von dem Abschiedsessen gehört, und frag, ob du auch daran teilnehmen darfst. Dass du das gern möchtest, ist damit ja auch gleich ausgedrückt.
Frag das beide.
Je nach dem gehst du dann mit den besten Wünschen für beide direkt wieder nach Hause, oder es ist eine für alles offene Situation.
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Re: Depressionen

Beitrag von dfg82 » Donnerstag 20. April 2017, 17:29

Goldstück hat geschrieben: Du könntest eventuell auch, wenn ihr euch unterhalten solltet, deutlich machen, dass deine Nachricht im Sinne von Freundschaft gemeint war und nicht als Beziehungsanbahnung (hat sie vermutlich so gedeutet, ist auch naheliegend in der Konstellation m und w).
Also das wäre mir wirklich sehr unangenehm. Zumal sie sich ja in einer glücklichen Beziehung befindet und wir auch irgendwann mal darüber geredet haben, dass Männer und Frauen auch Freunde sein können und ich dort explizit zu verstehen gab, dass mich in erster Linie Frauen als Menschen interessieren und ich nicht ständig mit dem Gedanken herumlaufe, dass Frauen, die nett zu mir sind, etwas von mir wollen.
Goldstück hat geschrieben: Ich denke auch, dass es eindeutig ist. Wenn du es dir zutraust, da hinzugehen und ausreichend zu schauspielern, dass du nicht verletzt bist, dann mach! :) verhalte dich ihr gegenüber neutral, also freundlich-kühl. Kein ignorieren!!! Das ist ein Eingeständnis sondergleichen. Grüß sie und behandle sie wie die anderen.
Also ich werde definitiv dort hingehen, da mich ja auch mein Zimmergenosse schon letzte Woche inoffiziell eingeladen hat. Ja, ich werde sie ganz normal behandeln und das Thema gar nicht erst ansprechen, da das sowieso nicht der angemessene Rahmen dafür wäre.

Ich gerate aber auch immer in solche nervigen und anstrengenden Situationen. :roll:

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Re: Depressionen

Beitrag von Silvina » Freitag 21. April 2017, 06:33

dfg82 hat geschrieben:Ich gerate aber auch immer in solche nervigen und anstrengenden Situationen. :roll:
Den Satz finde ich interessant, weil er für mein Empfinden vermittelt, daß Dir das einfach so passiert und Du nichts daran ändern könntest. So, als wärst Du in einer passiven Opferrolle. Siehst Du es so, als hättest Du aktiv keinen Anteil daran?
Manchmal muss man das Chaos nur ein bisschen schütteln, und es wird ein Wunder draus.

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Re: Depressionen

Beitrag von Strange Lady » Freitag 21. April 2017, 13:34

Silvina hat geschrieben:
dfg82 hat geschrieben:Ich gerate aber auch immer in solche nervigen und anstrengenden Situationen. :roll:
Den Satz finde ich interessant, weil er für mein Empfinden vermittelt, daß Dir das einfach so passiert und Du nichts daran ändern könntest. So, als wärst Du in einer passiven Opferrolle. Siehst Du es so, als hättest Du aktiv keinen Anteil daran?
Genau das ist mir auch aufgefallen! Schön, dass du das erwähnst, ich hatte schon die Befürchtung, dass ich da wieder zu viel reinlese.

dfg, das ist ein ganz normaler, alltäglicher kommunikativ-zwischenmenschlicher Aushandlungsprozess, den du da beschreibst .... normale Menschen machen das nebenbei, ohne sich großartig damit aufzuhalten.
Silvinas Frage trifft tatsächlich genau in die wunde Stelle: warum fühlst du dich so ausgeliefert? Du bist doch Teil des Settings, du kannst doch immer noch "mitverhandeln", Eindrücke lassen sich korrigieren, durch neue Signale und Statements überschreiben .... alles ist im Fluß und nichts in Stein gemeißelt.

Geh hin, finde raus, was sie denkt, notfalls korrigiere dein Signal ... und gut ist.

Ich weiß, wie schwierig es ist, sich solch eine gelassene Haltung (= sich als aktiven Teil von sozialen Konstellationen zu begreifen) zu Sozialdynamiken anzueignen. Auch ich musste das erst lernen und bin noch lange nicht durch damit. :umarmung2:
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Re: Depressionen

Beitrag von TheRealDeal » Freitag 21. April 2017, 15:08

Strange Lady hat geschrieben:
Silvina hat geschrieben:
dfg82 hat geschrieben:Ich gerate aber auch immer in solche nervigen und anstrengenden Situationen. :roll:
Den Satz finde ich interessant, weil er für mein Empfinden vermittelt, daß Dir das einfach so passiert und Du nichts daran ändern könntest. So, als wärst Du in einer passiven Opferrolle. Siehst Du es so, als hättest Du aktiv keinen Anteil daran?
Geh hin, finde raus, was sie denkt, notfalls korrigiere dein Signal ... und gut ist.

Ich weiß, wie schwierig es ist, sich solch eine gelassene Haltung (= sich als aktiven Teil von sozialen Konstellationen zu begreifen) zu Sozialdynamiken anzueignen. Auch ich musste das erst lernen und bin noch lange nicht durch damit. :umarmung2:
Diesen Satz fand ich auch interessant. Wenn etwas immer wieder passiert (und da kann uns unsere Wahrnehmung ja durchaus täuschen, vor allem, was die Quantität betrifft), dann hast du damit auf jeden Fall ein Thema. Die Strategie dagegen heißt: Sich einlassen. Auf Situationen und Menschen. Spüren, was das mit dir macht und dabei möglich nichts erwarten und wenig denken. :umarmung2: :vielglueck:
Die beiden wichtigsten Tage deines Lebens sind der Tag, an dem du geboren wurdest, und der Tag, an dem du herausfindest, warum. – Mark Twain

dfg82

Re: Depressionen

Beitrag von dfg82 » Samstag 22. April 2017, 00:26

So, es ist dann folgendermaßen abgelaufen:

Auf der Hinfahrt erzählte mir der Mitpatient, dass seit meinem Abgang keine keine Karten mehr gespielt wurden und die Stimmung auch gedrückt sei. Die Mitpatientin, um die es geht, war seitdem auch nur noch auf ihrem Zimmer und ließ sich, außerhalb der Therapieveranstaltungen, kaum noch draußen blicken. Außerdem hat sie wohl auch auf einmal berufliche Probleme usw. Da ging mir schon durch den Kopf, dass sie vielleicht wirklich keinen Nerv hatte, mir zu antworten. Ich halte mich mal kurz: Sie empfing mich so wie immer und auch im Laufe des Abends war alles wie sonst. In einer ruhigen Minute fragte ich sie mal, ob denn meine Nachricht bei ihr schlecht ankam. Sie verneinte und sagte mir, dass sie viele andere Sachen im Kopf hatte und mir eigentlich noch ganz viel schreiben wollte und sie mich immer noch lieb hat. Sie würde mir noch schreiben. Danach war ich erstmal erleichtert.

Als es dann zum Abschied kam, wurde sie auf einmal etwas seltsam und meinte zu mir, wir würden das draußen machen. Also ging sie mit mir vor die Tür der Station und umarmte mich dort. Ich war mit dieser Situation überfordert und stammelte nur etwas davon, dass ich ihr wünsche, sie würde gut nach Hause kommen. Daraufhin erwiderte sie, warum ich denn jetzt so einen Blödsinn sagen würde und umarmte mich noch einmal fester. Außerdem fragte sie mich zweimal, ob sie mir ein Taxi rufen sollte, obwohl ich ihr vorher schon sagte, dass ich mit dem Zug fahren würde. Sie war anscheinend ein wenig durch den Wind. Ich wollte noch etwas sagen, da stampfte sie auf einmal wütend in die Station und sagte, ich solle verschwinden.

Im Zug schrieb sie mir dann, dass sie so glücklich darüber war, dass sie mich wiedersehen konnte, dass sie jeden Moment mit mir genossen hätte und dass sie mich sehr lieb hat. Zudem war sie sauer darüber, dass wir um Punkt 22:00 Uhr rausgeschmissen wurden und sie mir doch noch so viele Dinge erzählen wollte. Ich schrieb ihr, dass es mir ähnlich ging und sie mir das alles noch erzählen könne.. Dann war mein Akku leer und als ich eben nach Hause kam und das Handy anschloss, sah ich, dass sie mir noch einen Küsschensmiley mit Herz geschickt hat. Ich habe ihr erst einmal eine schöne Nacht gewünscht.

Ich weiß gar nicht, ob ich heute irgendwie dem Ziel näher gekommen bin, mit ihr eine Freundschaft aufzubauen. Andererseits frage ich mich, ob man sich so jemandem gegenüber verhält, den man ab jetzt nie wieder sehen möchte? Vielleicht sind das auch nur Überreaktionen, hervorgerufen durch ihre derzeitige "schlechte" Phase.

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Re: Depressionen

Beitrag von dfg82 » Samstag 22. April 2017, 02:13

Warum ich mich in der passiven Opferrolle sehe? Ich weiß nicht. Ich denke eben, dass sowieso niemand an mir Interesse hat, wenn mich Personen nicht direkt darauf ansprechen und da ich sowieso auf Ablehnung stoßen werde, probiere ich es gar nicht erst. Außerdem will ich Personen nicht mit etwaigen Kontaktwünschen auf die Nerven gehen. Die werden sich denken: "DER glaubt wirklich, ich will Kontakt zu ihm?", "Was fällt dem ein, mich zu fragen?".

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Re: Depressionen

Beitrag von Xanopos » Sonntag 23. April 2017, 07:54

dfg82 hat geschrieben:Ich weiß gar nicht, ob ich heute irgendwie dem Ziel näher gekommen bin, mit ihr eine Freundschaft aufzubauen.
Wenn ich mir deinen Bericht so durchlese, klingt das nach mehr als nur Freundschaft.

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Re: Depressionen

Beitrag von Elli » Sonntag 23. April 2017, 11:20

Strange Lady hat geschrieben:Ich weiß, wie schwierig es ist, sich solch eine gelassene Haltung (= sich als aktiven Teil von sozialen Konstellationen zu begreifen) zu Sozialdynamiken anzueignen.
Enorm wichtiger Punkt! Geht mir auch oft genug so, dass ich das Gefühl habe, ich müsste auf Leute & Situationen (angemessen) reagieren. Dann fühlt man sich überfordert (weil deren komisches Verhalten den Takt vorgibt) und verliert auch leicht die eigenen Gestaltungsmöglichkeiten aus dem Blick. Schließlich entscheiden beide Seiten darüber, wie der Kontakt sich entwickelt.
Aus der passiv-reaktiven Rolle rauszukommen, fand ich immer lohnend, wo es mir bisher gelungen ist.
Xanopos hat geschrieben:
dfg82 hat geschrieben:Ich weiß gar nicht, ob ich heute irgendwie dem Ziel näher gekommen bin, mit ihr eine Freundschaft aufzubauen.
Wenn ich mir deinen Bericht so durchlese, klingt das nach mehr als nur Freundschaft.
Naja, was heißt denn "mehr als nur Freundschaft"? Für mich klingt es so, als ob sie grade sehr durch den Wind ist (sicher auch der Situation, grade frisch aus der Klinik, geschuldet) und ein bisschen die Kontrolle verliert. Klar, dass sie ihn so halbwegs angebaggert hat, würde ich auch so sehen. Aber wenn man eine Freundschaft aufbauen will (schrieb dfg82 ja, dass er das möchte), ist das halt eher hinderlich.
dfg82 hat geschrieben:Andererseits frage ich mich, ob man sich so jemandem gegenüber verhält, den man ab jetzt nie wieder sehen möchte? Vielleicht sind das auch nur Überreaktionen, hervorgerufen durch ihre derzeitige "schlechte" Phase.
Wieso kommst Du denn jetzt noch darauf, dass sie Dich "nie wieder sehen möchte"? Das scheint doch nun wirklich nicht der Fall. Genau hier wäre aber auch ohnehin ein Punkt, um anzusetzen: nicht immer nur reagieren (Frage stellen: Was will sie?), sondern die eigenen Bedürfnisse & Handlungswünsche im Blick behalten.
Das mit den Überreaktionen glaube ich nach Deinen Beschreibungen auch.

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Re: Depressionen

Beitrag von dfg82 » Dienstag 2. Mai 2017, 22:58

Gestern ging es mir nicht gut und ich habe aus Frust ungesunde Dinge en masse in mich hineingestopft. Das ärgert mich, da ich derzeit 10 Kilogramm über meinem Wohlfühlgewicht liege. Eigentlich treibe ich exzessiv Sport, nur kann ich mich derzeit nicht dazu aufraffen. So ging es mir schon letztes Jahr, als ich ständig depressive Episoden mit Fressanfällen hatte und nur langsam abnahm. In der Klinik hat mich das seltsamerweise gar nicht gestört und das wurde mir sogar positiv ausgelegt. Ich hätte gelernt, mich so zu akzeptieren, wie ich bin. Ich merke jedoch, dass ich unzufrieden bin. Andererseits frage ich mich, wozu sollte ich wieder abnehmen? Das kommt mir derzeit, wie überhaupt alles, so sinnlos vor. Ich fürchte, ich bin schon wieder in so einer depressiven Episode. Zweieinhalb Wochen lief es relativ gut und jetzt beginnt es wieder von vorne. All mein Optimismus ist verflogen. Mittlerweile liege ich auch immer länger im Bett und gehe erst früh morgens schlafen. In der Nacht sitze ich hier und grübele über mein verkorkstes Leben und die nicht allzu rosige Zukunft. In der Klinik hieß es, dass Menschen, die nichts ändern wollen, dort fehl am Platze seien. Vielleicht gehöre ich auch zu diesen Menschen, nur weiß ich es noch nicht?

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Re: Depressionen

Beitrag von Strange Lady » Dienstag 2. Mai 2017, 23:18

dfg82 hat geschrieben:Gestern ging es mir nicht gut und ich habe aus Frust ungesunde Dinge en masse in mich hineingestopft. Das ärgert mich, da ich derzeit 10 Kilogramm über meinem Wohlfühlgewicht liege. Eigentlich treibe ich exzessiv Sport, nur kann ich mich derzeit nicht dazu aufraffen. So ging es mir schon letztes Jahr, als ich ständig depressive Episoden mit Fressanfällen hatte und nur langsam abnahm. In der Klinik hat mich das seltsamerweise gar nicht gestört und das wurde mir sogar positiv ausgelegt. Ich hätte gelernt, mich so zu akzeptieren, wie ich bin. Ich merke jedoch, dass ich unzufrieden bin. Andererseits frage ich mich, wozu sollte ich wieder abnehmen? Das kommt mir derzeit, wie überhaupt alles, so sinnlos vor. Ich fürchte, ich bin schon wieder in so einer depressiven Episode. Zweieinhalb Wochen lief es relativ gut und jetzt beginnt es wieder von vorne. All mein Optimismus ist verflogen. Mittlerweile liege ich auch immer länger im Bett und gehe erst früh morgens schlafen. In der Nacht sitze ich hier und grübele über mein verkorkstes Leben und die nicht allzu rosige Zukunft. In der Klinik hieß es, dass Menschen, die nichts ändern wollen, dort fehl am Platze seien. Vielleicht gehöre ich auch zu diesen Menschen, nur weiß ich es noch nicht?
Die depressive Grundstruktur wird man nie ganz los, fürchte ich. Es ist schließlich eine früh erlernte Bewältigungsstruktur: sich Totstellen, weil man überfordert ist.
Bei mir kommt und geht es auch immer wellenartig, oftmals ausgelöst durch ganz läppische Trigger - ein schräges Gespräch, ein falsches Wort, ein komischer Gesichtsausdruck - und ich fühle mich wieder zurückkatapultiert in die Zeit als Kind, als ich wirklich hilflos und überfordert war und niemanden hatte, der mir beistand. Bzw. eine Mutter hatte, die selbst depressiv war und bemuttert werden musste.
Heute ging es mir auch richtig elend, so schlimm, dass ich zwischendurch wünschte, ich könnte mich einfach in Luft auflösen. Tatsächlich fühlte ich mich auch sehr hohl innerlich, wie ausgeweidet. Keine Ahnung, so richtig kann ich damit auch noch nicht umgehen - versuche mir nur einzureden: so bin ich eben. Da ist ein Teil von mir, in mir, der sich anscheinend nur so Gehör verschaffen kann. Vielleicht muss man einfach nur stillsitzen und zuhören? No idea.
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Re: Depressionen

Beitrag von Rosi » Mittwoch 3. Mai 2017, 17:09

dfg82 hat geschrieben:Gestern ging es mir nicht gut und ich habe aus Frust ungesunde Dinge en masse in mich hineingestopft. Das ärgert mich, da ich derzeit 10 Kilogramm über meinem Wohlfühlgewicht liege. Eigentlich treibe ich exzessiv Sport, nur kann ich mich derzeit nicht dazu aufraffen. So ging es mir schon letztes Jahr, als ich ständig depressive Episoden mit Fressanfällen hatte und nur langsam abnahm. In der Klinik hat mich das seltsamerweise gar nicht gestört und das wurde mir sogar positiv ausgelegt. Ich hätte gelernt, mich so zu akzeptieren, wie ich bin. Ich merke jedoch, dass ich unzufrieden bin. Andererseits frage ich mich, wozu sollte ich wieder abnehmen? Das kommt mir derzeit, wie überhaupt alles, so sinnlos vor. Ich fürchte, ich bin schon wieder in so einer depressiven Episode. Zweieinhalb Wochen lief es relativ gut und jetzt beginnt es wieder von vorne. All mein Optimismus ist verflogen. Mittlerweile liege ich auch immer länger im Bett und gehe erst früh morgens schlafen. In der Nacht sitze ich hier und grübele über mein verkorkstes Leben und die nicht allzu rosige Zukunft. In der Klinik hieß es, dass Menschen, die nichts ändern wollen, dort fehl am Platze seien. Vielleicht gehöre ich auch zu diesen Menschen, nur weiß ich es noch nicht?
Hast du irgendeine Form von Nachversorgung? Einen Therapieplatz, PIA-Programm, Selbsthilfegruppe oder irgendwas?

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Re: Depressionen

Beitrag von dfg82 » Sonntag 7. Mai 2017, 01:17

Strange Lady hat geschrieben: Die depressive Grundstruktur wird man nie ganz los, fürchte ich. Es ist schließlich eine früh erlernte Bewältigungsstruktur: sich Totstellen, weil man überfordert ist.
Bei mir kommt und geht es auch immer wellenartig, oftmals ausgelöst durch ganz läppische Trigger - ein schräges Gespräch, ein falsches Wort, ein komischer Gesichtsausdruck - und ich fühle mich wieder zurückkatapultiert in die Zeit als Kind, als ich wirklich hilflos und überfordert war und niemanden hatte, der mir beistand. Bzw. eine Mutter hatte, die selbst depressiv war und bemuttert werden musste.
Heute ging es mir auch richtig elend, so schlimm, dass ich zwischendurch wünschte, ich könnte mich einfach in Luft auflösen. Tatsächlich fühlte ich mich auch sehr hohl innerlich, wie ausgeweidet. Keine Ahnung, so richtig kann ich damit auch noch nicht umgehen - versuche mir nur einzureden: so bin ich eben. Da ist ein Teil von mir, in mir, der sich anscheinend nur so Gehör verschaffen kann. Vielleicht muss man einfach nur stillsitzen und zuhören? No idea.
Ich kann gar nicht sagen, ob bei mir überhaupt so eine Grundstruktur vorliegt. Die Depressionen fingen bei mir erst vor sechs Jahren an, nachdem ich mein Studium abbrechen musste - dies übrigens wegen meiner Ängste. Das mit den Triggern kenne ich auch. Ich hatte nach Weihnachten einige Menschen zu Besuch. Ich musste mich dann mal für drei Stunden ins Bett legen, weil es mir auf einmal gar nicht gut ging.

Ich hatte in der Klinik diverse Angstübungen zu absolvieren. Ich sollte Klamotten kaufen und mich dabei beraten lassen. Im Laden fühlte ich mich auf einmal so verloren und unter Druck gesetzt, dass ich panisch den Laden verließ und das Weite suchte. Außerdem empfinde ich mich als abstoßend hässlich. Ich bin mal in die Stadt gefahren und sah auf halbem Wege mein Spiegelbild in einer Autoscheibe. Daraufhin ging es mir so schlecht, dass ich wieder nach Hause fuhr und mich ins Bett legte. Das ist auch einer der Gründe dafür, aus dem ich jahrelang daheim geblieben bin, wenn meine Freunde "feiern" gingen.

In der Klinik habe ich ja durchweg nur positives Feedback bekommen. Was es mir hier draußen nützt, stelle ich gerade fest: Gar nichts.

Das sollte ich aber alles einem Therapeuten erzählen. In der Klinik habe ch das ja schon getan. Was soll es mir bringen, wenn sich das nun noch einer anhört? :?
Rosi hat geschrieben:Hast du irgendeine Form von Nachversorgung? Einen Therapieplatz, PIA-Programm, Selbsthilfegruppe oder irgendwas?
Therapieplatz: Wartezeit bis zu einem halben Jahr oder länger.
PIA-Programm: Nein.
SHG: Davon gibt es etliche hier in der Umgebung. Ich weiß aber nicht, ob ich mich da hintrauen würde.

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Re: Depressionen

Beitrag von kreisel » Sonntag 7. Mai 2017, 10:39

Hallo,
ich habe auch Depression und war vor vielen Jahren in Kliniken.
Da bekommt man ja viele neue Anstöße und Erfahrungen, doch im Alltag
ist man auch schnell in seinen alten Mustern drin oder kommt nicht so
einfach aus der Schleife wieder raus.

Ich hatte gleich nach der Klinik meine alte Therapeutin wieder und fand das
sehr hilfreich @dfg82

Ganz neu anfangen ist natürlich eine Überwindung, aber wenn man da jemanden
hat, ist das schon immer wieder eine gute Erinnerung und "Tankstelle".
Die man sonst im Alltag eher nicht hat.

SHGs habe ich durch viel Leidensdruck in meinen Mitt-Zwanzigern besucht
und war anfangs auch sehr verkrampft mit dem unguten Selbstbild
"was kann man nur richtig sagen"und "wie soll ich mich nur äußern" und
"ich bin ja eh falsch".
Aber ich denke, da sind schon viele Leute, die Verständnis haben, und am Anfang
kann man auch sehr viel durch zuhören mitnehmen.

Manchmal ergibt sich auch ein Kontakt (eine Art Sponsor), wo man eher Vertrauen
fassen kann und dadurch eher in die Gruppe reinkommt.
Manche gehen auch nach der Gruppe mal was kleines essen oder trinken,
das konnte ich anfangs auch nicht und kam mir die ganze Zeit vor wie auf einer
Bühne oder Prüfung, aber sowas kann sich auch legen.

Was mir noch einfällt, mir hat die ersten Monate nach der Klinik auch eine Art Tagesplan
geholfen, wo ich einerseits so ein paar lästige Pflichten pro Woche drin aufgenommen
hab, aber auch ein paar Dinge für die Selbstfürsorge, wie Meditieren oder spazieren
gehen oder was leckeres gesundes Kochen.
Ich hab das aber anfangs wie ein Zombie ausgeführt...

irgendwann ist die Notwendigkeit dazu einfach weggefallen....als wären die Dinge auch
so gelaufen, aber am Anfang war diese Struktur eine Hilfe.
Fing mit aufstehen an spätestens 8 Uhr. (heutzutage bin ich sogar eher Frühaufsteher, und selbst
fünf Uhr geht so halbwegs; wobei die depressiven Strukturen auch immer mal kommen
und Phasen auch immer mal kommen. Da pendle ich oft zwischen Struktur / Disziplin und Akzeptanz /
auch mal zulassen und hängen lassen.
In der Depression ist man irgendwie auch so zugemuht, dass es schwer ist, da noch Entscheidungen
und Handlungen aus einem bewussten Ich heraus zu treffen.

Gruß :hut:
kreisel

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Re: Depressionen

Beitrag von TheRealDeal » Sonntag 7. Mai 2017, 10:58

dfg82 hat geschrieben:In der Klinik habe ich ja durchweg nur positives Feedback bekommen. Was es mir hier draußen nützt, stelle ich gerade fest: Gar nichts.

Das sollte ich aber alles einem Therapeuten erzählen. In der Klinik habe ch das ja schon getan. Was soll es mir bringen, wenn sich das nun noch einer anhört? :?

SHG: Davon gibt es etliche hier in der Umgebung. Ich weiß aber nicht, ob ich mich da hintrauen würde.
Das Wirkung des positiven Feedbacks kann natürlich mit der Zeit verblassen. Aber trotzdem hast du es erhalten.

Beim Therapeuten geht es ja darum, deine Themen zu bearbeiten. Das sind Prozesse, die lange dauern können. Bei einem Therapeuten, dem du vertraust, dem du dich öffnen kannst und den du dir selbst aussuchst.

Also ich kann dir Selbsthilfegruppen unbedingt empfehlen. Was hast du denn zu verlieren? Schau dir die Gruppen an (am besten mindestens dreimal). Bist ja auch nicht verpflichtet etwas zu sagen, wenn es dir unangenehm ist. Aber die Tatsache, dass du dich da nicht erklären musst, weil die anderen Menschen in der Gruppe ja gleiche/ähnliche Symptomatiken haben, wird dir Druck nehmen. Auch perspektivisch, weil du alleine bestimmst, wie lange du in der Gruppe bleiben möchtest. Ich hoffe, dass das auch etwas war, was du in der Klinik kennenlernen durftest.
Die beiden wichtigsten Tage deines Lebens sind der Tag, an dem du geboren wurdest, und der Tag, an dem du herausfindest, warum. – Mark Twain

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Re: Depressionen

Beitrag von TheRealDeal » Sonntag 7. Mai 2017, 11:05

TheRealDeal hat geschrieben:
dfg82 hat geschrieben:In der Klinik habe ich ja durchweg nur positives Feedback bekommen. Was es mir hier draußen nützt, stelle ich gerade fest: Gar nichts.

Das sollte ich aber alles einem Therapeuten erzählen. In der Klinik habe ch das ja schon getan. Was soll es mir bringen, wenn sich das nun noch einer anhört? :?

SHG: Davon gibt es etliche hier in der Umgebung. Ich weiß aber nicht, ob ich mich da hintrauen würde.
Das Wirkung des positiven Feedbacks kann natürlich mit der Zeit verblassen. Aber trotzdem hast du es erhalten.

Beim Therapeuten geht es ja darum, deine Themen zu bearbeiten. Das sind Prozesse, die lange dauern können. Bei einem Therapeuten, dem du vertraust, dem du dich öffnen kannst und den du dir selbst aussuchst. Wobei Menschen dazu neigen einen Sinn erkennen zu wollen, in dem was sie sind und tun. Der Sinn einer Therapie kann sich aber mitunter erst sehr spät zu erkennen geben. Da gilt es nicht den Mut zu verlieren und weiter zu machen. Wobei gelegentliche "Zeilvereinbarungen" zwischen dem Therapeuten und dir helfen, den Fokus zu wahren.

Also ich kann dir Selbsthilfegruppen unbedingt empfehlen. Was hast du denn zu verlieren? Schau dir die Gruppen an (am besten mindestens dreimal). Bist ja auch nicht verpflichtet etwas zu sagen, wenn es dir unangenehm ist. Aber die Tatsache, dass du dich da nicht erklären musst, weil die anderen Menschen in der Gruppe ja gleiche/ähnliche Symptomatiken haben, wird dir Druck nehmen. Auch perspektivisch, weil du alleine bestimmst, wie lange du in der Gruppe bleiben möchtest. Ich hoffe, dass das auch etwas war, was du in der Klinik kennenlernen durftest.
@Strange Lady: Ja, zuhören ist immer eine gute Strategie. Besonders, wenn sich etwas "von tief drinnen" meldet. Und dann spüren, was das mit dir macht. Und ganz banal habe ich irgendwann lernen müssen, dass gewisse Dinge eben gerade so sind und diese akzeptiert. Besonders in Phasen, wo ich an körperlicher Erschöpfung gelitten habe. Da zu "powern", egal in welche Richtung, hätte mich nur noch mehr erschöpft.
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Re: Depressionen

Beitrag von kreisel » Sonntag 7. Mai 2017, 11:09

@dfg82
PS - noch mein Eindruck zur Klinikbekannten....
vielleicht hat sie schon starke Emotionen für dich, aber du schreibst sie sei auch
in einer glücklichen Beziehung.
Du definierst es vom Kopf her als Freundschaft, aber es könnte auch
eine Anziehung /weitere Verbindung da sein....
Vielleicht ist die Klinikbekannte in einem Konflikt?


Der Gedanke, der mir noch gefällt ist, dass man vorher nicht alles festlegt
und schon "die Zukunft festlegt".
Denn das heizt Konflikte eher an, auch wenn es eine gewisse Sicherheit bietet.

Sondern vielleicht wirklich eher in der Gegenwart Kontakt hat, wie
jetzt bei dem Abschiedsessen.
Und das nicht zwischenzeitlich zergrübelt
und von der Depressions- und Schuld-Maschine oder Grübel-Mühle
durchackern lässt.
Höchstens kurz, dann zur Seite legen, was unkopfiges tun,
und dann sehen, wenn man den nächsten Kontakt hat.

Oder man nimmt einen Gedanken und durchpflügt ihn auf Realitätsgehalt,
statt den gleich zu glauben (wie man es automatisch /ungefragt eigentlich
tut) und sich schlecht zu fühlen.
Dafür ist Begleitung / Therapie dann auch nicht übel....wenn man nicht so
den Selbstabstand hat...einen Anteil, der die Realität prüft und Stop sagt.
Zuletzt geändert von kreisel am Sonntag 7. Mai 2017, 11:12, insgesamt 1-mal geändert.

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