Depressionen

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Mit müden Augen
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Re: Depressionen

Beitrag von Mit müden Augen » Donnerstag 13. Juni 2019, 18:15

Strange Lady hat geschrieben:
Mittwoch 12. Juni 2019, 22:29
Will sagen: du solltest dich freimachen von dieser krankmachenden Leistungs- und Verwertungslogik. Erst wenn wir es schaffen, uns selbst anders zu begegnen - gnädiger, liebevoller, wertschätzender und weniger fordernd - schaffen wir es vielleicht bei/in uns selbst anzukommen.
:umarmung2:
Danke. Ich versuche es. Dir gute Besserung! :vielglueck: :vielglueck:
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Reinhard
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Re: Depressionen

Beitrag von Reinhard » Donnerstag 13. Juni 2019, 23:36

Rosi hat geschrieben:
Mittwoch 12. Juni 2019, 11:21
Reinhard hat geschrieben:
Montag 10. Juni 2019, 17:16
Interview von Joe Rogan mit Johann Hari (englisch; 2,5 Stunden) über dessen Buch "Lost Connections", das geht über Depressionen, Ängsten, Sucht und so Sachen, die herkömmlich mit "Hirnchemie" erklärt werden, aber Herr Hari hat darüber eine wesentlich differenziertere Meinung ...

Das ganze Interview lohnt sich, anzuschauen. Aber hervorheben möchte ich noch, was so ziemlich am Ende kommt, wie untersucht wurde, wie stigmatisiert die Betroffenen werden, denen eine biologistische Erklärung unterstellt wird ("chemisches Ungleichgewicht im Gehirn"), gegenüber der Umfeld-Erklärung ist ("Stellung in der Gesellschaft war Mist") ...
Ich habe mir das Interview angesehen und kann das was gesagt wird sehr gut nachvollziehen. Sehe es genauso. In vielen Punkten können einem Therapeuten und Psychiater einfach nicht helfen, weil sie an den Ursachen nichts ändern können und man selber kann das leider oft auch nicht. Manche Menschen haben einfach Pech im Leben und stehen nicht auf der Sonnenseite. Jeder Mensch kann eine gewisse Menge an Stress kompensieren, aber wenn zu viel zusammen kommt, dann wird man krank.

Genau. Obwohl Stress alleine eher andere Krankheiten mitverursacht. Herz-/Kreislauf, Übergewicht, Diabetes ...
Depressionen ist mehr eine Folge von empfundener Sinnlosigkeit, fehlender Anerkennung, Mangel an Verbindungen zu anderen Wesen. An einer Stelle vergleicht er Depression mit Trauer, nur dass man nicht eine andere Person verloren hat und betrauert, sondern das eigene Leben betrauert. Vielleicht hilft das zumindest als Bild für diejenigen Menschen, die noch keine Depression selbst erleben mussten.

Ich finde auch die Querverbindung zu Suchtverhalten interessant. Wenn es gar nichts gibt, dass einem Leben subjektiven Sinn gibt oder das einen aufbaut, dann wird man depressiv; wenn man hingegen nur eine Sache hat, die einen dafür einen Ersatz liefert, oder auch nur vom Schmerz ablenkt oder betäubt, dann beschäftigt man sich obsessiv mit der einen Sache und das nennen wir dann "Sucht". So wirklich ein großer Unterschied ist da jetzt aber nicht zwischen "nix" und "schlechter Ersatz". Und es liegt an der Gesellschaft, wenn immer mehr davon betroffen sind, keinen Sinn mehr erkennen zu können in dem was sie tun ...
Mag ja sein, dass jeder seines Glückes Schmied ist.

Aber dabei sollte nicht vergessen werden, dass manche von Haus aus eine komplette Werkstatt mitbekommen, und andere nur einen Hammer und nicht mal einen Amboss.

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Re: Depressionen

Beitrag von Reinhard » Donnerstag 13. Juni 2019, 23:39

Strange Lady hat geschrieben:
Mittwoch 12. Juni 2019, 22:29
Ich bin ziemlich nützlich, arbeite viel, engagier mich ehrenamtlich, bin auch ziemlich gut in meinem Job .... dennoch geht's mir schon seit langer Zeit nicht gut. Es ist wohl noch keine depressive Episode (das fühlt sich anders an), aber die Tränen hören einfach nicht auf zu fließen. Tiefe Trauer, krasse Verlustängste, Hoffnungslosigkeit, Schlafstörungen ...

:umarmung2: :umarmung2:
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Re: Depressionen

Beitrag von Rosi » Freitag 14. Juni 2019, 09:29

Reinhard hat geschrieben:
Donnerstag 13. Juni 2019, 23:36
Rosi hat geschrieben:
Mittwoch 12. Juni 2019, 11:21
Reinhard hat geschrieben:
Montag 10. Juni 2019, 17:16
Interview von Joe Rogan mit Johann Hari (englisch; 2,5 Stunden) über dessen Buch "Lost Connections", das geht über Depressionen, Ängsten, Sucht und so Sachen, die herkömmlich mit "Hirnchemie" erklärt werden, aber Herr Hari hat darüber eine wesentlich differenziertere Meinung ...

Das ganze Interview lohnt sich, anzuschauen. Aber hervorheben möchte ich noch, was so ziemlich am Ende kommt, wie untersucht wurde, wie stigmatisiert die Betroffenen werden, denen eine biologistische Erklärung unterstellt wird ("chemisches Ungleichgewicht im Gehirn"), gegenüber der Umfeld-Erklärung ist ("Stellung in der Gesellschaft war Mist") ...
Ich habe mir das Interview angesehen und kann das was gesagt wird sehr gut nachvollziehen. Sehe es genauso. In vielen Punkten können einem Therapeuten und Psychiater einfach nicht helfen, weil sie an den Ursachen nichts ändern können und man selber kann das leider oft auch nicht. Manche Menschen haben einfach Pech im Leben und stehen nicht auf der Sonnenseite. Jeder Mensch kann eine gewisse Menge an Stress kompensieren, aber wenn zu viel zusammen kommt, dann wird man krank.

Genau. Obwohl Stress alleine eher andere Krankheiten mitverursacht. Herz-/Kreislauf, Übergewicht, Diabetes ...
Depressionen ist mehr eine Folge von empfundener Sinnlosigkeit, fehlender Anerkennung, Mangel an Verbindungen zu anderen Wesen. An einer Stelle vergleicht er Depression mit Trauer, nur dass man nicht eine andere Person verloren hat und betrauert, sondern das eigene Leben betrauert. Vielleicht hilft das zumindest als Bild für diejenigen Menschen, die noch keine Depression selbst erleben mussten.
Meiner Meinung nach ist Depression eine Stresserkrankung, ganz grob gesagt. Die Frage ist woher der Stress kommt und da beziehe ich auch solche Dinge wie du oben genannt hast mit ein. Manche einzelne Stressfaktoren wiegen schwerer als andere und man hat nicht alles selbst in der Hand. Natürlich muss man versuchen die Dinge zu ändern, die man ändern kann. Das andere akzeptieren...wie der bekannte Spruch besagt. Allein die Akzeptanz löst aber nicht allen Stress auf. Deswegen nehmen manche ihr Leben lang Medikamente oder betäuben sich mit Drogen. Wobei die Medikamente einen unterschiedlich starken Effekt haben, z.T. sehr gering und bei manchen wirken sie gar nicht.

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Re: Depressionen

Beitrag von Mit müden Augen » Samstag 15. Juni 2019, 19:30

[+] Gejammer
Ich habe mal wieder einen absoluten Tiefpunkt. Ich bin soooo müde. Wieder ein nutzloser, sinnloser, leerer Tag. Wie lange noch? Gleichzeitig will ich nicht sterben, das kann es doch nicht gewesen sein??? Ja ok, ich war im Supermarkt, habe meinen Kühlschrank geputzt (und ein Gedicht geschrieben), aber das ist doch alles so wertlos, so nutzlos. Der Supermarkt macht Milliardenumsätze, die überleben auch ohne mich. Wenn es mich nicht (mehr) gäbe würde jemand anderes hier wohnen und den Kühlschrank putzen und auf Gedichte kann man gut verzichten. Warum lebe ich also???
Naja, morgen geht es dann wohl weiter. Auf der Todo-Liste stehen Backup und PUTZEN!!!. 1) werde ich schaffen, das sind ja nur zwei Kabel, ein Befehl und ein Passwort, 2) wird garantiert nichts. Also hock ich weiter in der dreckigen Bude und warte bis die Zeit vergeht. Das ist doch kein Leben. :crybaby: :crybaby: :crybaby:
Jetzt kommt bald die Nacht, wieder stundenweise schlaflos, wieder grausamste Albträume, vielleicht wieder schweißgebadet aufwachen. Mir kann niemand helfen.
Sorry... ignoriert mich einfach
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Re: Depressionen

Beitrag von Lazarus Long » Samstag 15. Juni 2019, 20:00

Mit müden Augen hat geschrieben:
Samstag 15. Juni 2019, 19:30
Sorry... ignoriert mich einfach
Niemals, dafür bist du viel zu sympathische. :umarmung2:
Im Grunde sind es doch die Verbindungen mit Menschen, die dem Leben seinen Wert geben.

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Re: Depressionen

Beitrag von Reinhard » Sonntag 16. Juni 2019, 00:07

Jedes Bewusstsein ist ein Fenster, durch das sich das Universum sich selbst betrachten kann. :hierlang:

Ein Fenster ist auch dann nützlich, wenn es auf einen graubetonierten Hinterhof hin öffnet.

:vielglueck:
Mag ja sein, dass jeder seines Glückes Schmied ist.

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Re: Depressionen

Beitrag von Entdecker90 » Sonntag 16. Juni 2019, 14:59

Mit müden Augen hat geschrieben:
Donnerstag 13. Juni 2019, 18:13
Jetzt ist es wieder das alte Spiel, alles erledigt, jetzt kommt die Langeweile. :wuetend:
Was für Dinge gibt es denn, die dich im Leben interessieren oder Freude bereiten? Oder früher interessiert oder Freude bereitet haben? Da gibt es doch bestimmt irgend etwas. Fussball? Schach? Das Meer? Die Wälder? Autos? Eisenbahnen? Ich könnte endlos weiter aufzählen. Sag du es mir, was es ist.

Für mich war es am Schlimmsten, als ich wahrhaftig das Interesse an allem verlor. Ich war unglücklich verliebt und merkte, dass ich meine eigenen Chancen durch meine Verkrampfung selbst eliminiere. Aber wie kann etwas für einen nicht mehr überlebenswichtig sein, das für einen doch gerade so wichtig ist? Und in eine solche Verzweiflung geriet, dass ich davon überzeugt war, dass ich da nie mehr lebend herauskommen würde. Ich fühlte mich wie die Schlange, die sich in den Schwanz beisst. Aber zum Glück konnte ich in eine Klinik gehen. Dort wurde mir der Kopf geleert. Ich kann nicht sagen, wie sie das geschafft haben, aber als ich aus der Klinik herauskam, war die Verzweiflung weitgehend weg. Ich war innerlich sehr leer. Aber das war gut, denn dadurch konnte sich mein Inneres mit neuem Leben füllen. Alte Interessen kehrten zurück... Neue Interessen kamen dazu. Es macht mich sooo glücklich, aus dieser Situation herausgekommen zu sein.
Warum schreibe ich das? Um dir aus eigener Erfahrung zu zeigen: es ist möglich, aus dieser Situation herauszukommen. Du kannst es schaffen. Wenn du dir Hilfe von Aussen holst, steigen deine Chancen.

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Re: Depressionen

Beitrag von Mit müden Augen » Sonntag 16. Juni 2019, 18:51

Fast 24h sind um und es ist nicht besser. :crybaby: Was für ein unnützes Leben. Bin erst um 15h überhaupt aus dem Bett gekrochen. :oops: :oops: :oops:
Lazarus Long hat geschrieben:
Samstag 15. Juni 2019, 20:00
Niemals, dafür bist du viel zu sympathisch. :umarmung2:
Danke. :oops: :oops: :oops:
Reinhard hat geschrieben:
Sonntag 16. Juni 2019, 00:07
Jedes Bewusstsein ist ein Fenster, durch das sich das Universum sich selbst betrachten kann. :hierlang:

Ein Fenster ist auch dann nützlich, wenn es auf einen graubetonierten Hinterhof hin öffnet.

:vielglueck:
Danke, aber das habe ich jetzt nicht verstanden. :gruebel: :oops: :oops:
Entdecker90 hat geschrieben:
Sonntag 16. Juni 2019, 14:59
Was für Dinge gibt es denn, die dich im Leben interessieren oder Freude bereiten?
Interessen siehe hier. Freude bereiten, naja, nicht viel. Erfolgserlebnisse vielleicht, aber dafür setze ich mir meine Ziele zu hoch. Ich bin der Überzeugung überhaupt nicht das Recht zu haben Freude zu empfinden.
Wenn du dir Hilfe von Aussen holst, steigen deine Chancen.
Ich bekomme Hilfe, hilft aber alles nichts. Vielleicht bin ich untherapierbar. :sadman:
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Re: Depressionen

Beitrag von Reinhard » Sonntag 16. Juni 2019, 20:24

Mit müden Augen hat geschrieben:
Sonntag 16. Juni 2019, 18:51
Reinhard hat geschrieben:
Sonntag 16. Juni 2019, 00:07
Jedes Bewusstsein ist ein Fenster, durch das sich das Universum sich selbst betrachten kann. :hierlang:

Ein Fenster ist auch dann nützlich, wenn es auf einen graubetonierten Hinterhof hin öffnet.

:vielglueck:

Danke, aber das habe ich jetzt nicht verstanden. :gruebel: :oops: :oops:
Der graubetonierte Hinterhof ist die Metapher für die Tristesse deines Lebens. Aber lass dich von dem Ausblick auf dieses momentane Grau nicht einreden, dass das Fenster komplett nutzlos wäre.
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Re: Depressionen

Beitrag von Mit müden Augen » Sonntag 16. Juni 2019, 20:48

Reinhard hat geschrieben:
Sonntag 16. Juni 2019, 20:24
Aber lass dich von dem Ausblick auf dieses momentane Grau nicht einreden, dass das Fenster komplett nutzlos wäre.
Das Problem ist diese momentane Grau ist seit ~10 Jahren da. :sadman:
edit: und eher pechschwarz.
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Re: Depressionen

Beitrag von Reinhard » Sonntag 16. Juni 2019, 20:53

Schwarz ist doch interessanter als grau.
Inwiefern ist es relevant, wie lange das Grau schon andauert? Ein langes Grau hat auch keine größere Macht als ein kurzes Grau. :tanzen2:
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Re: Depressionen

Beitrag von Mit müden Augen » Sonntag 16. Juni 2019, 21:17

Je länger desto unerträglicher...
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Re: Depressionen

Beitrag von Entdecker90 » Sonntag 16. Juni 2019, 21:34

Mit müden Augen hat geschrieben:
Sonntag 16. Juni 2019, 18:51
Entdecker90 hat geschrieben:
Sonntag 16. Juni 2019, 14:59
Was für Dinge gibt es denn, die dich im Leben interessieren oder Freude bereiten?
Interessen siehe hier. Freude bereiten, naja, nicht viel. Erfolgserlebnisse vielleicht, aber dafür setze ich mir meine Ziele zu hoch. Ich bin der Überzeugung überhaupt nicht das Recht zu haben Freude zu empfinden.
Danke für den Link! Sehr gut ist schon einmal, dass du überhaupt Interessen hast. Gibt es denn Menschen, die du ab und zu triffst (virtuell oder real), die deine Interessen teilen?
Mir tut es immer sehr gut, Menschen um mich zu haben, die meine Interessen teilen.

Denkst du, dass du eine Offenheit für weitere Interessen entwickeln kannst?
Bevor du jetzt denkst "was verlangt der wieder von mir?". Keine Sorge, ist kein Muss. Es eröffnet einfach neue Chancen und Perspektiven. Ich war lange Zeit gar nicht offen für Neues. Aber es hat sich in den letzten Jahren deutlich gebessert, u.a. durch eine gute Kollegin, die mich dazu animiert. Und manchmal lohnt sich das Risiko, eine neue Aktivität/Hobby/Ferienort etc. auszuprobieren. Ich werde ab und zu sehr positiv überrascht, wenn ich etwas Neues ausprobiere. Sogar mehrheitlich ist das der Fall. Und wenn nicht, weiss, dass das nichts für mich ist. Z.B. hat mich diese Kollegin zum Tanzen eingeladen. Wir haben zwei Kurse absolviert, aber wohl gefühlt habe ich mich beim Tanzen nicht. War nicht so meins. Aber jetzt weiss ich es. Und bei anderen Dingen hat es sich sogar sehr gelohnt, es auszuprobieren.

Worauf hättest du Lust, es auszuprobieren?
Mit müden Augen hat geschrieben:
Sonntag 16. Juni 2019, 18:51
Wenn du dir Hilfe von Aussen holst, steigen deine Chancen.
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Re: Depressionen

Beitrag von Tintenmalerin » Montag 17. Juni 2019, 00:41

Mit müden Augen hat geschrieben:
Samstag 15. Juni 2019, 19:30
[+] Gejammer
Ich habe mal wieder einen absoluten Tiefpunkt. Ich bin soooo müde. Wieder ein nutzloser, sinnloser, leerer Tag. Wie lange noch? Gleichzeitig will ich nicht sterben, das kann es doch nicht gewesen sein??? Ja ok, ich war im Supermarkt, habe meinen Kühlschrank geputzt (und ein Gedicht geschrieben), aber das ist doch alles so wertlos, so nutzlos. Der Supermarkt macht Milliardenumsätze, die überleben auch ohne mich. Wenn es mich nicht (mehr) gäbe würde jemand anderes hier wohnen und den Kühlschrank putzen und auf Gedichte kann man gut verzichten. Warum lebe ich also???
Naja, morgen geht es dann wohl weiter. Auf der Todo-Liste stehen Backup und PUTZEN!!!. 1) werde ich schaffen, das sind ja nur zwei Kabel, ein Befehl und ein Passwort, 2) wird garantiert nichts. Also hock ich weiter in der dreckigen Bude und warte bis die Zeit vergeht. Das ist doch kein Leben. :crybaby: :crybaby: :crybaby:
Jetzt kommt bald die Nacht, wieder stundenweise schlaflos, wieder grausamste Albträume, vielleicht wieder schweißgebadet aufwachen. Mir kann niemand helfen.
Sorry... ignoriert mich einfach
Erst mal :umarmung2:
Hast du dich schon mal mit dem Thema Klartraum/luzides Träumen beschäftigt?
Ich weiß nicht, ob du dich mit deinen Albträumen schon mal näher beschäftigt hast, oder mit dem Thema Träume allgemein, vielleicht auch schon in der Therapie, ob dir während der Träume bewusst ist, dass sie nicht real sind und was für Albträume du überhaupt hast... Aber wenn du die Träume mit lenken könntest, wären es vielleicht leichter, sie zu ertragen, oder?
I want to be a mystery, yet be known
I want to be together, yet alone
Is it too much to ask, to be famous yet unkown?
To be a wanderer, yet have a home?
- Kara Douglas

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Re: Depressionen

Beitrag von Mit müden Augen » Montag 17. Juni 2019, 15:52

Entdecker90 hat geschrieben:
Sonntag 16. Juni 2019, 21:34
Gibt es denn Menschen, die du ab und zu triffst (virtuell oder real), die deine Interessen teilen?
Nein. Ich lebe völlig einsam. Zumal habe ich Sozialphobie, das mit dem Leute kennnenlernen ist praktisch unmöglich. Einsamkeit (freundschaftlich und sicher auch AB-isch :oops: :oops: ) ist scheiße und sicher einer der Gründe für meine Depressionen. Dazu kommen diverse andere psychische Probleme. Die Liste möchte ich nicht so direkt schreiben.
Denkst du, dass du eine Offenheit für weitere Interessen entwickeln kannst?
Och es gibt diverse Dinge die ich gerne mal ausprobieren würde, aber nicht das was ihr denkt, weder tanzen noch reisen. Eher so drehen, fräsen, schweißen und solche Sachen. Aber woher nehmen?
Alles Gute, viel Kraft und Mut!
Danke...
Tintenmalerin hat geschrieben:
Montag 17. Juni 2019, 00:41
Erst mal :umarmung2:
Danke...
Hast du dich schon mal mit dem Thema Klartraum/luzides Träumen beschäftigt?
Nein. Klingt sehr kompliziert?
Meine Träume/Albträume, soweit ich mich daran erinnern kann, sind regelmäßig Thema in meiner Therapie. Ganz selten bin ich mir auch mal bewusst dass ich träume bzw kann den Traum ein stückweit steuern.

Soweit dazu. Mir geht es nicht wirklich besser heute, ich war einkaufen und sitze jetzt wieder nur rum. Sorry für das ständige Gejammer. :oops: :oops: :oops:
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Re: Depressionen

Beitrag von Mit müden Augen » Montag 17. Juni 2019, 20:23

Vorsicht schwarz

Ich sollte mir vielleicht recht bald
eine Kugel geben
Sterben will ich eigentlich nicht
aber das ist kein Leben!
Den ganzen Tag sitz ich nur rum
und starre auf die Uhr
und frage mich verzweifelt bloss
was mache ich jetzt nur???
Mein Leben ist der letzte Dreck
Freude kenne ich nicht
bin depressiv und warte nur
auf das jüngste Gericht
Nen Haufen Probleme habe ich
und ziemlich viele Sorgen
Ich warte bis der Tag vergeht
und weiter gehts dann morgen
Die Tage die sind alle gleich
nur Zwänge und nur Kummer
triste Hoffnungslosigkeit
das ist echt ne scheiß Nummer
Ich schlucke täglich tagein tagaus
diverse bunte Pillen
doch ändern können die auch nichts
an meinem düstr'en Willen
Sollte es das gewesen sein
ein Leben voller Frust
doch aufs Sterben habe ich auch
eigentlich keine Lust
Was habe ich den nur getan
um sowas zu verdienen?
Ja meine Seele ist gebrochen
und niemand kann sie schienen
Vielleicht bin ich ja eigentlich
ein ganz grausames Wesen
und habe es total verdient
dieses schreckliche Leben
Doch davon weiß ich wirklich nichts
ich will es nicht wahrhaben
das diese Leiden richtig sind
die mich für immer plagen
Werde ich den vielleicht ein mal
halbwegs glücklich sein
mein Leben ist unglaublich scheiße
und ich bin so allein
Ich lege mich wieder ins Bett
auf eine dunkle Nacht
und morgen wirds nicht besser sein
hab ich jemals gelacht?
Ja war ich den irgendwann mal
ein glücklicheres Tier
vielleicht mal als ganz kleiner Mensch
so ungefähr bis vier
Doch seitdem geht es nur bergab
und besser wird es nie
Ich habe viele Depressionen
und auch Sozialphobie
Ich lebe total isoliert
Freunde habe ich nicht
und auf der Welt kennt kaum jemand
mein trauriges Gesicht
Studiert hab ich vor langer Zeit
fast zehn Jahr' ist's schon her
es war ne anstrengende Zeit
und es fiel mir sehr schwer
Arbeit? Die hatte ich noch nie
im Westen oder Osten
vom Steuerzahler durchgefüttert
ich lebe auf Staatskosten
Ich bin ein ziemlich nutzloser Mensch
habe nicht mehr viel Mut
Die Krankheit macht vieles kaputt
wofür bin ich schon gut?
Ich weiß nicht wie es weiter geht
nach all den dunklen Jahren
wirklich gut ging es mir nie
sollte ich Hoffnung wahren?
Die letzte Kraft geht langsam fort
dabei bin ich nicht alt
doch meine Seele ist so leer
und mir ist schrecklich kalt
Ich hoffe auf ein Wunder noch
mal sehen noch wie lange
Denk ich an morgen und danach
dann wird mir Angst und Bange.
:crybaby:
Mein Leben ist die Hölle.
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Re: Depressionen

Beitrag von Reinhard » Montag 17. Juni 2019, 20:28

:sadman:
Mag ja sein, dass jeder seines Glückes Schmied ist.

Aber dabei sollte nicht vergessen werden, dass manche von Haus aus eine komplette Werkstatt mitbekommen, und andere nur einen Hammer und nicht mal einen Amboss.

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Re: Depressionen

Beitrag von Mit müden Augen » Montag 17. Juni 2019, 21:11

Reinhard hat geschrieben:
Montag 17. Juni 2019, 20:28
:sadman:
:oops: :oops: :oops: :sadman:
Mein Leben ist die Hölle.
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Re: Depressionen

Beitrag von Mit müden Augen » Sonntag 23. Juni 2019, 18:55

[+] depressives Zeug
Ich lese gerade zum x-ten Mal mein Gedicht und muss leider sagen ich habe es exakt getroffen. Wenn es so weiter geht werde ich an Depressionen, Einsamkeit und Langeweile verrecken. Aber was kann ich den tun??? :crybaby:
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