WhatsApp, ein Muss?

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Re: WhatsApp, ein Muss?

Beitrag von Tania » Montag 7. Januar 2019, 00:48

Le Chiffre Zéro hat geschrieben:
Sonntag 6. Januar 2019, 17:42
Tania hat geschrieben:
Sonntag 6. Januar 2019, 15:36
Le Chiffre Zéro hat geschrieben:
Sonntag 6. Januar 2019, 15:03
Zu denen kann erstere Gruppe endgültig keinen Kontakt mehr herstellen.
Will sie das denn überhaupt?
Das ist natürlich eine gute Frage.

Nicht wenige Angehörige dieser Gruppe sagen, wenn eine Frau z. B. nur und ausschließlich bereit ist, über WhatsApp mit ihnen zu kommunizieren – oder gar wiederholt und nachdrücklich versucht, sie zu WhatsApp zu konvertieren (und am besten noch ausschließlich zu WhatsApp) –, daß anstelle weiterer Kontaktaufnahmeversuche der endgültige Abbruch jeglicher Kontakte die richtige Vorgehensweise ist.

Dann aber heißt es gerade hier im AB-Treff immer wieder: Wer so denkt, bleibt sein Leben lang allein.
Das ist vielleicht für die Mitglieder dieser Gruppe immer noch besser als der Gedanke, den Rest seines Lebens mit einem Whatsapp-Nutzer zusammen zu sein.

Genau wie es den Mitgliedern der anderen Gruppe vielleicht lieber ist, sich mit anderen Ignoranten zusammenzutun, statt sich wöchentlich Vorträge über ihre unverantwortliche Einstellung zu Datenschutz anzuhören.

Oder vielleicht schaffen es auch beide Seiten, einander zu tolerieren und einen Mittelweg zu finden. Du hast z.B. mal geschrieben, Du würdest Deine Nummer nie jemandem geben, der Whatsapp installiert hat. Aber vielleicht kannst Du Dir ja ein Prepaid-Handy extra für Deine Whatsapp nutzenden Kontakte anschaffen, wo sie Dich dann anrufen dürfen? Oder sie bitten, Dich unter einem unverdächtigen Kürzel abzuspeichern?

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Re: WhatsApp, ein Muss?

Beitrag von Hoppala » Montag 7. Januar 2019, 02:29

Ferienhaus hat geschrieben:
Sonntag 6. Januar 2019, 18:37
LCZ, nimm's nicht persönlich, aber du scheinst mir bei der Bewertung dieses durchaus kontroversen Themas teilweise in den Bereich (absurder) antiamerikanischer Verschwörungstheorien zu gehen.
LCZ sagt nicht, dass er wüsste, dass dies alles gemacht wird.
Er sagt - weil es medienöffentliches Wissen auch in "Qualitätsmedien" sowie diversen als ernst eingestuften Büchern und Diksussionen in Kreisen anerkannter Fachleute ist - dass das technisch möglich ist und nach Lage des Informationsstandes so oder ähnlich bereits getan wurde.
Ob es heut noch so getan wird, wie oft, wie umfangreich, wie weitgehend, weiß man natürlich heute nicht. Unterliegt ja der Geheimhaltung. Aus diesem Grund ist es ebenso Verschwörugnstheorie zu behaupten, das sei alles kein größerres Problem, wie das Gegenteil. Wir reden hier über ein Black Box by Design. Schrödingers Katze. Sobald wir es genau wissen, ist die Katze aber mit Sicherheit tot.

Genau deshalb kann man zu dem Schluss kommen, dass man hier ein Risiko eigeht, das man lieber nicht eingehen sollte. Das hat nichts mit Verschwörungstgehrie zu tun, sondern mit Logik und Abwägung.
Denn FALLS all das getan wird, was möglich ist zu tun und in ähnlichen Fällen bereits getan wurde, wäre es ein ziemliches Desaster.
Und man kann daraus folgern, der Möglichkeit so eines Desasters auszuweichen, indem man einfach mal annimmt, all das würde gtan, und wie man dem ausweichen kann, ohne ansonsten allzu viele Einbußen zu haben.
Und dann sieht man z. B., dass WhatsApp ein ptenzieller Risikofaktor ist. Und dass es weit risikoärmere Alternativen gibt. Nicht ganz ohne Nachteile, aber wie schwer die wiegen, ist eine relative Einschätzung - und wir sind ja schon davon ausgegangen dass das potenzielle Risiko, dem wir ausweichen wollen ein reichliches Desaster ist - also müssen die Nachteile des Ausweichens schon schwer wiegen.

Zusammenfassend kann man das so: Auch wenn ich nicht genau weiß, was in dem dunklen Loch los ist, aber aufgrund von Indizien die Möglichkeit sehe, dass da unten Bombenauslöser sind, die die ganze Höhle zum Einturz bringen, werde ich mir leiber einen etwas beschwerlicheren Weg drumrum suchen, anstatt reinzuspringen.
Wer die Indizien aber nicht sieht, hüpft halt rein, wenn es der kürzere Weg zu sein schient.
Solange man sich da drin bewegt, und es noch gerrummst hat, kann man viel rufen: "Alles sicher hier!" Das Blöde ist: es gibt aus dem Loch kaum ein Zurück, und vielleicht ist es ja nicht so voll mit Auslösern, aber aber e sist nr eine Frage der Zeit, bis man auf einen tritt?. viellleicht, vielleicht nicht.
Der Nachweis, dass das Loch garantiert leer von Auslösern ist, ist schwierig, wenn sich die Beschaffenheit des Lochs dauernd verändert. Das ist aber die Art der aktuellen Technikentwicklung.

Während der Skeptiker oben zwar einen etwas beschwerlichen Umweg nimmt, dafür aber mit hoher Sicherheit weiß, hier nicht der vermuteten Gefährdung des Loches ausgesetzt zu sein, und möglicherweise auch etwas sicherer von den Folgen einer Explosion zu sein. Wenn bloß die "Ach was soll's" Tpen nicht im Loch rumspringen würden, weil es iihnen ein Jota einfacher erscheint, als drumrum zu kraxeln.

Man kann sich hier trefflich gegenseitig vorwerfen, blind zu sein. Allerdings: im Loch ist es garantiert dunkel, und die Folgen einer endgütigen Klärung, was das ist, wären für alle desaströs.
Nutzungsregeln: Mediale Äußerungen von Menschen ersetzen keine Begegungen. Was du hier schreibst, bist nicht du. Was ich hier schreibe, bezieht sich nicht auf dich. Nur auf deinen Beitrag. Ich schreibe meine Meinung, deren Bedeutung in deinem eigenen Ermessen liegt. Vergiss, was dir nichts nützt.

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Re: WhatsApp, ein Muss?

Beitrag von Tania » Montag 7. Januar 2019, 03:04

Hoppala hat geschrieben:
Montag 7. Januar 2019, 02:29
Man kann sich hier trefflich gegenseitig vorwerfen, blind zu sein. Allerdings: im Loch ist es garantiert dunkel, und die Folgen einer endgütigen Klärung, was das ist, wären für alle desaströs.
Was immer wieder gern vergessen wird: nicht Waffen töten Menschen, sondern Menschen töten Menschen. Whatsapp&Co lassen sich sicher als Waffe benutzen - nur die Frage ist noch offen, wer es zu welchem Zweck benutzt oder benutzen wird und welcher Schaden damit angerichtet werden wird.

Andererseits zwingt gerade die Überwachbarkeit von Whatsapp und Telefon die bösen Jungs dazu, sich für die Koordination ihrer (sehr konkreten) Straftaten anderer Kommunikationswege zu bedienen. Provokant gefragt: müsste man nicht gerade diese Kanäle, die sich sowohl staatlicher als auch öffentlicher oder privatwirtschaftlicher Kontrolle entziehen, boykottieren? Immerhin werden die ja TATSÄCHLICH systematisch zu bösen Zwecken genutzt ... Ich weiß nicht, wie viele Leute, die Whatsapp verteufeln, gleichzeitig nichts gegen die Existenz des Darknet haben ...

Das größte Sicherheitsrisiko befindet sich nicht hinter dem Bildschirm, sondern davor. Und ehrlich gesagt: wenn Whatsapp einen Beitrag dazu leisten sollte, dass Menschen aller Nationen und Religionen miteinander kommunizieren, handeln und Verständnis füreinander entwickeln, dann wäre damit seine Daseinsberechtigung m.E. gegeben. Und der Nutzen würde die Gefahren übersteigen.

Aber pragmatisch gesehen wird sich das Problem eh irgendwann von selbst lösen. Entweder alle Whatsappnutzer kommen in dem erwähnten dunklen Loch um und das System stirbt mangels Nutzern aus - oder es erweist sich, dass die Gegner tatsächlich sozial isoliert sind und sie sterben mangels Nachwuchs aus ;)

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Re: WhatsApp, ein Muss?

Beitrag von Kief » Montag 7. Januar 2019, 03:24

Tania hat geschrieben:
Montag 7. Januar 2019, 03:04
Was immer wieder gern vergessen wird: nicht Waffen töten Menschen, sondern Menschen töten Menschen. Whatsapp&Co lassen sich sicher als Waffe benutzen - nur die Frage ist noch offen, wer es zu welchem Zweck benutzt oder benutzen wird und welcher Schaden damit angerichtet werden wird.

Andererseits zwingt gerade die Überwachbarkeit von Whatsapp und Telefon die bösen Jungs dazu, sich für die Koordination ihrer (sehr konkreten) Straftaten anderer Kommunikationswege zu bedienen. [ ... ]
Das größte Sicherheitsrisiko befindet sich nicht hinter dem Bildschirm, sondern davor. Und ehrlich gesagt: wenn Whatsapp einen Beitrag dazu leisten sollte, dass Menschen aller Nationen und Religionen miteinander kommunizieren, handeln und Verständnis füreinander entwickeln, dann wäre damit seine Daseinsberechtigung m.E. gegeben. Und der Nutzen würde die Gefahren übersteigen.
[ ... ] - oder es erweist sich, dass die Gegner tatsächlich sozial isoliert sind und sie sterben mangels Nachwuchs aus ;)
Irgendwie kann ich mich dem Humor nicht anschliessen ...

Menschen toeten Menschen, das groesste Sicherheitsrisiko sitzt vor dem Bildschirm.
Gegen die boesen Kriminellen kann ich nicht viel ausrichten, aber ich moechte mich dagegen wehren, dass mit Waehlergeldern kriminelle und fragwuerdige Methoden entwickelt werden, mit denen die gesamte Bevoelkerung gelenkt und erpresst werden kann.

Wenn NSA und Co daran interessiert sind, ist das per se bereits verdaechtig.
Glaubst Du ernsthaft, das WA eine Bewegung aus Empathie und Ruecksicht erzeugen wird, die dem Missbrauch seitens NSA und so sich entgegenstellen koennte, oder sogar kompensieren kann?


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Re: WhatsApp, ein Muss?

Beitrag von Tania » Montag 7. Januar 2019, 06:09

Kief hat geschrieben:
Montag 7. Januar 2019, 03:24
...och moechte mich dagegen wehren, dass mit Waehlergeldern kriminelle und fragwuerdige Methoden entwickelt werden, mit denen die gesamte Bevoelkerung gelenkt und erpresst werden kann.
Redest Du noch von Whatsapp? Seit wann ist das denn staatlich finanziert? Und wie wird dadurch die gesamte Bevölkerung gelenkt und erpresst? :gruebel:

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Re: WhatsApp, ein Muss?

Beitrag von Kief » Montag 7. Januar 2019, 07:19

Tania hat geschrieben:
Montag 7. Januar 2019, 06:09
Kief hat geschrieben:
Montag 7. Januar 2019, 03:24
...och moechte mich dagegen wehren, dass mit Waehlergeldern kriminelle und fragwuerdige Methoden entwickelt werden, mit denen die gesamte Bevoelkerung gelenkt und erpresst werden kann.
Redest Du noch von Whatsapp? Seit wann ist das denn staatlich finanziert? Und wie wird dadurch die gesamte Bevölkerung gelenkt und erpresst? :gruebel:
WA nicht hier (mit der NSA haben die garantiert ne Abhaengigkeit mittlerweile),
aber deutsche Behoerden, die den Bundestrojaner entwickelt haben, werden sich garantiert freuen ueber frei-Haus-Lieferungen durch WA & Co.


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Re: WhatsApp, ein Muss?

Beitrag von Tania » Montag 7. Januar 2019, 07:43

Kief hat geschrieben:
Montag 7. Januar 2019, 07:19
Tania hat geschrieben:
Montag 7. Januar 2019, 06:09
Kief hat geschrieben:
Montag 7. Januar 2019, 03:24
...och moechte mich dagegen wehren, dass mit Waehlergeldern kriminelle und fragwuerdige Methoden entwickelt werden, mit denen die gesamte Bevoelkerung gelenkt und erpresst werden kann.
Redest Du noch von Whatsapp? Seit wann ist das denn staatlich finanziert? Und wie wird dadurch die gesamte Bevölkerung gelenkt und erpresst? :gruebel:
WA nicht hier (mit der NSA haben die garantiert ne Abhaengigkeit mittlerweile),
aber deutsche Behoerden, die den Bundestrojaner entwickelt haben, werden sich garantiert freuen ueber frei-Haus-Lieferungen durch WA & Co.
Frei-Haus-Lieferungen? War nicht vorhin noch die Rede davon, dass die Anbieter Daten sammeln könnten, um sie dann gewinnbringend zu verkaufen?

Statt auf der Methodik rumzureiten, würde ich lieber mal die Ermächtigungsgrundlage hinterfragen. Aber dann bitte auch die im Offline-Bereich ... warum z.B. darf die Zollfahndung ohne konkreten Verdacht alle auf einer Baustelle anwesenden Personen in der Arbeit unterbrechen, kontrollieren und Einsicht in alle Unterlagen und Rechnungen nehmen?

Aber das wird mir hier zu politisch...

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Re: WhatsApp, ein Muss?

Beitrag von Kief » Montag 7. Januar 2019, 08:05

Tania hat geschrieben:
Montag 7. Januar 2019, 07:43
Statt auf der Methodik rumzureiten, würde ich lieber mal die Ermächtigungsgrundlage hinterfragen. Aber dann bitte auch die im Offline-Bereich ...
Klar, warum nicht?
Hab ich nichts dagegen.
Allein die Handhabe gegen derlei Massnahmen ist so schwer.


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Re: WhatsApp, ein Muss?

Beitrag von Hoppala » Montag 7. Januar 2019, 23:44

Tania hat geschrieben:
Montag 7. Januar 2019, 03:04
Was immer wieder gern vergessen wird: nicht Waffen töten Menschen, sondern Menschen töten Menschen. Whatsapp&Co lassen sich sicher als Waffe benutzen - nur die Frage ist noch offen, wer es zu welchem Zweck benutzt oder benutzen wird und welcher Schaden damit angerichtet werden wird.
Sorry Tania, das ist entweder:
a) klar am Thema vorbei, oder
b) ein Argument pro meiner Sichtweise.
Warum a)? Es geht hier um ein System, bei dem natürlich, letztlich runtergebrochen, einzelne Menschen mitmachen. Aber wir sollten schon die Ebenen trennen: Ob es eine Waffenindustrie gibt, und wie die organisiert und beschaffen ist und was die genau herstellt, lässt sich nicht auf der Ebene des Entscheidungsverhaltens des individuellen Waffenbedieners klären.
Warum b) Wenn es tatsächlich eine Frage des individuell verantwortlichen Gebrauchs wäre, müsste WA sofort zugemacht werden. Denn die allerwenigstens wissen, was und wie bei WA gemacht wird, und wozu sie mit ihrem Handeln beitragen - quasi: sie drücken einen Knpf, aber ob sie dadurch dazu beitragen, ein Spielzeug-Zündplättchen oder eine Atombombe zu aktivieren, wissen sie nicht (und oft genug: können sie nicht wissen, da sie darüber im Unklaren gehalten werden und/oder sich erreichbare Informationen nicht beschaffen = "zu kompliziert") - und sind daher zu verantwortlichem Handeln nicht in der Lage. Falls es wirklich auf dieser Ebene diskutiert werden soll - was ich, siehe a) nicht für sinnvoll halte -, wre es am ehesten mit dem Steuern eines Lkw mit verbundenen Augen zu vergleichen. Klar - da kann man sich dann eigenverantwortlich für entscheiden. In der Wüste wäre das sicher auch kein Problem
Tania hat geschrieben:
Montag 7. Januar 2019, 03:04
Andererseits zwingt gerade die Überwachbarkeit von Whatsapp und Telefon die bösen Jungs dazu, sich für die Koordination ihrer (sehr konkreten) Straftaten anderer Kommunikationswege zu bedienen. Provokant gefragt: müsste man nicht gerade diese Kanäle, die sich sowohl staatlicher als auch öffentlicher oder privatwirtschaftlicher Kontrolle entziehen, boykottieren? Immerhin werden die ja TATSÄCHLICH systematisch zu bösen Zwecken genutzt ... Ich weiß nicht, wie viele Leute, die Whatsapp verteufeln, gleichzeitig nichts gegen die Existenz des Darknet haben ...

Das größte Sicherheitsrisiko befindet sich nicht hinter dem Bildschirm, sondern davor. Und ehrlich gesagt: wenn Whatsapp einen Beitrag dazu leisten sollte, dass Menschen aller Nationen und Religionen miteinander kommunizieren, handeln und Verständnis füreinander entwickeln, dann wäre damit seine Daseinsberechtigung m.E. gegeben. Und der Nutzen würde die Gefahren übersteigen.

Aber pragmatisch gesehen wird sich das Problem eh irgendwann von selbst lösen. Entweder alle Whatsappnutzer kommen in dem erwähnten dunklen Loch um und das System stirbt mangels Nutzern aus - oder es erweist sich, dass die Gegner tatsächlich sozial isoliert sind und sie sterben mangels Nachwuchs aus ;)
Und nochmal sorry: du wirfst da so vieles ducheinander - jedes für sich durchaus Gedanken wert, aber so kombiniert gemessen an der Thematik sinnlos und nur mit sehr langen Ausführungen gerade zu rücken - dass ich vermute, dass dir zu dem Thema einfach wesentliche Informationen fehlen oder nicht bewusst sind. Und dabei geht es dann nicht nur um WA und "seine Welt". Sondern zum Beispiel auch um grundsätzliche Themen: Deine Betrachtung zur Frage "Geheim/überwacht/kriminell/geselllschaftliche Kommunikation" lassen (beispielsweise und nur unter anderem) komplett den zentralen Aspekt aus, dass und warum eine freie Gesellschaft nicht-überwachte, private Kommunikation als jederzeitige, unbestrittene und uneingeschränkte Option im nicht-staatlichen Bereich zwingend benötigt.
Sie lassen auch die Frage aus, warum all das, was du da als gewichtige Besorgnisse/Boni in den Raum wirfst, ausgerechnet von einem (1) kommerziellen Großunternehmen erbracht werden sollte, dass sich noch dazu zu nichts davon einforderbar verpflichtet und in aller Freiwilligkeit morgen alle diese "segensreichen Dinge" auch wieder lassen kann.
Und falls du mein Beispiel mit dem Loch nochmal anguckst: wenn da was hochgeht, nehmen die Nutzer unten die Nichtnutzer oben mit ins Verderben.
Im übrigen haben sich die Gegner nicht sozial isoliert: sie organisieren nur ihre technische Information anders; und zwar auf einer für alle offenen Plattform mit weniger riskanten "Black Boxes"; während WA eine nicht-offene Plattform mit einer Menge dunkler Löcher ist. Wer sich da "sozial isoliert", könnte ein spannendes philosophisches und soziologisches Thema mit überraschenden Ergebnissen sein ...

Und so könnte ich weiter machen, Beispiel um Beispiel. Deine Ideen sind, wie gesagt, für sich genommen, durchaus relevant: so zusammengestellt aber nur ein buntes und hier kaum sinnvolles Ducheinander.

Wobei es in der Tat so ist, dass diese Art "Argumentation" von denen, die meinen, sich kritisch für WA entschieden zu haben - und man dürfe nicht alles schwarzweiß (wer macht das eigentlich?), und man müsse doch Kompromisse eingehen .. - gern vorgetragen wird..
Demokratie für alle oder keine Demokratie für alle. Wie sähe denn da ein "Kompromiss" aus? Möchtest du i einem "Kompromiss" leben, wenn du das Ganze haben kannst?
Es gibt Themen, bei denen ein "Kompromiss" gleichbedeutend mit einer klaren Position pro/kontra ist.

Die einen gehen das Risiko ein, dass alles hoch geht - ohne die Gefahr wirklich erkennen zu können. Die anderen sehen Wege, die potentielle Gefahr von vornherein nicht entstehen zu lassen.
Kompromisse wären da nur möglich, wenn eine Firma wie WA ihre technische Infrastruktur und Geschäftspolitik, öffentlicher Kontrolle und Offenlegung unterwirft - und damit meine ich nicht Geheimgremien, sondern "öffentlich". Sollte es mal zu so einer veränderten Voraussetzung kommen, kann man drüber reden. Bis dahin: nicht.

Positiv ist, dass du anfängst, dir ein paar weitergehende Gedanken zu machen. Denk sie bitte zu Ende.

Ach übrigens: es gibt bereits eine Messaging- und Chat-Plattform, die sich öffentlicher Kontrolle und Öffenlegung öffnet, und zwar "by design". Was das wohl ist ...? :-)
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Re: WhatsApp, ein Muss?

Beitrag von Tania » Dienstag 8. Januar 2019, 00:21

Hoppala hat geschrieben:
Montag 7. Januar 2019, 23:44
Positiv ist, dass du anfängst, dir ein paar weitergehende Gedanken zu machen. Denk sie bitte zu Ende.

Ach übrigens: es gibt bereits eine Messaging- und Chat-Plattform, die sich öffentlicher Kontrolle und Öffenlegung öffnet, und zwar "by design". Was das wohl ist ...? :-)
Negativ ist, dass mir bei so viel herablassendem Oberlehrertum komplett die Lust vergeht, mich weiter mit Deinen Worten zu befassen.

Aber das ist ja nicht weiter schlimm. Denn nächste Woche wird Zuckerberg persönlich durch die eigens in Whatsapp eingebaute Hintertür in mein Telefon kriechen und so lange Gift in mein Hirn träufeln, bis ich mich der MGTOW-Bewegung anschließe. Und dann werd ich hier gesperrt und die Sache ist erledigt ;)

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Re: WhatsApp, ein Muss?

Beitrag von Hoppala » Dienstag 8. Januar 2019, 02:43

Tania hat geschrieben:
Dienstag 8. Januar 2019, 00:21
Hoppala hat geschrieben:
Montag 7. Januar 2019, 23:44
Positiv ist, dass du anfängst, dir ein paar weitergehende Gedanken zu machen. Denk sie bitte zu Ende.

Ach übrigens: es gibt bereits eine Messaging- und Chat-Plattform, die sich öffentlicher Kontrolle und Öffenlegung öffnet, und zwar "by design". Was das wohl ist ...? :-)
Negativ ist, dass mir bei so viel herablassendem Oberlehrertum komplett die Lust vergeht, mich weiter mit Deinen Worten zu befassen.

Aber das ist ja nicht weiter schlimm. Denn nächste Woche wird Zuckerberg persönlich durch die eigens in Whatsapp eingebaute Hintertür in mein Telefon kriechen und so lange Gift in mein Hirn träufeln, bis ich mich der MGTOW-Bewegung anschließe. Und dann werd ich hier gesperrt und die Sache ist erledigt ;)
Für deine Wertungen kann ich nichts. Ich schlage vor, dass du dir die sachliche Situation dahinter genauer ansehen solltest, denn meiner Meinung nach fehlen die wesentliche Informationen.
Wenn dir dieser Hinweis und/oder meine Meinung und sogar mein Lob dir "oberlehrerhaft" vorkommen, kannst nur du das ändern.
Deine zynische Replik legt mir nahe, dass du zu diesem Thema (d)eine Meinung haben willst, egal wie es um die Sachlage bestellt. ist. Schade.
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Re: WhatsApp, ein Muss?

Beitrag von Kief » Dienstag 8. Januar 2019, 03:14

Hoppala hat geschrieben:
Dienstag 8. Januar 2019, 02:43
Tania hat geschrieben:
Dienstag 8. Januar 2019, 00:21
Hoppala hat geschrieben:
Montag 7. Januar 2019, 23:44
Positiv ist, dass du anfängst, dir ein paar weitergehende Gedanken zu machen. Denk sie bitte zu Ende.
Negativ ist, dass mir bei so viel herablassendem Oberlehrertum komplett die Lust vergeht, mich weiter mit Deinen Worten zu befassen.
Für deine Wertungen kann ich nichts.
Doch, kannst Du.

Ganz egal, ob Du das wahrhaben willst oder nicht.
Weder ist Tania die einzige mit diesem konkreten Eindruck,
noch bist Du oder irgendein Mensch ueberhaupt theoretisch dazu in der Lage, nicht-zu-kommunizieren - ein Mensch hat prinzipiell ein mitschwingendes Mindset.

Du hast eine bestimmte Wirkung - und solange Du Dich damit nicht befassen willst, solange wird sich die auch nicht aendern.


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Re: WhatsApp, ein Muss?

Beitrag von Le Chiffre Zéro » Donnerstag 10. Januar 2019, 13:22

Tania hat geschrieben:
Montag 7. Januar 2019, 00:48
Du hast z.B. mal geschrieben, Du würdest Deine Nummer nie jemandem geben, der Whatsapp installiert hat. Aber vielleicht kannst Du Dir ja ein Prepaid-Handy extra für Deine Whatsapp nutzenden Kontakte anschaffen, wo sie Dich dann anrufen dürfen? Oder sie bitten, Dich unter einem unverdächtigen Kürzel abzuspeichern?
Das alles wird nichts bringen.

Es ist für den Laien praktisch unvorstellbar, was für gigantische Mengen an Daten WhatsApp und damit auch Facebook auf was für Wegen zusammentragen und wie sie die zu riesigen zusammenhängenden Datensätzen verknüpfen. Wer sich das nicht als Technik vorstellen kann, den möchte ich bitten, sich einfach vorzustellen, die könnten zaubern.

Du mußt bedenken: WhatsApp und Facebook tauschen ständig Daten aus. Das ist illegal. Das ist Straftatbestand. Aber in den USA kann Facebook, Inc. sich ziemlich problemlos aus allem herauskaufen, und in Deutschland genügt das nicht für einen internationalen Haftbefehl und ein Auslieferungsgesuch für alle Verantwortlichen inklusive Mark Zuckerberg. Also wird es fleißig weiter betrieben.

Das Gefährliche ist nicht so sehr, was WhatsApp mit den Daten macht – wobei WhatsApp da auch nie ein Waisenknabe war. Das Gefährliche ist, was Facebook mit den Daten macht, die es von WhatsApp bekommt, wenn es die zusammenführt mit Daten, die es aus anderen Quellen hat. Die haben Algorithmen am Laufen, die um Lichtjahre näher an Künstlicher Intelligenz sind als alles, was hierzulande entwickelt und „Künstliche Intelligenz“ genannt wird. Aus der Kombination scheinbar kleinster Kleinigkeiten können diese Algorithmen messerscharfe Schlüsse ziehen – und an diesen Schlüssen sind Datenbroker, die diese Daten für viel Geld weiterverkaufen, und Geheimdienste brennend interessiert.

Prepaid-Handy mit eigener Nummer? Bringt nichts. Facebook hat definitiv schon die Kombination aus meinem Realnamen und meiner Mobilnummer, weil irgendjemand unbedingt meine Mobilnummer haben wollte und sie dann unfreiwillig über WhatsApp nach Facebook weitergereicht hat. Eine Zweitnummer mit dieser Identität und diesem Datensatz zu verknüpfen, ist für Facebook ein Kinderspiel.

(Abgesehen davon ist es für mich alles andere als ein Kinderspiel, an ein annehmbares Smartphone zu kommen. Ich boykottiere iOS, ich boykottiere Windows Mobile/Windows Phone, ich boykottiere alle Android-Varianten aller irgendwie großen Hersteller und bin Android selbst gegenüber sehr skeptisch, und die Suche nach einem Gebraucht-Smartphone mit Sailfish OS, das idealerweise neuer ist als das erste Jolla Phone, ist wie die Suche nach einer Stecknadel im Heuhaufen. Mein aktuelles Smartphone wurde auf dem europäischen Markt nie angeboten)

Unverdächtiges Kürzel? Wie Prepaid-Handy, aber umgekehrt. WhatsApp und Facebook haben meine Mobilnummer und damit verknüpft meinen Realnamen. Wenn WhatsApp von jemandes Smartphone meine Mobilnummer bekommt, weiß WhatsApp und Facebook sofort – unverdächtiges Kürzel hin oder her –, wer wirklich hinter der Nummer steckt.

Jetzt werdet ihr sagen: „Wenn WhatsApp und Facebook doch sowieso deine Nummer und deinen Namen haben, dann ist das doch alles scheißegal, oder?“ Nein. Schon mal von „Schadensbegrenzung“ gehört? Ich will nicht, daß diese Datenkraken noch mehr über mich erfahren.
← Das da sind keine Klaviertasten. Es sind Synthesizertasten. Doch, da gibt es Unterschiede.
Bisherige Signatur ersetzt, weil die sowieso kaum jemand liest.

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Re: WhatsApp, ein Muss?

Beitrag von Mit müden Augen » Donnerstag 10. Januar 2019, 15:00

Le Chiffre Zéro hat geschrieben:
Donnerstag 10. Januar 2019, 13:22
Jetzt werdet ihr sagen: „Wenn WhatsApp und Facebook doch sowieso deine Nummer und deinen Namen haben, dann ist das doch alles scheißegal, oder?“ Nein. Schon mal von „Schadensbegrenzung“ gehört? Ich will nicht, daß diese Datenkraken noch mehr über mich erfahren.
Das ist der entscheidene Punkt, aber erklär das mal den Leuten... :?
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Re: WhatsApp, ein Muss?

Beitrag von Tania » Donnerstag 10. Januar 2019, 16:37

Le Chiffre Zéro hat geschrieben:
Donnerstag 10. Januar 2019, 13:22
Prepaid-Handy mit eigener Nummer? Bringt nichts. Facebook hat definitiv schon die Kombination aus meinem Realnamen und meiner Mobilnummer, weil irgendjemand unbedingt meine Mobilnummer haben wollte und sie dann unfreiwillig über WhatsApp nach Facebook weitergereicht hat. Eine Zweitnummer mit dieser Identität und diesem Datensatz zu verknüpfen, ist für Facebook ein Kinderspiel.
Damit unterstellst Du, dass
- der Jemand, der Deine Nummer bekommen hat, auch Deinen Realnamen kennt und ihn auf seinem Handy gespeichert hat
- Dein Mobilfunkprovider die Daten, die Du bei der Registrierung angegeben hast, an Facebook weiter gibt.

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Re: WhatsApp, ein Muss?

Beitrag von Michael Knight » Donnerstag 10. Januar 2019, 19:16

Le Chiffre Zéro hat geschrieben:
Donnerstag 10. Januar 2019, 13:22
Tania hat geschrieben:
Montag 7. Januar 2019, 00:48
Du hast z.B. mal geschrieben, Du würdest Deine Nummer nie jemandem geben, der Whatsapp installiert hat. Aber vielleicht kannst Du Dir ja ein Prepaid-Handy extra für Deine Whatsapp nutzenden Kontakte anschaffen, wo sie Dich dann anrufen dürfen? Oder sie bitten, Dich unter einem unverdächtigen Kürzel abzuspeichern?
Das alles wird nichts bringen.

Es ist für den Laien praktisch unvorstellbar, was für gigantische Mengen an Daten WhatsApp und damit auch Facebook auf was für Wegen zusammentragen und wie sie die zu riesigen zusammenhängenden Datensätzen verknüpfen. Wer sich das nicht als Technik vorstellen kann, den möchte ich bitten, sich einfach vorzustellen, die könnten zaubern.

Du mußt bedenken: WhatsApp und Facebook tauschen ständig Daten aus. Das ist illegal. Das ist Straftatbestand. Aber in den USA kann Facebook, Inc. sich ziemlich problemlos aus allem herauskaufen, und in Deutschland genügt das nicht für einen internationalen Haftbefehl und ein Auslieferungsgesuch für alle Verantwortlichen inklusive Mark Zuckerberg. Also wird es fleißig weiter betrieben.

Das Gefährliche ist nicht so sehr, was WhatsApp mit den Daten macht – wobei WhatsApp da auch nie ein Waisenknabe war. Das Gefährliche ist, was Facebook mit den Daten macht, die es von WhatsApp bekommt, wenn es die zusammenführt mit Daten, die es aus anderen Quellen hat. Die haben Algorithmen am Laufen, die um Lichtjahre näher an Künstlicher Intelligenz sind als alles, was hierzulande entwickelt und „Künstliche Intelligenz“ genannt wird. Aus der Kombination scheinbar kleinster Kleinigkeiten können diese Algorithmen messerscharfe Schlüsse ziehen – und an diesen Schlüssen sind Datenbroker, die diese Daten für viel Geld weiterverkaufen, und Geheimdienste brennend interessiert.

Prepaid-Handy mit eigener Nummer? Bringt nichts. Facebook hat definitiv schon die Kombination aus meinem Realnamen und meiner Mobilnummer, weil irgendjemand unbedingt meine Mobilnummer haben wollte und sie dann unfreiwillig über WhatsApp nach Facebook weitergereicht hat. Eine Zweitnummer mit dieser Identität und diesem Datensatz zu verknüpfen, ist für Facebook ein Kinderspiel.

(Abgesehen davon ist es für mich alles andere als ein Kinderspiel, an ein annehmbares Smartphone zu kommen. Ich boykottiere iOS, ich boykottiere Windows Mobile/Windows Phone, ich boykottiere alle Android-Varianten aller irgendwie großen Hersteller und bin Android selbst gegenüber sehr skeptisch, und die Suche nach einem Gebraucht-Smartphone mit Sailfish OS, das idealerweise neuer ist als das erste Jolla Phone, ist wie die Suche nach einer Stecknadel im Heuhaufen. Mein aktuelles Smartphone wurde auf dem europäischen Markt nie angeboten)

Unverdächtiges Kürzel? Wie Prepaid-Handy, aber umgekehrt. WhatsApp und Facebook haben meine Mobilnummer und damit verknüpft meinen Realnamen. Wenn WhatsApp von jemandes Smartphone meine Mobilnummer bekommt, weiß WhatsApp und Facebook sofort – unverdächtiges Kürzel hin oder her –, wer wirklich hinter der Nummer steckt.

Jetzt werdet ihr sagen: „Wenn WhatsApp und Facebook doch sowieso deine Nummer und deinen Namen haben, dann ist das doch alles scheißegal, oder?“ Nein. Schon mal von „Schadensbegrenzung“ gehört? Ich will nicht, daß diese Datenkraken noch mehr über mich erfahren.
Wieso nutzst du dann überhaupt Handy und Internet wenn du so große Angst vor Datenmissbrauch hast? Ea gibt durchaus noch (ältere) Leute die nur über Festnetz und Briefe kommunizieren und durchaus gut leben. Einkaufen kannst du auch in einem stationären Laden ohne dass du irgendwelche Daten angeben musst (was aber dort auch viele bereitwillig tun, siehe Payback, Deutschland-Card etc.).

Wäre ja genauso wenn du sagst du hast trotz extrem vorsichtiger Fahrweise Riesenangst vor einem Autounfall. Da würdest du dich ja auch nach einer Alternative umsehen und die Bahn oder den Omnibus nehmen.

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Re: WhatsApp, ein Muss?

Beitrag von Le Chiffre Zéro » Donnerstag 10. Januar 2019, 21:32

Michael Knight hat geschrieben:
Donnerstag 10. Januar 2019, 19:16
Wieso nutzst du dann überhaupt Handy und Internet wenn du so große Angst vor Datenmissbrauch hast?
Entgegen landläufigen Meinungen besteht das Internet aus mehr als Google, Facebook/Instagram/WhatsApp, Amazon, Microsoft und Apple.

Und entgegen landläufigen Meinungen kann man durchaus online sein, ohne bereitwillig alles Mögliche und Unmögliche an Daten den einschlägigen amerikanischen Datenkraken in den Rachen zu werfen.

Man muß bei der Benutzung seines Smartphone und des Internet einfach sein Gehirn gebrauchen und nicht immer nur den supereinfachen, superbequemen Weg des geringsten Widerstandes (und Verstandesgebrauchs) gehen. Und genau das tue ich.

Wer das jetzt bestreitet, dürfte mit an Sicherheit grenzender Wahrscheinlichkeit zu den Leuten gehören, die so ziemlich ihren gesamten Internetverlauf bereitwillig an Google senden – weil sie zu faul sind, URLs einzugeben, und zu inkompetent, Bookmarks zu setzen, und daher jede Website googlen, die sie aufrufen.
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Re: WhatsApp, ein Muss?

Beitrag von Kief » Freitag 11. Januar 2019, 00:17

Mit müden Augen hat geschrieben:
Donnerstag 10. Januar 2019, 15:00
Le Chiffre Zéro hat geschrieben:
Donnerstag 10. Januar 2019, 13:22
Jetzt werdet ihr sagen: „Wenn WhatsApp und Facebook doch sowieso deine Nummer und deinen Namen haben, dann ist das doch alles scheißegal, oder?“ Nein. Schon mal von „Schadensbegrenzung“ gehört? Ich will nicht, daß diese Datenkraken noch mehr über mich erfahren.
Das ist der entscheidene Punkt, aber erklär das mal den Leuten... :?
Ein Kollege hat mal auf den Tisch gebracht, dass es eher erfolgversprechend ist, die Datenkraken mit Datenmuell zu fluten, damit sie die Daten nicht mehr separieren und auswerten koennen.
Beispielsweise wie es mal mit Kreditkarten gemacht wurde, die dann von mehreren Leuten benutzt wurde - so dass nicht mehr unterscheidbar war, wer denn nun Alkohol und Brot und wer Haemorrhoidensalbe gekauft hat ... ;-)

Nur stell ich mir das bissel umstaendlich vor, diesen Ansatz auf soziale Medien und Accounts und ueberhaupt richtig auszuweiten.
Aber der Ansatz gefaellt mir gut! ;-)
(Vielleicht in Kombination mit dem Tor-Ansatz?)


K

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Re: WhatsApp, ein Muss?

Beitrag von fredstiller » Sonntag 13. Januar 2019, 21:28

Tania hat geschrieben:
Donnerstag 10. Januar 2019, 16:37
Le Chiffre Zéro hat geschrieben:
Donnerstag 10. Januar 2019, 13:22
Prepaid-Handy mit eigener Nummer? Bringt nichts. Facebook hat definitiv schon die Kombination aus meinem Realnamen und meiner Mobilnummer, weil irgendjemand unbedingt meine Mobilnummer haben wollte und sie dann unfreiwillig über WhatsApp nach Facebook weitergereicht hat. Eine Zweitnummer mit dieser Identität und diesem Datensatz zu verknüpfen, ist für Facebook ein Kinderspiel.
Damit unterstellst Du, dass
- der Jemand, der Deine Nummer bekommen hat, auch Deinen Realnamen kennt und ihn auf seinem Handy gespeichert hat
Bei Freunden oder Bekannten aus dem echten Leben ist das leider gang und gäbe, dass sie Kontakte mit Realnamen speichern.
Und ohne diese Weitergabe an WhatsApp ist das App ja de facto nicht nutzbar.

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Re: WhatsApp, ein Muss?

Beitrag von Le Chiffre Zéro » Montag 14. Januar 2019, 00:15

fredstiller hat geschrieben:
Sonntag 13. Januar 2019, 21:28
Bei Freunden oder Bekannten aus dem echten Leben ist das leider gang und gäbe, dass sie Kontakte mit Realnamen speichern.
Und ohne diese Weitergabe an WhatsApp ist das App ja de facto nicht nutzbar.
Und selbst wenn du jemandem deine Telefonnummer gibst, der nur einen Nickname von dir kennt, hat WhatsApp – und damit automatisch auch Facebook – deinen Klarnamen und deinen Nickname in einem Datensatz, bestätigt dadurch, daß beiden Namen exakt dieselbe Telefonnummer zugeordnet ist.
← Das da sind keine Klaviertasten. Es sind Synthesizertasten. Doch, da gibt es Unterschiede.
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