Wirtschaftliche Verständnisfrage

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Wirtschaftliche Verständnisfrage

Beitrag von Dérkesthai » Freitag 28. September 2018, 17:44

Guten Tag.

Ich hab mit wirtschaftlichen Themen und politischen Vokabular - bis auf einige wenige Ausnahmen - nichts am Hut.
Daher eine Verständnisfrage.
Hab gerade auf Facebook einen Beitrag gelesen, der den Service der Paketdienste kritisiert. Ein Paketschein wurde ausgefüllt gezeigt und Ablageort der Sendung in Versalien war "Papiertonne". Also eigentlich "PAPIERTONNE".
Darunter stand sinngemäß geschrieben, dass man nun nicht mehr kommen müsse mit der "Liberalisierung des Marktes für Paketdienste".
Wie ist das gemeint?
Also, bedeutet das, dass derjenige, der es geschrieben hat, lieber eine staatliche Kontrolle wünscht oder gar eine Art Monopol wie einst für die Post? Oder doch schon liberal, dass es mehrere Anbieter geben soll aber dann doch bitte staatliche kontrolliert?

Danke für die Antworten im voraus.
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Re: Wirtschaftliche Verständnisfrage

Beitrag von Axolotl » Freitag 28. September 2018, 18:48

Liberalisierung des Marktes ist einfach nur ein anderes Wort für "Wir lassen jetzt auch andere mitspielen". Konkret für das Paket heißt es, dass man auch andere Anbieter hat, die man alternativ nutzen kann. Wenn also die Post nicht will, andere freuen sich.
Es ist möglich keine Fehler zu machen und trotzdem zu verlieren. Das ist keine Schwäche, das ist das Leben.

Früher habe ich mich darüber geärgert, dass das Leben nicht fair ist. Dann habe ich erkannt, dass es noch viel schlimmer wäre, wenn das Leben fair wäre.

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Re: Wirtschaftliche Verständnisfrage

Beitrag von Dérkesthai » Freitag 28. September 2018, 19:05

OK, wenn der Poster also diese Liberalisierung Mist findet, dann möchte eher lieber ein Monopol der Post oder aber wenn schon nicht Monopol, dass der Staat mehr mit dem Zeigefinger Kontrolle ausübt. OK. Danke.
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Re: Wirtschaftliche Verständnisfrage

Beitrag von Clochard » Freitag 28. September 2018, 19:22

ich kapier das null was der TE da geschrieben hat

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Re: Wirtschaftliche Verständnisfrage

Beitrag von Axolotl » Freitag 28. September 2018, 19:54

Dérkesthai hat geschrieben:
Freitag 28. September 2018, 19:05
OK, wenn der Poster also diese Liberalisierung Mist findet, dann möchte eher lieber ein Monopol der Post oder aber wenn schon nicht Monopol, dass der Staat mehr mit dem Zeigefinger Kontrolle ausübt. OK. Danke.
Na ja, die Liberalisierung hat schon Vorteile. Vor allem weil die Deutsche Post ihre Monopolstellung eben nicht mehr einfach ausnutzen kann, wie das früher der Fall war. Unglücklicherweise hat das auch dazu geführt, dass immer mehr eingespart wurde um die Gewinne zu maximieren. Ganz deutlich wird das bei der Post Tochter DHL, wo die Kuriere die Ware auch einfach wieder mitnehmen und behaupten sie wären da gewesen :fluchen2:
Es ist möglich keine Fehler zu machen und trotzdem zu verlieren. Das ist keine Schwäche, das ist das Leben.

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Re: Wirtschaftliche Verständnisfrage

Beitrag von Clochard » Freitag 28. September 2018, 20:03

Axolotl hat geschrieben:
Freitag 28. September 2018, 19:54
Unglücklicherweise hat das auch dazu geführt, dass immer mehr eingespart wurde um die Gewinne zu maximieren. Ganz deutlich wird das bei der Post Tochter DHL, wo die Kuriere die Ware auch einfach wieder mitnehmen und behaupten sie wären da gewesen
machen Hermes und Co. aber genauso

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Re: Wirtschaftliche Verständnisfrage

Beitrag von Axolotl » Freitag 28. September 2018, 20:06

Clochard hat geschrieben:
Freitag 28. September 2018, 20:03
machen Hermes und Co. aber genauso
Keine frage. Machen die alle.
Es ist möglich keine Fehler zu machen und trotzdem zu verlieren. Das ist keine Schwäche, das ist das Leben.

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Re: Wirtschaftliche Verständnisfrage

Beitrag von Clochard » Freitag 28. September 2018, 20:09

Wettbewerb führt aber zu neuen Lösungen wie Packstationen. Hätte es mit einem Monopolisten wohl nicht gegeben.

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Re: Wirtschaftliche Verständnisfrage

Beitrag von Dérkesthai » Freitag 28. September 2018, 21:57

Clochard hat geschrieben:
Freitag 28. September 2018, 20:09
Wettbewerb führt aber zu neuen Lösungen wie Packstationen. Hätte es mit einem Monopolisten wohl nicht gegeben.
Ich glaube, das wäre da auch dazu gekommen, weil keine mehr Bock hat wegen einer Abholung bei der Post so lange warten zu müssen. Postlagernd geht einem auch gehörig auf den Senkel, ist aber mittlerweile, das einzige, was kostenlos ist (Postfächer kosten nicht mehr nur einmal 15-20 €, sondern haben eine jährliche Gebühr seit 1-2 Jahren). Bei kleinen Briefkästen und komisch-denkenden Zustellern leider die einzige Lösung.
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Re: Wirtschaftliche Verständnisfrage

Beitrag von Thorson » Sonntag 30. September 2018, 09:35

In Norwegen ist das übrigens schon lange usus, dass Pakete nur noch zur Paketstation (im nächstgelegenen Supermarkt) geliefert werden. Da Supermärkte im Regelfall 6 Tage die Woche von 7-23 Uhr offen haben (und in der kompletten Zeit die Pakete abgeholt werden können), ist das imo eine gute, pragmatische Lösung für alle. Benachrichtigung erfolgt per App und per eingeworfenem Zettel im Briefkasten.

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Re: Wirtschaftliche Verständnisfrage

Beitrag von Cascade » Sonntag 30. September 2018, 23:04

Liberalisierung bedeutet ganz einfach das andere Konkurrenten in dem Markt aktiv werden können, und es nicht bloß einen Anbieter gibt.

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Re: Wirtschaftliche Verständnisfrage

Beitrag von Axolotl » Sonntag 30. September 2018, 23:09

Cascade hat geschrieben:
Sonntag 30. September 2018, 23:04
Liberalisierung bedeutet ganz einfach das andere Konkurrenten in dem Markt aktiv werden können, und es nicht bloß einen Anbieter gibt.
Reichlich spät die Erklärung, die schon gegeben wurde :frech:
Es ist möglich keine Fehler zu machen und trotzdem zu verlieren. Das ist keine Schwäche, das ist das Leben.

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Re: Wirtschaftliche Verständnisfrage

Beitrag von Cascade » Sonntag 30. September 2018, 23:22

Axolotl hat geschrieben:
Sonntag 30. September 2018, 23:09
Cascade hat geschrieben:
Sonntag 30. September 2018, 23:04
Liberalisierung bedeutet ganz einfach das andere Konkurrenten in dem Markt aktiv werden können, und es nicht bloß einen Anbieter gibt.
Reichlich spät die Erklärung, die schon gegeben wurde :frech:
Tut mir leid das ich bedauerlicherweise so dumm war und deinen Beitrag nicht gesehen habe.

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Re: Wirtschaftliche Verständnisfrage

Beitrag von kreisel » Montag 1. Oktober 2018, 07:39

Bei den Telefondiensten war ich wirklich froh, als der Markt geöffnet wurde,
auch Internet war damals noch überraschend teuer vorher.
Dann gab es so Call by Call Dienste.

Mit den Paketen, naja, im Grunde tun die sich alle nix. Preislich und in der
Konfusitaet der Zustellung.
Ich glaub den Mitarbeitern von der Post ging es damals noch besser. Meine
Schwester war da ein paar Jahre, am Anfang war Arbeitszeit und Belastung
noch ok.
Von den weiteren Diensten hört man wenig gutes, lange Arbeitszeiten,
Zeitdruck, der Bedarf ist aber da, weil immer mehr versendet wird.

Staatlich geregelt, hmm. Könnte den Vorteil haben, dass weniger Missbrauch
geschieht, wenn vernünftige Dinge eingehalten werden,
Nachteil: zuviel Kontrolle und Begrenzung der Produkte und Bedingungen.
[+] weitere Idee
Wäre ja mal einen Versuch wert, Prostitution oder "Versorgung
mit Drogen" als staatliche Aufgabe zu sehen. Aber wird wohl Vor- und
Nachteile haben, Nutznießer des Kapitalismus hätten weniger davon, die Auswahl wäre begrenzt, sobald
was als NoNo erklärt wird.
Die Prostitution ist schon mehr in den staatlichen Blick gerückt, meine ich.
Dass da auch sozialversicherungspflichtige Beschäftigung möglich ist oder auch
das Arbeitsamt das Ziel der Prostitution als berufl. Förderziel anerkennen kann.
Naja, ein paar Gedanken. Kenne mich mit Politik und Wirtschaft kaum aus.

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Re: Wirtschaftliche Verständnisfrage

Beitrag von Kief » Montag 1. Oktober 2018, 11:10

kreisel hat geschrieben:
Montag 1. Oktober 2018, 07:39
Staatlich geregelt, hmm. Könnte den Vorteil haben, dass weniger Missbrauch
geschieht, wenn vernünftige Dinge eingehalten werden,
Nachteil: zuviel Kontrolle und Begrenzung der Produkte und Bedingungen.
Warum sollte es nur diese beiden Extreme geben?

Sogar jetzt schon ist es in der Praxis eh immer eine Mischung, und die Frage ist, welches sind die sinnvollen Kombinationen.
[+] weitere Idee
Wäre ja mal einen Versuch wert, Prostitution oder "Versorgung
mit Drogen" als staatliche Aufgabe zu sehen. Aber wird wohl Vor- und
Nachteile haben, Nutznießer des Kapitalismus hätten weniger davon, die Auswahl wäre begrenzt, sobald
was als NoNo erklärt wird.
Die Prostitution ist schon mehr in den staatlichen Blick gerückt, meine ich.
Dass da auch sozialversicherungspflichtige Beschäftigung möglich ist oder auch
das Arbeitsamt das Ziel der Prostitution als berufl. Förderziel anerkennen kann.
Naja, ein paar Gedanken. Kenne mich mit Politik und Wirtschaft kaum aus.
Manchmal sind die unbefangenen und scheuklappenfreien Blicke die konstruktiven Anregungen ... ;-)
Ich bin sicher, die meisten Fachleute sind zu betriebsblind, um ueberhaupt die Potentiale anzuschauen.

So ganz nebenbei waeren dann die Gewinnspannen nicht mehr zwangslaeufig bei Kriminellen und Ausbeutern konzentriert.


K

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Re: Wirtschaftliche Verständnisfrage

Beitrag von kreisel » Montag 1. Oktober 2018, 11:21

[+] re Nebengedanken
Kief hat geschrieben:
Montag 1. Oktober 2018, 11:10
Sogar jetzt schon ist es in der Praxis eh immer eine Mischung, und die Frage ist, welches sind die sinnvollen Kombinationen.
ja, macht Sinn. Müsste quasi dynamisch bleiben in der Ausgestaltung.
Kief hat geschrieben:
Montag 1. Oktober 2018, 11:10
So ganz nebenbei waeren dann die Gewinnspannen nicht mehr zwangslaeufig bei Kriminellen und Ausbeutern konzentriert.
Ja, daran dachte ich.
Viele Prostituierte werden in Nischen gedrückt und in eine Ohnmacht und Schweigen
hinein, und werden ausgenutzt. Finde ich nicht korrekt.
Der Bedarf ist ja da, auch die Möglichkeit der Ausübung, aber warum dann nicht unter vernünftigeren,
offeneren, faireren Bedingungen.

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